Autor Thema: Unterhaltungsliteratur: Was gehört dazu und was nicht?  (Gelesen 17166 mal)

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Offline Rilyn

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Re: Unterhaltungsliteratur: Was gehört dazu und was nicht?
« Antwort #60 am: 15 September 2013, 03:52:19 »
Trippelschritts Definition gefällt mir, weil sie keine klare Grenze steckt; und trotzdem merkt man allein anhand des Werkes, von welcher Seite es mehr Anteil hat. Seltsam wird's, wenn man nur zwei Kisten hat und in eine davon einsortieren muss, denn ein guter Teil aller Bücher dürfte sich hart an der Grenze bewegen. :)

Antikes Beispiel: Shakespeare mit seinen tieferen Theaterstücken, die trotzdem die Mengen begeistert haben.
Modernes Beispiel: Kehlmann mit durchaus interessanten Fragen und trotzdem hohen Verkaufszahlen.
Tolle Beispiele für mein Lieblingszitat. :cheese:
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Offline Katja

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Re: Unterhaltungsliteratur: Was gehört dazu und was nicht?
« Antwort #61 am: 15 September 2013, 09:02:15 »
Hallo ihr lieben Teufel!

Eine interessante Diskussion, die ich im Augenblick während der Pendelei zum Job und wieder zurück nur lesend mitverfolgen kann. Ich tippe so schnell ich kann mal die Definition aus dem Wilpert ab. Die ist lang und ziemlich gut. Viele Aspekte sind hier schon genannt worden, so viel kann ich schon mal verraten! :)

Edit:

Habe den Text doch komplett beim Morgenkaffee abgetippt und bei den Ornithologischen Fachbegriffen eingefügt. :)
« Letzte Änderung: 15 September 2013, 09:48:15 von Katja »
"Kritiker sind blutrünstige Leute, die es nicht bis zum Henker geschafft haben."

Shaw

Ryek Darkener

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Re: Unterhaltungsliteratur: Was gehört dazu und was nicht?
« Antwort #62 am: 15 September 2013, 09:59:57 »
So, jetzt an der richtigen Stelle. :diablo:

Ich habe mir den Text gerade durchgelesen. Ohne einen intellektuellen Anlauf erschließt der sich nicht. Er ist genau so zutreffend wie abgehoben und elitär.
Möglicherweise ist es ja auch nicht machbar, das Thema auf einer "niedrigeren" Ebene zu behandeln. Aber in dieser Flughöhe wird, behaupte ich mal, die Luft knapp ... :cheese:

Offline Katja

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Re: Unterhaltungsliteratur: Was gehört dazu und was nicht?
« Antwort #63 am: 15 September 2013, 10:04:09 »
Und ich kann das auch gerne noch mal wiederholen: es handelt sich dabei um einen Artikel aus einem Lexikon für Literaturwissenschaftler. Und ja, einen gewissen Intellekt braucht man, um das zu verstehen.  :diablo:
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Offline Rilyn

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Re: Unterhaltungsliteratur: Was gehört dazu und was nicht?
« Antwort #64 am: 15 September 2013, 15:53:34 »
Hmhihi, für diese langen Sätze hätte man ihn im 16. Jahrhundert bejubelt. :grinwech:

Klingt greifbar soweit und tatsächlich nah dran an dem, was sich im Thread rauskristallisiert, ist mir aber persönlich ein bisschen zu wertend; weniger auf die Unterhaltungs- als auf die Aussagen zu Trivial- und hoher Literatur bezogen. Ansonsten ist es möglich, fast jedes Thema auf einer allgemeintauglichen Ebene zu behandeln, sofern man sich an Interessierte wendet. Eine ganze Menge Astrophysiker z.B. beweisen das immer wieder eindrucksvoll - warum sollte es also mit einem so menschlichen Thema wie Literatur nicht gehen?

Aber das wäre eine Diskussion um den Sinn eines Lexikonartikels und nicht mehr ums Thema. :)
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Ryek Darkener

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Re: Unterhaltungsliteratur: Was gehört dazu und was nicht?
« Antwort #65 am: 16 September 2013, 19:06:21 »
Hmhihi, für diese langen Sätze hätte man ihn im 16. Jahrhundert bejubelt. :grinwech:

Mit diesen langen Sätzen hätte er die Inquisition nicht überlebt.  :grinwech:

Zitat
Klingt greifbar soweit und tatsächlich nah dran an dem, was sich im Thread rauskristallisiert, ist mir aber persönlich ein bisschen zu wertend; weniger auf die Unterhaltungs- als auf die Aussagen zu Trivial- und hoher Literatur bezogen.

Jep. Es ist wertend, meiner Meinung nach, aber ohne Zweifel gut herausgearbeitet.

Zitat
Ansonsten ist es möglich, fast jedes Thema auf einer allgemeintauglichen Ebene zu behandeln, sofern man sich an Interessierte wendet. Eine ganze Menge Astrophysiker z.B. beweisen das immer wieder eindrucksvoll - warum sollte es also mit einem so menschlichen Thema wie Literatur nicht gehen?

Der Unterschied zwischen Astrophysik und Literatur ist, dass niemand die Grundlagen der Astrophysik in Frage stellen kann, wie zum Beispiel die vier Grundrechenarten. :diablo:

Bei Literatur gibt es, soweit mir bekannt, diese nicht. Und Grammatik und Semantik machen, auch wenn richtig angewendet, noch lange keine Literatur.

Zitat
Aber das wäre eine Diskussion um den Sinn eines Lexikonartikels und nicht mehr ums Thema. :)

*unterschreibt.

Offline Quisille

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Re: Unterhaltungsliteratur: Was gehört dazu und was nicht?
« Antwort #66 am: 17 September 2013, 09:27:38 »
Hm. Die Sache ist doch eigentlich recht einfach und wird in der von Katja zitierten Definition auch sehr treffend herausgearbeitet. Wie der Name schon sagt, ist Unterhaltungsliteratur Literatur, die (in erster Linie) unterhält.

Der Umkehrschluss wäre dann: Wenn es nicht Unterhaltungsliteratur ist, ist es entweder keine Literatur oder nicht unterhaltend.

:cheese:

Scherz beiseite. Natürlich sind die Grenzen fließend, und man möchte sagen, wenn ein Werk nur lange genug überlebe, erhalte es irgendwann den Ritterschlag und mogele sich in den Kanon hinein. Bedeutung scheidet sich von Belanglosigkeit am zuverlässigsten in der Retrospektive. Bücher werden als gebundene Ausgabe geboren, leben als Paperback und werden als Dünndruckausgabe bestattet.

Offline Rilyn

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Re: Unterhaltungsliteratur: Was gehört dazu und was nicht?
« Antwort #67 am: 17 September 2013, 11:35:08 »
Hmhihi, für diese langen Sätze hätte man ihn im 16. Jahrhundert bejubelt. :grinwech:

Mit diesen langen Sätzen hätte er die Inquisition nicht überlebt.  :grinwech:
Oh doch, die schrieben ja selbst so. :uhoh: (Ein Urteil z.B. galt als hohe Kunst des Schreibens, wenn es in einem einzigen Satz abgefasst war. Der zieht sich aus heutiger Sicht über vier Taschenbuchseiten.)
Mit ner Rechtschreibreform im Sinne von "Mehr Punkte!" hätte die Inquisition einmal was Sinnvolles vollbracht. :diablo:


Die Retrospektive finde ich unheimlich wichtig. Danke, dass du die nochmal ins Spiel bringst, Quisille :)
Denn ein Werk lebt ja auch von den Lesern. Wie sollte man es also einordnen, wenn es frisch geschrieben und ungelesen ist?
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Offline Trippelschritt

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Re: Unterhaltungsliteratur: Was gehört dazu und was nicht?
« Antwort #68 am: 18 September 2013, 07:17:20 »
Ich glaube, ich habe es irgendwo schon einmal erwähnt.
Schillers Räuber wurde mit Blick auf das Publikum geschrieben
und sollte vor allem unterhalten.

Trippelschritt
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Womit kann der alte Vol Jin euch helfen