Autor Thema: Nardirs zweiter Auftritt  (Gelesen 1124 mal)

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Offline SirJasonCrage

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Nardirs zweiter Auftritt
« am: 06 April 2016, 18:04:07 »
So, eigentlich wollte ich Nardirs Geschichte ja nicht weiter posten, aber die fand so viel anklang, dass ich doch weiter machen will, zumal ja auch Stimmen laut wurden, dass sich das ganze schlecht beurteilen lässt, so ganz ohne Fortsetzung.

Bin mal gespannt wie euch das gefällt, unterscheidet sich doch recht vom Anfang.

Hier also der Rest des Kapitels:




Hinter der Pforte befand sich ein kleiner Raum, der von einer schwebenden Kugel beleuchtet wurde, in der eine kleine Flamme stand. Sie flackerte nicht, sondern war unbeweglich wie ein Gemälde. Dennoch ging Licht von der Kugel aus, ohne dass sie heiß wurde. Die Gruppe ging links und rechts an der Kugel vorbei, wobei das Feuer darin aus jedem Winkel leicht anders aussah. Außer Nardir schien sich jedoch nur Faryn für die Kugel zu interessieren, alle anderen gingen zielstrebig auf die Pforte zu, über der „Kristallsaal“ geschrieben stand.
Durch diese hindurchgetreten, befanden sie sich in einem Raum, der sich scheinbar bis ins Unendliche streckte. Angeblich hatten die Götter die Wände mit der Hilfe einiger Elfen und des Alten Mannes miteinander verknüpft, lange bevor der Götterkrieg ausgebrochen war. Nardir sah nach rechts und konnte Faryn in der Ferne sehen, der links von ihm stand. Wenn er nach links sah, konnte er seine rechte Schulter betrachten, vermied es aber, sich selbst zu winken, wie Niom es gerade tat. Weit vor sich konnte er die Kristallsäule sehen, die direkt hinter ihm den Boden mit der hohen Decke verband und den Raum mit Sonnenlicht füllte. Der Boden war mit einem Mosaik aus buntem Glas bedeckt, das seine Farbe immer an denjenigen anpasste, der darauf stand. Man konnte noch immer die ineinander verschlungenen Spuren der Tanzpaare sehen, die hier vor langer Zeit durch den Raum geglitten waren.
Die Gruppe der Großmagiere durchquerte ihn jedoch nicht, sondern ging nur um den mannshohen steinernen Sockel herum, der den Fuß des Kristalls umschloss. Er war quadratisch geformt und hatte auf jeder Seite ein Portal wie das, das sie vom Eingangsraum in den Kristallsaal gebracht hatte. Die Gruppe ignorierte den Durchgang, über dem „Banketthalle“ in den Stein geschrieben war und betrat dann durch eine weitere Öffnung in der Wand den „Gang der Schulen“.
Dahinter ging Meistar Yarmot zielstrebig auf die Tür mit dem Symbol für Wind zu, Gordon Rekkat auf das Fels-Symbol. Crage war gezwungen, zur Tür mit den Schwertern zu gehen, während Meister Siirdyn zwar zwischen Flamme, Erde  und Kampf wählen konnte, die Gesellschaft aber wohl satt war und sich zur Feuerpforte begab. Kaum durch die Tür hindurch, drehte er sich zu Nardir um.
„Wir haben einen Gast im Turm, ich spüre ihn. Behalte deine Hände an deinen Klingen und deine Augen auf Crage und Rekkat. Wenn das ein Freund der beiden ist, interessiert mich ihre Reaktion.“ Nardir nickte nur und fuhr mit den Fingern über die Griffe der Waffen, die Meister Siirdyn ihm gekauft hatte. Dieser drehte sich um und lief den Gang des Feuers entlang, bis er zur Kammer der Feuermeister gelangte. Durch dieses Portal konnten nur Großmeister, die die Flammenprüfung bestanden hatten. Die Kette ließ jedoch auch Nardir passieren.
Die Kammer war ein luxurios eingerichteter Raum mit Sitzkissen, einer Wasserpfeife, Räumen mit Schreibtischen und sogar einem Balkon von dem man einen überwältigenden Ausblick über Sardhras und die Wüste hatte, von der die Stadt umgeben war. Sie passierten sie aber nur schnell und gingen durch ein weiteres Portal, über dem in großen verschnörkelten Buchstaben das Wort „Rat“ geschrieben stand. Auch hier ermöglichte die Kette es Nardir, das Tor zu passieren, sämtliche Novizen wurden hier aber ihrer Stimme beraubt.
Gordon Rekkat und Crage saßen bereits mit sechs weiteren Großmeistern am großen Ratstisch, als Meister Siirdyn und Meister Yarmot gleichzeitig den Raum betraten. Der Tisch bestand aus Holz, in das eine Karte der Stadt gearbeitet war. In Zentrum stand ein kleiner Spiralturm. Aus dessen Spitze kam Wasser und wie auch an seinem steinernen, echten Gegenstück lief es in Rinnen Kreisförmig an der Außenwand entlang, bis es sich in die vier Flüsse ergoss, die die Stadt und das Land am Leben hielten. Kaum dass sich die beiden Nachzügler gesetzt hatten, tönte auch gleich Meister Xarlons Stimme herüber.
„Von zwölf amtierenden Großmeistern sin mehr als drei Viertel anwesend, damit sind wir beschlussfähig.“ Der übergewichtige Vorstand der Erdmagier war so unbeweglich, dass er bei der Wahl seiner Novizen nur darauf achtete, dass sie kräftig genug waren, ihm aus seinen Stühlen und Sesseln zu helfen. Weil er den Turm so gut wie nie verließ, wurde er stillschweigend als Sprecher des Turmes und des Rates akzeptiert. „Bei Minderbesetzung reicht die Hälfte der Stimmen zur Entscheidung. Lasst es mich kurz machen: Das Großreich Galiria befindet sich im Krieg.“ Gemurmel wurde laut, denn Galiria hatte auf dem Kontinent keine Nachbarn, denen es den Krieg erklären könnte. Kurz fürchtete Nardir, König Aghanos und seine Drachenreiter könnten es auf die Wälder im Süden abgesehen haben, als Meister Ladryon die anderen übertönte.
„Die Krone hat niemandem den Krieg erklärt, das wüsste ich sicherlich vor euch. Außerdem, was geht es uns an, wenn sich wieder ein Statthalter in den Kolonien gegen uns auflehnt? Aghanos wird eine paar seiner auf Drachen reitenden Familienmitglieder mit einer kleinen Armee entsenden, die das klären und einen neuen Statthalter einsetzen. Wenn er Magier dazu braucht, fragt er sicherlich in Varlosstadt oder bei den Scherbenländern nach.“
Meister Xarlon riss das Wort wieder an sich. „Die Sache gestaltet sich politisch nicht ganz so einfach. Vor wenigen Stunden ist Kerdos Kathrogonn auf der Spitze des Turms gelandet und berichtete, dass König Aghanos Kathrogonn sich mit seinem Drachen zu einem geflügelten Dämon vereint hat. Teile der Königsfamilie haben es ihm bereits gleichgetan. Kerdos bittet um unsere Hilfe, sei es im Kampf oder zur Heilung. Als treuer Bürger des Reichs habe ich ihn daraufhin gebeten, sich wegen Hochverrats als unser Gefangener zu betrachten. Er wartet oben auf unser Urteil.“ Es wurde still im Saal. Jeder der Großmagier musste die Neuigkeiten erstmal verdauen. Crage schien das als erster zu schaffen.
„Wie kommt er bloß darauf, dass es hier wissen über Dämonen geben könnte? Hier werden doch nur elementare Magie und ihre Anwendung im Kampf gelehrt.“ Es war der falsche Zeitpunkt für Sarkasmus, die anderen ignorierten ihn. Allerdings hatte er das Schweigen gebrochen.
„Die Gesetzeslage ist klar, wir folgen dem König!“
„Das halbe Reich wird sich gegen einen Dämon als Herrscher auflehnen! Wenn wir ihm folgen, bedeutet das Krieg.“
„Dann schmettert er eben das halbe Reich nieder. Es wäre nicht die erste Rebellion, die von einem Kathrogonn aus der Luft bezwungen wird. Unser Eid gilt Aghanos, ob Dämon oder nicht.“
„Und dann? Was wenn er gewinnt? Seine Gier und ein Hunger werden unstillbar sein. Wenn er erst zum Schatten wird, kann er nicht mehr regieren!“
„Dann bieten wir ihm unser Wissen und unsere Hilfe an, um das zu verhindern. Unser Ansehen würde steigen, unsere Studien endlich legal.“
„Damit wir nicht mehr die einzigen sind, die sie lernen können? Das Verbot schützt uns davor, dass andere sich unsere Fähigkeiten aneignen können. Was bleibt in der Finsternis noch vom Schatten? Wir müssen ihn bekämpfen. Wenn wir uns im Krieg als nützlich erweisen, bekommen wir vielleicht Sonderrechte. Vielleicht wird der Orden der Dämonenjäger wieder ins Leben gerufen und seine Mitglieder studieren hier.“
„Er wird sich dankbar zeigen und uns Privilegien einräumen. Bedenkt doch…“
Nardir fiel wieder ein, dass er Crage und den Erdmagier im Auge behalten sollte und er bekam gerade noch mit, wie sich der Gestaltwandler die Kette aus dem Arm zog, um seinen Stuhl herum ging und Niom seine Fangzähne in den Hals schlug. Der dicke Novize wollte schreien, aber der Bann des Raums ließ keinen Laut aus seiner Kehle, während auch Nardir dazu verdammt war, stillschweigend zuzusehen, wie dem Jungen das Blut aus dem Körper gesaugt wurde. Als er auf Meister Siirdyn zu gehen wollte, um dessen Aufmerksamkeit zu bekommen, fiel sein Blick auf Faryn, der mit Panik im Blick wild gestikulierte und auf Gordon Rekkat zeigte. In dem Moment fiel auch den Großmagiern auf, dass etwas nicht stimmte. Der Erdmagier erhob sich. Die anderen scheiterten daran, es ihm gleich zu tun, während ihre Kleidung an den Stühlen klebte, wie wenn sie nass wäre.
„Meine Herren, ich bedanke mich für Eure Gastfreundlichkeit, aber mein Freund hat soeben beschlossen, dass wir Euch heute verlassen. Wenn der Drachenreiter stirbt, der als Bote hier her gesandt wurde, werden die Rebellen den Hexenmeistern des Spiralturms unterstellen, dass sie sich auf die Seite der Dämonen geschlagen hätten. Wozu Ihr dann natürlich auch gezwungen wärt. Euer Gewicht sollte wieder normal sein, wenn wir den Turm längst hinter uns gebracht haben.“ Er zog an seiner Kette, entschuldigte sich bei seiner Novizin und schlug ihr dann den Kopf ab, um den Halsring frei zu bekommen. Nachdem er den Raum durch die Erd-Pforte verlassen hatte, wandte sich Meister Siirdyn an Meister Xarlon.
„Gebt mir Euren verdammten Ring und ich hacke die Bastarde in Stücke.“
„Wovon spr…“ der fette Großmagier hatte bis gerade eben ausgesehen, als fühlte er sich nicht ganz so unwohl wie die anderen, die unter Rekkats Zauber standen. Auch seine Kleidung schien nicht halb so schwer zu sein, wie es die der anderen offensichtlich gerade war.
„Haltet mich nicht zum Narren, niemand kann mit eurer Körpermasse leben, ohne sein Gewicht zu beeinflussen. Eure Feigheit scheint Euch ohnehin an den Stuhl zu binden also gebt mir den Ring und bleibt hier, während ich den Turm rette!“
Wieder war es Meister Yarmot, der ihn unterstützte. „Meister Siirdyn ist ohne Zweifel ein geschickter Kampfmagier und hat obendrein noch einen talentierten kleinen Krieger zum Novizen. Gebt ihm den Ring! Oder wollt ihr, dass uns zwei Fremde die wichtigste Entscheidung seit Jahrzehnten aus der Hand nehmen?“
Xarlon gab nach und zog einen seiner sechs Ringe von einem seiner wulstigen Finger. Er warf ihn über den Tisch und in dem Moment, in dem er ihn nicht mehr berührte, wurde er wie von einer göttlichen Faust geschlagen in seinen Stuhl gedrückt. Meister Siirdyn hob angestrengt einen seiner Arme und fing den Ring aus der Luft, woraufhin er fast aus seinem Sitz geschleudert wurde. Fluchend schob er den Ring auf einen freien Finger und befahl Nardir, den schnellsten Weg zum Dach zu nehmen, während er an dem Ring drehte, um sein Gewicht wieder zu normalisieren. Nardir zog ihn wie einen Ballon hinter sich her durch die Tür zu den Feuermagiern, zurück in die Gänge der Feuerschule. Dort überholte sein Meister ihn dann, der wieder festen Boden unter seinen Füßen hatte und sprintete an ihm vorbei zurück, über den Kristallsaal in die Banketthalle und durch das Portal über dem „Himmelszelt“ stand.
Dahinter lag das flache Dach des Turms, auf dem ihnen gleich ein heißer Windstoß entgegen kam. Ein grüner Drache wehrte sich Flammen speiend gegen zwei steinerne Golems, die über eine Kette miteinander verbunden waren, während  Garold Crage in einer Mischform zwischen Wolf und Mensch gegen den Reiter der schuppigen Bestie kämpfte, der sich ihm zu Fuß entgegenstellte. In einer Hand hielt der Gestaltwandler ein Schwert, von dem sich Nardir nicht erklären konnte, wo er es her hatte, mit der anderen schleuderte er Feuerbälle, sandte Windstöße oder versuchte einfach, seine Krallen in das Gesicht seines Gegners zu bekommen.
Kerdos Kathrogonn erwies sich jedoch als erfahrener Gegner, der gefährliche Angriffe mit seiner grünen Axt parierte und schwächere an seiner Rüstung abprallen ließ, während er selbst zum Angriff über ging. Das Mana seines Drachen wusste er scheinbar auch zu nutzen, denn die feurige Magie seines Gegners verpuffte meistens kurz bevor sie ihn berühren konnte. Als die Fangzähne ein Mal zu oft nach dem Gesicht des Ritters schnappten, bekam Crage einen stählernen Handschuh auf die Nase. Den darauf folgenden schwachen Hieb mit dem Schwert ignorierte Kerdos einfach, während er sich die krallenbesetzte linke Hand seines Gegners schnappte und ihm mit der Axt den Arm knapp unter der Schulter abtrennte. Drei weitere wilde Schwinger mit der Waffe brachten den Wolfsmensch schließlich weit genug auf Abstand um einen der Golems mit einem tiefen Hieb durch eines seiner Beine zu Fall zu bringen.
„Gordon hat Glück, dass er im anderen steckt. Los, wir müssen den beiden helfen, den Boten zu töten.“ Nardir glaubte seinen Ohren nicht. Kurz überlegte er, seinen Meister zu erdolchen und dem Drachenreiter zu helfen, aber Faryn hatte das Gerücht noch nicht entkräften können, dass die Kette ihn im Gegenzug ebenfalls umbringen würde. So hatte er keine andere Wahl, als seine Klingen zu ziehen, sich zwischen seinen Meister und die Gefahr zu stellen und zuzusehen, wie dieser seinen Lava-Stab aus seinem Gürtel zog. Nach einer kurzen Formel fing die Spitze der magischen Waffe an, zu glühen. Er drückte sie an den Boden, dessen Gestein ebenfalls in einem kleinen Kreis zu glühen begann. Als es nach ein par Sekunden flüssig wurde, tauchte er den Stab eine Handbreit hinein und zog ihn dann wieder heraus, wobei ein großer Tropfen des glühenden Materials daran hängen blieb.
„Mal sehen, ob sein Schild auch konzentriertem Beschuss stand hält.“ Mit diesen Worten richtete er die Waffe auf den Drachenreiter und schoss einen halbflüssigen steinernen Armbrustbolzen nach dem anderen auf diesen ab.
Crage sah seine Chance und drängte Kerdos mit nur einem Arm zurück, obwohl dessen Drache gerade den gefällten Golem zerstört hatte und jetzt dem anderen Steinriesen, in dem Gordon selbst steckte, gefährlich wurde. Meister Siirdyn ließ vom Reiter ab und zielte stattdessen auf die Bestie, an deren Schuppen die letzten beiden Bolzen jedoch wirkungslos abprallten. Kerdos bemerkte wohl, auch, dass dem Stab die Munition ausgegangen war. Er gab seinem Drachen ein unverständliches Kommando und nutzte seine Axt dann wie einen magischen Fächer, um Crage mit einem starken Windstoß von sich selbst weg zu befördern. Der wollte seinen Gegner gleich wieder anspringen und bemerkte dabei die Gefahr nicht. Wie ein Peitschenhieb traf ihn der Schwanz des Drachen von der Seite und schleuderte ihn fast vom Dach des Turms.
Ohne Zeit zu verlieren, sprintete Kerdos auf Siirdyn zu. Nardir tauchte tief in sich selbst ein und stellte sich ein langsam fallendes Blatt vor, das in einem Wald zu Boden fiel. Alle Bewegungen in seinem Blickfeld wurden langsamer und auch die Geräusche hörten sich immer tiefer und irgendwie träge an, während das Blatt vor seinem inneren Auge seinen Fall immer weiter bremste.
Mit verlangsamter Wahrnehmung stellte Nardir sich dem Drachenreiter in den Weg. Der holte mit der Axt zu einem schnellen Hieb aus, aber Nardirs Augen sahen die Bewegung Stück für Stück kommen. Sein Körper bewegte sich genauso träge wie der Rest der Welt, aber sein Geist hatte viel mehr Zeit zu reagieren. Er duckte sich langsam unter dem scheinbar schwerfälligen Hieb hindurch, bevor er einen Dolch nach oben stieß, auf das Gesicht seines Gegners zu. Für den anderen suchte er nach einem sinnvollen Ziel, bis er eine ungeschützte Stelle an der Achselhöhle entdeckte. Auch die besten Reflexe halfen jedoch nichts, wenn sich der Gegner einfach zu schnell bewegte.
 Mit der Faust lenkte der Drachenreiter eine der Waffen ab, während ihn ein Schritt zur Seite zwar den Schwung kostete, dafür aber vor der anderen Klinge rettete. Dann kam die Axt langsam wieder zurück. Unaufhaltsam schob sie sich wie eine grüne Wand aus Stahl auf Nardir zu, war dabei aber unweigerlich schneller als es jede seiner Ausweichbewegungen sein konnte. Er konnte sich nur auf den Aufprall vorbereiten, indem er sich leicht drehte und nur seine Schulter, nicht aber sein Gesicht preisgab. Die flache Seite der Axt erfasste ihn, riss ihn von seinen Füßen und schleuderte ihn beiseite. Im Flug sah er noch, dass Meister Siirdyn Xarlons Ring über seinen Stab geschoben und aus dem gefallenen Golem einen neuen glühenden Tropfen gezogen hatte. Ein Geschoss, das so groß wie Nardirs Arm war, löste sich gerade orange glühend von der Zauberwaffe und machte sich auf den Weg in Richtung Drache. Kurz dachte Nardir, dass seine Wahrnehmung wieder normal war, weil sich der steinerne Speer so schnell bewegt, dann schlug er unsanft auf dem Boden auf, verlor seine Konzentration und wurde tatsächlich wieder in die Normalität zurückgerissen. Aus dem tiefen Brüllen des Drachen wurde bestialisches Kreischen. Schmerzen durchfuhren Nardirs Körper, aber sie schienen nichts zu sein, gegen das Gefühl, von halb flüssiger Lava durchbohrt zu werden, die sich dann im Körper verteilte.
Der Drache wand sich vor Schmerzen, peitschte so wild mit dem Schwanz um sich, dass Kerdos selbst ausweichen musste und spie sein Feuer in sämtliche Richtungen. Meister Siirdyn hielt den Flammen einen seiner Ringe entgegen, der sie ihm fern hielt, während er seinen Lavastab auf Kerdos richtete. Es hing kein glühender Tropfen mehr daran, aber die Spitze des Stabes würde sich trotzdem mühelos durch die Rüstung des Drachenreiters bohren. Der sah anscheinend ein, dass er den Kampf nicht gewinnen konnte, gab seinem Drachen mit einem lauten Pfiff ein Kommando und rannte auf den Rand des Daches zu. Sein Reittier schien sich wieder einigermaßen unter Kontrolle zu haben, denn es rannte mit ihm und sprang dann über die Kante. Meister Siirdyn jagte den beiden fluchend einen Feuerball nach, der aber nichts traf. Kerdos sprang seiner Kreatur hinterher.
Ein grauer Wolf folgte den beiden.
„DIESER DUMME NARR!“ tönte es aus dem verbliebenen Golem. Gordon Rekkat schälte sich aus seiner steinernen Hülle und rannte an Siirdyn vorbei, auf die Tür zur Banketthalle zu.
Nardir rappelte sich langsam auf, in der Erwartung, dass sein Meister die Verfolgung aufnehmen würde, aber der ging nur zum Rand der Fläche, um nach den Springern zu sehen.
Am Turm entlang konnte man die Rinnen sehen, in denen das Wasser lief, das der Turm aus der Luft zog. An einer davon hing ein Stück von einem großen ledrigen Flügel. Ganz unten lag der Rest des Drachen. Darüber hatte Crage es anscheinend irgendwie geschafft, sich Flügel wachsen zu lassen, schien aber nicht wirklich damit zurecht zu kommen. Eine große Hand aus Sand streckte sich ihm entgegen und fing ihn aus der Luft, bevor er abstürzen konnte.




Hier hab ich nicht so recht Fragen an euch... Das ist fürs erste jedenfalls das Ende, Siirdyn geht jetzt noch ein Bisschen rumlügen, dass er den Drachenreiter nicht retten konnte, zeigt Crages abgeschlagenen Arm als Beweis dafür her, dass er es auch wirklich versucht hat und freut sich insgeheim diebisch, dass er das Land in einen Krieg verwickelt hat, der an allen Ecken und Enden Aufstiegchancen bietet.

Konflikte sind diesmal hoffentlich genug drin  ;)

Feuer frei :)
« Letzte Änderung: 06 April 2016, 18:16:54 von SirJasonCrage »
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Offline Rilyn

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Re: Nardirs zweiter Auftritt
« Antwort #1 am: 06 April 2016, 22:20:57 »
Hoi Sir Jason :)

Puh, das ist ein harter Brocken. Politik am Beginn einer Story ist schwer unterzubringen, weil schwer interessant zu gestalten, wenn man die Kriegsparteien und die Personen dahinter nicht kennt und keine Beziehung dazu hat, was überhaupt vor sich geht.

Ein paar Punkte, die ich nach ewigem Umschreiben einer ähnlichen Szene für must haves bei Politik am Beginn einer Story, eventuell sogar noch mittendrin halte:
#1: Alles weglassen, das nicht unbedingt nötig ist.
#2: Klarer Standpunkt und Bezugscharakter.
#3: Frag dich, ob diese Szene der spätestmögliche Einstieg in die Story ist, oder ob du einen einfacheren, früheren wählen solltest. Hier wird der Konflikt aufgeworfen und gleich in Informationen ertränkt. Die Informationen vorzuziehen hilft alleine nichts, den Konflikt vorzuziehen ist nur bedingt möglich. Dazu mehr im Detail.

#1 ist kein großes Problem. Schmeiß die ganzen Wege durch den Palast raus, die Beschreibungen, den großartigen Saal. Das interessiert ausschließlich die Leser, und die wiederum nicht, weil sie damit nichts zu tun haben. Nardir kennt das und wird es eigentlich nicht erwähnen.
Insbesondere der Kristallsaal hat Chekov's Gun-Charakter. Ich hatte hier einen Teil der Verfolgung von Crage erwartet, was aber nicht zustande kam. Es wäre auch zu viel, weil wieder die gesamte Beschreibung vorab nötig ist.

#2 ist ein großes Problem. Nardir ist kein Bezugscharakter, da er keine Stellung nimmt. Selbst, als er überlegt, ob er Kathrogonn helfen soll, kann er es nicht. Das wäre ein Konflikt, wenn der nicht im selben Satz, in dem er aufgeworfen wird, schon wieder erstickt würde. Siirdyn ist kein Bezugscharakter, die anderen sind mir persönlich schlicht egal.
Es kann natürlich sein, dass das in einem Folgeband statt ohne Vorwissen besser klappt, aber das Problem mit der fehlenden Bezugsperson und dem Konflikt bleibt.

Ab auf den Grill und her mit den Habaneros. :voodoo: ;D

Zitat
alle anderen gingen zielstrebig auf die Pforte zu, über der „Kristallsaal“ geschrieben stand.
Die Namensschilder zerstören die ganze Atmosphäre, finde ich. Das hat was von einem Konferenzsaal in einem Flughafenhotel.
(Kristallsaal wirft außerdem den Eindruck von Kronleuchtern und pseudobarockem Kitsch auf, was ja nicht der Fall ist.)

Zitat
Angeblich hatten die Götter die Wände mit der Hilfe einiger Elfen und des Alten Mannes miteinander verknüpft, lange bevor der Götterkrieg ausgebrochen war.
Viel zu viel Info, mit der ich hier nichts anfangen kann und die nur von der Handlung ablenkt, wie das Meiste rund um den Weg durch den Turm. Interessant sind höchstens die Elementtore, falls die später nochmal auftauchen.

Zitat
Crage war gezwungen, zur Tür mit den Schwertern zu gehen,
Warum gezwungen? Die Formulierung wirft hier nur eine Frage auf, über die man bewusst nachdenkt, statt weiterzulesen.

Zitat
Nardir nickte nur und fuhr mit den Fingern über die Griffe der Waffen, die Meister Siirdyn ihm gekauft hatte.
Ich habe ihn bisher nie bewaffnet gesehen.

Zitat
Durch dieses Portal konnten nur Großmeister, die die Flammenprüfung bestanden hatten. Die Kette ließ jedoch auch Nardir passieren.
... und der Lehrling am Ende seiner Kette.
Find ich eleganter, statt eine eben gemachte Behauptung durch das "jedoch" auszuhebeln. :)

Zitat
Auch hier ermöglichte die Kette es Nardir, das Tor zu passieren, sämtliche Novizen wurden hier aber ihrer Stimme beraubt.
Das ist ein ziemlich cooles Detail. Bring es persönlicher rein: Nardir hasst es vielleicht oder kommt sich dadurch vollkommen ausgeliefert vor. <- der ganze Turm müsste einem Novizen dieses Gefühl geben, weit mehr, als nur die Kette. Und in der späteren Szene bringst du es ja direkt, Rekkat tötet seine Novizin.

Zitat
„Bei Minderbesetzung reicht die Hälfte der Stimmen zur Entscheidung.
Das dürfte allen bekannt sein. Die Bemerkung zur Beschlussfähigkeit kann man als Protokoll lesen, die störte mich nicht, aber das hier muss nicht sein, zumal es nichts zur der Szene beiträgt, denn es kommt nie zu einer Abstimmung.

Zitat
Lasst es mich kurz machen: Das Großreich Galiria befindet sich im Krieg.“
Gemurmel wurde laut, denn Galiria hatte auf dem Kontinent keine Nachbarn, denen es den Krieg erklären könnte. Kurz fürchtete Nardir, König Aghanos und seine Drachenreiter könnten es auf die Wälder im Süden abgesehen haben, als Meister Ladryon die anderen übertönte.
Wait, what. ... und auch der ganze Rest. Welcher Kontinent? Dieser? Ist diese Stadt Teil von Galiria? Das kommt nicht klar rüber, damit ist alles noch verwirrender. Schwierig ist auch der Bezug zu den Figuren. Nardir ist als Novize vermutlich nicht direkt betroffen und kann nicht rekrutiert werden oder sowas, deshalb ist es auch schwer, einen solchen aufzubauen.

Zitat
„Die Krone hat niemandem den Krieg erklärt, das wüsste ich sicherlich vor euch. Außerdem, was geht es uns an, wenn sich wieder ein Statthalter in den Kolonien gegen uns auflehnt? Aghanos wird eine paar seiner auf Drachen reitenden Familienmitglieder mit einer kleinen Armee entsenden, die das klären und einen neuen Statthalter einsetzen. Wenn er Magier dazu braucht, fragt er sicherlich in Varlosstadt oder bei den Scherbenländern nach.
Alles Infos, die hier neu und zusammenhanglos sind und das Wichtige in einer Flut von Namen ertränken.

Zitat
„Die Sache gestaltet sich politisch nicht ganz so einfach. Vor wenigen Stunden ist Kerdos Kathrogonn auf der Spitze des Turms gelandet und berichtete, dass König Aghanos Kathrogonn sich mit seinem Drachen zu einem geflügelten Dämon vereint hat. Teile der Königsfamilie haben es ihm bereits gleichgetan.
Das ist die Info, die wirklich reinhauen sollte: hier geht es nicht mehr nur um Politik. Aber es steht mit derselben Gewichtung die wie Statthalter und vermeintliche Grenzkonflikte kleineren Ausmaßes im Text.
Hier müsste es still werden.

Zitat
Kerdos bittet um unsere Hilfe, sei es im Kampf oder zur Heilung. Als treuer Bürger des Reichs habe ich ihn daraufhin gebeten, sich wegen Hochverrats als unser Gefangener zu betrachten. Er wartet oben auf unser Urteil.“
Weshalb sollten die Magier über einen der Königsfamilie urteilen dürfen, und gleichzeitig diesem Hochverrat vorwerfen? :watchout:
Das "Urteil" ist hier das Problem. "Er wartet oben" wäre okay. Am Besten "mit seinem Drachen".

Zitat
„Wie kommt er bloß darauf, dass es hier wissen über Dämonen geben könnte? Hier werden doch nur elementare Magie und ihre Anwendung im Kampf gelehrt.“ Es war der falsche Zeitpunkt für Sarkasmus, die anderen ignorierten ihn. Allerdings hatte er das Schweigen gebrochen.
Das ist kein Sarkasmus, das ist Infodump.
"... wo hier doch nur ... gelehrt werden" ginge schon eher, haut aber auch nicht hin, denn es geht um Heilung oder Hilfe im Kampf. -> Kampfmagie. Aber nee, er hat kenien Grund, hier vorbeizuschneien. :the_brow:

Zitat
„Die Gesetzeslage ist klar, wir folgen dem König!“
„Das halbe Reich wird sich gegen einen Dämon als Herrscher auflehnen! Wenn wir ihm folgen, bedeutet das Krieg.“
„Dann schmettert er eben das halbe Reich nieder. Es wäre nicht die erste Rebellion, die von einem Kathrogonn aus der Luft bezwungen wird. Unser Eid gilt Aghanos, ob Dämon oder nicht.“
Das ist der wichtige Teil, denn es ist klar, was die Magier entzweit. Hier eine Pause, um das hervorzuheben. Den Rest vielleicht sogar in indirekte Rede, und Nardir Stellung nehmen lassen; denn die folgenden Gesprächsfetzen sind nur noch Auseinandersetzung mit diesem Hauptkonflikt, sie führen zu nichts und finden im Hintergrund statt.

Zitat
„Und dann? Was wenn er gewinnt? Seine Gier und ein Hunger werden unstillbar sein. Wenn er erst zum Schatten wird, kann er nicht mehr regieren!“
Schatten? :wiejetzt:
TMI, hier müsste wieder eine Erklärung her. Auf der anderen Seite ist das wichtig, da es das Ausmaß des Problems erst klarstellt.
Ob er gewinnt, ist dabei vermutlich irrelevant. Aber womöglich ist das auch nur zu leicht misszuverstehen, was wiederum mehr Info bedingen würde, und dann lieber raus damit.

Zitat
„Dann bieten wir ihm unser Wissen und unsere Hilfe an, um das zu verhindern. Unser Ansehen würde steigen, unsere Studien endlich legal.“
Warte, ich dachte, diese Magier beherrschen die Wüstenstadt? Und dabei sind ihre Studien illegal? :wiejetzt:

Zitat
„Damit wir nicht mehr die einzigen sind, die sie lernen können? Das Verbot schützt uns davor, dass andere sich unsere Fähigkeiten aneignen können. Was bleibt in der Finsternis noch vom Schatten? Wir müssen ihn bekämpfen. Wenn wir uns im Krieg als nützlich erweisen, bekommen wir vielleicht Sonderrechte. Vielleicht wird der Orden der Dämonenjäger wieder ins Leben gerufen und seine Mitglieder studieren hier.“
Just too much. Ohne Hintergrundinfo ist die Hälfte davon nicht klar und hat damit keine Wirkung.

Zitat
Nardir fiel wieder ein, dass er Crage und den Erdmagier im Auge behalten sollte
Da kommt er rüber wie ein Zehnjähriger, gerade, was das Folgende angeht und weil er nichts anderes tun kann, als zuzuhören. Wen hat er angestarrt, den fetten Erdmagier oder den Gestaltwandler, der am ehesten noch interessant ist?

Zitat
und er bekam gerade noch mit, wie sich der Gestaltwandler die Kette aus dem Arm zog, um seinen Stuhl herum ging und Niom seine Fangzähne in den Hals schlug. Der dicke Novize wollte schreien, aber der Bann des Raums ließ keinen Laut aus seiner Kehle, während auch Nardir dazu verdammt war, stillschweigend zuzusehen, wie dem Jungen das Blut aus dem Körper gesaugt wurde. Als er auf Meister Siirdyn zu gehen wollte, um dessen Aufmerksamkeit zu bekommen,
Ruck doch einfach an der Kette, Jungchen, und zwar schnell. :oma:
Ich glaube einfach nicht, dass niemand der streitenden Magier das mitbekommt. Wie viele sitzen mit Blickwinkel direkt oder wenigstens halb auf Crage? Er steht auf, das allein sollte Aufmerksamkeit ziehen.
Wenn er's versteckter haben will: Novize zu sich winken, ihm etwas ins Ohr flüstern (bzw das vorgeben), packen und in die Kehle beißen. Dann sieht man frühestens das Blut und sieht den Novizen sich wehren, falls Crage ihn nicht lähmt.
Was er damit erreichen will, ist mir aber nicht klar. Warum so verschwenderisch und umständlich, statt einfach wieder die Hand abzu... öh ... beißen? und sich eine neue wachsen zu lassen?

Zitat
Die anderen scheiterten daran, es ihm gleich zu tun, während ihre Kleidung an den Stühlen klebte, wie wenn sie nass wäre.
Nicht nur ihre Kleidung, sondern sie selbst. Die Beschreibung funktioniert hier nicht als pars pro toto. :)

Und auch die anderen haben Novizen, d.h. wenn Nardir und Faryn die einzigen sind, die etwas bemerken, dann ist der ganze Raum hier voller Pappaufsteller.

Zitat
„Meine Herren, ich bedanke mich für Eure Gastfreundlichkeit, aber mein Freund hat soeben beschlossen, dass wir Euch heute verlassen. Wenn der Drachenreiter stirbt, der als Bote hier her gesandt wurde, werden die Rebellen den Hexenmeistern des Spiralturms unterstellen, dass sie sich auf die Seite der Dämonen geschlagen hätten.
Rebellen? Bezug von welcher Partei zu welcher? Hier ist wieder so viel Info mit unklarem Bezug, dass man sie beim glatten Lesen nicht mitbekommt und daher auch Crage und Rekkat nicht sofort einordnen kann.

Zitat
Er zog an seiner Kette, entschuldigte sich bei seiner Novizin und schlug ihr dann den Kopf ab, um den Halsring frei zu bekommen.
Womit tut er das, und warum wehrt sie sich nicht?
Kopf abschlagen ist schwierig, sowohl vom Zielen (sie trägt auch noch einen Halsring!) und vom benötigten Schwung der Waffe und deren Größe. Da glaube ich einfach mal den diversen Henkertagebüchern aus meiner Recherche.
Wenn die Novizin nicht unter Kontrolle steht oder gnadenlos loyal ist, dann hat sie kein Problem, ihm auszuweichen, an der Kette zu zerren, ihn vielleicht wohin zu treten, was auch immer.

Zitat
„Gebt mir Euren verdammten Ring und ich hacke die Bastarde in Stücke.“
„Wovon spr…“ der fette Großmagier hatte bis gerade eben ausgesehen, als fühlte er sich nicht ganz so unwohl wie die anderen, die unter Rekkats Zauber standen. Auch seine Kleidung schien nicht halb so schwer zu sein, wie es die der anderen offensichtlich gerade war.
wenn, dann "wie die der anderen".

Zitat
„Haltet mich nicht zum Narren, niemand kann mit eurer Körpermasse leben, ohne sein Gewicht zu beeinflussen. Eure Feigheit scheint Euch ohnehin an den Stuhl zu binden also gebt mir den Ring und bleibt hier, während ich den Turm rette!“
Die Idee mit dem Gewichtszauber und dem Ring ist klasse. :cheese:

Mach den ganzen Wortwechsel schneller, unverschämter, direkter. Die Magier haben keine Zeit zu verlieren und wissen es. Das hier geschieht viel zu ruhig und textlastig.
« Letzte Änderung: 07 April 2016, 01:08:04 von Rilyn »
  • Ich schreibe gerade: Zuviel auf einmal.

Offline Rilyn

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Re: Nardirs zweiter Auftritt
« Antwort #2 am: 06 April 2016, 22:21:10 »
Zitat
Ein grüner Drache wehrte sich Flammen speiend gegen zwei steinerne Golems, die über eine Kette miteinander verbunden waren,
Warum fliegt er nicht, sondern lässt sich verdreschen? Ich mag Drachen nicht, die so dämlich sind wie die Viecher in Skyrim. Reiter schnappen und runter vom Dach. Auch der Reiter selbst hat einen an der Waffel, wenn er nicht beim Anzeichen eines Angriffs die Socken scharf macht. Hochverräter oder nicht kann ihm egal sein, wenn er zwischen angeklagt und sofort tot zu wählen hat.

Zitat
der gefährliche Angriffe mit seiner grünen Axt parierte und schwächere an seiner Rüstung abprallen ließ,
Beide Objekte sind dazu da, Angriffe abzulenken, nicht abprallen zu lassen. Leider haben Filme und Games "parieren" zu "Waffen aufeinander dreschen" umdefiniert. :flenn:
Kommt drauf an, wie sehr du hier Conanmäßige Badass-Gefechte haben möchtest, oder ob du eher in Richtung Realismus gehst. Letzterer hat keine Zeit für lange Betrachtungen und Beschreibungen. Ein Schlagabtausch zwischen zwei guten Fechtern kann sehr lange gehen, wenn beide schwer gerüstet sind* oder aber nur ein paar Sekunden**. Schwert gegen Axt bedeutet meistens: armer Axtkämpfer. Aber Schwert gegen Gerüstet / Axt gegen Ungerüstet? Bye, werter Gestaltwandler.
Hier ist ein bisschen was dazu:
http://www.federfeuer-forum.de/forum/index.php?topic=18065.0
Die Beispiele in den Cornwell-Romanen sind die vermutlich Besten, wenn es um Realismus geht. (Persönlich schreibe ich Kampfszenen eher zu schnell und zu kurz.)

* Ein alter El Cid-Film, in dem ein Duell mit Bihändern und Rittern in Vollharnisch vorkommt. Beide brechen am Ende erschöpft zusammen. Das ist schon ungewöhnlich, denn sie müssen es die ganze Zeit geschafft haben, Schläge gegen den Helm abzuwehren (einer genügt, und derjenige im Helm ist für ein, zwei Sekunden außer Gefecht und so gut wie tot).
** Such nach Historical (European) Martial Arts / HEMA auf Youtube. Was die Meisten dort vorführen ist nicht ein Kampf, sondern gleich eine ganze Reihe.

Zitat
„Gordon hat Glück, dass er im anderen steckt. Los, wir müssen den beiden helfen, den Boten zu töten.“ Nardir glaubte seinen Ohren nicht.
"traute" wäre der gängige Begriff.
Siirdyns Aufforderung und die Feststellung sind zu lang. "Töte den Boten!"

Zitat
Kurz überlegte er, seinen Meister zu erdolchen und dem Drachenreiter zu helfen, aber Faryn hatte das Gerücht noch nicht entkräften können, dass die Kette ihn im Gegenzug ebenfalls umbringen würde.
Und bis hier stehen sie nur rum und gucken. Das glaube ich ihnen sowas von nicht. Und jeden Gamedesigner, der meinen Charakter beim Betreten des Schlachtfeldes in eine Cutscene und Betrachtung des Obrigen zwingen würde, trete ich insgeheim in den Hintern.  :attacke:

Zitat
So hatte er keine andere Wahl, als seine Klingen zu ziehen, sich zwischen seinen Meister und die Gefahr zu stellen und zuzusehen, wie dieser seinen Lava-Stab aus seinem Gürtel zog.
Wozu? Der Drachenreiter ist im Nahkampf gebunden, gegen den Drachen hilft ein Nardir mit Klingen auch nicht.

Zitat
„Mal sehen, ob sein Schild auch konzentriertem Beschuss stand hält.“ Mit diesen Worten richtete er die Waffe auf den Drachenreiter und schoss einen halbflüssigen steinernen Armbrustbolzen nach dem anderen auf diesen ab.
Während eines realistischen Kampfes wäre Crage (weil ungerüstet) zwei Mal erschlagen worden, bevor Siirdyn zu Ende gesprochen hat. ;D

Zitat
Crage sah seine Chance und drängte Kerdos mit nur einem Arm zurück, obwohl dessen Drache gerade den gefällten Golem zerstört hatte und jetzt dem anderen Steinriesen, in dem Gordon selbst steckte, gefährlich wurde.
Hier ist kein Bezug zwischen dem Zurückdrängen und dem Drache vs Golem-Kampf, also macht "obwohl" keinen Sinn.

Der Kampf ist viel zu sehr in die Länge gezogen und weg von der Identifikationsfigur. Was tut Nardir? Viel mehr als das, womit er direkt konfrontiert ist, wird er nämlich nicht mitbekommen.

Zitat
Ohne Zeit zu verlieren, sprintete Kerdos auf Siirdyn zu.
Ich weiß nicht, wie groß der Turm ist, aber dieser Satz hier verliert eine Menge Zeit. ;)

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Nardir tauchte tief in sich selbst ein und stellte sich ein langsam fallendes Blatt vor, das in einem Wald zu Boden fiel. Alle Bewegungen in seinem Blickfeld wurden langsamer und auch die Geräusche hörten sich immer tiefer und irgendwie träge an, während das Blatt vor seinem inneren Auge seinen Fall immer weiter bremste.
Das wiederum funktioniert prima.
Auch, wenn du das für den gesamten Kampf anwendest, lass Nardir sich auf seinen Gegner konzentrieren und bring keine Außensicht dazu. Es macht die Sache schneller, spannender und glaubwürdiger.

Zitat
Mit verlangsamter Wahrnehmung stellte Nardir sich dem Drachenreiter in den Weg. Der holte mit der Axt zu einem schnellen Hieb aus, aber Nardirs Augen sahen die Bewegung Stück für Stück kommen.
Rein in den Charakter, weg mit der Beschreibung, denn die Verlangsamung hast du schon gezeigt. Schwäch das nicht durch trockene Wiederholung davon ab. :)
Geh direkt zu dem über, was Nardir tut und sieht.

Dolche sind btw eine Waffe, die nur dann toll ist, wenn andere Waffen langsam sind. Das pflegen sie nur in PC-Spielen zu sein, in denen jemand unbedingt alles über damage per second balancen wollte. Dolche haben keine Reichweite, und Reichweite ist bei einem Kampf mit Waffen alles.
Was würde ich (HEMA Anfängerin) gegen Nardir tun, wenn ich in Kerdos' Rüstung stecken würde? Zuschlagen und zurück, ihn gar nicht auf Reichweite mit den Dolchen rankommen lassen. Die Axt hat mindestens ein paar Zentimeter mehr. Also kann er bestenfalls meinen Arm erwischen. Idealerweise nicht mal schlagen, sondern ihm die Axt auf geradem Weg Richtung Gesicht stoßen. Er müsste also meinen Angriff umgehen, was ihn mehr Zeit kostet, und er muss außerdem ausweichen. Auch das dürfte ihm schwerfallen, denn wenn es ihm nicht gelingt, meine Waffenhand unbrauchbar zu machen, dann schlage ich ihm die Axt mit einer Drehung des Handgelenks ins Gesicht, während er ausweicht. Da er nur schneller reagiert, aber sich nicht schneller bewegt, hat er kaum eine Chance, irgendwas auszurichten, bevor er kampfunfähig ist.
Wenn du ihm Kurzschwerter, lange Messer, Kukris oder dergleichen gibst, dann hat er eine Chance: Ausweichen, die Hand mit der Axt mit seiner eigenen wegdrücken und die zweite Klinge gegen den Unterarm oder Handrücken einsetzen (Zustechen und / oder drüberziehen), und hoffen, dass er Sehnen erwischt. Wenn Kerdos da aber gerüstet ist, wird's schwer.

Was würde ich tun, wenn Nardir meine Reichweite tatsächlich unterläuft?
Auf ihn zu gehen, ihn umrempeln, treten, auf Gesicht und Hals gehen, und ihm den Dorn der Axt in den Rücken rammen (nie die Klinge zu mir drehen) oder dergleichen. Er ist ungerüstet. Das ist ein riskantes Manöver, aber zurückweichen wäre das ebenfalls. Zumal ein schwerverletzter Nardir höchst konzentrationsfördernd an Siidryns Kette zerren dürfte.

Zitat
riss ihn von seinen Füßen und schleuderte ihn beiseite.
Was ist das für ne Axt?

Zitat
Im Flug sah er noch, dass Meister Siirdyn Xarlons Ring über seinen Stab geschoben und aus dem gefallenen Golem einen neuen glühenden Tropfen gezogen hatte. Ein Geschoss, das so groß wie Nardirs Arm war, löste sich gerade orange glühend von der Zauberwaffe und machte sich auf den Weg in Richtung Drache.
Hrhr, kreativer Einsatz von magischen Ringen. :cheese:

Zitat
Kurz dachte Nardir, dass seine Wahrnehmung wieder normal war, weil sich der steinerne Speer so schnell bewegt, dann schlug er unsanft auf dem Boden auf, verlor seine Konzentration und wurde tatsächlich wieder in die Normalität zurückgerissen.
Huh. Das hier ist eher verwirrend. Ist seine Wahrnehmung wieder normal, oder weshalb dachte er das?

Zitat
Aus dem tiefen Brüllen des Drachen wurde bestialisches Kreischen. Schmerzen durchfuhren Nardirs Körper, aber sie schienen nichts zu sein, gegen das Gefühl, von halb flüssiger Lava durchbohrt zu werden, die sich dann im Körper verteilte.
Ich nehme eher an, die sengt alles weg, oder? Lass einfach den letzten Halbsatz weg, das klingt ohnehin viel stärker.
... Falls der Drache nicht ohnehin längst geflogen ist. (Aber du kannst Siirdyn ja auch agieren lassen, während der Drache versucht, Kerdos einzusammeln.)

Zitat
Meister Siirdyn jagte den beiden fluchend einen Feuerball nach, der aber nichts traf. Kerdos sprang seiner Kreatur hinterher.
Feuerbälle find ich persönlich unendlich öde. Es gibt sie überall, und kaum eine Situation rechtfertigt das unnötige Badaboom. :D
Hat ein Meister der Kampfmagie nichts besseres parat, um fliehende Gegner aufzuhalten?

Ein anderes Problem tut sich auf: was gab es jemals für Kerdos zu gewinnen? Die Fronten sind mir in diesem Kampf nicht klar.
Magier: -> von Crage und Rekkat gelähmt, damit sie "den Rebellen" nicht helfen können.
Rekkat und Crage: -> unterstützen offenbar Rebellen, die den König tot sehen wollen.
Kerdos: -> sucht Unterstützung für Kampf ODER Heilung.
Weshalb sollte jemand ihn töten? Er ist ein Asset. Bevor er nicht klar Stellung bezieht, kann niemand daraus gewinnen, ihn zu beseitigen, außer der König selbst bzw Loyalisten, die den Dämon als solchen behalten wollen. Was wiederum nicht zum Motiv von Crage und Rekkat passt.

Zitat
Am Turm entlang konnte man die Rinnen sehen, in denen das Wasser lief, das der Turm aus der Luft zog. An einer davon hing ein Stück von einem großen ledrigen Flügel. Ganz unten lag der Rest des Drachen. Darüber hatte Crage es anscheinend irgendwie geschafft, sich Flügel wachsen zu lassen, schien aber nicht wirklich damit zurecht zu kommen. Eine große Hand aus Sand streckte sich ihm entgegen und fing ihn aus der Luft, bevor er abstürzen konnte.

Wirklich? Ein Drache (verstehe ich hier als von der Natur mit Flügeln und Flugfähigkeit versehendes Wesen), der es zuvor geschafft hatte, auf diesem Dach zu landen, schafft es nicht, in der Luft zu bleiben, und stürzt ab? Aber Crage, der sich Flügel wachsen lassen muss, und der nicht am ganzen Körper trainierte Muskeln hat, um damit umzugehen, bleibt trotz des Falls in der Luft? :watchout:
Ich kann mir zwar vorstellen, dass der Drache versucht hat, seinen Reiter aufzufangen, aber dann wäre dieses Manöver immer noch unsinnig. Drache und Reiter haben Erfahrung damit, was sie reißen können und was nicht. Wenn der Drache Kerdos noch auf dem Dach geschnappt hätte (Kerdos lief vorn!), dann wären sie schnell davongekommen.
Lass Charaktere immer am Maximum dessen handeln, was sie machen können. Da dürfen auch mal Fehler drin sein, aber nicht so gehäuft und nicht so massiv. Es wäre was anderes, wenn z.B. der Drache sein riskantes Manöver startet (und versagt, weil er den Turm streift), weil Kerdos von Siirdyn mit einem letzten Zauber vom Rand des Daches gestoßen wurde.

Okay, genug Details.
Ich hoffe, die entmutigen dich nicht, denn trotz allem ist das Ganze recht flüssig lesbar (ich stolpere immer über unnötige Beschreibung und sowas, seit ich in der Hölle ein paar Mal auf die Nase bekommen habe, deshalb kein "flüssig" ohne Relativierung). :)


Für beide Szenen zusammen ist Frage #3 wichtig, und wohin es für Nardir gehen soll. Am Ende dieser Szene hier muss für Nardir klar sein: was will er? Und was hindert ihn daran?

Eine Möglichkeit: Rebellen, oder Siirdyn unterstützen? Rückwirkend ergibt das die Frage: was genau bringt ihn dazu, so zu entscheiden?
Eine andere Möglichkeit: Nardir hat schon entschieden und hat während des Kampfes mit irgendeiner Kleinigkeit Kerdos die Flucht ermöglicht. Er muss weg.
In beiden Fällen ist sein großer Konflikt für den Augenblick offensichtlich, denn er hängt an der Kette. Und vermutlich ist Meister Siirdyn entweder mächtig angepisst, oder er wird nicht erfreut davon sein, wenn sein Novize sich entscheidet, dass er lang genug Novize war.

Nardir wird also aktiver werden müssen, denn ohne Bezugsperson und deren Standpunkt keine interessante Politik und kein interessanter Kampf.
Theoretisch könnte Nardirs Standpunkt auch sein: Ich will hier raus. Eben etwas Persönliches. Aber da er überlegt, dem Drachenreiter zu helfen, glaube ich nicht, dass er gegenüber den Neuigkeiten so gleichgültig ist. Dementsprechend muss er auch drauf eingehen. Das ist schwierig genug, wenn er zum Zuhören gezwungen ist, damit das nicht in ewigen inneren Monolog abgleitet. Allein handeln kann er auch nicht, er ist an Siirdyn gebunden.
Vielleicht ist das eher eine Frage für den Plotkessel? Mir fallen ein paar Sachen ein, was du hier machen könntest, aber sie werfen auch immer noch ein paar Fragen auf (z.B. den Anfang spannender gestalten: die beiden gehen auf den Turm zu, Siirdyn ist stinkig wegen der letzten Abstimmung, dann sehen sie den Drachenreiter landen. Damit ist Siirdyns Garten in der Wüste vergessen. Er will der Erste sein, kommt aber natürlich zu spät. Der Reiter überbringt die frohe Kunde; die Magier "setzen ihn fest" bzw nennen ihn einen Hochverräter, er soll warten. (Seine Reaktion ist wichtig.) Sie ziehen sich zur Beratung zurück und streiten. Etc.
Und vor allem die Frage: was ist Nardirs Rolle in all dem? Welches Ziel ergibt sich für ihn aus der Botschaft und dem Streit der Magier?

Liebe Grüße! :kaffee2:
Ril
« Letzte Änderung: 06 April 2016, 22:27:53 von Rilyn »
  • Ich schreibe gerade: Zuviel auf einmal.

Offline SirJasonCrage

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Re: Nardirs zweiter Auftritt
« Antwort #3 am: 02 Mai 2016, 16:47:34 »
Ich Siebhirn hab dich voll vergessen...

Hoi Rilyn.

Zitat
Puh, das ist ein harter Brocken. Politik am Beginn einer Story ist schwer unterzubringen, weil schwer interessant zu gestalten, wenn man die Kriegsparteien und die Personen dahinter nicht kennt und keine Beziehung dazu hat, was überhaupt vor sich geht.

Ich hatte eigentlich versucht, das hier simpel zu machen. Pro-Dämon gegen Anti-Dämon. Die Loyalisten, die dem König folgen, egal ob er Schwarze Flügen und rot leuchtende Augen hat gegen die Rebellen, die irgendwie das Wohl des Volkes doch mehr schätzen als einen Eid, der in ihren Augen ungültig wird, sobald der Lehnsherr seine Seele verkauft.


Zitat
#1 ist kein großes Problem. Schmeiß die ganzen Wege durch den Palast raus, die Beschreibungen, den großartigen Saal. Das interessiert ausschließlich die Leser, und die wiederum nicht, weil sie damit nichts zu tun haben. Nardir kennt das und wird es eigentlich nicht erwähnen.
Insbesondere der Kristallsaal hat Chekov's Gun-Charakter. Ich hatte hier einen Teil der Verfolgung von Crage erwartet, was aber nicht zustande kam. Es wäre auch zu viel, weil wieder die gesamte Beschreibung vorab nötig ist.

Chekhov's Kristallsaal nervt mich selber, aber ich saß ewig dran und hab mir überlegt, wie ich den Weg zum Ratszimmer beschreibe und als die Idee endlich kam, wollte ich sie nicht unbeschrieben lassen...
Ich versuche mir auch anzugewöhnen, dass ich mir mehr Zeit lasse. Meine Hauptstory galoppiert von einem Plotpunkt zum nächsten und beschreibt dabei so gut wie gar nichts, da fehlt dann irgendwo die Würze. Hier findet natürlich wieder die Suche nach dem Mittelweg statt, aber ich wollte einfach mal gegen meinen Instinkt arbeiten.
Die kleine Kugel mit der Flamme könnte ich aber weglassen. Dan wird der Raum allerdings langweilig. Da kann ich die Gruppe auch gleich mit dem ersten Schritt in den Kristallsaal lassen >.<


Zitat
#2 ist ein großes Problem. Nardir ist kein Bezugscharakter, da er keine Stellung nimmt. Selbst, als er überlegt, ob er Kathrogonn helfen soll, kann er es nicht. Das wäre ein Konflikt, wenn der nicht im selben Satz, in dem er aufgeworfen wird, schon wieder erstickt würde. Siirdyn ist kein Bezugscharakter, die anderen sind mir persönlich schlicht egal.
Es kann natürlich sein, dass das in einem Folgeband statt ohne Vorwissen besser klappt, aber das Problem mit der fehlenden Bezugsperson und dem Konflikt bleibt.

Vielleicht sollte ich an diesem Kritikpunkt einfach mal üben... Hier war das eindeutig eine Geschichte, die ich erforschen wollte indem ich sie schreibe, für die ich mir dann einfach eine Kamera ausgedacht habe. Nardir kann gar keine treibende Kraft sein, weil die Story schon stand, als ich ihn mir ausgedacht habe.
Der Ansatz scheint also von vornherein falsch zu sein. Ich versuche mich mal demnächst an einer anderen Sidestory und  konzentriere mich dann dabei auf Bezugsperson, Konflikt und Widerstand.


Zitat
Die Namensschilder zerstören die ganze Atmosphäre, finde ich. Das hat was von einem Konferenzsaal in einem Flughafenhotel.
(Kristallsaal wirft außerdem den Eindruck von Kronleuchtern und pseudobarockem Kitsch auf, was ja nicht der Fall ist.)

Ich war mir bei den Namensschildern lang unsicher, habe mir aber dann praxishalber vorgestellt, wie sich die faulen Magier regelmäßig verlaufen und dann etwas dagegen unternehmen. Allerdings könnte ich hier den Realismus tatsächlich etwas kürzer treten lassen. Es ist immerhin Fantasy^^
Die Assoziation mit dem Namen ist jetzt blöd, aber nachvollziehbar. *grübel*


Zitat
Viel zu viel Info, mit der ich hier nichts anfangen kann und die nur von der Handlung ablenkt, wie das Meiste rund um den Weg durch den Turm. Interessant sind höchstens die Elementtore, falls die später nochmal auftauchen.

Ich will mir aber den Weg nicht ganz sparen. Der Leser ist zum ersten Mal im Turm, ich kann doch nicht den ersten Teil an der Pforte beenden und den zweiten im Rats-Saal beginnen...
Das nagt gerade ordentlich an mir. Wenn ich nur sage, dass die Figuren von Gang A über Saal B, durch Kammer C in den Saal D kommen, ist das lahm. Wenn ich die Räumlichkeiten beschreibe, ist es tatsächlich zu viel. Wenn ich den ganzen Weg weglasse, habe ich ein unangenehmes Loch...


Zitat
Crage war gezwungen, zur Tür mit den Schwertern zu gehen,
Warum gezwungen? Die Formulierung wirft hier nur eine Frage auf, über die man bewusst nachdenkt, statt weiterzulesen.

Du meinst, auch wenn die Antwort kurz darauf im Text steht, wundert man sich hier zu lange und verliert den Lesefluss? Notiert.


Zitat
... und der Lehrling am Ende seiner Kette.
Find ich eleganter, statt eine eben gemachte Behauptung durch das "jedoch" auszuhebeln. :)

Hast recht, das klingt als wäre Nardir ne SpecialSnowflake und könnte die Regeln des Turms ignorieren...


Zitat
Das ist ein ziemlich cooles Detail. Bring es persönlicher rein: Nardir hasst es vielleicht oder kommt sich dadurch vollkommen ausgeliefert vor. <- der ganze Turm müsste einem Novizen dieses Gefühl geben, weit mehr, als nur die Kette. Und in der späteren Szene bringst du es ja direkt, Rekkat tötet seine Novizin.

Ja das mit dem persönlichen vergeige ich wenigstens konstant  ;D  ...  :'(


Zitat
Das dürfte allen bekannt sein. Die Bemerkung zur Beschlussfähigkeit kann man als Protokoll lesen, die störte mich nicht, aber das hier muss nicht sein, zumal es nichts zur der Szene beiträgt, denn es kommt nie zu einer Abstimmung.

Hier wollte ich eigentlich erklären, wie es dazu kommen kann, dass ohne Siirdyn wichtige Entscheidungen getroffen werden konnten.


Zitat
Wait, what. ... und auch der ganze Rest. Welcher Kontinent? Dieser? Ist diese Stadt Teil von Galiria? Das kommt nicht klar rüber, damit ist alles noch verwirrender. Schwierig ist auch der Bezug zu den Figuren. Nardir ist als Novize vermutlich nicht direkt betroffen und kann nicht rekrutiert werden oder sowas, deshalb ist es auch schwer, einen solchen aufzubauen.

Hier wieder das Problem, dass ich immer entweder zu viel oder zu wenig erzähle... Je mehr ich hier über das Reich erzähle, desto eher haben wir einen "As you know, bob..." (tvtropes). Außedem meintest du ja, weglassen sei das A und O in der Politikbeschreibung. Wichtig ist hier eigentlich nur, dass auch der Turm dem Großreich angehört. Das hatte ich bei Faryns Gedicht schon angedeutet, als Nardir ihn fragt, ob die Vision das ganze Großreich betreffen würde.
Hier bin ich auf der Suche nach dem Mittelweg wohl zu weit in Richtung Informationsmangel abgedriftet...


Zitat
Weshalb sollten die Magier über einen der Königsfamilie urteilen dürfen, und gleichzeitig diesem Hochverrat vorwerfen? :watchout:
Das "Urteil" ist hier das Problem. "Er wartet oben" wäre okay. Am Besten "mit seinem Drachen".

Weil der Turm an sich ein Kronvasall des Königs ist. Wenn dessen Bruder vorbei kommt und "Helft mir, den König zu bekämpfen (der jetzt ein Dämon ist)" ruft, dann ist das erstmal Hochverrat.


Zitat
Das ist kein Sarkasmus, das ist Infodump.
"... wo hier doch nur ... gelehrt werden" ginge schon eher, haut aber auch nicht hin, denn es geht um Heilung oder Hilfe im Kampf. -> Kampfmagie. Aber nee, er hat kenien Grund, hier vorbeizuschneien. :the_brow:

Hm, das kam schlecht rüber. Oben werden (in deinen Augen unnötig) die anderen Magier-Akademien erwähnt, mit "Wenn er Magier braucht, holt er sie sich dort."
Die anderen Institutionen sind also besser, wenn es darum geht, Krieg zu führen.
Tatsächlich kommt Kathrogonn zum Spiralturm, weil man über die Magier dort munkelt, dass sie mit allerhand verbotener Magie zu tun haben.
Crage spricht hier mit tropfendem Sarkasmus, denn tatsächlich wird hier zwar elementare und Kampfmagie gelehrt, aber eher als Vorwand als mit Herzblut.
Edit: Wenn du sagen wolltest, dass ich hier die Info dumpe, dass wir uns an einer Schule für Hexerei und dunkle Künste befinden, dann hast du recht.


Zitat
denn die folgenden Gesprächsfetzen sind nur noch Auseinandersetzung mit diesem Hauptkonflikt, sie führen zu nichts und finden im Hintergrund statt.

Zitat
Schatten? :wiejetzt:
TMI, hier müsste wieder eine Erklärung her. Auf der anderen Seite ist das wichtig, da es das Ausmaß des Problems erst klarstellt.
Ob er gewinnt, ist dabei vermutlich irrelevant. Aber womöglich ist das auch nur zu leicht misszuverstehen, was wiederum mehr Info bedingen würde, und dann lieber raus damit.

Über meine Dämonen könnte ich Seitenlang Info dumpen... Ich kann die Verwandlung zum Schatten nicht unerwähnt lassen, weil sie stattfinden wird. Ich will sie aber auch nicht erklären, weil das hier der falsche Moment ist.
Tatsächlich zeigen die Gesprächsfetzen eher die Uneinigkeit als dass sie informieren sollen, aber dennoch soll man zurückschauen und diese Probleme verstehen können, wenn man gewisse Meilensteine der Story hinter sich hat...
(Info am Rande: Der Name "Schatten" ist von Eragon geklaut. Ein Dämon verschlingt Seelen und verleibt sie sich ein, kann deren Willen aber nicht ganz unterdrücken. Wenn er sich überfrisst, entgleitet ihm die Kontrolle über seine Macht und seine Macht fängt an, ihn zu kontrollieren. Think Twitchplayspokemon, nur mit mehr Hass)


Zitat
Warte, ich dachte, diese Magier beherrschen die Wüstenstadt? Und dabei sind ihre Studien illegal? :wiejetzt:

Ja. Stell dir vor, der Bundestag verbietet Maibaumklau. Da kommt der Horst nicht drumrum, das zu akzeptieren, stattfinden wirds trotzdem weiterhin.
Das Großreich Galiria verbietet solche Studien, aber Sardhras liegt in der Wüste und schert sich einen sandig-trockenen Dreck um das Verbot.


Zitat
Nardir fiel wieder ein, dass er Crage und den Erdmagier im Auge behalten sollte
Da kommt er rüber wie ein Zehnjähriger, gerade, was das Folgende angeht und weil er nichts anderes tun kann, als zuzuhören. Wen hat er angestarrt, den fetten Erdmagier oder den Gestaltwandler, der am ehesten noch interessant ist?

Hier war ich irgendwie zu blöd, auf die Idee zu kommen, dass Nardir der Diskussion zuhören und gleichzeitig Crage und seinen Freund im Auge behalten kann o.O


Zitat
Ruck doch einfach an der Kette, Jungchen, und zwar schnell. :oma:
Ich glaube einfach nicht, dass niemand der streitenden Magier das mitbekommt. Wie viele sitzen mit Blickwinkel direkt oder wenigstens halb auf Crage? Er steht auf, das allein sollte Aufmerksamkeit ziehen.
Wenn er's versteckter haben will: Novize zu sich winken, ihm etwas ins Ohr flüstern (bzw das vorgeben), packen und in die Kehle beißen. Dann sieht man frühestens das Blut und sieht den Novizen sich wehren, falls Crage ihn nicht lähmt.
Was er damit erreichen will, ist mir aber nicht klar. Warum so verschwenderisch und umständlich, statt einfach wieder die Hand abzu... öh ... beißen? und sich eine neue wachsen zu lassen?

Ok, hier war ich faul. Eigentlich beschämend, dass du in ein paar Sekunden auf eine bessere Lösung kommst...
Jedenfalls erreicht er damit... nennen wir es ein Powerup. Crage kann von allein kein Mana generieren, er muss es aus dem Blut eines Opfers gewinnen.


Zitat
Nicht nur ihre Kleidung, sondern sie selbst. Die Beschreibung funktioniert hier nicht als pars pro toto. :)

In meinem Kopf ging das :O


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Und auch die anderen haben Novizen, d.h. wenn Nardir und Faryn die einzigen sind, die etwas bemerken, dann ist der ganze Raum hier voller Pappaufsteller.

Die Beleuchtung ist scheiße?  ;D
Tatsächlich könnte ich das leicht lösen, indem ich erst die Schwerkraft hochschraube und hinterher Niom zu Futter verarbeite...


Zitat
Rebellen? Bezug von welcher Partei zu welcher? Hier ist wieder so viel Info mit unklarem Bezug, dass man sie beim glatten Lesen nicht mitbekommt und daher auch Crage und Rekkat nicht sofort einordnen kann.

Gut, da hab ich mich wieder überschätzt.
Mit Rebellen sind dier diejenigen gemeint, die keinen Dämon als König akzeptieren werden. Die existieren noch gar nicht, werden es aber garantiert tun. Crage und Rekkat wollen schlicht mehr Krieg vom Zaun brechen. Auf diesen Hintergrund einzugehen, wäre aber für den Text wieder viel zu viel.


Zitat
Womit tut er das, und warum wehrt sie sich nicht?

Hab mein Skript überarbeitet, Gordon hat jetzt einen superscharfen Dolch, mit dem er auch ungeduldig Crages Hand abtrennt, anstatt dass der sich die selber abbeißt.


Zitat
Die Idee mit dem Gewichtszauber und dem Ring ist klasse. :cheese:

Woohoo, Lob :D


Zitat
Warum fliegt er nicht, sondern lässt sich verdreschen?

Er hat Gordons superscharfen Dolch in einem seiner Flügel. Seit neuestem  ;D


Zitat
Conanmäßige Badass-Gefechte

ja :)


Zitat
Und bis hier stehen sie nur rum und gucken. Das glaube ich ihnen sowas von nicht. Und jeden Gamedesigner, der meinen Charakter beim Betreten des Schlachtfeldes in eine Cutscene und Betrachtung des Obrigen zwingen würde, trete ich insgeheim in den Hintern.  :attacke:

Guilty as charged.
Aber wie beschreibe ich einen Kampf, ohne dass ich Zeit verliere?


Zitat
Wozu? Der Drachenreiter ist im Nahkampf gebunden, gegen den Drachen hilft ein Nardir mit Klingen auch nicht.

Das schon, aber Nardir ist literally gebunden und kann nicht weiter als Kettenradius von Siirdyn weg. Faul rumstehen und "ich bin hier eh nutzlos" sagen geht nicht :D


Zitat
Nardir tauchte tief in sich selbst ein und stellte sich ein langsam fallendes Blatt vor, das in einem Wald zu Boden fiel. Alle Bewegungen in seinem Blickfeld wurden langsamer und auch die Geräusche hörten sich immer tiefer und irgendwie träge an, während das Blatt vor seinem inneren Auge seinen Fall immer weiter bremste.
Das wiederum funktioniert prima.
Auch, wenn du das für den gesamten Kampf anwendest, lass Nardir sich auf seinen Gegner konzentrieren und bring keine Außensicht dazu. Es macht die Sache schneller, spannender und glaubwürdiger.


Und das, was außenrum passiert, lasse ich dann weg? Da fehlt mir zu viel...

Bzgl. Zeitmeditation: Das geht so ähnlich tatsächlich. Wenn mein Wecker morgens klingelt, hau ich auf die 15-Minuten-Snooze-Taste und stelle mir dann etwas ähnliches vor.
Bei mir ist es ein Raum mit Kuppeldach, in dem ein Kreis aus Rittern die letzte Wache für jemanden hält, der in der Mitte in einem steinernen Sarkopharg liegt. Von oben scheint Licht durch Fenster, das sich im schwebenden Staub bricht und direkt von oben fällt langsam eine Feder herab.
Wenn ich mir dieses Bild vor Augen halte und dabei versuche, die Feder zu bremsen, werfe ich irgendwie mein komplettes Zeitgefühl aus der Bahn. Nach gefühlten Ewigkeiten schrecke ich dann auf, in der Befürchtung, mehrere Stunden verschlafen zu haben, nur um auf dem Wecker zu sehen, dass erst sieben der 15 Minuten vergangen sind.



Zitat
Rein in den Charakter, weg mit der Beschreibung, denn die Verlangsamung hast du schon gezeigt. Schwäch das nicht durch trockene Wiederholung davon ab. :)
Geh direkt zu dem über, was Nardir tut und sieht.

Merk ich mir.


Zitat
Auf ihn zu gehen, ihn umrempeln, treten

Tatsächlich stand ich vor dem Problem, dass Kerdos realistisch eigentlich nicht bremsen, sondern den Jungen einfach umrennen würde. Talk about anticlimatic...


Zitat
riss ihn von seinen Füßen und schleuderte ihn beiseite.
Was ist das für ne Axt?

Fantasy darf alles  ;D


Zitat
Hrhr, kreativer Einsatz von magischen Ringen. :cheese:

Wer auf kreativen Einsatz von Magie steht, kommt bei mir angeblich voll auf seine Kosten.


Zitat
Huh. Das hier ist eher verwirrend. Ist seine Wahrnehmung wieder normal, oder weshalb dachte er das?

Weil der Speer dank Gewichtsring vieel schneller fliegt als erwartet. Den Satz streiche ich raus.


Zitat
Feuerbälle find ich persönlich unendlich öde. Es gibt sie überall, und kaum eine Situation rechtfertigt das unnötige Badaboom. :D
Hat ein Meister der Kampfmagie nichts besseres parat, um fliehende Gegner aufzuhalten?

Ist ein Frustfeuerball.
Natürlich sind sie öde.

Ich editier später daheim noch fertig, Chef gibt mir unverhofft früher Feierabend, yay.
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Offline SirJasonCrage

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Re: Nardirs zweiter Auftritt
« Antwort #4 am: 03 Mai 2016, 01:40:09 »
Der Feuerball ist der Standardangriff, den jeder Magier ohne nachzudenken, ohne Zauberformel, ohne Gegenstand nutzen kann.
Sein Stab hat keine Munition mehr und auf die Schnelle kriegt er nichts stärkeres beschworen, er muss sich mit einem frustrierten Feuerball begnügen.


Zitat
Ein anderes Problem tut sich auf: was gab es jemals für Kerdos zu gewinnen? Die Fronten sind mir in diesem Kampf nicht klar.
Magier: -> von Crage und Rekkat gelähmt, damit sie "den Rebellen" nicht helfen können.
Rekkat und Crage: -> unterstützen offenbar Rebellen, die den König tot sehen wollen.
Kerdos: -> sucht Unterstützung für Kampf ODER Heilung.
Weshalb sollte jemand ihn töten? Er ist ein Asset. Bevor er nicht klar Stellung bezieht, kann niemand daraus gewinnen, ihn zu beseitigen, außer der König selbst bzw Loyalisten, die den Dämon als solchen behalten wollen. Was wiederum nicht zum Motiv von Crage und Rekkat passt.

Das ist jetzt ein Problem, die Intentionen sollten schon rüber kommen :-/
Kerdos hat hier die Münze geworfen und gehofft, dass sich der Turm für den Kampf gegen den Dämon entscheiden wird. Er ist also hier um eins der fünf (ja, weiß der leser nicht...) Länder, aus denen das Reich besteht auf die Seite der Rebellen zu ziehen.
Rekkat und Crage wollen genau das nicht. Indem sie Kerdos töten, soll der Eindruck entstehen, dass sich der Spiralturm auf die Seite des Königs stellt. Bei den Rebellen hätten die Großmagier damit verkackt, also müssen sie sich dem König anschließen.
Die beiden selbst wollen im Moment mehr Chaos säen, mehr Parteien in den Krieg verwickeln, weil beide keine Erstgeborenen sind und sich ausrechnen, dass sie in der Erbfolge aufsteigen, wenn der Krieg Opfer in der Familie fordert.



Zitat
Eine Möglichkeit: Rebellen, oder Siirdyn unterstützen? Rückwirkend ergibt das die Frage: was genau bringt ihn dazu, so zu entscheiden?
Eine andere Möglichkeit: Nardir hat schon entschieden und hat während des Kampfes mit irgendeiner Kleinigkeit Kerdos die Flucht ermöglicht. Er muss weg.
In beiden Fällen ist sein großer Konflikt für den Augenblick offensichtlich, denn er hängt an der Kette. Und vermutlich ist Meister Siirdyn entweder mächtig angepisst, oder er wird nicht erfreut davon sein, wenn sein Novize sich entscheidet, dass er lang genug Novize war.

Falls ich das hier weiter schreibe wird Nardir mit Faryns Hilfe versuchen, zu entkommen und den Rebellen zu helfen. Da würde ich dann auch mehr Bezug herstellen. Denke ich. Das war nur so ein Nebenprojekt um in der Arbeit nicht wie die Kollegin irgendwann meine Seele an die Bild zu verkaufen :D Ich weiß nicht, ob ich daran weiter machen will. Zumal ich ja doch einen großen konzeptuellen Fehler darin habe, dass Nardir nur Kamera spielt.

Umso mehr danke ich dir dafür, dass du dir Zeit für das (missglückte?^^) Experiment genommen und mich dabei begleitet hast.
Ich lerne mit jeder Kritik und in deiner Antwort war davon eine Menge.
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Offline Rilyn

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Re: Nardirs zweiter Auftritt
« Antwort #5 am: 06 Mai 2016, 00:08:57 »
Hoi SirJason :)

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Puh, das ist ein harter Brocken. Politik am Beginn einer Story ist schwer unterzubringen, weil schwer interessant zu gestalten, wenn man die Kriegsparteien und die Personen dahinter nicht kennt und keine Beziehung dazu hat, was überhaupt vor sich geht.
Ich hatte eigentlich versucht, das hier simpel zu machen. Pro-Dämon gegen Anti-Dämon. Die Loyalisten, die dem König folgen, egal ob er Schwarze Flügen und rot leuchtende Augen hat gegen die Rebellen, die irgendwie das Wohl des Volkes doch mehr schätzen als einen Eid, der in ihren Augen ungültig wird, sobald der Lehnsherr seine Seele verkauft.
Heh :)
Das klappt nicht mit dem Intrigenspiel, das Crage und Rekkat betreiben, denn diese Intrige setzt eindeutige Kenntnis der Situation voraus. Alles, was erst im Verlauf der Szene herauskommen darf, ist der Plan der beiden, die damit den Turm auf die Seite des Königs zwingen wollen.
Ihre persönlichen Gründe können später erst rauskommen bzw sollten das auch.
- Der Spiralturm würde gerne neutral bleiben oder ist zerstritten und deshalb aus zähneknirschendem Konsens neutral (fehlt, der Standpunkt des Turms zur Situation ist ein Muss).
- Kerdos versucht, die Magier auf die Seite der Rebellen zu ziehen.
-> die Magier streiten darüber. Neutralität ist vermutlich unmöglich; was tut Kerdos, um sie zu überreden?
- Rekkat und Crage wollen das verhindern.
- Warum schlägt sich Siirdyn auf die Seite der Beiden?
Vor allem muss der schlussendliche Perspektivträger eine klare Meinung dazu haben, egal, ob er gezwungen ist, für eine Seite zu kämpfen.

Wenn außerdem klar ist, dass es nur noch einen Ausgang des Konflikts (der Wahl: König oder Rebellen) geben kann, dann schnell dorthin. Der lange Kampf hat in diesem Moment keine Stakes mehr als das Leben der Beteiligten, denn die Wahl ist längst getroffen und damit der Hauptkonflikt entschieden.

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Chekhov's Kristallsaal nervt mich selber, aber ich saß ewig dran und hab mir überlegt, wie ich den Weg zum Ratszimmer beschreibe und als die Idee endlich kam, wollte ich sie nicht unbeschrieben lassen...
Kill your darlings. :cheese:
Beschreibung ist generell eine letzte Zuflucht, wenn etwas unbedingt in den Text muss und nur eine neutrale Beschreibung bleibt, falls der Stil das überhaupt zulässt (oder tatsächlich ein Charakter etwas beschreibt, weil er Gründe hat). Besser ist Wahrnehmung. Blöderweise nehmen Charaktere Bekanntes selten bewusst wahr oder denken gar darüber nach. Dieser Saal hier ist wirklich ungewöhnlich und kann deshalb schon zu verwunderten / bewundernden Gedankengängen führen, oder einfach nur der kindischen Frage: kann man geradeaus immer wieder in derselben Richtung durchrennen? ... was Nardir z.B. ja nie ausprobieren konnte, denn Siirdyn hat dafür sicher keine Zeit und Muße. ;D

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(Kristallsaal wirft außerdem den Eindruck von Kronleuchtern und pseudobarockem Kitsch auf, was ja nicht der Fall ist.)
Die Assoziation mit dem Namen ist jetzt blöd, aber nachvollziehbar. *grübel*
Lass den Kristall drin und ersetze den Saal. :)

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Viel zu viel Info, mit der ich hier nichts anfangen kann und die nur von der Handlung ablenkt, wie das Meiste rund um den Weg durch den Turm. Interessant sind höchstens die Elementtore, falls die später nochmal auftauchen.
Ich will mir aber den Weg nicht ganz sparen. Der Leser ist zum ersten Mal im Turm, ich kann doch nicht den ersten Teil an der Pforte beenden und den zweiten im Rats-Saal beginnen...
Das nagt gerade ordentlich an mir. Wenn ich nur sage, dass die Figuren von Gang A über Saal B, durch Kammer C in den Saal D kommen, ist das lahm. Wenn ich die Räumlichkeiten beschreibe, ist es tatsächlich zu viel. Wenn ich den ganzen Weg weglasse, habe ich ein unangenehmes Loch...
Wie oben beim Kristallsaal: es muss interessant sein. Ein Setting allein ist das aber normalerweise nicht. Wahrnehmung durch den Bezugscharakter ist bei Bekanntem schwierig.
Ein Ansatz (ich bleibe der Einfachheit halber mal bei Nardir als Bezugsperson): Nardir wüsste gerne, ob Crage noch anderen Schulen folgt. Er hofft, dass der sich diesmal auch dem Feuertor zuwendet, oder ... verdammt, er geht schon wieder durch das Tor der Kampfmagier. Nardir vermutet, dass Crage damit etwas verbirgt. Siirdyn, der Angeber, geht der Reihe nach immer durch eins der Tore seiner Schulen, damit auch ja jeder räudige Köter von sonstwoher mit allem rechnen kann, was er weiß. :denk:
Je näher so ein Grund am Konflikt und der aktuellen gedanklichen Situation ist, desto besser.

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... und der Lehrling am Ende seiner Kette.
Find ich eleganter, statt eine eben gemachte Behauptung durch das "jedoch" auszuhebeln. :)
Hast recht, das klingt als wäre Nardir ne SpecialSnowflake und könnte die Regeln des Turms ignorieren...
Nö, nur etwas holperig. Special Snowflake könnte das bestimmt ohne Kette. ;D

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Das ist ein ziemlich cooles Detail. Bring es persönlicher rein: Nardir hasst es vielleicht oder kommt sich dadurch vollkommen ausgeliefert vor. <- der ganze Turm müsste einem Novizen dieses Gefühl geben, weit mehr, als nur die Kette. Und in der späteren Szene bringst du es ja direkt, Rekkat tötet seine Novizin.
Ja das mit dem persönlichen vergeige ich wenigstens konstant  ;D  ...  :'(
Übungssache. :)
Es ist sicher einfacher, wenn dein Charakter nicht nur Beobachter ist ... nehme ich mal an, denn ich glaube, ich habe noch nie aus einer reinen Beobachter-Perspektive geschrieben.

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Hier wieder das Problem, dass ich immer entweder zu viel oder zu wenig erzähle... Je mehr ich hier über das Reich erzähle, desto eher haben wir einen "As you know, bob..." (tvtropes). Außedem meintest du ja, weglassen sei das A und O in der Politikbeschreibung. Wichtig ist hier eigentlich nur, dass auch der Turm dem Großreich angehört. Das hatte ich bei Faryns Gedicht schon angedeutet, als Nardir ihn fragt, ob die Vision das ganze Großreich betreffen würde.
Hier bin ich auf der Suche nach dem Mittelweg wohl zu weit in Richtung Informationsmangel abgedriftet...
Uff, das Gedicht ist leider so weit weg von Politischem, dass ich das Großreich überlesen und vergessen habe; und es sagt nicht eindeutig, dass der Spiralturm Teil davon ist.

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Weshalb sollten die Magier über einen der Königsfamilie urteilen dürfen, und gleichzeitig diesem Hochverrat vorwerfen? :watchout:
Das "Urteil" ist hier das Problem. "Er wartet oben" wäre okay. Am Besten "mit seinem Drachen".
Weil der Turm an sich ein Kronvasall des Königs ist. Wenn dessen Bruder vorbei kommt und "Helft mir, den König zu bekämpfen (der jetzt ein Dämon ist)" ruft, dann ist das erstmal Hochverrat.
Der Vasallenstatus kam nicht wirklich rüber. Und auch dann dürften sie ihn festhalten, aber "Urteil" liegt nicht in ihrer Hand. "Entscheidung" wäre kein Problem; sie können ihn sicher auch festhalten und ausliefern.

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Das ist kein Sarkasmus, das ist Infodump.
"... wo hier doch nur ... gelehrt werden" ginge schon eher, haut aber auch nicht hin, denn es geht um Heilung oder Hilfe im Kampf. -> Kampfmagie. Aber nee, er hat kenien Grund, hier vorbeizuschneien. :the_brow:
Hm, das kam schlecht rüber. Oben werden (in deinen Augen unnötig) die anderen Magier-Akademien erwähnt, mit "Wenn er Magier braucht, holt er sie sich dort."
Die anderen Institutionen sind also besser, wenn es darum geht, Krieg zu führen.
Ah, ich sehe das Problem. Ich hatte durch die Tore den Eindruck, dass auch am Spiralturm alles vertreten ist, und zum anderen vermischen sich hier zwei Aspekte: Kerdos ist nicht hier, um bestimmte Magier aufzutreiben (zumal Siidryn später beweist, wie effektiv Feuermagie im Kampf sein kann), sondern, um sich die politische Unterstützung des Spiralturms und der ganzen dazugehörigen Stadt / Gegend zu sichern. Mag sein, dass ich da zu politisch denke, weil ich solche Aspekte an Fantasy mag: wen interessiert die Zahl der Magier, wenn diese Magier im Feldlager verhungern, weil die Bevölkerung ihnen nicht folgt und sie auslacht? Das Rekrutieren erschien mir also dermaßen nebensächlich, dass mir die paar Magier mehr im Heer nicht als relevant erschienen. Kerdos hält Rekkat und Crage für einen einzelnen Kämpfer mit großer, aber relativ ineffektiver Eidechse auch ganz gut in Schach, also ist eine Handvoll davon nicht kriegsentscheidend (d.h. der Kampf hat meine unwillkürliche Mutmaßung bestätigt, ob sie nun richtig war oder nicht).
Wenn du solche politischen Aspekte reinbringst, dann am Besten ganz konkret, denn leider mögen die meisten Fantasy-Leser Politik nicht so sehr und sehen eher die Kampfkraft einer Handvoll Magier statt der diplomatischen und wirtschaftlichen Wirkung, die darin liegt, ob sich eine Wüstenstadt / einer von fünf Teilen des Großreichs einer der beiden Parteien anschließt.

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Tatsächlich kommt Kathrogonn zum Spiralturm, weil man über die Magier dort munkelt, dass sie mit allerhand verbotener Magie zu tun haben.
Crage spricht hier mit tropfendem Sarkasmus, denn tatsächlich wird hier zwar elementare und Kampfmagie gelehrt, aber eher als Vorwand als mit Herzblut.
Edit: Wenn du sagen wolltest, dass ich hier die Info dumpe, dass wir uns an einer Schule für Hexerei und dunkle Künste befinden, dann hast du recht.
So kommt es rüber, ja. Der Sarkasmus müsste in der Informationsflut auch eindeutig begründet sein, speziell die "verbotene" Magie, denn die ist bisher nicht untermauert, angefangen mit der fehlenden Klarheit darüber, dass die Stadt und der Turm nicht eigenständig sind, sondern Teil dieses Königreiches. Das wäre z.B. eine Information, die ins erste Kapitel gehört, weil sonst ein anderer Eindruck entsteht. Sie ist aber relativ leicht unterzubringen; es genügt, wenn die Wachen einen Händler "aus dem fernen Norden des Königreichs" anschnauzen, weil er das Schattengesetz missachtet, oder was in der Art. :)

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Tatsächlich zeigen die Gesprächsfetzen eher die Uneinigkeit als dass sie informieren sollen, aber dennoch soll man zurückschauen und diese Probleme verstehen können, wenn man gewisse Meilensteine der Story hinter sich hat...
Das ist der Haken; wenn man nicht bescheid weiß, ist es nur langweiliges Durcheinandergerede mit ablenkenden losgelösten Infos und Potential für Missverständnisse. Auf der anderen Seite kann man nicht bescheid wissen, deshalb lass das am Besten zwischen den Zeilen stattfinden. Pick das raus, was hier und jetzt für den Perspektivträger wichtig ist. Gib nur die allernötigsten Infos. Es sind immer noch viele. :lesles:

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Schatten? :wiejetzt:
TMI, hier müsste wieder eine Erklärung her. Auf der anderen Seite ist das wichtig, da es das Ausmaß des Problems erst klarstellt.
Ob er gewinnt, ist dabei vermutlich irrelevant. Aber womöglich ist das auch nur zu leicht misszuverstehen, was wiederum mehr Info bedingen würde, und dann lieber raus damit.
Über meine Dämonen könnte ich Seitenlang Info dumpen... Ich kann die Verwandlung zum Schatten nicht unerwähnt lassen, weil sie stattfinden wird. Ich will sie aber auch nicht erklären, weil das hier der falsche Moment ist.
(Info am Rande: Der Name "Schatten" ist von Eragon geklaut. Ein Dämon verschlingt Seelen und verleibt sie sich ein, kann deren Willen aber nicht ganz unterdrücken. Wenn er sich überfrisst, entgleitet ihm die Kontrolle über seine Macht und seine Macht fängt an, ihn zu kontrollieren. Think Twitchplayspokemon, nur mit mehr Hass)
Auf Eragon wäre ich nicht gekommen. ;D
Der Begriff "Schatten" irritiert mich ansich nicht, er gibt (mir zumindest eine ungefähre Ahnung dessen, worum es geht. Wenn du hier die Stakes höher setzen willst und es unter den Magiern nicht hundertprozentig klar ist, worum es geht, dann lass hier jemanden - idealerweise Kerdos, weil er allen Grund hat, die Situation im finstersten Licht zu zeigen - erklären, worum es geht. Eventuell ist die Erklärung sogar okay, wenn es ansich bekannt ist, denn Bekanntheit eines Fakts hat noch nie dazu geführt, dass auch dessen Folgen bedacht wurden; ganz besonders selten von Leuten, die zu viel Macht in der Hand und zu gute Scheuklappen auf haben. Kerdos hingegen, oder jeder Gegner des Königs, hat Grund, ihnen diese Folgen vor den Latz zu knallen.

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Warte, ich dachte, diese Magier beherrschen die Wüstenstadt? Und dabei sind ihre Studien illegal? :wiejetzt:
Ja. Stell dir vor, der Bundestag verbietet Maibaumklau. Da kommt der Horst nicht drumrum, das zu akzeptieren, stattfinden wirds trotzdem weiterhin.
Das Großreich Galiria verbietet solche Studien, aber Sardhras liegt in der Wüste und schert sich einen sandig-trockenen Dreck um das Verbot.
Oh, dass sie das tun, ist völlig okay. Nicht okay ist, dass es in der Flut der Informationen zu plötzlich und zusammenhanglos rüberkommt, weil damit die Situation wieder etwas unklarer und weniger nachvollziehbar wird. Die Ausgangssituation muss klar sein, bevor Kerdos mit seiner Hiobsbotschaft kommt.

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Was er damit erreichen will, ist mir aber nicht klar. Warum so verschwenderisch und umständlich, statt einfach wieder die Hand abzu... öh ... beißen? und sich eine neue wachsen zu lassen?
Ok, hier war ich faul. Eigentlich beschämend, dass du in ein paar Sekunden auf eine bessere Lösung kommst...
Jedenfalls erreicht er damit... nennen wir es ein Powerup. Crage kann von allein kein Mana generieren, er muss es aus dem Blut eines Opfers gewinnen.
Auch hier, Übungssache. Knapp 15 Jahre P&P Rollenspiel und fast zehn Jahre Federfeuer, das genzt an cheaten. ;D
Mana und Regeneration sind auch zwei Weltenbau-Aspekte, die hier eventuell wichtig sind; das kommt drauf an, wie das gesamte Magiekonzept aufgebaut ist und was davon der Perspektivträger hier wissen muss. Wenn er's nicht weiß, sollte er sich fragen: warum zum Geier dieses Blutbad? und vielleicht sogar eine Idee dazu haben, wenn der ziemlich mächtige (und sehr coole) Schwerkraftzauber greift. Für die Idee muss aber die Grundlage präsent sein: es gibt Mana, man muss es regenerieren, und manche (alle?) Magier können das nicht.

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Nicht nur ihre Kleidung, sondern sie selbst. Die Beschreibung funktioniert hier nicht als pars pro toto. :)
In meinem Kopf ging das :O
Ich denke, es geht, wenn es eine bekannte Aktion ist. Da es sich aber um einen ziemlich ungewöhnlichen Zauber handelt, liegt der Wahrnehmungsfokus mit der Kleidung auf dem falschen Objekt, auch, wenn man es der vermutlich besser ansieht; es ist ja nicht nur zu sehen, sondern vor allem zu fühlen. Schreib aus dem Kopf der Figur, die das mitbekommt. :)

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Conanmäßige Badass-Gefechte
ja :)
Zufällig hab ich heute einen neuen Rant in mein ungelesenes Blog geschmissen und das hier wiedergefunden: http://dracoliche.blogspot.de/2015/08/conan-remade-barbarian.html
Conan-Badassery ist völlig okay - wenn sie glaubhaft wirkt. :)
In den alten Filmen kann ich tatsächlich über Conans unmögliches, schwertschänderisches Herumgehämmere auf anderer Leute Waffen beim Parieren hinwegsehen, weil die Schauspieler irgendwie effizient wirken. Bevor ich Schwertfechten angefangen habe, fiel mir das nicht wirklich auf, außer in einer Szene kurz vor Ende von Conan The Destroyer, die echt unnsinnig wirkt, aber insgesamt noch im Rahmen der Willing Suspension of Disbelief liegt, d.h. in  der Filmwelt funktioniert und nicht aus der Immersion reißt. Der neue ist einfach nur stupide, beinahe jeder (absolut jeder?) Kampf trieft vor Scriptblödheit.
Deine Kampfszene ist näher an den alten Filmen dran, no worries. ;D

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Und bis hier stehen sie nur rum und gucken. Das glaube ich ihnen sowas von nicht. Und jeden Gamedesigner, der meinen Charakter beim Betreten des Schlachtfeldes in eine Cutscene und Betrachtung des Obrigen zwingen würde, trete ich insgeheim in den Hintern.  :attacke:
Guilty as charged.
Aber wie beschreibe ich einen Kampf, ohne dass ich Zeit verliere?
Gar nicht. :)
Auch hier geht's wieder um Wahrnehmung*. Klar, das dauert ein paar Zeilen länger, als Sehen & Verarbeiten für die Charaktere. So kurz wie möglich. Vertrau deinen Lesern: sie müssen nicht sehen, wie genau der Golem dem Drachen eins verplättet, oder mit welcher Hand Kerdos gerade die Axt führt.
*Ich weiß, korinthenkackerisches Beharren auf Begriffen; aber es hilft beim Schreiben, an "Wahrnehmung" statt "Beschreibung" zu denken.

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Wozu? Der Drachenreiter ist im Nahkampf gebunden, gegen den Drachen hilft ein Nardir mit Klingen auch nicht.
Das schon, aber Nardir ist literally gebunden und kann nicht weiter als Kettenradius von Siirdyn weg. Faul rumstehen und "ich bin hier eh nutzlos" sagen geht nicht :D
Er steht da wie Kanonenfutter fürs Drachenfeuer, und das ziemlich bereitwillig. :denk:

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Und das, was außenrum passiert, lasse ich dann weg? Da fehlt mir zu viel...
Ja, lass es weg. Probier's zumindest mal, lass die Szene ein paar Wochen ungelesen liegen, und lies sie dann erneut. :)
Als Extrembeispiel: die neuen Drizzt-Romane von R.A. Salvatore. Man hört förmlich die Würfel in Zeitlupe rollen. Jeder Schritt jedes Kämpfers und jeder Pups des Trolls/Drachen/Ork-Champions wird lang und breit beschrieben. Ich hab's nicht geschafft, den ersten Kampf im ersten dieser Bücher zu lesen. Das Buch auch nicht. (Damals hatte ich noch nie ein Schwert in der Hand gehabt.)
Als anderes Extrem: die Uthred-Romane von Bernard Cornwell. Kürzer geht's zwar, aber das ist schon für den Erzählstil hart an der Grenze.

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riss ihn von seinen Füßen und schleuderte ihn beiseite.
Was ist das für ne Axt?
Fantasy darf alles  ;D
Wenn's glaubhaft bleibt. ;D
Bei Conan-Badassery stelle ich mir grade so ne riesige zweischneidige Kriegsaxt vor.
https://de.wikipedia.org/wiki/Persische_Doppelaxt
Oder nach dem Vorbild der minoischen Labrys.

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Hrhr, kreativer Einsatz von magischen Ringen. :cheese:
Wer auf kreativen Einsatz von Magie steht, kommt bei mir angeblich voll auf seine Kosten.
Bis auf den Feuerball. :nudelholz: :grinwech:

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Huh. Das hier ist eher verwirrend. Ist seine Wahrnehmung wieder normal, oder weshalb dachte er das?
Weil der Speer dank Gewichtsring vieel schneller fliegt als erwartet. Den Satz streiche ich raus.
Uups. Ich habe die bisher nie fliegen sehen, sondern dachte, Siirdyn benutzt die glühendheiße Spitze als Waffe und braucht den Ring, um die große Menge Stein überhaupt heben zu können. :uhoh:

Story-Ansätze, gerade von größeren Plots, erstmal wegzulegen, ist auch völlig normal. Es ist besser, die später wieder rauszukramen. Denn anscheinend ist es bei großen Verlagen inzwischen Mode, Autoren mit völlig unfertigen, gruseligen Monsterplots ins Verderben rennen zu lassen. Ins Gedruckte. Es wird ja gekauft und gelesen. :watchout: Und dabei finde ich es Autoren gegenüber gnadenlos unfair und dreckig, wenn man ihnen nicht sagt, was an ihrem Plot nicht funktioniert. Über The Night Angel Trilogy habe ich mal einen Rant geschrieben, den ich dann nicht in mein Blog packen wollte, weil es ein astreiner Verriss wurde (PN, wenn du magst, ist halt ein first draft geblieben; Englisch). Spätere Bücher habe ich angelesen und hätte beinahe den Kopf an die Wand gehauen, weil jede Szene todlangweilig ist und genau dann abbricht, wenn endlich etwas passieren könnte. Oh, Konflikt! Schnell weg! :twitch:
Das tut vor allem dann weh, wenn in den Texten tatsächlich Potential steckt. Über einen hoffnungslosen Fall hätte ich auch keinen Rant geschrieben.

Auf jeden Fall hoffe ich, dass ich dich nicht demotiviert habe und es mehr Politik und kreative Magienutzung zu lesen gibt. :kaffee2:

Liebe Grüße!
Ril
« Letzte Änderung: 06 Mai 2016, 00:18:51 von Rilyn »
  • Ich schreibe gerade: Zuviel auf einmal.