Autor Thema: Was lest ihr gerade? (2018)  (Gelesen 4915 mal)

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Offline Lilith

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Was lest ihr gerade? (2018)
« am: 02 Februar 2018, 10:51:45 »
*entstaub*

Auch wenn der letzte Thread es nicht zu großer Beliebtheit gebracht hat: Lesen schadet nie. ;D
Also, liebe Teufel, was lest ihr gerade, was habt ihr in diesem Jahr schon alles gelesen?

Mein Jahr hat begonnen mit der Lektüre von Kristin-Neffs Selbstmitgefühl, für mich wohl das wichtigste Buch des Jahres, obwohl ich exakt keine guten Erwartungen an es hatte. Es hat mir dann schnell das Gegenteil bewiesen und mich sehr beeindruckt, würde es jedem weiterempfehlen, das Thema kann man eigentlich nicht ernst genug nehmen.

Parallel dazu habe ich meine Nase in Der Prophet, Der Narr und Der Wanderer von Khalil Gibran versenkt - ein Überraschungsfund im Bücherschrank. Von Gibran wollte ich schon länger mehr lesen, seit ich über "Von der Liebe" gestolpert war und damit bot sich die perfekte Gelegenheit. Ich bereue es nicht, im Gegenteil.

Um der Harmonie entgegenzusetzen, gab's zuletzt Drei Meter unter Null von Marina Heib obendrauf. Ein Thriller aus Täterperspektive, für den mir ab der Hälfte eine überraschende Wendung versprochen wurde, die den zähen Einstieg mehr als wett machen würde ... Die ich leider schon lange vorher erraten hatte - überraschend kam für mich da nichts daher und auch wirklich spannender wurde es dadurch für mich nicht. Gut, meine Vermutung war doch krasser als das, was mir die Autorin schließlich als Auflösung bot, die Stoßrichtung blieb jedoch dieselbe. Insgesamt finde ich einige psychologische Schwächen, gerade durch das eher absurde Ende. Dennoch sticht es allein durch die ungewöhnliche Perspektive etwas aus dem Einheitsbrei heraus.

Und ich mache mich dann über An einem Tag im November von Petra Hammesfahr her.
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Offline Ayira

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Re: Was lest ihr gerade? (2018)
« Antwort #1 am: 02 Februar 2018, 12:22:22 »
Ich habe dieses Jahr wieder mit Harry Potter angefangen; stecke derzeit in Band 4. Zwischenzeitlich habe ich es mit Hohlbeins "Der Greif" versucht, bin aber nicht weit gekommen. Es war/ist ein rasanter Einstieg, aber irgendwie hatte ich das Gefühl, nie genau zu wissen, wovor der Prota eigentlich wegrennt.

Und dann bin kürzlich über ein Buch gestolpert, das "Ich bin Profilerin" heißt. Eine Lebensgeschichte einer 40-jährigen Hausfrau, die durch einen psychopathischen Untermieter ihre Berufung entdeckt hat, sich mit Profiling auseinanderzusetzen.
Sehr gut geschrieben. Ich bin noch immer schockiert. Die ungelösten Fälle, die sie bearbeitet, sind zwar hinsichtlich des Täters "gelöst" - allerdings wurde dieser einerseits nicht von der Exekutive verfolgt, oder von der Legislative angeklagt. Sexualstraftäter und Psychopathen erfreuen sich nach über 20 Jahren noch immer ihrer Freiheit.
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Offline felis

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Re: Was lest ihr gerade? (2018)
« Antwort #2 am: 02 Februar 2018, 22:08:30 »
Ich lese gerade das mit Abstand beste Buch seit Jahren und die gute Nachricht es hat unfassbare 1600 Seiten. Deshalb bin ich schon seit 4 Wochen dran.
„Infinite Jest“/ Unendlicher Spaß ist ein kurz vor der Jahrtausendwende geschriebener Near Future scifi-Roman, in dem es um die ultimative Unterhatung geht. Der Roman strotzt nur so vor liebevoll ausgemalten Entwicklungen, detailliert, aber keine Sekunde langweilig beschrieben.
Foster Wallace ist m. E.  einfach ein Genie. Wenn ihr glaubt, eine Terrororganisation, die aus Rollstuhlfahrern besteht, sei eine eher absurde Idee, dann müsst ihr unbedingt die Szene lesen, in der F.-W. Beschreibt, mit welcher brutalen Effizienz die afr ( assassins aux fauteuils Rolants) einen Anschlag durchziehen. Danach gruselt ihr euch wochenlang, wenn ihr irgendwo einen Rollstuhlfahrer seht!

Und dann noch diese Sprachgewalt: die deutsche Übersetzung hat völlig zu Recht Preise abgeräumt. Auf Englisch würde ich den Roman vermutlich aufgrund des gewaltigen Wortschatzes gar nicht lesen können.
Und dann sind da auch noch Formulierungen wie Sahnehäubchen auf Bayleysbällchen drin, wenn ihr versteht, was ich meine. :devwink:

Nachdem ich zunächst in eine tiefe Schreibdepression verfallen bin - niemals werde ich SO schreiben können  :flenn: verneige ich mich mittlerweile in Ehrfurcht vor F.-W.s Können, vergebe 6 von 5 Röstgabeln und eine unbedingte Leseempfehlung für diesen Geniestreich von Roman!
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Offline Lilith

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Re: Was lest ihr gerade? (2018)
« Antwort #3 am: 02 Februar 2018, 22:12:40 »
Hach ja, Infinite Jest wollte ich mir auch schon lange gönnen. Danke für die Erinnerung, felis! :cheerful:
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Offline eska

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Re: Was lest ihr gerade? (2018)
« Antwort #4 am: 03 Februar 2018, 00:02:57 »
Zitat
Nachdem ich zunächst in eine tiefe Schreibdepression verfallen bin - niemals werde ich SO schreiben können  :flenn:
Oh ja.
Das geht mir auch manchmal   immer wieder so. Und trotzdem tut es gut, denn wie deprimierend ist es, sich gar nicht mehr ins Lesen versenken zu können, weil man dabei alle vorhandenen Schwächen eines Textes aufdeckt...

Gerade heute abend fertig geworden: 'Augustus' von John Williams, (endlich mal wieder ein echter historischer Roman, nicht dieses flache Genregemantsch aus Abenteuer und Liebe), in Briefform von verschiedensten Erzählern mit schön unterschiedlichen Stimmen. Sehr nachdenkliche Sätze darin. Es macht mir Lust auf 'Stoner' und 'Butcher's Crossing', die schon ca. ein Jahr auf mich warten.

Die Lektüre davor: 'Bühlerhöhe' von Brigitte Glaser. Auch zu empfehlen. Ein interessantes Setting (ein Schwarzwaldhotel, das Adenauer als Gast erwartet, auf den ein Anschlag verübt werden soll, den ausgerechnet eine ex-deutsche Israelin ohne vorherige Geheimdiensterfahrung vereiteln soll), spannende Wendungen, im Gedächtnis bleibende Figuren und ein gelungenes Gemisch aus Introspektive, Erinnerungen und (teilweise rasanter) Handlung.

Kurz zuvor zum Xten Mal wieder gelesen: Kauffahrers Glück/Merchanter's Luck von C.J. Cherryh. Ich hab es nicht so mit SciFi, aber das ist auch nur der Hintergrund für eine tolle Geschichte, vordergründig Beziehung/Liebe, aber in erster Linie Psychologie. Zumindest lese ich es so.

In 'Das Spiel des Engels', Carlos Ruiz Zafon, bin ich steckengeblieben. Wirkt sehr ähnlich wie der erste Roman 'Der Schatten des Windes'. Viel Mystery, viel Zufall...

Ken Folletts dritten Kingsbridge-Roman 'Das Fundament der Ewigkeit' fand ich enttäuschend. Keine der Hauptfiguren irgendwie mitreißend, die Handlung so konstruiert, dass alle großen Eckdaten der Zeit irgendwie vorkommen, ungeachtet jeglicher Wahrscheinlichkeit, alles gerne dramatisch-blutig. Naja. Hat ein paar nette Momente zwischendrin.

'Liverpool Street' von Anne C. Voorhoeve, ein historischer Jugend-Roman über die jüdischen Kindertransporte nach England, hat mich emotional zu sehr mitgenommen zum Fertiglesen (muss an mir gelegen haben), gefiel mir aber sehr gut. Sehr schöne Charakterzeichnung, angenehme Erzählstimme. Schon 'Einundzwanzigster Juli' war eindrucksvoll.

Demnächst mehr. Hoffe ich. :)




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Offline Rilyn

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Re: Was lest ihr gerade? (2018)
« Antwort #5 am: 03 Februar 2018, 02:34:16 »
1600 Seiten. :wiejetzt: :hell: :ichich:


Gelesen hab ich dieses Jahr noch nicht viel, jedenfalls nicht auf Papier:

Lauf, Jane, Lauf (Joy Fielding)
Guter Einstieg, aber rasch zu langatmig, stellenweise etwas vorhersehbar, und *hrm* ein paar peinliche Recherchefehlerchen, die der Geschichte als solcher nicht wehtun, aber ohne großen Aufwand vermeidbar gewesen wären. Sie hätten mich geärgert, hätte ich wie noch vor kurzer Zeit nicht Bescheid gewusst und die betreffenden Infos als gut recherchiert angenommen (wenn auch nicht für bare Münze, es ist und bleibt ein Roman), um später anderes herauszufinden.

Dazu ein Kapitel aus Tauchmedizin aktuell (Klingmann / Weidauer), ein paar aus Neurologie und Psychiatrie für Pflegeberufe (Haupt / Jochheim / Remschmidt), und die Hälfte von The Gift of Therapy (Irvin D. Yalom).

 :lesles:

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Offline Taurussieben

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Re: Was lest ihr gerade? (2018)
« Antwort #6 am: 15 März 2018, 20:18:54 »
Ich habe mich eine ganze Weile in den Schottischen Krimis von M.B. Beaton vergraben, die Hamish Macbeth Reihe (auf englisch aber gelesen). Kurzweiliger Krimispaß im Who-has-dunnit Stil, wenn es auch nicht die Raffinesse einer Christie ist.

Dann scheu ich mich gerade den nächsten Teil des Opus Magnum von Brandon Sanderson anzufangen, Stormlight Archives 3 - Oathbringer, sondern werde wahrscheinlich lieber in Moers Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr versinken, auch wenn die Kritiken dafür eher durchwachsen aussehen  :glotz:

Vielleicht doch lieber wieder Scie-Fi  :flenn:

Ah, und nebenbei noch: Hands-On Mobile App Testing: A Guide for Mobile Testers and Anyone Involved in the Mobile App Business, von Daniel Knott. Ziemlich cool, wenn man sich für Software Testing mit Schwerpunkt Mobile interessiert (oder muss).  :uhoh:
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Offline felis

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Re: Was lest ihr gerade? (2018)
« Antwort #7 am: 09 Mai 2018, 11:26:55 »
Ich muss hier mal Werbung machen:
Habe gerade The slow regard of silent things von Patrick Rothfuss ausgelesen und finde es großartig.
Es ist völlig abseitig (unmainstreamig - wofür sich der Autor in einem Nachwort rechtfertigt) aber magisch - wie Patricia McKillip in ihren besten Büchern und mit Abstand das Beste, was Rothfuss bislang verfasst hat, außerdem bei weitem die beste Fantasy, die ich in letzter Zeit in die Finger bekommen habe.
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Offline Rilyn

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Re: Was lest ihr gerade? (2018)
« Antwort #8 am: 09 Mai 2018, 12:23:33 »
Seit meinem letzten Posting hier:

Tana French
Totengleich, Schattenstill, Sterbenskalt, Geheimer Ort
Hörbücher beim Arbeiten nebenher. Da ich mit Hörbüchern kaum Erfahrung habe, will ich mich nicht dazu auslassen, ob die Bücher Längen haben oder es mir nur so vorkam; aber insgesamt mag ich sie.

Minette Walters
Der Nachbar
Der erste Roman der Autorin, den ich nicht leiden kann. Er hätte so viel Potential, kommt mir aber schal, überladen und dadurch oberflächlich vor. Zu viele Themen, die in sich viel Aufmerksamkeit verlangen, in ein Buch gestopft.

Rebekka Mand
Der Kuss der Muse
:cheese:

Peter A. Levine
Trauma und Gedächtnis

Und weil ich es vor lauter Neugier nicht lassen konnte, habe ich in noch ein Hörbuch reingehört:

Sebastian Fitzek
Flugangst 7a
Fragt nicht. :grinwech:
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Quisille

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Re: Was lest ihr gerade? (2018)
« Antwort #9 am: 28 Mai 2018, 11:24:19 »
Nachdem ich gerade im "Auszeiten"-Thread verkündet habe, dank dauerhaft mieser Laune momentan lieber meine Klappe halten zu wollen... Das hier ist ein unverfänglicher Thread, weil die Texte, über die ich hier meckern kann, nicht von Anwesenden stammen. Na, dann darf ich ja, sogar im Sinne einer freiwilligen Selbstbeschränkung.

 :fies:

Es begann alles ganz harmlos damit, dass in der netten Buchhandlung nebenan eine Autorenlesung stattfand. Regionalkrimi. Da ich Lesungen nett finde und von Regionalkrimis keine Ahnung hatte, bin ich hingegangen und habe auch brav mein Exemplar gekauft.

Was soll ich sagen? Meine Interpretation ist, dass ich von Regionalkrimis wahrscheinlich noch immer keine Ahnung habe. Sonst würde ich sagen, das sei wie bei einem "regionalen Schauer": Es fällt deutlich weniger vom Himmel, und alle, die nass werden, kennen sich gegenseitig. Da Autorin und Werk abgesehen von meinem Unverständnis irgendwie sympathisch waren, werde ich hier nichts weiter über das Werk verlauten lassen.

ABER.

Das alles hat mir verdeutlicht, dass ich in der Sparte "Spannung" völlig unbelesen bin. Also, nächste Zugfahrt, rein in den Presseshop und ins Regal "Spannung" gegriffen. Was ich nach oberflächlicher Suche rausgezogen habe, war "Das Auge" von Richard Laymon. Offenbar geht der Schinken ganz gut, und Herr Laymon wird von meinen Bedenken eh nichts erfahren. Also, here goes.

Kleiner, schlechtgelaunter Hobbykritiker proudly presents: Le Klappentext!

Zitat von: Amazon Kurzbeschreibung
Sie sieht Dinge, die andere nicht sehen … grausame Dinge … Menschen, die sterben … Blut … Sie glaubt an ihre Visionen … Sie glaubt, dass diese Bilder reale Begenbenheiten zeigen...Morde...Vielleicht hat sie recht … vielleicht ist sie einfach nur wahnsinnig …Wer weiß?

Die ersten Seiten zeigen eine Geigerin, die bei einem Konzert vom Hocker rutscht, weil sie eine Vision hatte, in der ein Familienmitglied gewaltsam zu Tode kam. Passiert ihr offenbar öfter, und das letzte Mal lag sie richtig. => Interessant, gekauft, auf der Reise reingeschmökert.

Bevor ich weiternöckere: Was hättet Ihr nach diesem Einstieg und diesem Klappentext erwartet? Ich in etwa das hier: Mordserie, Konflikt zwischen den Visionen und einer skeptischen Polizei, falsche Verdächtigungen, Fiedel-Frieda wird der Mitwisserschaft oder Mittäterschaft beschuldigt und muss nun ihre Unschuld beweisen,... Es hätte alles so schön sein können.

Leider stellte sich dann heraus, dass der Thrill und das Übersinnliche sich als eine Steigerung von "sinnlich" begriffen. Eine wie auch immer geartete Unschuldsvermutung gilt hier mit absoluter Sicherheit für keine einzige Figur. Wir sind ja ein eher familienfreundliches Forum, also umschreibe ich die Angelegenheit mit dem aus dem Finnischen(?) entlehnten Terminus Fikkifukki.

Visionen und Gewaltverbrechen hatten nach den ersten Seiten ihre Schuldigkeit getan und gingen wieder zurück auf die Reservebank, um etwas anderem, viel tieferem, Platz zu machen. Ungelogen: Jede verdammte soziale Interaktion hatte was mit Doiiiing-Kuckuk! zu tun. Das Konzept, zwei Erwachsene könnten sich auch auf geistiger Ebene miteinander beschäftigen, wurde höchstens in ein, zwei Sätzen peripher tangiert. Ab und an hauen sich ein paar Testosteronträger, und am Ende wird wer umgebracht. Zwischendurch gibt's sporadisch uneinvernehmliches Fikkifukki, eine ganze menge einvernehmliches Beinahe-Fikkifukki, ständig wölbt sich knappe Herrenbadebekleidung, während die Damen auf Bekleidung meist ganz verzichten, und wenn nicht, dann nur, um in streng personaler Perspektive darbieten zu können, welche Textilien jetzt welche Körperpartien schmeichelnd umspannen.

Das Trio der Hauptfiguren (Fiedel-Frieda, Fiedel-Friedas Freund und Fiedel-Friedas Schwester) sieht sich zwar recht früh mit dem Problem konfrontiert, dass Papa Fiedel mit dem Sportwagen ins Koma hineinüberfahren wurde, aber das wird fürderhin fast nie mehr erwähnt, stattdessen ist Fiedel-Friedas Hauptanliegen, dass ihr Freund nicht ihre viel attraktivere Schwester doiiing-kuckukt.

Spoiler 1: Freund und Schwester tun es. Die Möglichkeit, dass ein Mann an Qualitäten interessiert sein könnte, die sich nicht durch Konfektionsgrößen objektiv messen lassen, wird noch nicht einmal erwogen. Klar, es gibt eine menge inneren Konflikt, weil Freund treu sein will, obwohl Schwesterchen den hübscheren Arsch hat. Aber auf den Gedanken, treu zu sein, weil ihm Fiedel-Frieda besser gefällt, trotz eines vielleicht nur moderat attraktiven Hinterns, kommen allem Anschein nach weder die Figuren, noch der Autor.

Trotzdem hat es der Autor bei all der Spannerei irgendwie fertiggebracht, dass der Roman trotzdem, äh, spannend war. Bis zur letzten Seite (exklusiv): Wenn man sich durch die ganze Nippel-Popo-Dingdong-Thematik gekämpft hat, dreht Fiedel-Frieda durch und säbelt mit einem Küchenmesser ihre Stiefmutter nebst deren Außenbeziehung nieder, und zwar recht farbenfroh. Denn Stiefmutter und Außenbeziehung machen zusammen Fikkifukki, und das geht Fiedel-Frieda gehörig gegen den Strich, mit Papa im Koma und so. Ihren Ärger kann ich echt nachvollziehen, denn Papa Fiedel ist dank Koma der einzige, der in diesem Roman kein Fikkifukki machen darf, und da fällt ihm seine eigene Frau in den Rücken und einem Anderen auf den Bauch. Sowas ist einfach nicht fair.

Sorry. War Spoiler 2. Ich tröste mich damit, dass es eigentlich nichts zum Spoilern gab, denn das Werk torkelt dermaßen konzeptlos durch den ersten Akt (pun intended), dass man noch nicht mal ein schwammiges Konzept entwickeln kann, was denn die dramatische Frage sei. Also nimmt es auch nicht wunder, wenn selbige Frage nicht beantwortet wird: Am Ende sehen wir betroffen, dass es gar keine Fragen gibt, auf deren Beantwortung wir hoffen. Bis auf eine vielleicht: Was zum Henker hatte es mit diesen Visionen auf sich?

Antwort: Nix.

Es hatte nix damit auf sich. Und all die Andeutungen, dass Fiedel-Frieda auch mal richtig lag mit den Visionen? Wird das aufgeklärt? Nö. "Fiedel-Frieda ist verrückt. Schluss."

Nie wieder ungeschützten Schriftverkehr.

Eins kann man immerhin aus diesem Desaster lernen. Es ist möglich, ein verkorkstes Konzept, eine schwächelnde Dramaturgie, eine platte Thematik und unappetitliche Figuren durch Spannung auf Szenenebene durch knapp vierhundert Seiten zu retten. Respekt. Da ich mutmaße, dass die Zielgruppe sonst eher die Billy Boy Packungsbeilage liest, hat der Autor das einzig Richtige getan und seine Manöver auch nicht durch übertriebene Subtilität vor den Augen seiner Leser versteckt. Trotzdem ist man desillusioniert, etwa so, als habe man jahrzehntelang Bildhauerei studiert, nur um festzustellen, dass man auch mit Dynamit Steine kleinkriegt.

Fazit, und ich sage das im vollen Bewusstsein aller möglichen Implikationen:

Für'n Arsch.
« Letzte Änderung: 28 Mai 2018, 11:38:41 von Quisille »

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Re: Was lest ihr gerade? (2018)
« Antwort #10 am: 28 Mai 2018, 11:36:35 »
Auaaaaaaa. ;D
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Offline eska

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Re: Was lest ihr gerade? (2018)
« Antwort #11 am: 28 Mai 2018, 17:19:17 »
Hi!
Wenn ich das hier sagen darf ( off topic :versteck:): Es ist richtig schön, dich mal wieder in Aktion (sprich im Kritikermodus) zu erleben, Quisille!
So laut habe ich lange nicht mehr gelacht.  :cscreen:

(Aber deine Beobachtung greift einen Punkt auf, der neulich schon mal aufkam:
Zitat
Eins kann man immerhin aus diesem Desaster lernen. Es ist möglich, ein verkorkstes Konzept, eine schwächelnde Dramaturgie, eine platte Thematik und unappetitliche Figuren durch Spannung auf Szenenebene durch knapp vierhundert Seiten zu retten. Respekt.

Also, sollten wir unsere Bemühungen entsprechend konzentrieren: zuerst und am wichtigsten die Spannung (wobei die ohne Dramaturgie m.E. nicht lange zieht, aber gut, Meinungssache)? Da sträubt sich etwas in mir.[/size])

Um wieder zum Thema zu kommen:
Ich lese gerade Tyll von Daniel Kehlmann (30jähriger Krieg, Episodenroman) und kann und mag gar nichts Kritisches sagen. Liest sich gut, ist historisch stimmig, zumindest fällt mir endlich mal kein Fehler auf, die Figuren sind nicht unbedingt sympathisch und das Setting teilweise gar nicht appetitlich, aber alles sehr menschlich, nachvollziehbar, Fremdes gut erklärt ohne Infodump (muss ich mir mal eingehender anschauen), ein Highlight fürs Genre. Ich hoffe, das bleibt so bis zum Schluss.

Vorher gelesen: Die Hyddenworld-Serie (Fantasy, 4 Bände) von William Horwood. Es ist lange her, dass ich mal mehr als einen ersten Band Fantasy gelesen habe, hier zogen mich die Figuren und die Schreibweise (schwer zu beschreiben: innig, liebevoll, lebensklug?) hinein. Die Auflösung empfand ich allerdings als enttäuschend: leicht oberlehrerhaft und viel weniger komplex als alles vorher. Trotzdem sehr lesbar.  :dops:

Was noch? Tambora und das Jahr ohne Sommer, Wie ein Vulkan die Welt in die Krise stürzte, von Wolfgang Behringer. Ein erzählendes Sachbuch, das mich trotz einer Fülle von etwas ermüdenden Details fasziniert hat durch die Zusammensicht verschiedener historischer Phänomene um die Jahre 1815 ff. Globalität ganz anders und viel früher als gemeinhin gesehen und ein gewichtiger Wink zum Thema Klimawandel heute.

Noch was Historisches: Wir sehen uns dort oben von Pierre Lemaitre. Ein Roman über die Folgen des ersten Weltkriegs anhand zweier Freunde, die Skurriles, Faszinierendes, Trauriges und Abgründiges erleben. Sehr intensive Bilder. Lebendige Charaktere.

Demnächst mehr.  :cheerful:

eska
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Offline Ayira

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Re: Was lest ihr gerade? (2018)
« Antwort #12 am: 29 Mai 2018, 10:38:25 »
Die Kritik von Quisille war augenscheinlich humorvoller als das Ursprungswerk  :cscreen:

Aber dieser Satz

Zitat
Eins kann man immerhin aus diesem Desaster lernen. Es ist möglich, ein verkorkstes Konzept, eine schwächelnde Dramaturgie, eine platte Thematik und unappetitliche Figuren durch Spannung auf Szenenebene durch knapp vierhundert Seiten zu retten. Respekt.

erhält auch von mir volle Zustimmung. Gibt einige (Bestseller)Bücher, die zum Kassenschlager wurden (oder sich so gut verkauft haben), obwohl der Text im Federfeuer zu Asche verkohlt worden wäre. Das weckt Hoffnung für eigene Werke, auch wenn die Ansprüche daran dank dem Federfeuer ziemlich hoch sind.  :cheese:

Aber auch ich zurück zum Thema:
Wenig anspruchsvoll lese ich gerade die Reihe zum "das Wildpferd aus den roten Bergen" von Andrea Pabel, ein Jugendroman, der den Konflikt der Weißen mit den Indianern darstellt und auf interessante Art und Weise den "richtigen" Umgang mit einem Pferd beschreibt. In einer Federfeuerröstung würde dem Autor zwar wohl ziemliches Infodumping vorgeworfen werden, allerdings ist es meiner Meinung nach doch auch wieder geschickt in direkte Rede bzw. in den Umgang mit dem Pferd eingeflochten.
Dafür, dass das Buch aus dem Jahr 1980 ist, sind da echt einige spannende Knackpunkte aus der Reiterei drinnen, die teilweise aktuell als "brandneu" hingestellt werden, obwohl man hier sieht, dass es das damals schon gegeben hat. Nur haben sich halt nur wenige wirklich dessen bedient.

Als Jugendbuch für (pferdebegeisterte) Kinder daher sehr zu empfehlen. Es sensibilisiert auf einen guten Umgang mit dem Partner Pferd und legt einen deutlichen Fokus auf die Pflege der Beziehung zu diesem, während gleichzeitig soziale Konflikte und das Trauerspiel der illegalen Jagd nach Wildpferden, um diese an Schlachtereien zu verhökern, aufgegriffen werden.

Als Erwachsene lese ich es gerade gern (zum ersten Mal), muss aber auch sagen, dass teilweise ziemliche Handlungsschnitte in den Szenen sind und der Wechsel dieser oftmals auch sehr abrupt ist. Teilweise geht mir da die Emotionalität für die Prota unter, und gelegentlich hätte man auch mit Rufzeichen in direkter Rede sparen können.

Aber das sind Erbsen eines "erfahrenen" Lesers.
Für meine eigene Beziehung zu meinem Pferd habe ich aber sehr schöne Anregungen sammeln dürfen. Gerade fürs Wanderreiten war es interessant zu erfahren, wie man z.B. den Ruhepuls beim Pferd misst oder wie man auf Distanzritte zum Wohle des Pferdes richtig trainieren kann.
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Quisille

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Re: Was lest ihr gerade? (2018)
« Antwort #13 am: 30 Mai 2018, 11:47:22 »
(Aber deine Beobachtung greift einen Punkt auf, der neulich schon mal aufkam:
Zitat
Eins kann man immerhin aus diesem Desaster lernen. Es ist möglich, ein verkorkstes Konzept, eine schwächelnde Dramaturgie, eine platte Thematik und unappetitliche Figuren durch Spannung auf Szenenebene durch knapp vierhundert Seiten zu retten. Respekt.

Also, sollten wir unsere Bemühungen entsprechend konzentrieren: zuerst und am wichtigsten die Spannung (wobei die ohne Dramaturgie m.E. nicht lange zieht, aber gut, Meinungssache)? Da sträubt sich etwas in mir.)

Spannung gibt's ja sowohl auf Szenenebene als auch erzählungsübergreifend. Insofern kann man tatsächlich aus den Fällen lernen, die Spannung auf Szenenebene gekonnt umsetzen, aber auf Ebene der gesamten Erzählung (sorry) komplett versagen. Letzteres zu lesen, ist wie Kartoffelchips zu futtern: Wenn der erste Chip verputzt ist, verspürt man einen unbändigen Drang, gleich den nächsten einzuwerfen. Macht durchaus Spaß, aber wenn dann die Tüte alle ist, fühlt man sich irgendwie hohl. Ohne packendes Thema, ohne eine wohldurchdachte Dramaturgie, ohne solide Struktur, ohne interessante Figuren bleibt uns nur der Nachgeschmack von Natriumglutamat.

Dennoch: Hat man es mit einem Meister zu tun, der sowohl auf Erzählungsebene als auch auf Szenenebene Spannung erzeugt, ist es schwierig, das eine vom anderen zu trennen. Oft lernt es sich leichter von Normalsterblichen, die in einem Bereich außergewöhnlich gut sind, in anderen Bereichen aber nicht so dolle. Ein Vorbild mag Laymon nicht sein, dennoch kann man Fiedel-Frieda tatsächlich als schreibtechnisches Labor nutzen. Meine ich ausnahmsweise ganz ohne Ironie.

Leichen seziert man ja auch nicht mit dem Ziel, später mal eine wirklich gute Leiche zu werden. :cheese:

Offline Lilith

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Re: Was lest ihr gerade? (2018)
« Antwort #14 am: 30 Mai 2018, 12:04:49 »
Da hast du dir mit Richard Laymon ja genau den Richtigen ausgesucht, Quisille. ;D Im Ernst: Dessen ausufernde Sex- und Gewaltdarstellungen haben ihn in Amerika fast seine schriftstellerische Existenz gekostet, wenn er nicht in Europa the next big thing geworden wäre. Er gilt ja i.d.R. auch mehr als Horror- denn als Thrillerautor - wie's bei "Das Auge" ist, kann ich nicht beurteilen.
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Quisille

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Re: Was lest ihr gerade? (2018)
« Antwort #15 am: 30 Mai 2018, 15:51:06 »
Er gilt ja i.d.R. auch mehr als Horror- denn als Thrillerautor - wie's bei "Das Auge" ist, kann ich nicht beurteilen.

Ich schon. Es war der reinste Horror. :cheese:

Offline SirJasonCrage

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Re: Was lest ihr gerade? (2018)
« Antwort #16 am: 31 Mai 2018, 01:47:21 »
Es ist so schön, wenn Quisille wen anderes röstet als mich. Die Narben jucken dabei zwar etwas, aber es macht glücklich.


Ich habe vor kurzem die Stormlight Archives soweit durchkonsumiert wie sie nun eben bis jetzt existieren.
Und ich wette mit euch, in Buch vier wird die Hauptfigur des Buches nach zwei Dritteln der Seitenzahl einen scheinbaren Sieg erringen, der sich kurz darauf als wirklich ungünstige Wendung für unsere Figuren entpuppt.
Nach dem zweiten Buch habe ich dies schon fürs dritte vorhergesagt und ich denke nicht, dass er nach drei erfolgreichen Büchern sein Schema ändern wird.

Brandon Sanderson schreibt sich bevor er ein Buch anfängt keine Outline, nach der er sich dann strikt richtet, nein. Der ist schon viel weiter im Prozess, viel effizienter und professioneller: Er nimmt seine Outline-Vorlage und füllt ein paar Lücken aus.

Ich bin bei den Büchern geblieben und muss zugeben, ich habe die Lektüre genossen. Der Mann ist ein Meister des Worldbuildings und er versteht es, gute Szenen zu schreiben, die ihn inspiriert haben. Er vermittelt dem Leser die Freude, die er beim Erschaffen dieser Szenen empfunden hat Aber man merkt ihm deutlich an, wenn er etwas nur geschrieben hat, weil den Punkt in seiner Outline ausformulieren musste.

Die Figur müsste total out-of-character handeln, damit die Story so läuft wie vorher geplant? Tja ok, dann ist das halt so.

Der Mann ist gut. Die Bücher sind gut. Aber eigentlich rege ich mich bei der Lektüre viel zu oft über Brandon Sanderson auf und zu wenig über Odium, Dalinar oder Kaladin.



Momentan lese ich, please don't spoiler me, Frank Herbert. Dune. Der macht auch Sachen, die mich komplett aus dem Lesefluss reißen. Aber dem verzeihe ich, vielleicht hat man das vor 50 Jahren einfach so geschrieben.
"Ist es nicht ein genialer Plan, den ich, Baron Vladimir Harkonnen entwickelt habe?"
So spricht der Baron zum Ausführer des besagten Plans, nachdem er ihn mit ihm zusammen nochmal erläuterte, obwohl dieser ihn bereits kannte.
Ist das noch "As you know, Bob"?

Trotzdem, ich mag das Buch. Der erste Akt ist vorbei und ich freue mich jeden Tag darauf, in der Mittagspause eine Stunde auf Arrakis zu verbringen. Es ist etwas trocken (hehe) für meinen Geschmack, aber die Handlung spricht mich trotzdem an, die Figuren sind interessant genug und der Ruf des Buches gleicht das sowieso alles wieder aus.
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Offline FF

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Re: Was lest ihr gerade? (2018)
« Antwort #17 am: 31 Mai 2018, 07:16:31 »
Dune ist ein harter Brocken. Ich habe mir mal die ganze Reihe auf den Kindle geladen, aber nach dem vierten Buch oder so habe ich aufgegeben.
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Offline Tika

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Re: Was lest ihr gerade? (2018)
« Antwort #18 am: 01 Juni 2018, 12:07:17 »
Ich lese gerade "Die Brücke von Remagen" von Rolf Palm - allerdings schon zum 2. oder 3. Mal aus gegebenem Anlass zur Recherche.
Schon interessant, wie es an der Ludendorffbrücke wirklich abging - der gleichnamige Film verfälscht doch einiges.
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Offline Taurussieben

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Re: Was lest ihr gerade? (2018)
« Antwort #19 am: 02 Juli 2018, 21:31:14 »
Dune ist ein harter Brocken. Ich habe mir mal die ganze Reihe auf den Kindle geladen, aber nach dem vierten Buch oder so habe ich aufgegeben.

Ich hab ca. auf der Hälfte des letzten Buches aufgegeben (das 6te?), das war mir dann alles zu Meta...   :watchout:
An sich ist aber der Dune-Zyklus vom Weltenbau und vom weitumfasssenden (untertrieben) Handlungsboden äußerst interessant. Wer sich nicht durch alle Bände quälen will, kann zumindest den Wiki-Weg wählen.  :cheese:

Momentan am lesen: Mortal Engines Vol. 1 - Philip Reeve
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Offline SirJasonCrage

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Re: Was lest ihr gerade? (2018)
« Antwort #20 am: 02 Juli 2018, 23:03:18 »
So, Dune ist durch.

Hm. Wenn der Mythos nicht wäre, fänd ich es schlicht "gut". Ich werd die anderen Bücher nicht lesen, da ist nichts was mich wirklich reizt. Es war ganz angenehm, aber eben nicht mehr als das.



Jetzt momentan kommt erstmal Malazan dran. Und hoo boy, das geht ja von Anfang an richtig los. Auf knapp 90 Seiten ist schon einiges passiert und gleichzeitig einiges vorbereitet worden. Bin mal gespannt, ob er die Dichte und diese Geschwindigkeit halten kann.
Im Gegensatz zu den Stormlight Archives sehe ich hier vor allem keine offensichtlichen Bemühungen, mir irgendeine Figur sympathisch zu machen, was mir ja sofort mal das Buch sympathisch macht. Wenns so bleibt wie jetzt, kommt hier definitiv der ganze Zyklus ins Regal. Dann bin ich aber auch erstmal eine Weile versorgt  ;D
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Offline Trippelschritt

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Re: Was lest ihr gerade? (2018)
« Antwort #21 am: 03 Juli 2018, 08:51:57 »
Wenn ich mich richtig erinnere hat mich Dune vor 40 oder 50 Jahren sowohl beeindruckt wegen des Weltenbaus als auch gelangweilt wegen der ausufernden Beschreibungen. Ich habe aber trotzdem ein paar Bände geschafft. Wie viel weiß ich nicht mehr.

Ich lese zur Zeit Fool on the Hill von Ruff
immer noch Jane Austen in den Ärztewartezimmern, weil die Bücher so schön klein sind und die Dame schreiben konnte
wahrscheinlich demnächst parallel dazu Drachentöchter von Andrews (History) oder einen Mafiaroman.

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Offline Tika

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Re: Was lest ihr gerade? (2018)
« Antwort #22 am: 11 August 2018, 00:40:46 »
Ich habe gerade einen Däniken auf dem Nachttisch - aber die Lektüre ist irgendwie... trocken ;-)
Naja, vielleicht ist auch nur das Vorwort trocken - ich bin noch nicht darüber hinaus.

Um ehrlich zu sein, bin ich gerade viel zu abgelenkt. Mich hat eine alte Serie gepackt. Habt ihr schon mal Lost gesehen - ich hoffe die bleibt so spannend.
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Offline Trippelschritt

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Re: Was lest ihr gerade? (2018)
« Antwort #23 am: 11 August 2018, 08:22:23 »
Ich bin auch im Serienfieber und habe mir die ersten drei Bände Perry Rhodan gekauft. Die entsprechen so ungefähr den ersten fünfzehn Heften. Mal schauen was von den Erinerungen meiner Jugend noch passt.

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Offline SirJasonCrage

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Re: Was lest ihr gerade? (2018)
« Antwort #24 am: 11 August 2018, 12:47:07 »
Ich hatte seit meiner Kindheit Perry Rhodan 1 3 und 6 im Regal stehen.

Mit 16 oder so habe ich dann mal den ersten Band gelesen und sofort auf Ebay nach 2, 4 und 5 gesucht.

Das waren noch die blauen Bände. Ich habe blau bis 9, den Rest als Silberband. Die blauen kriegt man einfach nicht mehr. Silberband 10 bis 15 stehen auch bei mir und meinem besten Freund verteilt in den Regalen.

Wenn ich dann im Thalia sehe, dass wir gerade bei 143 Bänden oder so sind... Woah.

Letztens dann in Essen auf der Spiel! gab es einen Stand, der alle Bände hatte. In Blau. Und zwei originalsignierte first-edition vom ersten Band. Wtf.



Momentan lese ich Malazan Gardens of the Moon.
Habe noch zehn Seiten vor mir und bin bisher eher enttäuscht. Es ist gut. Sehr gut. Aber kommt definitiv nicht an den Hype ran, der es umgibt. Genauso wie die Klimax nicht dem Aufbau entspricht. Die Figuren agieren auch sehr random. Ich mochte allerdings das Magiesystem und bin schwer davon beeindruckt, wie leicht es ist, sich all die Namen zu merken. Irgendwie sticht jeder Name hervor und verlangt vom Gehirn, dass es ihn sich merkt.
Tayschrenn
Hairlock
Tattersail
Whiskeyjack
Ammanas
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Die Liste ist lang und ich habe nicht einen einzigen vergessen.
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Offline Schreibsuse

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Re: Was lest ihr gerade? (2018)
« Antwort #25 am: 11 August 2018, 19:39:48 »
Quisille, wie schööön!! Du bist ja noch da  :whee:!
Und ich habe heute endlich mal ganz herzhaft gelacht! Herrlich deine Schreibe! Bin immer noch am Grinsen  :cheese:

Ja und auf Liliths Frage zurück zu kommen:
Aktuell lese ich gerade den Thriller Roadside Crosses von Jevery Deaver. Der Roman zeigt mit dem Finger auf die Schattenseiten der Social Media-Gesellschaft. Zu sorglos werden zu viel persönliche Dinge online gestellt (schrieb sie und tat es ebenfalls  :naegelkau:). In Deavers Roman wird eine Hetzkampanie in einem Blog gegen einen Jugendlichen gestartet, der in einem Unfall versehentlich 2 Mädchen getötet hat. Ich finde das Buch großartig. Aber liegt vielleicht auch ganz subjektiv am setting. Der Roman spielt in Kalifornien in der Monteray Area. Ich war vor 2 Jahren dort und liebe die Gegend um Carmel und Pazific Grove! Deaver schenkt mir persönlich Spannung und und gleichzeitig Urlaubserinnerung. Wundervoll!

Davor hab ich "Noah" von Sebastian Fitzek gelesen. Der beste Fitzek bisher!!! Absolute Empfehlung!

Von Tana French ist "Schattenstill" mein Liebling. Die Atmophere in der fast verlassenen Neubausiedlung fand ich absolut packend!

Schöne Idee mal von Euch zu hören was Euch so an Lektüre gefällt!!!

Offline Ayeelah

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Re: Was lest ihr gerade? (2018)
« Antwort #26 am: 12 August 2018, 08:32:18 »
off-topic: Wo hast du Quisille gesehen :weissnicht: - er war seit 06.Juli nicht mehr eingeloggt :wiejetzt:



Ich lese grad:
Petra Kohse - Marianne Hoppe
die Biographie von Marianne Hoppe. Naja, ich lerne viel um das Drumherum, Nazideutschland, Theater etc. Aber über die Person M.H. selber kommt irgendwie kaum was. Enttäuschend. Hab aber erst ein Drittel und hoffe, es kommt bald mal was. ...

frisch ausgelesen:
James A. Michener - Colorado Saga
empfehlenswert. Werde ich noch mal mit Hinblick auf Settingbeschreibung und Tierbeschreibungen lesen. Zwar ein Roman mit erfundener Stadt, aber jede Menge Wissen interessant umgesetzt: von den Dinosaurieren, über die Biber, zu den Biberjägern, zu den Indianern, zu den Cowboys, der Ausrottung vieler Indianerstämme, zu den Ranchern, zu den Farmern, zu den Trecks, zu den traurigen Überresten der einst stolzen Indianer bis hin zum Ende der Rancher, wie sie früher mal waren. Absolut klasse.
Vom selben Autor hatte ich mal "Die Bucht" gelesen. Ähnlich klasse umgesetzt, nur hat mich das Grundthema weniger interessiert, weil ich zu dem Zeitpunkt bereits anderes schon gelesen hatte und es einfach zu viel war: Erstbesiedlung einer kleinen Insel durch einen Indianer, danach kam ein abgewrackter Trapper, dessen Nachkommen sich immer wieder durch das ganze Buch ziehen :devgrin: - Siedler, Sklaverei, Anti-Sklaverei, Krieg Nord-Süd, die (naja, zumindest offizielle) Befreiung der Sklaven. Die Colorado-Saga fand ich irgendwie besser umgesetzt. Interessanter, subtiler, teilweise auch "tragödischer" und dadurch eindringlicher.

Parallel dazu ausgelesen:
Hauff - Märchen
Das Wirtshaus im Spessart kannte ich zwar schon, hatte es aber damals mit Widerwillen gelesen, weil das Buch eine gewisse Erwartungshaltung geweckt hatte, die es nicht halten konnte. Diesmal anders herangegangen - die Märchen aus dem Orient und eben das Wirtshaus, sehr schön, sehr unterhaltsam und auch zum Nachdenken anregend, dass sich die Menschheit wohl nie ändert ... (Oder Resignieren statt nachdenken, kann "man" jetzt sehen, wie "man" will :uhoh:)

Davor gelesen:
Jon Land - Das Vortex-Fiasko (muss ich noch einschieben):
Klingt nach Sci-Fi, Cover sieht nach Sci-Fi aus, ist aber im "Jetzt" angesiedelt mit eher im Hintergrund wirkenden Sci-Fi-Elementen, die aber das Hauptthema sind. Schwer zu erklären. Wem es was sagt: Anstoß des Romans war das Philadelphia-Experiment / Einsteins Einheitliche Feldtheorie und wurde hier recht glaubwürdig und vor allem spannend (auch wenn ein paar Hänger da waren) als Roman umgesetzt, als Spekulation, wie sich diese Feldtheorie benutzen lassen könnte, um eine ultimative Waffe zu kreieren.
Ich fand es (wie gesagt) sehr spannend und kann es ohne Weiteres empfehlen. Schön zu sehen, wie der Autor die Aktivisten miteinander verknüpft hat, sei es durch eine gemeinsame Vergangenheit oder ein gemeinsames Ziel.
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Offline Nimmer

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Re: Was lest ihr gerade? (2018)
« Antwort #27 am: 12 August 2018, 15:55:55 »
Ich lese gerade Dunkle Materie (orig. Dark Orbit) von Carolyn Ives Gilman. Es ist Sci-Fi und wurde von Ursula K. Le Guin gelobt. Ich nahm es spontan aus der Bücherei mit (eigentlich suchte ich nach Metro 2033).

Es geht um die Erkundung eines Planeten, der die Voraussetzungen für menschliches Leben erfüllt, aber eine ganz andere Flora als die Erde aufweist; alles ist irgendwie kristallin. Von dunkler Materie wird auch gesprochen, die ist aber noch nicht aufgetreten. Ich bin auf Seite 120 von 384. Die Geschichte beinhaltet interessante Ideen - etwa das Reisen von Planet zu Planet als Lichtstrahl, sodass manche Menschen Jahrelang aus der Zeit "herausgehoben" sind - aber besonders gut geschrieben finde ich es nicht. Es gibt zu viel Exposition, besonders über die Figuren; die Figuren interessieren mich auch kaum. Vielleicht liegt das daran, dass sie keine "stakes" zu haben oder in Gefahr zu sein scheinen - obwohl beides der Fall ist. Die gesamte Crew ist fast 60 Jahre von Hause entfernt, es hat einen Mord gegeben und eine Person wird vermisst; aber der Autorin gelingt es nicht, ein Gefühl von Bedrohung aufkommen zu lassen.

Am meisten stören mich die eingeschobenen Betrachtungen einer zweiten Figur. Diese wird als "Sensualistin" vorgestellt, deren Herangehensweise an alles ist, ihre Wahrnehmungskanäle zu öffnen und zu beobachten - und dann ihr Beobachtungen zu beobachten. Ihre Betrachtungen sind Introspektionen, Traumdeutungen, und Beurteilungen, die ich allesamt uninteressant finde, weil diese Figur mit niemandem interagiert und kein Ziel verfolgt. Stets bremsen sie die Handlung auf null herunter.

Das Buch liest sich aber flott, die Ideen sind, wie gesagt, interessant, und es kommt immer etwas Neues hinzu, weshalb ich wohl weiterlesen werde.
Ich schreibe gerade: etwas.

Offline Rilyn

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Re: Was lest ihr gerade? (2018)
« Antwort #28 am: 24 August 2018, 19:00:59 »
Margret Atwood
alias Grace
Gerade erst angefangen. :lesles:

Faller / Schünke
Der Körper des Menschen
Das lese ich weniger, als damit zu arbeiten. :grinwech:

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Offline Lilith

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Re: Was lest ihr gerade? (2018)
« Antwort #29 am: 25 August 2018, 16:49:27 »
Versprochen, ungebrochen: Meine Lektüre der letzten Zeit.

An erster Stelle sollte niemand geringeres als Wolfhard Symader stehen, der mir bei einem gewissen Treffen Was machen Sie eigentlich mit Ihren Gedanken? überlassen hat. :cheerful:
So schnell die Lektüre ist, so interessant erweist sie sich, wenn man sich vornimmt, mit ihr zu arbeiten. Ausschlaggebend für mein grundlegendes Interesse war die Tatsache, dass ich schon eine ganze Weile überlegt hatte, wie ich meine diversen Gedanken, die mir den ganzen Tag über so kommen und von denen ich nicht alle doof finde, festhalte und mit ihnen weiter verfahre, denn immerhin eignen sich gar nicht alle für mein tolles Ideenotizbuch. Und hier hat mich der Symader am empfindlichsten Punkt erwischt: der eigenen Unzufriedenheit darüber, was ich mit diesem Notizbuch bisher angestellt habe bzw. was mich daran immer unzufriedener gemacht hat. Es nicht als Arbeits- oder Logbuch zu begreifen, sondern am Ende als Gedankengrab. Einmal notiert, einmal festgehalten - und nun? WmSemIG gibt zumindest Anstöße, wie man weiter vorgehen kann, und gerade für mein Schreiben finde ich die unheimlich wertvoll. :dops:

Danach war Böser Traum von Birgit Schlieper an der Reihe und ich bin spätestens ab der Hälfte fest davon überzeugt gewesen, dass dieser Jugendthriller niemals nicht lektoriert worden ist. Wenn mittendrin nicht nur die Namen der Elternpaare, sondern auch deren Persönlichkeit vertauscht wird, kann mich niemand vom Gegenteil überzeugen. Auch die Sprache holperte enorm. Einziger Pluspunkt: Die Figuren hatten ihre interessanten Momente und wussten die Spannung aufrecht zu erhalten, und die Geschichte war zumindest ordentlich durchdacht in ihrem Verlauf. Leider bricht sie genau am spannendsten Punkt weg und man darf sich mit lapidarem "Drei Jahre später" begnügen. Arrrgh! :nudelholz:
Immerhin: Ich habe erfahren, was ich wissen wollte, und das war, wie weit ich in einem Jugendthriller in Sachen Sex and Crime gehen darf. :grinwech:

Aktuell bin ich an Peter A. Levines Trauma und Gedächtnis dran. Hab zwar meine ein, zwei Kritikpunkte, aber bisher eine hochinteressante und lohnenswerte Lektüre. :cheerful:



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"Ich musste über etwas sprechen, zu dem es keine Sprache gab, ich musste mir eine erfinden, auch so wird man Schriftsteller."
- Bodo Kirchhoff

Offline eska

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Re: Was lest ihr gerade? (2018)
« Antwort #30 am: 25 August 2018, 22:17:17 »
Urlaubszeit = Lesezeit (wenigstens ein bisschen)  :whee:

Elizabeth Strout, Mit Blick aufs Meer. (engl. Olive Kitteridge).
sehr schön, sehr berührend
Pulitzer-Preis

Sue Monk Kidd: Die Erfindung der Flügel.
Die Geschichte zweier Frauen, Sklavenhalterin wider Willen bis Abolitionistin und Sklavin, aus beiden Perspektiven. Packend, voller bleibender Bilder, überzeugend.

E.Elfman/N.Shusterman: Teslas unvorstellbar geniales (...) Vermächtnis. Kinder- und Jugendlit.
Rasant, lustig, mit ausgefallenen Typen, verrückten Erfindungen, einer Geheimgesellschaft und dem Weltuntergang ... nette Unterhaltung.

Karen Russell: Swamplandia.
Ausgefallen.
Sehr interessantes Setting, der familieneigene Alligatoren-Freizeitpark in den Sümpfen Floridas, dessen Star mit dem Tod der Mutter wegbricht. Charaktere, die einen verstören, kopfschüttelnd dastehen lassen und trotzdem mitzerren. Eindringliche Bilder.

Nick Hornby: Slam.
Naja, Besseres erwartet. Ganz nett, wenig Überraschung.

Irena Brignull: The Hawkweed Prophecy.  Fantasy für Jugendliche.
Von zwei vertauschten Kindern, einer Hexe unter Teenagern, einer Normalsterblichen unter Hexen, Freundschaft, erster Liebe, Magie und Menschlichkeit.
Las sich flott, etwas angekitscht.
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Re: Was lest ihr gerade? (2018)
« Antwort #31 am: 26 August 2018, 10:26:51 »
Ich lese gerade Patrick Rothfuss erstes Buch der Kingkiller Chronicles: The Name of the Wind.

Bin noch nah am Anfang, aber bisher nimmt mich sein Schreibstil mit jedem Wort mit. Die Story ist noch nicht sonderlich kreativ, aber das kann noch kommen.hab ja erst 170 Seiten hinter mir^^
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Offline Taurussieben

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Re: Was lest ihr gerade? (2018)
« Antwort #32 am: 26 August 2018, 17:12:42 »
FanFiction, zu viel FanFiction  :grinwech:
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Offline Trippelschritt

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Re: Was lest ihr gerade? (2018)
« Antwort #33 am: 22 September 2018, 15:32:21 »
Ach ja, Rothfuss, meine Hassliebe.

Ich lese gerade wieder einen Autor, von dem ich auch nie verstehe, warum er mich so in seinen Bann zieht.

Haruki Marukami: Die Ermordung des Commendatore oder so ähnlich. Band 1.
Band 2 liegt auch irgendwo rum. Band 1 handelt in erster Linie von einem Maler und - wie immer bei diesem Autor - auch von vielen anderen Dingen. aber das entdekct man meist erst später.

Liebe Grüße
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Offline SirJasonCrage

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Re: Was lest ihr gerade? (2018)
« Antwort #34 am: 23 September 2018, 13:52:06 »
Mir geht Rothfuss auch gerade etwas auf den Sack.

Er schreibt so schön. Seine Szenen nehmen einen voll mit, seine Figuren ziehen einen in ihren Bann...

Aber er hat einfach keine Story. Nach dem ersten drittel des zweiten Buches meint der in-Universe Erzähler so "I've probably spent too much focus on the university anyway..."

Yeah NO SHIT.
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Offline Trippelschritt

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Re: Was lest ihr gerade? (2018)
« Antwort #35 am: 25 September 2018, 15:00:11 »
Ich liebe seinen Schreibstil, obwohl er keine Ahnung hat, wie man einen Roman schreibt. Und trotzdem ist der Name des Windes genial.
Durch den zweiten Band musste ich mich durchquälen.

Dafür bin ich nun beim zweiten Band von Hakuri Murakami. Kein Wunder dass bei ihm die community jedes Jahr mit dem Literaturnobelpreis rechnet. Dabei schreibt er so schlicht, dass man eigentlich das große Gähnen bekommen sollte. Aber ich gähne nie und es fällt mir immer sehr schwer, seine bücher aus der Hand zu legen. Keine Ahnung, wie der das anstellt. Es muss etwas mit der inneren Kraft seiner Geschichten zu tun haben. Das sind keine Tipps und Tricks aus der Handwerkerkiste.

Ich habe immer das Gefühl, dass ich jeden Satz genau so schreiben könnte. immer und zu jeder Zeit. vor allem dann, wenn ich zum Schreiben keine Lust habe. Und das ist ein sehr bedenkliches Zeichen.

Seufz
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Offline Schreibsuse

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Re: Was lest ihr gerade? (2018)
« Antwort #36 am: 26 September 2018, 17:09:15 »
Ich lese aktuell den Thriller "Zu Nah" von Olivia Kiernan. Gefällt mir im Grunde gut, allerdings würde ich den Roman eher als Krimi denn als Thriller einsortieren.
Er ist einigermaßen spannend und damit hat die Autorin für mich schon mal den wichtigsten Punkt erfüllt.

Was mich allerdings wirklich gestört hat, war die Tatsache, dass ich erst am Ende des 2. Kapitels begriffen habe, dass der Ich-erzählende Protagonist in Wahrheit eine Protagonistin ist  :grump:. Die Prota kommt derartig maskulin rüber (schnipst Zigaretten weg, antwortet flapsig usw) und heißt dann auch noch, zu allem Überfluss, mit Vornamen Frankie. Als ich endlich gemerkt habe, dass der gute Frankie eine Frau ist, war ich erst mal komplett raus. Eigentlich hatte ich gar keine Lust mehr weiter zu lesen. Aber es war gerade kein anderer Lesestoff verfügbar und inzwischen hab ich mich mit der weiblichen Frankie angefreundet. Ich bin allerdings erst bei Kapitel 5 von 30. Ich hoffe, die Story nimmt noch etwas mehr an Fahrt auf.


Offline Tika

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Re: Was lest ihr gerade? (2018)
« Antwort #37 am: 27 September 2018, 19:05:41 »
Hallo ihr Lieben. Dann will ich auch mal kurz von meinem letzten Leseausflug berichten.
Der Däniken liegt immer noch auf meinem Nachttisch und wartet darauf, dass ich die Muße finde, darin weiterzuschmökern...
Nunja, da kann er noch länger warten. Bei meinem letzten Büchereidienst habe ich ein Buch gefunden, dessen Klappentext mich sofort ansprach.
Also lieh ich es mir aus und nahm es mit nach Hause.
An einem schönen Herbstabend, das Feuer knistert im Kamin und ich hatte mir einen Sessel herangezogen, denke ich mir: Hey schöne Gelegenheit das Buch zu beginnen.

Marlenes Geheimnis von Brigitte Riebe - Diana Verlag
Drei Frauen, drei Generationen und ein Geflecht aus Lügen.
Es geht um die Vertreibung aus der alten Heimat nach dem Krieg und einen Neuanfang am Bodensee. Großmutter stirbt und alte Aufzeichnungen werden gelesen - darin ein lange gehütetes Familiengeheimnis. Hach, denke ich mir. Das mag ich. Schon schlage ich die erste Seite auf und beginne zu lesen.

Die Zählung der Buchseiten beginnt mit 9 nicht mit 1 Also findet sich auf der ersten Seite der Geschichte folgendes:

Seite 9:
Zitat
Jetzt war die Oma tot, und alle Tränen der Welt...

Achja, seufz - jetzt war die Oma tot ... liest sich, als denke das ein kleines Kind, statt einer Erwachsenen im Alter von 34 Jahren.
Am Ende der Seite dann die Personenbeschreibung, dunkle Haare, dunkle Augen, Leberfleck oberhalb... (Klischeealarm) ja warte, lass mal sehen - bei dieser Person ist er links - ähä - Von mir aus oder von ihr aus - ach sie schaut ja garnicht in den Spiegel. Die Beschreibung kam ja völlig unerwartet aus dem Off - egal - schnell umblättern  ::)

Seite 10: Ich erfahre, dass sie als Außendienstlerin für einen internationalen Pharmakonzern arbeitet, aber derzeit durch ihre Trauer nicht richtig funktionieren will. Sie hat sich inzwischen an den Job gewöhnt
Zitat
und manchmal
aber nur manchmal
Zitat
mag sie ihn sogar.
Ich erfahre, dass sie zum anpreisen der Wahre auswendig gelernte Floskeln verwendet, die ihr jetzt, da ja die Oma tot ist, nur noch schwer über die Lippen gehen. Zitat:
Zitat
Allein daran zu denken machte Nane schwindlig.
Mir würde eher die Galle hoch kommen oder ähnliches - über machen und tun lese ich ganz gelassen hinweg.  :ausheck:
Auf dem Fuß folgt eine Metapher, wie sich dieser Schwindel anfühlt Zitat:
Zitat
... und die Konturen wirkten wattig, wie in einem defekten Weichzeichner.
  :wiejetzt:
Bitte was? In einem ... hä? Wie soll dat denn gehen? Ein Weichzeichner ist doch kein Gerät. Da kann nichts drin sein. Soweit ich mich erinnere ist es ein Filter der über ein Bild rüber gelegt wird. Und soll der nicht die Konturen weich zeichnen? Wattig eben? Wieso schreibt sie dann defekt?
Zeit, das erste Mal unverständig die Stirn zu kräuseln.
Nunja lesen wir bis zum Ende der Seite - Sie rettet sich zu einigen noch angeketteten Caféstühlen, setzt sich vorsichtig und sucht nun eine Erklärung für ihren Schwindel... der ja wie ich eigentlich weiß von dem bloßen Gedanken an ihren Job kommt, den sie nur manchmal mag Aber nein, mir wird gerade gesteckt, dass das nicht die ganze Wahrheit war, sondern Zitat:
Zitat
Ausweichen und verstecken war ihr im Lauf der Zeit zur Gewohnheit  geworden, doch ihr Körper zeigte nun unerbittlich, was das auf Dauer mit ihm anstellte.
Ein brummendes Rauschen in ihrem Gehörgang macht sich breit, offenbar ist ihr das allzu bekannt, daher hat sie es bisher nicht bemerkt... (zumindest steht es genau so im Text) Himmel, diese Protagonistin hat wirklich Probleme... oder die Autorin? Ich bin mir noch nicht sicher.  :attacke:

Seite 11: Es folgen ein paar Bilder der Umgebung, vom See, von Ausflugsschiffen, die erst später anlegen werden - tröstliche Gedanken an Früher und dann kommt eine nicht mehr junge Dame ins Bild
Zitat
Zitat: Unter ihrer dunklen Strickjacke spitzte eine helle Schürze hervor
  :glotz: Wie muss ich mir das jetzt vorstellen? Lange Strickjacke und da spitzt eine Falte hervor... da kommen mir seltsame Gedanken... nein, kurze Strickjacke und die Schürze bauscht sich... oder was? Vielleicht ist die Schürze aus Spitze - *räusper - lassen wir das ich lese mal weiter...
Es folgt ein kleiner Exkurs über den Dialekt. Zitat:
Zitat
Sie sind wohl nicht von hier?
Antwort:
Zitat
Doch. Irgendwie schon aber eigentlich kommen wir aus...
Es ist ihr wohl irgendwie zu kompliziert die Familienpfade aufzudröseln, und eigentlich geht die Frau das ja nix an aber irgendwie weiß sie nicht recht... ich auch nicht. Puh, ich bin wohl einfach zu empfindlich.  :blush: Die nächste Seite bitte.

Seiten 12 - 16
Es folgen noch weitere solcher Kleinigkeiten. Zum Beispiel, dass zuvor tausendfach erwähnt wurde, dass es noch so früh am Tag und daher alles geschlossen ist. Das habe selbst ich inzwischen kapiert. Nichtsdestotrotz hat sie vorab von der netten, nicht mehr ganz jungen Dame mit der angespitzten Schürze einen Kaffee bekommen und sogar ein Stück Kuchen. Und ach, welch Wunder - als sie ins Bahnhofsgebäude kommt, ist sogar der winzige Auskunftsschalter mit einem DB-Mitarbeiter bemannt. Erstaunlich.  :wut2:
Es werden die einzelnen Charaktereigenschaften der toten Oma, der Tante, der Mutter und deren Beziehungen zueinander beleuchtet. Check.

Und dann der Supergau auf Seite 16 gehts los (wohlgemerkt - ich befinde mich auf Seite 8 der Geschichte, 1. Kapitel)
Vicky, die Mutter der Protagonistin ist inzwischen angekommen. Nane und ihre Mutter gehen zum Auto. Es wird beschrieben, wie sie die Straße überqueren - wobei Nane nach rechts und links schaut, da Zitat:
Zitat
man bei ihrer Mutter nie ganz sicher sein konnte, ob sie nicht wieder im Gehen träumte...
Ähm, achso - nur deshalb schaut sie selbst oder was? - nun gut Nane sieht folgendes Zitat:
Zitat
Neben der Fahrertür hatte sich etwas Schwarzes zusammengerollt, und sie hörte ein jämmerliches Fiepen als sie nahe genug herangekommen war.
Schwierig - aber dazu später ich erzähle mal schnell, was die beiden laut Text sehen:
Ein Hund, Schlappohren, braune Augen, ängstlich. Nane hockt sich hin, der Hund zuckt vor ihrer Berührung zurück, da seine Pfoten bluten - ist also deutlich zu sehen. Kein Halsband, mager, schmutzig, Promenadenmischung aus Labrador, Beagle und Cocker. Letzteres hat sich am meisten durchgesetzt. Das Winseln wird lauter.

1. Die Mutter sagt tatsächlich:
Zitat
"Fass ihn bloß nicht an!", warnte Vicky. Wer weiß, was er für Krankheiten hat."
Was für eine Schnellmerkerin - wer weiß? Dass er krank ist sieht man auf den ersten Blick. Und bei dem beschriebenen Zustand, kann man grundsätzlich immer von Flöhen, Zecken und Milben ausgehen. Und achja - die Pfoten bluten. Was der wohl für Krankheiten hat? Könnte man diese Warnung vielleicht als überflüssig werten? Wer weiß?  :wut:
2. Der Hund lag zusammengerollt neben der Fahrertür und war beim Überqueren der Fahrbahn genau zu sehen. Das bedeutet, der Wagen steht so, dass die Fahrertür zur Straße hinweist. Wir erinnern uns: Nane schaute rechts und links bevor sie die Straße überquerten - wohl weil zu erwarten war, dass Fahrzeuge kommen könnten - und der Hund hat nichts besseres zu tun als sich neben der Fahrertür auf der Straße einzurollen? Echt jetzt? Wer soll das denn bitte glauben? Letzteres habe ich übrigens laut ausgesprochen und meinen Kopf geschüttelt. Sofort hatte ich Timos Aufmerksamkeit der fragte: "Worüber ärgerst du dich denn jetzt schon wieder? Ist das Buch wirklich so schlecht, oder bist du einfach nur zu empfindlich?" *schnaub empfindlich? Ich? Hmmm... auf welcher Seite war ich nochmal?  :nudelholz:

Trotz Protest der Mutter beschließt Nane auf Seite 17 (Real Seite 9 der Geschichte) den Hund mitzunehmen. Sie öffnet die hintere Tür und Zitat:
Zitat
...breitete die alte Decke, die sie für Staufälle immer dabeihatte, über die Rückbank. Gut die Hälfte des Polsters ließ sich damit abdecken.
Wow, der Wagen muss riesig sein - ein LKW, keine Frage... ich bin nicht empfindlich, ich bin nicht empfindlich, ich bin nicht empfindlich - Wusaaaahhh   :kopfwand:
Am Ende der Seite dann:
Zitat
Nane war erleichtert, dass er sich so problemlos (...) auf der Rückbank absetzen ließ. Als er nach einer anderen Liegeposition suchte...
Er hatte zwar bisher noch keine Liegeposition, aber er muss halt jetzt erstmal nach einer anderen suchen *grummel
Zitat
... und dabei seinen Bauch zeigte, entdeckte sie die Zitzen.
  :bettel: Oh nein, bitte nicht - sag es nicht - BITTE  :bettel: Aber Schnellmerkerin Vicky lässt sich nicht davon abhalten, im nächsten Satz die Erkenntnis zum Besten zu geben:
Zitat
"Dein Findelhund ist also eine Sie."
  :kopfwand:
Hach, sie hat es getan - Ich hätte die Erkenntnis eher an fehlenden Klöten oder an einem nicht erkennbaren - lassen wir das - festgemacht, da sowohl Hündinnen als auch Rüden Zitzen haben... aber was soll man machen. Ich bin inzwischen zu meiner eigenen Überzeugung gelangt: Ich ertrage das nicht mehr lange.
Auch dies sagte ich laut und als Timo fragte, was nun schon wieder sei, las ich ihm die Passagen vor. Ich war erleichtert, als er grinste und sagte: "Also von Hunden hat die Autorin mal nicht viel Ahnung." Ich entgegnete: "Sie hätte das Drama retten können, indem sie vielleicht vergrößerte Zitzen sieht, was darauf schließen lässt, dass die Hündin vor nicht allzu langer Zeit Junge gesäugt haben muss - aber so..., oh man..."

Seite 18: Es kommt wie es kommen muss, die Hündin kotzt auf den Teil der LKW-Sitzbank, den die winzige Decke nicht bedeckt hat und der unerträgliche Geruch begleitet die beiden bis sie bei dem Haus der Tante ankommen. Unterwegs die üblichen Beschreibungen, winziges Dorf, Erinnerungen und dann das Haus der Tante - die Marlene heißt. Die Frau, die laut Titel das Geheimnis hat... komisch, ich dachte die tote Oma hatte das Geheimnis - sei es drum.

Auf Seite 20 erschreckt sich Marlene und fragt:
Zitat
"Was ist passiert? Und wer zum Teufel hat dir das angetan?" Marlene klang zutiefst besorgt.
Nane schaut an sich herab und stellt fest:
Zitat
dass ihre helle Daunenjacke und die Hose blutverschmiert waren.
... natürlich vom kurzen Tragen zur - und Absetzen des Hundes auf die Rückbank des LKWs - ein Wunder, das der Hund noch lebt und nicht längst auf der Zwergendecke verblutet ist.

So geht die Geschichte ihren Lauf. Die Begegnung der Schwestern ist eher eisig, das Innere des Hauses wird beschrieben, Erinnerungen eingebunden und auf Seite 24 erfahre ich, dass Marlene 77 und Vicky über 60 Jahre alt sind, was ich bis dato nicht vermutet hatte... Vielleicht habe ich nur nicht mehr aufmerksam genug gelesen.
Zwischendrin erfahre ich, dass der Tierarzt Dr. Rossi verständigt wird und es wird angedeutet, dass zwischen Marlene und ihm mehr ist als bloße Freundschaft.

Seite 26: Auftritt Tierarzt -
Zitat
seine hellbraunen Haare standen wie störrische Antennen vom Kopf ab, als lege er aufs Kämmen keinen allzu großen Wert.
Bei der Begrüßung umarmt er Marlene, drückt ihr einen Kuss auf die Wange und hält sie länger umschlungen als nötig gewesen wäre, was Nane sofort auffiel. Sein Alter wird nicht erwähnt. Marlene ist schon 77 Jahre alt. Der Tierarzt muss deutlich jünger sein, sonst hätte er sicherlich graue Haare. Oder aber er kämmt sich zwar nicht, aber legt großen Wert darauf, dass seine hellbraunen Flechten immer frisch gefärbt sind... Rätsel über Rätsel. Vielleicht kommt das noch.  :weissnicht:

Seite 29 (Real Seite 21 der Geschichte) Der Hund muss in die winzige Tierklinik des Dr. Rossi. Sie wurde bereits ins Auto verfrachtet, da teilt Marlene ihm mit, dass er sich keine Sorgen machen muss, ihre Nane hat einen guten Job in der Pharmaindustrie und kann die Rechnung locker bezahlen und gleich darauf führt sie ihre eigene Aussage ad absurdum indem sie hinzusetzt, sonst würde sie selbst einspringen.
*argh - weder hat der gute Doktor danach gefragt, noch geht ihn das was an, wo Nane arbeitet. Der Leser - also ich - weiß schon was sie beruflich macht... hmpf... egal, weiter im Text.

Seite 30 lernen wir dann einen weiteren Mann kennen Obstbauer, Brenner, der im Hauseigenen Laden, eine Schnapsbrennerei arbeitet. Das Gespräch dreht sich darum, dass Nane ja beinahe vom Fach sei, da sie Pharmazie studiert hat. Der Mann fragt, ob Nane Apothekerin sei und sie antwortet wieder erwarten:
Zitat
Ich arbeite für eine große Pharmafirma.
Ich schaue nochmal eine Seite zuvor - stimmt, da war was mit Pharmaindustrie - hätte ich beinahe vergessen ich dachte sie wäre Fernfahrerin gewesen oder Leiterin eines Tierheims... vielleicht webt sie ja auch in ihrer Freizeit Zwergendecken... und welches Geheimnis Marlene oder die tote Oma - meinetwegen auch der Tierarzt hat ist mir inzwischen herzlich egal.
  :attacke:

Ich klappe das Buch geräuschvoll zu, werfe einen Blick in den Kamin und mir wird gerade noch bewusst, dass dieser Schrott nur geliehen ist. Statt also diesen Schund zu verbrennen, lege ich neues Holz auf.
Wo war noch der Däniken? - gib mir den mal...



« Letzte Änderung: 27 September 2018, 20:39:01 von Tika »
  • Ich schreibe gerade: Nix - weil ich mich noch nicht entscheiden kann...
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Wenn ich mich kurz fassen könnte, würde ich keine Romane schreiben.

Online Uli

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Re: Was lest ihr gerade? (2018)
« Antwort #38 am: 27 September 2018, 20:04:50 »
du hast ernsthaft 21 Seiten solches Zeug gelesen?

WoW ... (world of wasndas)!
dafür eine Lava - ein Fässchen, keine Lampe.
erhol dich gut!

Offline Zitatus

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Re: Was lest ihr gerade? (2018)
« Antwort #39 am: 28 September 2018, 07:52:43 »
Ich lese zur Zeit "Das Flüstern der Nacht" von Peter V. Brett. Das ist Band 2 des "Demon Zyklus". Eigentlich gut geschrieben. Routinierte Fantasy mit einem interessanten Weltenbau. Allerdings sind die vier Hauptfiguren in meinen Augen echte "Mary Sues": Einjeder von ihnen entscheidet sich für gewöhnlich richtig, wächst ständig über sich und das gesellschaftliche Umfeld hinaus und ist obendrein ach so bescheiden.

Auf dem Buchrücken steht in der Beschreibung der obligatorische Tolkien-Vergleich und auf Seite zwei ist selbstverständlich eine Landkarte.
« Letzte Änderung: 17 Dezember 2018, 06:27:22 von Zitatus »
  • Ich schreibe gerade: Pepper - Operation Labrador / Der Letzte macht dein Licht aus / Daimonia

Offline Nimmer

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Re: Was lest ihr gerade? (2018)
« Antwort #40 am: 25 Oktober 2018, 20:52:25 »
"Dark Orbit" von  Carolyn Ives Gilman habe ich inzwischen seit einiger Zeit durch - der generelle Eindruck ist geblieben: es gibt interessante Ideen, die leider nicht interessant umgesetzt werden. Es baut sich keine Spannung auf, die Charaktere kümmern mich wenig und die "science" dieser science fiction Geschichte macht recht schnell einer Mystik platz (die nicht uninteressant ist, aber wie alles recht zahm bleibt).

Dafür habe ich endlich mit "Metro 2033" angefangen. Zu viel Exposition, nach meinem Geschmack. Der Protagonist wird auf ungefähr Seite 120 aktiv - dafür weiß ich aber schon recht viel darüber, was alles Interessantes passiert, wo der Protagonist nicht ist. Aber das Setting ist cool.
Ich schreibe gerade: etwas.

Offline Lilith

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Re: Was lest ihr gerade? (2018)
« Antwort #41 am: 29 Oktober 2018, 10:13:21 »
Gerade lese ich The Hero With A Thousand Faces von Joseph Campbell, der beste Zufallsfund, den ich auf einem Bücherflohmarkt gemacht habe. :cheerful: Gut, war ein Uni-Flohmarkt, das erklärt's, aber trotzdem.

Davor, unsortiert:
Die Mansarde von Marlen Haushofer. Ich liebe Haushofer ja, seit ich vor zehn Jahren Die Wand gelesen habe. Aber Die Mansarde übertrifft das noch mal an Intensität.
Die Therapie von Sebastian Fitzek. Oh je. Ich schweige dazu lieber. ;D
Tipps und Tricks bei Schreibblockaden von Helga Esselborn-Krumbiegl, das weit über seinen Titel hinausgeht und allgemein unglaublich viele Aspekte des Schreibprozesses beleuchtet und dabei auf die Schreibgewohnheiten diverser bekannter Autoren eingeht.
Checkliste Schreibprozess von Christian Wymann und Franz Neff.
Trauma und Gedächtnis von Peter A. Levine.
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"Ich musste über etwas sprechen, zu dem es keine Sprache gab, ich musste mir eine erfinden, auch so wird man Schriftsteller."
- Bodo Kirchhoff

Online Uli

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Re: Was lest ihr gerade? (2018)
« Antwort #42 am: 01 November 2018, 23:36:33 »
leider nur angelesen:

Johann August Schülein, Psychotechnik als Politik.

Ich war bei meinen Leihenkeln, die schliefen, deren Mutter (studiert soziale Arbeit) musste eine neue Gasflasche besorgen und das Buch lag rum, also schaute ich rein ...

und war begeistert!
Von dieser hochkomplexen Sprache, den endlos langen Sätzen, und all dem ...
Ein Satz, der etwas zusammenfassen soll und mit den Worten ˋmit einem Wort:´ beginnt und sich dann über mehrere Zeilen erstreckt ... hach  :cheese:

Zudem traf das Ganze auch noch inhaltlich auf einen Nerv: Der gute Mann zerlegt den Watzlawick (der mit dem ˋman kann nicht nicht Kommunizieren ´ auf eine gründliche, aber letztlich durchaus wohlwollende Art - und schon die ersten paar Seiten waren ... lehrreich und erhellend.

Tja.
Dann wurde Adam (3) wach und war gar nicht begeistert von Mutters Abwesenheit und ich musste das Ding weglegen.
Vorerst.
Aber nach der Semesterarbeit bekomme ich das Tel ausgeliehen und freue mich schon darauf.

Offline eska

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Re: Was lest ihr gerade? (2018)
« Antwort #43 am: 02 November 2018, 13:58:53 »
Zwischendurch immer mal wieder 'Story' von R. Mc Kee. Das wundert wahrscheinlich keinen.  ;D

Dann Ian Mortimer: Im Mittelalter. Handbuch für Zeitreisende.
sowie: Zeiten der Erkenntnis. Wie uns die großen historischen Veränderungen bis heute prägen.
Locker und interessant, vor allem die Auswahl (mit Begründung) spannend.

Stückchen aus: Manfred Hausmann, Allem danke ich und allen. Prosa, Briefe, Gedichte.
Hat mich sehr berührt. Ein Autor, der von sich selber sagt, er stehe "ratlos und bestürzt vor der Gebrochenheit des Lebens in all seinen Erscheinungen" und doch "zu seiner unaufhörlichen Verwunderung nicht ohne Vertrauen zum Leben, zu sich selbst, zu den Menschen und (...) zu Gott".

Yann Martel: Schiffbruch mit Tiger. (Life of Pi)
Gefiel mir, vor allem allerdings am Anfang, die Geschichten um den Zoo, die wunderbare Vereinbarkeit dreier Religionen in einem Herzen...

Anne Müller: Sommer in Super 8.
Neuerscheinung 2018.
Sympathisch und manchmal hintergründig geschriebene Familiengeschichte aus dem hohen Norden, wo gar nicht alles so friedlich ist, wie es aussieht.

Neulich nachts: Kate Di Camillo: Die wundersame Reise des Edward Tulane. (Kinder- und Jugendbuch mit Tiefgang, wer 'Winn-Dixie' von der Autorin mag  :ichich:, hat gute Chancen, dieses auch zu mögen)

Gestern (zu einem Drittel): Eric Vuillard, L'ordre du jour. (dtsch. Die Tagesordnung) Hat den Prix Goncourt 2017 bekommen. Liest sich hervorragend und beklemmend. Deutliche Empfehlung!
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Offline FF

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Re: Was lest ihr gerade? (2018)
« Antwort #44 am: 02 November 2018, 16:57:44 »
"Im Land der Tschuktschen" von Tichon Sjomuschkin.

Verlag Kultur und Fortschritt, Berlin 1952. Das hat mich schon ein wenig vorgewarnt: Zu lesen gab es nicht etwa eine spannende Geschichte aus dem Alltagsleben der Rentierhirten und Seehundjäger im fernen Sibirien, sondern die Geschichte ihrer Umerziehung zu normgerechten Sowjets in den Jahren 1928 bis 1938. Ihre Kinder lernten lesen und schreiben, durften sich fürLenin und Stalin begeistern, lernten sich zu waschen, in Betten zu schlafen und gesalzenes Zeug zu essen, und alle wurden nach und nach gegen ihre Schamanen aufgehetzt, bis sie am Schluss allesamt glücklich und gleichgeschaltet am Jahrestag der Oktoberrevolution sowjetisches Liedgut sangen und jeden Beschluss nur noch in moskaugesteuerten Kommittees fassen konnten. Das verkaufte man ihnen unter dem Stichwort "Endlich könnt ihr selbst über euer Leben entscheiden".


Warum habe ich das überhaupt gelesen? Weil immerhin am Anfang viel ursprüngliche Kultur gezeigt wird, die dann zwar systematisch ausgemerzt wird, mir aber trotzdem Hinweise für "Die Geister von Talarea" gibt. Aber die ideologische Schönfärbung durch den Autor ist schon ziemlich unerträglich. Alles war super, alle sind glücklich, dass sie jetzt endlich eine zivilisierte Gesellschaft sind, und die bösen Schamanen werden für ihre Anmaßung, das Volk beherrschen zu wollen, übel bestraft.


Meine Wertung:
3/10 Kindern, die erstmal unter dem Bett schlafen



Nachdem ich mit dem Lesen fertig war, hab ich mal im Netz geguckt, wie es denn den sowjetifizierten Tschuktschen heute so geht. Und siehe da, es geht ihnen genauso wie allen anderen indigenen Völkern, die wahlweise von den Sowjets oder vom Klassenfeind zivilisiert wurden: Sie hausen in Baracken, sind von Strom und Öl abhängig, müssen Konservenfraß essen und haben extreme Alkohol- und Drogenprobleme. Aber viele Jüngere sind bereits wieder zur alten Lebensweise zurückgekehrt. Nur gibt es dank der Fürsorge und Weitsicht der großen Staaten bald kein Eis, keine Seehunde, keine Walrösser und für diese Menschen keine Lebensgrundlage mehr.
« Letzte Änderung: 02 November 2018, 17:09:15 von FF »
  • Ich schreibe gerade: RZ 2, Glitzi 9 (18.795 W), Talarea, Das zwölfte Geheimnis.