Autor Thema: Kunstlicht: DoppelSelbst  (Gelesen 858 mal)

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Offline Uli

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Kunstlicht: DoppelSelbst
« am: 20 März 2017, 02:58:18 »
ay Teufels,

Hier ist die Fortsetzung des Kunstlich-Textes - und gleich ein Problem.
Nämlich:
Ich weiß nicht, ob die Sache funktioniert. In meinem Kopf, als Film, tut sie das, nur ... als Text? Weiß ich nicht.

Das zweite, kleiner Problem ist: Ich bin sehr stark in Versuchung, am Schluss dieser Szene mit 'Aktion' anzufangen (Text in Klammern), aber ebenso stark ist der Widerstand dagegen.
An der Geschichte ändert das beides wenig, daher ist die Frage nach dem 'Plot weiterbringen' nicht geeignet, um das zu entscheiden. Gnarf.
Die Variante ohne die Aktion wäre eher beim klassische SiFi (was mir gefällt), die mit beim klassischen Aktion-Film (was mir auch gefällt ...)

Also, die Fragen:
1- Nachvollziehbar, was passiert, wer was erzählt und mit wem spricht und so?
2- Aktion oder nicht Aktion (bzw Aktion an dieser Stelle oder erst später ...)

cheers, Uli

Doppelselbst
 Nach der Besprechung karrte man mich in einem Rollstuhl zur Med - das Knie machte einfach nicht mehr mit. Und das Morph auch nicht, wie ein kurzer Versuch, aus dem Raum zu humpeln, deutlich bestätigte.

Auf dem Weg - ein paar dutzend Meter bis zum nächsten Aufzug - erklärte mir ein Assistent ein paar Details.
Nicht etwa, was den Fall anging, oder gar, was mein Auftrag sein sollte: Es ging um die Beförderung. Und um einige ihrer Folgen.

'B2 bedeutet, dass du eine VP bekommst, Herr. Das ist am Anfang etwas, nun, gewöhnungsbedürftig, deshalb bekommst du eine ...'

er zögerte nur einen Sekundenbruchteil, aber Assistenten zögern nie* deshalb spitzte ich die Ohren.
'... Assistentin. Damit du dich schnell zurechtfindest. OK?'

Ich schaute wohl fragend genug, dass er kapierte, dass ich kein Wort verstanden hatte - außer, dass mir jemand zugewiesen würde, der ein wenig aufpassen sollte.

Oder ein wenig mehr - ein Wachhund, aber nett verpackt.

'VP, eine virtuelle Persönlichkeit. Ein - nun, ein besonderer Zugang zum Netzwerk, ein Digitaler Diener, der - der du selbst bist. Also, der ...'

'OK, gut - was ist der Witz? Warum soll das kompliziert werden?'

'Nun, dazu gehört eine Mod, ein Implantat, und ... du wirst es herausfinden, man sagt mir gerade, die Details erklärt dir die Assistentin.'

Er schwieg dann, öffnete die Fahrstuhltür, schob mich hinein und ging. Wortlos. Und ich starrte die Wand an, während die Kabine beschleunigte.

Und schlief ein.
Kurz nachdem ich den charakteristischen Geruch von Schlafgas wahrgenommen hatte.
Verdammt ...
---
Als nächstes sah ich mich selbst.
In einem Med-Bett, auf der anderen Seite eines Raumes, offenbar ein Aufwachzimmer. Ein ungewöhnliches Aufwachzimmer, das offenbar nur für jeweils einen einzigen Patienten gedacht war. Seltsam.

Ich fühlte mich etwas träge, offenbar sediert.
Wieso konnte ich mich anschauen?

Du siehst durch die Videoüberwachung. Das ist die VP

Die Stimme war freundlich, weiblich, beruhigend und vertraut. Vertraut, obwohl völlig unbekannt. Seltsam.

'Wer bist du?' fragte ich.
Also, wollte ich fragen. Nur 'sprach' ich die Worte nicht, obwohl es sich genau danach anfühlte.

Lastra. Ich bin deine Assitentin. Wenn du nach rechts schaust, zur Tür, komme ich in das Zimmer, OK?

Nun ... nein. Doch. Ja.

Ich war verwirrt: Die Stimme klang so, als wäre Lastra in unmittelbarer Nähe, wie wollte sie dann in das Zimmer gehen? Und warum?

Du hörst meine VP, Horg. Meine Virtuelle Persönlichkeit

Ach ja, dann ...

Ich schaute also nach rechts und konnte sehen wie ich - also, das ich dort auf dem Bett - versuchte, den Kopf zu drehen.

Das muss man üben, Horg. Am Anfang ist es schwer, die VP und das Real-Selbst zu entkoppeln. Versuche es noch einmal

Also gut ... ich schaute nach rechts, und versuchte gleichzeitig, nicht nach rechts zu schauen. Gar nicht einfach, so etwas.

Gut, Horg, sehr gut. Ich - mein Realselbst - öffne jetzt die Tür und betrete das Zimmer. Ich werde ein paar Dinge an den Instrumenten einstellen, die Dämpfung reduzieren. Sage mir, wenn es zu viel wird.
Leider haben wir wenig Zeit, daher müssen wir es jetzt schon versuchen

OK ... schön, dass mir so etwas vorher gesagt wird. Ehrlich.

Wenn ich jetzt noch gewusst hätte, was das bedeutet, wäre die Sache perfekt. Aber, was sollte es ... ich nickte.

Und war ziemlich stolz, weil mein Realselbst kaum zuckte dabei.
---
Ich schloss für einen Moment die Augen - was tatsächlich funktionierte, jedenfalls sah ich mich nicht mehr - und dachte nach. Zum ersten Mal seit dieser seltsamen Szene.
Worum ging es hier eigentlich?

Was ist so wichtig an dieser Sache?
Wozu diese Beförderung, über ein Dutzend Rangstufen hinweg?

Klug gefragt, Horg. Du solltest wissen, dass ich deine Gedanken hören kann, solange du im Lernmodus bist mit der VP. Entschuldige, das hätte ich dir sagen sollen ...
Die Beförderung war notwendig, weil B2 die unterste Rangstufe ist, die eine Berechtigung für eine VR hat.

Oh, gut. Völlig logisch. Klar.

Ich sehe, wie jemand sich unter den Räumer wirft und muss deswegen eine virtuelle Persönlichkeit bekommen, und nebenbei hört jemand, was ich denke.

Warum?

Weil dort niemand war. Nur du hast den Vorfall gesehen, weder die Kameras noch die Sensoren haben die Person registriert.
In einer Stunde können wir soweit sein, dass deine Gedächtnis-Synchronisierung funktioniert, dann kennst du alle Fakten. Alle, die wir kennen

Ich riss die Augen auf. Und sah, dass ich die Augen aufriss, also ... mein Realselbst. Ich sah ziemlich geschockt aus. Natürlich.

Ich war geschockt.
Dort ist niemand gewesen? Das System hat niemanden gesehen?

Unmöglich. Ausgeschlossen. Völlig ausgeschlossen ...

Die einzig logische Erklärung wäre: Der Zeuge hatte Halluzinationen, stand unter Drogeneinfluss oder ist schlicht ausgerastet.

Tja
.
Nur, dass der Zeuge ich selber war, und weder Drogen hatte noch mich irgendwie ausgerastet fühlte.

Genau sagte Lastra. und wir wissen, dass du keine Halluzinationen hattest. Aber ... kümmern wir uns darum, dich einsatzfähig zu machen, OK?

Einsatzfähig ... ja, eine gute Idee.

In einer Welt, die in ihren Grundfesten erschüttert ist, kann das nur von Vorteil sein. Das System hat jemanden nicht bemerkt, am Ring der Ebene Acht ...
Ein Eindringling keine vierzig Meter entfernt vom nächsten Zugang zu den Kristallebenen. Wo das Herz der Stadt schlägt.

Mir war kalt.

So kalt, wie es einer virtuellen Persönlichkeit nur sein kann.
Sehr, sehr kalt.
Lastra, die echte, körperliche Lastra dort in dem Krankenzimmer, setzte eine Injektionspumpe an meinen Hals, und alles wurde dunkel.
---
Ich wachte auf und sah aus meinen eigenen Augen. Gut. Und ich sah in Lastras Augen, was ebenfalls recht gut war, wenn auch ein wenig eigenartig: Ihre Augen waren dunkelgrau. Also, die Iris.
Und ich konnte keine Pupille erkennen.
'Ich habe die VP offline gesetzt, Horg. Für ein paar Minuten.
Ich denke, dass es einfacher ist auf diese Weise.'
Ich nickte und versuchte, mich aufzurichten. Was mir auch ganz gut gelang. Lastra nickte anerkennend.
'Gut. Du bist ziemlich widerstandsfähig, sogar für einen C4 - erst vor kurzem befördert worden, Oder?'
'Drei Wochen' bestätigte ich.
'Verstehe. Noch im Training, das erklärt vieles. Gut. Das soll so bleiben, Horg. Für diese Sache brauchen wir einen B-Mann, der nicht die letzten fünfzehn Jahre einen Sessel gewärmt hat. Dich.

Du hast Erfahrung mit den Minus-Ebenen?'

Ok, mein Gehirn hatte eine Pause nötig gehabt, aber das war jetzt doch etwas zu viel Smaltalk. Ernsthaft.

'Wenn du meine Akte nicht kennst, gehe ich sofort heim, OK?'

grummelte ich und wurde mit einem Lächeln belohnt.
'Also gut, du bist wieder OK. Pass auf:

Die VP ist ein Digitaler Assistent, nur ein ganzes Stück besser als das, was du kennst. Und der Mod bewirkt, dass die VP dir nicht berichten muss, was sie erledigt hat, sondern alle Ergebnisse werden in dein Gedächtnis gespiegelt. Klar?'

'Klar.' sagte ich knapp, und sie machte weiter.

'Entweder ist die Verbindung linear, so wie das eben war, oder es wird ab und zu synchronisiert - du kannst das steuern. Und später lernst du, wie du der VP Kontrolle über deinen Körper erlaubst, das ist ziemlich nützlich. Ich schalte jetzt wieder on, linear - aber mit Priorität des Echtselbst. Bereit?'

Ich nickte, und merkte nichts.
'Gut, Horg. Jetzt solltest du versuchen, durch die Kamera zu sehen. Versuche es einfach, OK? Wünsche dir einfach, durch die VP zu sehen. Jetzt ... '

Es war ... seltsam. Eine Sekunde oder so passierte gar nichts, dann konnte ich nichts mehr richtig erkennen, und dann sah ich das Bild von vorher: Ich im Bett, Lastra auf dem Stuhl daneben. Schien zu funktionieren.

Bisher ist deine VP angewiesen, immer deinen Standort zu teilen. Also ist sie hier, in der Med, in diesem Raum. Du kannst sie aber an andere Orte schicken, entweder als Sprung, oder Schritt für Schritt. Gehe mit der VP hinaus in den Flur, Horg.

Es dauerte ein Wenig, aber dann blickte ich von Außen auf eine Zimmertür, und auf die beiden C6-Kämpfer davor.

Gut. Und ja, die Beiden sind wegen dir hier. Als Schutz. Wenn du jetzt wieder durch deine eigenen Augen schaust ...

Diesmal ging das Umschalten schneller, nur ein kurzes Flimmern. Die grauen Augen lächelten, und Lastta nickte zufrieden.
'Ich hatte Zweifel, ob es richtig ist, aber du lernst wirklich erstaunlich schnell, Horg. Das ist  gut. Wir haben nicht viel Zeit ...'

(Sie wurde unterbrochen. Durch eine Explosion, draußen im Gang.
 Schüsse aus mehreren Schnellfeuerwaffen, eine weitere Explosion, Schreie, und das Licht ging aus.)

****
Danke für' lesen!

Offline eska

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Re: Kunstlicht: DoppelSelbst
« Antwort #1 am: 22 März 2017, 22:23:52 »
Zunächst mal mein Eindruck nach der ersten Lektüre, in Bezug auf deine Fragen:

1. Ja, es ist nachvollziehbar, aber noch nicht leicht eingängig. Ich mindestens muss zwischendurch innehalten und überlegen. Ich glaube, manches ist etwas zu knapp geraten. Wenn mir beim Rösten etwas auffällt, füge ich es hinzu.

2. Mir persönlich wäre jetzt direkt Action ein bisschen viel, erstmal würde ich gerne all das verdauen und verstehen, was Horg auch noch nicht verdaut und verstanden hat. Aber wenn das die Art des Erzählens wird, überstürzte Handlung ohne Zeit zum Überlegen, Funktionieren auf Autopilot, dann passt es. Nur fällt dann 'Gewissenserforschung' im Nachhinein weg, also Konfliktpotential, denn bewusste Entscheidungen kann er dann nicht fällen.

Genauer:
Zitat
Nach der Besprechung karrte man mich in einem Rollstuhl zur Med - das Knie machte einfach nicht mehr mit. Und das Morph auch nicht, wie ein kurzer Versuch, aus dem Raum zu humpeln, deutlich bestätigte.
Warum drehst du es nicht um und lässt es uns erleben? Die zeitliche Reihenfolge stimmt dann auch.

Zitat
Auf dem Weg - ein paar dutzend Meter bis zum nächsten Aufzug - erklärte mir ein Assistent ein paar Details.
Nicht etwa, was den Fall anging, oder gar, was mein Auftrag sein sollte: Es ging um die Beförderung.

So klingt es leicht aufmüpfig. Ist Horg so drauf?
Vorschlag: Ein Assistent begleitete mich (schob der den Rollstuhl??) die paar Dutzend Meter bis zum nächsten Aufzug. Das Bier gluckerte in meinem Magen, das Stechen im Knie ließ sich wegatmen, genug jedenfalls, dass ich ihm zuhören konnte. Auch wenn es nicht ganz das war, was ich hören wollte, über den Fall oder meinen Auftrag dabei. Es ging um die Beförderung.

Zitat
dass du eine VP bekommst, Herr.

Wundert er sich nicht unwillkürlich über die Anrede?

Zitat
'... Assistentin. Damit du dich schnell zurechtfindest.
Hat die denselben Rang wie er und andere Assistenten? Oder zögert er, weil sie etwas anderes ist? Wenn der Begriff aber eine bestimmte Funktion benennt, sollte er Lastra anders nennen. Oder die Assistenten heißen leicht anders als offizielle Bezeichnung.

Zitat
Ich schaute wohl fragend genug, dass er kapierte, dass ich kein Wort verstanden hatte
Ich schaute wohl fragend genug: Er kapierte, dass ich kein Wort verstanden hatte
Zitat
'OK, gut - was ist der Witz? Warum soll das kompliziert werden?'
Offensichtlich sagt er das. Als Reaktion finde ich das zu unbeteiligt, zu cool. Er ist doch körperlich geschafft, geistig noch vom Morph mitgenommen, von den Ereignissen überrollt und weiß nicht, was auf ihn zukommt. Und das, was der Assi faselt, hilft ihm auch nicht weiter.
Eher so wie: 'Besonderer Zugang. Ja. Und? Was ist daran so kompliziert?' So leicht irritiert oder misstrauisch (?).
Zitat
Ich schaute also nach rechts und konnte sehen wie ich - also, das ich dort auf dem Bett - versuchte, den Kopf zu drehen.
das Ich dort auf dem Bett

Zitat
OK ... schön, dass mir so etwas vorher gesagt wird. Ehrlich.

Wenn ich jetzt noch gewusst hätte, was das bedeutet, wäre die Sache perfekt.

Ähm. Entweder ist das Ironie, dann passt der zweite Satz nicht. Oder ich hab was verpeilt. Man hat ihm doch eben nichts vorher gesagt. Und bisher schien er mir nicht kritisch, sondern bemüht, alle zufriedenzustellen.

Zitat
Zum ersten Mal seit dieser seltsamen Szene.
In dieser Szene?

Zitat
Was ist so wichtig an dieser Sache?
war

Zitat
Oh, gut. Völlig logisch. Klar.

Ich sehe, wie jemand sich unter den Räumer wirft und muss deswegen eine virtuelle Persönlichkeit bekommen, und nebenbei hört jemand, was ich denke.
Warum?

Ok, er soll also ironisch-sauer reagieren. Mich irritiert das, weil ich ihn vorher nicht so wahrgenommen habe, eher bemüht angepasst.

Zitat
In einer Welt, die in ihren Grundfesten erschüttert ist, kann das nur von Vorteil sein. Das System hat jemanden nicht bemerkt, am Ring der Ebene Acht ...

Warum nicht 'erschüttert war', 'konnte' und 'hatte nicht bemerkt'? Dann auch 'Herz schlug'.

Zitat
Und ich sah in Lastras Augen, was ebenfalls recht gut war, wenn auch ein wenig eigenartig: Ihre Augen waren dunkelgrau. Also, die Iris.
Und ich konnte keine Pupille erkennen.
Mindestens das zweite 'und' am Satzanfang würde ich streichen.
Zitat
'Wenn du meine Akte nicht kennst, gehe ich sofort heim, OK?'

Er glaubt ihr das doch nicht. Also wenn sie es ihm weismachen will, oder?



Nein, inzwischen bin ich sicher: Hier noch keine action, erstmal diese interessante Idee von der VP als Doppelgänger näher ausloten, Zeit haben, sich Fragen zu stellen, sich selber etwas zu überlegen und nicht nur Fakten abzunicken.Zum Beispiel: Wer sieht oder hört die VP? Ist sie stofflich, kann also Dinge manipulieren? Spürt man alles doppelt oder kann man sich abkoppeln, beispielsweise von Schmerz? Kann das, was ihr geschieht, das Realselbst in Bedrängnis bringen?

Ich finde keinen konkreten Ansatzpunkt, aber vielleicht lässt du Horg mit diesem seltsamen Gefühl spielen wie mit einer rauen Stelle am Zahn: die Zunge gleitet immer wieder drüber und versucht, das Neue in die gewohnte Wahrnehmung zu integrieren.

So, das muss reichen, bin müde, sorry.

So long,

eska
  • Ich schreibe gerade: noch nichts Neues

Offline Uli

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Re: Kunstlicht: DoppelSelbst
« Antwort #2 am: 23 März 2017, 20:58:56 »
Danke, eska!

Dass die Sache nicht einfach ist, war mir klar - um so mehr freut es mich, dass es grundsätzlich verständlich ist. Uff.
Für die Endfassung werde ich darüber nachdenken, die 'virtuellen' Teile noch etwas abzusetzen, evtl mit einer anderen Schriftart oder so, damit dieser Teil deutlicher wird.
Sowas kann aber nur eine zusätzliche Hilfe sein, der Text muss das auch alleine hergeben.

Deine Ansicht zu 'Aktion' an dieser Stelle ist eine gute Entscheidungshilfe - ich sagte ja, die Frage ist völlig offen. Momentan tendiere ich ebenfalls dazu, erstmal die neue Situation zu ergründen.
Wobei mir da die VP sehr entgegenkommt.

Die einzelnen Anmerkungen werde ich bei der Überarbeitung einfließen lassen - vor allem der Punkt 'Horg ist hier aufmümpfiger als in der Eingangsszene' ist spannend (weil er das tatsächlich ist - was ich wohl noch etwas unterfüttern muss, damit es nicht als möglicher Fehler ankommt).

Quisille

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Re: Kunstlicht: DoppelSelbst
« Antwort #3 am: 27 März 2017, 10:51:58 »
Hallo Uli!

Sorry, es folgt keine Röstung. Aber ich lese hier schon seit einer Weile mit, und ich meine, da gelingt Dir was. Das wollte ich Dich wissen lassen. ;) Da wir beide in unserem Schreiben oft nicht ganz *räusper* kompatibel sind, bremse ich mich lieber, um Dir das Mojo nicht zu verhühnern. :cheese:

Nur eine ganz allgemeine Beobachtung: Der "Vorspann", den Du aufbietest, bis Du in jeder einzelnen Szene die Handlung starten lässt, ist im Mittel ziemlich lang. Beispiel:

Nach der Besprechung karrte man mich in einem Rollstuhl zur Med - das Knie machte einfach nicht mehr mit.

Hier beginnt Überleitung und Exposition. Das zieht sich dann eine Weile hin, bis das hier folgt:

Weil dort niemand war. Nur du hast den Vorfall gesehen, weder die Kameras noch die Sensoren haben die Person registriert.
In einer Stunde können wir soweit sein, dass deine Gedächtnis-Synchronisierung funktioniert, dann kennst du alle Fakten. Alle, die wir kennen

Ich riss die Augen auf.

Erst hier kommt die Störung, die die Handlung dringlich macht. Auch das "Intro" hat ähnliche Probleme. Damit mein Geseier nicht mit Deinen eingangs gestellten Fragen kollidiert, wollte ich Deine Aufmerksamkeit darauf lenken, dass ich hier weder von Konflikt noch von "Action" rede. Es geht mir wirklich nur um die initiale Störung, die meineserachtens zu spät kommt. In "Doppelselbst" kommt mir die Actionsequenz sogar zu früh: Ich würde noch etwas mehr Zeit brauchen, um die Störung auszuloten. Beide Probleme ließen sich sehr elegant lösen, indem Du die Störung deutlich nach vorne ziehst (und alles andere z.B. so lässt, wie es ist).

Aber das Problem besteht (witzigerweise) nur auf Szenenebene. Die Dramaturgie der Erzählung kommt, relativ daran gemessen, sehr effizient und zügig in Gang.

=> Kurum, das mit der Störung ist was für eine spätere Überarbeitung.

Liebe Grüße
Quisille

Offline Uli

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Re: Kunstlicht: DoppelSelbst
« Antwort #4 am: 27 März 2017, 20:56:51 »
 :dops:

ay Quisille,
Das freut mich. Sehr.

Das mit dem 'Vorspann' in den einzelnen Szenen ... ja, ein Dilemma: Mir ist hier durchaus bewust, dass nicht unbedingt das erzählt wird, was 'man' hören möchte, sondern Horg seinen persönlichen Fokus hat. Und der ist halt ein wenig ... nun ... individuell.
Da kann ich wohl erst in der Nachbearbeitung etwas dran schrauben - zur Zeit habe ich schon Mühe damit, die Sache immer erst als Autor zu planen und dann diesen Prota davon zu überzeugen, doch bitte schön mal ein wenig kooperativ zu sein.
Und beispielsweise mal eine Beschreibung seiner 'Assistentin' abzugeben, die über Augenfarbe und fehlende Pupille hinausgeht.
Oder wenigstens zu sagen, was ihm das sagt.
(Ich meine, OK, ich weiß, was eine offenbar fehlende Pupille bedeutet und auch, wie Lastra sonst so ausschaut, aber der Stoffel hat da grad keinen Blick für. Grmpf.

Aber vielleicht macht es das ja grade aus: Dass hier der Prota bestimmt und ich dauernd hinterherhinke. Da komme ich schon nicht in Versuchung, Dinge zu erklären ...

Die 'Aktion' am Ende der Szene ist übrigens gestrichen - was die Chancen auf eine Hollywood-Verfilmung wohl erheblich mindert, aber OK: Ich wüsste zur Zeit auch keinen Schauspieler, der Horg darstellen könnte.
Macht also nichts. Soll sich Lucas drum kümmern ...

In den nächsten Szenen werde ich wohl ziemlich viel VR-Lernen haben: Allein deswegen, weil Horg (der körperliche) nach den OPs ein wenig Ruhe braucht, und die virtuellen Personen alle Zeit der Welt haben.
(das nebenbei das Setting außer Kontrolle gerät und wuchert wie ... etwas, das wuchert wie ein Setting, ist dabei das geringste der Probleme. Hoffe ich jedenfalls ...)

nochmal  :dops:,
Uli