Autor Thema: Aufstand  (Gelesen 133 mal)

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Offline Uli

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    • Uli Moll
Aufstand
« am: 16 April 2018, 21:51:53 »
ay Teufels,

mal ganz was anderes - ein Text, der gar furchtbar kompliziert ist, aber dafür erfrischend wenig Inhalt aufweist, in schneller Manier zu lesen ist und ...
eben. Poetischer Slam, Wortklauberei, sowas in der Art.
Keine Ahnung, ob so etwas röstfähig ist, aber .. Versuch macht kluch.
Howauchever, viel Spass mit

anständige aufstände
Man steht auf, wenn alte Damen sitzen sollen, das gebietet der Anstand - ein Aufstand der Anständigen, das anständige Aufstehen.

Wer so wieder stand, wegen des Anstandes, also nicht Sitzenbleiber angesichts eines Notstandes sein wollte, sondern Not durch das Angebot des Sitzes linderte, widersetzte sich der Notlage, legte Anstand an den Tag und stand, in der Lage dies erhobenen Hauptes zu tun.

Erhebend, wie erhaben ein erhobenes Haupt, nach dem Erheben anderer Teile aus dem Sitz, kühn über dem Niederen ausharren, ohne weiteres Aufsehen.

Der Umstand, dass Umstehende dem erhabenen Aufstehen ihr Augenmerk verweigern, also ebenfalls nicht aufsehen, geschweige denn, solches zu erregen, schadet der Erhabenheit des aufmerksam gewesenen Aufständischen keineswegs, im Gegenteil: Es erzeugt dies für den, der allein sich erhebt und steht, ein Alleinstellungsmerkmal, was allein ihm zusteht.

Eine gewisse Haltung gehört dazu, die aufrechte Haltung anzunehmen, und, erhebt man sich beispielsweise in einem Omnibus, ist ein fester Halt angeraten, um Haltung zu bewahren.
Denn aufrechte Haltung ohne festen, stabilen Halt ist schwer zu halten, und schnell wird aus anständigem Aufstand zielloses Umherstolpern. 
Darum bedarf der Anständige mit der Absicht aufzustehen steht's der Um- und Vorsicht, einen Halt auszumachen, um sodann diesen und Haltung einzunehmen und bewahren zu können.

Voreiliges Erheben zu einer Haltung oder gar eines Standpunktes kann, so lehrt es die Geschichte, kaum auf anständige Aussichten rechnen, und mit erhebender Erhabenheit schon gar nicht.
Solch ein Vorhaben bedingt, der Nachhaltigkeit wegen, der Vor- und Voraussicht eines festen Haltes, den zu ergreifen man festen Willens sein soll.

So weit gediegen ist der Vorsatz, den Sitzplatz der alten Dame zuzueignen und den anständigen Aufstand erhebend zu wagen, um erhoben sodann sich hinzustellen und fest, da mit geeignetem Halt versehen, den Rest der Fahrt erhaben zu sein, da heißt es 
ˋFriedhof, Nordeingang´ und die Alte entsteigt dem Bus.

Da steht man dann da wie sitzengelassen. 

cheers, Uli

Offline Schreibsuse

  • Höllenhund
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Re: Aufstand
« Antwort #1 am: 17 April 2018, 07:45:51 »
Hu hu Uli!

ay Teufels,

mal ganz was anderes - ein Text, der gar furchtbar kompliziert ist, aber dafür erfrischend wenig Inhalt aufweist, in schneller Manier zu lesen ist und ...
eben. Poetischer Slam, Wortklauberei, sowas in der Art.


In der Tat ein komplizierter Text. Mir hat´s beim Lesen fast die Synapsen verknotet  ;D
Dein Beitrag würde bei einem Poetry Slam ganz sicher gut ankommen. Da ich aber kein Slam Poet bin, versuche ich auch gar nicht erst daran herum zu rösten. Das ist halt was ganz Eigenes.

Aber soviel . . . mir hat´s gefallen  :applaus: