Autor Thema: (Fantasy) Elfenblut neu  (Gelesen 757 mal)

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Offline Trippelschritt

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(Fantasy) Elfenblut neu
« am: 22 Juni 2018, 18:37:03 »
Liebe Freunde,

hier nun die völlig umgearbeitete neue Version, in der ich fast alle eure Anregungen und noch mehr eingearbeitet habe. Das waren tolle Röstungen von euch. Ich habe auch den Text geglättet. Es ist zwar noch nicht die Endversion, aber wenn ihr über allzu holprige Sätze stolpert, lohnt es sich in diesem Stadium drauf hinzuweisen, denn weitere Änderungen werden wohl gering sein. Es sei denn, ich bekomme von euch das Signal: Noch nicht gut genug, der Info dumpt immer noch und da stimmt die Logik nicht.

Vielen Dank an alle, die mitgeholfen haben.
Trippelschritt

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Ein Viertel Elfenblut


Auf Patrouille

„Verteilt euch, Männer, aber bleibt in Sichtweite“, sagte Truppführer Bork, „und genießt die Heimat, bevor es anstrengend wird.“ Nach ihrer eigenen Meinung hatte sie einen Scherz gemacht, denn sie ließ ihren Worten ein keckerndes Lachen folgen, das den Rufen einer Eichkatze ähnelte. Niemand der vier Männer lachte mit, denn nur Bork selbst wusste, was sie amüsierte. Sie hatten schon lange aufgegeben, es herausfinden zu wollen.
Nur Lufthauch, der die Patrouille als Kundschafter begleitete, verstand was Bork mit Heimat meinte, denn so einen Wald wie diesen gab es kein zweites Mal im Elfenland. Sie durchschritten die Halle der Baumriesen. Am Boden standen die Stämme so weit von einander entfernt, dass weder Mensch noch Tier sich einen Weg suchen mussten. Aber unter dem Himmel bildeten die Äste ein festgeschlossenes Kronendach von Ästen, die einander keinen Daumenbreit Raum gönnten und kaum einen Lichtstrahl durchließen. Zwischen Kronendach und Stammfüßen ein hoher, freier Raum im Dämmerlicht, das die Elfen Augentrost nannten. Der Wind blieb ausgesperrt und der Regen erreichte den Waldboden nur über verschwiegene Sickerbahnen an den gewaltigen Stämmen. Nichts bewegte sich hier hastig, und so bot dieser Wald den Toten ihre langersehnte Ruhe. Wie jemand auf die Idee kommen konnte, ausgerechnet hier Gestaltwandler jagen und einfangen zu wollen, war dem jungen Waldläufer ein Rätsel. Aber Bork war eine erfahrene Wehrhüterin des Elfenvolkes und würde schon wissen, was sie tat, und auch, warum sie ihre Leute ausschwärmen ließ.

Der Waldrand kündigte sich mit ersten Sonnenstrahlen an, die das Dämmerlicht durchstießen. Das Kronendach zeigte deutliche Lücken, und wo zwei Bäume auch nur ein wenig zu weit auseinanderstanden, versuchten Büsche, die Herrschaft der Bäume zu brechen. Jetzt fanden sie alles: vom verfilzten Dickicht bis zu schmaleren Formen, die bis in die doppelte Höhe eines Mannes reichten. Wer von ihnen würde als erster einen Wildwechsel finden, mit dessen Hilfe sie diese grüne Barriere durchqueren konnten. Es ging schneller als erwartet, und ein Schrei beendete die Ruhe: „Durchgang hier!“
Noch ein paar Schritte bergauf und Lufthauch fand sich von jetzt auf gleich in einer völlig anderen Welt wieder. Strahlender Sonnenschein statt Dämmerlicht, ein brausender Wind, der hartnäckig nur aus einer Richtung blies, und überall Gebüsch, das die Patrouille dazu zwingen würde, sich sehr sorgfältig ihren Weg zu suchen. Ihr Ausgangspunkt war eine Kuppe, von der sie auf weitverzweigte Täler mit dicht bewachsenen Hängen herabsahen, wo immer wieder das Weiß der Felsen durchschimmerte oder sich die eine oder andere Klippe sehen ließ.

„Wir sind zu weit“, trompete Lind in einer Lautstärke, dass ihn auch die hören konnten, die erst jetzt zu ihm aufschlossen. Für ihn war es erst die zweite Patrouille, der er sich anschließen durfte und so schaute er nach seiner forschen Feststellung, bei jemandem Unterstützung fand. Nur flüchtig streifte sein Blick Lufthauch und Zak und blieb dann fragend am erfahrenen Jäger Maitrieb hängen. Dabei hätte er wissen müssen, dass immer nur der Truppführer zählte, die ihn auch sofort auf seine Worte hin ansprach. „Sag mir, Lind, was ist nah, was ist weit und was ist zu weit.“
Lind stellte die Sicherung seines Gewehrs mit der großen Revolvertrommel von schwer auf Sperrung und legte es sich über die Schulter. „Zu weit ist, wenn wir Elfenland verlassen haben. Was da vor uns liegt, gehört schon zum Gebiet der Drachen, Truppführer.“
„Weißt du warum wir hier sind, Klugscheißer Lind?“
„Wir jagen und fangen Gestaltwandler, Truppführer.“
„Kluger Junge. Und wo halten die sich auf?“
Lind drehte sich in die Richtung, aus der sie hergekommen waren. „Nicht im Elfenland. Nicht mehr.“ Seine Stimme war bereits erheblich leiser geworden.
„Siehst du.“ Borks Stimme hatte einen mütterlichen Ton angenommen. „Und deshalb haben wir das Elfenland soeben verlassen.“
„Ja, aber …“
„Kein aber, Lind.“

Lufthauch bekam von diesem Gespräch wenig mit. Ihn irritierte das grelle Sonnenlicht. Seine feinen Augen litten mehr unter dem grellen Licht als die der anderen, ohne dass er sich einen Grund dafür vorstellen konnte. Er kniff die Augen zusammen, und als das nicht half, beschattete er sein Gesicht mit der Hand. Trotz strahlender Sonne war ihm kalt geworden und die Luft schnitt ihm bei jedem Atemzug in die Lungen. Der reiche Duft des Waldes war der Reinheit der Höhe gewichen und roch nach – er sog die Luft ein – nach nichts. Wie enttäuschend. Wie war es möglich, dass man sich so voller Leben fühlte und gleichzeitig innen so leer. Ohne es zu merken, schloss er die Hand um den Griff seines Jagdmessers. Und dann erzitterte die Erde. Lufthauch wankte, ging in die Knie und stützte sich an einem Busch ab. Der Busch gab nach.

„Aber“, sagte Lind. „Wie soll man in diesem Gelände Gestaltwandler aufspüren“, wollte Lind wissen.
„Keine Sorge, wir haben einen Waldläufer mitgenommen. Diese Burschen haben eine Nase dafür, ha,ha“, sagte Bork. „He, Lufthauch, steh auf. Was ist mir dir?“
Lufthauch verstand nicht, dass außer ihm niemand Schwierigkeiten mit Sonnenstrahlen, Atem und einer erbebenden Erde hatte. Und sein Schwindel? Hatte nichts mit der Erde zu tun. Er sah zu, dass er wieder auf die Beine kam. Mit dem Waldläufer, so viel war klar, war er gemeint. Verfluchter Mist. Die Worte kamen ihm etwas stockend, als er sich um eine Antwort bemühte. „Wird schwierig. Wir sind hier am Ende …“
„… der Welt?“, fragte Bork und lachte.
„Nein, nicht der Welt. Nur des Waldes“, sagte Lufthauch und schluckte seinen Schrecken hinunter, denn alles sagte ihm, dass sich hier, wo sie standen, tatsächlich das Ende der Welt befand. Was für ein Unsinn. Sein Atem wurde schneller, flacher und sein Herz raste. „Es war ein Fehler gewesen, das Land der Drachen zu betreten“, dachte er. „Wir hätten den Wald niemals verlassen dürfen. Hier konnten sie nicht überleben. Nicht an einem Ort, an dem die Sonnenstrahlen zu hart, die Luft zu kalt und der Himmel zu blau war.“ Er schloss die Augen, riss sich zusammen, und während er noch mit sich und seiner rätselhaften Schwäche kämpfte, brach vor ihm ein Tumult los. Er riss die Augen wieder auf.
Äste brachen, jemand schrie, die Luft geriet in Bewegung und aus den Büschen stieg ein Drache auf, kreischte, dass einem das Blut in den Adern gefror, und flog anschließend über das vor ihnen liegende Tal hinweg bis zu einer Klippe, auf der er sich niederließ. Kurz danach war er verschwunden. Allein die schiere Größe dieses Wesens war beeindruckend. Es in der Luft zu sehen, wo es keinen Flügelschlag zu viel tat, war ein seltener Anblick außerirdischer Schönheit. Wie von selbst rückten sie alle näher zusammen. Truppführer Bork, ihre Jäger Lind und Maitrieb, Waldläufer Lufthauch und Zak, mit dem niemand so recht etwas anfangen konnte. Nachdem er bei der Begrüßung seinen Namen genannt hatte, war er schweigsam geblieben. Wie hatte Bork gesagt? „Ich führe diesen Trupp, ich stelle ihn nicht zusammen.“ Wer immer Zak der Patrouille zugeordnet hatte, wollte, dass der Elfenrat im Detail erfuhr, was hier geschah. So viel verriet Zaks Kleidung.
„Wenn ich einen Drachen fliegen sehe, habe ich immer den Eindruck, ich würde Magie atmen. Kein Vogel fliegt so wie ein Drache“, sagte Maitrieb.
„Wie fliegt denn ein Drache?“, wollte Lind wissen.
„Majestätisch, magisch, überirdisch. Such dir etwas aus, Junge. Man müsste ein Dichter sein, um es zu beschreiben.“
Aber Lufthauch sah nichts Majestätisches in diesem Flug. Um ihn herum tobte die Luft, ihn selbst erfüllte Streitlust, Zorn und Sturmwolken, die dem eigentlichen Ereignis vorausgehen. Geborgte Gefühle. Das waren nicht seine. Wenn die anderen das nicht mitbekamen, musste er es ihnen erklären, doch das Einzige, was er zustande brachte, war ein Schrei des Ärgers, den er dem wegfliegenden Drachen hinterhersandte.
„He, was ist los mit dir, Waldläufer?“, wollte Bork wissen. Aber die Antwort konnte Lufthauch sich ersparen, denn nun brach sich ein zweiter Drache seinen Weg durch die Äste und Zweige und ließ nur Zerstörung zurück. Er bemühte sich gar nicht erst abzuheben, und der Grund dafür war leicht zu erkennen. Der rechte Flügel war verformt. Gelähmt oder früher einmal gebrochen und die Knochen falsch zusammengewachsen. Er war älter als der erste und größer. Ein Drache im Vollbesitz seiner Kraft. Lufthauch verstand auf einmal. Die beiden hatten miteinander gestritten. Der Gedanke war noch nicht vorbei, als der Drache seinen Hals bog und Lufthauch anschaute. Aber Trugbilder tanzten in der Luft, sodass der Waldläufer nicht erkennen konnte, was wirklich und was Illusion war.
„Hoah, schon wieder der Dr-Dr-Drache“, stotterte Lind. „Und ganz nahe.“
„Das waren zwei Drachen, Lind“, sagte Lufthauch, dessen Blick sich wieder klärte und der dem jungen Jäger die Hand auf die Schulter legte. „Hast du nicht gesehen? Der erste ist weggeflogen und der zweite hatte einen lahmen Flügel. Er ist eine in unserem Volk. Es gibt viele Geschichten über Kriecher, den Drachen.“
„Kein Drache sollte Kriecher heißen“, sagte Bork. „Auch dann nicht, wenn ein Flügel verkrüppelt ist. Drachen sind Götter.“
Zak lächelte verächtlich. „Die Götter sind tot. Wisst Ihr das nicht, Truppführer Bork?“
Der Drache schaute noch einmal über die Schulter zurück. Lufthauch konnte die Magie spüren, als der Drachenkopf kleiner, runder und zu dem einer jungen Frau wurde. Die Frau war hässlich. Es war das Antlitz eines Menschen.
Offensichtlich war er der Einzige, der die Frau gesehen hatte, denn die anderen redeten einfach weiter. Lind sagte: „Ich habe noch nie in meinem Leben einen Drachen gesehen. Und jetzt gleich zwei.“
„Wir sollten weitergehen“, sagte Maitrieb, aber daran war nicht zu denken, denn Bork stand ebenso fest verwurzelt im Boden wie Lind. Wenn auch aus anderen Gründen.
„Mein Urgroßvater hat einmal einen Drachen gefangen. Oder es war dessen Vater.“ Jetzt war in Bork die Geschichtenerzählerin erwacht, deren Urgroßvater für mehr als die Hälfte aller Heldentaten im Elfenland verantwortlich gewesen sein musste, wenn es nach ihr ging. Aber dann sagte sie etwas, das Lufthauch nachdenklich stimmte. „Sein rechter Flügel war gelähmt. Sonst wären wir nicht an ihn herangekommen. Urgroßvater muss einen gewaltigen Zauber gesprochen haben, denn der Drache hat sich nicht gewehrt. Ich frage mich, ob es dieser war. Drachen altern nicht. Jedenfalls nicht so, dass Menschen es bemerken.“
„Ich habe von dieser Geschichte gehört“, log Lufthauch und war überrascht, wie ruckartig seinen Zak den Kopf zu ihm herumdrehte. „Man sagt, er habe sich fangen lassen wollen.“
„Fangen lassen wollen.“ Bork schnaubte verächtlich durch die Nase. „Selten habe ich dümmeren Unsinn gehört.“ Sie schaute noch einmal sinnend zum anderen Talhang hinüber, als läge dort sein Urgroßvater begraben und sagte dann: „Kehren wir um Männer. Hier suchen wir nicht weiter. Wir sind Zeugen von etwas wirklich Großartigem geworden.“

Bork führte die Patrouille nun querfeldein entlang eines schmalen Saumes zwischen Drachen- und Elfenland, als Lufthauch ihr plötzlich die Hand auf die Schulter legte und auf einen Punkt zeigte, der einem großen Baum gegenüberlag und sich auf den ersten Blick von nichts zu unterscheiden schien.
„Ahhhh“, sagte Hauptmann Bork leise. Es war mehr ein Hauch, als ein Ausruf. Mit Handzeichen gab er Maitrieb und Lind zu verstehen, von welcher Seite sie sich diesem Punkt nähern sollten. Einer bis zum Baum, der andere daran vorbei in einem großen Bogen. Lufthauch schickte er ins Buschwerk hinter diesen Punkt. Zak und er blieben, wo sie waren, und warteten, bis die Männer ihre Positionen eingenommen hatten. Sie war Truppführer, hatte die Erfahrung unzähliger Einsätze und schnell erkannt, was Silvan gesehen hatte. Die Äste zweier Büsche wuchsen in einer Art, die die Natur ihnen nicht vorgegeben hatte. Da hatte jemand etwas zusammengebunden. Und wer konnte dieser Jemand anderes sein als …
Truppführer Bork setzte sich in Bewegung. Lautlos, geschmeidig und gefährlich. Sie streifte einen Ärmel ihrer Jacke zurück und zog aus einer Schlaufe eine Nadel heraus, die sie voller Ehrfurcht betrachtete. Sie streckte ihren Arm aus und folgte der Nadelspitze, bis sie fünf Schritte vor den beiden Büschen stand. Dann lächelte sie leise und flüsterte: „Lähmung.“
Es raschelte einmal kurz. So als ob ein Hase zur Flucht ansetzt und der Pfeil oder Kugel des Jägers ihn beim ersten Sprung trifft. Bork zog die Äste auseinander und starrte in das hasserfüllte Gesicht eines Elfen mit erstaunlich heller Haut.
„Maitrieb, Lind, bindet dieses Stück Dreck zusammen! Und seht euch diesen Widerling gut an. Prägt euch ein, womit dieser Abschaum sich verrät. Ein widerlich zuckendes Gesicht, dem jede Gelassenheit der Natur fehlt, eine viel zu helle Hautfarbe und abscheuliche Ohren. Aber Vorsicht. Man weiß nie, woran man bei den Unreinen ist. Ein bisschen Magie von den Elfen und die eine oder andere Fähigkeit der Menschen machen sie entweder dumm oder äußerst gerissen. Lind, merk dir das. Und jetzt geht’s zurück.“
Lufthauch starrte ungläubig hinter Bork her. „Ja, was war das denn? Für diesen einen Fang hättet ihr mich nicht gebraucht“, dachte er. „Aber egal, es ist ihr Geld.“ Dann noch ein schneller Blick zu Zak hinüber. „Und was dieser Kerl hier gesucht hat, würde mich auch mal interessieren.“ Silvan hatte das Gefühl, dass irgendwo schwarze Wolken aufzogen, aber er hatte nicht die geringste Ahnung, in welcher Richtung er sie suchen sollte.

« Letzte Änderung: 29 Mai 2019, 19:28:09 von FF »
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Offline Zitatus

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Re: Elfenblut neu
« Antwort #1 am: 22 Juni 2018, 20:27:07 »
Für eine richtige Röstung habe ich noch keine Zeit. Ich werde sie aber nachholen. Trotzdem möchte ich schon ein schnelles Feedback geben: Der Text ist um Welten besser.
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Re: Elfenblut neu
« Antwort #2 am: 23 Juni 2018, 20:09:27 »
Dann woll'n wir mal:

„Verteilt euch, Männer, aber bleibt in Sichtweite“, sagte Truppführer Bork,
evtl. Truppenführerin?
Zitat
(...) nur Bork selbst wusste, was sie amüsierte. Sie hatten schon lange aufgegeben, es herausfinden zu wollen.
Das Singular "sie" und das Plural "sie" direkt hintereinander lässt stutzen und reißt aus dem Lesefluss heraus.

Zitat
Nur Lufthauch, der die Patrouille als Kundschafter begleitete,
Wahrscheinlich Geschmacksache: In einem Setting, das in der freien Natur angesiedelt ist, geht ein Name wie "Lufthauch" unter. Namenscarmouflage. Jedesmal, wenn der Name vorkommt, werde ich rausgerissen, weil mein verkorkstes Hirn nicht direkt erkennt, dass das eine Person ist.

Zitat
Daumenbreit Raum
daumenbreit. Adjektiv.

Zitat
und so bot dieser Wald den Toten ihre langersehnte Ruhe.
Das ist gleichzeitig ein Friedhof? Habe ich das in der ersten Version überlesen?

Zitat
Jetzt fanden sie alles: vom verfilzten Dickicht bis zu schmaleren Formen, die bis in die doppelte Höhe eines Mannes reichten. Wer von ihnen würde als erster einen Wildwechsel finden, mit dessen Hilfe sie diese grüne Barriere durchqueren konnten. Es ging schneller als erwartet, und ein Schrei beendete die Ruhe: „Durchgang hier!“
Du beschreibst bis hier hin eine Landschaft, die scheinbar wichtig ist. Doch dann - unvermittelt - stehen die Leute in einer anderen Landschaft, wo sie "alles finden" außer einem Wildwechsel, den sie aber schneller als erwartet finden. Schwupps haben sie die gefühlt wichtige Landschaft verlassen, ohne dass sie tatsächlich handlungsrelevant war.

Der Fragesatz "Wer von ihnen (...)" sollte noch ein Fragezeichen spendiert bekommen.

Zitat

„Wir sind zu weit“, trompete Lind in einer Lautstärke, dass ihn auch die hören konnten, die erst jetzt zu ihm aufschlossen. Für ihn war es erst die zweite Patrouille,
Wortdoppler

Zitat
„Weißt du (Komma) warum wir hier sind, Klugscheißer Lind?“
„Wir jagen und fangen Gestaltwandler, Truppführer.“
„Kluger Junge. Und wo halten die sich auf?“
Lind drehte sich in die Richtung, aus der sie hergekommen waren. „Nicht im Elfenland. Nicht mehr.“ Seine Stimme war bereits erheblich leiser geworden.
„Siehst du.“ Borks Stimme hatte einen mütterlichen Ton angenommen. „Und deshalb haben wir das Elfenland soeben verlassen.“
Schön verpackter Infodump. Wir lernen viel behutsamer Mission, Intention und Figuren kennen.

Zitat
Sonnenlicht ... Licht ... strahlender Sonne ... und die Luft ... sog die Luft ein ... Lufthauch wankte
Ob Du das schon als Wortdoppler ansehen magst, weiß ich nicht. Alles ein Absatz.
Zitat
Äste brachen, jemand schrie, die Luft geriet in Bewegung und aus den Büschen stieg ein Drache auf, kreischte, dass einem das Blut in den Adern gefror, und flog anschließend über das vor ihnen liegende Tal hinweg bis zu einer Klippe, auf der er sich niederließ.
Schade. Da das alles in einem Kettensatz steht, geht das Besondere vollkommen unter. Etwas mehr Dramatik bitte. Ganz einfach mit dem ein oder anderen Punkt zwischen den Aussagen.
Zitat
Aus den Büschen stieg ein Drache auf!
Ja! Und er ist bitteschön so besonders, dass er einen eigenen Satz haben sollte. Vielleicht sogar eine eigene Zeile.

Zitat
„Wenn ich einen Drachen fliegen sehe, habe ich immer den Eindruck, ich würde Magie atmen. Kein Vogel fliegt so wie ein Drache“, sagte Maitrieb.
„Wie fliegt denn ein Drache?“, wollte Lind wissen.
„Majestätisch, magisch, überirdisch. Such dir etwas aus, Junge. Man müsste ein Dichter sein, um es zu beschreiben.“
schön!

Fortsetzung folgt ...
« Letzte Änderung: 24 Juni 2018, 12:25:55 von Zitatus »
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Re: Elfenblut neu
« Antwort #3 am: 24 Juni 2018, 11:50:01 »
Hallo Trippelschritt!

Auch wenn mir diese Version schon etwas besser gefällt, als die erste, bin ich leider immer noch nicht bei dir. Ich stolpere wieder darüber, keinen Protagonisten ausfindig machen zu können. Das stört mich doch schon recht stark beim Lesen. Ich könnte mich viel besser auf den Text einlassen, wenn ich eine Figur hätte, mit der ich mich identifizieren kann. So kommt es einfach recht oberflächlich daher. Dabei dachte ich nach dem ersten Satz, du hättest diesmal ganz klar den Fokus auf Bork gelegt (ich war übrigens überrascht, dass sie eine Frau ist. Gefällt mir!  ;D). Aber das hatte sich dann mit "Lufthauch" (auch der Name ist irritierend, wenn man gerade erst in eine Story eingeführt wird) bereits wieder in Luft aufgelöst. Und da wird es dann auch schon wieder anstrengend zu lesen.

Zitat
Der Waldrand kündigte sich mit ersten Sonnenstrahlen an, die das Dämmerlicht durchstießen. Das Kronendach zeigte deutliche Lücken, und wo zwei Bäume auch nur ein wenig zu weit auseinanderstanden, versuchten Büsche, die Herrschaft der Bäume zu brechen.

Das gefällt mir sehr gut! Sehr plastisch beschrieben. Ich hab es direkt vor Augen. Doch dann . . . :

Zitat
Jetzt fanden sie alles: vom verfilzten Dickicht bis zu schmaleren Formen, die bis in die doppelte Höhe eines Mannes reichten. Wer von ihnen würde als erster einen Wildwechsel finden, mit dessen Hilfe sie diese grüne Barriere durchqueren konnten. Es ging schneller als erwartet, und ein Schrei beendete die Ruhe: „Durchgang hier!“
Noch ein paar Schritte bergauf und Lufthauch fand sich von jetzt auf gleich in einer völlig anderen Welt wieder.

Jetzt fanden sie alles . . . hmmm . . . ich wusste nicht mal das sie was gesucht haben  :o
Und dann findet Lufthauch den Durchgang. Wenn Lufthauch der Protagonist wäre, dann wäre ich jetzt auch bei ihm. So berührt mich das relativ wenig, dass er jetzt eine völlig neue Welt gefunden hat. Ich kannte ja die alte nicht mal.

Zitat
„Wir sind zu weit“, trompete Lind in einer Lautstärke, dass ihn auch die hören konnten, die erst jetzt zu ihm aufschlossen. Für ihn war es erst die zweite Patrouille, der er sich anschließen durfte und so schaute er nach seiner forschen Feststellung, bei jemandem Unterstützung fand.

Für mich ist das Infodump. Vielleicht einfach nur "Lind, der Frischling in der Truppe". Sein wievielter Einsatz das ist, muss mich nicht interessieren.

Zitat
Lufthauch bekam von diesem Gespräch wenig mit.

Na ja, ich will mich nicht wiederholen, aber mich stört die fehlende Perspektive wirklich extrem. Das nimmt mir wirklich den Lesespaß! Da unterhalten sich Zwei und dann springt es zu einem Dritten, der von dem Gespräch nix mitbekommen hat . . . hmm.
Den vorangegangene Dialog dagegen fand ich sehr gelungen. Der macht mich neugierig.

Ich will auch gar nicht weiter irgendwelche Details durchrösten. Der Text funktioniert für mich nur mit einer klaren Perspektive und die fehlt leider nach wie vor. Und daher bin ich leider raus, auch wenn mir Idee und Setting gut gefällt!

 :wink:






Offline Zitatus

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Re: Elfenblut neu
« Antwort #4 am: 24 Juni 2018, 12:21:24 »
Zitat
Er war älter als der erste und größer. Ein Drache im Vollbesitz seiner Kraft.
Steht im Widerspruch zur Behauptung, dass Drachen nicht altern.

Zitat
als der Drachenkopf kleiner, runder und zu dem einer jungen Frau wurde. Die Frau war hässlich. Es war das Antlitz eines Menschen.
Frau=Mensch dachte ich zuerst. Also überflüssig. Allerdings gibt es natürlich noch andere Rassen. Mein Fehler. Den werden vermutlich oberflächliche Leser auch machen.

Zitat
„Ich habe von dieser Geschichte gehört“, log Lufthauch und war überrascht, wie ruckartig seinen Zak den Kopf zu ihm herumdrehte. „Man sagt, er habe sich fangen lassen wollen.“
Ich störe mich irgendwie an der Aussage, dass Lufthauch log. Wenn er die Geschichte nicht gehört hat, kann er auch nicht sagen, was "man sagt". Oder der zweite Satz ist auch eine Lüge. Dann macht das komplett keinen Sinn, oder?
Zitat
„Kehren wir um (Komma) Männer. Hier suchen wir nicht weiter. (Hier fehlt mir etwas Abgrenzung zur folgenden Aussage) Wir sind Zeugen von etwas wirklich Großartigem geworden.“


Zitat
Lufthauch starrte ungläubig hinter Bork her. „Ja, was war das denn? Für diesen einen Fang hättet ihr mich nicht gebraucht“, dachte er.
An dieser Stelle zeigt sich ganz stark, dass Du die Story aus Lufthauchs Prespektive erzählen möchtest - der Rest vom Text tut es nicht. Wenn ich jetzt ganz gemein sein wollte, würde ich sagen: Erzähle Lufthauch aus der "Ich-Perspektive". Das würde alle Probleme lösen. Vor allem die mit dem Infodump. Übrigens: Diese wörtliche Rede ist extrem hölzern, weil sie Infodump ist ...

Alles in allem: viel besser. Aber der Text hat immer noch Probleme.

Soweit mein Senf dazu. Ich hoffe, es hilft. ;)

Grüßle
Zitatus
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Offline Trippelschritt

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Re: Elfenblut neu
« Antwort #5 am: 24 Juni 2018, 13:52:22 »
Vielen Dank Dir, für die detaillierte Röstung. Über einiges muss ich nachdenken, viele stilistische Kleinigkeiten kann ich sofort übernehmen. Aber bitte beantworte mir noch eine Frage. Woran scheitert es, dass Du Lufthauch als den Protagonisten erkennst?

Liebe Grüße
Trippelschritt
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Re: Elfenblut neu
« Antwort #6 am: 24 Juni 2018, 14:36:42 »
Zitat
Woran scheitert es, dass Du Lufthauch als den Protagonisten erkennst?

Ach so? Dann soll Lufthauch also der Protagonist sein??

Zitat
Lind drehte sich in die Richtung, aus der sie hergekommen waren. „Nicht im Elfenland. Nicht mehr.“ Seine Stimme war bereits erheblich leiser geworden.
„Siehst du.“ Borks Stimme hatte einen mütterlichen Ton angenommen. „Und deshalb haben wir das Elfenland soeben verlassen.“
„Ja, aber …“
„Kein aber, Lind.“

Lufthauch bekam von diesem Gespräch wenig mit.

Aus wessen Perspektive erzählt du denn dann den vorangestellten Dialog, wenn doch dein Protagonist kaum etwas davon mitbekommt?  :weissnicht: (Nur ein Beispiel; es gibt viele Stellen, die das unklar machen)


Offline Zitatus

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Re: Elfenblut neu
« Antwort #7 am: 24 Juni 2018, 15:00:07 »
Vielen Dank Dir, für die detaillierte Röstung. Über einiges muss ich nachdenken, viele stilistische Kleinigkeiten kann ich sofort übernehmen. Aber bitte beantworte mir noch eine Frage. Woran scheitert es, dass Du Lufthauch als den Protagonisten erkennst?

Weil du die Perspektive nicht festlegst.
Beispiel:
Zitat
Nur flüchtig streifte sein Blick Lufthauch und Zak und blieb dann fragend am erfahrenen Jäger Maitrieb hängen.
Hier und auch im Folgenden schreibst du kurz aus Linds Perspektive. Scheinbar.

Zitat
Dabei hätte er wissen müssen, dass immer nur der Truppführer zählte,
Hier wird NICHT deutlich, dass dies eine Einschätzung Lufthauchs ist. Als Leser vermute ich einen auktorialen Erzähler, der die Gruppe als etwas Gesamtes betrachten möchte. Das ändert sich hin und wieder, wenn der Leser kurze Einblicke in die Gedanken des einzelnen (Lufthauch) bekommt. Aber diese Gedanken sind -subjektiver Eindruck von mir- zu allgemein und emotionslos, als dass sie einen Protagonisten daraus machen würden.
Der Focus auf einzelnen Figuren erscheint mir eher zufällig.
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Offline Trippelschritt

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Re: Elfenblut neu
« Antwort #8 am: 24 Juni 2018, 15:08:49 »
Danke, damit kann ich was anfangen. Das werde ich als erstes überprüfen müssen.

Trippelschritt
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Offline Ayira

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Re: Elfenblut neu
« Antwort #9 am: 25 Juni 2018, 11:48:54 »
Hallo Trippelschritt,
für Details fehlt mir leider die Zeit, aber zwei paar Erbsen sind ziemlich ins Auge gestochen

1) Bork - war sie schon immer eine Frau? Oder zuerst ein Mann? Weil: Du stellst sie zwar als Frau vor, aber im Text bin ich bei ihrer Sicht über "sein" und "er" gestolpert. Auch verwirrt mich, dass sie zum Schluss als "Hauptmann" bezeichnet wird. "Hauptfrau" klingt irgendwie unpassend - ich würde dann bei Truppführer(in) bleiben.

2) Zum Schluss wird ein SILVAN erwähnt. Wer ist das?  :watchout:

Die Sache mit dem fehlenden Prota wurde ja schon erwähnt. Mir hat sich während des Lesens schon erschlossen, dass das Lufthauch sein soll, aber aus seiner Sicht wurde ich eben, wie schon aufgespießt, mehrmals rausgerissen, weil du in die Sicht der anderen Figuren gesprungen bist.

Aber davon abgesehen, hat mir der Text an sich gefallen. Es liest sich interessant.
Bissi Infodump wäre mir aufgefallen, aber da müsste ich noch mal drüber lesen - auswendig kann den Finger nicht drauf legen.
  • Ich schreibe gerade: Neseret - Atem des Feuergottes

Offline Trippelschritt

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Re: Elfenblut neu
« Antwort #10 am: 25 Juni 2018, 15:29:35 »
Aus Silvan wurde Lufthauch, Hauptmann Bork wurde Truppführer(in) Bork. Die Erbsen, die Du gefunden hat, sind Übersehungen bei der Änderung und müssen unbedingt eliminiert werden. Und Danke für die Bestätigung, dass meine (seltenen) Brüche der Perspektivlinie so gefährlich sind. Das muss ich mir unbedingt noch einmal anschauen.

Liebe Grüße
Trippelschritt
« Letzte Änderung: 25 Juni 2018, 19:34:06 von Trippelschritt »
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Offline Ayira

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Re: Elfenblut neu
« Antwort #11 am: 25 Juni 2018, 17:28:36 »
Fühl dich getröstet - als ich Neseret umgetauft hab bzw. seine Sicht von "er" auf "ich" geändert hab, gings mir genauso. Zig mal drüber gelesen ...  ::)
  • Ich schreibe gerade: Neseret - Atem des Feuergottes

Offline eska

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Re: Elfenblut neu
« Antwort #12 am: 26 Juni 2018, 13:53:48 »
Hi Trippelschritt,
ich hab ein bisschen länger gebraucht, sorry, dafür detailliert. Vielleicht mehr, als dir lieb ist. :diablo:

Zitat

Nach ihrer eigenen Meinung hatte sie einen Scherz gemacht,

Klingt für mich etwas holprig. Wie wäre: Das sollte wohl ein Scherz sein, denn...
Zitat
und genießt die Heimat, bevor es anstrengend wird.

Passt ein 'nochmal' rein? Signalisiert ein Ende.

Zitat
Niemand der vier Männer lachte mit, denn nur Bork selbst wusste, was sie amüsierte. Sie hatten schon lange aufgegeben, es herausfinden zu wollen.
Zitataus' Beobachtung stimme ich zu: Zweimal 'sie' für verschiedene Personen. Vorschlag: Niemand lachte mit, denn nur Bork selbst wusste, was sie amüsierte. Die (vier) Männer/Die Männer ihrer Patrouille hatten schon lange aufgegeben, es herausfinden zu wollen.

Zitat
Nur Lufthauch, der die Patrouille als Kundschafter begleitete, verstand was Bork mit Heimat meinte, denn so einen Wald wie diesen gab es kein zweites Mal im Elfenland. Sie durchschritten die Halle der Baumriesen.

Kann man kürzen: Nur Lufthauch, der Kundschafter, verstand, (Komma) was Bork mit Heimat meinte, denn (so) einen Wald wie diesen gab es kein zweites Mal (im Elfenland): (Sie durchschritten) die Halle der Baumriesen.
Also, gerade, wenn es solchen Wald sonst nicht gibt, verstehe ich das mit der Heimat nicht. Außer, sie meint, als schon quasi Tote, aber davon weiß der Leser in diesem Satz noch nichts. Ohne 'denn' könnte der längere Absatz als Erklärung gelten.
Der gefällt mir übrigens besser als im ersten Text, allerdings fehlt ein Gefühl vom elfischem Staunen oder Genuss - entweder sind das eben deine Elfen, anders als die allbekannten Waldwesen, oder dieser Wald ruft anderes hervor, Bedrückung, Bedürfnis nach Stille... Davon könnte ich aber noch mehr Eindrücke bekommen, Lufthauchs Eindrücke oder Gedanken.
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weder Mensch noch Tier
- Gibt es hier Menschen? Lufthauch würde doch eher 'weder Elf noch Tier' denken, oder?
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ein hoher, freier Raum im Dämmerlicht, das die Elfen Augentrost nannten.
Infodump. Kann L. nicht in etwa denken: ein hoher, freier Raum im Dämmerlicht. Es hatte schon seine Richtigkeit mit dem Namen Augentrost, das weiche Licht schmeichelte den Augen und tat ihnen wohl.
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Nichts bewegte sich hier hastig,

Die Wortstellung ist ungünstig: Erst sehe ich nichts sich bewegen, dann muss ich das Bild ändern in langsame Bewegung. Außerdem: Was ist mit Tieren, die sich natürlicherweise schnell bewegen, huschen? Leben die da nicht, z.B. weil keine Deckung da ist, oder strömen die Bäume dämpfende Düfte aus oder ähnliches? Und ergibt das nicht auch einen Eindruck von gefährlicher oder unnatürlicher Ruhe, gerade für einen Waldläufer?

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und so bot dieser Wald den Toten ihre langersehnte Ruhe.
Spannend: Woanders hätten sie die also nicht? Tot ist nicht gleich tot? Oder erleben eher die Hinterbliebenen den Wald als passenden Ort für ihre Toten? Und in welcher Form befinden die sich da, begraben, als Asche verstreut, als Kokons aufgehängt, als Seelen-Bilder oder Totems oder so? Wie gehen deine Elfen mit dem Tod und den Toten um?


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Das Kronendach zeigte deutliche Lücken, und wo zwei Bäume auch nur ein wenig zu weit auseinanderstanden, versuchten Büsche, die Herrschaft der Bäume zu brechen. Jetzt fanden sie alles: vom verfilzten Dickicht bis zu schmaleren Formen, die bis in die doppelte Höhe eines Mannes reichten.

Das geht zu schnell und wirkt zu sehr von oben herab geguckt. Gerade ein Kundschafter muss das an Einzelheiten merken, die sich langsam ankündigen. Geflüster von Blättern in leisem Wind, der zwischen die Büsche dringt, Füße, die auf dichterem Gras gehen oder mehr bzw. andere Tiergeräusche, anderer Geruch (Blütenpflanzen, Kräuter...).
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Wer von ihnen würde als erster einen Wildwechsel finden, mit dessen Hilfe sie diese grüne Barriere durchqueren konnten. Es ging schneller als erwartet, und ein Schrei beendete die Ruhe: „Durchgang hier!“
Eigentlich gefällt mir diese innere Frage gut (Fragezeichen!), nur ist hier der Kundschafter der Perspektivträger, dessen Aufgabe das wohl wäre. Fragt der sich das so oder mit etwas anderer Betonung (was hält Bork von ihm, wenn nicht bald ein Weg gefunden wird oder bedeutete dieses Dickicht wirklich das, was ihm schwante oder jetzt würden sie wieder murren, wo er sie hingeführt hatte...)? Alternativ könntest du auch den Befehl ausgehen lassen: "Durchgang suchen, alle Mann!"

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bergauf
Von ansteigendem Gelände war noch nicht die Rede. Das könntest du in Lufthauchs Beobachtungen einfließen lassen. Besonders, wenn sie gleich oben auf der Kuppe herauskommen.

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Für ihn war es erst die zweite Patrouille, der er sich anschließen durfte und so schaute er nach seiner forschen Feststellung, bei jemandem Unterstützung fand.
durfte Komma
ob er bei jemandem?
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Borks Stimme hatte einen mütterlichen Ton angenommen.
Zwei Sätze mit 'Stimme' nacheinander. Vielleicht nur: Bork hatte einen mütterlichen Ton angenommen.

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Lufthauch bekam von diesem Gespräch wenig mit.
Ach? Und wessen Gehörtes lesen wir dann hier? Vielleicht achtet er nur nicht so drauf, hört es nur am Rand als Geplänkel...

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Seine feinen Augen litten mehr unter dem grellen Licht als die der anderen
Er selbst kann das nur schätzen, nicht wissen, deshalb empfehle ich ein 'offenbar' einzubauen, um die Perspektive klarzustellen.
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Ohne es zu merken, schloss er die Hand um den Griff seines Jagdmessers.
Wer merkt und beschreibt es denn dann? Vorschlag: (Unbewusst)/Haltsuchend/Ohne klare Absicht...

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„Aber“, sagte Lind. „Wie soll man in diesem Gelände Gestaltwandler aufspüren“, wollte Lind wissen.
Ein Inquit genügt. Der Sprecher wechselt ja nicht.
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alles sagte ihm,
Was ist hier alles? Die Eindrücke von außen, seine Instinkte, eine Wahrnehmung für magische Barrieren oder was? Wenn er mehr mitkriegt als die um ihn herum, möchte ich auch wissen, was, weil mich das neugierig macht (und weiterlesen lässt).

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„Es war ein Fehler gewesen, das Land der Drachen zu betreten“, dachte er. „Wir hätten den Wald niemals verlassen dürfen. Hier konnten sie nicht überleben. Nicht an einem Ort, an dem die Sonnenstrahlen zu hart, die Luft zu kalt und der Himmel zu blau war.“
Wenn 'sie' die Elfen sind, dann die Gedankenrede bei 'dürfen' enden lassen.
Sollte es sich auf Gestaltwandler beziehen, ist die Frage, woher er soviel über die weiß.
Und da er direkt denkt, spar dir das 'gewesen'. Es wirkt wie auktorial oder indirekte Rede.

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So viel verriet Zaks Kleidung.
Nämlich? Was sieht man und worauf lässt das schließen?
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bis zu einer Klippe, auf der er sich niederließ. Kurz danach war er verschwunden.
1. kommt im Satz danach noch, wie sie ihn fliegen sehen, also stünde dies besser danach,
2. verschwindet er jetzt einfach, ohne eine beschriebene Bewegung. Macht er sich unsichtbar? Oder taucht er hinter die Klippe ab?

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der zweite hatte einen lahmen Flügel. Er ist eine in unserem Volk. Es gibt viele Geschichten über Kriecher, den Drachen.“
Noch ist der zweite Drache da. Er sieht einen aus der Gruppe an. Sie reden aber, als sei die Begegnung vorbei.
Mindestens Lufthauch sollte verwirrt und gebannt sein von seinen seltsamen Wahrnehmungen und nicht reden, höchstens flüstern: "Kriecher." oder so. Lass jemand anderen Lind belehren, z.B. Maitrieb: "Schau, Junge, der erste ist weggeflogen. Der da hat einen lahmen Flügel. Er ist eine Legende: Kriecher, der Drache."

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als der Drachenkopf kleiner, runder und zu dem einer jungen Frau wurde. Die Frau war hässlich. Es war das Antlitz eines Menschen.
Mir gefiele es besser kürzer, nicht in drei Atemzügen: als der Drachenkopf kleiner, runder und zu dem einer jungen Frau wurde. Einer hässlichen Frau, einem Menschen.// Hässlich. Menschlich.
Was die Frage aufwirft, ob Menschen für Elfen alle hässlich sind oder nur diese eine.

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dass Menschen es bemerken.“
Menschen? Es sind doch Elfen. 'Wir'?

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wie ruckartig seinen Zak den Kopf zu ihm herumdrehte.
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als läge dort sein Urgroßvater begraben und sagte dann: „Kehren wir um Männer.
ihr Urgroßvater
Komma vor Männer
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entlang eines schmalen Saumes zwischen Drachen- und Elfenland,
Weil es oben so plötzlich dicht war, wie ist die Vegetation an diesem Saum und warum?
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als Lufthauch ihr plötzlich die Hand auf die Schulter legte
Hier wirkt die Perspektive verschoben. Erst sollte Lufthauch etwas wahrnehmen, dann sie aufmerksam machen.

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„Ahhhh“, sagte Hauptmann Bork leise. Es war mehr ein Hauch, als ein Ausruf. Mit Handzeichen gab er Maitrieb und Lind zu verstehen, von welcher Seite sie sich diesem Punkt nähern sollten. Einer bis zum Baum, der andere daran vorbei in einem großen Bogen. Lufthauch schickte er ins Buschwerk hinter diesen Punkt. Zak und er blieben, wo sie waren, und warteten, bis die Männer ihre Positionen eingenommen hatten. Sie war Truppführer, hatte die Erfahrung unzähliger Einsätze und schnell erkannt, was Silvan gesehen hatte.
Hier kommt dir er und sie durcheinander für Hauptmann Bork. Heißt eine Frau auch Hauptmann?
Und einmal ist auch noch Silvan übrig.

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Lufthauch starrte ungläubig hinter Bork her. „Ja, was war das denn? Für diesen einen Fang hättet ihr mich nicht gebraucht“, dachte er. „Aber egal, es ist ihr Geld.“ Dann noch ein schneller Blick zu Zak hinüber. „Und was dieser Kerl hier gesucht hat, würde mich auch mal interessieren.“ Silvan hatte das Gefühl, dass irgendwo schwarze Wolken aufzogen, aber er hatte nicht die geringste Ahnung, in welcher Richtung er sie suchen sollte.
Und der seltsame Elf kommt in seinen Gedanken gar nicht vor? (Nochmal Silvan übrigens.)


Zum Ganzen: Viel weniger Infodump - gut.
Mehr von Lufthauchs Innerem - gut.
Die Verhältnisse scheinen mir klarer (ok, zweiter Text, aber trotzdem): Elfenland, Drachenland als staatliche Einheiten, dadurch wird schon klar, dass Drachen Vernunftwesen sind, ein Rat als Verwaltungs- und Regierungsgremium, mit Spitzeln, militärisch geführte Patrouillen, ein Feindbild Gestaltwandler, die verfolgt wurden und werden, aber den Elfen verwandt zu sein scheinen. Magie, sowohl angewandt als einfach 'in der Luft'. Lufthauch, der mehr und anderes spürt als die anderen, also Geheimnisse zwischen den Rassen oder den mehr oder weniger Magiebegabten.
Weniger verordneter Hass/Dünkel, zumindest kommt es hier nicht so raus, macht also die Gruppe sympathischer.

Vorsicht immer noch vorm Verlust der personalen Perspektive.

Ach ja, den Drachen sehe ich immer noch nicht, was doch schade ist, wenn es so wunderschön ist, ihn fliegen zu sehen. Beschreib doch ein bisschen, ruhig schwärmerisch, wenn das zu Lufthauch passt. Und was tut eigentlich der zweite? Taucht weg?

Ich hoffe, das Ganze hilft dir irgendwie weiter.
Lieben Gruß,
eska
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Offline Trippelschritt

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Re: Elfenblut neu
« Antwort #13 am: 26 Juni 2018, 15:21:02 »
Das hilft mir ganz gewaltig und nicht nur das, es macht mich auch noch recht froh, weil Du mir sagst, dass Du mein Kapitel richtig verstanden hast. Das andere sind zum größten Teil Erbsen, zum Teil sehr fein erkannt. Nur an ganz wenigen Stellen sehe ich es ein wenig anders und werde entsprechend noch einmal darüber nachdenken, aber das meiste werde ich übernehmen.

Vielen Dank für Deine Mühe.
Trippelschritt
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Womit kann der alte Vol Jin euch helfen

Offline eska

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Re: Elfenblut neu
« Antwort #14 am: 26 Juni 2018, 18:19:13 »
Na bestens! :cheerful:
Das war es wert.

 :wink:
eska
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