Autor Thema: Ray Bradbury - Zen in der Kunst des Schreibens (eine schamlose Lobhudelei)  (Gelesen 2712 mal)

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Wolfskind

  • Gast
Eines meiner absoluten Lieblingsbücher rund um das Schreiben, deshalb möge man mir mangelnde Objektivität verzeihen.  ;D

Zen in der Kunst des Schreibens

Meine Meinung:
 :hach:  :hach:  :hach:
Achso - in Worten?
Na guuut.  ::)

Das Buch ist kein "Schreibratgeber", sondern ein spannender, humorvoller, manchmal auch grausiger Einblick in das schreiberische Leben des Autors. Und mir hat es für manche Dinge die Augen geöffnet, an Stellen, von denen ich gar nicht wusste, das mein Kopf auch da Augen hat.  ;D
Ray Bradbury verknüpft kleine und große Alltagserinnerungen mit kleinen und großen Erlebnissen und Erkenntnissen und zeigt, wie daraus kleine und große Geschichten wurden und was er daraus für Schlüsse gezogen hat. Über sich, seine Arbeit und das Leben.
In elf Essays, beispielsweise "Wie man eine Muse hält und nährt" oder "Betrunken, am Steuer eines Fahrrads" nimmt Bradbury einzelne Aspekte davon zusammen mit dem Leser unter die Lupe. Und im Kopf zumindest dieser Leserin haben die Essays anschließend weitergearbeitet.
Auf den ersten Blick mag es aussehen, als würde der Autor vor allem seine Werke bewerben und mancher Kritiker wirft ihm genau das vor.
Dazu kann ich nur sagen: Ja gar nicht.  :wasbesseres:

Klappentext:
Ray Bradbury, Autor von Fahrenheit 451, Die Mars-Chroniken und Der illustrierte Mann, hat über 500 Kuurzgeschichten, Romane, Gedichte, Theaterstücke und Drehbücher geschrieben und wurde mit znzähligen Preisen geehrt.

"Was ein Autor zuallererst sein sollte ist - erregt! Aus Fieber und Enthusiasmus sollte er bestehen."

Ray Bradbury, einer der großen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts, verrät in diesem begeisternden und praktischen Buch die Erfolgstechnichniken für das Schreiben von Kurzgeschichten, Romanen, Stücken und Drehbüchern.

Inhalt:
Das Vorwort trägt die Überschrift "Wie man den Baum des Lebens erklimmt, sich selbst mit Steinen bewirft und wieder herabsteigt, ohne sich den Hals zu brechen und den Verstand zu verlieren" und beginnt mit dem Satz: "Ein Vorwort mit einem Titel, der kaum länger ist, als das Buch selbst."

Besser hätte ich das Buch auch nicht beschreiben können.  ;D
Es sind nicht die "neuen Erkenntnisse" oder "großartigen Techniken", die dieses Buch für mich so besonders machen, sondern es sind die vielen, vielen Gedanken, die ich wiedererkenne, die schon hundertmal durch meinen Hinterkopf gehuscht sind, ich aber noch nie so klar und deutlich vor Augen hatte oder noch nie in diesem Zusammenhang gedacht habe.

Kurze Zitate:
Aus Wie man eine Muse nährt und hält:
"Die, die sich am meisten bemühen, verjagen sie. Der dagegen, der ihr den Rücken zuwendet und vor sich hinpfeifend dahinschlendert, hört ihren leisen Schritt hinter sich, wie sie ihm, angelockt durch mühsam antrainierte Missachtung, folgt."
(...)
Wir füttern uns selbst mit Eindrücken, Erfahrungen und unseren Reaktionen darauf.(...) Dies ist die Nahrung, das Manna, von dem die Muse lebt. Das ist das Lagerhaus, das Archiv, in das wir in jeder wachen Stunde zurückkehren müssen, um die Realität der Erinnerung gegenüberzustellen.
(...)
Es sind die zwei Seiten der Münze, die wenn man sie aufrecht auf die Tischplatte stellt und dreht, weder Erfahrung noch Arbeit zeigt, sondern den Augenblick der Offenbarung.

Aus Betrunken, am Steuer eines Fahrrads:
"Trunken vom Leben und nicht wissend, wohin es als nächstes gehen soll. (...) Und der Ausflug? Genau eine Hälfte Entsetzen, genau eine Hälfte Heiterkeit."
(...)
"Ich brauchte Jahre, um mich vom Dachboden, wo ich mich mit meiner eigenen Sterblichkeit auseinandersetzte (eine typische Teenager-Beschäftigung), hinunterzuschreiben, um ins Wohnzimmer zu gelangen und schließlich hinaus auf die Wiese und in die Sonne, wo die Löwenzahnblüten darauf warten, zu Wein zu werden.
(...)
Jede Geschichte war eine Methode ein neues Ich zu finden. Und jedes Ich sah die Dinge jeden Tag etwas anders als vierundzwanzig Stunden zuvor.

Die Liebeserklärung:
Da ich kleine Kinder haben, sind handelsübliche Lesezeichen die sicherste Methode, die Stelle eines Buches, die ich mir markieren wollte nienienie wiederzufinden, deshalb kennzeichne ich mir die "wichtigen" Stellen auf eine Weise, die den meisten Bücherfreunden die Tränen in die Augen treiben: ich mache Eselsohren hinein.
Da ich mir manche Stellen später einfach nocheinmal ansehen möchte, andere für einen bestimmten Zweck nochmal nachlesen aber auch die Stelle nicht verlieren will, an der ich aufgehört habe zu lesen, habe ich inzwischen ein ausgeklügeltes System unterschiedlicher Falze, Kniffe und gewöhnlicher Eseslohren. :the_brow:
Bei Makierung aller merkenswerten Stellen würde dieses Buch aussehen, als ob ich versucht hätte, daraus per Origami den Eifelturm detailgetreu nachzubauen.  ;D

edit: klix
editedit: Link aktualisiert
« Letzte Änderung: 21 April 2012, 11:50:50 von Wolfskind »

Ginnie

  • Gast
Wieso? Eselsohren passen doch perfekt zu dir?

Und du hast mich schon überzeugt. Selbst wenn ich überhaupt nichts dazu lernen sollte, lesen möchte ich es auf jeden Fall :cheerful:

Wolfskind

  • Gast
 :cheerful:

*schonmal beim Verlag wegen möglicher Werbeverträge nachfrag*  :the_brow:

Offline Windstoß

  • Höllenhund
  • *
  • Beiträge: 132
Schöne Werbung Beschreibung, Wolfskind!

Wenn dann mal wieder etwas Geld auf meinem Konto ist ...

Dieses Zitat:
Zitat
Wir füttern uns selbst mit Eindrücken, Erfahrungen und unseren Reaktionen darauf.(...) Dies ist die Nahrung, das Manna, von dem die Muse lebt. Das ist das Lagerhaus, das Archiv, in das wir in jeder wachen Stunde zurückkehren müssen, um die Realität der Erinnerung gegenüberzustellen.
Trifft mein aktuelles Problem - ich habe viel zu wenig Eindrücke und Erfahrungen und das muß ich ändern.  :cheerful:
„Was immer du tun kannst oder erträumst zu können, beginne es. Kühnheit besitzt Genie, Macht und magische Kraft.
Beginne es jetzt.“
Goethe

Aryana

  • Gast
 :hach: Dieses Buch ist SO toll! Und ohne Wolfskind würde ich es nicht kennen!
*Wolfskind drück*

Offline Forticus

  • Höllenhund
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  • Beiträge: 182
Wolfskind,
schlimm, ganz schlimm, das Buch!

Nachdem ich Deinen thread gelesen habe, hab ich es sofort bestellt und angefangen zu lesen, gestern.
Ich kam nicht weit. Nach dreißig Seiten hab ich es weggelegt ...

Die Muse hat es mir aus der Hand gerissen und mich geküsst.   :whee:

Am frühen Abend hatte ich einen Text mit 600 Worten. Heute Morgen ist er mit 1170 Worten "fertig". Drüber bügeln muss ich natürlich noch ein paar mal. Konzentrieren kann ich mich jetzt darauf nicht, denn seit dem späten Abend spukt mir noch der Entwurf für eine weitere Geschichte im Kopf rum.

Danke !  :bluemelein:
« Letzte Änderung: 28 Juli 2010, 11:34:26 von Forticus »
Ein Yogahotel ist kein Ponyhof!

Wolfskind

  • Gast
 :blush:
 :cheerful:

*Blümchen knusper*

Offline Forticus

  • Höllenhund
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Die Virtuosen

Der Bildhauer, der seine Figuren mit dem Meisel aus der Gefangenschaft des Steines entlässt.
Der Saxophonist, der seine Noten mit Fingerspitzengefühl vom Papier ablöst.
Der Autor, der sein Unterbewußtsein mit dem Federkiel aus der Gehirnmasse freilegt.

Danke, Ray Bradbury!

Kann mal bitte jemand diese Muse von mir runter nehmen? Ich muss jetzt leider in Urlaub.
(fertig 1550 und steigend)
Ein Yogahotel ist kein Ponyhof!

Antigone

  • Gast
Hab mir gestern gleich mal das Buch aus der bücherei geholt! Mal gucken, ob es hält, was Wolfskind verspricht....

Loneha

  • Gast
Deine Lobhudellei hat bei mir gewirkt, ich hab's mir jetzt bestellt und bin sehr gespannt drauf :cheerful:

Roseend

  • Gast
Meine Buchhandlung anruf und schnell noch vor dem Urlaub bestell..... :cheese:

Berber

  • Gast
Lasst mir auch noch ein Exemplar übrig!!!

Schnell zu Amazon schleich und bestell,  :grinwech:

Danke Wolfskind für die Lobhudelei. :bluemelein:

Liebe Grüße Berber