Autor Thema: David Wagner: Vier Äpfel  (Gelesen 10382 mal)

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Alcyone

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David Wagner: Vier Äpfel
« am: 06 November 2013, 12:17:28 »
Hallo ihr!

Ich lese eigentlich fast nur Fantasy, SF, mal eine Donna Leon, weil sie bei uns rumliegt.
Nun bin ich am Wochenende diesem Buch begegnet:

Vier Äpfel
Info dazu


Ich würde mir das nie auf den Nachttisch legen, vielleicht als kurze Glosse in der Zeitung beim Frühstück witzig finden. Einfach, weil ich in der Zeit etwas (für mich) Interessanteres lesen kann. Bin ich etwa ungebildet, wenn ich sowas nicht lese (und auch anderes Zeitgenössisches nicht)  :naegelkau:

An dem Schreibkurs-Wochenende wurde etliche Bücher erwähnt, die (alle?) anderen kannten, nur ich nicht.

Sirius

  • Gast
Re: David Wagner: Vier Äpfel
« Antwort #1 am: 06 November 2013, 14:05:59 »
Zitat
Bin ich etwa ungebildet, wenn ich sowas nicht lese (und auch anderes Zeitgenössisches nicht) 

An dem Schreibkurs-Wochenende wurde etliche Bücher erwähnt, die (alle?) anderen kannten, nur ich nicht.


Ungebildet bist du sicherlich nicht, nur weil du zeitgenössische Bücher nicht liest.
Ich lese sie auch nicht und halte mich für gebildet.
Wahrscheinlich liegen deine Interessen auf anderen Lesegebieten und da hast du garantiert ein enormes Wissen.

Gruß
Sirius

Oldlady

  • Gast
Re: David Wagner: Vier Äpfel
« Antwort #2 am: 06 November 2013, 14:44:34 »

Hallo Mintaka,

Das meiste was derzeit unter "Literatur" läuft, gefällt mir überhaupt nicht, und die "4 Äpfel" würde ich nach der Beschreibung auch nicht lesen. 
Trotzdem finde ich immer mal wieder eine Perle, aber es ist schon eine mühsame Taucherei. Lieber greife ich auf Klassiker zurück (bevorzugt vor etwa 1930). Oder ich lese gleich was "Triviales" wie Fantasy oder Krimis.

Liebe Grüße

Oldlady

Alcyone

  • Gast
Re: David Wagner: Vier Äpfel
« Antwort #3 am: 06 November 2013, 16:38:46 »
Danke, ihr baut mich auf. :) Ich musste allerdings schon geschickt lavieren, dass meine Unkenntnis nicht so auffiel. Sie erstreckte sich auch noch auf Malerei, dabei dachte ich, ich müsste wenigstens da meinen Schreib-Damen und Herren überlegen sein. War nicht so.
OK, die meisten wußten nicht, was ein Blog ist und hatten noch kein iPad gesehen :cheese:

Rebekka

  • Gast
Re: David Wagner: Vier Äpfel
« Antwort #4 am: 06 November 2013, 16:58:43 »
Zitat
Notizen und Reflexionen, durchnummeriert von 1 bis 144, dazu 52 Fußnoten, das Ganze auf 156 Seiten – sieht so ein Roman aus? Warum nicht! David Wagner, der seit seinem Debütroman Meine nachtblaue Hose (erschienen 1999 im Alexander Fest Verlag) als eine der wichtigsten Stimmen der jüngeren deutschen Literatur gilt, gelingt es am Ende, diese wundersamen Prosaminiaturen, schwebende Partikel zwischen Banalität und Sensation, so zu kunstvoll zusammenzufügen, dass sich die inquisitorische Genrefrage von selbst erledigt. Also auf zum Apfelmann!

Zitat
Welche Farbe Küsse wohl haben, hatte L. einst sinniert, eine quälende Erinnerung. «Küsse aber, denke ich, lassen sich nicht einfrieren, das unterscheidet sie von den Himbeeren.»

Zitat
Warum Tiefkühlpizzen tieftraurige Wesen sind, wie 13 Fischstäbchen in eine Packung kommen (eine zutiefst metaphysische Frage!), wie raffiniertes Sounddesign maximalen Abverkauf fördert, was der verführerische Duft am Bäckerstand mit chinesischem Haar zu tun hat

Ähm, ja. :watchout: Ich bin wohl auch doof, falls es dich tröstet, aber das würde ich auch nicht lesen wollen. Ist vielleicht voreingenommen, vielleich entgeht mir tatsächlich was. Aber für mich klingen tieftraurige Tiefkühlpizzen eher nach Pseudo-Literatur. ::)
Dann doch lieber handfester Schund! ;D

Viskey

  • Gast
Re: David Wagner: Vier Äpfel
« Antwort #5 am: 06 November 2013, 17:26:22 »
Ähm, ja. :watchout: Ich bin wohl auch doof, falls es dich tröstet, aber das würde ich auch nicht lesen wollen. Ist vielleicht voreingenommen, vielleich entgeht mir tatsächlich was. Aber für mich klingen tieftraurige Tiefkühlpizzen eher nach Pseudo-Literatur. ::)
Dann doch lieber handfester Schund! ;D

*Vollinhaltlich unterschreib*

Ausgehend von der Art, wie das Buch auf der verlinkten Seite präsentiert wird: So fad kann mir in meinem Schädel nicht werden, dass ich dieses Buch lese. Da les ich lieber die Verpackung meiner eigenen Tiefkühlpizzen...

vulture

  • Gast
Re: David Wagner: Vier Äpfel
« Antwort #6 am: 06 November 2013, 19:04:09 »
Pseudo-Literatur oder nicht: Ich finde es unangemessen, in einem Schreibforum Romane von 'Kollegen' zu ver beurteilen, die man selbst nicht mal gelesen hat.

Viskey

  • Gast
Re: David Wagner: Vier Äpfel
« Antwort #7 am: 06 November 2013, 19:19:55 »
Ist vielleicht voreingenommen, vielleich entgeht mir tatsächlich was. [...]

Ausgehend von der Art, wie das Buch auf der verlinkten Seite präsentiert wird: [...]

Wir haben uns informiert. Die Urteile, zu denen wir gekommen sind, mögen tatsächlich falsch sein. Die Einschränkung haben wir aber selber deutlich klargemacht.

Aber genau dazu - um sich ein Urteil zu bilden - sind Buchpräsentationen wie die hier verlinkte doch da. In einem Buchladen mach ich doch auch nichts anderes, als ein Buch zu nehmen, reinzublicken und mir ein Urteil zu bilden.

Also bitte, zieh doch deinen Fuß wieder ein, damit man nicht so leicht drauftritt. ;)

Rebekka

  • Gast
Re: David Wagner: Vier Äpfel
« Antwort #8 am: 06 November 2013, 20:03:57 »
Pseudo-Literatur oder nicht: Ich finde es unangemessen, in einem Schreibforum Romane von 'Kollegen' zu ver beurteilen, die man selbst nicht mal gelesen hat.
Dann müssen wir uns alle schämen, die wir reihenweise über Charlotte Roches "Feuchtgebiete" und Meyers "Biss"-Reihe hergezogen sind wie die Kesselflicker. Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein ... :grinwech:

Nein, im Ernst. Eigentlich hast du ja recht. Eigentlich ...
Aber muss ich wirklich erst alles gelesen haben, um mir eine (erste!) Meinung dazu zu bilden? Ich meine, dazu sind Klappentexte, Verlagsseiten, Rezis ect. ... doch da. Um mir Lebenszeit zu sparen, die ich dann für Bücher übrig hab, die ich wirklich lesen will.
Und letztlich haben wir doch nur eine offene und ehrliche (und ja, literarisch unfundierte!) Antwort auf eine offene und ehrliche Frage Mintakas gegeben. :weissnicht:

Fabian

  • Gast
Re: David Wagner: Vier Äpfel
« Antwort #9 am: 06 November 2013, 20:16:30 »
Für mich lautet der zentrale Satz im einleitenden Post:
Zitat
Bin ich etwa ungebildet, wenn ich sowas nicht lese (und auch anderes Zeitgenössisches nicht)

Bist du ungebildet, wenn du dir schnell mal ein Urteil erlaubst? Glaub ich nicht, mach ich auch ständig.

Bist du ungebildet, wenn dich ein bestimmtes Buch nicht antörnt (oder wars gar nicht das Buch, sondern die zitierten Links)? Glaub ich auch nicht, das mach ich auch ständig.

Bist du ungebildet, wenn du das ganze dann in einen Umschlag packst und zeitgenössische Literatur drauf schreibst? Das musst du selbst entscheiden.

War ich gerade platt und polemisch? Ich glaub ja.

vulture

  • Gast
Re: David Wagner: Vier Äpfel
« Antwort #10 am: 06 November 2013, 20:36:40 »
Zitat
Also bitte, zieh doch deinen Fuß wieder ein, damit man nicht so leicht drauftritt.
Mach ich gleich. Lass mich nur kurz erklären.

Ich kenne das Buch auch nicht. Ich weiß nur, dass es darin um einen Typen geht, der gedankenverloren durch einen Supermarkt läuft. Mag sein, dass der Inhalt nicht jedermanns Sache ist. Ich finde ihn ebenfalls gewöhnungsbedürftig - allerdings auch gerade deshalb interessant. Der Roman muss irgendwas haben, irgendeine Substanz, die sich von seinem oberflächlichen Inhalt unterscheidet, ansonsten hätte er mit großer Wahrscheinlichkeit nicht so viel Aufsehen erregt. Fakt ist, dass wir diese Substanz nicht kennen. Weil keiner von uns das Buch gelesen hat.

Wenn ich dann in einer Diskussion Sätze finde wie "Da les ich lieber die Verpackung meiner eigenen Tiefkühlpizzen" und "für mich klingen tieftraurige Tiefkühlpizzen eher nach Pseudo-Literatur", und das nur, weil der Inhalt auf den ersten Blick langweilig klingt, dann finde ich das ... überraschend beschränkt. (Beschränkt im Sinne von: aus eingeschränktem Blickwinkel betrachtet. Nicht im Sinne von geistig behindert.)

Zitat
Die Einschränkung haben wir aber selber deutlich klargemacht.
Argumente wie "ich könnte mich irren, ich hab's ja gar nicht gelesen" machen die Sache in meinen Augen nicht besser. Ganz im Gegenteil.

Stell dir vor, jemand würde deinen Roman aufgrund einer irgendwo aufgetriebenen Inhaltsangabe in einem öffentlichen Forum als "langweiliger als die Rückseite einer Pizzaschachtel" bezeichnen. Würdest du das nicht auch irgendwie irritierend finden?

Sorry, ich fürchte, mein Fuß jetzt jetzt immer noch da.

Viskey

  • Gast
Re: David Wagner: Vier Äpfel
« Antwort #11 am: 06 November 2013, 20:44:32 »
klar, würde mir nicht gefallen. Aber sorry, mit so etwas muss man rechnen, wenn man veröffentlicht ist. So wie Schauspieler damit rechnen (und leben) müssen, dass sich Medien und Leute um ihre Figur das Maul zerreißen, müssen Autoren damit rechnen, dass Medien und Leute über ihre Bücher reden, und eben nicht nur nettes.


Wenn du das interessant findest, ist das schön für dich und den Autor dieses Buches. Ehrlich, das freut mich für euch beide.

Aber ich lese trotzdem lieber die Pizzaschachtel. Weil davon hab ich was: Ich weiß hinterher, was in meinem Essen drin ist.
Nach der Präsentation dieses Buches zu schließen weiß ich nach dem Lesen, wie ein Trip in den Supermarkt so ist. - Das muss ich aber nicht nachlesen, weil ich regelmäßig selber einkaufen gehe.  :weissnicht:



Rebekka

  • Gast
Re: David Wagner: Vier Äpfel
« Antwort #12 am: 06 November 2013, 20:56:34 »
Der Roman muss irgendwas haben, irgendeine Substanz, die sich von seinem oberflächlichen Inhalt unterscheidet, ansonsten hätte er mit großer Wahrscheinlichkeit nicht so viel Aufsehen erregt.
Ähm, nein. Musser nicht. Leider. So manches Buch ohne jegliche Substanz hat schon genug Aufsehen erregt.  :-\ Was natürlich NICHT heißt, dass DIESES Buch keine Substanz hat.

Zitat
Argumente wie "ich könnte mich irren, ich hab's ja gar nicht gelesen" machen die Sache in meinen Augen nicht besser. Ganz im Gegenteil.
Warum? Weil man nur über Bücher lästern sprechen darf, die man gelesen hat? Ich beurteile ja nicht das Buch, sondern die Inhaltsbeschreibung des Verlags, auf dessen Grundlage ich mir das nicht kaufen würden.
Und sorry, aber Sätze wie "[...]als eine der wichtigsten Stimmen der jüngeren deutschen Literatur gilt, gelingt es am Ende, diese wundersamen Prosaminiaturen, schwebende Partikel zwischen Banalität und Sensation, so zu kunstvoll zusammenzufügen, dass sich die inquisitorische Genrefrage von selbst erledigt." sind für mich pseudo -literarisches und intellektuelles Geschwafel.
Ich kann damit nichts anfangen, dann bin ich eben beschränkt und lebe damit (bisher ganz gut).

Zitat
Stell dir vor, jemand würde deinen Roman aufgrund einer irgendwo aufgetriebenen Inhaltsangabe in einem öffentlichen Forum als "langweiliger als die Rückseite einer Pizzaschachtel" bezeichnen. Würdest du das nicht auch irgendwie irritierend finden?
Jep. Kann passieren. Würde ich dann wohl mit leben müssen. Der Erfolg hat eben seinen Preis. ;D

Und jetzt: :lava:

vulture

  • Gast
Re: David Wagner: Vier Äpfel
« Antwort #13 am: 06 November 2013, 21:52:55 »
@Rebekka:

Zitat
Dann müssen wir uns alle schämen, die wir reihenweise über Charlotte Roches "Feuchtgebiete" und Meyers "Biss"-Reihe hergezogen sind wie die Kesselflicker. Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein ...
Ich biete "Twilight" (den ersten Band) und "Feuchtgebiete" und erhöhe um "Shades of Grey". Und ja, ich weiß, dass mich das jetzt irgendwie diskreditiert. ;)

Zitat
Aber muss ich wirklich erst alles gelesen haben, um mir eine (erste!) Meinung dazu zu bilden?
Nein, natürlich nicht.
Vielleicht bin ich selbst auch ein wenig voreingenommen. "Vier Äpfel" hat eine verdammt gute Rezension in der ZEIT gekriegt, deswegen habe ich natürlich im Hinterkopf, dass der Roman unter seiner langweiligen Oberflächenhandlung wahrscheinlich eine geniale Subebene (gibt's das Wort überhaupt?) besitzt, die hier in diesem Thread komplett ignoriert wird - was wieder daran liegt, das (ich wiederhole mich) niemand das Buch gelesen hat.
Gerade wir als Schreibende sollten doch das Prinzip kennen, dass ein Roman aus mehr als seinem Klappentext besteht.
(Do not judge a book by its cover und so).

@Fabian:

Zitat
Bist du ungebildet, wenn du dir schnell mal ein Urteil erlaubst?
Ungebildet nicht. Menschlich. Wir haben die Angewohnheit, unzureichende Faktenlagen nicht als solche zu erkennen. Schnelle Urteile unterscheiden sich von vorschnellen Urteilen nur durch das Endresultat.
 
Zitat
War ich gerade platt und polemisch? Ich glaub ja.
Habe ich gerade einen Haufen ausweichender Phrasen gedroschen? Jep.

@Viskey:

Zitat
Aber sorry, mit so etwas muss man rechnen, wenn man veröffentlicht ist. So wie Schauspieler damit rechnen (und leben) müssen, dass sich Medien und Leute um ihre Figur das Maul zerreißen,
Allerdings redet man über Schauspieler normalerweise nur dann schlecht, wenn man sie schon mal irgendwo spielen gesehen hat.

Zitat
Wenn du das interessant findest, ist das schön für dich und den Autor dieses Buches. Ehrlich, das freut mich für euch beide.
Und mich erst.
Je länger ich dieses verdammt Buch verteidigen muss, desto geiler find ich ich es. ;)

Zitat
Weil davon hab ich was: Ich weiß hinterher, was in meinem Essen drin ist.
Mutig.


@nochmal Rebekka:

Zitat
Ähm, nein. Musser nicht. Leider. So manches Buch ohne jegliche Substanz hat schon genug Aufsehen erregt.
Okay. Stimmt.
Es könnte Potential haben. Man weiß es nicht. Bei meinem Glück setze ich mich hier gerade für den plattesten Schinken der Welt ein. Fakt ist: Wir haben alle keine Ahnung. "Vier Äpfel" ist und bleibt ein Mysterium, auf einer Stufe mit Gott, außerirdischem Leben und Quantenphysik.

Zitat
Und sorry, aber Sätze wie "[...]als eine der wichtigsten Stimmen der jüngeren deutschen Literatur gilt, gelingt es am Ende, diese wundersamen Prosaminiaturen, schwebende Partikel zwischen Banalität und Sensation, so zu kunstvoll zusammenzufügen, dass sich die inquisitorische Genrefrage von selbst erledigt." sind für mich pseudo -literarisches und intellektuelles Geschwafel.
Das Zitat ist doch von der Verlags-Seite? Natürlich ist es nicht viel wert. Ich will auch nicht mal behaupten, dass die Kritik in der ZEIT besonders aussagekräftig ist - obwohl ich die Zeitung toll finde.
Deswegen gibt's in meinen Augen nur zwei Möglichkeiten: Entweder man liest das Buch oder man macht sich bewusst, dass man nicht in der Lage dazu ist, die Qualität des Romans einschätzen zu können.

Zitat
Jep. Kann passieren. Würde ich dann wohl mit leben müssen. Der Erfolg hat eben seinen Preis.
Ja, aber wollen gerade wir diejenigen sein, die jetzt die gleichen irritierenden Diskussionen führen?


****

Tut mir leid, Mods. Ich weiß, dass das hier alles vollkommen off topic ist. Ich gelobe Besserung.

Ach ja, und noch was:
Ich selbst sitze immer noch gut gelaunt hier. Ich hoffe, das ist bei euch anderen auch der Fall. Falls ich gerade dabei bin, irgendjemandem auf die Füße zu treten, würde ich mich über eine kurze PN freuen, damit ich mich in Erklärungsversuchen verstricken kann.

Viskey

  • Gast
Re: David Wagner: Vier Äpfel
« Antwort #14 am: 06 November 2013, 22:03:51 »
Okay, eigentlich hab ich mir geschworen, nichts mehr zu dem Buch und der Diskussion darum herum zu sagen, aber zu dieser Aussage fällt mir dann doch noch etwas ein, dass ich gerne loswerden möchte:

Es könnte Potential haben. Man weiß es nicht. Bei meinem Glück setze ich mich hier gerade für den plattesten Schinken der Welt ein. Fakt ist: Wir haben alle keine Ahnung.

Genau das ist, was mich stört. Hier in der Hölle, im Fernsehen, in den Zeitungen, im Leben von heute ... überall.
Alles erstmal unbesehen toll finden. Das ist nicht weniger ein Vorurteil als zu sagen, dass etwas Scheiße ist. Und führt in Endeffekt genauso zum Verlust des Realitätsbezugs, wie umgekehrt. Geht halt nur in die andere Richtung verkehrt. Das Pendel ist halt grad auf der anderen Seite. In ein paar Jahren dürfen Dinge hoffentlich wieder "schlecht sein", ohne dass man dafür gleich geschimpft wird.

Und jetzt geh ich meine 5 cent spenden und mein Seifenkistchen retournieren.

vulture

  • Gast
Re: David Wagner: Vier Äpfel
« Antwort #15 am: 06 November 2013, 22:10:27 »
@Viskey:

Ich finde das Buch nicht toll. Ich kenne es nicht.
Dafür plädiere ich doch gerade: Keine vorschnellen Urteile über Dinge zu fällen, von denen man keine Ahnung hat.

Ayeelah

  • Gast
Re: David Wagner: Vier Äpfel
« Antwort #16 am: 06 November 2013, 22:17:53 »
Aber ich lese trotzdem lieber die Pizzaschachtel. Weil davon hab ich was: Ich weiß hinterher, was in meinem Essen drin ist.
Da meld ich Zweifel an. Noch immer muss nicht alles angegeben werden, noch immer werden schönfärberische Umschreibungen oder einfach neue Wörter verwendet :grinwech:



Back to topic: Ich persönlich werte ein Buch nicht nach Klappentext, nicht nach Rezension, nicht nach Verkaufszahlen. Vielleicht lasse ich mich beeinflussen von der Meinung von Freunden, von Menschen, deren Meinung mir wichtig. Aber mit dem Hintergedanken: Geschmacksache. :weissnicht:

Deshalb kann ich nicht sagen, ob jemand ungebildet ist, wer angesagte Bücher nicht liest.
Aber mir fällt dazu der (reichlich kitschige, aber dennoch von mir gemochte) Film "Blondinen küsst man nicht" mit Melanie Griffith ein. Dort ist eine Szene, bei der Melanie vorgeführt wird, weil sie ein absolut angesagtes Buch nicht kennt, keine Lieblingsstelle zitieren kann. Sie nimmt den Kampf gegen das Buch auf, bewaffnet mit einem dicken Wälzer, der ihr die vielen "Fremdwörter" :cheese: erklärt. Der Kampf dauert reichlich lange ... :muehle:
Und am Ende begegnet sie jener Frau erneut und erzählt munter drauflos über das Buch. Und die andere meint am Ende nur reichlich fassungslos, dass das Buch doch niemand tatsächlich gelesen hätte, sondern jeder würde nur ein paar Stellen zitieren, die er/sie aus irgendwelchen Rezensionen hätte. Oder so ähnlich.
Lange Rede, kurzer Sinn: Man muss meiner Meinung nicht "angesagte" Bücher lesen, um gebildet zu sein. Schließlich ist Einbildung auch eine Bildung ...  ;)

Und das wiederum bringt mich zu der Frage: Warum zur Hölle sollte ich mir überhaupt Gedanken darum machen, ob ich gebildet bin. Hauptsache, meine Geschichten gefallen mir. Und vielleicht dem einen oder anderen Leser.
Also, was treibt ihr hier? Ab ins Purgatorium mit euch. Oder wahlweise an den Schreibtisch. :nudelholz:



:grinwech:

Rebekka

  • Gast
Re: David Wagner: Vier Äpfel
« Antwort #17 am: 07 November 2013, 17:59:19 »
@vulture:
Zitat
Dann müssen wir uns alle schämen, die wir reihenweise über Charlotte Roches "Feuchtgebiete" und Meyers "Biss"-Reihe hergezogen sind wie die Kesselflicker. Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein ...
Ich biete "Twilight" (den ersten Band) und "Feuchtgebiete" und erhöhe um "Shades of Grey". Und ja, ich weiß, dass mich das jetzt irgendwie diskreditiert. ;)
:wow: Die hast du alle gelesen? Man, bist du gebildet. :aetsch: :grinwech:

Zitat
Vielleicht bin ich selbst auch ein wenig voreingenommen. "Vier Äpfel" hat eine verdammt gute Rezension in der ZEIT gekriegt, deswegen habe ich natürlich im Hinterkopf, dass der Roman unter seiner langweiligen Oberflächenhandlung wahrscheinlich eine geniale Subebene (gibt's das Wort überhaupt?) besitzt, die hier in diesem Thread komplett ignoriert wird - was wieder daran liegt, das (ich wiederhole mich) niemand das Buch gelesen hat.
Gerade wir als Schreibende sollten doch das Prinzip kennen, dass ein Roman aus mehr als seinem Klappentext besteht.
(Do not judge a book by its cover und so).
Und ich wiedehole mich ebenfalls. Du hast recht - ich habe ich einzig auf die Rezension des Verlages  "beschränkt". Und das ist beschränkt, logo.  ;D

Zitat
Zitat
Und sorry, aber Sätze wie "[...]als eine der wichtigsten Stimmen der jüngeren deutschen Literatur gilt, gelingt es am Ende, diese wundersamen Prosaminiaturen, schwebende Partikel zwischen Banalität und Sensation, so zu kunstvoll zusammenzufügen, dass sich die inquisitorische Genrefrage von selbst erledigt." sind für mich pseudo -literarisches und intellektuelles Geschwafel.
Das Zitat ist doch von der Verlags-Seite? Natürlich ist es nicht viel wert. Ich will auch nicht mal behaupten, dass die Kritik in der ZEIT besonders aussagekräftig ist - obwohl ich die Zeitung toll finde.
Deswegen gibt's in meinen Augen nur zwei Möglichkeiten: Entweder man liest das Buch oder man macht sich bewusst, dass man nicht in der Lage dazu ist, die Qualität des Romans einschätzen zu können.
Nichts anderes habe ich getan, und das auch sehr deutlich gemacht. ;)
Aber ich ich kann für mich sehr wohl einschätzen, ob ich mit einem Buch meine Zeit vertue oder nicht. Aus Erfahrung. Du musst im Restaurant ja auch nicht alles auf der Karte mindestens probiert haben, um einschätzen zu können, was deinem Geschmack entspricht oder nicht.

Zitat
Zitat
Jep. Kann passieren. Würde ich dann wohl mit leben müssen. Der Erfolg hat eben seinen Preis.
Ja, aber wollen gerade wir diejenigen sein, die jetzt die gleichen irritierenden Diskussionen führen?
Warum nicht? Kritische Stimmen beleben das Geschäft. Der Autor sollte sich freuen, dass sein Roman einen eigenen Thread im Federfeuer hat, in dem tüchtig diskutiert wird. :grinwech:

Zitat
Ach ja, und noch was:
Ich selbst sitze immer noch gut gelaunt hier.
Ich auch, keine Sorge. :lava:
Nein, das ist kein Thema, das meinen Kampfgeist weckt. Ich kann gut damit leben, wenn jemand anderer Meinung ist als ich. Und ich fühle mich auch nicht angegriffen. Ich gebe ja zu, dass meine Äußerungen zu dem Buch beschränkt und wenig fundiert sind. :blume:

Und ich kann gar nicht fassen, dass ich seit zwei Tagen über ein Buch diskutiere, das "Vier Äpfel" heißt, von traurigen Tiefkühlpizzen handelt, und das ich nicht einmal gelesen habe. :wow: (und sei es nur, um mich vorm Nano zu drücken). Vielleicht sollte ich es jetzt tatsächlich mal tun ... hat irgendjemand Lust, es mir zu schenken? :grinwech:

@Ayeelah: "Blondinen küsst man nicht" ist, finde ich, ein gutes Beispiel. Den Film hatte ich schon fast vergessen. ;D

Viele Grüße,
Rebekka

Alcyone

  • Gast
Re: David Wagner: Vier Äpfel
« Antwort #18 am: 07 November 2013, 18:26:54 »
Ich habe nicht erwartet, dass ich hier so eine Diskussion lostrete  :weissnicht:

Nun, liebe Teufel, da bin ich ja gespannt, was ihr sagt, wenn ich meinen Text irgendwann einstelle, den ich  - als Aufgabe - geschrieben habe, nachdem wir ca 8 Seiten aus dem Buch gelesen haben. Unsere Leiterin sagte nämlich: Gehet hin und tuet dergleichen, nehmt einfach eine Alltagssituation.   :teufel:

vulture

  • Gast
Re: David Wagner: Vier Äpfel
« Antwort #19 am: 07 November 2013, 20:27:17 »
Zitat
Zitat
Ich biete "Twilight" (den ersten Band) und "Feuchtgebiete" und erhöhe um "Shades of Grey". Und ja, ich weiß, dass mich das jetzt irgendwie diskreditiert.
Die hast du alle gelesen? Man, bist du gebildet.
Aus rein wissenschaftlichem Interesse, versteht sich.
Und weil tausend Fliegen sich ja bekanntlich nicht irren können.

Zitat
Du musst im Restaurant ja auch nicht alles auf der Karte mindestens probiert haben, um einschätzen zu können, was deinem Geschmack entspricht oder nicht.
Wer sich deswegen allerdings immer wieder das gleiche bestellt, verpasst was. (Sage ich, der sich im Ausland zu neunzig Prozent von Steaks und Burgern ernährt.)

Nein, ganz im Ernst (und um die Diskussion nicht ins Nirvana zu treiben):
Die letzten paar Posts hab ich im Moralapostel-Modus geschrieben, das ist mir schon klar. Ich wollte damit aber nicht die Diskussion über zeitgenössische Literatur zum Erliegen bringen. Ich finde das Thema selbst interessant.

In Deutschland ist die Trennlinie zwischen Unterhaltungsromanen und 'echter Literatur' sehr stark ausgeprägt. Dadurch entwickelt sich eine Art Elite, ein fester Kreis aus Kritikern und Autoren, die definieren, wer dazugehört und wer nicht, und welche Bücher man unbedingt gelesen haben sollte.
Genre-Literatur, und sei sie noch so anspruchsvoll geschrieben, hat in dieser Sphäre normalerweise keinen Platz.

Das klingt jetzt erstmal ziemlich übel. Besonders dann, wenn man bedenkt, dass die meisten zeitgenössischen literarischen Werke von der Masse gar nicht gelesen werden. (Und Romane wie "Vier Äpfel" nicht zu kennen ist nun wirklich kein Beinbruch.)

Ich glaube trotzdem, dass wir eine gewisse literarische Elite brauchen, selbst dann, wenn sie nur aus snobistischen Arschlöchern besteht.
Wenn ich mir anschaue, wo der Trend im Buchmarkt hingeht, wenn ich auf Amazon Rezensionen lese oder einen Blick auf die Bestseller-Listen werfe, wenn ich sehe, dass die Shades-of-Grey-Reihe in Buchhandlungen auf einem eigenes reservierten Tisch ausgelegt wird, ja, dann bin ich ganz froh, dass es immer noch Leute gibt, die ernsthafte Literatur schreiben, kritisieren und bewerben. Die sich an experimentellen Texten versuchen, an neuen Formaten, an ungewöhnlichen Themen. Die sich Mühe geben, die Schreiberei weiterzuentwickeln, auf eine neue Stufe zu treiben. Die Bücher schreiben über Leute, die nichts weiter machen als durch einen Supermarkt zu irren. Die wissen, dass sich sowas nicht an die Massen verkaufen lässt, und die es trotzdem tun. Und dass es immer noch Leute gibt, die sowas gut finden, kritisieren, die Preise dafür verleihen und die solchen Romanen eine Plattform schaffen.

Wahrscheinlich habe ich deswegen ein wenig allergisch auf die halbherzigen Verrisse hier im Forum reagiert. Ich finde den aktuellen Trend im Buchmarkt bedenklich. Zeitung sparen ihre Literatur-Kritiker ein, durch e-books kann jeder Honk schlecht geschriebene 99-Cent-Romane veröffentlichen, die dann auch noch (kost ja fast nix) von 100.000 Leuten runtergeladen werden, solange der Klappentext halbwegs spannend klingt. Verlage hingegen müssen ihr Programm zusammenstreichen.
Romane, die auf den ersten Blick langweilig klingen, haben unter solchen Bedingungen keine hohe Lebenserwartung. Und das will mir einfach nicht gefallen.

Gottverdammt, ich predige wieder. Bin schon weg.


Viskey

  • Gast
Re: David Wagner: Vier Äpfel
« Antwort #20 am: 07 November 2013, 21:44:50 »
Dann moralapostle ich mal mit ... :devgrin:

Experimentelle Literatur? - Fein. Aber nach meiner Meinung ist dieses Obstbuch nicht experimentell. Und bevor hier wieder gemeckert wird: Ich habe mir im Internet eine Leseprobe gesucht und gelesen. Naja, ich hab zumindest damit angefangen. Bis "Szene" 3 bin ich gekommen, dann wurd's mir zu nervenaufreibend. Also zu langweilig. Der Eindruck hat sich beim Überfliegen der restlichen Seiten leider nicht geändert. Egal, welche Stelle ich wählte, nach spätestens zwei Sätzen drohten mir die Augen zuzufallen.

Was dieser Text - zumindest für mich - ist, ist grammatikalisch korrekte Langweile. Aber immerhin, grammatikalisch korrekt. Das ist ja schon mal etwas, und kriegt man nicht in jedem Buch geboten. Korrekte Orthographie übrigens auch nicht. Gibt's bei den Äpfeln aber. Na, ist doch schon mal ein Anfang...

Aber um auf die Experimentalität zurückzukommen: Für mich hat dieses Buch nichts mit Experimentieren zu tun. (Fußnoten in Belletristik hat's vor dem hier auch schon gegeben.) Für mich liest sich das alles, als hätte da einer nachgedacht und wäre zu dem Ergebnis gekommen: Literatur ist etwas, das keiner versteht, oder zumindest keiner mit Genuss liest. (Am besten vermutlich beides zugleich.)

Mit dieser Erkenntnis ist er (sie?) dann drangegangen und hat einen Monolog über Äpfel in Plastiksackerln verfasst. Und Fischstäbchen, ja. Später kommen dann auch noch Fischstäbchen dazu.

Mann. Experimentelle Literatur von höchster Güte. :voodoo:

Offline nus

  • Grillmeister
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Re: David Wagner: Vier Äpfel
« Antwort #21 am: 08 November 2013, 11:50:11 »
Über die Frage, wann jemand sich als gebildet bezeichnen kann und wann nicht, kann man lange und ausgiebig streiten. Aber ein Satz aus Deinem zweiten Posting hat mich stutzig gemacht, Mintaka:

Ich musste allerdings schon geschickt lavieren, dass meine Unkenntnis nicht so auffiel.
Warum, zum Teufel, kann man nicht einfach zugeben, dass man etwas nicht weiß oder kennt oder versteht? Was, bitte, ist dabei?
Ich halte mich selbst nicht für sonderlich gebildet. Ich habe tagtäglich mit Leuten zu tun, die sich auf den verschiedensten Gebieten tausendmal besser auskennen als ich - beruflich genauso wie privat. Aber gerade das macht doch den Austausch mit Anderen interessant: Wenn man sich traut zuzugeben, dass man von einer Sache keine Ahnung hat (ein bestimmtes Buch nicht gelesen hat, einen bestimmten Künstler nicht kennt oder was weiß ich) dann ...
... wird sich der Andere mit Sicherheit freuen, etwas darüber erzählen zu können.
... hat man gleich einen interessanten Gesprächsstoff.
... kann man ganz nebenher den eigenen Horizont erweitern.
... erspart man sich eine Menge Stress (weil man sich dann ja nicht krampfhaft verstellen muss).
Genau so haben es ja offenbar auch Deine Schreib-Damen und -Herren gemacht, als sie zugaben, dass sie sich nicht mit Blogs oder iPads auskennen.

Oldlady

  • Gast
Re: David Wagner: Vier Äpfel
« Antwort #22 am: 08 November 2013, 12:01:44 »
Vier Äpfel – da muss ich schon wieder meinen Senf dazugeben.

Ich habe nämlich die durch Viskey vermittelte Leseprobe (an!) gelesen.
Es war mir physisch unmöglich, mehr als vier Sätze hintereinander zu lesen.  :blargh:

Wenn man mich mit vorgehaltener Pistole zwingen würde, mehr zu lesen, würde ich einschlafen.

Oldlady

Quisille

  • Gast
Re: David Wagner: Vier Äpfel
« Antwort #23 am: 08 November 2013, 12:39:13 »
Ich lese eigentlich fast nur Fantasy, SF, mal eine Donna Leon, weil sie bei uns rumliegt.
Nun bin ich am Wochenende diesem Buch begegnet:
[...]
Ich würde mir das nie auf den Nachttisch legen [...]. Bin ich etwa ungebildet, wenn ich sowas nicht lese (und auch anderes Zeitgenössisches nicht)  :naegelkau:

An dem Schreibkurs-Wochenende wurde etliche Bücher erwähnt, die (alle?) anderen kannten, nur ich nicht.

Man stehe jederzeit zu seiner Lektüre. Alles andere wäre unreif. Stolz sein kann man allerdings nur auf eine Leistung. Etwas nicht zu lesen, ist keine Leistung. Ich lese gerne Fantasy und mag prinzipiell SF (Donna Leon musste ich googeln). Aber wenigstens gelegentlich unternehme ich Ausflüge in andere Genres oder nasche ein Stückchen Hochliteratur, auch zeitgenössische. Dabei kann und soll man ja auswählen, was einem liegt. Als angehender Autor sollte man breit gestreut lesen, sonst findet man schlecht sein Zuhause.

Ein Ausharren in der dörflichen Abgeschiedenheit einmal gefasster Vorlieben hingegen könnte man durchaus als Unbildung bezeichnen.

Alcyone

  • Gast
Re: David Wagner: Vier Äpfel
« Antwort #24 am: 11 November 2013, 18:28:31 »
Zitat
Warum, zum Teufel, kann man nicht einfach zugeben, dass man etwas nicht weiß oder kennt oder versteht? Was, bitte, ist dabei?

Nus, das kommt darauf an, wo du bist, in welchem Kreis von Leuten. Was du nicht kennst. Ich habe keinerlei Probelm damit zuzugeben, dass ich keine Ahnung von Sport, von Filmen, von Wasauchimmer habe. Wenn ich aber auf einem Schreib-Seminar bin - und keine 20 mehr um Unwissenheit auf diesem Gebiet, das mich interessiert mit meiner Jugend zu entschuldigen - dann möchte ich den Eindruck, den die Leute von mir bekommen, nicht durch umfassende Unkenntnis von Literatur außerhalb von SF und Fantasy bestimmen lassen. Dass Leute über 40 oder älter noch kein iPad gesehen haben (einen Reader aber schon) kannst du nicht damit vergleichen.

@Quisille
Zitat
Ein Ausharren in der dörflichen Abgeschiedenheit einmal gefasster Vorlieben hingegen könnte man durchaus als Unbildung bezeichnen.
   :whee:

Wie wahr!

Oh, ich probiere es immer wieder mal, jetzt lese ich gerade tschick und bin schon zur Hälfte durch.  :cheese:  Und finde es ganz interessant! Allerdings habe ich es schon ein Jahr, mit in den Urlaub genommen und ungelesen wieder heimgebracht. Großes Lob im Seminar haben es mich wieder in die Hand nehmen lassen. Über anderen, auch klassischen Büchern bin ich aber einfach abgestorben, dann blätter ich vorwärts, lese den Schluß und das war's :(


Offline Rilyn

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Re: David Wagner: Vier Äpfel
« Antwort #25 am: 12 November 2013, 15:11:45 »
Ohwei, Unkenntnis der aktuellen Literatur abseits von Phantastik und sehr spezieller Auswahl an Historischem trägt mir immer wieder Blicke ein wie "ist die vom Mars?" Und wenn ich dann sage, dass mich Limit schlimmer genervt und gelangweilt hat als der ähnlich lange Herr der Ringe, den ich schon tödlich fand, dann bin ich sowieso untendurch. In einem Schreibseminar wäre Ehrlichkeit schlicht tödlich; weniger für mich als für den armen Hund, der die allgemeine Aufmerksamkeit wieder von der gedanklichen Steinigung des Nerds aufs Thema zerren darf. :cheese:
Gegenüber Leuten, die jeden Phantastikleser sofort in die Eskapismusschublade stecken, stehe ich nur dann zu meinem Bücherregal, wenn es zur Sprache kommt, wenn ich diesen Leuten nicht jederzeit den Rücken kehren kann. (Dann macht es Spaß, den Eskapismusspieß rumzudrehen.)

Ab und an lese ich auch mal anderes. Aber es soll sich bitte Mühe geben, interessant zu sein, nicht Supermarktdetails, die ich schon hasse, wenn sie nicht auf Papier gebannt wurden. Die Vier Äpfel zu lesen ist mir unmöglich, weil das Buch abgesehen von sauberer Sprache alles vor mir ausbreitet, das ich an einer Geschichte nicht mag - Langeweile, Fußnoten, Alltag, Fußnoten, uninteressantes Zeug, Fußnoten ... habe ich Fußnoten schon erwähnt?

Eben wollte ich mich mit der Leseprobe von unliebsamer Arbeit ablenken (nein, keine Coverillus) und fand mich ganz schnell bei der unliebsamen Arbeit wieder. :watchout:
Soviel dazu.
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Ayeelah

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Re: David Wagner: Vier Äpfel
« Antwort #26 am: 12 November 2013, 21:01:26 »
Aber hey - das kann man doch als Motivator nehmen, unliebsame Aufgaben besser wertschätzen zu können!!! :weihnacht01: