Autor Thema: FAZ: "Es fehlt die Liebe zum Leser"  (Gelesen 184 mal)

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Offline Lilith

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FAZ: "Es fehlt die Liebe zum Leser"
« am: 19 Oktober 2019, 14:42:02 »
Passend zur Buchmesse :)

Der Artikel beleuchtet die aktuelle, sich hinziehende Krise des Buchmarkts und der Verlage.

These: "Die Liebe zum Buch ist ungebrochen, allein an der Liebe zum Leser krankt es."

https://faz.net/aktuell/feuilleton/buchmesse/relevanz-und-innovation-in-der-buchbranche-16440317.html
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Offline eska

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Re: FAZ: "Es fehlt die Liebe zum Leser"
« Antwort #1 am: 19 Oktober 2019, 18:41:24 »
Danke für den Link, Lillith!  :blume:

Falls jemand Interesse hat, darüber zu reden:
Hab es schon gelesen, bin mir aber nicht im Klaren, ob ich dem zustimme. Nicht genügend bzw. nicht funktionierende Kommunikation zwischen Verlagen und Lesern - vielleicht ist das generell so, ganz subjektiv kriege ich viel mehr von einigen Verlagsprogrammen mit, als ich brauche (per Werbung), und wäre ich eine digitale Leserin, würden die Programme mir immer das nächstähnliche Buch anbieten. Sprich: Ich persönlich will möglichst wenig festgelegt werden auf eine oder zwei Lektüreschienen, und das, stelle ich mir vor, wäre das momentane Interesse von Verlagen an meinem Leseverhalten. (Es ist allerdings etwas anderes, wenn meine Buchhändlerinnen mir etwas empfehlen. :))
Dass Leser allerdings außer durch ihr Kaufverhalten keinen Einfluss auf Verlagsprogramme haben, ist das verwunderlich?

In dem Zusammenhang nochmal eine Erinnerung an die diesjährige Leipziger Buchmesse: Erschreckend, wie wenige ihrer jeweiligen Neuerscheinungen die Verlage überhaupt ausgestellt hatten, so die ersten drei oder vier ihrer Listen, also kommen auch fast nur die Favoriten in den Handel, werden beworben etc.  Also ist die Frage vielleicht, wie die kleinen Verlage und die Titel, die nicht ganz oben gelistet sind, den Leser erreichen.

Sehr gelungen fand ich den Satz über Lesen als Luxusgut: weil man dafür Zeit braucht, und die ist kostbar.  :jubel:  :nerd:

Gruß,
eska
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Offline FF

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Re: FAZ: "Es fehlt die Liebe zum Leser"
« Antwort #2 am: 19 Oktober 2019, 19:29:33 »
Faszinierend, dass in dem Artikel zwar Buchhandel, Verlage und Leser zu Wort kommen, aber die Autoren mit keiner Silbe erwähnt werden. Und meiner Erfahrung nach entscheidet in den meisten Verlagen nur noch die Marketingabteilung, was überhaupt in Richtung Leser geschmissen wird. Und Marketingmenschen sind an Büchern nur als Verkaufsware interessiert. Da bleibt die Liebe ziemlich schnell auf der Strecke.

Danke für den Link, Lilith!
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Offline Trippelschritt

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Re: FAZ: "Es fehlt die Liebe zum Leser"
« Antwort #3 am: 27 Oktober 2019, 21:31:33 »
Ich finde nicht, dass sich auf dem Buchmarkt viel geändert hat. Er ist halt stehen geblieben. Andere haben sich weiterentwickelt. Die Elektronik und die hat eine neue spezielle Textform geschaffen oder transportiert ihn zumindest. Kurztexte!

Das Buch in in der Masse und für die Masse altmodisch geworden.
Passt. Bin ich auch.

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Offline Lilith

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Re: FAZ: "Es fehlt die Liebe zum Leser"
« Antwort #4 am: 27 Oktober 2019, 23:09:28 »
E-Books machen gerade einmal 4 Prozent des Marktes aus. Studie von 2018: https://www.boersenblatt.net/2018-02-22-artikel-zahl_der_kaeufer_sinkt-e-book-markt_2017.1434008.html
Es besitzen auch gerade einmal fünf Prozent der Deutschen einen E-Book-Reader.
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Re: FAZ: "Es fehlt die Liebe zum Leser"
« Antwort #5 am: 28 Oktober 2019, 15:33:06 »
Ich habe mich gestern noch mit Freunden darüber unterhalten. Das eBook hat wirklich nicht den Markt umgekrempelt.

Dass die Branche zu träge ist, mache ich immer an einem konkreten Beispiel fest: Amazon macht seit Jahren vor, wie man Leser erreicht. Jedem Blogger, jedem Autoren, jedem Buchmenschen macht der ungeliebte amerikanische Großkonzern es leicht. Mit wenigen Mausklicks können Bücher gewinnbringend verkauft werden, Comics in Szene gebracht werden, Anzeigen für die Webseite generiert werden, Bücher auf den "Marketplace" plaziert werden, Werbung geschaltet werden usw. - Amazon erreicht Leser, Autoren, Verlage ...

Nicht ein einziges deutsches Unternehmen hat auch nur versucht, eines von diesen Konzepten zu kopieren. Es ist ist alles da. Thalia müsste das Rad nicht neu erfinden. Auch nicht Libri. Oder Heyne.

Lesen muss man doch nicht zum Luxusobjekt a la Starbuckskaffee hochstilisieren. Man muss nur erkennen, dass man mal über den Tellerrand schauen muss.
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Offline Trippelschritt

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Re: FAZ: "Es fehlt die Liebe zum Leser"
« Antwort #6 am: 28 Oktober 2019, 17:00:09 »
Und Libri hate gerade viele Bücher aus seinem Sortiment geworfen. Vor allem die kleinerer Verlage. So erscheinen die Titel als nicht lieferbar. Sie können nur direkt beim Verlag bestellt werden.

Nein, leserfreundlich ist der Büchermarkt nicht.
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