Autor Thema: Dark Watch; Kapitel 1  (Gelesen 484 mal)

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Offline Schreibsuse

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Dark Watch; Kapitel 1
« am: 06 Juni 2018, 17:25:34 »
Hallo Ihr Lieben,

und da bin ich auch schon wieder und erbitte Hilfe für das erste Kapitel meines Thrillers  :confused:. Ich mach es einfach kurz und haue das Kapitel auf den Rost. Ich freue mich über jede Erbse und Eure schonungslose aber konstruktive Kritik. Ich sag schon mal "Danke"!:

Kapitel 1

Ein Mix aus abgestandenem Kantinenessen, Filterkaffee und Sterillium lag in der Luft und erzeugte ein flaues Gefühl in meiner Magengegend. Müde beobachtete ich die Staubflocken, die in dem Lichtstrahl tanzten, den die tiefstehende Herbstsonne in mein Krankenzimmer schickte. Meine Blase drückte schon seit einer Weile, aber mir fehlte die Energie, um aus dem Bett zu klettern. Eine Bettpfanne würden sie mir wohl kaum bringen, denn ich war körperlich unversehrt.
Schließlich schwang ich die Füße aus dem Bett und griff nach dem Metallgestell am Fußende. Der Raum schwankte. Mein Kreislauf brauchte etwas Zeit, um nach dem vielen Liegen wieder in Gang zu kommen.
Ich sah mich nach den weißen Frotteehausschuhen um, die mir das Klinikum als Leihgabe überlasse hatte. Sie waren nicht mehr da. Vermutlich hatte die Putzfrau sie entsorgt. Die Toilette lag auf dem Gang, meinem Zimmer direkt gegenüber. Auf nackten Füßen huschte ich über den Flur. Als ich meine Blase geleert hatte, entnahm ich dem Spender etwas Desinfektionsmittel und rieb damit meine Füße ein. Seltsam, dass ich mir, nach all dem, was ich erlebt hatte, noch Sorgen über so etwas Banales wie Fußpilz machte.
Als ich mein Zimmer betrat schrak ich zusammen. Ein fremder Mann saß auf einem der beiden Stühle, die an dem kleinen Tisch vor dem Fenster standen. Der Stuhl war zu niedrig für seine langen Beine, so dass er in eigenartiger Schräglage auf der Sitzfläche hing, um die Beine seitwärts ausstrecken zu können.
Eilig raffte ich das schürzenähnliche Leihnachthemd hinter meinem Rücken zusammen und kletterte zurück ins Bett.
Der Mann hatte sich bei meinem Eintreten erhoben. Er wartete bis ich mich wieder in die Bettdecke gehüllt hatte, bevor er mir die Hand hinstreckte.
»Kommissar Rüppert. Mordkommission.«
Die Schonzeit war also vorüber, der Status "nicht vernehmungsfähig" aufgehoben.
Ich schüttelte kurz seine Hand ohne ein Wort zu erwidern.
Er zog sich den Stuhl an mein Bett und nahm wieder Platz.
Ich schloss die Augen und krallte meine Finger in die Bettdecke.
»Die Ärzte halten Sie für stabil genug für eine Vernehmung. Ich will Sie nicht drängen, aber wir brauchen wirklich Ihre Hilfe. Können wir uns unterhalten?«
Ich öffnete die Augen wieder und nickte zögernd. Mein Mund war staubtrocken.
»Lassen sie sich Zeit.«
Das war ganz sicher das Letzte was dieser Mann wirklich wollte.
Eine Weile wartete Kommissar Rüppert schweigend, dann fragte er: »Können wir?«
Ich nickte erneut. Er stellte das Diktiergerät, das aussah wie ein altmodischer Trockenrasierer, auf den Beistelltisch neben meinem Bett.
»Ich werde das Gespräch aufzeichnen? In Ordnung?«
Die Feststellung klang wie eine Frage, aber mir war klar, dass ich ihn wohl kaum durch ein Veto davon abhalten konnte. Ich beantwortete daher seine rhetorische Frage wieder nur mit einem schwachen Nicken.
»Bitte nennen sie ihren vollständigen Namen.«
»Mein Name ist . . . « 
Ich räusperte mich.
»Mein Name ist Melissa van de Veen.«
Es folgten Fragen zum Warm werden, nach meinem Geburtsdatum, Geburtsnamen und Geburtsort.
»Haben Sie Kinder?«
Unwillkürlich griff ich nach dem kleinen Amulett, dass ich an einer feinen Silberkette um den Hals trug.
»Wir hatten eine Tochter. Sie starb vor 3 Jahren bei einem Autounfall.«
Dem Kommissar entwich ein leise gemurmeltes »Scheiße«.
Er ließ mir eine Weile Zeit mich zu fangen, bis er fortfuhr.
»Sie haben Ihre Schwester bei der Notfallseelsorgerin als Kontaktperson angegeben. Können Sie dort für eine Weile unterkommen, falls die Spurensicherung Ihre Wohnung bis zu Ihrer Entlassung noch nicht freigegeben haben sollte?«
Ich antwortete mit einer Mischung aus Achselzucken und Nicken.
Victoria. Meine große Schwester.
Nein, eigentlich war ich noch nicht einmal bereit sie zu sehen. Geschweige denn bei ihr zu wohnen.
Aber dennoch hatte ich sie als Kontaktperson genannt. Aus dem einfachen Grund, weil sie die einzige, noch lebende Verwandte war, die in der Nähe wohnte.
Bisher war es jedoch noch Niemandem gelungen Victoria zu erreichen. Ich selbst hatte es an diesem Morgen unter ihrer Handynummer probiert, aber es war nur ihre Mobilbox angesprungen und ich hatte aufgelegt ohne eine Nachricht zu hinterlassen. Ich war mir sicher, dass sie darauf bereits sowohl eine Nachricht der Kripo als auch eine des Klinikums vorfinden würde, sobald sie diese abhörte, so dass es für mich nicht mehr viel zu erklären gab.
Eine bleierne Müdigkeit zehrte mit einem Mal an meinen Augenlidern. Ich hatte genug von diesem Gespräch und wünschte mir nichts Sehnlicher als Schlaf und Vergessen.
Als hätte der Kommissar meine Gedanken gelesen, versuchte er mich mit sanfter Stimme wieder auf Kurs zu bringen.
»Ich weiß, dass das schwer für Sie ist, Frau Van de Veen. Aber es ist unumgänglich, dass Sie uns erzählen, was genau passiert ist.«
In seinem Blick erkannte ich sowohl echte Anteilnahme, als auch die, durch ausgebremsten Tatendrang verursachte, Ungeduld.
Er hatte Recht. Es war unumgänglich. Ich musste die Erinnerung zulassen.
Jetzt!
Ich schloss die Augen, atmete tief durch und ließ zu, dass mein Geist langsam zurück in die Vergangenheit glitt.
Zurück zu dem Abend, an dem eiskalter Horror den Rest meines, ohnehin schon angeschlagenen, Lebens vollständig ausgelöscht hatte.


Offline FF

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Re: Dark Watch; Kapitel 1
« Antwort #1 am: 07 Juni 2018, 08:36:59 »
Hallo Schreibsuse,

dann will ich mal. Und ich empfehle dir, den ganzen Abschnitt an dieser Stelle zu löschen.

Es liest sich - von einigen Kommafehlern abgesehen - gut. Man erfährt, dass eine Frau im Krankenhaus vor sich hin leidet, dass sie mal eine Tochter hatte, dass ein Kommissar ein Verbrechen aufklären will und dass die Frau ihre Schwester nicht ausstehen kann. Ok, Spannung ist gegeben. Demnächst. In der Rückblende, wenn man erfährt, was passiert ist.

Aber das ist auch schon das Problem. Du fängst mit einem "Was danach geschah" an und springst dann in der Zeit zurück. Damit weiß der Leser schon, dass es ein Verbrechen gab, dass sie es überlebt hat, der Rest ihres Lebens aber nicht. Und der in die Vergangenheit zurückgleitende Geist deutet an, dass das alles schon eine Weile zurückliegt, was es aber gar nicht tut, es ist höchstens zwei, drei Tage her.

Warum fängst du nicht mit dem gemütlichen Familienabend an, der in Mord und Horror endet? Danach kannst du diese Szene immer noch einbauen, aber dann ist sie chronologisch richtig. Und dann kannst du auch das einbauen, was hier absolut fehlt: Melissas Reaktion auf die Ermordung ihres Mannes. Schock. Ungläubiges Entsetzen. Das "ES KANN NICHT SEIN ER KANN NICHT TOT SEIN DAS IST NICHT MÖGLICH"-Gefühl, das sie jetzt eigentlich pausenlos haben müsste. Das, was uns Mitleid mit ihr empfinden lassen würde, statt über Fußpilz nachzudenken. Und ganz wichtig: der Name ihres Mannes. Erinnerungsfetzen. Die Banalität, mit der sie vorher ferngesehen und sich unterhalten haben, ohne zu ahnen, das ihr kostbares gemeinsames Leben innerhalb einer Stunde ausgelöscht wird. Die Überlegungen, ob sie nicht doch etwas hätte tun können, um ihn zu retten. Das furchtbare Gefühl der Leere an der Stelle, wo er sein sollte. Zeig uns, was sie hat und wie sie es verliert, statt damit anzufangen, dass sie irgendwas verloren hat und dumpf im Bett rumliegt.

Zeitsprünge und Rückblenden sind immer problematisch, weil sie die Gefühle der Leser von den Protagonisten entfernen. Und weil sie grauenhafte Erlebnisse in eine Geschichte verwandeln, die man nachher erzählt. Ich will aber dabei sein, während sie passieren, und nicht gemütlich in der sicheren Zukunft sitzen und wissen, dass zumindest eine/r überlebt hat.

Jetzt noch ein paar Erbsen.

Hier wirfst du die Reihenfolge durcheinander.

Zitat
Als ich mein Zimmer betrat schrak ich zusammen. Ein fremder Mann saß auf einem der beiden Stühle, die an dem kleinen Tisch vor dem Fenster standen. Der Stuhl war zu niedrig für seine langen Beine, so dass er in eigenartiger Schräglage auf der Sitzfläche hing, um die Beine seitwärts ausstrecken zu können.
Eilig raffte ich das schürzenähnliche Leihnachthemd hinter meinem Rücken zusammen und kletterte zurück ins Bett.
Der Mann hatte sich bei meinem Eintreten erhoben. Er wartete bis ich mich wieder in die Bettdecke gehüllt hatte, bevor er mir die Hand hinstreckte.

Sie betritt das Zimmer, schrickt zusammen, ein Mann sitzt auf dem Stuhl, sie klettert ins Bett, der Mann hat sich schon bei ihrem Eintreten erhoben.

Logisch und zeitlich richtig wäre:

Sie tritt ein und sieht einen fremden Mann, sie erschrickt, er steht auf, sie klettert ins Bett, er streckt ihr die Hand hin.

Kommafehler:

Zitat
Seltsam, dass ich mir , nach all dem, was ich erlebt hatte, noch Sorgen über so etwas Banales wie Fußpilz machte.

(Macht sie vermutlich auch nicht, es dürfte eine völlig mechanische Handlung gewesen sein.)

Zitat
Aus dem einfachen Grund, weil sie die einzige , noch lebende Verwandte war, die in der Nähe wohnte.

Zitat
In seinem Blick erkannte ich sowohl echte Anteilnahme , als auch die, durch ausgebremsten Tatendrang verursachte , Ungeduld.


"Sowohl als auch" wird nie durch Kommas auseinandergerissen. Und noch was Inhaltliches: Ich bin keine Expertin, aber ich glaube, dass die Polizei keine ungeduldigen Leute schickt, wenn es darum geht, Überlebende eines Mordanschlags zu befragen. Ich glaube, dass sie dafür psychologisch gut ausgebildete Beamte schickt, die dem Opfer nicht das Gefühl geben, jetzt aber bitte mal anständig funktionieren zu müssen.

Und ich zweifle ja an der Fähigkeit von Romanpersonen, in den Augen eines Menschen diverse unterschiedliche Gefühle lesen zu können. Ich denke, die erkennt man eher an Bewegungen, Handlungen, Stimme und diversen Gesten. Augen sind nicht so ausdrucksvoll, wie man immer behauptet.

Zitat
Zurück zu dem Abend, an dem eiskalter Horror den Rest meines, ohnehin schon angeschlagenen, Lebens vollständig ausgelöscht hatte.

Was meiner Meinung nach nicht geht, ist dieser Satz:

Zitat
Eine bleierne Müdigkeit zehrte mit einem Mal an meinen Augenlidern.

Bleierne Müdigkeit zehrt nicht, sie legt sich auf die Augenlider. Und er stimmt auch nicht, denn gleich darauf ist sie ja trotz geschlossener Augen in der Lage, die ganze Geschichte zu erzählen. Sie ist nicht bleiern müde, sondern sie will ausweichen und schlafen und vergessen.

Soviel erstmal von mir. :)
« Letzte Änderung: 07 Juni 2018, 16:02:31 von FF »
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Offline Zitatus

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Re: Dark Watch; Kapitel 1
« Antwort #2 am: 07 Juni 2018, 08:45:27 »
Hallo Schreibsuse!

Ich versuche mich mal an dem Text.

Ein Mix aus abgestandenem Kantinenessen, Filterkaffee und Sterillium lag in der Luft und erzeugte ein flaues Gefühl in meiner Magengegend.
Filterkaffee kann recht aromatisch und somit gut riechen. Das ist wohl nicht die Stimmung, die Du erzeugen möchtest. Evtl. solltest Du ihn als erstes in die Aufzählung nehmen und ihm das Atribut abgestanden zuweisen. Den Begriff "Sterillium" finde ich sperrig. Ein Ich-Erzähler redet ja mehr umgangssprachlich.

Zitat
Meine Blase drückte schon seit einer Weile, aber mir fehlte die Energie, um aus dem Bett zu klettern. Eine Bettpfanne würden sie mir wohl kaum bringen, denn ich war körperlich unversehrt.
Als Einstieg ist eine drückende Blase ... nun ja. Hat stilistisch einen Hauch Charlotte Roche. Geschmacksache. Der zweite Satz kommt aber wie Infodump daher.


Zitat
Als ich meine Blase geleert hatte, ...
Wortdoppler bzw. Formulierungsdoppler. Würde ich vermeiden.

Zitat
Als ich mein Zimmer betrat schrak ich zusammen. Ein fremder Mann saß auf einem der beiden Stühle, die an dem kleinen Tisch vor dem Fenster standen. Der Stuhl war zu niedrig für seine langen Beine, so dass er in eigenartiger Schräglage auf der Sitzfläche hing, um die Beine seitwärts ausstrecken zu können.
Auch viele Wortdoppler. Ich denke, das könnte mit einer vergleichenden Formulierung bildlicher rüberkommen.


Zitat
Ich schüttelte kurz seine Hand (Komma) ohne ein Wort zu erwidern.
Er zog sich den Stuhl an mein Bett und nahm wieder Platz.
Ich schloss die Augen und krallte meine Finger in die Bettdecke.
zweimal "und" hintereinander

Zitat
»Die Ärzte halten Sie für stabil genug für eine Vernehmung.
auch diese Info vermittelst Du dem Leser doppelt.

Zitat
»Lassen Sie sich Zeit.«

Zitat
Das war ganz sicher das Letzte (Komma) was dieser Mann wirklich wollte.

Zitat
»Ich werde das Gespräch aufzeichnen? In Ordnung?«
Die Feststellung klang wie eine Frage, aber mir war klar, dass ich ihn wohl kaum durch ein Veto davon abhalten konnte. Ich beantwortete daher seine rhetorische Frage wieder nur mit einem schwachen Nicken.
Wortdoppler "Frage". In diesem Satzkonstrukt wirkt das nicht elegant. Durch Umstellung könnte das straffer wirken.

Zitat
Unwillkürlich griff ich nach dem kleinen Amulett, dass ich an einer feinen Silberkette um den Hals trug.
»Wir hatten eine Tochter. Sie starb vor 3 Jahren bei einem Autounfall.«
Dem Kommissar entwich ein leise gemurmeltes »Scheiße«.
Auch hier habe ich das Gefühl, dass Du möglichst schnell viel Info über die Figur an den Leser vermitteln willst. Es ist vielleicht nicht wirklich Infodump, aber auf mich wirkt es so. Die Reaktion des Kommissars ist unprofessionell. Ist er so unerfahren in seinem Job?


Zitat
Victoria. Meine große Schwester.
Nein, eigentlich war ich noch nicht einmal bereit sie zu sehen. Geschweige denn bei ihr zu wohnen.
Aber dennoch hatte ich sie als Kontaktperson genannt. Aus dem einfachen Grund, weil sie die einzige, noch lebende Verwandte war, die in der Nähe wohnte.
Infodump

Zitat
Eine bleierne Müdigkeit zehrte mit einem Mal an meinen Augenlidern. Ich hatte genug von diesem Gespräch und wünschte mir nichts Sehnlicher als Schlaf und Vergessen.
Puh! Ein Gespräch hat ja eigentlich nicht stattgefunden. Es wurden Personalien aufgezeichnet und die Schwester erwähnt. Dass sie unter Schock steht ist klar geworden - aber dass ihr plötzlich fast die Augen zufallen, wirkt auf mich zu aufgesetzt.


mein Gesamteindruck: Klassische Einleitung für einen Rückblick. Leider passiert nicht wirklich was, das Interesse weckt. Die Infos, die vermittelt werden, kommen sehr eilig und sehr gezwungen einher.

Liebe Grüße
Zitatus
  • Ich schreibe gerade: Der Letzte macht dein Licht aus / Daimonia

Offline Ayira

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Re: Dark Watch; Kapitel 1
« Antwort #3 am: 07 Juni 2018, 09:07:25 »
Hallo Schreibsuse,

von mir kriegst du einen allgemeinen Eindruck - und ein paar Erbsen. Denn: Mir gefällt der Text an sich ganz gut. Er liest sich flüssig und gibt die Verzweiflung/Trauer/den Schock deiner Prota wieder.

Beim Anlesen des Textes wusste ich zwar, dass ich von dir schon mal geröstet hatte, allerdings konnte ich mich nicht mehr daran erinnern bzw. hatte kurzfristig etwas anderes im Kopf. Ist jetzt aber nicht deine Schuld bzw. die des Textes ;-)
Interessant wäre ggf. noch gewesen, zu erfahren, wo dieses Kapitel im Handlungsstrang ist. Ich habe die Szene mit dem Antagonisten nicht mehr ganz im Kopf; war das der Prolog und nun folgt direkt im Anschluss dieses 1. Kapitel?

Was mir an (mickrigen) Erbsen aufgefallen ist:
1) BEISTRICHE - die fehlen mir ziemlich oft. An dieser Stelle darf ich dir eine "Beistrich-Regel" aus Schulzeiten mitgeben, die mir seeehr geholfen hat: Wann immer du in "einem" Satz ZWEI Verben hast (die nicht aufgrund einer Zeitform aneinander gebunden sind), dann fehlt ein Beistrich, denn es sind ZWEI GLIEDSÄTZE. "Jeder Satz hat ein Verb - nur eins!"
Beispiel:
Zitat
Als ich mein Zimmer betrat, schrak ich zusammen.
Am Anfang hast du diese Regel ganz gut befolgt, nur im Verlauf des Textes vermisste ich dann Beistriche  :kraul:

2) auf ein paar Adjektive/Zusätze könntest du auch verzichten, da der Text auch so funktioniert:
Zitat
Ein Mix aus abgestandenem Kantinenessen, Filterkaffee und Sterillium lag in der Luft und erzeugte ein flaues Gefühl in meiner Magengegend.
Ich finde das flaue Gefühl impliziert sich indirekt beim Lesen; das könntest du daher streichen.

Zitat
Eine Bettpfanne würden sie mir wohl kaum bringen, denn ich war körperlich unversehrt.
Keine Ahnung warum, aber das "denn" stört mich. Vorschlag: "Eine Bettpfanne würden sie mir wohl kaum bringen; körperlich war ich ja unversehrt."

Zitat
Seltsam, dass ich mir, nach all dem, was ich erlebt hatte, noch Sorgen über so etwas Banales wie Fußpilz machte.
Weiterer Vorschlag zur Besserung des Leseflusses: "Seltsam, nach allem, was ich erlebt hatte, sorgte ich mich noch über Banalitäten wie Fußpilz."

Zitat
Der Stuhl war zu niedrig für seine langen Beine; so dass er hing in eigenartiger Schräglage auf der Sitzfläche hing, um die Beine seitwärts ausstrecken zu können.

Zitat
»Kommissar Rüppert. Mordkommission.«
Die Schonzeit war also vorüber, der Status "nicht vernehmungsfähig" aufgehoben.
Dieser Übergang gefällt mir richtig, richtig gut.  :hach:

Und, noch eine Erbse:
Zitat
»Ich werde das Gespräch aufzeichnen? In Ordnung?«
Die Feststellung klang wie eine Frage, aber mir war klar, dass ich ihn wohl kaum durch ein Veto davon abhalten konnte. Ich beantwortete daher seine rhetorische Frage wieder nur mit einem schwachen Nicken.
Du hast, vor allem in der letzten Hälfte, Absätze nach direkter Rede drinnen, die m.M. nach nicht sein sollten/müssten, weil der Satz, der folgt, sich ja noch auf den Sprecher der Rede bezieht.

Zum Vergleich, hier passt der Absatz, weil du dich nach der Rede direkt bei ihr befindest:
Zitat
»Haben Sie Kinder?«
Unwillkürlich griff ich nach dem kleinen Amulett, dass ich an einer feinen Silberkette um den Hals trug.

Oder:

Zitat
»Mein Name ist . . . « 
Ich räusperte mich.
»Mein Name ist Melissa van de Veen.«
Beide Absätze raus, es wirkt so sehr abgehackt und erschwert das Lesen.

Hier könntest du wieder darauf verzichten:
Zitat
Dem Kommissar entwich ein leise gemurmeltes »Scheiße«.
Er ließ mir eine Weile Zeit mich zu fangen, bis er fortfuhr.


Weitere Erbse:
Zitat
Aber dennoch Trotzdem hatte ich sie als Kontaktperson genannt
Ein Wort, statt zwei. Wirkt kräftiger und doch schlanker ;-)


Zitat
Ich hatte genug von diesem Gespräch. Ich wünschte mir nichts Ssehnlicher als Schlaf und Vergessen.
Den Satz würde ich mit einem Punkt trennen. Dadurch wirken die Sätze schärfer.

Zitat
Als hätte der Kommissar meine Gedanken gelesen, versuchte er mich mit sanfter Stimme wieder auf Kurs zu bringen. »Ich weiß, dass das schwer für Sie ist, Frau Van de Veen. Aber es ist unumgänglich, dass Sie uns erzählen, was genau passiert ist.«
Absatz weg!

Zitat
In seinem Blick erkannte ich sowohl echte Anteilnahme, als auch die, durch ausgebremsten Tatendrang verursachte, Ungeduld.
Das liest sich im zweiten Satz leider holprig, aber mir will momentan keine Verbesserung einfallen, um auch den ausgebremsten Tatendrang noch zu erwähnen (falls dir der wichtig ist).

Zitat
Ich schloss die Augen, atmete tief durch und ließ zu, dass mein Geist langsam zurück in die Vergangenheit glitt. Zurück zu dem Abend, an dem eiskalter Horror den Rest meines, ohnehin schon angeschlagenen, Lebens vollständig ausgelöscht hatte.
Füllsel, können weg. Sie blähen mehr auf, als dass sie helfen. Dieses Problem kenn ich selber zur Genüge  ::)

LG Ayira
  • Ich schreibe gerade: Neseret - Atem des Feuergottes

Offline Trippelschritt

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Re: Dark Watch; Kapitel 1
« Antwort #4 am: 07 Juni 2018, 10:36:10 »
Ich mache es mal ganz kurz, denn der Mann für Erbsen bin ich eh nicht.

Mir gefällt Dein Text und ich denke für den ersten Entwurf, also bis zur Übearbitung kann das erst einmal so stehen bleiben. Der Haken ist nur, wie willst Du weiter schreiben.

Was nicht passieren darf, ist, dass nun eine lange Rückblende kommt. Ich will jetzt eine Geschichte lesen und wissen, wie es weitergeht. Wenn jetzt eine Rückblende kommt, die mich mit Infos füttert, damit ich etwas anderes später dann verstehe, bin ich draußen
Wenn nur drei Sätze aus dem Verhör kommen, Deine Prota anfängt bei Satz 3 anfängt nchzudenken und einen Plan zu schmieden, wie sie hier ganz schnell rauskommt, weil sie etwas zu erledigen hat, bin ich bei Dir. Aber für so etwas muss man schon recht viel Schreiberfahrung haben, weil es zunächst einmal den Plot kompliziert macht, und das ist nicht unbedingt eine Tugend. Obwohl ich so etwas bereits gelesen habe.

Deshalb warte ich jetzt entweder auf den nächsten entscheidenden Absatz (Absätze) oder auf einen Neuanfang und verschanze mich hinter FF.

Auf jeden Fall hat der Text viel Atmosphäre. Das lässt mich hoffen.

Liebe Grüße
Trippelschritt
  • Ich schreibe gerade: Tamalone, hieß früher mal Ypsilone
Womit kann der alte Vol Jin euch helfen

Offline Schreibsuse

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Re: Dark Watch; Kapitel 1
« Antwort #5 am: 07 Juni 2018, 11:07:02 »
Hallo Ihr Lieben!
Ich bin mal wieder sooo begeistert von Eurer Kompetenz und den wichtigen Tipps, die ich von Euch erhalten habe.
An dieser Stelle nur ganz kurz (da ich bei der Arbeit sitze und eigentlich gar nicht online sein dürfte .  .  . schäm!):
Ich werde auf jeden Fall den Anfang noch einmal umschreiben und nicht mit der Rückblende beginnen. Ich wollte eigentlich einen größeren Spannungsbogen mit meiner Geheimniskrämerei erzeugen. Nee . . . funktioniert so wohl nicht!  :-\

Ich gehe später noch mal näher auf Eure Röstungen im Einzelnen ein.
Tausend Dank mal wieder an Euch!
Ihr seid wirklich klasse!! :cheerful:

Quisille

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Re: Dark Watch; Kapitel 1
« Antwort #6 am: 07 Juni 2018, 13:41:39 »
Hallo Schreibsuse!

Du hast hier einen Thriller, ein Opfer, das als Ich-Erzählerin auftritt, einen Kommissar, den man eher bei Mystery erwartet hätte.

Interessant.

Liest sich zunächst wie ein Genremix aus Thriller und Mystery. Sowas geht, mir kommt da THE FUGITIVE in Erinnerung, wo sehr erfolgreich Elemente von Thriller und klassischem Whodunnit verwoben werden.

Thriller kann ich nicht. Whodunnit auch nicht.

Daher verlasse ich jetzt den Pfad der Tugend und werde, frei von Hemmnissen wie etwa Sachkenntnis, hemmungslos meine subjektive Meinung kundtun. :cheese:

1. Zum Einstieg:

Subjektive Meinung: Man verzichte darauf, Empathie mit einer Figur hervorrufen zu wollen, bevor die Figur gehandelt hat. Klappt einfach nicht. Zum Beispiel hier:

Ein Mix aus abgestandenem Kantinenessen, Filterkaffee und Sterillium lag in der Luft und erzeugte ein flaues Gefühl in meiner Magengegend. Müde beobachtete ich die Staubflocken, die in dem Lichtstrahl tanzten, den die tiefstehende Herbstsonne in mein Krankenzimmer schickte. Meine Blase drückte schon seit einer Weile, aber mir fehlte die Energie, um aus dem Bett zu klettern. Eine Bettpfanne würden sie mir wohl kaum bringen, denn ich war körperlich unversehrt.
Schließlich schwang ich die Füße aus dem Bett und griff nach dem Metallgestell am Fußende. Der Raum schwankte. Mein Kreislauf brauchte etwas Zeit, um nach dem vielen Liegen wieder in Gang zu kommen.
Ich sah mich nach den weißen Frotteehausschuhen um, die mir das Klinikum als Leihgabe überlasse hatte. Sie waren nicht mehr da. Vermutlich hatte die Putzfrau sie entsorgt. Die Toilette lag auf dem Gang, meinem Zimmer direkt gegenüber. Auf nackten Füßen huschte ich über den Flur. Als ich meine Blase geleert hatte, entnahm ich dem Spender etwas Desinfektionsmittel und rieb damit meine Füße ein. Seltsam, dass ich mir, nach all dem, was ich erlebt hatte, noch Sorgen über so etwas Banales wie Fußpilz machte.
Als ich mein Zimmer betrat schrak ich zusammen. Ein fremder Mann saß auf einem der beiden Stühle, die an dem kleinen Tisch vor dem Fenster standen. Der Stuhl war zu niedrig für seine langen Beine, so dass er in eigenartiger Schräglage auf der Sitzfläche hing, um die Beine seitwärts ausstrecken zu können.

Ich habe mal die emotionalen Trigger fett hervorgehoben. Zu diesem Zeitpunkt wissen wir nichts über die Figur. Was bei mir ankommt, ist eine Ich-Erzählerin, die mittels emotional aufgeladener Beschreibung in eigenen Befindlichkeiten west. Ich mag emotional aufgeladene Beschreibung, aber ohne Kontext zieht die nicht. Nach allem, was ich weiß, könnte die Figur einen Autounfall fahrlässig verursacht haben, bei der niedliche Entenküken, ein behinderter Familienvater mit Migrationshintergrund und das letzte Einhorn totgefahren wurden. Da käme eine gewisse Niedergeschlagenheit eher wie Selbstmitleid rüber. ;)

Emotional aufgeladene Beschreibung wirkt erst dann, wenn sich die Figur schon mindestens einmal bewiesen hat. Durch Handlung. Etwa bei einer Interaktion mit einer Krankenschwester. Reden ist billig, denken ist billig. Aus welchem Holz ist Melissa geschnitzt? Das müssen wir wissen, bevor sie von ihrem Trauma berichtet. Dazu gleich noch ein weiterer subjektiver Hinweis: Mach's kurz. Die Szene kommt zwar sehr gut in Gang, aber erst hier:

Ein fremder Mann saß auf einem der beiden Stühle, die an dem kleinen Tisch vor dem Fenster standen. Der Stuhl war zu niedrig für seine langen Beine, so dass er in eigenartiger Schräglage auf der Sitzfläche hing, um die Beine seitwärts ausstrecken zu können.
Eilig raffte ich das schürzenähnliche Leihnachthemd hinter meinem Rücken zusammen und kletterte zurück ins Bett.
Der Mann hatte sich bei meinem Eintreten erhoben. Er wartete bis ich mich wieder in die Bettdecke gehüllt hatte, bevor er mir die Hand hinstreckte.
»Kommissar Rüppert. Mordkommission.«

Bei "Mordkommission" startet der Motor. Davor war nur Anlassergeräusch. Ein wenig davon ist nötig, aber nicht Absatzweise "si-si-si-si-si-si-no. si-si-si-si-si-si-no" vor dem "KARUMMMMMMmmmmm".

2. Introspektion:

Subjektive Meinung: Es ist verführerisch, sich im Kopf eines personalen Erzählers bei den Abkürzungen zu bedienen. Manchmal wird behauptet, das sei eine der Stärken des Mediums "Buch". Stimmt. Aber stimmt auch wieder nicht. Zum Beispiel hier:

»Sie haben Ihre Schwester bei der Notfallseelsorgerin als Kontaktperson angegeben. Können Sie dort für eine Weile unterkommen, falls die Spurensicherung Ihre Wohnung bis zu Ihrer Entlassung noch nicht freigegeben haben sollte?«
Ich antwortete mit einer Mischung aus Achselzucken und Nicken.
Victoria. Meine große Schwester.
Nein, eigentlich war ich noch nicht einmal bereit sie zu sehen. Geschweige denn bei ihr zu wohnen.[4]
Aber dennoch hatte ich sie als Kontaktperson genannt.[2] Aus dem einfachen Grund, weil sie die einzige, noch lebende Verwandte war, die in der Nähe wohnte.[1/2]
Bisher war es jedoch noch Niemandem gelungen Victoria zu erreichen.[2] Ich selbst hatte es an diesem Morgen unter ihrer Handynummer probiert, aber es war nur ihre Mobilbox angesprungen und ich hatte aufgelegt ohne eine Nachricht zu hinterlassen.[2] Ich war mir sicher, dass sie darauf bereits sowohl eine Nachricht der Kripo als auch eine des Klinikums vorfinden würde, sobald sie diese abhörte, so dass es für mich nicht mehr viel zu erklären gab.[3]
Eine bleierne Müdigkeit zehrte mit einem Mal an meinen Augenlidern. Ich hatte genug von diesem Gespräch und wünschte mir nichts Sehnlicher als Schlaf und Vergessen.[4]

Lies das mal laut. Nimm die Zeit. Und dann stell Dir vor, da sitzt gerade ein Gesprächspartner vor Dir. Das ist eine ausgewachsene Absenz. Nunja, bei Traumatisierten vielleicht keine Seltenheit. Schwerer wiegt, dass Melissa noch immer nicht gehandelt hat. Und schon wieder wesen wir in Befindlichkeiten herum. Wir erfahren Gründe[1], Vorgeschichte[2], Schlussfolgerungen[3], explizit benannte Emotionen[4].

Was brauchen wir davon?
[1]: Gründe sind Lesersache. Fast immer. (Subjektive Meinung.)
[2]: Zum Verständnis der Szene hier nicht nötig.
[3]: Siehe [1].
[4]: Zieht nicht, Figur hat sich noch nicht bewiesen. Außerdem gilt bei Emotionen ganz besonders: Zeige mir was es ist, ohne es beim Namen zu nennen.

Sonst werde ich ganz dolle traurig. Echt. :flenn:

Kurzfassung: Show, don't tell. Wenn Du Introspektion als Vehikel für Exposition bentutzt: Streichen! Sofort und gründlich. (Subjektive Meinung.) Es ist genug gesagt, wenn Du die Dissonanzen zwischen Melissa und Victoria nur kurz anreißt und den Leser die Schlüsse ziehen lässt, auch wenn der vielleicht nicht zu exakt den Schlüssen gelangt, die Du für ihn vorgesehen hast. Lässt sich leicht durch Kürzung erreichen:

Zitat
»Sie haben Ihre Schwester bei der Notfallseelsorgerin als Kontaktperson angegeben. Können Sie dort für eine Weile unterkommen, falls die Spurensicherung Ihre Wohnung bis zu Ihrer Entlassung noch nicht freigegeben haben sollte?«
Victoria. Meine große Schwester. Ich antwortete mit einem Achselzucken.

Ein Achselzucken in dieser Situation ist überraschend. Die Kontaktperson, von der man eigentlich Rückhalt erwarten sollte... ruft bei der Protagonistin nichts als ein Achselzucken hervor. Schon fängt man an nachzudenken. By the way... FF hat's bereits gesagt: Erzählreihenfolge! Wenn nicht dringende Gründe dagegensprechen, sollte die Ursache vor der Wirkung stehen. ERST denkt Melissa an Victoria, DESHALB und DANACH zuckt sie mit den Achseln.

3. Die angedrohte Rückblende:

Subjektive Meinung: "Na schön, meinetwegen." Hat mich selbst überrascht, aber ich finde Deine Wahl des Einstiegs richtig. Allerdings unter einer Reihe von Annahmen, und wenn eine davon verletzt wäre, würde ich mich sofort hemmungslos FFs, Zitatus' und Trippelschritts Meinung anschließen:

  • Die Rückblende ist KURZ, sie ist unvollständig, und aus der Unvollständigkeit folgt Spannung. Wenn jetzt eine Nacherzählung der Tat kommt, dann wäre es besser, die Story mit der Tat beginnen zu lassen.
  • Ein Einstieg ist dazu da, ein sehr grobes Bild der gesamten noch folgenden Handlung zu vermitteln (konzeptionell!). Der Einstieg sollte immer der Moment sein, in dem die erste für die Handlung bedeutsame Änderung eintritt. Wie Du es präsentierst, ist dieser Moment der Auftritt des Kommissars. Daraus folgt, dass das "normale Leben" der Protagonistin im Sinne der Dramaturgie sich entfaltet zwischen der Tat und dem Beginn der Vernehmung. (Liege ich eigentlich damit richtig, dass Melissa die Protagonistin ist? Ist nicht selbstverständlich.) Wenn allerdings die Tat selbst die erste bedeutsame Änderung ist, dann solltest Du mit der Tat beginnen.
  • Die Konfrontation mit der Vorgeschichte, die in der Rückblende präsentiert wird, ist gleichzeitig das Element, das Melissa aus dem Gleichgewicht bringt, in dem sie sich auf der Krankenstation befindet. Dieses Gleichgewicht wäre dann beinahe zwingend durch Verdrängung gekennzeichnet. Es gibt einige Hinweise, dass Du die Story in dieser Richtung angelegt hast. Da die erste Szene ein Konzept der gesamten Handlung entwirft (oder entwerfen sollte, im Sinne eines Leservertrags), müsste die Verdrängung ein Hauptelement in dem "Thrill" sein, der Deinen Thriller thrillen lässt.

Wenn einer dieser Punkte nicht zutrifft, habe ich mich getäuscht. Dann siehe FF, Zitatus und Trippelschritt: Weg mit der Rückblende!

4. Schreibstil:

(Nicht mehr ganz so subjektive Meinung.)

Tempokontrolle ist gut. Die Introspektion fließt stärker, bremst, der Dialog beschleunigt. Solltest Du die Introspektion kürzen, würdest Du deren bremsenden Effekt durch andere Mittel erzeugen müssen.

In den szenischen Passagen purzelt Dir bisweilen die Erzählreihenfolge durcheinander. Auch da sind in den vorangegangenen Röstungen schon Beispiele genannt worden. Dazu noch ein formal-technischer Hinweis. In szenischen Passagen (darunter fallen auch Dialoge), sollten bei jedem Temporalsatz die Alarmglocken schrillen. Grund: Temporalsätze sind in szenischen Passagen eigentlich unnötig, es gilt streng: Erzählreihenfolge = tatsächliche Reihenfolge. "Als", "vorher", "nachdem" und ihre Spießgesellen zeigen meistens an, dass der Autor an der Erzählreihenfolge herumzerrt. Das gilt es zu vermeiden. Nun kann man Temporalsätze auch dazu verwenden, um punktuell auch in szenischen Passagen den Sprachfluss zu verbessern. Sparsam eingesetzt ist dagegen nichts zu sagen, aber die Alarmglocke sollte trotzdem schrillen. Wenn dazu noch Plusquamperfekt dazutritt und sich das Vorhernachherals häuft, ist definitiv Vorsicht geboten. Auch Kausal- und Finalsätze läuten die Alarmglocke (aus ähnlichen Gründen: Begründungen, Zusammenhang Ursache-Wirkung, etc. ergeben sich ebenfalls aus der Erzählreihenfolge und dem Kontext).

Beispiele aus dem Text:

Der Mann hatte sich bei meinem Eintreten erhoben. Er wartete, bis ich mich wieder in die Bettdecke gehüllt hatte, bevor er mir die Hand hinstreckte.

Eine Weile wartete Kommissar Rüppert schweigend, dann fragte er: »Können wir?«

Ist ein Grenzfall. Ich würde es vermeiden, aber Du schaltest hier zu recht für einen kurzen Moment in narrativen Erzählmodus, um Zeit vergehen zu lassen, ist insofern gerechtfertigt. Das "dann" versaut Dir allerdings die Kausalität der Szene: Warum gerade jetzt? Was lässt Rüppert (und die Szene) wieder in szenischen Modus zurückkehren, mit anderen Worten, was verleiht der Szene wieder Dringlichkeit? Ist aber keine große Sache, man darf sich auch mal Abkürzungen gönnen.

Er ließ mir eine Weile Zeit mich zu fangen, bis er fortfuhr.

Naja, aber vielleicht doch nicht zu viele Abkürzungen, ne? :cheese: Insbesondere, da dieses "bis" eigentlich ein "bevor" ist, das sich einen zu kleinen Mantel angezogen hat, um sich zu tarnen. Manchmal erzählt uns unser Unterbewusstsein beim Schreiben sehr nützliche Dinge. Es ist schande, dass es die meist in die Form von Stilblüten kleidet.

Sprechermarkierungen und Absätze: Dein Stil der Dialogführung gefällt mir, ist schön knapp gehalten. Allerdings könntest Du mit ein paar einfachen Kunstgriffen klarer stellen, wer wann redet. Im Dialog gibt es mehrere Möglichkeiten, den Sprecher klarzustellen:

  • Direkte Sprechermarkierung, die "Inquit Phrase": "Bla, blabla, blabla", sagte Knut.
  • Sprecherwechsel, besonders beliebt bei Dialogen mit nur zwei Sprechern: Knut sagte zu Henrietta: "Bla, blabla, blabla" [Absatz] "Gack!" (Durch den Absatz und das direkte Aufeinandertreffen der Anführungszeichen ist der Sprecherwechsel klar: Henrietta sagt das "Gack".)
  • Action-Beats, also Mikrohandlungen einer Figur: "Bla, blabla." Knut schenkte sich einen Eierlikör ein. N.b.: Vorsicht bei Kombination mit 2.! Folgendes schafft unklare Sprecherzuordnung: "Bla, blabla." Knut schenkte sich einen Eierlikör ein. [Absatz] "BLAAAAAA!" (Wer spricht? Henrietta, wegen des Absatzes? Oder ist der Absatz nur ein gliederndes Element, das Knuts Handlung strukturiert?)
  • Anrede in der wörtlichen Rede. "Also Henrietta! So geht das aber nicht!" (Es ist klar, dass Henrietta sich nicht selbst anredet, ergo redet Knut.)

Du setzt diese Mittel gekonnt ein, aber Du könntest dem Leser an einigen Stellen noch mehr helfen durch Absatzgestaltung. Es ist gute Praxis, in Dialogen oder handlungsreichen Szenen Absätze bei Akteurwechseln einzufügen, und möglichst NUR da. Das erleichtert dem Leser das Umschalten, da er bald den Absatz quasi wie ein Pawlowscher Hund mit dem Akteurwechsel gleichsetzt. Kommen zu viele Ausnahmen von dieser Regel, verliert der Absatz seine Signalwirkung. Ein paar Beispiele:

Der Mann hatte sich bei meinem Eintreten erhoben. Er wartete bis ich mich wieder in die Bettdecke gehüllt hatte, bevor er mir die Hand hinstreckte. [ABSATZ RAUS! Rüppert handelt, dann redet er, kein Akteurwechsel.]
»Kommissar Rüppert. Mordkommission.«

N.b.: Der Sprecher ist zwar ohnehin klar, weil er sich vorstellt. Trotzdem! :cheese: Siehe Pawlowscher Hund.

Ich schloss die Augen und krallte meine Finger in die Bettdecke. [Siehe oben, Anmerkung zu 3. und 2.: Absatz trifft auf Action-Beat. Damit ist der Sprecher unklar, obwohl hier der Absatz vorbildlich mit dem Akteurwechsel einhergeht.]
»Die Ärzte halten Sie für stabil genug für eine Vernehmung. Ich will Sie nicht drängen, aber wir brauchen wirklich Ihre Hilfe. Können wir uns unterhalten?«
Ich öffnete die Augen wieder und nickte zögernd. Mein Mund war staubtrocken.[Dasselbe Problem: Action-Beat von Melissa trifft nur durch einen Absatz getrennt auf wörtliche Rede von Rüppert.
»Lassen sie sich Zeit.«
Das war ganz sicher das Letzte was dieser Mann wirklich wollte.

Anmerkung: Lässt sich im ersten Fall durch einen Action-Beat von Rüppert vor der Rede entschärfen, im zweiten Fall tut's ein nachgeschobenes ", sagte Rüppert." Die Rede ist kurz, das bekommt der Leser rechtzeitig mit.

Ich nickte erneut. [ABSATZ! Melissas Action-Beat wechselt auf Rüpperts Action-Beat => Akteurwechsel.] Er stellte das Diktiergerät, das aussah wie ein altmodischer Trockenrasierer, auf den Beistelltisch neben meinem Bett. [ABSATZ RAUS! Rüpprt handelt, dann redet er => KEIN Akteurwechsel.]
»Ich werde das Gespräch aufzeichnen? In Ordnung?«
Die Feststellung klang wie eine Frage, aber mir war klar, dass ich ihn wohl kaum durch ein Veto davon abhalten konnte. Ich beantwortete daher seine rhetorische Frage wieder nur mit einem schwachen Nicken.
»Bitte nennen sie ihren vollständigen Namen.« [Wer spricht? Melissas Action-Beat stößt direkt auf Rüpperts Rede.]
»Mein Name ist . . . « [ABSATZ RAUS! Melissa spricht, dann handelt sie => kein Akteurwechsel.]
Ich räusperte mich. [ABSATZ RAUS! Melissa handelt, dann redet sie => kein Akteurwechsel.]
»Mein Name ist Melissa van de Veen.«

Und so weiter, und so fort. Nebenbemerkung: Absätze bei Akteurwechseln einzuziehen (und möglichst nur dort), ist meines Wissens keine stehende Regel. Ich hab's mal irgendwo aufgeschnappt und festgestellt, dass sich Texte tatsächlich deutlich leichter lesen, wenn sich Autoren diese Disziplin selbst auferlegen. Nur so als Tipp. ;)

So, das wär's. Bleibt mir nur zu sagen, dass sich der Text insgesamt flüssig und angenehm gelesen hat.

Liebe Grüße
Quisille

Offline Schreibsuse

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Re: Dark Watch; Kapitel 1
« Antwort #7 am: 07 Juni 2018, 17:16:00 »
Hallo FF!

Vielen Dank erst mal, dass du dir Zeit für meinen Text genommen hast!
Ich weiß ich hab es Euch mit meiner Kommasetzung nicht leicht gemacht  ::). Sorry! Das gehört bei mir wohl zu den unlernbaren Dingen  :(.
Wenn der Roman fertig ist, gebe ich ihn an eine befreundete Deutschlehrerin. Sie darf sich dann mit der Korrektur abmühen. Mein Mitgefühl hat sie schon heute!!


Und ich empfehle dir, den ganzen Abschnitt an dieser Stelle zu löschen.
Warum fängst du nicht mit dem gemütlichen Familienabend an, der in Mord und Horror endet? Danach kannst du diese Szene immer noch einbauen, aber dann ist sie chronologisch richtig. Und dann kannst du auch das einbauen, was hier absolut fehlt: Melissas Reaktion auf die Ermordung ihres Mannes. Schock. Ungläubiges Entsetzen. Das "ES KANN NICHT SEIN ER KANN NICHT TOT SEIN DAS IST NICHT MÖGLICH"-Gefühl, das sie jetzt eigentlich pausenlos haben müsste. Das, was uns Mitleid mit ihr empfinden lassen würde, statt über Fußpilz nachzudenken. Und ganz wichtig: der Name ihres Mannes. Erinnerungsfetzen.
 

Ich wollte mit der Rückblende eigentlich die Spannung steigern  :the_brow:! Hat leider nicht funktioniert. Die Rückblende als Einstieg ist bei allen Teufeln durchgefallen. Daher wird das Kapitel 1 nun zu Kapitel 3 und jetzt, da ihr mir die Augen geöffnet habt, erscheint es mir selbst auch viel stimmiger so rum.
Allerdings habe ich dann schon wieder das nächste Problem :blush:!
Wenn ich also mit dem Mord beginne (also nicht sofort, sondern so wie von dir oben beschrieben . . . im Prinzip genau so wie ich es auch in der Rückblende geschrieben habe, netter Feierabend endet im Horrorszenario), wie kann ich dann noch die Vernehmung gestalten? Kommissar Rüppert ist eine wichtige Figur in dem Roman. Ich würde die Vernehmungsszene schon gerne einbauen.  Aber ich will nicht Details wiederholen, die der Leser dann ja schon selber "erlebt" hat. Reicht es an der Stelle dann aus, zu sagen "Stockend berichtete ich dem Kommissar von dem Grauen der Nacht . . ." ohne tatsächlich noch mal zu erwähnen, was Melissa erlebt hat?


Hier wirfst du die Reihenfolge durcheinander.

Zitat
Als ich mein Zimmer betrat schrak ich zusammen. Ein fremder Mann saß auf einem der beiden Stühle, die an dem kleinen Tisch vor dem Fenster standen. Der Stuhl war zu niedrig für seine langen Beine, so dass er in eigenartiger Schräglage auf der Sitzfläche hing, um die Beine seitwärts ausstrecken zu können.
Eilig raffte ich das schürzenähnliche Leihnachthemd hinter meinem Rücken zusammen und kletterte zurück ins Bett.
Der Mann hatte sich bei meinem Eintreten erhoben. Er wartete bis ich mich wieder in die Bettdecke gehüllt hatte, bevor er mir die Hand hinstreckte.

Du hast ja Recht und ich hab wieder was dazu gelernt, worauf ich künftig mehr achten muss!  :dops:

Ich bin keine Expertin, aber ich glaube, dass die Polizei keine ungeduldigen Leute schickt, wenn es darum geht, Überlebende eines Mordanschlags zu befragen. Ich glaube, dass sie dafür psychologisch gut ausgebildete Beamte schickt, die dem Opfer nicht das Gefühl geben, jetzt aber bitte mal anständig funktionieren zu müssen.

Ich weiß, dass die Polizei die meisten Morde entweder in den ersten 48 Stunden aufklärt oder es wird zäh  mit den Ermittlungen (so steht es in verschiedenen Fachbüchern). Der Mord ist bei der Befragung schon fast 36 Stunden her. Eine Befragung war bislang nicht möglich, weil die Prota unter Schock stand und mit Medis ruhig gestellt wurde. Daher denke ich schon, dass sich auch bei erfahrenen Beamten eine leichte Ungeduld einstellen könnte. Aber ich muss das noch mal drüber nachdenken, wie ich das aus Sicht der Prota rüberbringen kann.

Ganz vielen Dank auf jeden Fall! Wieder mal eine Röstung, die mich in die richtige Bahn gestupst hat!


Offline Schreibsuse

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Re: Dark Watch; Kapitel 1
« Antwort #8 am: 07 Juni 2018, 17:30:46 »
Hallo Zitatus,

auch dir ganz lieben Dank für deine konstruktive Hilfe!

Filterkaffee kann recht aromatisch und somit gut riechen. Das ist wohl nicht die Stimmung, die Du erzeugen möchtest. Evtl. solltest Du ihn als erstes in die Aufzählung nehmen und ihm das Atribut abgestanden zuweisen. Den Begriff "Sterillium" finde ich sperrig. Ein Ich-Erzähler redet ja mehr umgangssprachlich.
Zitat


Der Filterkaffee tauscht mit dem Kantinenessen den Platz, kein Problem (das war ja einfach  :cheese:), aber für das Sterillium fällt mir kein Ersatz ein. Sterillium ist für mich DER dominierende Geruch in Krankenhäusern. Deshalb fühl ich mich auch immer sofort krank, so bald ich das rieche. Daher muss es wohl bleiben.



Wortdoppler "Frage". In diesem Satzkonstrukt wirkt das nicht elegant. Durch Umstellung könnte das straffer wirken.
Zitat

Danke für den Hinweis. Beim Drüberlesen sind mir nun so einige Wortdoppler aufgefallen. Wird geändert!

Auch deine Hinweise zum Infodump nehme ich an und überarbeite neu!

Ich hab mir alle Eure Röstungen ausgedruckt und arbeite sie noch mal in Ruhe ab!

Vielen, vielen Dank!!

Für heute muss ich es gut sein lassen. Hier sind über 30 Grad in meinem Büro und mir verklumpen gerade die Synapsen  :aah: :aufgeb:

Offline Schreibsuse

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Re: Dark Watch; Kapitel 1
« Antwort #9 am: 07 Juni 2018, 17:38:01 »
An alle lieben Teufelchen, die so fleißig meinen Text geröstet haben: DANKE!
Ich schreibe morgen mehr dazu. Für heute geht bei mir nix mehr! In meinem Büro ist es so heiß wie in der Hölle :hell:!!

@ Ayira
Dir schon mal vorab: Ich freu mich über dein positives Feedback! Besonders, da du ja gerne Thriller liest! Morgen mehr! :jubel:

@Quisille
Wow! Hast du mal drüber nachgedacht einen Schreibratgeber zu schreiben?
Tipps von unschätzbarem Wert! Ich versuche alles umzusetzen und antworte morgen noch mal ausführlicher.

@Trippelschritt
Ich freu mich riesig, dass dir der Text an sich gefällt. Leider wäre es tatsächlich nun mit der Rückblende über 2 Kapitel weitergegangen, daher ist dieses Kapitel schon hinter den Mord gerutscht. Danke dir für dein Feedback!

Offline Schreibsuse

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Re: Dark Watch; Kapitel 1
« Antwort #10 am: 08 Juni 2018, 06:38:49 »
Hallo Ayira!


Mir gefällt der Text an sich ganz gut. Er liest sich flüssig und gibt die Verzweiflung/Trauer/den Schock deiner Prota wieder.

Das freut mich natürlich erstmal, dass dich die Stimmung der Prota erreicht hat!  :whee:

Interessant wäre ggf. noch gewesen, zu erfahren, wo dieses Kapitel im Handlungsstrang ist. Ich habe die Szene mit dem Antagonisten nicht mehr ganz im Kopf; war das der Prolog und nun folgt direkt im Anschluss dieses 1. Kapitel?

Richtig! Dies ist (nein . . . war!) das erste Kapitel nach dem Prolog. Dieses Kapitel rückt nun allerdings nach hinten.

2) auf ein paar Adjektive/Zusätze könntest du auch verzichten, da der Text auch so funktioniert:
Vielen Dank für den Hinweis. Ich habe bislang eher so aus dem Bauch heraus geschrieben ohne wirkliche Kenntnis von Schreibtechnik. Ich habe die Sätze kurz und knapp gehalten, wenn Action angesagt ist, weil es sich da stimmig angefühlt hat. Ich habe keine Ahnung ob das korrekt ist, aber deshalb bin ich ja so dankbar, wenn ich von Euch lerne, wie man es richtig macht! Wenn ich eine Szene habe, in der die Prota erschöpft und das Tempo gedrosselt ist, habe ich die Sätze entsprechend länger gestrickt und mehr Details eingebaut. Aber ich bin wohl über das Ziel hinaus geschossen.

Und, noch eine Erbse:
»Ich werde das Gespräch aufzeichnen? In Ordnung?«
Die Feststellung klang wie eine Frage, aber mir war klar, dass ich ihn wohl kaum durch ein Veto davon abhalten konnte. Ich beantwortete daher seine rhetorische Frage wieder nur mit einem schwachen Nicken.
Du hast, vor allem in der letzten Hälfte, Absätze nach direkter Rede drinnen, die m.M. nach nicht sein sollten/müssten, weil der Satz, der folgt, sich ja noch auf den Sprecher der Rede bezieht.

Ja, da hast du Recht und dies ist hier auch mehrfach angesprochen worden. Ich schreib es mir hinter die Ohren  ;D!
Absatzformatierung und Kennzeichnung der wörtlichen Rede wird überarbeitet.

Hab ganz lieben Dank für dein Feedback!!
Wie immer war es sehr hilfreich!   :hach:

Offline Schreibsuse

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Re: Dark Watch; Kapitel 1
« Antwort #11 am: 08 Juni 2018, 07:12:46 »
Hallo Quisille!

Deine Röstung ist der Knaller! Da steckt so viel drin, was von mir erst erarbeitet werden will (google, google . . .  ; :blush:),  dass ich fürs Wochenende erstmal beschäftigt bin  :cheese:!
Ich gehe daher hier auf die einzelnen Röstpunkte im Detail nicht weiter ein.

Du hast hier einen Thriller, ein Opfer, das als Ich-Erzählerin auftritt, einen Kommissar, den man eher bei Mystery erwartet hätte.
Interessant.

Verrätst du mir vielleicht noch, warum du den Kommissar eher bei einem Mystery erwartet hättest? Das war eigentlich nicht meine Absicht  :the_brow:

Ich werde all deine Röstpunkte durcharbeiten und versuchen sie umzusetzen. Das war eine geballte Ladung Input! Erzählreihenfolge und Kenntlichmachung des Sprechers wurden auch in anderen Röstungen angesprochen. Ich arbeite dran!
Deine Röstung beinhaltet so viele Denkanstöße für mich. Großartig! Wichtig für mein gesamtes Schreibprojekt und nicht nur für das eine Kapitel!

Hab ganz lieben Dank!!! :bluemelein:




Offline Zitatus

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Re: Dark Watch; Kapitel 1
« Antwort #12 am: 08 Juni 2018, 07:49:24 »
aber für das Sterillium fällt mir kein Ersatz ein. Sterillium ist für mich DER dominierende Geruch in Krankenhäusern.
Sterillium ist eine Produktmarke. Wie Tempo. Tempo kannst Du durch Taschentuch ersetzen. Sterillium ist nichts anderes als ein (Hand-)Desinfektionsmittel. Und obwohl das beim laut Ausprechen der längere Begriff ist, würde Otto-Normal vermutlich "Desinfektionsmittel" oder "Krankenhausputzzeugs" sagen. Der Markenname ist meines Wissens nicht geläufig. Aber das ist nur meine subjektive Einschätzung.
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Offline Ayira

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Re: Dark Watch; Kapitel 1
« Antwort #13 am: 08 Juni 2018, 07:57:11 »
Hallo Schreibsuse,

ich greif mal diese Frage auf, weil sie wohl dein größtes, momentanes "Dilemma" zu sein scheint:

Zitat
Allerdings habe ich dann schon wieder das nächste Problem :blush:!
Wenn ich also mit dem Mord beginne (also nicht sofort, sondern so wie von dir oben beschrieben . . . im Prinzip genau so wie ich es auch in der Rückblende geschrieben habe, netter Feierabend endet im Horrorszenario), wie kann ich dann noch die Vernehmung gestalten? Kommissar Rüppert ist eine wichtige Figur in dem Roman. Ich würde die Vernehmungsszene schon gerne einbauen.  Aber ich will nicht Details wiederholen, die der Leser dann ja schon selber "erlebt" hat. Reicht es an der Stelle dann aus, zu sagen "Stockend berichtete ich dem Kommissar von dem Grauen der Nacht . . ." ohne tatsächlich noch mal zu erwähnen, was Melissa erlebt hat?

Zitat
Reicht es an der Stelle dann aus, zu sagen "Stockend berichtete ich dem Kommissar von dem Grauen der Nacht . . ."
Um Gottes Willen, nein!  :bettel: Tu das bloß nicht!  :mob:
Du darfst nicht vergessen, es sind zwei unterschiedliche Sichtweisen. Bei der Tat war sie unmittelbar betroffen. Wenn da überall Blut oder Hirnmasse (z.B. Kopfschuss, keine Ahnung, wie du ihren Mann umbringst) an der Wand klebt, wird ihre ganze Aufmerksamkeit da liegen. Und auf ihrem toten Mann. Der Schock kann so tief sein, dass sie verzweifelt versucht zu "reanimieren" - oder zumindest "aufzuwecken", obwohl z.B. der halbe Kopf schon fehlt. Auf Details wird sie in dieser Situation nicht achten; die können aber sehr wohl später auftauchen. Vielleicht auch nicht gleich in Kapitel 3 (also diese Szene hier), aber sie hat hier die Möglichkeit, alles noch einmal durchzustehen. Natürlich verbunden mit all den Gefühlen, dem Grauen, der Angst, dem Ekel ... du kannst sie hier dann richtig leiden lassen. Damals kann ich mir vorstellen, dass sie bald die Besinnung verloren hat. Und: Da es sich da um eine "Action-Szene" handelt, hast du keine Zeit für ausführliche "Beschreibungen" - vergiss das Erzähltempo nicht! Wenn du es geschickt anstellst, erlebt sie das "Gleiche" auf zwei unterschiedlichen Arten. Das wäre das Ziel.
Und damit du nicht ins Infodumping kommst, wenn sie dem Kommissar alles erzählt, kann dieser z.B. im Verlauf der Vernehmung "ungeduldig" werden und ihr wird alles zu viel (verständlich), sie beginnt wieder zu blockieren und all die wichtigen Details verschwinden (erstmal). Was für ihn nochmal zermürbend ist.

Liest du selber Thriller?
Ich persönlich liebe ja Karen Rose. Die Ermittlungsarbeit finde ich sehr genau, den Prozess, wie Informationen zusammengetragen und Leute vernommen werden, sehr gut. Gibt sicher auch "noch bessere", ist ja immer Geschmackssache. Aber ich mal ihre Charaktere und den den Romantic Suspense zwischen ihren Protagonisten ... :cheese: Man merkt, dass sie mit Polizisten zusammengearbeitet hat, um einen direkten Einblick in deren Arbeit zu bekommen - ich finde es sehr gut rübergebracht. Mag Mainstream sein, aber für mich ist es ein Vergnügen, ihre Bücher zu lesen. Darauf kommts mir an.

Hoffe, ich konnte dir etwas helfen
lg Ayira
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Quisille

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Re: Dark Watch; Kapitel 1
« Antwort #14 am: 08 Juni 2018, 09:08:36 »
Du hast hier einen Thriller, ein Opfer, das als Ich-Erzählerin auftritt, einen Kommissar, den man eher bei Mystery erwartet hätte.
Interessant.

Verrätst du mir vielleicht noch, warum du den Kommissar eher bei einem Mystery erwartet hättest? Das war eigentlich nicht meine Absicht  :the_brow:

Bitte sei nicht beunruhigt. Dadurch, dass die Ich-Erzählerin eben NICHT der Kommissar ist, sendet der Text durchaus Thriller-Signale aus. Ein Kommissar gehört zum Standard-Personal eines Whodunnits. In Thrillern findet man diese Figur natürlich ebenfalls (wenn auch nicht immer, vielleicht noch nicht mal im überwiegenden Teil der Fälle). Deine erste Szene sendet folgende Signale aus:

  • Es ist ein Mord passiert, wir haben bereits von Zeile eins an die erste Leiche => Genremerkmal Mystery (wenn auch nicht verpflichtend).
  • Gleich in der ersten Szene liegt ein starker Fokus auf der Aufklärung des Mordes (Kommissar). => Genremerkmal Mystery.
  • Personaler Ich-Erzähler, damit einhergehend ist die Information, die dem Leser zur Verfügung steht, stark eingeschränkt. => Genremerkmal (unter anderem von) Mystery

Allerdings auch diese Signale:

  • Die Perspektivträgerin (und wie ich mutmaße, Protagonistin) ist sofort einer Bedrohung ausgesetzt in Form der Befragung. => Genremerkmal Thriller.
  • Die Protagonistin ist nicht diejenige, die die Aufklärung der Tat vorantreibt => Fokus liegt auf anderen Dingen als der Aufklärung, starker Hinweis auf Thriller.
  • Auftakt der Story liegt NACH der Entdeckung des Verbrechens. => Starker Hinweis auf Thriller. Ist in Mystery zwar denkbar, aber aus gutem Grund eher selten anzutreffen: Bei Mystery rätselt der Leser mit, und es wäre unklug, ihm Informationen vorzuenthalten, die der Kommisar bereits hat.

Der letzte Punkt ist einer der Gründe, warum ich der Meinung bin, dass die Entscheidung. die Story im Krankenhaus beginnen zu lassen, goldrichtig sein kann. Bei Mystery ist die erste handlungsrelevante Änderung meist das Verbrechen, das es aufzuklären gilt. Bei Thriller ist die erste handlungsrelevante Änderung das Eintreten der Bedrohungssituation. Die scheint mir bei Deinem Projekt erst im Moment der Befragung einzutreten. Natürlich sind das alles nur Mutmaßungen meinerseits, ich kenne ja den Rest des Texts nicht. ;)

Wie dem auch sei, insgesamt würde ich nach dem Einstieg, den Du hier eingestellt hast, sagen, wir haben hier einen Genremix aus Thriller und Mystery, denn die Aufklärung des Verbrechens wird mit großer Wahrscheinlichkeit eine wichtige Rolle spielen. Zum Thriller wird es dann, wenn die Aufklärung einen wesentlichen Anteil an der Bedrohungssituation hat. Und dafür sehe ich erste Anzeichen, schon in der ersten Szene.

Ich kann die Gründe, die die Röster gegen das Präsentieren des Verbrechens in Rückblende genannt haben, durchaus nachvollziehen. Insofern folge ich einfach mal gespannt der Diskussion. Apropos, in THE FUGITIVE, das ich ja schon zitiert habe, wird das Verbrechen auch in Rückblenden erzählt, und zwar in sehr kurz geschnittenen Szenchen, teilweise in Mini-Montagen. Du wärest also in guter Gesellschaft. :cheese:

Liebe Grüße
Quisille

Offline Ayira

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Re: Dark Watch; Kapitel 1
« Antwort #15 am: 08 Juni 2018, 09:25:11 »
Da hake ich noch mal gleich ein:

Was, wenn sich deine Prota wegen des Schocks erstmal kaum erinnern KANN? dann gibt's ja nicht viele bzw. keine langen Rückblenden. Sie versucht es, erinnert sich vllt. sogar an was - aber dann macht sie dicht, weil sie nicht mehr kann?
Der Kommissar wird dann zu einem fast schon steten Begleiter, in der Hoffnung noch mehr herauszukitzeln. Mach sie zur Schlüsselfigur, um den Mord aufuklären.

Keine Ahnung, ob das zu deiner Geschichte passt?
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Offline Lilith

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Re: Dark Watch; Kapitel 1
« Antwort #16 am: 08 Juni 2018, 10:46:06 »
Nur ganz kurz, weil mir hier eine Begriffsverwirrung vorzuherrschen scheint: Der englische Mysterybegriff ist nicht mit dem deutschen zu verwechseln! Im Deutschen ist Mystery ganz klar mit Fantasy- und Horrorelementen durchsetzt, im Englischen meint es schlicht eine Sorte von Kriminalliteratur, bei der es ein Rätsel ("mystery") zu lösen gilt. Sowas würde man im Deutschen als Mystery/Thriller-Mix bezeichnen. Worauf Quisille genau hinaus will, ist mir nicht ganz klar geworden, weil der Thriller ein Subgenre von Kriminalliteratur ist, und Klassiker wie "Das Schweigen der Lämmer" oder "Shutter Island" bedienen sich genauso Ermittlungshintergründen wie viele, viele moderne Thriller auch.
Aber das gehört dann in eine eigene Diskussion.

Ich möchte den Thread nicht sprengen und bin an dieser Stelle wieder still. :b2:

Edit: Link vergessen.
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Offline Schreibsuse

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Re: Dark Watch; Kapitel 1
« Antwort #17 am: 08 Juni 2018, 10:58:39 »
Hallo Ayira,

Der Kommissar wird dann zu einem fast schon steten Begleiter, in der Hoffnung noch mehr herauszukitzeln. Mach sie zur Schlüsselfigur, um den Mord aufuklären.
Keine Ahnung, ob das zu deiner Geschichte passt?

Ein interessanter Ansatz!! Leider passt er eher nicht zu meiner Story :-(.
Anders als beim Krimi, steht die Aufklärung des Verbrechens nicht im Vordergrund. 
Die Tat muss tatsächlich direkt an den Anfang (wird jetzt verschoben ins Kapitel 1, vorher in Kapitel 3), denn sie ist nur der Startschuss für die kommenden Ereignisse, nicht aber der Kernpunkt der Handlung.
Aber vielen Dank für die Anregung! Brainstorming bringt immer irgendetwas Nützliches. Auch wenn es an dieser Stelle keine Anwendung findet. Die Idee mit der Erinnerungslücke reizt mich dennoch!!

Offline FF

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Re: Dark Watch; Kapitel 1
« Antwort #18 am: 08 Juni 2018, 11:16:45 »
Es gibt auch Dinge, die ein Opfer bzw. ein/e Hinterbliebene/r vielleicht nicht aussprechen KANN, obwohl die Erinnerung keineswegs aussetzt. Im Gegenteil. Es auszusprechen, macht aus einer furchtbaren Erinnerung eine grauenhafte Realität, der man sich zu diesem Zeitpunkt einfach noch nicht stellen kann. Ich finde es in Filmen und Büchern immer extrem unglaubwürdig, wenn jemand kurz nach der brutalen Ermordung eines Familienmitglieds darüber sachlich und zusammenhängend berichten kann.
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Offline Schreibsuse

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Re: Dark Watch; Kapitel 1
« Antwort #19 am: 08 Juni 2018, 11:56:04 »
@ Zitatus
Handdesinfektionsmittel . . . so einfach kann das sein!  :cheese: Ich bin wirklich nicht drauf gekommen! Danke!

@Lilith
1000 Dank! Ohne deinen Hinweis hätte ich den Beitrag von Quisille tatsächlich komplett falsch verstanden!  :cheerful:

@Ouisille
Ganz kurz zum Verständnis der Handlung:

Es beginnt mit dem Mord an dem Ehemann der Protagonistin (Melissa). Sie wird von den Tätern verschont und kommt nach der Tat mit Schock ins Krankenhaus, wo sie dann irgendwann von der Polizei befragt wird. (Hier hab ich nun das Problem, durch das Verschieben des Kapitels, dass ich die Befragung eigentlich nicht mehr wirklich schildern möchte, da der Leser die Tat ja selber erlebt hat.)
Nachdem die Prota entlassen wird ereignen sich in ihrem Leben seltsame Dinge, die sie an ihrem Verstand zweifeln lassen und sie in panische Angst versetzen . . . und das ist der eigentliche Kern der Geschichte. Kommissar Rüppert spielt zwar sekundär eine Rolle (er nimmt sie irgendwann ebenfalls nicht mehr für voll; hält sie für hysterisch, was ja ein verzeihliches Verhalten ist, als Opfer eines Gewaltverbrechens. . . was dazu führt, dass die Prota der Geschichte völlig allein gegenüber steht). Ab Mitte des Romans wird die Prota kämpferisch! Sie versucht die Sache in die eigene Hand zu nehmen. Die Aufklärung für Melissa und den Leser (nicht für die Polizei) geschieht nach etwa nach 2/3 des Romans. Dann beginnt für Melissa die Uhr zu ticken.

Das war der ganz grobe Riss über den Plot. Ich hoffe, wir sind doch noch beim Genre "Thriller", denn das sollte es eigentlich schon sein!

@FF
Es gibt auch Dinge, die ein Opfer bzw. ein/e Hinterbliebene/r vielleicht nicht aussprechen KANN, obwohl die Erinnerung keineswegs aussetzt. Im Gegenteil. Es auszusprechen, macht aus einer furchtbaren Erinnerung eine grauenhafte Realität, der man sich zu diesem Zeitpunkt einfach noch nicht stellen kann. Ich finde es in Filmen und Büchern immer extrem unglaubwürdig, wenn jemand kurz nach der brutalen Ermordung eines Familienmitglieds darüber sachlich und zusammenhängend berichten kann.

Ja, da hast du absolut Recht! Ich werde das in der Befragungsszene unbedingt berücksichtigen!
Vielen Dank!
« Letzte Änderung: 08 Juni 2018, 12:19:06 von Schreibsuse »

Offline Ayira

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Re: Dark Watch; Kapitel 1
« Antwort #20 am: 08 Juni 2018, 12:25:29 »
Melissas Antworten können dann bei der Befragung sehr knapp sein. Es fällt ihr schwer, es auszusprechen, verdrängt so gut es geht. Es bereitet ihr Qualen, darüber zu reden. Wenn das authentisch rübergebracht wird, wird die Wiederholung den Leser nicht abschrecken, da du es auf einer anderen Weise bringst. Und da sie ja in der Vergangenheit schon mal ähnliche Erfahrungen machen durfte, kann sie schlicht mit der Dauer der Vernehmung auch etwas "bockig" werden - und einfach nicht mehr wollen.
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Offline Trippelschritt

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Re: Dark Watch; Kapitel 1
« Antwort #21 am: 09 Juni 2018, 11:40:25 »
Du hast immer noch alle Optionen offen. (Das ist übrigens genau der Grund, warum Anfänge so verdammt schwierig sind, wenn man erst einmal anfängt darüber nachzudenken.)

- Du kannst mit der Tat beginnen, dann entfällt die Schilderung des Verhörs.
- Du kannst auch mit der Einlieferung ins Krankenhaus beginnen. Dann erfährt der Leser nichts über die Tat, wohl aber etwas über Auswirkungen.
- Du kannst auch mit dem Verhör beginnen und abbrechen wenn es anfängt langweilig zu werden.

Wähle die Möglichkeit, die Dir am besten liegt. Alle drei beginnen mit etwas, das in direkter zeitlicher Nähe der Tat liegt. Wenn Du es nict herausbekommst, schreibe drei Anfänge und nimm dasn, was Dir am besten gefällt.

Mir geht es zur Zeit ähnlich. Und lass Dir Zeit beim neuen Anfang.

Viel Erfolg
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Womit kann der alte Vol Jin euch helfen

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Re: Dark Watch; Kapitel 1
« Antwort #22 am: 11 Juni 2018, 12:10:05 »


Wähle die Möglichkeit, die Dir am besten liegt. Alle drei beginnen mit etwas, das in direkter zeitlicher Nähe der Tat liegt. Wenn Du es nict herausbekommst, schreibe drei Anfänge und nimm dasn, was Dir am besten gefällt.

Mir geht es zur Zeit ähnlich. Und lass Dir Zeit beim neuen Anfang.


Vielen Dank für den Tipp! 2 von 3 möglichen Anfängen hab ich schon. Dann kann ich mir jetzt auch noch die Mühe machen Nummer 3 zu schreiben. Und dann mal schauen!