Autor Thema: Ypsilone  (Gelesen 480 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Trippelschritt

  • Erzmagier des Nichts
  • Oberfähnchenaktenmacher
  • Oberdämon
  • *
  • Beiträge: 1.282
    • Pentamuria
Ypsilone
« am: 05 Juli 2018, 16:26:13 »
Liebe Freunde,

da bin ich wieder. Was mit der ersten Szene so wunderbar geklappt hat, möchte ich jetzt gern mit der zweiten Szene wiederholen. Nach Szene 1 und den Wildelfen gibt es einen Szenenwechsel. Meine Protagonistin erscheint also erst in der zweiten Szene. Langsam, behutsam und zögerlich.

Poliert habe ich den Text noch nicht, aber für mich erscheint er grundsätzlich fertig. Es sei denn, ihr findet wieder jede Menge suboptimales Zeuch. Und rösten dürft ihr selbstverständlich alles, was euch auffällt. Für mich ist vor allem wichtig, ob die Szene so funktioniert. Danach wird es einfacher für mich.

Vielen Dank
Trippelshritt

--------------------------------------------------------------------------------------


Ypsilone

Trotz seines Alters eilte Illrezit leichtfüßig durch den schütteren Wald, der am Fuß des Berglandes überall von lichthungrigen Büschen durchsetzt war. Hin und wieder blieb er stehen, um seinen Atem zu beruhigen. Dass er sich dabei immer wieder an die Brust griff, merkte er schon gar nicht mehr. Er hätte das sofort unterlassen, denn Zeichen der Schwäche ließ er nicht gelten. Aber selbst vor einem Menschen konnte er nicht mehr verbergen, dass er seine besten Tage bereits hinter sich hatte. Nicht, wenn sein Haar im Farbwechsel des unterschiedlichen Lichts zwischen all dem Grün und Braun immer mehr Grau als jugendliches Silber erkennen ließ.
Jetzt musste er erkennen, dass er seine Kräfte überschätzt hatte, und nur die Sorge, dass jeder Tag zählte, hatte ihn vorwärtsgetrieben, und so gab er dankbar dem Gefühl der Erleichterung nach, als er endlich sein Ziel erreicht hatte. Die Niederlassung der Minengesellschaft. Das war kein Ort, an dem ein anständiger Elf sich blicken lassen sollte. Ein kleines Dreieck zwischen Elfenland, dem Aufstieg zu den Drachenbergen und einer Region, die allein den Tieren vorbehalten war. Früher hätte man ihn wahrscheinlich Niemandsland genannt, wenn jemand nach einem Namen gefragt hätte, aber wer hätte schon fragen sollen. Doch die Zeiten hatten sich geändert, und die Menschen waren in alle Richtungen ausgeschwärmt und hatten sich niedergelassen, wie und wo es ihnen gefiel.
Der Elfenrat hatte als Reaktion auf das Ausschwärmen der Menschen beschlossen, dass nun die ganze Welt Elfenland war. Jemand musste schließlich die Verantwortung übernehmen, wenn die Welt im Chaos versank. Und wer außer den Elfen sollte das sein?
Seine letzten Schritte legte Illrezit langsam, beinahe bedächtig zurück. Vor ihm noch ein paar Büsche zwischen vereinzelten schlanken Bäumen, dahinter offenes Land mit steindurchsetztem Boden. Was für ein Gestank! Er verzog in einem Reflex des Abscheus das Gesicht, riss sich aber sofort wieder zusammen. Er war angekommen. Mit der Hand bog er ein paar Äste beiseite.
Er schaute auf einen großen Platz, über den viele Menschen nach ihm unbekannten Regeln durcheinanderliefen. Am hinteren Rand stand ein hässliches rotes Gebäude aus Stein. Viel zu groß für diese kleine Siedlung. Daneben verschiedene Baracken. Dort, wo das Gelände anstieg und es zu den Drachenbergen ging, hatten sie es gewagt, ein Loch in den Fels zu brechen, das sich mit jedem Tag weiter in die Tiefe
hineinbohrte und sich dabei immer weiter verzweigte wie ein Baum, der den Himmel suchte. Wussten die Menschen denn nicht, dass das Leben über der Erde lag und nicht darunter. Und damit nicht genug. Etwas abgelegen befanden sich die Totsteinhalden. Gestein, das einmal den Boden getragen hatte, Teil des Gebirges gewesen war, und das nun, nachdem die Menschen der Tiefe das Erz entnommen hatten, nutzlos und herumlag.
„Ich hasse diesen Ort und verabscheue die Menschen, die ihn verdorben haben und dort leben, als wäre nichts geschehen.“
Illrezit legte den Kopf in den Nacken, schaute hoch. In der Ferne war der Himmel blau. Über ihm war er weiß. Der Staub in der Luft ließ ihn nur noch flach atmen. Es war später Vormittag, und er war viel zu spät. Überall lärmte und stank es. Nur die Kinder, die die Mahlzeiten für die Bergleute in Richtung Schacht trugen, waren still. Illrezit sah sich selbst als einen offenherzigen Mann, dem Vieles in der Welt vertraut war. Aber selbst für jemanden wie ihn waren die Menschen eine missratene Schöpfung. Man brauchte nur in ihre Gesichter zu schauen. Jede Gemütsregung konnte man in ihnen lesen. Nirgendwo war Ruhe. Und ohne Ruhe gab es keine Schönheit. Wie sollten da ihre Siedlungen etwas anderes widerspiegeln. Doch war er nicht gekommen, um müßigen Gedanken nachzuhängen.
„Komm zu mir“, flüsterte er. Nur diese drei Worte schickte er auf die Reise. Sie waren zu leise gesprochen, um gehört zu werden. Sie waren nur der Träger seines Wunsches. Wort und Wunsch, mit Magie verbunden, weckten sie ein leises Sehnen, das von selbst sein Ziel finden würde. Das Herz eines Mädchens. Oder war es bereits eine junge Frau? Es war Zeit vergangen, seitdem er sie hier untergebracht hatte. Nur für sie schwebte der Wunsch in der Luft und erinnerte sie an eine Vergangenheit, in der stille Rufe das einzige Mittel der Verständigung waren.

Mitten im hin und her eilenden Strom der Kinder, setzte ein Mädchen, das kein Kind mehr war, ihre beiden Wassereimer ab, ohne sich um die missbilligenden Blicke der anderen Jugendlichen zu kümmern. Sie streifte sich auch die Lederriemen des Rucksacks von den Schultern und begab sich dann festen Schrittes zum Rand der Lichtung. Sie brauchte den Kopf nicht zu wenden, um zu wissen, dass sie beobachtet wurde. Meistens von einem Mann in dunkler Kleidung aus einem der Fenster des roten Hauses oder einer Frau, die er manchmal im Arm hielt. Wer die beiden waren, wusste sie nicht. Sie ließen sie in Ruhe.
Die Stimme in ihrem Kopf hingegen kannte sie. Sie mochte sie nicht, denn es war die Stimme eines Elfen. Elfen haben die Macht über die Menschen. Die Männer über die Frauen, die Frauen über die Männer. Es war das Glück der Menschen, dass die Elfen ihre Macht nur selten ausübten. Und dieser Elf, den sie kannte, war nicht mehr jung. Sein Charme war bereits zerbrochen, sein Liebreiz zerkratzt. Und sie selbst konnte noch auf Mutters Hilfe zählen: „Trau keinem Mann und schon gar keinem Elfen.“ Gehorsam nickte das Mädchen. Auch Mutters Stimme besaß Kraft. Viel Kraft.

Illrezit sah, wie das Menschenkind sich aus dem Strom der jungen Menschen herauslöste, sich ihm näherte, erkannte den für einen Menschen außergewöhnlich geschmeidigen Gang, das beleidigend helle Haar, in dem er nur Spuren von Elfenfarbe wiederfand und fühlte sich von ihrer Kleidung abgestoßen. Wams, Hosen, Stiefel aus Leder. Ohne Zweifel Rehleder, gut gewalkt und deshalb sehr weich. Menschenhände hatten das nicht geschneidert, und hier, wo die Minengesellschaft herrschte, war das eine völlig unpassende Kleidung. Konnte sie sich nicht so kleiden, dass sie weniger auffiel? Er suchte am Halsansatz an den Handgelenken, in den Umrissen der Falten nach Spuren eines Unterkleides, aber er fand nur Leder. Das gefiel ihm nicht. Ein Mensch, der sich nach Elfenart kleidete, fiel überall auf. Obwohl … Vielleicht war hatte das auch seinen Vorteil. Er trat aus seiner Deckung heraus. „Ich bin hier, Ypsilone.“

Ypsilone musste zweimal schauen, bis sie die schlanke Gestalt in dem Blätterwerk ausmachen konnte und wünschte sich, sich so klein machen zu können, dass alle über sie hinwegsahen. „Meine Freunde nennen mich Ypsi“, sagte sie, „Wenn Ihr mögt, könnte Ihr mich ebenfalls so nennen.“
„Du hast Freunde hier?“
Da lag ein für sie unverständlicher Vorwurf in der Stimme, der sie mehr schmerzte als ein aufgeschürftes Knie. Nein, Freunde hatte sie hier nicht. Sie war eines Tages einfach …
„Du erinnerst dich noch an die Frau, die dich hierhergebracht und aufgezogen hat?“, fragte der Elf.
Ypsi hob den Blick. Die Schönheit des Mannes erfüllte ihre Seele mit einem Sehnen, wie es nur Zugvögel kannten, wenn sie in der Abendsonne abhoben, um sich auf ihre große Reise zu begeben. „Meide die Menschen. Vor allem meide Männer jeden Alters. Und wenn du einem Elfenmann begegnest, dann baue eine Mauer um dich herum“, hörte sie Mutters Stimme zu ihr sprechen. „Keine Sorge, Mutter“, flüsterte sie und entriss der Schönheit des Elfen ihren Zauber. Es fiel ihr leichter, als sie erwartet hatte. Aber sie musste sich eingestehen, dass sie trotz Mutters Hilfe anfällig für den verfluchten Elfencharme war. Kein Wunder, dass die Elfen die Menschen mieden und sie den Menschen jede Annäherung verbaten. Nur ihr hatte man es durchgehen lassen. Und jetzt war sogar ein Elf gekommen, um sie zu besuchen. Ypsi befreite sich aus ihrem Gedankengespinst, indem sie sich auf die vor ihr stehende Figur konzentrierte.
Dieser Mann hatte sie vom Lager der Holzfäller weggebracht. Sie erinnerte sich noch genau an den Vorfall. Sie war tiefer in den Wald hineingegangen, als sie es gedurft hatte, und war dort zwei Elfen begegnet, die sofort nach den Wehrhütern gerufen hatten. Doch die kamen nicht. Dafür kam er Und sie wurde nicht gefangen genommen, sondern hierher gebracht.
Ypsilone kniff die Augen zusammen, um den Elf schärfer zu sehen, denn im Spiel von Licht und Schatten veränderte sich sein Bild ständig. Silbrig oder grün das Haar, grün oder braun die Haut, nicht dunkel wie eine bemooste Borke, eher wie die Unterseite eines lichtdurchdrungenen Blattes. Braun auch die Kleidung mit wandernden Flecken von Grün darauf. Jetzt, wo sie sicher wusste, wer er war, wagte sie seine Frage zu beantworten: „Ich erinnere mich an Euch. Ihr seid Illrezit. Und Mutter? Wie sollte ich sie jemals vergessen können?“
Eine Wolke des Unmuts zog über das Gesicht Illrezits. „Ach ja, ich vergaß, du nanntest sie Mutter. Ich bin gekommen, weil ich dich um eine Gefälligkeit bitten möchte. Du sollst für mich eine Reise unternehmen. Wirst du das für mich tun?“
„Wie geht es Mutter? Sie hat mich gemeinsam mit Euch hierher gebracht und hier mit mir zusammen gelebt. Bis sie mich ganz plötzlich verlassen hat. War das meine Schuld? War sie mich leid? Wenn jemand weiß, was damals passiert ist, dann Ihr.“ Und mit dem Mut der Verzweiflung setzte sie noch hinzu: „Vater?“
Der Elf zuckte zusammen und wer Augen hatte zu sehen, hätte die Wutwolke über seinem Gesicht erkennen können. Doch so schnell, wie seine Wut hochgekocht war, so schnell bekam er sie auch wieder unter Kontrolle und fand zu seiner stillen Oberfläche zurück. „Ich bin nicht dein Vater, Ypsi“, sagte er mit ganz normaler Stimme. „Und die Frau, die du Mutter nennst, ist nicht deine Mutter. Aber es liegt nichts Böses darin, wenn du sie in deinen Gedanken weiterhin so nennst. Sie hatte ihre Ausbildung abgeschlossen, so wie auch du mit dem heutigen Tag deine Ausbildung abgeschlossen hast. Sie hat für mich gearbeitet, und ich habe sie auf eine lange Reise geschickt, damit sie Dinge für mich erledigt, die ich vom Wald aus nicht erledigen kann. Jetzt habe ich lange Zeit nichts mehr von ihr gehört.“
Ypsilone konnte sich nicht daran erinnern, in irgendetwas ausgebildet worden zu sein. Zur Sauberkeit war sie erzogen worden. Wenn sie irgendwo gespielt hatte, musste sie hinterher alles aufräumen und saubermachen. Nichts durfte darauf hinweisen, dass sie überhaupt an diesem Ort gewesen war. Als sie angefangen hatte, bunte Steine zu sammeln, musste sie zuerst ein verstecktes Lager anlegen, in dem sie die Steine aufbewahrte, und dann lernen, einen gefundenen Stein so zu entfernen, dass sein Fehlen niemandem auffiel. Sie hatte immer geglaubt, dass alles ein Spiel war. Bis Mutter ging, ohne sich verabschiedet zu haben, und nicht wiederkam. Ypsi stutzte. Da war etwas in ihren Erinnerungen. Mutter war doch noch einmal zurückgekommen. Oder doch nicht? Sie war sich nicht sicher. Sie wusste nur, dass Mutter noch immer ihre Hand über sie hielt. Denn wie sonst sollte sie verstehen, dass sie immer noch Mutters Zimmer bewohnte, obwohl sie jetzt wie die anderen Kinder und Halbwüchsigen arbeiten musste. „Sie wohnt bei der Elfe“, hatten die anderen hinter ihrem Rücken getuschelt. Ihren Neid konnte sie verstehen. Die anderen lebten in den Schlafbaracken. „Soll ich jetzt an Mutters Stelle treten?“, fragte sie.
„Nein“, sagte der Elf. „Es ist nur eine einzige Fahrt, die du unternimmst. Von hier zur Quarantänestation NA-R. Du fährst dorthin, betrittst die Station und suchst den Ort auf, an dem Mutter sich zuletzt aufgehalten hat. Alles andere wird sich finden. Und lass dich nicht dabei erwischen. Es gibt Kräfte in unserem Land, denen nicht gefallen würde, dass du dort bist. Benutze dein bisschen Elfenblut klug.“
Ypsi hielt den Atem an. Der letzte Satz hatte alles verändert. Das war keine kleine Gefälligkeit. Wer konnte etwas dagegen haben, dass sie diesen Ort aufsuchte? „Wer wollte …?“
Der Elf schüttelte den Kopf und versiegelte seine Lippen mit dem Zeigefinger. Ypsi verstand. Keine Fragen. Dann sagte er: „Tritt etwas zur Seite“, griff in die Tasche und holte eine Handvoll Staub heraus. Er warf ihn in die Luft, blies ihn mit gespitzten Lippen fort und schaute, wie ein hilfreicher Windstoß, der aus dem Nichts zu kommen schien, den Staub bis zu einer Gruppe hin weiterbeförderte, die vor lauter Gaffen ihre Arbeit vernachlässigte.
„Was war das?“, wollte Ypsi wissen.
„Sie haben mich gesehen. Jetzt habe ich ihre Erinnerungen durcheinandergebracht.“
„Sie mögen Euch vergessen. Aber ich nicht. Ich weiß immer noch, was wir gesprochen haben.“ Der Trotz in Ypsis Stimme und ihre Körperhaltung waren alles, was von ihren Gefühlen erzählte, die so übermächtig durch das Mädchen stürmten, dass sie sich kaum auf den Beinen halten konnte. Der Gedanke, diesen Ort der Sicherheit verlassen zu müssen, ließ ihre Beine schwach werden und ihre Hände zittern. Wie sollte ihr gelingen, allein in einer Welt zurechtzokommen, die sie nicht kannte? Und doch gab es für sie nichts Wichtigeres, als Mutter wiederzufinden. Bei der Magie der Elfen, sie würde Mutter suchen gehen und die Station nicht eher wieder verlassen, bis sie sie gefunden hatte. Bei dem Wort „Station“ sträubte sich etwas in ihr und ließ sie unruhig ihr Gewicht von einem auf das andere Bein verlagern.
Der Elf betrachtete Ypsilone mit kühlem Interesse, das ein leises Lächeln über seinem Gesicht schweben ließ. Es begann in den Mundwinkel, breitete sich zur Nase hin aus und erlosch dann auf dem Weg zu den Augen. „So stark ist dieser Zauber nicht, dass ein Mensch mich vergisst, der mich einmal gesehen hat. Aber für die anderen jungen Leute hier bin ich jetzt nicht mehr wichtig. Wichtig bin ich nur für dich, und so sollte es auch sein. Lebe wohl, ich muss fort. Jemand anderes wird dir sagen, wann du aufzubrechen hast. Jemand von der Minengesellschaft, ein Mensch. Keiner von meiner Art.“
Der Wald verschluckte die Elfengestalt und ließ Ypsilone berauscht zurück. Jetzt würde sie Mutter suchen gehen, sie finden und dann wären sie erneut vereint. Sie kannte keinen größeren Wunsch. Und in diesem einen Augenblick, der ihr einen Blick in das Innere der eigenen Seele erlaubte, erinnerte sie sich wieder. Es war kein Traum gewesen. Einmal noch war Mutter in tiefster Nacht zurückgekommen, hatte an ihrem Bett gesessen, bis sie aufgewacht war und gesagt: „Such in der Stadt nach mir. Vielleicht wirst du mich nicht gleich finden können, aber gib nicht auf. Nicht im Wald, in der Stadt findest du alle Antworten, die du suchst.“
Ypsilone wusste nicht mehr, was Illusion, was Traum und was wirklich war. Sie wusste auch nicht, nach welchen Antworten sie suchen sollte, denn sie hatte keine Fragen außer der, wo „Mutter“ war. Und sie wusste auch sonst nicht viel, verstand ja nur wenig von der Welt. Nur eines wusste sie: „Stadt! Nicht Station. Es heißt Stadt, wohin ich reisen muss.“ Beinahe hätte sie das dem Elf noch hinterhergeschrien.

*

  • Ich schreibe gerade: Ypsilone
Womit kann der alte Vol Jin euch helfen

Offline Lilith

  • Grillmeister
  • *
  • Beiträge: 627
  • Thoughts are thoughts and not facts.
Re: Ypsilone
« Antwort #1 am: 07 Juli 2018, 18:49:12 »
Hallo Trippelschritt,

ich knöpfe mir den Text noch vor, dank Rekordhitze komm ich heute zu nichts, aber eine Frage treibt mich um: Sind die auktorialen Anleihen stellenweise beabsichtigt? Es klingt danach, in der ersten Szene hattest du ja bewusst auch keinen Protagonisten gewählt, aber hier steigst du so eindeutig personal ein, dass ich lieber nachhaken will, bevor ich etwas bekrittele, das dem Autor ein Anliegen war.

So long und
liebe Grüße,
Lilith
  • Ich schreibe gerade: stuffs
"Ich musste über etwas sprechen, zu dem es keine Sprache gab, ich musste mir eine erfinden, auch so wird man Schriftsteller."
- Bodo Kirchhoff

Offline Trippelschritt

  • Erzmagier des Nichts
  • Oberfähnchenaktenmacher
  • Oberdämon
  • *
  • Beiträge: 1.282
    • Pentamuria
Re: Ypsilone
« Antwort #2 am: 07 Juli 2018, 19:10:57 »
Die erste Szene sollte eigentlich Silvan/Lufthauch als Protagonisten haben. Dort habe ich gewechselt zwischen seiner Perspektive und der eines neutralen Beobachters (auktorial ist das nicht ganz. Zumindest ist diese Perspektive nicht in den Köpfen aller Beteiligten. Es ist eher ein unbekannter Erzähler. Das hat aber so nicht funktioniert und ich bin gerade dabei, Szene 1 umzuschreiben und die Kommentare zu berücksichtigen und es stärker auf Lufthauch zuzuschneiden.

In Szene 2 ist Ypsilone die Protagonistin und wird es auch durch die ganze Geschichte bleiben. Aber ich habe auch dort Teile aus Illrezits Perspektive geschrieben und meinen neutralen Beobachter auch wieder drin. Ich schreibe eigentlich immer so in dieser Art, scheine aber dieses Mal zum ersten Mal Schwierigkeiten damit zu haben.

Liebe Grüße
Trippelschritt
  • Ich schreibe gerade: Ypsilone
Womit kann der alte Vol Jin euch helfen

Offline Schreibsuse

  • Höllenhund
  • *
  • Beiträge: 128
Re: Ypsilone
« Antwort #3 am: 08 Juli 2018, 10:46:56 »
Hallo Trippelschritt!

Zunächst möchte ich erst einmal sagen, dass mir diese 2. Szene viel besser gefällt als die erste. Tatsächlich habe ich Leselust bekommen . . . obwohl ich kein Fantasyleser bin. Es bekommt der Handlung sehr gut, dass ich mich hier nur auf 2 Charaktere konzentrieren muss. Die Perspektiven sind dir m.E.n. gut geglückt. Die Atmosphäre war dicht und intensiv.

Ich hätte trotzdem einige Erbsen  :lupe: und die versuche ich mal rüberzubringen:

Zitat
Jetzt musste er erkennen, dass er seine Kräfte überschätzt hatte, und nur die Sorge, dass jeder Tag zählte, hatte ihn vorwärtsgetrieben, und so gab er dankbar dem Gefühl der Erleichterung nach, als er endlich sein Ziel erreicht hatte

Ich würde daraus 2 Sätze machen. Jetzt musste er erkennen, dass er seine Kräfte überschätzt hatte, und nur die Sorge, dass jeder Tag zählte, hatte ihn vorwärtsgetrieben. Er gab dankbar dem Gefühl der Erleichterung nach, als er endlich sein Ziel erreicht hatte.

Ich bin auf mehrere, dieser Bandwurmsätze im Text gestoßen und jedes Mal bin ich daran hängengeblieben. Zweimal "und" in einem Satz würde ich versuchen zu vermeiden. Meistens kann man dann doch besser 2 Sätze daraus machen.

Zitat
Er schaute auf einen großen Platz, über den viele Menschen nach ihm unbekannten Regeln durcheinanderliefen.

Der Satz klingt umständlich. Das "nach ihm unbekannten" liest sich nicht so schön. Vielleicht besser etwas in dieser Form?:
Er schaute auf einen großen Platz. Viele Menschen liefen hin und her, scheinbar, ohne hierbei eine bekannte Ordnung einzuhalten.

Zitat
Aber sie musste sich eingestehen, dass sie trotz Mutters Hilfe anfällig für den verfluchten Elfencharme war. Kein Wunder, dass die Elfen die Menschen mieden und sie den Menschen jede Annäherung verbaten. Nur ihr hatte man es durchgehen lassen.

Die Stelle verwirrt mich. Für Ypsilone stellt der Elfencharme offenbar eine Bedrohung dar, die zu meiden ist. Wieso ist es dann kein Wunder, dass die Elfen die Menschen mieden? Müsste es nicht umgekehrt sein? Vielleicht erklärt sich dies später. Aber in meinem Kopf ist erstmal ein Fragezeichen aufgeploppt, das mich beim Lesen ausgebremst hat.

Zitat
„Und die Frau, die du Mutter nennst, ist nicht deine Mutter. Aber es liegt nichts Böses darin, wenn du sie in deinen Gedanken weiterhin so nennst . . ."   . . .
 „Nein“, sagte der Elf. „Es ist nur eine einzige Fahrt, die du unternimmst. Von hier zur Quarantänestation NA-R. Du fährst dorthin, betrittst die Station und suchst den Ort auf, an dem Mutter sich zuletzt aufgehalten hat.

Hier wäre es mir lieber gewesen, wenn Illrezit den Namen der "Mutter" genannt hätte, anstatt sie ebenfalls Mutter zu nennen. Er hatte Ypsilone doch gesagt, dass er meint, es sei okay, wenn sie den Begriff "Mutter" in Gedanken verwendet. Da erscheint es mir seltsam, dass er sie nun ebenfalls so nennt.

Zitat
Der Elf betrachtete Ypsilone mit kühlem Interesse, das ein leises Lächeln über seinem Gesicht schweben ließ.

Das kühle Interesse steht für mich im Widerspruch zu dem leisen Lächeln (das für mich ein "warmes" Gefühl wiederspiegelt).

So, genug Erbsen gezählt. Insgesamt gefällt mir die 2. Szene gut! Meine Neugierde ist jetzt geweckt und ich fühle mich langsam in die Handlung gesogen. Das ist mir im ersten Kapitel leider nicht so ergangen. Aber hier kann ich mich gut in die Charaktere hineinfühlen und dadurch auch die Umgebung viel besser wahrnehmen.
Also von mir an dieser Stelle: Daumen hoch!
 :kaffee2: :wink:



Offline Trippelschritt

  • Erzmagier des Nichts
  • Oberfähnchenaktenmacher
  • Oberdämon
  • *
  • Beiträge: 1.282
    • Pentamuria
Re: Ypsilone
« Antwort #4 am: 08 Juli 2018, 13:56:03 »
Danke schön Schreibsuse,

das mit dem Elfencharme ist eines der vielen Rätsel in der Geschichte, und Mutter hat keinen Namen. Sie wird aber an anderer Stelle auch die Unaussprechliche genannt. Aber das ist auch so ein ganz böses Geheimnis.

Liebe Grüße
Trippelschritt
  • Ich schreibe gerade: Ypsilone
Womit kann der alte Vol Jin euch helfen

Offline eska

  • Röstdämon
  • *
  • Beiträge: 275
Re: Ypsilone
« Antwort #5 am: 08 Juli 2018, 14:48:41 »
Hallo Trippelschritt.

Ich hatte vorgestern schon mal begonnen, aber dann hat mich die Lust verlassen.  :gnaah: Rösten hat ja scheinbar immer gefährlichere Auswirkungen.
Also bitte tu alles, was dich nervt, in den Papierkorb und vergiss es. Ehrlich.


Zu Beginn sehe ich einen älteren Elf, selbstdiszipliniert und mit seinem Alter nicht im Reinen. Teils scheint er sich selbst darüber zu belügen/es nicht wahrzunehmen, teils ist es ihm bewusst, aber er wird gebraucht (und darf es dafür nicht zeigen?).
A propos:
Zitat
wenn sein Haar im Farbwechsel des unterschiedlichen Lichts zwischen all dem Grün und Braun immer mehr Grau als jugendliches Silber erkennen ließ.
grünes und braunes Haar? Farben sonst nicht zuordenbar.

Zitat
Jetzt musste er erkennen, dass er seine Kräfte überschätzt hatte, und nur die Sorge, dass jeder Tag zählte, hatte ihn vorwärtsgetrieben, und so gab er dankbar dem Gefühl der Erleichterung nach, als er endlich sein Ziel erreicht hatte. Die Niederlassung der Minengesellschaft.
So gefiele es mir noch besser: Jetzt musste er erkennen, dass er seine Kräfte überschätzt hatte. Nur die Sorge, dass jeder Tag zählte, hatte ihn vorwärtsgetrieben, und so gab er dankbar dem Gefühl der Erleichterung nach, als er endlich sein Ziel erreicht hatte: Die Niederlassung der Minengesellschaft.

Zitat
Das war kein Ort, an dem ein anständiger Elf sich blicken lassen sollte.
Wer spricht hier? Wenn es Illrezits Gedanken sind, was ich für gut halte, würde ich das irgendwie kennzeichnen, z.B. im Gegensatz zu seiner Erleichterung: Dabei war das doch kein Ort,...  Die Frage ist allerdings, ob Illrezit alles das, was folgt, weiß und ebenfalls denkt, oder es Erzählerperspektive ist, speziell der Teil:
Zitat
aber wer hätte schon fragen sollen.
und
Zitat
Jemand musste schließlich die Verantwortung übernehmen, wenn die Welt im Chaos versank. Und wer außer den Elfen sollte das sein?

Ansonsten gerät es in den Verdacht von Infodump: Wer außer dem Leser muss das hier wissen?
Zitat
Mit der Hand bog er ein paar Äste beiseite.
Wieso tut er das, wenn da doch nur ein paar Büsche und vereinzelte Bäume sind? Versteckt er sich zunächst?
Auch das offene Land wirft bei mir die Frage auf, wieso da anscheinend nichts/kaum etwas wächst. So nah an einer Waldzone. Viele Pflanzen besiedeln mit Vorliebe natürliche Brachen (nach Sturmschäden, Erdrutschen, Waldbränden...), die meisten wachsen schnell, auch kleinere Bäume wie Holunder. Dann folgen die langlebigeren Sorten, so dass eine fast kahle Fläche sehr selten ist (zu kalt, zu salzig, kaum Erdkrume, vergiftet).
Oder ist das alles menschengemacht?

Zitat
das sich mit jedem Tag weiter in die Tiefe
hineinbohrte und sich dabei immer weiter verzweigte
Kann Illrezit das wissen? Perspektive!
Zitat
Wussten die Menschen denn nicht, dass das Leben über der Erde lag und nicht darunter.
Fragezeichen

Zitat
Und damit nicht genug. Etwas abgelegen befanden sich die Totsteinhalden. Gestein, das einmal den Boden getragen hatte, Teil des Gebirges gewesen war, und das nun, nachdem die Menschen der Tiefe das Erz entnommen hatten, nutzlos und herumlag.
„Ich hasse diesen Ort und verabscheue die Menschen, die ihn verdorben haben und dort leben, als wäre nichts geschehen.“

Kannst du das mehr verbinden? So haben wir erst die neutrale Prspektive, dann das starke Gefühl des Elfen. Beides in einem gefiele mir besser: seine Trauer und Wut beim Anblick der 'toten' Steine oder auch der versiegelten und verschandelten Erdoberfläche. Allerdings widerspricht Trauer um die jetzt nutzlosen Steine zumindest auf den ersten Blick der Aussage von eben, das Leben läge über der Erde.

Zitat
„Ich hasse diesen Ort und verabscheue die Menschen, die ihn verdorben haben und dort leben, als wäre nichts geschehen.“
Wenn er zu sich selber spricht (eine Marotte?), dann eher in kurzen, heftigen Sätzen, oder? Beispiel:
„Ich hasse diesen Ort! Menschen machen alles kaputt. Und tun auch noch, als wäre nichts geschehen.“

Zitat
Nur die Kinder, die die Mahlzeiten für die Bergleute in Richtung Schacht trugen, waren still.
Das ist ein interessantes, auffälliges Detail. Üblicherweise sind es die Kinder, die lärmen. Hier suggeriert es ein zu schweres Leben, Erschöpfung oder Angst oder strenge Regeln für Kinder. Kinderschutz jedenfalls scheint es nicht zu geben. Andererseits wertet der Elf diesen Punkt vielleicht als positiv, wenn Ruhe das Ziel ist, so dass wenigstens Menschenkinder noch erträglich/halbwegs sympathisch sind.

Zitat
„Komm zu mir“, flüsterte er. Nur diese drei Worte schickte er auf die Reise. Sie waren zu leise gesprochen, um gehört zu werden. Sie waren nur der Träger seines Wunsches. Wort und Wunsch, mit Magie verbunden, weckten sie ein leises Sehnen, das von selbst sein Ziel finden würde. Das Herz eines Mädchens. Oder war es bereits eine junge Frau? Es war Zeit vergangen, seitdem er sie hier untergebracht hatte. Nur für sie schwebte der Wunsch in der Luft und erinnerte sie an eine Vergangenheit, in der stille Rufe das einzige Mittel der Verständigung waren.
Das gefällt mir gut, sowohl die Idee als auch die Beschreibung. Ich würde nur ein wenig kürzen.
„Komm zu mir“, flüsterte er. Nur diese drei Worte schickte er auf die Reise. Sie waren zu leise gesprochen, um gehört zu werden. Sie waren nur der Träger seines Wunsches. Mit Magie verbunden würden sie sie finden, ein leises Sehnen in ihr wecken. Das Mädchen. Oder war sie bereits eine junge Frau? Es war Zeit vergangen, seitdem er sie hier untergebracht hatte. Nur für sie schwebte der Wunsch in der Luft und erinnerte sie an eine Vergangenheit, in der stille Rufe das einzige Mittel der Verständigung waren.

Zitat
und fühlte sich von ihrer Kleidung abgestoßen.
Das verstehe ich nicht: Sie trägt offenbar elfische Kleidung, was zwar nicht an den Ort passt und sie auffällig macht, aber abstoßen kann ihn das doch nicht, da es das Vertraute ist. Eher missbilligt er oder zuckt wegen der Gefahr zusammen oder so. Wie wäre 'alarmiert'?
Zitat
Sie war eines Tages einfach …
Ich kann die Pünktchen nicht entziffern. Woran denkt sie?

Zitat
mit einem Sehnen, wie es nur Zugvögel kannten, wenn sie in der Abendsonne abhoben, um sich auf ihre große Reise zu begeben.
Das ist definitiv auktorial. Sie könnte aber den Vergleich herstellen: Sie fühlte sich wie ein Zugvogel, der dem Drang gehorchen musste...

Zitat
Kein Wunder, dass die Elfen die Menschen mieden und sie den Menschen jede Annäherung verbaten.
verboten oder sich ... verbaten.
doppelte Menschen, einmal durch 'ihnen' ersetzen?
Inhaltlich zögere ich auch: Die Elfen wollen also nicht die Menschen mit ihrem Charme beeinflussen? Sie können es nur nicht verhindern?
Zitat
die Frau, die dich hierhergebracht und aufgezogen hat
Es fällt mir gerade erst auf, dass hier die Reihenfolge vertauscht ist. Oder hat die Frau sie hier aufgezogen?

Zitat
die vor ihr stehende Figur
Das wirkt auf mich zu passiv, wie eine Spielfigur. Passt nicht zu einem Drahtzieher, der er 1. als Elf, also Macht Ausübender und 2. im Moment Herr der Situation ist.
Zitat
Sie war tiefer in den Wald hineingegangen, als sie es gedurft hatte, und war dort zwei Elfen begegnet, die sofort nach den Wehrhütern gerufen hatten. Doch die kamen nicht. Dafür kam er Und sie wurde nicht gefangen genommen, sondern hierher gebracht.
Vielleicht soll es so sein, weil sie es selbst nicht versteht, aber das ist undurchsichtig: Wieso begegnet sie Elfen, wenn die sich nicht sehen lassen wollen? Wieso kommen die Ordnungskräfte nicht? Was geschieht normalerweise mit gefangenen Menschen, dass 'hierher gebracht' besser ist? Und wo kam die Frau ins Spiel?
Zitat
wer Augen hatte zu sehen, hätte die Wutwolke über seinem Gesicht erkennen können.
Auktorial.

Zitat
„Ich bin nicht dein Vater, Ypsi“, sagte er
Ui, spannend. Warum glaubt sie das dann? So sicher, dass sie ihn Vater nennt.
Zitat
Ypsi hielt den Atem an. Der letzte Satz hatte alles verändert. Das war keine kleine Gefälligkeit. Wer konnte etwas dagegen haben, dass sie diesen Ort aufsuchte? „Wer wollte …?“
Ich habe 'der letzte Satz hatte alles verändert' auf 'das bisschen Elfenblut' bezogen. Das scheint sie also zu wissen. 'Das war keine kleine Gefälligkeit.' muss sie erst begreifen, deshalb würde ich den Satz ans Ende ihrer Gedankenkette stellen.

Zitat
„Sie mögen Euch vergessen. Aber ich nicht. Ich weiß immer noch, was wir gesprochen haben.“ Der Trotz in Ypsis Stimme und ihre Körperhaltung waren alles, was von ihren Gefühlen erzählte, die so übermächtig durch das Mädchen stürmten, dass sie sich kaum auf den Beinen halten konnte. Der Gedanke, diesen Ort der Sicherheit verlassen zu müssen, ließ ihre Beine schwach werden und ihre Hände zittern. Wie sollte ihr gelingen, allein in einer Welt zurechtzokommen, die sie nicht kannte? Und doch gab es für sie nichts Wichtigeres, als Mutter wiederzufinden. Bei der Magie der Elfen, sie würde Mutter suchen gehen und die Station nicht eher wieder verlassen, bis sie sie gefunden hatte. Bei dem Wort „Station“ sträubte sich etwas in ihr und ließ sie unruhig ihr Gewicht von einem auf das andere Bein verlagern.
In diesem Absatz kommen so viele unterschiedliche Gefühle vor, dass es mir zu schnell geht. Trotz (wogegen genau sich der richtet, sehe ich nicht klar, vermute aber gegen die völlige Fremdbestimmung ohne Erklärungen). Angst (als sicher habe ich den Ort noch nicht wahrgenommen, vielleicht weiter oben verdeutlichen). Sehnsucht und Hoffnung. Und dann schon ihr schneller Entschluss. Kannst du dazwischen ein bisschen verweilen, die Gefühle ausmalen?
Und schwups, kommt noch eine Art Vorwarnung obendrauf. Das überfordert mich beim Mitgehen.

Zitat
Und sie wusste auch sonst nicht viel, verstand ja nur wenig von der Welt.
Ist das ihre Selbstwahrnehmung? Verstehen also andere junge Menschen um sie her mehr davon? Hat sie also eine Art Ausbildung nicht erhalten, die andere bekommen, und wieso nicht? Oder hat nur sie Fragen, die sonst keinen interessieren und die keiner beantwortet?


Insgesamt ist mir Ypsis bisheriges Leben ein ziemliches Rätsel: Als Kind aus einem Holzfällerlager von einer Elfin auf Illrezits Befehl in die Minensiedlung gebracht, ohne Erinnerung an echte Eltern (aber an ein Lager?), aber mit dem Wissen, dass ein Teil Elfenblut in ihr fließt (wie kann sie dann denken, zwei Elfen seien ihre Eltern? Keine landläufige Ahnung von Vererbung? Wie sieht man sie in der Siedlung - als Elfe?), dort aufgezogen, also längere Zeit. Da sie kein Kind mehr ist, müsste sie ja mindestens vierzehn sein, eher älter. Dafür ist sie naiv. Vielleicht sollen Menschen das sein und werden dumm gehalten. Oder niemand lehrt speziell sie etwas, sie hat keine Familie, keine Freunde, lebt allein im Zimmer der Elfe (privilegiert, aber auch wirksam getrennt). Sie wird regelmäßig beobachtet. Wenn niemand sich sonst um sie kümmert: Ist sie ein Köder?
Und wie funktioniert so ein beziehungsloses Leben? Gemeinschaftsessen, festgelegte Arbeit ohne individuelle Belohung, Belehrung, Gruppenzusammensetzung, Austauschbarkeit. Hat sie darin überhaupt einen Grund zu leben, etwas, wofür es sich lohnt? Wie kann sie sich dem allgemeinen Zwang entziehen und einfach in den Wald verschwinden bzw. wieso tun das andere nicht auch mal? Auch die Erwachsenen, zum Beispiel weil sie das Leben dort satt haben, die Arbeit, den Lärm. Was bedeutet Wald, die große Angst?

Über den Wunsch nach besserer Vorstellbarkeit hinaus stecken da drin viele offene Fragen als beginnende Spannungsbögen. ;) Ypsi als die eine auserwählte Menschin, möglicherweise eine Art Zwischenglied im Werden zwischen den Kulturen. Die 'Mutter', selbst Elfin, die sie vor Elfen warnt. Vor Menschen allerdings auch. Vor Männern beider Gattungen besonders. Sie macht sie also per Erziehung zur Einsiedlerin, aber ohne ein bewusstes höheres Ziel. Warum? Ihre wahre Herkunft und das Interesse der Elfen an ihr. Die 'Ausbildung', sich quasi unsichtbar zu machen, keine Spur zu hinterlassen.

Also ein klares Ja für diesen Text. Aber bitte noch ausbauen, den Leser noch mehr anfüttern!

Viel Spaß dabei,

eska





  • Ich schreibe gerade: an den letzten Lücken in Brenda 2, hoffentlich

Offline Trippelschritt

  • Erzmagier des Nichts
  • Oberfähnchenaktenmacher
  • Oberdämon
  • *
  • Beiträge: 1.282
    • Pentamuria
Re: Ypsilone
« Antwort #6 am: 08 Juli 2018, 15:44:09 »
Danke für die Detailarbeit. Ja, richtig. Da ist vieles rätselhaft. Für den Leser soll es so sein und für die Bewohner der Welt ist es ebenfalls rätselhaft. Und ich hoffe für alle so spannend, dass sie unbedingt weiterlesen wollen.

Ich mache mich an die Arbeit

Trippelschritt
  • Ich schreibe gerade: Ypsilone
Womit kann der alte Vol Jin euch helfen

Offline FF

  • Admin
  • Oberdämon
  • ***
  • Beiträge: 2.661
    • Ich im Netz
Re: Ypsilone
« Antwort #7 am: 08 Juli 2018, 19:48:48 »
Hallo Trippelschritt,

ich finde den Text ganz interessant, und die meisten Erbsen wurden ja auch schon genannt. Aber ich habe mal wieder ein Problem mit den Namen. Deine Welt ist nicht die Erde. Warum wählst du dann so deutlich Namen aus dem griechischen Alphabet (Ypsilone) und aus dem Lateinischen (Silvan)? Das schmeißt mich aus der Geschichte, noch bevor ich mit ihr angefangen habe.
  • Ich schreibe gerade: RZ 2, Glitzi 9 (5.109 W), Talarea, Das zwölfte Geheimnis

Offline Trippelschritt

  • Erzmagier des Nichts
  • Oberfähnchenaktenmacher
  • Oberdämon
  • *
  • Beiträge: 1.282
    • Pentamuria
Re: Ypsilone
« Antwort #8 am: 08 Juli 2018, 19:55:10 »
Der Silvan ist dank Lilith schon lange Makulatur. Der heißt jetzt Lufthauch, was allerdings den Zitatus etwas stört, aber meine Elfen tragen halt Naturnahmen wie Rotdorn oder treibende Blüte.

Dann wäre da also nur noch Ypsi

Liebe Grüße
Trippelschritt
  • Ich schreibe gerade: Ypsilone
Womit kann der alte Vol Jin euch helfen

Offline Rilyn

  • Imp
  • Global Moderator
  • Oberdämon
  • **
  • Beiträge: 2.127
  • Omne tulit punctum qui miscuit utile dulci.
    • dracoliche.de
Re: Ypsilone
« Antwort #9 am: 11 Juli 2018, 21:40:23 »
Hoi Trippelschritt :)

Ich musste diesen Text mehrmals lesen, um halbwegs den Finger auf das legen zu können, was mich stört. Zu Anfang dachte ich tatsächlich kurz, dass der grobe Aufbau nicht funktioniert, aber daran scheint es nicht zu liegen.

Erstmal zu den Perspektiven:
Im Grunde hast du hier drei, wie du selbst sagst; Illrezit, den neutralen Beobachter und Ypsilone. Ich lese ganz gerne Multiperspektive, wenn sie eindeutig und gut geschrieben ist. Hier falle ich zwar nie aus der Rolle in die Perspektive der jeweils anderen Person, aber der neutrale Erzähler weicht für mich beide Perspektiven auf. Er schafft zwar einen glatten Übergang, aber der ist so glatt, dass er mich teils von den Figuren weg in die neutrale Position treibt.

Ich will ihn dir gar nicht ausreden, wenn das deine Art des Schreibens ist, und ich kann mir vorstellen, dass das bei nur einer Person auf einmal auch so funktioniert, wie du es dir denkst. Hier haut es zumindest für mich nicht hin, weil ich zwischen den beiden stehe und eben nicht an eine Figur rankomme - sogar eher noch an Illrezit, allein schon, weil er zunächst viel Zeit im Text hat, während Ypsilone später und durch seine Augen dazukommt. Das mag aber auch an der Länge des Aussschnitts liegen.

Ich komme an Illrezits Agenda nicht heran, was ihn mir fremd hält trotz allem, was er preisgibt; und an Ypsilone nicht, weil ich ihre Perspektive die ganze Zeit von außen / durch Illrezit wahrnehme, bis er die Bühne verlässt. Zu diesem Zeitpunkt hält mich immer noch der neutrale Erzähler außerhalb.
Insgesamt ist das beim Lesen, wenn ich nicht darauf achte, keine bewusst wahrgenommene Springerei zwischen den Charakteren, es irritiert mich auch nicht inhaltlich, es ist eine beinahe gleichmäßige gefühlte Distanz. Vielleicht kommst du auch mit dem neutralen Erzähler näher ran; und ich will auch keinen Rat geben wie etwa, bei Illrezit konstant neutral zu bleiben, weil ich den Eindruck habe, dass dann auch wieder etwas fehlt.

Im aktuellen Text kommt - meiner Meinung nach durch die Vermischung von Illrezits wertender Perspektive und dem neutralen Erzähler - ein stellenweise auktorialer dazu, was der Klarheit nicht weiterhilft und noch deutlicher als der neutrale von den Figuren entfernt. Speziell beim Zusammentreffen der Figuren zeigt sich das; aber dazu an gegebener Stelle mehr.

Zitat
Trotz seines Alters eilte Illrezit leichtfüßig durch den schütteren Wald, der am Fuß des Berglandes überall von lichthungrigen Büschen durchsetzt war.
Das ist kein starker erster Satz, auch nicht für ein Kapitel. Aber vor allem stolpere ich durch die Bilder, die du erzeugst.
Auch hier habe ich zuerst andere angenommen und dann erst bemerkt, was es ist, und weil das eventuell mit der Charakterferne zu tun hat, möchte ich das ausführen. Meine bisherige Annahme war: Die Umgebung bietet mir keine konstante Wahrnehmung, du springst durch die Bilder, aber das war ein verkopfter, verkorkster Versuch einer Analyse dessen, worüber ich tatsächlich stolpere: Ich bin ganz weit weg von Illrezit. Ich bekomme zwar erzählt, wie er stehenbleiben muss und sich an die Brust greift, dazu das Bild vermeintlicher Leichtfüßigkeit, und da entsteht obendrein noch ein Bruch. Diese erste Behauptung über ihn widerlegst du mit dem Folgenden, und es ist nicht einmal eine personale Behauptung aus Illrezits Sicht. Die würde ich ihm glauben, auch, wenn er im nächsten Atemzug anderes preisgibt. Wenn du in seiner Perspektive bliebest, wären das sein Wunschdenken und was ihm seine Realität dafür präsentiert, dass er versucht, leichtfüßig zu sein. Vom neutralen Erzähler ist es dagegen ein Fakt, der sich im Folgenden als falsch erweist.

Der Satz selbst holpert auch:
Trotz seines Alters -> okay, jemand ist alt und gebrechlich
eilte Illrezit -> Anstrengung stattdessen (soweit okay)
leichtfüßig -> Bruch mit der ersten Assoziation, wenn auch kein schlimmer. Störend finde ich ihn im Zusammenhang, da du später doch die Gebrechlichkeit wieder aufgreifst.
durch den schütteren Wald -> und ich sehe ihn spontan mit Halbglatze vor mir. :grinwech: Hier komme ich einfach mit dem Wort nicht klar, obwohl es mit dem späteren Wissen um die Minensiedlung folgendermaßen einordne: Alter Wald, nicht mehr gesund, ausgedünnt durch die Nähe zu dieser Siedlung. Falls das so beabsichtigt ist, könntest du es wunderbar mit Illrezits Wahrnehmung seiner selbst und dieses Waldes zu einem Stimmungsbild zusammenbringen.
Nach diesem Teil des Satzes finde ich für den ersten übrigens alles weitere unnötig, an dieser Stelle zu viel, das kann ruhig mit der Landschaftsbeschreibung / Wahrnehmung und Wertung durch Illrezit nach hinten.
Die lichthungrigen Büsche mag ich aber. Es ist kein toter, sterbender Wald, er verändert sich.

Du hast ein paar weitere Holperer drin, bei denen ich mich frage, was sie - egal ob von Illrezit oder dem neutralen Erzähler - an der jeweiligen Stelle sollen.
Hier ist einer:
Zitat
Aber selbst vor einem Menschen konnte er nicht mehr verbergen, dass er seine besten Tage bereits hinter sich hatte.
Menschen sind diese Rundohren, die keine elfische Superwahrnehmung haben, sagt mir meine Rollenspielerfahrung. ;D
Ich weiß nicht, ob du diesen Effekt erzielen wolltest; und leider funktioniert das nur für eine relativ kleine Zielgruppe selbst unter Fantasylesern. Ansonsten bleibt hier die aufgeworfene Frage: Weshalb "selbst vor einem Menschen"? Denn hier ist keiner zu sehen oder auch nur erwartet, wie kommt er darauf?
Hätte sein Ziel zuerst Erwähnung gefunden, wäre der Zusammenhang klar.

Zitat
Nicht, wenn sein Haar im Farbwechsel des unterschiedlichen Lichts zwischen all dem Grün und Braun immer mehr Grau als jugendliches Silber erkennen ließ.
Moment, Bildersalat: Sein Haar war mal Grün und Braun? ... aber dann kommt "jugendliches Silber" dazu, also sind es wohl doch eher Waldfarben.
Insgesamt sowohl recht passiv (ließ) wie auch ein Perspektivenmix: Denkt er hier und jetzt an die Farbe seines Haars? Denn rein neutral ist das durch den Bezug auf den vorherigen Satz und die Formulierung nicht.

Und jetzt gerate ich ins Straucheln, weil ich mir zu unsicher bin, ob ich hier noch Textproblemen auf der Spur bin oder mich aufgrund von Verständnisproblemen oder einer Fehlinterpretation meinerseits auf den Holzweg begebe, und deshalb hoffe ich erstmal auf deine Antwort, bevor ich weiter kommentiere. :)
Ich möchte noch dazusagen: Mein reiner Lesereindruck war auch vom Gefühl dieser Unsicherheiten geprägt, das ist nicht erst beim Rösten entstanden.

Liebe Grüße! :kaffee2:
Ril
  • Ich schreibe gerade: Zuviel auf einmal.

Offline Trippelschritt

  • Erzmagier des Nichts
  • Oberfähnchenaktenmacher
  • Oberdämon
  • *
  • Beiträge: 1.282
    • Pentamuria
Re: Ypsilone
« Antwort #10 am: 12 Juli 2018, 09:18:16 »
Eine unerwartete Antwort war das, Ril. Die paar Knubbel und Erbsen sind nicht so wichtig, weil die Sprachpolierersession noch kommt. Viel später. Aber mehr als Polieren ist auch nicht mehr geplant nach dieser Runde. Ich werde über Deine Bemerkungen nachdenken müssen, wenn ich sie denn richtig verstehe.

Aber sag mir bitte mal, was Dich an der Distanz stört. Denn die war beabsichtigt. Einen Teil des Problems kenne ich, und ich habe es noch nicht zu meiner Zufriedenheit gelöst. Die Menschen sind nicht unbedingt das Maß aller Dinge und eher ein Volk, aus das die anderen herabblicken. Die Elfen in jedem Fall. Und die Welt ist so weit weg von unseren Lesegewohnheiten, dass ich sie behutsam einführen muss. Und genau daran bastele ich noch.

Ypsi ist meine Protagonistin. Ihre Nähe suche ich in Szene 3. Aber ich muss selbstverständlich dafür sorgen, dass der Leser nach den ersten Seiten nicht das Buch nicht zuklappt. Ein paar hilfen hast Du mir bereits gegeben. vielleicht helfen Dir meine rudimentären Erklärungen, noch etwas weiter zu analysieren.
An Ilrezit muss ich noch einmal ran, ohne dabei Info zu dumpen. Ist schon recht tricky die ganze Sache.

Liebe Grüße
und vielen Dank
Trippelschritt
  • Ich schreibe gerade: Ypsilone
Womit kann der alte Vol Jin euch helfen

Offline FF

  • Admin
  • Oberdämon
  • ***
  • Beiträge: 2.661
    • Ich im Netz
Re: Ypsilone
« Antwort #11 am: 12 Juli 2018, 10:58:24 »
Nimm doch Ilrezits Perspektive an dieser Stelle komplett raus und fang gleich mit Ypsilone an. Das meiste, was du aus seiner Perspektive geschildert hast, kann auch von ihr kommen.
  • Ich schreibe gerade: RZ 2, Glitzi 9 (5.109 W), Talarea, Das zwölfte Geheimnis

Offline Trippelschritt

  • Erzmagier des Nichts
  • Oberfähnchenaktenmacher
  • Oberdämon
  • *
  • Beiträge: 1.282
    • Pentamuria
Re: Ypsilone
« Antwort #12 am: 12 Juli 2018, 11:38:40 »
Das würde ich gern vermeiden, weil ...

Im Folgenden geht es mit Ypsi weiter und dazwischengeschobenen Szenen von Lufthauch und Illrezit. Ich hätte aber gern noch einen Blick auf die Menschenwelt, die leider erst recht spät als eigenständige Kraft im Plot tätig wird. Das geht zwar auch über Ypsi, wenn sie zurück über die Schulter blickt, aber da kann ich die elfische Verachtung nicht so einfach unterbringen.

Einer meiner Brüche mit den Lesegewohnheiten ist ja, dass an der Spitze die Drachen stehen (na ja, das geht grad noch), dann die Elfen kommen und dann erst die Menschen, von denen die beiden anderen Völker der Vernunft nicht viel halten. Und Ypsi ist zwar Menschin, aber glaubt doch eine Viertelelfe zu sein (nicht ein Dreiviertelmensch), was bereits alles sagt.

Liebe Grüße
Trippelschritt

  • Ich schreibe gerade: Ypsilone
Womit kann der alte Vol Jin euch helfen

Offline Rilyn

  • Imp
  • Global Moderator
  • Oberdämon
  • **
  • Beiträge: 2.127
  • Omne tulit punctum qui miscuit utile dulci.
    • dracoliche.de
Re: Ypsilone
« Antwort #13 am: 12 Juli 2018, 15:54:21 »
Hoi Trippelschritt,

wie wäre es umgekehrt, Illrezit die gesamte Szene hier zu geben und Ypsilone erst in der nächsten als Perspektivträgerin auftreten zu lassen?
Inwieweit du dann zusätzlich den neutralen Erzähler einsetzt, sei dahingestellt.

Was mich an der Distanz stört: Illrezit und auch Ypsilone bleiben mir als Charaktere relativ gleichgültig, obwohl du mich mit der Geschichte ansich durchaus zum Lesen bringen könntest. Aber ich habe keine emotionale Verbindung zu einer dieser Figuren, weil mir so viel über sie erzählt wird, nicht aus ihnen heraus, weil keiner der beiden im Wechsel genug Raum erhält und zudem noch vom neutralen Erzähler weiter Zeit gestohlen bekommt, in der sich die Figur ohne weitere Information oder Handlung im Text, allein durch ihre Sichtweise und Sprache entfalten könnte.
Ich vermute, dass mich hier in erster Linie der Wechsel stört, nicht der neutrale Erzähler ansich, und in jedem Fall die Ausrutscher ins Auktoriale.

Und noch ein Gedanke: Bei einer einzelnen Perspektive pro Szene plus den Neutralen kann Letzterer, wenn inhaltlich neutral, immer noch leicht den Tonfall eines Charakters weitertragen. Hier stehen sich aber zwei sehr gegensätzliche Figuren gegenüber. Du kannst zumindest in der bisherigen Form nicht allen Rechnung tragen.

Ich kann mir vorstellen, dass du mit dem Versuch, in Ilrezits Perspektive zu bleiben, die versehentlichen auktorialen Ausrutscher aus dem Text bekommst und vielleicht auch mit dem Infodump fertig wirst. Denn Illrezit wird sich beschweren, wenn du ihm aufdrückst, Informationen zu vermitteln, wenn er gerade ganz andere Sorgen hat; dem Neutralen ist das egal.

Liebe Grüße, :kaffee2:
Ril
  • Ich schreibe gerade: Zuviel auf einmal.

Offline Trippelschritt

  • Erzmagier des Nichts
  • Oberfähnchenaktenmacher
  • Oberdämon
  • *
  • Beiträge: 1.282
    • Pentamuria
Re: Ypsilone
« Antwort #14 am: 12 Juli 2018, 16:53:18 »
Damit kann ich was anfangen, Ril. Ich sehe schon, ich muss noch einmal ganz von vorn über diese Szene nachdenken. Illrezit ist interessant, aber kein spontaner Sympathieträger. Vielleicht schenke ich ihm das erste Drittel und den Rest Ypsi. Ich schau mal.

Erst einmal vielen Dank

Trippel
  • Ich schreibe gerade: Ypsilone
Womit kann der alte Vol Jin euch helfen

Offline Taurussieben

  • Röstknecht
  • *
  • Beiträge: 69
Re: Ypsilone
« Antwort #15 am: 13 Juli 2018, 21:52:09 »
Wie immer spät zur Party, und das meiste wurde auch schon gesagt.

Zum Guten:
Es ist interessant und hat das potential eine etwas andere Fantasy mit Elfen zu werden als man es normalerweise erwartet. Ich habe auf jeden Fall daran Interesse mehr zu erfahren vor allem über unseren grumpeligen älteren Elfen.  ;)


Womit ich Probleme hatte:
Lilith hat es auch schon angesprochen, die Dynamik zwischen Illrezit und Ypsilone passt nicht. Den Dialog musste ich stellenweise zweimal lesen, weil ich richtig wusste wer nun spricht. Auch Ypsilones plötzliche Unruhe und Angst davor, die ihr bekannte Siedlung zu verlassen, kommt für mich aus dem Blauen heraus, ich fühle nicht mit ihr. Was sehr schade ist. Vom Bauchgefühl würde ich sagen, ist des der Dialog, der nicht seinen Zweck erfühlt.

Aber wie schon Eingangs erwähnt, die Geschichte klingt interessant.
Vielleicht kann dir das noch ein wenig weiter helfen.

 :b2:
  • Ich schreibe gerade: Lucretias Traum, Ewigkeit

Offline Trippelschritt

  • Erzmagier des Nichts
  • Oberfähnchenaktenmacher
  • Oberdämon
  • *
  • Beiträge: 1.282
    • Pentamuria
Re: Ypsilone
« Antwort #16 am: 14 Juli 2018, 05:49:25 »
Danke, tut es. Ich bin ja auch noch dran. Immerhin ist das Problem halb klar. Aber nicht ganz, weil ich noch nicht so richtig herausbekommen habe, woran es liegt. Aber ich bohre weiter. Perspektive in Kombination mit Nähe/Distanz ist eines der schwierigsten Schreiberhandwerkdingsbumms.

Liebe Grüße
Trippelschritt
  • Ich schreibe gerade: Ypsilone
Womit kann der alte Vol Jin euch helfen

Offline eska

  • Röstdämon
  • *
  • Beiträge: 275
Re: Ypsilone
« Antwort #17 am: 15 Juli 2018, 10:17:06 »
Zitat
weil ich noch nicht so richtig herausbekommen habe, woran es liegt

Ich kann nur anbieten: Stelle konkrete Fragen à la 'Wie wirkt dies im Gegensatz zu dem?' oder 'Wie würdet ihr folgende Stelle klarer/näher an der Figur o.ä. finden?'. Dann kann ich dazu gerne etwas sagen.  :klugklo:

Toitoitoi für die zündende Idee,

eska
  • Ich schreibe gerade: an den letzten Lücken in Brenda 2, hoffentlich

Offline Trippelschritt

  • Erzmagier des Nichts
  • Oberfähnchenaktenmacher
  • Oberdämon
  • *
  • Beiträge: 1.282
    • Pentamuria
Re: Ypsilone
« Antwort #18 am: 15 Juli 2018, 10:50:57 »
Ich bin soeben durch mit Szene 2. Ich habe sie entschlackt und entrümpelt, die zwei, drei Ausrutscher in die auktoriale Perpektive eliminiert und Ypsi etwas mehr Nähe gegeben. Und die danach noch übrig gebliebenen Erbsen zerquetscht. Ich habe jetzt ein gutes Gefühl. Das hatte ich vorher nicht.

Ich habe also erneut allen Grund mich bei euch zu bedanken. Einmal für die Mühe und einmal für die tatsächlich eingetretene Verbesserung, die ja nicht selbstverständlich ist.

Damit steht Folge 1 (bis auf die Sprachputzerei, aber die bleibt bis am Ende liegen. Wer weiß, was ich noch ändern muss.)

Liebe Grüße
Trippelschritt
  • Ich schreibe gerade: Ypsilone
Womit kann der alte Vol Jin euch helfen