Autor Thema: (F) Daimonia - Im Club  (Gelesen 511 mal)

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Offline Zitatus

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(F) Daimonia - Im Club
« am: 04 Dezember 2019, 08:15:46 »
Damit mal wieder was auf dem Grill landet: Hier eine frische Szene aus meinem Roman-Projekt "Daimonia".
Thaddäus und Galileo beschließen, etwas feiern zu gehen. Dazu legen sie ein Kaufhaus in Schutt und Asche, rauben eine Bank aus und leisten sich in einem Oldtimer ein Katz und Mausspiel mit der Polizei. Schlussendlich landen sie vor einem Club. Zwei kleine, gut gekleidete, grüne Kerle mit langen Ohren, die Einlass verlangen ...

Zweck der Szene: An keiner Stelle im Buch sollen weder das Wort "Dämon" oder das Wort "Teufel" fallen. Trotzdem soll spätestens hier klar sein, was die beiden sind.


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Die Dunkelheit hatte sich mit nächtlichen Sternenglanz prächtig über den Tag gelegt. Nun ja. Eigentlich nicht. Es regnete und nicht mal der Mond war milchig durch die schwarzen Wolken zu sehen.
Wir standen auf dem aufgeweichten, ausgeblichenen roten Teppich vor dem Club. Die wummernden Bässe aus dem Innern des Gebäudes vertrieben den letzten Rest jedweder Poesie.
Vor uns hatte sich ein Türsteher aufgebaut und hinderte uns daran, in das Etablissement einzutreten. Die muskelbepackten Arme vor der Brust verschränkt, grunzte er zunächst und knurrte dann: „Was stellt ihr denn dar? Seid ihr von einem Cosplayer Happening entlaufen?“
„Die Frage ist, was du darstellst.“ Galileo hätte ihn an der Gurgel packen können. Doch diese Region des Hühnen war aus dem Stand heraus für ihn nicht erreichbar. Also griff er mit der Rechten zwei Etagen tiefer zu. Ich vermute, dass sich dies sogar als viel effektiver erwies. „Du bist hier im Hause der Clown, oder ... Pennywise?“
„Pennywise hat eine rote Nase“, erklärte ich lässig, während sich der Türsteher unter Schmerzen vorbeugte, „und keine blauen Eier.“
„Oh.“ Galileo ließ los, nur um den Mann danach mit einem kräftigen Fausthieb ins Gesicht niederzustrecken. Die Nase knirschte. Ich musste zugeben, dass sie in den nächsten Tagen definitiv dunkelrot sein würde.
Dieses kleine Intermezzo blieb weitestgehend unbeobachtet und das Mädel hinter dem Ticketschalter wollte klugerweise auch nichts gesehen haben. Mit einem nervösen Lächeln winkte sie uns durch. Trotzdem warf ich ihr gönnerhaft einen der zerknüllten grünen Scheine aus der Bank zu. Wenn sie uns schon keine Eintrittskarte berechnen wollte, sollte sie wenigstens ein Trinkgeld bekommen. „Lass einfach die Fingerchen vom Telefon“, riet ich ihr. Ihr Blick fiel kurz auf den Türsteher, vor dessen Gesicht eine Blutlache dem Teppich ein frischeres Rot verlieh. Sie nickte. Guter Service will honoriert sein.

„Ich liebe Techno“, grölte Galileo gegen den uns entgegenschlagende Lärm an.
„Das ist House“, merkte ich an.
„Ich liebe House.“
Mit zwei, drei Sätzen sprang er durch das Gedränge der Umherstehenden in das Gedränge der Tanzenden. Im Takt der stakkatoartigen Lichtemissionen hüpfte er - wie der Rest der Meute - auf dem Dancefloor herum. Er rief irgendwas, dass sich wie ein nicht ganz zeitgemäßes „Hyper, hyper!“ anhörte. Niemand störte sich daran, denn die Party war mit sich selbst beschäftigt. Ein Irrer mehr oder weniger, änderte nichts am Gesamtbild.
Jemand rempelte mich an. Es geschah nicht auf die aggressive Art. Konspirativ sollte die Geste sein. „Brauchst du was?“
„Was?“ Zu mehr Dialog lud mich die Soundkulisse nicht ein.
„Brauchst du was?“ Ein Typ mit grauer Haut und schwarzen, langen Haaren grinste mich mit schlechten Zähnen an. Das einzig Farbige an dem Kerl waren die neongelben Smileys in seiner geöffneten Hand, die er mir entgegenhielt. „Das Zeug ist gut. Läufste wie mit Turbo. Die ganze Nacht. Oder ...“ Seine Hand schloss sich, verschwand in der Hosentasche und präsentierte dann ein rosa Pulver in einem durchsichtigen Tütchen. „Bestes K.O. – Wenn du etwas Hilfe zum Abschleppen brauchst.“ Er lachte dreckig. „So wie du aussiehst, kannst‘es brauchen.“
Mit meiner Fußkralle packte ich seinen Fußknöchel und riss kräftig daran. Mit dem Ruck verschwand er aus meiner Sichtfläche. Zuerst beabsichtigte ich, einfach wegzugehen. Natürlich nicht ohne ihm dabei über die Visage zu laufen. Doch ich besann mich eines Besseren. Ich bückte mich, griff in seine Tasche, nahm mir eine Handvoll von den gelben Tabletten und warf sie mir in den Mund. Ich kaute sie gut durch, bevor ich sie runterschluckte. Dann ging ich weg, nicht ohne dem Typen doch noch liebevoll über die Visage zu laufen.
 Eine seltsame Hitze stieg aus meinem Innersten auf. Meine alles durchdringende Müdigkeit verschwand nicht, aber zwischen den rosa Wolken in meinem Kopf, vergaß ich sie irgendwie. So etwas ähnliches wie ein Glücksgefühl packte mein Herz. Der Zorn blieb der Zorn, der er war. Doch er kleidete sich in einer luftig leichten Euphorie.
„Party!“, rief ich, klaute einem Hippster seinen Cocktail und kippte das Getränk den Smileys hinterher, die daraufhin in meinen Eingeweiden zu kochen begannen. Vielleicht lag es auch an der Kirsche, der Zitronenscheibe oder dem Strohhalm. Beim Schlucken kratzte Letzterer schon etwas im Hals.
Das Nächste, woran ich mich erinnere, ist, dass ich auf der Empore neben dem DJ stand. Während er mit blutender Unterlippe gefügig die Regler am Mischpult bediente, haute ich in die Tasten eines Keyboards. Auf der Tanzfläche wog sich die Masse an verschwitzten Leibern zu den Klängen vom „Ententanz“. Etwas Wolfgang Petri würde gleich bestimmt auch nicht schaden. Oder „Also sprach Zarathustra“. Oder beides in einer Dubstepversion. Irgendwo unter mir brüllte jemand „Hyper, hyper.“
Ich schnappte mir das Mikrophon um meinen Mitstreiter auf mich aufmerksam zu machen. „Galileooo, Galileooo!“
Die Reaktion war eine andere, als ich erwartet hatte: Ein vielstimmiges „Figerooo“ erschallte. Mit den richtigen Loops, Baselines und Strings lief anscheinend alles.
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Re: (F) Daimonia - Im Club
« Antwort #1 am: 12 Dezember 2019, 09:01:45 »
Ok, nach deinem dezenten Hinweis bin ich natürlich sofort in die Grillstube gewandert. Ups. Die Lava war ja schon ziemlich kalt, sorry....
Schöner Text, hab nichts zu rösten außer ein paar Tippfehlern. Bist du daran interessiert?
Allerdings kommen die beiden bei mir nicht als Teufel oder Dämonen an, sondern nur als besonders unerfreuliche Arschlöcher. Kleinwüchsige Arschlöcher. Von denen einer eine Kralle hat. Aber das ist noch ein bisschen zu subtil.
Die "Galileo - Figaro"-Idee ist natürlich vom Feinsten. :cheese:
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Re: (F) Daimonia - Im Club
« Antwort #2 am: 13 Dezember 2019, 20:38:11 »
Mensch Zitatus; da ist mir doch wirklich einer der raren Rösttexte durchgerutscht! :kopfwand:
Sorry und danke für den Tipp!


Zuerst die paar Erbsen aufpieken  :g1::

Zitat
mit nächtlichen Sternenglanz
nächtlichem
Zitat
diese Region des Hühnen
Hünen
Zitat
Ein Irrer mehr oder weniger, änderte nichts am Gesamtbild.
Komma kann weg.
Zitat
Mit dem Ruck
mit einem Ruck?
Zitat
zwischen den rosa Wolken in meinem Kopf, vergaß ich sie irgendwie.
Komma kann weg.
Zitat
er kleidete sich in einer luftig leichten Euphorie.
in eine ...

Zitat
wog sich die Masse an verschwitzten Leibern
wiegte


Dann zum Ganzen:
Die Szene ist amüsant, weil wir sie aus der Sicht der Akteure lesen, die schlecht behandelt werden (wegen ihres Äußeren) und dann den Spieß umdrehen. Eine Art Gerechtigkeit geschieht. Gefallen tut sie mir nicht wirklich, allein weil ich diese Gewalttätigkeit ohne große Not nicht mag (deine Zusammenfassung oben nennt auch lauter Spaß am Chaos, könnte mir leicht zuviel werden), aber sie charakterisiert ja wohl deine zwei Protas hier als ziemlich rücksichtslos bis fies, was ja gewollt ist. Und funktioniert!
Dazu meine Frage, wie weit der Leser schon mit den beiden vertraut ist und sie möglichst ein bisschen mag, um das wegzustecken. Denn ich kann mir nicht vorstellen, wie du einen ganzen Roman lang das Wohlwollen der Leser erhalten willst nur durch Action oder hintergründige Kommentare. Aber der Thaddeus, an den ich mich aus einem früheren Text erinnere, war ein interessanter, weil hin und her gerissener Charakter. Vielleicht könnte hier oder im Anschluss dann auch so etwas innerer Konflikt mit rein? 

Zitat
Zweck der Szene: An keiner Stelle im Buch sollen weder das Wort "Dämon" oder das Wort "Teufel" fallen. Trotzdem soll spätestens hier klar sein, was die beiden sind.
Schwer zu sagen, ob das klappt, weil ich ja schon wusste, dass Thaddeus ein Dämon ist (die frühere Spiegelszene...). Es gibt auf jeden Fall Hinweise für aufmerksame Leser.   :diablo:
Aber hat das Anrichten von Chaos auf ihrem Weg noch einen andere Hintergrund als nur Charakterdarstellung? Thaddeus sagt doch etwas von Wut - das wäre spannend zu verfolgen. Oder sind sich beide uneins, wie genau sie vorgehen, bremst einer, sozusagen zum Teil 'vermenschlicht'? Oder haben sie unterschiedliche Ziele bzw. Zielpersonen? Irgendwie geht mir das Ganze zu glatt: Jede Opposition wird mit links niedergebügelt, und was die eigentliche Opposition ist, wissen wir noch nicht.


Hier noch ein paar Stellen, wo mir die Sprech- bzw. Denkweise von Thaddeus störend auffiel, zu gedrechselt und dadurch weg vom Geschehen. Schau mal, ob du daran etwas ändern willst oder ob der Effekt ist wie gewünscht.

Zitat
Ich vermute, dass sich dies sogar als viel effektiver erwies.
Das klingt für mich gestelzt, zumindest in dem Zusammenhang. Ginge nicht auch so etwas wie: War wahrscheinlich sogar
Zitat
effektiver.

Ich musste zugeben, dass sie in den nächsten Tagen definitiv dunkelrot sein würde.
Ähnlich. Vielleicht willst du das als Sprachmerkmal für Thaddeus haben, aber es wirkt so, als lehne sich der Sprecher zurück beim Erzählen und betrachte die vergangene Situation in Ruhe von außen.
Vielleicht: Ja, morgen oder spätestens übermorgen würde sie definitiv rot leuchten. Ich grinste Galileo anerkennend zu.

Zitat
Dieses kleine Intermezzo blieb weitestgehend unbeobachtet und das Mädel hinter dem Ticketschalter wollte klugerweise auch nichts gesehen haben.
Mindestens ein Komma sollte die beiden Sätze trennen  ;), aber zwei eigenständige hätten mehr Gewicht. Interessant ist das 'weitestgehend' - wenn das aber kein Hinweis auf späteres Geschehen ist, würde ich umformulieren ins mehr Aktive:
Niemand schien dieses kleine Intermezzo beobachtet zu haben, zumindest kümmerte sich niemand um uns. Auch das Mädel...

Btw., wer wäre denn da, um zu reagieren? Einen Hinweis aufs Setting einbauen? Wie sieht es direkt hinter der Tür aus? Oder meinst du, Passanten schleichen vorsichtig um den gefallenen Türhüter herum?

Zitat
Es geschah nicht auf die aggressive Art.
MMn wieder gestelzt. Wieso erklärt Thaddeus die Art eigentlich? Und wem - sich oder uns?

Jemand rempelte mich an, nicht aggressiv, eher ... konspirativ. „Brauchst du was?“

Zitat
Zuerst beabsichtigte ich, einfach wegzugehen. Natürlich nicht ohne ihm dabei über die Visage zu laufen. Doch ich besann mich eines Besseren.

Eigentlich wollte ich einfach gehen, quer über seine Visage, aber dann fiel mir was Besseres ein:

Zitat
Beim Schlucken kratzte Letzterer schon etwas im Hals.
Lockerer? Der hatte schon etwas in der Kehle gekratzt.

Ansonsten: Immer her mit weiteren Stückchen Daimonia!
 :wink:
eska


P.S.: Ich habe die Galileo-Figaro-Sache nicht verstanden.  :weissnicht:  Bildungslücke?

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Re: (F) Daimonia - Im Club
« Antwort #3 am: 14 Dezember 2019, 05:59:07 »
Galileo-Figaro ist ein Zitat aus "Bohemian Rhapsody" von Queen. :)
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Offline Zitatus

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Re: (F) Daimonia - Im Club
« Antwort #4 am: 14 Dezember 2019, 06:31:58 »
Schöner Text, hab nichts zu rösten außer ein paar Tippfehlern. Bist du daran interessiert?
'türlich, immer.


Zitat
Allerdings kommen die beiden bei mir nicht als Teufel oder Dämonen an, sondern nur als besonders unerfreuliche Arschlöcher. Kleinwüchsige Arschlöcher. Von denen einer eine Kralle hat. Aber das ist noch ein bisschen zu subtil.
Dass die beiden als Arschlöcher rüberkommen, ist gewollt. Wobei Galileo tatsächlich ein Arschloch ist und Thad, mein Protagonist, zunächst mal als Antiheld angelegt ist. Ich bin gespannt, ob ich so eine Figur glaubhaft darstellen kann - das ist absolutes Neuland für mich. Er soll vom Saulus zum Paulus werden - das wird die Story.

Weniger subtil wird es im Rest der Szene: Die beiden zerlegen den Club. (Aber zu viel vom Text wollte ich nicht öffentlich einstellen, da Verlage ja etwas verschnupft auf sowas reagieren ;) )

Zitat

Die "Galileo - Figaro"-Idee ist natürlich vom Feinsten. :cheese:
Schön, dass der Gag funktioniert. Meine Tochter ist zur Zeit meine Betaleserin. Auch sie hat mit 16 den Gag verstanden. In der musikalischen Erziehung hab ich als was richtig gemacht ...
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Offline Zitatus

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Re: (F) Daimonia - Im Club
« Antwort #5 am: 14 Dezember 2019, 07:36:32 »
Zuerst die paar Erbsen aufpieken  :g1::
Danke für's Erbsenfinden.

Zitat
Dann zum Ganzen:
Die Szene ist amüsant, weil wir sie aus der Sicht der Akteure lesen, die schlecht behandelt werden (wegen ihres Äußeren) und dann den Spieß umdrehen. Eine Art Gerechtigkeit geschieht. Gefallen tut sie mir nicht wirklich, allein weil ich diese Gewalttätigkeit ohne große Not nicht mag (deine Zusammenfassung oben nennt auch lauter Spaß am Chaos, könnte mir leicht zuviel werden), aber sie charakterisiert ja wohl deine zwei Protas hier als ziemlich rücksichtslos bis fies, was ja gewollt ist. Und funktioniert!
Hm. Ja. Ein Problem, das ich auch schon mit meinem arroganten Herrn Plana in Buchland hatte: Manche Leser mögen das Buch nicht, weil der Ich-Erzähler ihnen zu sehr als Identifikationsfigur dient. Ist ihnen der Ich-Erzähler unsympathisch, haben sie Schwierigkeiten mit der Story. (Andere Leser setzen den Ich-Erzähler mit dem Autoren gleich. Das wird bei Daimonia wohl eine interessante Erfahrung für mich werden ... ) Das Chaos und die Lust am Zerstören ist für die Handlung wichtig. Galileo und Thad haben vom personifizierten Bösen höchstpersönlich einen entsprechenden Auftrag bekommen. Erfüllen sie ihn nicht, droht ihnen ewige Verdammnis und so. Galileo steht auf dem Standpunkt, dass man dabei wenigstens etwas Spaß haben sollte. Thad will die Sache auch so angehen. Allerdings habe ich im Verlauf der Geschichte anderes mit ihm vor.
Zitat
Dazu meine Frage, wie weit der Leser schon mit den beiden vertraut ist und sie möglichst ein bisschen mag, um das wegzustecken. Denn ich kann mir nicht vorstellen, wie du einen ganzen Roman lang das Wohlwollen der Leser erhalten willst nur durch Action oder hintergründige Kommentare. Aber der Thaddeus, an den ich mich aus einem früheren Text erinnere, war ein interessanter, weil hin und her gerissener Charakter. Vielleicht könnte hier oder im Anschluss dann auch so etwas innerer Konflikt mit rein?
Die ganze Geschichte wird als Rückblick erzählt. Der Thad aus dem früheren Text ist der Thad, der erzählt (und seine Entwicklung bereits hinter sich hat). Der innere Konflikt wird hoffentlich der rote Faden. Hier haben wir den vermeintlich bösen Thad - in der nächsten Szene wird der gute Thad seinen Auftritt haben.

Zitat
Aber hat das Anrichten von Chaos auf ihrem Weg noch einen andere Hintergrund als nur Charakterdarstellung? Thaddeus sagt doch etwas von Wut - das wäre spannend zu verfolgen. Oder sind sich beide uneins, wie genau sie vorgehen, bremst einer, sozusagen zum Teil 'vermenschlicht'? Oder haben sie unterschiedliche Ziele bzw. Zielpersonen? Irgendwie geht mir das Ganze zu glatt: Jede Opposition wird mit links niedergebügelt, und was die eigentliche Opposition ist, wissen wir noch nicht.
So viel kann dieser kurze Ausschnitt nicht zeigen. Ich brauche die Szene als (aus der sicht des Bösen) Optimum. So würde es weiterlaufen, wenn für das Böse alles nach Plan verläuft. Erst danach kann ich die Wandlung einleiten.

Zitat
Hier noch ein paar Stellen, wo mir die Sprech- bzw. Denkweise von Thaddeus störend auffiel, zu gedrechselt und dadurch weg vom Geschehen. Schau mal, ob du daran etwas ändern willst oder ob der Effekt ist wie gewünscht.
Da muss ich tatsächlich überlegen, ob ich den Sprech meines Protas entschärfen will. Eigentlich mag ich dieses überkanditelt Gehobene, weil es aus ihm mehr als ein Arschloch macht. Ein gebildetes Arschloch ist immer schlimmer als ein dummes ... Mal schauen. Ich entscheide das später.

Zitat
Ansonsten: Immer her mit weiteren Stückchen Daimonia!
gerne!

Zitat
P.S.: Ich habe die Galileo-Figaro-Sache nicht verstanden.  :weissnicht:  Bildungslücke?
Bildungslücke! In der Tat.

"I see a little silhouetto of a man
Scaramouch, Scaramouch will you do the Fandango
Thunderbolt and lightning, very, very frightening me
Galileo, Galileo, Galileo, Galileo
Galileo, Figaro, magnifico"
aus: Bohemian Rhapsody von Queen
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Offline Shanaja

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Re: (F) Daimonia - Im Club
« Antwort #6 am: 29 Dezember 2019, 21:55:02 »
Hallo Zitatus,

keine eigentliche Röstung auch von mir, sondern nur ein paar Eindrücke und Bemerkungen:

Die gestelzte Sprache wurde ja schon angesprochen, darüber bin ich auch mehrmals gestolpert. Am schlimmsten hat es mich bei der Schlägerei vor dem Club getroffen.
Zitat
„Du bist hier im Hause der Clown, oder ... Pennywise?“
Ich musste den Satz mehrmals lesen, auch den davor und den danach, bevor ich verstanden habe, wie es gemeint ist. Und auch danach bin ich beim Lesen immer wieder an der Stelle gestolpert. Dabei weiss ich nicht, ob es allein das "Hause" ist, oder auch das ",oder... Pennywise?" Da habe ich nicht bemerkt, dass er nach einem Namen für sein Opfer sucht, sondern dachte, er spricht seinen Kumpan an (dessen Namen mir persönlich noch nicht bekannt war), womit die nächsten Sätzen aber keinen nachvollziehbaren Sinn ergaben.

Zitat
"I see a little silhouetto of a man
Scaramouch, Scaramouch will you do the Fandango
Thunderbolt and lightning, very, very frightening me
Galileo, Galileo, Galileo, Galileo
Galileo, Figaro, magnifico"
Ooookay. Diese Verbindung hatte ich, so wie eska, auch nicht hergestellt. Vermutlich, weil ich mir den Queen-Film nicht angetan habe und die Textzeile daher nicht so präsent hatte. Ich hatte es eher als so etwas wie ein "Marco" - "Polo" der Neuzeit abgetan, als möglichen Jugendwitz aus Fortnite oder etwas ähnlichem, wofür ich zu alt und meine Kinder zu jung sind.

Zitat
An keiner Stelle im Buch sollen weder das Wort "Dämon" oder das Wort "Teufel" fallen. Trotzdem soll spätestens hier klar sein, was die beiden sind.
Sorry, nein, wurde mir nicht klar. Einzig die Kralle war ein Hinweis, dass es sich bei den beiden nicht um typische Arschlöcher, wie sie einem an jeder Bushaltestelle oder auf der Arbeit begegnen können, handelt. Die im Einführungstext erwähnten langen Ohren und grüne Haut werden im Text ja nicht erwähnt. Oder kennt der Leser diese Besonderheit schon vom Banküberfall?

Liebe Grüsse
Shanaja

Offline Zitatus

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Re: (F) Daimonia - Im Club
« Antwort #7 am: 06 Januar 2020, 08:47:41 »
Ich weiß gar nicht, was du hast. Das ist eine fundierte Kurzröstung. :)

Da habe ich nicht bemerkt, dass er nach einem Namen für sein Opfer sucht, sondern dachte, er spricht seinen Kumpan an (dessen Namen mir persönlich noch nicht bekannt war), womit die nächsten Sätzen aber keinen nachvollziehbaren Sinn ergaben.
Okay, das ergibt wohl besser, wenn man die vorherigen Text kennt. Thad heißt mein Protagonist.
Zitat
Zitat
"I see a little silhouetto of a man
Scaramouch, Scaramouch will you do the Fandango
Thunderbolt and lightning, very, very frightening me
Galileo, Galileo, Galileo, Galileo
Galileo, Figaro, magnifico"
Ooookay. Diese Verbindung hatte ich, so wie eska, auch nicht hergestellt. Vermutlich, weil ich mir den Queen-Film nicht angetan habe und die Textzeile daher nicht so präsent hatte. Ich hatte es eher als so etwas wie ein "Marco" - "Polo" der Neuzeit abgetan, als möglichen Jugendwitz aus Fortnite oder etwas ähnlichem, wofür ich zu alt und meine Kinder zu jung sind.

Na, man sollte Queen nicht kennen, nur weil man den Film gesehen hat. Aber natürlich: Es ist Popkultur. Ich setze nicht vorraus, dass jeder den Gag versteht. In meinen Büchern sind oft Insider-Witze. Ich freue mich über jeden, der sie versteht und hoffe, dass sie nicht aus dem Lesefluss reißen, wenn man sie nicht versteht.

Danke für's Rösten.
 :b2:
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