Autor Thema: Drachenzeit (AT)  (Gelesen 57 mal)

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Offline Uli

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Drachenzeit (AT)
« am: 08 November 2018, 00:21:37 »
hallo Hölle,

ich habe hier etwas, womit ich nicht zurechtkomme: Einen Anfang von - ich weiß nicht recht, vielleicht einer KG-Sammlung.
Aber von Anfang an:
Den zweiten Teil der Geschichte habe ich vor ein paar Tagen geschrieben, und war ziemlich erstaunt: Das lief ganz von allein, fühlte sich richtig an ... sehr schön, soweit. Nur: Kurz nach der Fertigstellung hat mich das RL erwischt, mit schlechten Nachrichten, und die Sache war vergessen.
Und beim erneuten Anschauen war ich dann verwirrt: Was soll das denn? Ähm.
Und noch verwirrender war, dass der erste Teil sich danach auch ganz von allein textete, wie mit Autopilot - und ich immer noch keinen Plan habe, was das werden soll.
Kompliziert? Ja ... das meine ich auch.

Also, versuchsweise lege ich das auf den Grill und schaue, was passiert. Vielleicht finde ich ja durchs Rösten den Faden wieder ...

(Aus irgendeinem Grund möchte der erste Abschnitt ˋProlog´ genannt werden, was mir auch ziemlich suspekt ist).

### Drache 1 (Prolog)

ˋMetapher´ murmelte der Drache und sein Tonfall verriet Ärger.
ˋMythologisches Wesen, schön und gut. Nichts dagegen. Sollen sie doch. Aber ˋMetapher´, das geht zu weit. Eindeutig.´

Er - Drachen sind immer männlich - breitete seine Schwingen aus, knurrte laut und spie etwas Feuer. Was nichts weiter einbrachte als seinem Ärger etwas Luft zu machen.

Im Umkreis von mehreren Meilen was das Land bereits versengt, und kein lebendes Wesen war übrig. Von ein paar Raben abgesehen, die vorwitzig oder unbedacht die Gelegenheit nutzten, eine warme Mahlzeit zu bekommen.

ˋDie sind wahrscheinlich auch metaphorisch´ dachte der Drache und war versucht, aus dem metaphorischen Gefieder gebratenes Gefieder zu machen. Rein aus Ärger.
ˋVielleicht sind sie aber nur folkloristisch, die Raben ´ dachte er dann, und ein wenig versöhnte ihn das. Folkloristisch, das ist so etwas wie der zweite Platz im Wettbewerb der Verlierer.

Immerhin hatte der Ärger auch seine gute Seite, der Dache war so wirklich wie schon lange nicht mehr, wirklich genug, um Verderben und Zerstörung über diesen Umkreis zu bringen, und das tat ihm gut:

Viel zu lange hatte er sich zurückgehalten, und, das musste er sich eingestehen, auch deswegen hatte der Abstieg begonnen.

Damals ... damals war er echt und wirklich und hatte Angst und Schrecken verbreitet, ohne groß darüber nachzudenken. Herrliche Zeiten, wenn auch ... 
Langweilig, auf die Dauer.

Ernsthaft langweilig. Die wenigen intellektuellen Herausforderungen damals hätte eine Amöbe gemeistert, oder ein Wurm - beides Wesen, die nie in Gefahr standen, als mythologisch oder gar folkloristisch gedemütigt zu werden - und das was furchtbar für ein Wesen, dessen mentale Kapazität es mit den Göttern hätte aufnehmen können.
Wenn der Drache nur an Götter geglaubt hätte.

Damals hatte er angefangen, mit anderen Wesen zu sprechen, zunächst bevor, später anstatt diese zu grillen, und das was der Anfang seines Niedergangs: Wenn man nicht mehr präsent ist, keine Ortschaften niederbrennt und desgleichen, und stattdessen nur in den Berichten einzelner Intellektueller stattfindet, wird man ganz schnell ... eben mythologisch.

Eine schreckliche Sache.

Mythologisch, dann mystisch - was schon eine erheblich Abwertung ist - und schließlich metaphorisch. Unwirklich.

Nicht lange, und es gibt Berichte von goldenen Weisheitsdrachen und Kuscheldrachen und putzigen kleinen Drachelchen, die ...

... an die niemand mehr glaubt, nicht einmal die Kinder.

Trübsinnig sah der Drache in die Runde.

Raben - folkloristische Raben, der nächste Abstieg - flatterten umher und suchten nach Gebratenem, der Himmel war blau und weiß und ärgerlicherweise hatte das verbrannte Land eine sonderbare, obzwar düstere, so doch beinahe anheimelnde Atmosphäre, wie eine Szenerie in einem Buch.

ˋSchwere Zeiten für unsereins ´ dachte der Drache bekümmert.
ˋZeit, etwas zu unternehmen.´

### Drache 2
Der Drache hockte vor seiner Höhle und dachte ... nicht. Einerseits, weil das nicht zu den Kernkompetenzen reptiloider Wesen gehört und auch keine besondere Freude machte, andererseits, weil er bereits alles gedacht hatte, was zu denken sich angeboten hatte.

Immerhin saß er schon recht lange hier, seit Anbeginn. Von was auch immer.

Das ist, so oder so, eine ausreichende Zeitspanne, um genug gedacht zu haben.

Dachte der Drache.

Nicht.

Er dachte nicht daran, sich in die Höhle zurückzuziehen, weil es darin kaum noch Platz gab: Seit Äonen waren immer wieder Individuen dieser seltsamen, zweibeinigen Wesen erschienen und hatten Dinge dort abgelegt, Dinge aus einer schweren, glänzenden und vollkommen ungenießbaren Substanz.

Gold, nannten die Wesen das, und Hort nannten sie den Haufen unnützes Zeug, und ernsthaft, es lohnte sich nicht, darüber nachzudenken. 
Unfug.

Alle paar Jahrzehnte kamen auch andere Individuen, in Gruppen, weinten laut und wehklagten, bis eins der Wesen sagte, ˋes müsse sein´, worauf sie eines der ihren an den Felsen ketteten und betrübt abzogen.

Warum auch immer.

Das angekettete Wesen weinte dann lange, flehte und schluchzte laut, und nach einiger Zeit erschien zuverlässig ein Artgenosse, in Blech gekleidet und mit scharfen Dingen ausgestattet und versuchte, den Drachen zu verletzen.

Was er nicht sehr mochte.
 Verständlicherweise.

Der Haufen von rostendem Blech in der kleinen Schlucht zur Linken wuchs eins ums andere Mal, aber erst, wenn das angekettete Wesen endlich verstummt und vertrocknet war, hörten diese Besuche auf.

Nein, es lohnte wirklich nicht, darüber nachzudenken. Unfug.

Der Drache hatte es versucht, ganz ernsthaft, und er hatte sogar im Verlauf mehrerer Jahrhunderte die Sprache der Wesen gelernt, von einem Dutzend oder zweien dieser ˋKönigstöchter´.

Und hatte gefragt, was diese Sache vorstellen sollte. Dieses Anketten und Weinen und die ˋRitter´, die ihren ˋSchwertern´ Namen gaben und dachten damit ihn, den Drachen, verletzen zu können.

Verstanden hatte er die Erklärungen nicht.

Exalibur, Letztes Argument, Langundscharf waren die Namen der Schwerter, Berserkerfreund und Hauihnum. Früher. Und Psychoanalyse, Therapie und Rathiopharm, in letzter Zeit, und allesamt landeten sie mit den Rüstungen in der Schlucht.

Auf die Dauer würde es wirklich langweilen, wenn man darüber nachdächte - was der Drache eben darum nicht tat.

Der Drache wollte nicht hier hocken, es hockte einfach da. Drachen machen das so, genau wie diese ˋMenschen´ einfach Gold in die Höhle warfen und ihre Töchter an den Felsen ketteten und dann zu befreien suchten.

Spass hatten sie wohl nicht daran.

Die angekettete Königstochter weinte ein wenig, und ja, hinten im Wald rührte sich etwas - es war mal wieder so weit. Ein Ritter.

Dachte der Drache, und irrte sich.

Ein junger Mann trat auf die Lichtung, lehnte ein Ding aus Metall mit Rädern an einen Baum und legte den Helm ab. Der nicht aus Eisen gefertigt war.

ˋHallo!´ sagte der Jüngling. ˋVerstehst du mich?´
ˋIch spreche deine Sprache, Mensch. Aber ˋverstehen´ ... nein. Nicht wirklich.´
ˋNa gut, dann ... also, Drache, ich möchte gern die Königstochter hier retten. Von der Kette befreien und mitnehmen, weißt du? Weil, dann bekomme ich das halbe Aktienpaket ihres Vaters und ein iPhone und außerdem ihre Hand - also, genaugenommen nicht nur die Hand, sondern ...´
ˋIch weiß, was eine Methapher ist, Mensch. Schon gut. Aber ...´
ˋAber was?´
ˋSag mir, Mensch, wie heißt dein Schwert? Wo ist dein Pferd, wo deine Rüstung? Und, warum hast du deinen Helm abgenommen?´
ˋAch, Drache ... ehrlich mal: Ein Schwert, dass ist doch sowas von Mittelalter - und es hat noch nie funktioniert, bei Drachen. Und Pferde - mein Bike hat sechundzwanzig Gänge, elektrische Tretunterstützung und ist ein Meisterwerk der menschlichen Ingenieurskunst - warum sollte ich da mit antiquierten Waffen und Verhaltensmustern daherkommen?

Und es ist einfach unhöflich, den Kopf bedeckt zu lassen, wenn man einen Raum betritt.´
ˋOh? Ihr habt euch entwickelt? Wie schön! Dann nimm sie halt mit, deine Prinzessin, und alles Gute. Viel Spass!´
ˋDanke, Drache, aber ...´
ˋJa?´
ˋSie ist angekettet, die Prinzessin, und ... ähm ...´
ˋJa, Mensch. Angekettet ist sie, mit einer gar furchtbaren Kette an diesen Felsen - nur, das habe nicht ich getan, und den Schlüssel besitze ich auch nicht. Sorry.
Ich verschwinde jetzt, mein Guter, und du schaust zu, wie du die Ketten löst. Einverstanden? Und dann, bitte: Nimm diesen Hort doch mit, wenn du gehst.´

So sprach der Drache und verdunstete, und der junge Ritter stand ziemlich verwirrt vor der Höhle und wusste nicht weiter.


danke fürs Lesen!

Und wie gesagt: Erbsen sind es grad nicht, ich weiß nur nicht, was ich mit diesem Text anfangen soll ...
cheers, Uli


Offline eska

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Re: Drachenzeit (AT)
« Antwort #1 am: 08 November 2018, 15:18:59 »
Lieber Uli;

ich kann dir nicht sagen, was du mit diesen zwei Drachengeschichten machen sollst, aber ich habe sie mit Schmunzeln gelesen.  :cscreen: Und nur ein paar Tippfehler gefunden, die ich nicht so wichtig fand, wenn es primär um die Sinn-Suche geht.

Ich stelle mir vor, dass du aus diesem Anfang eine Art Episoden-Roman machen könntest, der sich mit Veränderung beschäftigt. Aus dem ersten Text lese ich vor allem Überlegungen, weshalb Veränderung  (im Sinne der Evolution? im Sinne von Erkenntnissuche und bewusster Umsetzung?) nötig ist, im zweiten verändert sich nach Jahrhunderten das Verhalten der Menschen, und siehe da, der Drache rührt sich vom Fleck.
Vielleicht schickst du ihn auf eine Reise, die Welt und seine eigenen Möglichkeiten/Ziele/seine Rolle... zu erkunden? Vielleicht zweifelt er ja so einiges an, z.B. das mit den ausschließlich männlichen Exemplaren. Oder vielleicht stellt sich sonst Interessantes über ihn oder seine Spezies heraus und er wird zum Guru für erleuchtete Menschen oder...
Ich bin sicher, du hast da einiges an Ideen - sobald du durchschaut hast, warum dieser Drache geschrieben werden will. :lupe: Geh doch einfach mal ne Runde mit ihm spazieren. Oder mag er Geselligkeit?  :lava: Oder frag ihn mal nach sowohl aktuellen als auch bleibenden Fragen der Menschheit. So ein abgehobener (er kann doch fliegen?) Standpunkt wirkt manchmal Wunder!  ;)

Mit besten Grüßen  :wink:

eska
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Offline Uli

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Re: Drachenzeit (AT)
« Antwort #2 am: 08 November 2018, 15:38:29 »
ay eska,

danke schön! und  :b5:

Dass du schmunzeln konntest ist doch schon mal gut, das freut mich. Sehr.
Und der Anfang des ˋFadens ´, den du nennst, ist wertvoll - Veränderung und so, jaaaaa ...
Gestern Nacht hat der Drache eine weiter Geschichte diktiert, und ja, die passt zu dem Thema. (Ooops, ich habe ein Thema, möglicherweise?)

Episodenroman ... ich habe das mal angefangen, vor ein paar Jahren. Und bin gescheitert, als ich einen größeren Bogen über die Einzelteile spannen wollte. Hmmm. Vielleicht also ganz gut, wenn ich nicht so ganz genau weiß, worum es geht - möglicherweise weiß das ja der Drache.

Und ja, der Gute kann fliegen: In der neuesten Story tut er das (und nichts anderes).
Wobei ... ich weiß noch nicht, ob es immer derselbe  Drache ist, oder jedesmal ein anderer, und ob das wichtig ist.
Das wird sich rausstellen.

Gesellschaft mag er nicht so, fürchte ich - weil ich dann nicht gleich aufschreiben kann, was er erzählt. Aber er mag die Erinnerung an Gesellschaft.
(Und deswegen mache ich jetzt los, Leihenkel von KiGa und Schule abholen. Weil der Papa noch mit seinem Arbeitsauftragsdrachen kämpft)

sylA, Uli

Offline Zitatus

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Re: Drachenzeit (AT)
« Antwort #3 am: 09 November 2018, 06:52:04 »
Hi Uli,

jeder Text für sich allein genommen, gefällt mir gut. Der Erste hat so einen leichten Terry Pratchett Hauch. Nebeneinander gestellt nehmen sie sich gegenseitig etwas ihre Qualität. Da gehört Lücke - also gedanklicher Abstand - zwischen.

Zitat
ˋMetapher´ murmelte der Drache und sein Tonfall verriet Ärger.
ˋMythologisches Wesen, schön und gut. Nichts dagegen. Sollen sie doch. Aber ˋMetapher´, das geht zu weit. Eindeutig.´
Kleiner Gedanken: Über wen ärgert er sich? Wer hat ihn Metapher genannt, wenn er doch vor jedem Gespräch bereits das Land verwüstete?

Zitat
Er - Drachen sind immer männlich - breitete seine Schwingen aus, knurrte laut und spie etwas Feuer. Was nichts weiter einbrachte [Komma?] als seinem Ärger etwas Luft zu machen.

Im Umkreis von mehreren Meilen wa[r] das Land bereits versengt, und kein lebendes Wesen war übrig. Von ein paar Raben abgesehen, die vorwitzig oder unbedacht die Gelegenheit nutzten, eine warme Mahlzeit zu bekommen.
Die Raben find ich gut!
Zitat
ˋDie sind wahrscheinlich auch metaphorisch´[Komma] dachte der Drache und war versucht, aus dem metaphorischen Gefieder gebratenes Gefieder zu machen. Rein aus Ärger.
ˋVielleicht sind sie aber nur folkloristisch, die Raben ´[Komma] dachte er dann, [Punkt und neuer Satz würde mehr betonen] und ein wenig versöhnte ihn das. Folkloristisch, das ist so etwas wie der zweite Platz im Wettbewerb der Verlierer.

Immerhin hatte der Ärger auch seine gute Seite, der Dache war so wirklich wie schon lange nicht mehr, [Punkt] wirklich genug, um Verderben und Zerstörung über diesen Umkreis
Hier reißt mich das Wort Umkreis irgendwie raus. Oben passt es noch. Hier wirkt es deplatziert. Kann nicht sagen, warum.

Zitat
Ernsthaft langweilig. Die wenigen intellektuellen Herausforderungen damals hätte eine Amöbe gemeistert, oder ein Wurm - beides Wesen, die nie in Gefahr standen, als mythologisch oder gar folkloristisch gedemütigt zu werden - und das was furchtbar für ein Wesen, dessen mentale Kapazität es mit den Göttern hätte aufnehmen können.
Den Kettensatz (hier bist Du wieder ganz in deinem Bei-einer-Lesung-klappt-das-wunderbar-Modus), würde ich mindestens Kommata oder auch Punkte einfügen. ;)

Zitat
ˋSchwere Zeiten für unsereins ´ dachte der Drache bekümmert.
ˋZeit, etwas zu unternehmen.´
Schade, dass der Text nur ein "Prolog" ist. Mit diesem letzten Satz erweckst Du den Eindruck: "Ey, ich habe eine Idee für einen sehr sehr lustigen Text, ... aber keine Pointe"

Der Drache 2 ist ein anderer Drache. Der Text steht folglich für sich alleine (Es sei denn, die Stories werden später miteinander in einer Fortsetzung verknüpft).

Zitat
Dachte der Drache.

Nicht.
Das abgetrennte "Nicht" ist mir zu sehr Jugendsprech und sprachlich zu abgenutzt. Es gibt abertausend Memes mit "Gefällt mir. Nicht."

Zitat
Exalibur, Letztes Argument, Langundscharf waren die Namen der Schwerter, Berserkerfreund und Hauihnum. Früher. Und Psychoanalyse, Therapie und Rathiopharm, in letzter Zeit, und allesamt landeten sie mit den Rüstungen in der Schlucht.

Auf die Dauer würde es wirklich langweilen, wenn man darüber nachdächte - was der Drache eben darum nicht tat.
Autsch! hier machst Du Deine folgende Jetztzeit-Pointe kaputt. "Psychoanalyse, Therapie und Ratiopharm" nehmen dem Radfahrer die Show und die Pointe vorweg. Unbedingt streichen!


Zitat
Die angekettete Königstochter weinte ein wenig, und ja, hinten im Wald rührte sich etwas - es war mal wieder so weit. Ein Ritter.

Dachte der Drache, und irrte sich.
Da fehlt mir eine kleine Einleitung, dass wir nun in eine aktive Handlung einsteigen. Vorher waren ja nur nicht gedachte Gedankengänge.

Zitat
ˋAch, Drache ... ehrlich mal: Ein Schwert, dass ist doch sowas von Mittelalter - und es hat noch nie funktioniert, bei Drachen. Und Pferde - mein Bike hat sechundzwanzig Gänge, elektrische Tretunterstützung und ist ein Meisterwerk der menschlichen Ingenieurskunst - warum sollte ich da mit antiquierten Waffen und Verhaltensmustern daherkommen?

Hmmm. Vom Mittelalter direkt in die Gegenwart. War da nicht was dazwischen? Klar: Zu viele Details versauen die Pointe. Trotzdem sollte der Drache zumindest die Zeit dazwischen in einem Fast Forward wenigstens in einem Nebensatz aktiv verschlafen. "Verhaltensmuster" ist Infodump. Der ganze Text handelt von klischeehaften Verhaltensmuster. Wer bis jetzt nicht kapiert hat ...

Zitat
So sprach der Drache und verdunstete, und der junge Ritter stand ziemlich verwirrt vor der Höhle und wusste nicht weiter.
Die zwei Sätze sind zu lieblos. Ey, sagt sich der Uli, irgendwie muss ich doch noch raus aus dem Text?

Ich hoffe, Du kannst was damit anfangen. Zeichensetzung habe ich im Verlaufe des Textes mehr und mehr außer 8 gelassen. Punkte würden der Lesbarkeit m.u. gut tun.
Liebe Grüße
Zitatus
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Offline Ayira

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Re: Drachenzeit (AT)
« Antwort #4 am: 09 November 2018, 07:24:22 »
Hallo Uli, ich schließe mich eskas Schmunzeln an - wobei ich sehr gern auch laut gelacht hätte, wäre ich gerade allein. Vor allem hier:

Zitat
Die angekettete Königstochter weinte ein wenig, und ja, hinten im Wald rührte sich etwas - es war mal wieder so weit.
Die Stelle liebe ich; generell mag ich den zweiten Drachen am meisten, der so schön gefrustet vor seiner Höhle hockt und nicht versteht, was die Menschen mit ihren Opfergaben bezwecken.

Täuscht mich mein Gefühl, oder wurde keine der Prinzessinnen gefressen? Durch das "vertrocknet" kam mir der Gedanke, dass sie da gestorben sind, weil die Ritter unfähig waren sie zu befreien bzw. von den Ketten zu lösen. Vor allem durch den neumodernen Burschen erweckt sich mir dieser Gedanke.
  • Ich schreibe gerade: Neseret - Atem des Feuergottes

Offline Uli

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Re: Drachenzeit (AT)
« Antwort #5 am: 09 November 2018, 08:18:42 »
ay Zitatus,

ein sehr wichtiger Beitrag, danke!
Deine Haupt-Kritikpunkte sind echt gute Ansätze. Mir war schon klar, dass es in beden Texten keine richtige Pointe gibt, das hast du noch mal bestätigt - und genau weil das so ist, habe ich auch das Problem mit dem ˋwas soll das?´
Und ja, wenn es KGs sein sollten, müsste genau das geändert werden.
Meine Zweifel rühren da her, dass ich ˋPointe ´ zwar kann, aber hier eben nicht habe - und trotzdem war da dieses Gefühl von ˋmuss so sein ´.
Ganz verstanden habe ich das noch nicht ...

Ob der zweite Drache ein anderer ist oder der gleiche (oder ob ˋDrache ´ eine Art indifferente Masse ist oder was) weiß ich auch noch nicht. Die neueste Geschichte hat da auch keine Klärung gebracht ...
Dafür weiß ich jetzt nicht mal mehr, ob ich grade vom Niedergang des Drachen schreibe oder von dem, was er nach dem Prolog zu tun gedenkt. Wirrwar ...

Aber wie gesagt: Deine Hinweise bringen mich da weiter, und wenn sich herausstellt, dass es eine Sammlung von Drachengeschichten wird, werde ich sie auch umsetzen.
(Und den ˋbei einer Lesung ... ´Modus ein wenig entschärfen.

 :b5:
cheers, Uli

Offline Uli

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Re: Drachenzeit (AT)
« Antwort #6 am: 09 November 2018, 08:21:59 »
morgen, Ayria!

Du hast völlig Recht: Keine der Königstöchter ist gefressen worden. Der Drache weiß überhaupt nicht, wozu dieses Anketten gut sein sollte, er fanf es immer nur lästig, wenn die Ritter ihn bekämpfen wollten.
(Die hat er auch nicht gefressen, nur gegrillt)

Danke für deine Anmerkungen!
cheers, Uli

Offline Trippelschritt

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Re: Drachenzeit (AT)
« Antwort #7 am: 10 November 2018, 15:04:08 »
Vielleicht schreibst du noch ein paar Geschichten dieser Art. Und immer wenn es fluppt, dann behältst du sie. Vielleicht hast du am Ende was in der Hand, das dir weiterhilft.

Es sind Bauchgeschichten. Ich verstehe sie nicht, aber Du könntest sie verstehen. Vielleicht.
Die zweite hätte ich beinahe verstanden, bis mir das Ende wie eine missglückte Pointe vorkam. dabei weiß ich noch nicht einmal, ob eine Pointe beabsichtigt war.

Auf jeden Fall erreicht Deine zweite Geschichte auch meinen Bauch und stellt etwas damit an. Vielleicht sollte der Drache nicht in der Lage sein, sich einfach zu verdünnisieren. Aber ich weiß nicht.

Ich werde sie in ein paar Tagen noch einmal lesen.
Übrigens: Einem Drachen den Namen Metapher zu verpassen, finde ich bärenstark. Dabei weiß ich noch nicht einmal, ob du das überhaupt getan hast.

Nein, ich kann mit diesen Beiden Geschichten nichts anfangen und sie gehören auch nicht zusammen. regelrecht grausam ist aber das Gefühl, dass ich möglicherweise mit ihnen etwas anfangen könnte. Irgendwann mal. Oder auch nicht.

Schmeiß sie um Himmels Willen nicht weg.

Trippelschritt
  • Ich schreibe gerade: Tamalone, hieß früher mal Ypsilone
Womit kann der alte Vol Jin euch helfen

Offline Uli

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Re: Drachenzeit (AT)
« Antwort #8 am: 10 November 2018, 17:42:25 »
ay Trippelschritt,

den Teil eins erledige ich grade: es gibt bereits zwei neue Drachen-Geschichten, und beide ˋfluppen ´ - obwohl, kritisch betrachtet, beide wieder keine richtigen KGs sind ... wg Pointe und solcher Dinge.
Aber genau: Solange es läuft, lasse ich das laufen und hoffe, irgendwann mal zu berstehen, was das soll.
Und nein, wegschmeißen ist keine Option, versprochen.

Vielen Dank!
Uli