Autor Thema: Goethe, Schiller und Co. Mögt ihr die "Klassiker"?  (Gelesen 11044 mal)

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Offline Katja

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Goethe, Schiller und Co. Mögt ihr die "Klassiker"?
« am: 02 Juli 2010, 20:26:57 »
Hallo liebes Teufelsvolk!

Angeregt durch die Debatte "Wahl des Genres – was ist Kunst?" kam die Frage auf, warum zum Teufel eigentlich niemand mehr den guten alten Goethe liest und keiner mehr mit Heine um die Wette schmachtet.

Wie sieht das bei euch aus? Lest ihr die "Klassiker" bzw. das, was heute in den Feuilletons besprochen wird? Wenn nein, warum nicht?

Bitte versucht, bei den Antworten so genau wie möglich zu sein. Sagt also ruhig zum Beispiel "die Sprache gefällt mir nicht" oder "die Geschichte reizt mich nicht" etc.

Bin gespannt, was ihr zu sagen habt. ;)

"Kritiker sind blutrünstige Leute, die es nicht bis zum Henker geschafft haben."

Shaw

Haramis

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Re:Goethe, Schiller und Co. Mögt ihr die "Klassiker"?
« Antwort #1 am: 02 Juli 2010, 20:33:51 »
Ich lese auch sehr gerne Klassiker - allein das Prädikat 'Klassiker' hält mich nicht vom Lesen ab.
Ein Buch muss mich interessieren, egal, aus welchem Jahrhundert es stammt und wer es geschrieben hat.
Oft ist die archaische Sprache gewöhnungsbedürftig, das stimmt. Allerdings kann das auch den Reiz eines Werkes ausmachen.
Auch habe ich kein Problem damit, Sachen zu lesen, die in den derzeitigen Feuilletons beschrieben werden. Und ich habe hier sogar Lyrik stehen ...  :cheese:
Ich finde es schade, ein Buch deswegen abzulehnen, weil es unter 'Klassiker' läuft oder weil 'Goethe' vorne drauf steht. Klassiker sind nicht automatisch öde, langweilig oder verstaubt, auch wenn das ein gängiges Klischee ist. Mir gefällt ja auch nicht jedes zeitgenössische Werk, wieso sollte mir dann jeder Klassiker nicht gefallen???

Natürlich hilft es ungemein, wenn man sich ein paar Hintergrundinfos zur jeweiligen Epoche aneignet.

 :)

Waldfloh

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Re:Goethe, Schiller und Co. Mögt ihr die "Klassiker"?
« Antwort #2 am: 02 Juli 2010, 20:35:50 »
Ich hatte vor etwa vier Jahren eine Phase, in der ich versucht habe, möglichst viele sogenannte Klassiker - Deutsches wie Ausländisches - zu lesen, weil ich das Gefühl hatte, Vieles nicht gelesen zu haben, was man gelesen haben sollte. (Außerdem hat Rory Gilmore mich inspiriert. :blush:) Im Zuge dieser Phase bin ich unter anderem auch auf Jane Austen gestoßen und lese ihre Romane seitdem sehr gerne. Obwohl die Sprache altmodisch und die Thematik ja für "eine junge Dame der heutigen Zeit" nicht mehr ganz aktuell ;D ist, finde ich die Romane unterhaltsam. Ich glaube, das liegt vor allem daran, dass sie so authentisch wirken. Sprache, Ausdruck und behandelte Themen sind nach heutigem Maßstab veraltet, ja - aber es stammt eben alles tatsächlich aus dieser Zeit, und das wiederum macht es amüsant bis spannend. Ähnlich ging es mir bei 'Madame Bovary' und 'Das Bildnis des Dorian Gray' [Nachtrag nach Lesen von Phoenix' Post] und 'Die drei Musketiere' und 'Das Parfum' [/Nachtrag]. 'Moby Dick' hingegen habe ich einfach nicht geschafft - das hat sich mir einfach zu langsam und unspannend hingezogen.
Bezüglich der deutschen Klassiker muss ich erst einmal in mich gehen.
« Letzte Änderung: 02 Juli 2010, 21:09:42 von Waldfloh »

Loneha

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Re:Goethe, Schiller und Co. Mögt ihr die "Klassiker"?
« Antwort #3 am: 02 Juli 2010, 20:36:27 »
Also die berühmt-berüchtigten "Klassiker", die alten, lese ich hin und wieder gerne.
Aber da muss mich schon die Lust packen, denn das Lesen der "altmodischen" Texte ist eben doch wesentlich anstrengender als die Belletristik von heute.
Aber ich mag dieses "altmodische" auch. Die Sprache von Goethe, Schiller und Co. hat in vielen Fällen einen wunderbaren Singsang an sich, wenn man sie sich laut vorliest. Ich finde die Art mit Worten umzugehen einfach schön, gerade in den Sonetten und Gedichten. Auch wenn ich selbst sowas überhaupt nicht kann ;D

Modernes Zeugs meide ich eher. Ehrlich gesagt sorgen Bücher wie (aktuelles Beispiel) Axolotl Roadkill bei mir bereits beim Lesen des Klappentextes für einen ausgeprägten Gähnreflex und ich lege die ganz, ganz schnell wieder beiseite.
Ich will keine Geschichten lesen, in denen einfach nichts passiert, außer dass die Protagonisten tragisch beieinander sitzen und vor sich hin jammern.
Jammern kann ich alleine genug, mir fällt bestimmt ein Grund ein. Ich will nicht lesen, wie schlimm das Leben doch ist - das weiß ich ;). Um es mal (ganz nach meiner Ansicht, wie immer) einfach zu sagen: ich mag Handlung ^^ und die fehlt diesen Romanen meistens.

Rorschach-Phoenix

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Re:Goethe, Schiller und Co. Mögt ihr die "Klassiker"?
« Antwort #4 am: 02 Juli 2010, 20:58:41 »
Hatte mir "Faust" geholt. Eine recht alte Ausgabe. Ich habe nicht viel davon gelesen. Ging nicht. Zu verschwurbelt.
Was noch... "Lolita" von Nabokov. War anstrengend und sehr zäh, aber nicht gänzlich uninteressant.
"Das Parfum" habe ich gemocht, obwohl auch das Stellenweise schwer zu lesen war.
"Meistererzählungen" von Ernest Hemingway. Auch "der alte Mann und das Meer". War okay. Nicht besonders gut, nicht besonders schlecht. Aber wenigstens lesbar.
Nietzsche - "Also sprach Zarathustra". Harte Kost. Habe es nicht komplett gelesen, aber fast. Intelligent, weise. Bisweilen verrückt. Aber das liegt ja nah beieinander. Dennoch: Sprachlich eine harte Nuss.
Alexander Dumas - "Der Graf von Montecristo". Erster Absatz - danach keine Lust mehr.

Weiß nicht, was man davon als "Klassiker" bezeichnet. Ich sage mal "alt" dazu. Die Sprache ist teilweise sehr eingestaubt, bis antik. Wenn man verstehen will, was die Autoren sagen, muss man graben. Nicht bei jedem von denen, aber bei vielen.

Mir gibt es nichts. Ich wollte einige Werke nachholen, weil ich auf der Hauptschule soetwas nicht vorgesetzt bekommen habe. Allerdings habe ich das Interesse daran verloren, als ich gemerkt habe, dass mir die "Klassiker" nichts geben. Weder besondere Einsichten oder Weisheiten, noch Spaß am Lesen (das am wenigsten), noch sprachliche Eleganz. Ist mir egal, was andere über Goethe und Co. sagen. Ich kann damit nichts anfangen. Immerhin habe ich es versucht.

"Der Seewolf" von Jack London ist eines meiner Lieblingsbücher. Vielleicht gleicht es das etwas aus?


Liebe Grüße: Rorschach-Phoenix

Offline Rilyn

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Re:Goethe, Schiller und Co. Mögt ihr die "Klassiker"?
« Antwort #5 am: 02 Juli 2010, 21:13:11 »
Hmm ... Goethe ist mir zu pompös und klugscheißerisch. Ähmja.
Und außerdem hat der Blödmann fasziniert dem "Gretchenprozess" zugeschaut, nix getan und fand das dann ja SO schrecklich. :devgrowl:
Schiller, auch nicht meins. Bei beiden kann ich weder der Sprache noch dem Inhalt viel abgewinnen ... Ausnahmen bestätigen die Regel. Warum dem so ist, kann ich dabei gar nicht genauer festmachen. Vielleicht, weil sie so vieles verwurstet haben und ich fast nur das von ihnen kenne; und / oder, weil ich beim Lesen ständig den Autor-itären Moralapostel mit dem Finger wedeln sehe. Bei allen unten genannten ist das nicht, oder bestenfalls im Rahmen ihrer Zeit und deutlich dezenter, der Fall; verhältnismäßig jedenfalls Welten von Schiller und Goethe entfernt.

Theodor Storm: Sprache und Atmosphäre. Mwah.
Allerdings schreibt er so schrecklich depressives, fatalistisches Zeug seiner Zeit. Das nicht mal auf den Schimmelreiter gemünzt, sondern z.B. auf "Es waren zwei Königskinder".

Robert Louis Stephenson: herrlich altmodisches Zeug. Die Gesellschaft kommt rüber, die Denkweise seiner Zeit, und über heutigen Erwartungen nicht angemessenem Spannungsaufbau kann ich bei seinem Sprachgebrauch auch gut hinwegsehen. Es ist halt anders, aber definitiv nicht schlecht. Und gerade drum interessant.

Dumas: Die Musketiere. Kann die Sprache nicht einschätzen, die Erzählung zog sich ewig hin. Aber ich mag die meisten Charaktere und die Erzählung ... nicht wegen Musketieren, sondern wegen den Leuten. Oh, und Intrigen. ;D
Monte Christo hatte ich angefangen und aufgesteckt, aber das ist auch gefühlte Jahrzehnte her, und ich habs nicht mehr hier. So viel runtererzähltes Blah.

Edgar Allan Poe: Atmosphäre und herrlich altmodischer Gruselfaktor. Muss man sich drauf einlassen, ist aber definitiv da. Und dazu das mehr oder weniger dezent Unnatürliche / Phantastische Element.
Am Rande bemerkt: Tekeli-li! :grinwech:

Jack London: der Erzählstil ist aus der Mode. Hab sein Zeug leider auch nie auf Englisch gelesen, Schande, Schande ... was ich am liebsten mochte, waren seine weniger abenteuerlastigen Romane, also nicht gerade Alaska Kid.

Mark Twain: Äh, Details? Wirklich? ;D

Shakespeare: Sprache! :whee: Spannung! :kampf: Intrigen! :denk: Blutvergießen! :attacke:

Mittelalterliche (und frühneuzeitliche) Romane zähle ich jetzt nicht gerade zu den Klassikern, mag sie aber aus zwei Gründen: vor allem Interesse, und beim Ritterroman auch die Erzählweise mit dem selbstgewählten Ziel des Hauptcharakters ... dagegen ist die moderne "Motivation" des "Helden" peinlich inaktiv. :teufel:

ein neuerer Klassiker: George Orwell, 1948. Dystopisch. Atmosphärisch. Gesellschaftskritisch. :leseteufel:

etc cetera.

Moby Dick fand ich auch schnarchig; hab es aber nicht hier und weiß nicht mehr, weshalb.
Oh, und nochmal "die" Klassiker: Ich musste mal Iphigenie auf Tauris lesen. Eigentlich mag ich antike Mythen und das Drumherum. Eigentlich. :glotz:
« Letzte Änderung: 02 Juli 2010, 21:27:14 von Rilyn »
  • Ich schreibe gerade: Zuviel auf einmal.

anaconda

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Re:Goethe, Schiller und Co. Mögt ihr die "Klassiker"?
« Antwort #6 am: 02 Juli 2010, 21:22:30 »
Die Top Ten-Liste der gelesenen Klassiker:

1. H. Hesse (ca. 15 Bücher) = Tiefgang, exitstentielle Themen, gut erzählte Geschichten
2. Früchte des Zorns (von John Steinbeck) = Geschichte Amerikas, existentielles Thema
3. Das Parfum = faszinierendes Portrait eines genialen Besessenen
4. Schiller (ein Gedichtband) = sprachlich zumindest interessant
5. Der abenteuerliche Simplicissimus (Grimmelshausen) = interessant, aber schwer zu lesen (Teutsch aus dem 17. Jahrhundert)
6. Goethe´s "Die Leiden des jungen Werther"  = interessant; kenne das Buch aber nur in Auszügen.
7. Diverse Werke von Charles Bukowski (ist ja auch schon tot) = unterhaltsam, tiefsinnig, existentiell, anarchisch, einfach alles
8. Jerry Cotton = trivial (zuviel unnötige Adjektive), aber brilliant und hochspannend.
9. Jack Kerouac "On the road" (Unterwegs) = ein Muss für Ausgeflippte  :cheerful:
10. George Orwell "1984" = beängstigende Vision einer diktatorischen Gesellschaft

Edit: Nochmal fünf!
11. Effie Briest (Theodor Fontane) = tragische Liebe
12. Ulysses (von James Joyce) = ein einziger Satz von Anfang bis Ende; so kommt es einem vor. Das zweitschrecklichste Buch, das ich je gelesen habe.
13. Manhattan Transfer (John Dos Passos) = revolutionärer Roman; der Prota ist eine Stadt (New York) Mein Urteil: Verwirrend. Kaum ist man in einer Situation drin und hat die Protas ein bisschen kennen gelernt, kommt ein vollständiger Kullissenwechsel. Bis man die Protas und die Situation wieder trifft, hat man bereits vergessen, wer sie sind und um was es ging.
14. Der Fänger im Roggen (J.D. Salinger) = Suppi; der Roman-Prototyp mit dem Thema: Auflehnung gegen die Zwänge der Gesellschaft.
15. Reise ans Ende der Nacht (Louis Ferdinand Celine) = nix für Optimisten, der Prota ist das Gegenteil. Musste aber auch viel mitmachen; anfangen tut es mit dem ersten Weltkrieg, auf dem Schlachtfeld.
« Letzte Änderung: 03 Juli 2010, 20:01:02 von Anaconda »

Haramis

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Re:Goethe, Schiller und Co. Mögt ihr die "Klassiker"?
« Antwort #7 am: 02 Juli 2010, 22:22:54 »
Klassiker, die mir sehr gut gefallen:

- Gustave Flaubert: Madame Bovary
- Emily Bronte: Wuthering Heights
- Jane Austen: Pride and Prejudice
- Charles Dickens: A Christmas Carol
- Shakespeare
- Molière
- Gottfried Keller: Kleider machen Leute

Kein Anspruch auf Vollständigkeit. Vieles habe ich einfach noch nicht gelesen.   :devgrin:

Offline Rüdiger

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Re:Goethe, Schiller und Co. Mögt ihr die "Klassiker"?
« Antwort #8 am: 02 Juli 2010, 22:39:11 »
Gelesen habe ich mehr (ach was); aber das sind die Klassiker, an die ich mich gerade erinnern kann und die mir gefallen haben. Wahrscheinlich habe ich auch so einige vergessen.
Teile der "divina commedia" (Dante) musste ich in der Schule lesen; inhaltlich hätte es mich wahrscheinlich interessiert, wenn ich mehr als vielleicht ein Drittel verstanden hätte ...

- Friedrich Spee: Cautio Criminalis
- Jeremias Gotthelf: Die schwarze Spinne
- Goethe: Faust
- Patrick Süskind: Das Parfüm
- Erich Maria Remarque: Im Westen nichts Neues
- George Orwell: 1984
- Theodor Storm: Der Schimmelreiter
- Francesco Petrarca
- Georg Büchner: Lenz

« Letzte Änderung: 02 Juli 2010, 22:42:02 von Ruediger »

Jenna

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Re:Goethe, Schiller und Co. Mögt ihr die "Klassiker"?
« Antwort #9 am: 02 Juli 2010, 23:04:47 »
Ich lese ziemlich querbeet - und dass da auch mal ein sogenannter "Klassiker" dabei ist lässt sich nicht vermeiden :devgrin:
Allerdings stimmt es, dass ich um solche Bücher früher gerne mal einen Bogen gemacht habe, eben wegen der Vorurteile "Klassiker? Die sind doch laaangweilig." Ich denke, das liegt auch immer noch daran, dass man in der Schule bestimmte Klassiker immer noch lesen muss; und je nachdem was es für ein Werk ist und wie es im Unterricht behandelt wird, bilden sich da sehr schnell Vorurteile.
Mittlerweile sehe ich Klassiker nicht groß anders als andere Bücher auch - sie müssen mir gefallen, sei es die Sprache, die Story, die Charaktere.

Klassiker, die mir gefallen haben:
-Urfaust von Goethe. Den mag ich sogar lieber als den Faust dann hinterher, weil dieses Werk noch eine Baustelle ist. Durch den Faust bin ich hinterher nicht mehr durchgekommen.
-Die Verwandlung von Kafka. Ich mag die Story, ich mag die Sprache. Das gleiche gilt für verschiedene andere Geschichten von Kafka ebenfalls
-Alice's Adventures in Wonderland von Lewis Carrol. Das liegt nicht nur daran, dass ich das Buch in einem kleinen Laden in London gekauft habe - und damit dementsprechend Erinnerungen verbinde - sondern auch daran, dass ich einfach die Skurrilität der Geschichte sehr schön finde.
-Der Besuch der alten Dame von Dürrenmatt. Dieses Buch zählt zu einem meiner absoluten Lieblinge, der Humor ist schwarz, die Sprache ist passig, die Handlung stimmt bis ins Detail und gesellschaftskritisch ist es obendrein auch noch. Aber Dürrenmatt mag ich ohnehin sehr gern.
-Das Parfum von Patrick Süskind. Auch ein Lieblingsbuch, es stimmt für meinen Geschmack alles.
-Sturmhöhe von Emily Brontë. Mich stört weder die seltsame Perspektive, noch die alte Sprache, noch die unsympathischen Charaktere. Der Roman war einfach faszinierend.
-Siddhartha von Hermann Hesse. Die Sprache ist wunderschön, ruhig und passt perfekt zu der Geschichte.
-Der eingebildete Kranke von Moliere. Schon eine Weile her, aber ich hab es in guter Erinnerung.
-Ein Sommernachtstraum von Shakespeare.

Klassiker, die ich nicht mochte
-Das verlorene Paradies von John Milton. Das ganze war mir einfach zu anstregend und hat mir nichts gegeben.
-Die Leiden des jungen Werther von Goethe. Ich habe ca. 3 mal versucht, dieses Buch zu lesen und bin jedes Mal nicht durchgekommen, liegt an der Story, aber vor allem daran, dass es ein Briefroman ist und ich den armen Werther einfach nicht ausstehen kann.
-Die Jungfrau von Orleans von Schiller. Die Sprache ist mir zu abgehoben. Hab ich nicht durchgehalten.
-Romeo und Julia von Shakespeare. Die Sprache mocht ich, allerdings ist mir überhaupt nicht klar geworden, weshalb das Stück eine der größten Liebesgeschichten überhaupt sein soll. Die Protagonisten kennen sich vielleicht drei Tage... Nein, damit konnt ich auch nicht so viel anfangen, wenngleich mir die Sprache gefallen hat.
-Die Marquise von O... von Heinrich von Kleist. Im Grunde hab ich nichts gegen Schachtelsätze, aber was dieser Mann da fabriziert hat ist einfach nicht mehr schön. Und es klingt auch nach nichts. Die Handlung fand ich schrecklich, die Erzählweise einschläfernd. Ich hab von Kleist auch noch andere Sachen gelesen (ist leider einer meiner Schwerpunkte im Abitur) und mit sämtlichen Werken konnte ich nichts anfangen, sei es Das Erdbeben in Chili, Anekdoten oder andere Texte. Was mir wiederum gefallen hat, waren seine Briefe, die er geschrieben hat. Die fand ich ehrlich und nicht so schrecklich bemüht und aufgebläht.
-Der Vorleser von Bernhard Schlink. Keine Ahnung, ob das zu "Klassikern" schon dazu zählt, aber es ist eins der schlechtesten Bücher, die ich je gelesen habe. Die Handlung ist grässlich, der Hauptcharakter unausstehlich und die Sprache gibt auch nicht so viel her.
-Leonce und Lena von Georg Büchner. Ist schon eine Weile her, aber ich weiß noch, dass ich das einfach "bescheuert" fand.

Dorte

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Re:Goethe, Schiller und Co. Mögt ihr die "Klassiker"?
« Antwort #10 am: 03 Juli 2010, 00:18:05 »
Was ist eigentlich ein Klassiker? ;) Ich habe beide Eddas und noch etliche andere altnordische Texte im Original gelesen und genossen, zählen die? ;D

Ich liebe englische Klassiker. Irgendwie kenne ich davon weitaus mehr als von den deutschen, okay, ich habe das ja auch als Nebenfach studiert - aber in etliche Texte könnte ich mich reinsetzen.
"King Lear" von Shakespeare war eine Offenbarung, weil es plottechnisch eine Katastrophe ist (wieso verschmilzt der zwei Plots so völlig sinnlos) und es dennoch sowas von oberhammermäßig genial ist, sprachlich, aber auch vom Tempo, und irgendwie passt die Handlung dann doch. Ebenso wie "Othello". Wer Iago nie im Original gelesen und verstanden hat, der kann in meinen Augen nicht wirklich verstehen, was an Shakespeare so toll ist.

Oscar Wilde ist einer meiner Allzeitlieblingsautoren. Seine Märchen sind einfach wunderschön, "The Picture of Dorian Gray" sollte jeder Anglist kennen, und von seinen Dramen fange ich gar nicht erst an.

"Dracula" gehört für mich zu den am meisten fehlverstandenen Büchern überhaupt. Was aus Bram Stokers Prototyp des Vampirs gerade in neueren Teenie-Aufgüssen gemacht wurde, zieht mir die Zehennägel aus. Das Buch hat so viel Atmosphäre, dass man mindestens zwanzig "Bis(s) sie sich endlich kriegen"-Serien draus stricken könnte.

Und die Brontes. Wo fange ich da an? Am besten gar nicht. "Wuthering Heights" oder "Jane Eyre", ich kann mich eh nicht entscheiden, wo ich beim ersten Lesen mehr geschmachtet habe.

usw.

Ich gebe allerdings zu, dass ich große Lücken habe, was deutsche Literatur angeht...Goethe und ich werden keine Freunde. Schiller ist eher mein Ding, der ist knackiger ;D

Offline Juni

  • Bratwurst
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Re:Goethe, Schiller und Co. Mögt ihr die "Klassiker"?
« Antwort #11 am: 03 Juli 2010, 00:56:04 »
Meine Mutter hat mir mal zu Weinachten 100 Weltklassiker geschenkt. Anscheinend hatte sie vergessen, das mit Kleinkindern wenig Zeit zum lesen bleibt ... den gelesen hab ich bis jetzt nur 3. Wenn ich jetzt noch die Autoren im Kopf hätte ... näh, komme jetzt nicht ran.

1. Die kleine Fadette von ...
2. Das rote Zimmer von ...
3. Sturmhöhe von Emily Brown (der Wahnsinn)

bleiben noch 97 ...
« Letzte Änderung: 03 Juli 2010, 00:56:24 von Chibou »

Neyasha

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Re:Goethe, Schiller und Co. Mögt ihr die "Klassiker"?
« Antwort #12 am: 03 Juli 2010, 02:02:49 »
Ich lese ja alles quer durchs Gemüsebeet. "Seichte" Unterhaltung ebenso wie anspruchsvolle Romane - und dazu quer durch alle Jahrhunderte. Viele Klassiker musste ich natürlich fürs Studium lesen, und mir ging es mit denen ebenso wie mit modernen Romanen: Viele fand ich ganz okay, ein paar liebe ich, durch einige musste ich mich durchquälen. "Candide" von Voltaire etwa zählt zu meinen absoluten Lieblingsbüchern. Ich mag auch vieles von Goethe, während Schiller nicht mein Fall ist. Mal ganz banal und ungermanistisch gesagt: Ich finde das meiste von ihm schlichtweg langweilig.
Sehr gern mag ich auch Heine, Ibsen und Strindberg. Ich fand auch "Effi Briest" ganz gut, auch wenn ich mit den anderen Werken von Fontane nicht so viel anfangen kann. Oh, und dann natürlich Bernhard (sofern der schon zu den Klassikern zählt)! Im Herbst kommt "Heldenplatz" ins Theater in der Josefstadt, darauf freu ich mich jetzt schon wie irre.

Englische Klassiker wurden hier ja schon mehrfach genannt - ich liebe die Romane von Jane Austen, bin ein erklärter Fan von "Jane Eyre", habe "Wuthering Heights" verschlungen und mag viele Shakespeare-Stücke.

Was ich an vielen der Klassiker sehr schätze, ist eben gerade der Schreibstil. Moderne Romane sind mir manchmal zu "hektisch", zu sehr an Filmen orientiert (im Sinne von schnell wechselnden Szenen und raschen Schnitten, ohne narrative Passagen) und oft auch zu sehr ... hm ... an Schreibratgebern orientiert. Ich mag einfach Vielfalt. Ab und zu steht mir der Sinn nach ausufernden Beschreibungen, nach narrativem Erzählen, nach einer Sprache, die heute nicht mehr ganz "alltäglich" klingt.
Umgekehrt gibt es auch Phasen, in denen mir so manche Klassiker zu anstrengend sind und ich einfach nur einen simplen Krimi lesen möchte.

Mein "quer durchs Gemüsebeet" schließt auch Gegenwartsliteratur mit ein. Den ständigen Vorwurf der Handlungsarmut kann ich nur bedingt nachvollziehen, das ist für mich nämlich keine Frage des Genres. Gemütliche Unterhaltungsliteratur kann viel Handlung haben oder wenig (ich sag nur Twilight oder Eragon), und genauso ist es mit der "Feuilleton-Literatur". Ich habe Kehlmanns "Vermessung der Welt" verschlungen und bin ein erklärter Fan von Christoph Ransmayr und Juli Zeh.
Ich mag es, wenn die Sprache nicht immer hinter die Handlung zurücktritt, wie es sonst oft der Fall ist. Auch hier gilt: Ich mag das nicht immer. Um in Zehs vielen Metaphern zu schwelgen, muss ich schon in einer bestimmten Stimmung sein.

Online Uli

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    • Uli Moll
Re:Goethe, Schiller und Co. Mögt ihr die "Klassiker"?
« Antwort #13 am: 03 Juli 2010, 16:29:37 »
Zitat
Wie sieht das bei euch aus? Lest ihr die "Klassiker" bzw. das, was heute in den Feuilletons besprochen wird?

grins: Ja, die Klassiker lese ich - immer wieder. Wobei ... was sind "Klassiker"? Für mich gehören Steinbeck und London unbedingt dazu ... und Twain, Asimow und Lem ...

Andere mögen das nicht unbedingt als Klassiker einstufen, nur als "altes Zeug"
Goethe mag ich sehr, auch Kästner - teils wegen der Sprache, teils wegen der Inhalte
Schiller und Shakespiere nicht so - ich lese ungern Theathermanuskripte, da schau ich mir lieber eine Aufführung an.
Mann und Fritsch lese ich nicht, das langweilt (ohne dass ich sagen könnte, warum - weil ich bei Langeweile gleich aussteige. Ähnlich ging es mir mit Tolkien ...)

Was zur Zeit in  den Feuilletons besprochen wird? Keine Ahnung, diesen Teil der Zeitung nutze ich, wenn überhaupt, um Fische drin einzuwickeln ...

Alexander Rudow

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Re:Goethe, Schiller und Co. Mögt ihr die "Klassiker"?
« Antwort #14 am: 03 Juli 2010, 18:51:13 »
Ein Autor mit Anstand hat tot zu sein, wenn man ihn lesen soll!

Haruki Murakami (dass ich mich auf ihn beziehe, mag zeigen, dass ich meinen ersten Satz nicht so ganz ernst meine) lässt in "Naokos Lächeln" einen Kommilitonen des Helden sinngemäß sagen: "Ich lese nur Schriftsteller, die seit mindestens fünfzig Jahren tot sind. Alles andere ist Zeitverschwendung! In fünfzig Jahren trennt sich die Spreu vom Weizen. Warum soll ich schlechte Schriftsteller lesen, nur weil sie gerade modern sind?"

Dieser Kommilitone lässt als einige Ausnahme F. Scott Fitzgerald zu.

Katja spricht in ihrem Eröffnungsbeitrag von "Klassikern" und nennt als Beispiele Goethe und Heine. In diesem Sinn möchte ich "Klassiker" auch verstehen. Süskind etwa ist danach kein Klassiker, der lebt sogar noch, glaube ich (pfui!).

Um Katjas Ausgangsfrage zu beantworten: Ja.

Karin

  • Gast
Re:Goethe, Schiller und Co. Mögt ihr die "Klassiker"?
« Antwort #15 am: 03 Juli 2010, 19:21:58 »
Schwierig zu beantworten, weil ich sehr viele Klassiker als Jugendliche gelesen und damals auch gemocht habe. Aber ob mir heute "Krieg und Frieden", "Der Glöckner von Notre Dame", die drei Musketier-Bücher, "Vom Winde verweht"... noch gefallen würden? Ich weiß es nicht. Sie stehen alle noch in gebundenen Ausgaben im Regal und kommen auch nicht weg.
"Via Mala" z.B. finde ich etwas zäh. Ich glaube, heute dürfte niemand mehr so lange irgendwelche Ecken in den Bergen beschreiben, ohne die Handlung damit voran zu bringen. ;)

Was ich definitiv immer noch irgendwie mag:
Die Sturmhöhe
einige Jane Austen (nicht Emma)
Das scharlachrote Siegel (ja, ich weiß, es ist ein Liebesroman, mag ich trotzdem)
Rainer Maria Rilke (Alkestis ist genial! Das könnte ich lesen und lesen und lesen und mich am liebsten darin einhüllen und weiterlesen und wieder von vorne und wieder... So manch andere Sachen auch.)
Gösta Berling
Oskar Wilde - seine Märchen, Dorian Gray, Das Gespenst von Canterville, selbst seinen Brief an Bosie (selten hat ein Brief mir so viel über Zwischenmenschliches offenbart, auch wenn es natürlich verkehrt ist, einen persönlichen Brief hier einzureihen, ein Klassiker ist er ja nicht)
manches von Hans Christian Andersen

Grimms Märchen dagegen sind zum Davonlaufen, zumindest in der alten Ausgabe, die ich habe.
Bei Mobi Dick komme ich nicht über Seite 30 hinaus, dabei wollte ich es unbedingt lesen, weil Jean-Luc Picard immer daraus zitiert. ;)
In Lolita hänge ich in der Mitte, obwohl mich der Anfang fesselte.
Die Leiden des jungen Werther las ich als Teenie und habe mir damals vorgenommen, dieses Trauerjammerbuch nie wieder anzufassen. Daran halte ich mich. Pfff, wer frustelt denn auch dermaßen: "Zerstört nicht jeder unserer Schritte tausendfältiges Leben?" Arme Regenwürmer.  :glotz:

Ja, ich lese zuweilen auch Klassiker, zuweilen breche ich sie aber auch ab. Leider lese ich Stücke gar nicht gerne, obwohl ich mich so gerne mal Shakespeare widmen würde.

Dafür habe ich noch nie einen Dan Brown gelesen.

Liebe Grüße,
Karin

Offline felis

  • Grillmeister
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    • Das Minimalismusexperiment
Re:Goethe, Schiller und Co. Mögt ihr die "Klassiker"?
« Antwort #16 am: 04 Juli 2010, 10:59:00 »
Zu Goethe habe ich trotz mererer Versuche nie einen Zugang gefunden. Den Werther fand ich grauenvoll Selbstmitleidig. Die Lehrjahre schnarchlangweilig, den Faust sexistisch.
Schiller seh ich gerne auf der Bühne.
Von Heine hab ich fast nix gelesen, nur ein paar Gedichte. Dito bei Kleist.
Nathan von Lessing mag ich.
Hesse fand ich ebenfalls schnarchlangweilig, trotz mehrerer Anläufe.
Mehr anfangen kann ich mit deutschen Autoren der Weimarer Zeit. Ich LIEBE Tucholsky, mag die Romane von Feuchtwanger und Werfel und Brechts Theaterstücken kann ich auch größtenteils was abgewinnen.
Dürrenmatt finde ich ebenfalls genial.
Englische Klassik hab ich nicht allzuviel gelesen.
Shakespeare, den Erfinder des weltbesten Bösewichts Jago  :anbet1: seh ich schrecklich gerne auf der Bühne. Zum lesen im Original allerdings extrem anstrengend. So gut ist mein Englisch leider nicht.  :heul:
Oscar Wildes Dorian Gray und Importance of being Ernest fand ich beide gut.
Und damit lässts auch schon aus.
Bei den Amerikanern bin ich irgendwie eher fündig geworden.
Ich mag Hemmingway, verehre Thornton Wilder, Habe Jack London gerne gelesen, Mark Twain sowieso  :hach: Kennt jemand "Ein Yankee an König Artus Hof" - das Beste was jemals zum Thema Artussage geschrieben wurde!  :devgrin: Und gerade entdecke ich Truman Capote.
Der russischen Klassik kann ich nichtallzuviel abgewinnen alles was ich gelsen habe fand ich zu düster-melancholisch (Krieg und Frieden und die die Brüder Karamasow fallen mir gerade noch ein).
Und dann bin ich eine Verehrerin des klassischsten Klassikers überhaupt: Homer! Ich liebe sowohl die Illias als auch die Odyssee.  :hach:

 
Ich schreibe gerade mein Blog

"Dunkelwelt" reloaded

Alexander Rudow

  • Gast
Re:Goethe, Schiller und Co. Mögt ihr die "Klassiker"?
« Antwort #17 am: 04 Juli 2010, 12:09:51 »
Sorry, ich habe jetzt Lust auf einen polemischen Einwurf, der die Diskussion kein Stück weiter bringt.  :grinwech:

Zitat
Zu Goethe habe ich trotz mererer Versuche nie einen Zugang gefunden. Den Werther fand ich grauenvoll Selbstmitleidig. Die Lehrjahre schnarchlangweilig, den Faust sexistisch.

Wenn "Faust" sexistisch ist, dann ist der "Kaufmann von Venedig" antisemitisch.

Haramis

  • Gast
Re:Goethe, Schiller und Co. Mögt ihr die "Klassiker"?
« Antwort #18 am: 04 Juli 2010, 20:26:05 »

Wenn "Faust" sexistisch ist, dann ist der "Kaufmann von Venedig" antisemitisch.
Kann man durchaus so sehen, ja. ;) Antisemitismus in der Renaissance war gang und gäbe.

Caity

  • Gast
Re:Goethe, Schiller und Co. Mögt ihr die "Klassiker"?
« Antwort #19 am: 04 Juli 2010, 22:28:39 »
Hallo,

ich mag Klassiker eigentlich – aber nur, wenn man sich wirklich mit ihnen auseinandersetzt. Diskussionen darüber im Schulunterricht fand ich immer sehr aufschlussreich. Gut haben mir auch die Lektüreschlüssel von Klett gefallen, zumindest die drei, die ich mir für meine ABI-Vorbereitung angeschafft habe, viel habe ich bislang aber – meines Erachtens – noch nicht gelesen, ich will meine Liste unbedingt erweitern, grob wäre das jetzt mal:
Schiller (Maria Stuart – das hat mir sehr gut gefallen, aber vermutlich auch, weil wir es selber inszeniert haben; Die Räuber; Die Glocke; …), Heinrich von Kleist (Michael Kolhaß; ein paar Kurzgeschichten), Thomas Mann (Buddenbrucks – ich muss zugeben, mit dem habe ich weniger anfangen können, aber schlecht fand ich es trotzdem nicht), Kafka (Die Verwandlung; Der Proceß – mein Lieblingssternchenthema), Goethe (Faust – habe ich eine super Inszenierung zu gesehen ^^), Brecht, Jane Austen, Süskind (das Parfum), Lessing (Nathan der Weise), …
Das sind die, die mir spontan einfallen.
Bei Klassikern liebe ich die Herausforderung: ich will sie verstehen und bin auch bereit, mich dafür mit ihnen auseinanderzusetzen. Allerdings fehlt mir häufig die Zeit. Ansonsten sehe ich das ähnlich wie Neyasha: Querbeet. Ich mag Abwechslung ;)

Bye
caity

Quisille

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Re:Goethe, Schiller und Co. Mögt ihr die "Klassiker"?
« Antwort #20 am: 05 Juli 2010, 10:14:34 »
Bücher werden als Idee geboren, altern als Paperback und werden in Dünndruck bestattet. :devgrin: Spaß beiseite. Wenn ich ein Buch lese und daran denken muss, dass es ein Klassiker ist, dann ist die Freude am Lesen meistens im *****.

Sturm und Drang fällt bei mir beinahe komplett aus. Erst leiden alle an sich selbst, und am Schluss sind alle tot. Und da soll man noch sagen, stereotype Handlung wäre etwas, das die Neuzeit erfunden hätte.

Faust I habe ich mit Begeisterung gelesen, habe danach den Faust II durchgeackert und entschieden, dass das nix für mich ist. Zum Werther siehe oben.

Von Kleists Zerbrochenem Krug war ich hingerissen. Mit dem Käthchen von Heilbronn hatte ich schon so meine Schwierigkeiten, durch den Michael Kohlhaas komme ich trotz heftigen Bemühens nicht durch, und das, obwohl der Anfang durchaus packend war.

Und so weiter, und so weiter. Ich müsste hier tatsächlich Einzelfälle diskutieren, und das haben andere schon besser getan, als ich es könnte.

Was mir insgesamt ein wenig die Freude an den Klassikern verleidet, sind weniger die Klassiker an sich, als vielmehr der Umgang mit den Klassikern. Warum muss in unseren Landen Bildung immer weh tun? Alles, was unterhält, ist irgendwie anrüchig. Da kommt mir ständig das Unterbewusstsein dazwischen und präsentiert den Umkehrschluss: Was nicht irgendwie anrüchig ist, kann ja schwerlich unterhaltsam sein. :devgrin:

Offline Katja

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Re:Goethe, Schiller und Co. Mögt ihr die "Klassiker"?
« Antwort #21 am: 05 Juli 2010, 10:43:43 »
Was mir insgesamt ein wenig die Freude an den Klassikern verleidet, sind weniger die Klassiker an sich, als vielmehr der Umgang mit den Klassikern. Warum muss in unseren Landen Bildung immer weh tun? Alles, was unterhält, ist irgendwie anrüchig. Da kommt mir ständig das Unterbewusstsein dazwischen und präsentiert den Umkehrschluss: Was nicht irgendwie anrüchig ist, kann ja schwerlich unterhaltsam sein. :devgrin:

Und ich frage mich, woher kommt das? Denn obwohl ich keinen meiner Deutschlehrer ab Klasse sieben mochte, hat es mir immer unendlich viel Spaß gemacht, die Bücher im Unterricht zu lesen.

Meine Familie liest viel, eigentlich fast alle. Aber sog. "Klassiker" hat nur mein Urgroßvater gelesen und dessen Bücher sind zum größten Teil zu meinem Onkel nach Süddeutschland gekommen (und ich mag weder besagten Onkel noch Süddeutschland  ::) ).

Allerdings hatte ich mit dreizehn oder vierzehn (naja, jedenfalls siebte Klasse) ein Aha-Erlebnis. Wir sollten den "Schimmelreiter" lesen, aber die Klasse wollte nicht. Mir ist aber sofort klar geworden, ich kenne die Geschichte! Ich hatte mal das Ende eines Filmes gesehen, und das muss eine Verfilmung des Schimmelreiters gewesen sein. Mich hatten die wenigen Bilder, die ich damals gesehen hatte, so fasziniert, dass ich dieses Buch lesen musste und zwar, bevor der Lehrer sich geschlagen gibt und die Lektüren wieder einsammeln konnte.

Danach war mir klar, dass auch Goethe und Schiller auf Deutsch schrieben und ich theoretisch alles lesen kann, wenn ich mich nur auf den Text einlasse. Als ich dann entdeckt hatte, dass mein Lieblingsmärchen auch von Storm ist, habe ich es in der Kinderabteilung der Stadtbücherei nicht mehr ausgehalten. ;)

Ich halte es für völlig "normal", dass man manche Klassiker mag und andere nicht. Für alle, die zum Beispiel Goethe nicht mögen, kann ich nur sagen, versucht es von Zeit zu Zeit noch mal. Ich konnte mit 16 Frisch nicht leiden, jetzt liebe ich ihn. Mit 18 probierte ich Hemingway und fand ihn ****, jetzt finde ich ihn klasse! Dafür kann ich mit Hesse nicht mehr sooo viel anfangen (außer Narziss und Goldmund  :hach: ). Und auch sonst kommt immer noch was hinzu. Im Studium habe ich zum Beispiel um die Romantik nach zwei Kursen einen großen Bogen gemacht, langsam finde ich allerdings an Eichendorff gefallen (und den fand ich immer besonders schlimm!).

Und natürlich gibt es auch immer meine All times: Heine  :hach: , Goethe (der Werther! schon immer!), Schillers theoretische Schriften, Storm, Fontane, C.F. Meyer, Kafka  :hach: , Celan, Bachmann, Christa Wolf, Oscar Wilde, Dylan Thomas, Joyce, Shakespeare, Nabokov, Dostojewski... Die Liste ist lang und mein Bücherregal voll. ;)
"Kritiker sind blutrünstige Leute, die es nicht bis zum Henker geschafft haben."

Shaw

Mooncat

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Re:Goethe, Schiller und Co. Mögt ihr die "Klassiker"?
« Antwort #22 am: 05 Juli 2010, 10:46:54 »
Nein. Schlicht und einfach nein. Erstens kann ich es nicht ausstehen, wenn mir quasi befohlen wird, ein Werk zu bewundern, nur weil es als 'Klassiker' kategorisiert wird. Zweitens fehlen mir in vielen sogenannten Klassikern ganz klar die guten Frauenrollen. Drittens sind die Klassiker meistens todtraurige Dramen und ich sehe keinen Grund wieso mich Literatur deprimieren muss, um als klassisch durchzugehen. Viertens bin ich nicht unbedingt Fan der alten Sprache, in der die meisten Klassiker nun mal geschrieben sind. Sie ist einfach so unnatürlich und bleibt für mich oftmals oberflächlich. Da schaue ich mir ehrlich gesagt lieber den Film oder das Theaterstück an, als mir das anzutun.

Was nicht heisst, dass ich sie kategorisch ablehne. Homer, Shakespeare, Dumas, Jane Austen, Dürrenmatt und Henry Ibsen, so krank und fast schon pervers er ist, mag ich trotz aller obgenannten Gründe.

Trotzdem, ich lobe mir meine heutige Trashliteratur!

Mooncat
« Letzte Änderung: 05 Juli 2010, 15:08:30 von FF »

Caity

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Re:Goethe, Schiller und Co. Mögt ihr die "Klassiker"?
« Antwort #23 am: 05 Juli 2010, 10:51:01 »
Zitat
Danach war mir klar, dass auch Goethe und Schiller auf Deutsch schrieben und ich theoretisch alles lesen kann, wenn ich mich nur auf den Text einlasse.

Danke, Katja, genauso sehe ich das auch!
Manche Werke sind wirklich schwierig und man braucht eine Ewigkeit, aber wenn man dann den Zugang dazu gefunden hat, ist das wie ... Eis mit heißen Himbeeren und einer dreifachen Portion Sahne - jaja, da lockt die süße Verführung ^^"

Neyasha

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Re:Goethe, Schiller und Co. Mögt ihr die "Klassiker"?
« Antwort #24 am: 05 Juli 2010, 10:58:27 »
Und natürlich gibt es auch immer meine All times: Heine  :hach: , Goethe (der Werther! schon immer!), Schillers theoretische Schriften, Storm, Fontane, C.F. Meyer, Kafka  :hach: , Celan, Bachmann, Christa Wolf, Oscar Wilde, Dylan Thomas, Joyce, Shakespeare, Nabokov, Dostojewski... Die Liste ist lang und mein Bücherregal voll. ;)
Ohhhh, noch ein Christa Wolf-Fan. Katja, an mein Herz!  :knuddel:
Werther hat sich mir erst spät so wirklich erschlossen, und zwar durch ein geniales Goethe-Seminar, das ich bei meinen Auslandssemester in Oslo belegt habe. Dort musste ich mich für ein Referat auch genauer mit Iphigenie beschäftigen, und auch die begann ich dabei zu lieben. Allerdings kann bei manchen Werken auch die beste Vermittlung nicht helfen - Torquato Tasso fand ich schlichtweg gähnend langweilig.  :blush:

Für Max Frisch hab ich meine Liebe schon früh entdeckt, nämlich als wir in der Schule "Homo Faber" lasen - auch so ein Roman, den viele hassen, aber ich war sofort davon begeistert.  :hach:
Einige andere Autoren hingegen habe ich lange verschmäht und erst im Laufe des Studiums zu ihnen gefunden. Thomas Bernhard etwa, für den ich mit 14 einfach noch nicht "bereit" war. Insofern würde ich auch empfehlen, Autoren, die man vielleicht in der Schule noch nicht so toll fand, später noch einmal eine Chance zu geben.

Offline Katja

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Re:Goethe, Schiller und Co. Mögt ihr die "Klassiker"?
« Antwort #25 am: 05 Juli 2010, 11:03:41 »
Für Max Frisch hab ich meine Liebe schon früh entdeckt, nämlich als wir in der Schule "Homo Faber" lasen - auch so ein Roman, den viele hassen, aber ich war sofort davon begeistert.
Einige andere Autoren hingegen habe ich lange verschmäht und erst im Laufe des Studiums zu ihnen gefunden. Thomas Bernhard etwa, für den ich mit 14 einfach noch nicht "bereit" war. Insofern würde ich auch empfehlen, Autoren, die man vielleicht in der Schule noch nicht so toll fand, später noch einmal eine Chance zu geben.

Ich fand Frisch in der Schule ***. Bablin beim Weißeln zuzugucken in "Andorra" hat mir körperliche Schmerzen bereitet. Und maaaan, war das durchschaubar! Und ich fand es in der Schule dreist, mir einen Text vorzusetzen, der "Homo faber" hieß und der sich (in meinen Augen damals) "nur" dadurch auszeichnete, dass er handwerklich perfekt ist. Die Kunst hinter diesem Handwerk habe ich erst viele Jahre später entdeckt und das auch nur durch Zufall. (Glück gehabt!) ;)
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Shaw

Quisille

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Re:Goethe, Schiller und Co. Mögt ihr die "Klassiker"?
« Antwort #26 am: 05 Juli 2010, 11:21:53 »
Zitat
Und maaaan, war das durchschaubar!

Das geht mir besonders bei Nachkriegsliteratur so. Und zwar immer wieder mal. Ich kann's einfach nicht mehr hören, dieses ewige Bewältigen und Schmoren im eigenen Saft. Bei Andorra war ich allerdings noch vergleichsweise unverbraucht (noch in der Schule). Da hat mir das noch nix ausgemacht. Wäre ein interessantes Experiment, es nun noch einmal zu lesen.

Das Problem mit dem "Brand" Klassiker scheint mir zu sein, dass es bevorzugt dann vergeben wird, wenn man der Meinung ist, ein Text hätte Tiefe. Um Tiefe zu diagnostizieren, muss man sie erkennen können. Wenn eine Mehrheit Tiefe erkennt, dann stülpt sich mir oft der Magen um, und sich sage mit Katja:

Maaaan, ist das durchschaubar!

Am liebsten habe ich es, wenn mir der Autor eines Werkes intellektuell überlegen ist (das ist leicht), und ich es aber trotzdem nicht sofort merke (das ist schwer).

Das Gegenteil hiervon geht mir unsagbar auf den Wecker: Wenn ein leichtfertiger Hüpferling daherkommt, mich mit bedeutungsschwangerem Müll vollseiert -- und nach der letzten Seite muss ich erkennen, dass ich in hohlen Phrasen geschwelgt habe, die eine Plattitüde als große Weisheit darbieten.

Letzteres hat wahrscheinlich weniger mit "Klassikern" zu tun, als vielmehr mit dem missglückten Versuch, einen zu schreiben. Interessieren würde mich, warum man als Autor auf die Idee kommt, sich und seinem Werk derartig Gewalt anzutun. Irgendwie fühle ich mich immer verpflichtet, mit dem Vorschlaghammer "Niveau" (War das nicht diese Handcreme?) hineinzuprügeln.

Warum? WARUM!??

Dorte

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Re:Goethe, Schiller und Co. Mögt ihr die "Klassiker"?
« Antwort #27 am: 05 Juli 2010, 11:29:21 »
Ich glaube, das Problem ist oft, dass man in der Schule thematisch überfordert wird. Richtig genießen kann man viele der typischen Schulklassiker erst mit etwas mehr Lebenserfahrung. Ich verstehe auch nicht, warum man Teenies nicht auch mal etwas "normalere" modernere Romane zu lesen geben kann, um überhaupt erst einmal in Buchbesprechung, Interpretation und all solche Dinge hineinzukommen. Mein Einstieg war "Rolltreppe abwärts", so ein typisches Problembuch. Danach folgten gleich der "Schimmelreiter" und "Wilhelm Tell". Die fand ich zwar irgendwie interessant, war aber gnadenlos damit überfordert - ich las zuhause eine bunte Mischung aus Schreckenstein, Pferdebüchern und dem Silmarillion, Bücher mit Realitätsbezug oder Menschheits/Gesellschaftskritik waren mir absolut befremdlich.
Meine gesamte Schulzeit bestand lektüretechnisch mit ganz wenigen Ausnahmen aus Klassikern, abgesehen z.B. von "das Parfum" in der 10. Klasse, ein absolutes Highlight. Wahrscheinlich hätte ich einige der Klassiker durchaus genießen können, wenn es eben auch mal andere Bücher zu lesen gegeben hätte als "die Judenbuche" (die mir als besonders zähflüssig in Erinnerung geblieben ist) oder der "Werther" (der ist bei mir unter "langweiligste Lektüre aller Zeiten" gespeichert).
Und dann war meistens eh durch die Blume vorgegeben, was da zu interpretieren ist und wie unsere Meinung aussehen soll und warum der Text wichtig für die Menschheit ist und pipapo. Bleh.

Einzig unsere Vertretungslehrerin in der 10. hat uns mal aus der Lethargie, die all die schwere Literatur verursacht hat, aufgerüttelt - bei ihr lasen wir "Der Papalagi". Das war mal was anderes! Selbst die totalen Lesemuffel machten auf einmal bei Diskussionen mit... anschließend gab's dann mit "der gute Mensch von Sezuan" wieder Bildung, aber dank des "Papalagi" waren wir deutlich motivierter als üblich. Und bei ihr durften wir auch mal ungestraft sagen, dass wir einen Text langweilig, merkwürdig, unverständlich oder schlecht fanden, darauf baute sie dann Diskussionen auf. Die war nur ein halbes Jahr bei uns, aber ich kann mich an ihren Unterricht besser erinnern als an die ganzen anderen Jahre Deutschunterricht... In Arbeiten bewertete sie wirklich mal die Qualität der Diskussion und nicht die Meinung - man konnte schreiben, wie man wollte, wenn man denn nur gut begründete und der Ausdruck angemessen war.

Lustigerweise hatte ich den weitaus besseren Literaturunterricht im Englisch LK. Dort gab es nämlich eine bunte Mischung - "The Catcher in the Rye" neben zwei Kurzgeschichtensammlungen, "Macbeth" und diversen Gedichten, Zeitungs- und Zeitschriftenartikeln. Und noch irgendwas romaniges, das ich aber gerade vergessen habe. ;) Das alles wurde schön abgwechselt, so dass man sich nicht wie in Deutsch von einem Klassiker zum nächsten hangelte, der dann wochenlang durchgekaut wurde, sondern es gab zack-zack neue Texte aus verschiedenen Genres. Selbst für "Macbeth" haben wir nur 2 Wochen aufgewendet, während "Faust" so ungefähr das halbe Halbjahr einnahm und bis zum Erbrechen durchgekaut wurde - danach mochte ich ihn auch nicht mehr, obwohl ich ihn beim Lesen gut fand ;)
« Letzte Änderung: 05 Juli 2010, 11:30:54 von Dr. Faustina »

Alexander Rudow

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Re:Goethe, Schiller und Co. Mögt ihr die "Klassiker"?
« Antwort #28 am: 05 Juli 2010, 13:23:35 »
Dies soll ein flammendes Plädoyer zugunsten der „Klassiker“ werden. Schaun mer mal, wie flammend ich es hinkriege.

Vorab ist mir wichtig, dass es langweilige Literatur vor, sagen wir mal, zweihundert Jahren genauso gab wie heute.

Aaalso, ja! die Klassiker (die Werke, nicht die Autoren) benutzen eine Sprache, die uns fremd ist, sie spielen in einer Zeit und in einer Welt, die uns fremd ist, und sie entstanden während einer allgemeinen Geisteshaltung, die uns fremd ist.

Und? So what? Et après?

Wenn ich eine Sache im (deutschen) Kulturbetrieb wirklich abgrundtief hasse, dann ist das die Attitüde von Film- und Theater-Regisseuren, die meinen, uns alte Literatur schön zeitgemäß und mundgerecht servieren zu müssen.

Ich lieh mir einmal eine DVD mit Ethan Hawke als Hamlet aus, eine Verfilmung, in der Hamlet im Vorstand einer New Yorker Software-Firma namens „Denmark“ ist, und die für mich AUSNAHMSWEISE einmal exzellent einen Renaissance-Stoff in die heutige Zeit versetzt.

Gott sei Dank hatte ich vorher nicht die Rückseite der Hülle gelesen, sonst hätte ich den nächsten Bibliothekar die Hülle aufessen lassen und danach die Bibliothek angezündet: Da schrieb irgend so ein Landei von Kritiker allen Ernstes, dass diese Verfilmung dem ollen Shakespeare „gehörig den Staub aus den Klamotten“ klopfe. Der Blitz soll ihn treffen! (den Kritiker, nicht Shakespeare)

Hinter solchen Kritiken steckt die Annahme, wir seien heute alle zu doof zu entdecken, wie packend und spannend und aufwühlend und leidenschaftlich die guten Klassiker sind. Um die Klassiker zu verstehen, brauchten wir Vermittler.

Tolle Vermittler! Ich habe bisher noch nicht eine einzige „Faust“-Inszenierung gesehen die auch nur annähernd so vielfältig war, wie der „Faust“, den ich nach der Lektüre im Kopf hatte.

Unter der alten Sprache, hinter der alten Zeit und der alten Geisteshaltung steckt das Wesentliche, das Mark. Und bei guten Klassikern kann dieses Wesentliche den Leser heute genauso ins Gesicht schlagen und ihn aufrütteln wie damals. Meinetwegen kann alte Literatur auch einfach unterhalten.

Meines Erachtens liegt das Problem „der Klassiker“ heute in der Rezeption. (Das hat auch schon irgendjemand hier geschrieben, glaube ich.)

Die folgenden Zitate konnte ich mir nicht verkneifen.

„Die Othello-Inszenierung war den Maßstäben des zeitgenössischen deutschen Theaters ein Triumph. Desdemona masturbierte auf offener Bühne mit einer Coca-Cola-Flasche. Aus dem Dachgebälk regnete es eimerweise rohes Fleisch auf die Schauspieler, von denen einige SS-Uniformen trugen. Einer von ihnen schrie einen Theaterkritiker an und bewarf die erste Reihe mit Möhren. Da Shakespeare bei Othello an einen Schwarzen gedacht hatte, ließ ihn der Regisseur raffinierterweise ganz in Weiß auftreten. Im Hintergrund lief eine Tonspur mit der Stimme einer Frau beim Orgasmus. Der perfekte Rahmen für ein  erstes Date.
„Na ja“, sagte ich in der Pause. „Wenigstens wurden bislang noch keine Tiere gequält.“
(Roger Boyes, My dear Krauts – es geht übrigens um eine Inszenierung in der „Schaubühne“, einem der renommiertesten Theater Berlins und der Republik.)

„Noch einmal gesagt: Man kann ‚Das weite Land’ auch in der Sahara spielen. Oder in einer Vitrine. Man kann die Schauspieler auffordern, zu Stückbeginn auf die Bühne zu scheißen, um den Sand zu binden. Man kann sie grün anziehen und von hinten beleuchten. Aber wozu?“
(Werner Schneyder – Meiningen oder die Liebe und das Theater)
« Letzte Änderung: 05 Juli 2010, 13:28:38 von Alexander Rudow »

Neyasha

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Re:Goethe, Schiller und Co. Mögt ihr die "Klassiker"?
« Antwort #29 am: 05 Juli 2010, 18:07:04 »
Ich glaube, das Problem ist oft, dass man in der Schule thematisch überfordert wird. Richtig genießen kann man viele der typischen Schulklassiker erst mit etwas mehr Lebenserfahrung. Ich verstehe auch nicht, warum man Teenies nicht auch mal etwas "normalere" modernere Romane zu lesen geben kann, um überhaupt erst einmal in Buchbesprechung, Interpretation und all solche Dinge hineinzukommen.
Das ist ein wichtiger Punkt. Ich selbst hatte das Glück, eine Deutschlehrerin zu haben, die die Lektüre sehr sorgfältig ausgewählt hatte. Maikäfer flieg, Wolfsaga, Krabat, Das Tagebuch der Anne Frank - das waren unsere ersten Pflichtbücher in der Unterstufe, und fast alle waren begeistert (bis auf die Lesemuffel, aber die waren allein von der Tatsache gelangweilt, dass da Buchstaben auf einem Papier stehen). Allmählich ging es dann hin zu anspruchsvolleren Werken, von denen wir aufgrund der langsamen Annäherung selten überfordert waren (ab und zu natürlich schon). Als wir mit etwa 16 Jahren den Faust gelesen haben, war unsere Beschäftigung in den Stunden damit so intensiv und interessant, dass fast alle (sogar die Lesemuffel) von dem Werk fasziniert waren. Im Maturajahr waren sogar die Reaktionen auf Jelinek durchwegs positiv, und die ist nun wirklich sperrig zu lesen.
Den Werther hingegen haben wir in der Schule nie gelesen, weil unsere Lehrerin der Meinung war, dass der Roman als Schullektüre eigentlich wenig geeignet sei und in die Uni gehöre.

Die Pflichtlektüre in der Schule hat bei mir erst die Begeisterung für "Klassiker" geweckt, und dafür werde ich meiner Lehrerin ewig dankbar sein. Sehr traurig, wenn der Deutschunterricht bei vielen das Gegenteil bewirkt und ihnen die Lust am Lesen der Klassiker auf ewig verleidet.

Aryana

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Re:Goethe, Schiller und Co. Mögt ihr die "Klassiker"?
« Antwort #30 am: 05 Juli 2010, 20:02:37 »
Neyasha, ihr habt Krabat in der Schule gelesen? Ich werde gelb vor Neid!
Wir durften teilweise bei der Schullektüre mitbestimmen, aber Krabat wurde nie vorgeschlagen. Durch die Selbstbestimmung haben wir "Die Farbe Lila" gelesen, aber ob das als Klassiker gilt?
An Faust hatte ich meinen Spaß, Schillers "Kabale und Liebe", womit wir auch genervt wurden, gefiel mir gar nicht - wahrscheinlich war ich einfach noch nicht bereit, hinter der kitschigen Liebesgeschichte die Gesellschaftskritik zu finden. Shakespeare? ja bitte, aber nur die Englisch-Deutsche Ausgabe, ich lese gern englisch, aber das alte Englisch ist mir teilweise dann doch auf Dauer zu anstrengend.
Bei den "modernen" Klassikern gefällt mir Dürrenmatt. "Die Physiker" haben wir in der Schule gelesen, die Theater-AG hat's aufgeführt und wir haben mal angefangen, eine Hörspielfassung als AG zu machen, die ist aber blöderweise nie fertiggeworden. Hesse... naja. Wenn's denn sein muss, auch das. 
« Letzte Änderung: 05 Juli 2010, 20:06:08 von Aryana »

Caity

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Re:Goethe, Schiller und Co. Mögt ihr die "Klassiker"?
« Antwort #31 am: 05 Juli 2010, 21:31:25 »
@ Aryana: Oh, das hatte ich vergessen, das durfte ich auch lesen. Aber da war ich zu jung, um einen guten Zugang zu zu finden - wir haben das gelesen, als ich in der sechsten war, zarte 12 Jahre ...

Offline Rilyn

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Re:Goethe, Schiller und Co. Mögt ihr die "Klassiker"?
« Antwort #32 am: 05 Juli 2010, 22:35:43 »
Oh, ganz vergessen, Asche auf mein Haupt ... Jonathan Swift. :whee:


@Neyasha: solche Lehrer gibt es selten *neidneid* :)
  • Ich schreibe gerade: Zuviel auf einmal.

Neyasha

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Re:Goethe, Schiller und Co. Mögt ihr die "Klassiker"?
« Antwort #33 am: 05 Juli 2010, 23:21:40 »
@Neyasha: solche Lehrer gibt es selten *neidneid* :)
Ja, das ist wohl leider so.
Wobei ich mich als 11jährige ganz schön gegruselt hab bei Krabat.  :zitter: Aber ich fand ihn trotzdem toll und hab von da an den Roman mindestens noch fünfmal oder öfter gelesen.  :hach:

"Kabale und Liebe" fand ich übrigens so furchtbar, dass ich selbst das ganze Studium hindurch einen großen Bogen darum gemacht habe. Allerdings haben wir es nicht gelesen, sondern eine ganz furchtbare Inszenierung des Linzer Landestheaters gesehen. Sonst haben mir die Theaterstücke, die wir uns von der Schule angeschaut haben, immer gefallen, aber das ...  :glotz:

Offline Rilyn

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Re:Goethe, Schiller und Co. Mögt ihr die "Klassiker"?
« Antwort #34 am: 06 Juli 2010, 00:07:24 »
Maria Stuart im Mülltütenkleid war auch so ein "Kultur"schock. :twitch:

Um eine ganze Handvoll Klassiker mache ich noch wegen der Schule nen Bogen; dabei ist das schon eine gefühlte Ewigkeit her. Das übliche Repertoire, möglichst abschreckend vermittelt ... den Faust habe ich gegen Latein-LK-Lektüren getauscht; aber Plinius, Ovid und Martial mag ich trotzdem ;D

  • Ich schreibe gerade: Zuviel auf einmal.

Melbur

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Re:Goethe, Schiller und Co. Mögt ihr die "Klassiker"?
« Antwort #35 am: 06 Juli 2010, 03:43:50 »
Also ich mag vorallem die alten Krimis; Holmes, Marple, Poirot, ... Die Klassiker eben. :)

Aryana

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Re:Goethe, Schiller und Co. Mögt ihr die "Klassiker"?
« Antwort #36 am: 06 Juli 2010, 08:04:32 »
Oh ja, Krimiklassiker liebe ich auch. Als Weltbild vor einiger Zeit mal eine Holmes-Gesamtausgabe im Angebot hatte, habe ich sofort zugeschlagen. :) Mein erster Holmes war ein geschenk von meinem Vater: Der Hund von Baskerville. Was hab ich mich damals gegruselt (ich muss so 12 gewesen sein), aber ich fand Holmes als Charakter schon immer toll.
Was ich auch in der Schule geliebt habe - die "Lateinklassiker". Oder vielmehr, DEN "Redenklassiker": Cicero. Und den Dichter Catull mit seiner herrlich krassen Ausdrucksweise. Wegen Cicero habe ich in der 12 neben meinem Latein-LK auch noch einen Latein-Grundkurs belegt... was im Nachhinein ganz gut war, weil der LK wegen Lehrerkrankheit dauernd ausfiel und ich so sprachlich am Ball bleiben konnte.

Mirella

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Re:Goethe, Schiller und Co. Mögt ihr die "Klassiker"?
« Antwort #37 am: 06 Juli 2010, 21:26:32 »
Mich stört nur, dass einem praktisch diktiert wird, Goethe, Schiller & Co. gut zu finden, denn ansonsten ist man ein Banause. Natürlich sind deren Werke Kunst - und gerade deswegen Geschmackssache.
Goethes Faust zum Beispiel mochte ich, den Werther dagegen fand ich grauenhaft jammervoll.

Hermann Hesse, Bertolt Brecht ("Leben des Galilei"), Jean-Paul Sartre, Kafka ("Die Verwandlung") mag ich sehr gerne.
Mit Eichendorff, Mann und Fontane konnte ich überhaupt nichts anfangen und hätte mich freiwillig nicht durch deren Werke gequält.

Aber was die Klassiker angeht, bin ich vor allem ein Fan der englischen Literatur.
Shakespeare, Dickens, Hemmingway, Orwell, Huxley, J.D. Salinger, Jane Austen ...
Shakespeare und Dickens gehören generell zu meinen Lieblingsautoren :hach: :hach: :hach:

Die Tatsache, dass ich beim Lesen der englischen Lektüre auch im Unterricht wesentlich mehr Spaß hatte als mit den deutschen Klassikern, hat vermutlich etwas mit der Herangehensweise zu tun. Im Englischunterricht geht es noch mehr um das Werk an sich und die eigene Meinung, da wird nicht ganz so fanatisch nach bizarren Interpretationen gesucht.
Für mich macht dieses "Totinterpretieren" viel kaputt. Wenn ich bei jeder Tür, durch die der Protagonist schreitet sofort "Symbol" schreien muss ...  ::)
Deswegen fand ich auch die Werke, die wir im Deutschunterricht besprochen haben, zunächst fast durchgehend schrecklich. Als ich sie dann vor dem Abitur nochmal für mich gelesen habe, dachte ich oft "Hoppla, das ist ja gar nicht so schlecht"  ;)


Obwohl wir auch im Deutschunterricht zum Teil durchaus kreative Herangehensweisen hatten. Hat mal jemand versucht, das 10. Bild von "Leben des Galilei" auf die Melodie von "Ein Stern der deinen Namen trägt" zu singen? Nein? :grinwech:

anabanana

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Re:Goethe, Schiller und Co. Mögt ihr die "Klassiker"?
« Antwort #38 am: 06 Juli 2010, 21:55:15 »
Passt ganz gut zur Schullektürediskussion:

Es ist ein Unsinn, jungen Leuten immer mit dem "Besten" zu kommen. Man hat sich in das Beste hineinzuwachsen, und das dauert of recht lange. Schadet auch nichts.
Vor allem ist es ganz unnatürlich, mit Goethe zu beginnen.

Theodor Fontane

Vieles, was ich in der Schule lesen musste, war für mich einfach zu früh (Emilia Galotti in der 8. Klasse  huh? ) oder der Lehrer hat es einem mit seiner Interpretationswut (wobei es natürlich nur eine richtige Interpretation gab --> Seine!) kaputtgemacht.
Als ich die Schullektüre 2 Jahre nach dem Abi nochmal gelesen habe, war ich wirklich erstaunt, wie interessant vieles war.


Mich stört nur, dass einem praktisch diktiert wird, Goethe, Schiller & Co. gut zu finden, denn ansonsten ist man ein Banause.
*unterschreib*

Und der Gedanke: Wenn der Leser Trivialliteratur nicht versteht, dann ist der Autor schuld. Wenn man die Klassiker nicht versteht, dann ist der Leser einfach zu blöd.  :devhmm:

Nachdem ich "Anna Karenina" von Tolstoi gelesen habe (auch für die Schule;), bin ich in einen wahren Klassiker-Rausch verfallen.
Nur um die Liste mit ein paar russischen Autoren zu bereichern: Nikolai Gogol  :hach: , Alexander Grin, Dostojewski.

Bei aktueller Literatur hab ich häufig das Gefühl, dass mir eigentlich Banales in einem Senationskostüm verkauft wird. Eine schicke Mogelpackung heißer Luft.
Die Klassiker lesen sich ruhiger und das gefällt.

 :cheerful:

Offline Rilyn

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Re:Goethe, Schiller und Co. Mögt ihr die "Klassiker"?
« Antwort #39 am: 06 Juli 2010, 22:09:45 »
*Banausen-Shirt drucken lass* ;D

Um mal das Gebiet der Phantastik anzusprechen:
Kann man Stanislav Lem zu Klassikern zählen? Isaac Asimov? Oder Howard Phillips Lovecraft? (Zugegeben, ich finde dass August Derleth besser schrieb, aber das kann auch am Übersetzer liegen.)
Den ersteren Beiden kann man schwerlich mangelnde Beschäftigung mit ernsten Themen absprechen. :devsmile:
« Letzte Änderung: 06 Juli 2010, 22:10:08 von Rilyn »
  • Ich schreibe gerade: Zuviel auf einmal.

Haramis

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Re:Goethe, Schiller und Co. Mögt ihr die "Klassiker"?
« Antwort #40 am: 06 Juli 2010, 22:35:21 »

Goethes Faust zum Beispiel mochte ich, den Werther dagegen fand ich grauenhaft jammervoll.
Hast du mal Shakespeares Richard II gelesen? Mehr jammern geht nicht.  :devgrin: :grinwech:

anaconda

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Re:Goethe, Schiller und Co. Mögt ihr die "Klassiker"?
« Antwort #41 am: 06 Juli 2010, 22:39:10 »
Zitat
*Banausen-Shirt drucken lass*

 :cscreen:
« Letzte Änderung: 06 Juli 2010, 22:39:46 von Anaconda »

Offline Rilyn

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Re:Goethe, Schiller und Co. Mögt ihr die "Klassiker"?
« Antwort #42 am: 06 Juli 2010, 23:05:02 »
Mich stört nur, dass einem praktisch diktiert wird, Goethe, Schiller & Co. gut zu finden, denn ansonsten ist man ein Banause.
*unterschreib*
Das bezog sich hierauf. *auch unterschreib* :schreib:

Aber jetzt überlege ich wirklich, was sich auf einem Banausenshirt gut machen würde ... *vor der OT-Keule flücht*


Äh, Topic, um mich vor einer Beule zu bewahren:
Brants Narrenschiff. Muss endlich meine Flohmarkterrungenschaft mit allen Holzschnitten drin ablichten. :hach:
« Letzte Änderung: 06 Juli 2010, 23:06:58 von Rilyn »
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anaconda

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Re:Goethe, Schiller und Co. Mögt ihr die "Klassiker"?
« Antwort #43 am: 06 Juli 2010, 23:13:33 »
Zitat
Aber jetzt überlege ich wirklich, was sich auf einem Banausenshirt gut machen würde ...

Vielleicht so was, Rilyn:

Goethe, Schiller?  :klugklo:  
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« Letzte Änderung: 06 Juli 2010, 23:16:52 von Anaconda »

Offline Lilith

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Re:Goethe, Schiller und Co. Mögt ihr die "Klassiker"?
« Antwort #44 am: 06 Juli 2010, 23:14:51 »
Mich stört nur, dass einem praktisch diktiert wird, Goethe, Schiller & Co. gut zu finden, denn ansonsten ist man ein Banause.
*unterschreib*
Das bezog sich hierauf. *auch unterschreib* :schreib:

Aber jetzt überlege ich wirklich, was sich auf einem Banausenshirt gut machen würde ... *vor der OT-Keule flücht*

*mitflücht*
Man müsste es beim Bachmannpreis tragen. :grinwech:
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Offline Rilyn

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Re:Goethe, Schiller und Co. Mögt ihr die "Klassiker"?
« Antwort #45 am: 06 Juli 2010, 23:18:40 »
Neee ich will ja ein Banause sein ... also vielleicht jede Menge kleingedruckte Namen von vielenvielen Klassikern, die ich mag, und dann sowas deutlich sichtbar dazu ... :denk:
(Wobei das ne Lüge wäre. Ich mag den Faust zwar nicht gerade, aber er wird gelesen. Naja, inzwischen habe ich dabei nur noch den Gretchenprozess im Hinterkopf.)

*Ablenkungsklassiker in den Raum werf*
Till Eulenspiegel. Ein Musterbeispiel dafür, wie ein dreckiger Wortschatz zu Weltliteratur werden kann.

 :grinwech:
« Letzte Änderung: 06 Juli 2010, 23:19:42 von Rilyn »
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GLaDos

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Re:Goethe, Schiller und Co. Mögt ihr die "Klassiker"?
« Antwort #46 am: 04 Dezember 2010, 10:14:48 »
Hallo,

nunja es ist bei mir sehr unterschiedlich. Eigentlich habe ich gar keinen Bezug zu solchen "Klassikern" und bin jetzt auch nur darauf gekommen, weil wir aktuell in der Schule Goethes "Faust" lesen. Ich liebe es, muss ich mittlerweile gestehen  :blush:
Die Schreibweise ist unglaublich. Ich liebe Zitate, die Schreibweise und auch wie es geschrieben würde, obwohl es relativ schwierig zu lesen ist, wie ich finde. Aber ich muss meinen Hut wirklich vor solchen Leuten ziehen, die es durchhalten einen ganzen Roman in Reimen oder Versen zu schreiben. Würde ich wahrscheinlich niemals schaffen^^ Umso lobenswerter ist es. Aber am allermeisten fasziniert mich, dass viele der angesprochenen Themen in die heutige Zeit passen. Da sieht man mal, dass sich nicht wirklich etwas in der Zeit ändert. Wirklich sehr interessant. Also ich bin jetzt langsam auf den Zug der "Klassiker" aufgesprungen, denke ich. Zwar muss ich mich mal noch ein wenig verstärkt umhören, wer mir so ein paar Bücherchen mal ausleiht, aber da gibt es ja genug ;)

LG GLaDos

Online Uli

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Re:Goethe, Schiller und Co. Mögt ihr die "Klassiker"?
« Antwort #47 am: 04 Dezember 2010, 12:54:43 »
von Zeit zu Zeit les ich die Alten gern ...

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Re:Goethe, Schiller und Co. Mögt ihr die "Klassiker"?
« Antwort #48 am: 06 Dezember 2010, 10:25:30 »
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Quisille

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Re:Goethe, Schiller und Co. Mögt ihr die "Klassiker"?
« Antwort #49 am: 06 Dezember 2010, 10:33:57 »
von Zeit zu Zeit les ich die Alten gern ...

... und hüte mich, dabei zu brechen.

Nimmer

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Re:Goethe, Schiller und Co. Mögt ihr die "Klassiker"?
« Antwort #50 am: 06 Dezember 2010, 15:21:34 »
von Zeit zu Zeit les ich die Alten gern ...

... und hüte mich, dabei zu brechen.
Du meinst sicher den Stab, nicht wahr?

Wave

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Re: Goethe, Schiller und Co. Mögt ihr die "Klassiker"?
« Antwort #51 am: 25 September 2015, 10:29:19 »
*Staub und Spinnweben abwasch*

Vor einiger Zeit (und interessanterweise recht kurz vor Entdeckung dieses Threads) erst hat mich aus einem unerfindlichen Grund heraus der Drang gepackt: "Jetzt aber mal her mit den Klassikern! Ich will Euch alle!" (Klingt verrückt, hat sich aber gefühlsmäßig in mir so abgespielt; wie lange das hält, wird sich zeigen ;D).

Und ich dachte, nachdem ich "gleichzeitig" Günter Grass' 'Blechtrommel', Hesses 'Steppenwolf' und Sir Arthur Conan Doyles 'Vergessene Welt' (Original: "The Lost World") angefangen hatte: "Wow! Du hättest schon längst mit den Klassikern anfangen sollen; jetzt hast Du endlich wieder Bücher, bei denen du nicht erwarten kannst, sie weiterzulesen.!" Charles Dickens 'David Copperfield' und Hesses 'Glasperlenspiel' stehen da allerdings noch mal auf einem ganz anderen Blatt (die habe ich auch beide vor diesem ganz konkreten "Klassiker-Entschluss" ;D gelesen) – und auf keinem schlechten, aber passen (derzeit?) nicht in diesen Begeisterungsschwung, der mich seit kurzer Zeit bzgl. der Klassiker (zumindest derer, die ich dafür halte ;D) gepackt hat, wobei ich allerdings sagen muss, bei den dreien, die ich "gleichzeitig" angefangen habe,
lieferten sich 'Die Blechtrommel' und 'Die vergessene Welt' eine ganze Zeitlang ein Kopf-an-Kopf-Rennen, bis Sir Arthur Conan Doyle dann endgültig den Sieg davontrug, da als erstes Buch zu Ende gelesen ;D.
Hesses Steppenwolf liegt derzeit weit abgeschlagen hinten.
Ach, da fällt mir ein, dass ich von Hesse tatsächlich schon damals Klassiker – und zwar mit Schwung und echter Begeisterung – verschlungen habe, ohne mir auch nur den Hauch eines Gedankens zu machen, ob ich gerade einen Klassiker lese ;D, und zwar:

'Siddharta' und 'Narziss und Goldmund'.

Dann habe ich noch Defoes 'Robinson Crusoe' gelesen, allerdings nicht im Original, ist eher interessant denn spannend (und manches Mal auch recht bedrückend, diese Einsamkeit "mitzuerleben") – für mich aber erst, nachdem ich mich durch viel zu viele Seiten mühsam durchkämpfen musste, bis er endlich mal auf seiner Insel gelandet ist, Kafka ... ab und zu les ich den Jungen gern ;D, Poe ebenfalls ab und an, aber die Zeitmaschine von H. G. Wells finde ich wieder faszinierend, ebenso einige seiner Erzählungen (muss unbedingt nochmal welche nachlesen) ... Mit Goethe und Schiller habe ich mich – außerschulisch – weniger bis gar nicht befasst. Aber was nicht ist, kann ja noch werden ... wie ich sehe :cheerful:.

So unterschiedlich kann  das also sein ...

So, viel mehr sind es nicht – weil ich bis vor besagtem Beschluss eben auch den (mir jetzt immer eigenartiger vorkommenden) Gedanken hatte: Bäh, Klassiker! So ein Blödsinn ;D.
Genausogut könnte ich sagen: Bäh, Bücher! ;D

Liebe Grüße

Wave

Edit: Doyles Name korrigiert ;D