Autor Thema: Alle tun es!  (Gelesen 897 mal)

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Wave

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Alle tun es!
« am: 18 Mai 2017, 15:15:58 »
Hi, Ihr Teufels!

Man glaubt es kaum: Wave stellt einen Text ein ;D.

Und bittet um Röstung, Kommentare, Meinungen, Eindrücke.  :b5: :b5: :hoern: :b5: :b5:

Meine konkreten Fragen stehen unter  dem Text.

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Alle tun es!

Sie wissen schon, was ich meine ...

Aber über mich schüttelt man den Kopf. Dabei tun diese Kopfschüttler es auch!
Beweise? Ich bitte Sie ... Sie brauchen doch nur an sich selbst zu denken ... oder haben Sie es noch nie gemacht?
Ist hier tatsächlich auch nur Einer unter Ihnen, der dieses ... unwiderstehliche Verlangen noch nie gespürt ... und ihm  nachgegeben hat ...?
Na, sehen Sie ... Wie sollte das auch anders sein? Ist ja die natürlichste Sache der Welt und – glauben Sie mir – ein jeder kennt das Gefühl dieses Verlangens. Niemand ist dagegen gefeit. Und es ist nur natürlich, dass wir uns diesem speziellen Bedürfnis von Zeit zu Zeit hingeben. Jeder, der Ihnen etwas anderes erzählt, lügt – und sei es der Papst!

Schließlich tragen wir alle diesen Trieb in uns, mal nicht ganz so ausgeprägt, mal drängender. Das kennen Sie, nicht wahr?

Aber über mich schüttelt man den Kopf.

Dabei macht es doch jeder. Und zwar auf seine ureigenste Weise.
Da gibt es die Sprinter,  die nach dem puren Rein-Raus-Prinzip verfahren, sofort in das Objekt ihrer Begierde stürzen, und – einmal drin – blitzartig bereits das Finale erreicht haben.
Da gibt es die Gemütlichen, die nichts forcieren, und allem einfach freien Lauf lassen ...
Und die Spätzünder, die ewig brauchen, bis sie mal endlich zu Potte kommen.
Doch bei aller Individualität kommt letztlich das Gleiche dabei heraus ...

Gut, verschiedene Gruppierungen bevorzugen verschiedene Plätze, die einen die freie Natur, Liegewiesen, Büsche ... auch so manche Winkel und Hauseingänge sind da eine echte Offenbarung. Und andere halten sich dabei eben lieber in geschlossenen Räumen auf.
Ob im Sitzen, im Stehen oder sogar im Liegen, ob in der Wohnung, unter Bäumen, im Gras, Restaurants, Discotheken, Schwimmbädern etc. ... oh, das Bett hätt' ich bei dieser reichen Auswahl schon beinah vergessen ... Auch dort passiert es.

Funktionieren tut es ohnehin an jedem Ort. Wenn's denn funktioniert.
Manchmal läufts von ganz allein, aber recht häufig eben nur durch diese gewissen pumpenden Anstrengungen, dieses stoßweise Verausgaben ..
Schlimm wird’s, wenn auch dann nichts dabei rauskommt.
Der Trieb ist zwar willig, entbehrt aber des beharrlichen Stehvermögens und macht sich dünne ... Fazit: Es flutscht nicht mehr.

Dann kommen irgendwann die Ärzte ins Spiel, die via Granulat, Kapseln oder Pillen etc. dafür sorgen sollen, dass die Angelegenheit endlich in einem Rutsch erledigt werden kann.

Warum ich das alles erzähle? Na hören Sie, ich will doch die ganze Zeit klarmachen, wie allgegenwärtig dieser Trieb ist, so allgegenwärtig, dass er noch allgegenwärtig ist, wenn er gerade nicht gegenwärtig ist. Ich könnte auch sagen:

Alle tun es.
Und wenn sie's gerade nicht tun können, weil sie's nicht tun können, tun sie alles dafür, dass sie's wieder tun können.

Also. Wieso bin ich dann der verdammte Trottel, auf den man mit dem Finger zeigt, obwohl ich nur mache, was andere auch machen?

Alle tun es.
Es ist ja auch nichts zum Schämen. Trotzdem drängt sich mir der Eindruck auf, dass viele immer noch denken, es sei etwas ... Unanständiges.  Ich habe das oft in Unterhaltungen erlebt, zuerst gibt sich jeder ganz offen und locker, aber sobald ich was wirklich Konkretes dazu sage, schüttelt man den Kopf.
Dabei mach ich genau das Gleiche wie alle anderen. Aber mich schauen sie so komisch an, als solle ich schleunigst meinen Trieb beherrschen!

Das ist mir nicht möglich! Nein, ich muss ihm nachgeben. Immer wieder. Mehrmals täglich. Warum auch nicht? Es ist normal und natürlich und ich kann nicht anders.

Auch mein Nachbar, der mit dem wilden Wuschelkopf, starrt mich jedesmal so voller Verlangen an, als wolle er mir gleich an die Hose. Bisher hat er sich noch zurückgehalten – aber tuen tut er’s auch. Unter Garantie – ich hab' ihn nämlich dabei beobachtet. Und zwar ganz genau. Wie so einige andere auch. Und? Sie machen tatsächlich genau das Gleiche wie ich.

Wie Sie. Wie alle. Wir alle müssen diesem Drang von Zeit zu Zeit nachgeben.

Wir müssen!

Aber über mich schüttelt man den Kopf. Jedes Mal.

Jedes Mal, wenn ich davon erzähle.

Und jedes Mal, wenn ich an meiner Lieblingslaterne mein Bein hebe.

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Danke für's Lesen!

Meine Fragen:

Die wichtigste zuerst:

1.   Habt. Ihr. Gelacht?
     Oder wenigstens geschmunzelt (und   
     sei es bei einem eventuellen zweiten   
     Lesen).

2.   Wird man anfänglich so sehr auf Sex eingestimmt ;D, dass man erst einmal nicht auf die Idee kommt, dass es sich um etwas ganz Anderes handelt? Oder ist es zu durchschaubar?

3.   Funktioniert die recht groß angelegte Vermischung von Hund/Mensch, Sextrieb/Verdauungstrieb, tun/machen oder führt sie nur zur Verwirrung?

4.   Wird klar, dass der Erzähler bei dieser Sache keinen Unterschied  zwischen Menschen und Hunden sieht?

5.   Funktionieren die Doppelbedeutungen bzw. Wortspielereien? Sind sie überhaupt erkennbar?

6.   Wird klar, dass es sich bei dem "wilden Wuschelkopf" um einen Hund handelt?

7.   Dieser Text ist eher als Vorlese-Text gedacht. Da kommt es natürlich auch z. B. sehr auf den Tonfall (in diesem Fall stellenweise süffisant, anzüglich bzw. die Zuhörer durch die Stimme dahinlenkend, wo man sie haben will) an. Könnt Ihr Euch dareindenken?

Vielen Dank, Ihr!  :b5: :b5: :b5:




Offline Uli

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Re: Alle tun es!
« Antwort #1 am: 18 Mai 2017, 16:45:49 »
ay Wave,

leider schlechte Nachrichten:
Spätestens nach dem zweiten Satz ist der Glatteissensor angesprungen, und es war klar, worum es eben nicht geht. Und jede weitere falsche Spur bestätigte das.
Deswegen war das Lachen aus außerordentlich verhalten ...

Die Volte mit dem Hund als Ich-Erzähler war nicht ganz so rasch durchschaubar, aber das hat es auch nicht wirklich rausgerissen: Offensichtlich musste es sich ja um eine Person handeln, die der gängigen Konvention nicht unterliegt, aber dennoch missbilligend angeschaut wird.

Als Vorlese-Geschichte ist der Text weniger anfällig für den Radar, sicher - aber nicht so sehr, dass er vor jedem Publikum funktionieren könnte: Wenn so offensiv in eine Richtung gedrängt wird, löst dass sehr schnell Misstrauen aus.

sorry ...

Quisille

  • Gast
Re: Alle tun es!
« Antwort #2 am: 19 Mai 2017, 10:58:55 »
Moin Wave!

Spätestens nach dem zweiten Satz ist der Glatteissensor angesprungen, und es war klar, worum es eben nicht geht. Und jede weitere falsche Spur bestätigte das.

Geht mir ähnlich.

Humor ist was sehr Persönliches, deshalb ist es nicht von zentraler Bedeutung, ob jemand von uns lacht. Aus strategischer Sicht ein paar Thesen, wie üblich unter Vernachlässigung von Maßhalten und Selbstreflexion als Absoluta konstatiert:


1. Humor ist das, was sich ereignet, während man sich auf etwas völlig anderes konzentriert.

Nur so vermeidet man folgenden Effekt: "Aha. Das soll komisch sein. Na toll. Jetzt kann ich nicht mehr drüber lachen."

=> Worum geht es in Deinem Text? Momentan hat er kein Thema und keine Story. Da wirkt der Humor wie Nutella ohne Brot drunter: Schwer zu fassen und zu süß.


2. Humor ist keine Emotion, sondern ein Vehikel, das eine Emotion transportiert.

Ein Text, der "nur" lustig ist, wäre emotionsleer und deshalb flach. Ganz genau wie jeder andere emotionslose Text.

=> Welches ist die Leitemotion Deines Texts? Ich vermute "Empörung", aber das kommt nicht klar raus.


3. Eine Pointe wird nicht besser, wenn man sie hinauszögert.

Wenn Textpassagen nichts weiter tun, als die Zeit vom Setup bis zum Payoff zu verlängern, erzeugt das keine Spannung, sondern Langeweile. Dein Text braucht unterwegs was zu tun, wenn er so lang sein will, wie er ist.

=> Siehe 1. Bislang keine Story und kein Thema erkennbar.


4. Humor transportiert Information.

Wenn wir lachen, haben wir was gelernt. Insofern sind Witze wie Geschichten (und umgekehrt). Aus Schriftstellersicht ist Humor nur dann berechtigt, wenn er ein Stück Deiner Lebenserfahrung transportiert. Das Setup schafft ein Ungleichgewicht, welches der Payoff auf unerwartete Weise auflöst. Dieses Unerwartete ist das, was Du dem Leser schenkst. Das ist DEINS. Wenn den Witz jemand anderes als Du erzählen kann, ist es nicht Deiner. Dann erzähl ihn auch nicht. ;)

=> Was lernen wir aus Deinem Text? Die Strategie, die Du verfolgst, ist in etwa die: Man lässt sich darauf ein, dass jemand wegen seines Sexualtriebs in der Kritik steht, und am Ende war es eben nicht Sex, sondern Pinkeln. Wie fordert mich das heraus? Was offenbart mir ein pinkelnder Hund, das mir ein pinkelnder Mann nicht offenbaren würde? Das wäre was anderes, wenn der Text zum Beispiel Bestialität implizieren würde. Wenn man zunächst dächte, der Erzähler sei ein Perversling, der die Würze seines Lebens in Hundehinterteilen sieht, und am Ende ist es nur ein Hund, der an die Laterne pinkelt, dann hätte ich daraus vielleicht gelernt, dass ich viel zu bereitwillig den Skandal wittere, wo eine harmlose Erklärung ausreicht. Und das funktioniert tatsächlich am besten mit einem pinkelnden Hund.

Aber dafür muss der Text sich ernstnehmen. Das Setup darf kein Schild hochhalten: "Gleich wird's lustig!" Stattdessen müsste der Text (auf humorige Weise) einen saftigen Skandal versprechen. Humor ist kein Anlass, seiner Kunst den Ernst zu nehmen. Das scheint ein Widerspruch zu sein, ist aber von zentraler Bedeutung.


5. Gute Clowns sind psycho.

Nicht ohne Grund ist die Selbstmordrate unter Humoristen statistisch signifikant erhöht. Du kannst andere am leichtesten zum Lachen bringen, wenn Dir selbst zum Heulen ist. Und zwar nicht nur gelegentlich, sondern als Grundkonstante Deiner Lebensführung. Nur so bekommt man die erforderliche Routine. Humor verneint. Durchschlagskraft entwickelt er nur dann, wenn er seine Eltern frisst (siehe Lebenserfahrung). Letztenendes ist es egal, ob das Publikum lacht, Hauptsache, es wird lange genug abgelenkt und sieht die Eiterbeulen nicht, aus denen der Witz seine Nahrung zieht.

=> Bist Du bereit, Dich selbst auf diese Weise zu zerlegen? Die Unzulänglichkeiten in Deinen ureigensten Überzeugungen dem Gelächter wildfremder Leute preiszugeben? Damit die aus Deinen Fehlern lernen, im vollen Bewusstsein, dass es Dir selbst nicht möglich ist? Dann viel Spaß, und vielleicht solltest Du damit zum Arzt gehen. Wenn Du dazu aus gutem Grund nicht bereit bist: Ich bin erleichtert. Aber Humor wird daraus dann nicht, das bleiben Witzchen.


Kurzum: Ersetze in meinem obigen Gefasel "Humor" durch "Schreiben", und es läuft auf genau dieselben handwerklichen Probleme heraus, mit denen wir uns auch sonst herumschlagen müssen. War ja auch nicht weiter überraschend, oder? :cheese:

Liebe Grüße!
Quisille

Wave

  • Gast
Re: Alle tun es!
« Antwort #3 am: 19 Mai 2017, 13:55:43 »

Hi, Uli,

vielen Dank für Deinen Kommentar.

Und ... Du hast recht.

Ich wollte den Leser aufs Glatteis führen – und bin selbst drauf ausgerutscht ... mit dem Schild "Achtung! Humor!" in der Hand ;D.

Ich habe erst nach Deinem Kommentar wirklich wahrgenommen, wie "aufgeblasen" der  Text eigentlich ist (und ich habe ihn in der Tat aufgeblasen, zunächst war es nämlich nur ein ganz kurzes Stückchen ...), eine ellenlange Latte von Aufzählungen, die zwar diese gewisse Doppelbedeutung enthalten, was aber nicht funktionieren kann mit erwähntem Schild in der Hand – weil überall die Überraschung fehlt. Und Humor lebt von Überraschungen, vom Unerwarteten, von unerwarteten Wendungen. Da es aber so schnell durchschaubar ist, worum es nicht geht, ist natürlich selbst der Schluss auch keine Überraschung mehr.

Nun gut, dann hat's diesmal halt nicht funktioniert. Ist okay. Vor allem aber hat es meine Aufmerksamkeit für Feinheiten wieder hervorgeholt. Danke dafür!  :b5: :b5: :b5:

Liebe Grüße :kaffee2:

Wave

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Hi, Quisille,

ich kann wirklich aus Deinen Anmerkungen viel für mich rausnehmen.

Einige Beispiele:


Nur so vermeidet man folgenden Effekt: "Aha. Das soll komisch sein. Na toll. Jetzt kann ich nicht mehr drüber lachen."
Ja, stimmt. Das bei Uli erwähnte Schild "Achtung! Humor!" War viel zu offensichtlich.

 
Zitat
Da wirkt der Humor wie Nutella ohne Brot drunter: Schwer zu fassen und zu süß.
Oh, ich liebe Nutella ohne Brot! ;D
Aber was den Text betrifft, versteh' ich schon.

Und vor allem auch dies hier:

Zitat
3. Eine Pointe wird nicht besser, wenn man sie hinauszögert.
Wenn Textpassagen nichts weiter tun, als die Zeit vom Setup bis zum Payoff zu verlängern, erzeugt das keine Spannung, sondern Langeweile. Dein Text braucht unterwegs was zu tun, wenn er so lang sein will, wie er ist.

Yapp! Und wie ich das einseh'! Das ist genau der Punkt: Es hat sich zunächst um ein hübsches, kleines Textstückchen gehandelt. Kurz und knapp.
Und ich dachte mir: Nee, so was Winziges kannst Du nicht im FF einstellen. Da musst Du mehr draus machen – und "mehr" wurde es dann auch – an Zeilen, an Aufzählungen. Aber nicht wirklich mehr.
Es ist eigenartig, dass ich das nach Ulis Kommentar und Deiner Röstung jetzt so schnell sehe und einsehe – und vorher anscheinend ein kleiner Blindfisch war, möglicherweise auch deswegen, weil ich mich daran verbissen hatte, den Text länger zu machen und dann meine Aufmerksamkeit hauptsächlich darauf gerichtet war, möglichst viele Doppelbedeutungen zu finden – dabei muss ich, obwohl ich dachte, genau diesen im Blick zu haben, den Humor aus den Augen verloren haben ...


Zitat
Wenn man zunächst dächte, der Erzähler sei ein Perversling, der die Würze seines Lebens in Hundehinterteilen sieht, und am Ende ist es nur ein Hund, der an die Laterne pinkelt, dann hätte ich daraus vielleicht gelernt, dass ich viel zu bereitwillig den Skandal wittere, wo eine harmlose Erklärung ausreicht.
Ja, seufz, so will ich das eigentlich auch handhaben, dass eine bestimmte Erwartungshaltung aufgebaut wird, die zum Schluss durch das Unerwartete torpediert wird.
Statt dessen habe ich mich diesmal in Aufzählungen verloren.

Zitat
Das Setup darf kein Schild hochhalten: "Gleich wird's lustig!" [...]
Ja, genau. Ich hab's nicht gemerkt.

Das waren nur Beispiele. Deine Röstung hat mir insgesamt viel gebracht. Nur der Punkt 5 ist in Teilen ... sehr, sehr fern von mir ... aber das ist persönlich und soll hier ganz bestimmt nicht weiter ausgeführt werden ;D.

Vielen Dank für Deine ausführliche Röstung! :b5: :b5: :b5:

Liebe Grüße  :wink:

Wave

Gnadenrose

  • Gast
Re: Alle tun es!
« Antwort #4 am: 20 Mai 2017, 21:58:38 »
Hallöchen!
Ich muss auch sagen, dass mir relativ schnell klar war, dass am Ende irgendeine Pointe kommen musste. Allerdings bestand die Spannung dadurch darin, dass ich wissen wollte, wie diese Pointe aussehen würde. Doch das war glaube ich nicht ganz dein Plan. Geschmunzelt habe ich aber erst bei deiner Frage, ob wir gelacht hätten...
Frage 4 kann ich bejahen, das wird sehr gut klar. Vor allem, wenn man hinterher noch einmal darüber nachdenkt. Dass der Wuschelkopf ein Hund ist, war mir nicht so klar, aber die menschliche Vorstellung war auch nicht langweilig ;)

LG Gnadenrose

Wave

  • Gast
Re: Alle tun es!
« Antwort #5 am: 22 Mai 2017, 17:46:12 »
Hi, Gnadenrose,

Geschmunzelt habe ich aber erst bei deiner Frage, ob wir gelacht hätten...
:lach:

Oh, herrlich, Gnadenrose! Mit diesem einen Satz hast Du grandios die Qualität meines humorig sein wollenden Textes zusammengefasst! Ich habe wirklich laut aufgelacht!

Und auch, wenn das für mich nicht ohne einen kleinen Piekser abgeht, so muss ich doch auch jetzt immer wieder noch schmunzeln. Einfach herrlich!

Vielen Dank dafür!  :b5: :b5: :b5:

Liebe Grüße :wink:

Wave


Gordita

  • Gast
Re: Alle tun es!
« Antwort #6 am: 29 Mai 2017, 23:57:38 »
Hallo Wave,

Glückwunsch zum ersten Post oder hatte ich es falsch verstanden?

Ich möchte vorweg sagen, dass ich kein Fan dieser Comedy-Shows bin und deshalb mit Sicherheit kritischer an den Text gehe.

1.   Habt. Ihr. Gelacht?
     Oder wenigstens geschmunzelt (und   
     sei es bei einem eventuellen zweiten   
     Lesen).
Also am Anfang habe ich schon geschmunzelt. Du fängst locker an, ich vermute, dass du am Ende mit etwas ganz anderem kommen wirst, aber möchtest, dass ich denke, dass du über Sex sprichst. Irgendwann dachte ich mir, du bist so speziell, dass ich gespannt war, was du dir ausgedacht hast. Am Ende war ich dann allerdings enttäuscht, obwohl du ja etwas völlig anderes aus dem Hut gezaubert hast. Vielleicht, weil es zu einfach war. Also etwas aus dem Tierreich zu nehmen. Kann es dir aber gar nicht genau sagen, wieso.


2.   Wird man anfänglich so sehr auf Sex eingestimmt ;D, dass man erst einmal nicht auf die Idee kommt, dass es sich um etwas ganz Anderes handelt? Oder ist es zu durchschaubar?

Mir war es von Anfang an klar, dass du auf Sex anspielst, aber etwas anderes aus dem Hut zaubern wirst.


3.   Funktioniert die recht groß angelegte Vermischung von Hund/Mensch, Sextrieb/Verdauungstrieb, tun/machen oder führt sie nur zur Verwirrung?

Verdauungstrieb? Du meinst Urinieren?
Die Vermischung Hund und Mensch hat bei mir zur Ernüchterung geführt. Ich war enttäuscht.


4.   Wird klar, dass der Erzähler bei dieser Sache keinen Unterschied  zwischen Menschen und Hunden sieht?

Die Beispiele sind alle vom Menschen, die du anfangs aufführst, aber am Ende ist es ein Hund, der mit den Sachen oben nichts mehr gemein hat. Deshalb vermutlich auch meine Enttäuschung. Du hast es dir zu einfach gemacht. MMn.

5.   Funktionieren die Doppelbedeutungen bzw. Wortspielereien? Sind sie überhaupt erkennbar?

Ich musste im Nachhinein dann überlegen, wieso im Bett, aber es stimmt natürlich ältere Menschen oder Kleinkinder pinkeln auch mal ins Bett. Klar.

6.   Wird klar, dass es sich bei dem "wilden Wuschelkopf" um einen Hund handelt?

Daran kann ich mich nicht erinnern.

7.   Dieser Text ist eher als Vorlese-Text gedacht. Da kommt es natürlich auch z. B. sehr auf den Tonfall (in diesem Fall stellenweise süffisant, anzüglich bzw. die Zuhörer durch die Stimme dahinlenkend, wo man sie haben will) an. Könnt Ihr Euch dareindenken?

Natürlich, das würde gehen. Allerdings ist es mir zu lang. Auch verstehe ich nicht, warum man über ihn den Kopf schütteln sollte. Oder meinst du, die Menschen schütteln über ihn den Kopf? Aber tun die das denn? Besonders, wenn er es am Baum macht?

Tut mir leid, dass es nicht positiver ausfiel. Der Anfang war interessant und ich schmunzelte, aber es war viel zu lang, es zog sich und ich verlor die Lust am Lesen, auch die Auflösung finde ich nicht gut gelöst, obwohl es technisch natürlich funktioniert.

Viele Grüße
gordita