Autor Thema: Unterhaltungsliteratur: Was gehört dazu und was nicht?  (Gelesen 19413 mal)

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Chris

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Re: Unterhaltungsliteratur: Was gehört dazu und was nicht?
« Antwort #40 am: 13 September 2013, 19:14:32 »
"Anspruchsvolle Literatur" ist meiner Meinung nach Sozial-/Gesellschaftskritik in Romanform. Das, was man in der Schule bis zum erbrechen auseinandernehmen musste, um es wirklich voll zu verstehen. (was aber auch teilweise daran lag, dass man einfach in anderen Zeiten lebt als denen, zu denen das Buch geschrieben wurde)

Ich würde die Grenze beim "in Anspruch nehmen" ziehen, nicht beim Anspruchsvoll. Wenn ein Buch meine volle Aufmerksamkeit fordert um von mir erfasst zu werden, empfinde ich es als Anspruchsvoll. (Stilistisch grottenschlechte Bücher bei denen ich einfach nicht verstehe was der Autor ausdrücken will außen vor  ;D )

Etwas OT aber ich finde es muss gesagt werden:

Ich mag Potter nicht, aber ihn mit Twilight in einen Topf zu werfen finde ich trotzdem unnötig grausam und gemein   :denk:

Offline Rilyn

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Re: Unterhaltungsliteratur: Was gehört dazu und was nicht?
« Antwort #41 am: 13 September 2013, 19:55:44 »
Hmm, fließende Grenzen gibt es einfach, deshalb kann man sie nicht mit einer "Genredefinition" geradeziehen und Bücher auf beide Seiten schmeißen; denn bei jedem zweiten Buch würden sich Leute in die Haare geraten. ;D

Gehobene Literatur ist mehr als reine Unterhaltung. So weit, so gut? Wollte Agatha Christie nur unterhalten? Man kann ihre Krimis zum Zeitvertreib lesen, aber man kann darin auch mehr Gesellschaftskritik bis in feinste Details, gnadenlose und perfekt verpackte Menschenkenntnis und hervorragendes schreiberisches Handwerk finden, bis der Krimi zur Nebensache wird. Aber ist das gehobene Literatur? Oder nageln Krimi und Unterhaltungsaspekt das Werk unwiderbringlich in die Belletristikecke? Was ist mit A Song of Ice and Fire, das mit Gesellschaftskritik nicht spart, aber auch nicht wertet? Oder ist gehobene Literatur erst das, was ohne den Aspekt des "gehobenen" Anspruchs keinen Unterhaltungswert mehr hat?

Da halte ich es lieber mit Horaz und dem von ihm geklauten Zitat unter meinem Avatar.
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Offline Trippelschritt

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Re: Unterhaltungsliteratur: Was gehört dazu und was nicht?
« Antwort #42 am: 14 September 2013, 07:56:33 »
Ich bin mittlerweile über eine Definition gestolpert, die mir sinnvoll erscheint.
(Gehobene) Literatur beschäftigt sich mit den inneren Dingen, Belletristik oder Trivialliteratur mit den äußeren.
Das sagt aber noch nichts über die Qualität der Machwerke aus. Nur über den Anspruch.

Liebe Grüße
Trippelschritt
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sasa ray

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Re: Unterhaltungsliteratur: Was gehört dazu und was nicht?
« Antwort #43 am: 14 September 2013, 10:20:31 »
@Trippelschritt:
Mit der Definition kann ich jetzt gar nichts anfangen. Dann wäre ja der innere Konflikt, ob Bella sich jetzt ihrem Glitzervampir hingeben soll, höhere Literatur und Die heilige Johana der Schlachthöfe trivial, weil es geht ja um Arbeitsbedingungen ... etwas überspitzt ausgedrückt.

Ich finde, es ist nicht auseinanderzuhalten. Henry Miller ist auch ein nettes Beispiel. Viele sagen: Pornographie (ich meine jetzt nicht Opus Pistorum), manche sagen: Toll! Literatur! Wieder andere sagen: Ich kann das nicht lesen, also muss es E-Lit sein.
Unglaublich anspruchsvoll finde ich jetzt auch das Irish Form Book, da sind alle irischen Rennpferde verzeichnet, mit allen Rennen, die sie gelaufen sind, Rennverläufen ... auf dreitausend Seiten unfassbar viel Information ... das kann ich auch nicht nebenbei lesen. Shakespeare schon.

Ich würde sagen: Geschmackssache.

Haramis

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Re: Unterhaltungsliteratur: Was gehört dazu und was nicht?
« Antwort #44 am: 14 September 2013, 12:41:58 »
Sowohl Unterhaltungsliteratur als auch Trivialliteratur als auch gehobene Literatur haben ihre Berechtigung. Wie von vielen schon gesagt, sind die Grenzen fließend.

Zitat
Vor einigen Tagen hörte ich in einer Buchhandlung, wie der Besitzer zu einem Kunden sagte: "Ein Verlag oder eine Buchhandlung kann von anspruchsvoller Literatur alleine nicht existieren. Auch Trivialliteratur muss verlegt und verkauft werden."
Es gibt einfach nicht genug Leute, die "anspruchsvolle Literatur" kaufen. Der meiste Umsatz wird wohl mit Unterhaltungs- bzw. Trivialliteratur gemacht.

sasa ray

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Re: Unterhaltungsliteratur: Was gehört dazu und was nicht?
« Antwort #45 am: 14 September 2013, 14:26:31 »
Laut Wikipedia gehört Agatha Christie als moderner Klassiker zur Hochliteratur. Nix gegen Agatha Christie, aber ich komm da nicht klar mit.

Offline Trippelschritt

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Re: Unterhaltungsliteratur: Was gehört dazu und was nicht?
« Antwort #46 am: 14 September 2013, 15:57:45 »
@Trippelschritt:
Mit der Definition kann ich jetzt gar nichts anfangen. Dann wäre ja der innere Konflikt, ob Bella sich jetzt ihrem Glitzervampir hingeben soll, höhere Literatur und Die heilige Johana der Schlachthöfe trivial, weil es geht ja um Arbeitsbedingungen ... etwas überspitzt ausgedrückt.

Ich würde sagen: Geschmackssache.

Ich versuche es noch einmal, denn Geschmacksache ist es nicht, obwohl auch hier gilt, dass es keine klaren Grenzen gibt. Diese Definition benutzt ein formales Kriterium. Das macht es leichter.
Innen heißt, dass das Geschehen des Romans sich vorwiegend in der Gedankenwelt der Figuren oder des Protagonisten abspielt.
Außen heißt, die Leute tun etwas.
Innere konflikte gibt es überall. Entscheidend ist aber, wie viel davon sich im Verhalten widerspiegelt. Zu Deinen beiden Beispielen kann ich allerdings nichts sagen, weil ich die Bücher nicht gelesen habe.

Die Geschmacksache kommt in die Problematik hinein, wenn es um Qualität geht. Es gibt Unterhaltungsautoren, die fantastische Geschichtenerzähler sind, und es gibt Literaten, die ausgesprochen blutleer schreiben.
Ob eine Geschichte einem etwas sagt, hängt nicht nur davon ab, was in der Geschichte alles drinsteckt, sondern auch, was der Leser in der Geschichte entdeckt. Das wiederum hängt sehr stark damit zusammen, was einen persönlich bewegt, was man vorher schon alles gelesen hat etc.

Ob ich persönlich mit einer Geschichte etwas anfangen kann oder nicht, ist ganz bestimmt kein Qualitätskriterium, wie ich bei mir bereits mehrfach habe feststellen können, wenn mich das enthusiastische Lob eines Kritikers dazu verleitet hat, ein bestimmtes Buch zu kaufen.

Liebe Grüße
Trippelschritt
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Ryek Darkener

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Re: Unterhaltungsliteratur: Was gehört dazu und was nicht?
« Antwort #47 am: 14 September 2013, 16:38:40 »
Laut Wikipedia gehört Agatha Christie als moderner Klassiker zur Hochliteratur. Nix gegen Agatha Christie, aber ich komm da nicht klar mit.

Wahrscheinlich ist das englische Original gemeint und nicht die deutsche Übersetzung. :diablo: :grinwech:

sasa ray

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Re: Unterhaltungsliteratur: Was gehört dazu und was nicht?
« Antwort #48 am: 14 September 2013, 17:10:08 »
Ja, Übersetzungen sind ja ein Thema für sich ...

Bei mir knirscht noch der innere Konflikt mit den Zähnen: Ich bemühe mal diese berüchtigten Alpenweltromane. Wenn die Protagonistin sich nicht entscheiden kann, ob sie den schmucken Bergdoktor flachlegt oder doch den knackigen Stallknecht, dann ist das doch ein innerer Konflikt, der auch das Handeln bestimmt. Ganz ähnlich wie die Frage: Bring ich den Fisch an Land, oder eben nicht (Der alte Mann und das Meer)(sorry Ernest!). :grinwech:

Haramis

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Re: Unterhaltungsliteratur: Was gehört dazu und was nicht?
« Antwort #49 am: 14 September 2013, 17:18:24 »
Ganz ähnlich wie die Frage: Bring ich den Fisch an Land, oder eben nicht (Der alte Mann und das Meer)(sorry Ernest!). :grinwech:
Ich würde mal behaupten - ohne das Werk je gelesen zu haben, Asche auf mein Haupt - dass es in Hemingways Werk um mehr als nur den Fisch geht. ;) Ich denke, da steckt eine tiefere Bedeutung dahinter, was das Werk dann auch zur anspruchsvollen Literatur macht.

Tuerkis

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Re: Unterhaltungsliteratur: Was gehört dazu und was nicht?
« Antwort #50 am: 14 September 2013, 17:36:27 »
@sasa ray: Ich würde Trippelschritts Aussage ähnlich wie Haramis interpretieren.
--> Die Entscheidung, wen die Protagonistin deines Beispiels flachlegt, hat nur Auswirkungen auf die Dinge, die, sagen wir mal, zur Grundversorgung des Körpers beitragen (Schlafen, Essen, Sex, bis zu einem gewissen Grad auch soziale Interaktion). Die Gedanken, die sie sich um ihre Entscheidung macht, sind also nur auf ihre äußeren Lebensumstände fixiert.

Genauso bei Twilight: Da diskutiert Bella vor allem die Frage, wie sie jetzt ihren Lover möglichst bei sich behalten soll, welchen sie nehmen soll, wie sie Schatzi glücklich machen kann, usw., vielleicht noch, ob ein unsterblicher Freund nicht eine doofe Sache ist - damit beziehen sich ihre Gedanken aber wieder nur auf ihre Grundversorgung und Bellas eigene Lebensumstände.

--> "Literatur" wäre nach dieser Definition, wenn man abstraktes Denken hinzufügt, dessen Objekte sich über Grundversorgung und/oder äußere Lebensumstände erheben. Z.B. könnten die Gedanken Richtung Ethik, Moral, Politik etc. abdriften. In der meisten Literatur wird das auch weniger explizit behandelt, sondern gerne mal implizit. Damit geht es um abstrakte, innere Dinge.

Beispiel: Tolstois Kreutzersonate. Da geht es oberflächlich natürlich um seine Ehe, aber die Gedanken, die der Protagonist sich macht, und die sich aus der Erzählung an sich ergeben, stellen vielmehr das Prinzip der Ehe in Frage und versuchen, Fragen dazu zu stellen, wie eine Ehe funktionieren kann, sollte usw usf.

Ich denke, daraus ergibt sich auch für mich ein wichtiges Kriterium zur Literaturdefinition: "Hohe" Literatur wirft (abstrakte) Fragen auf. :)



Damit wären Trippelschritts
...innere Dinge: Abstrakte Fragen, die universell auf viele Menschen anwendbar und mit verschiedenen Antworten zu beantworten sind.
...äußere Dinge: Konflikte, die sich auf Grundversorgung und eigene Lebensumstände des Protagonisten beziehen; aufgeworfene Fragen betreffen nur die Protagonisten selbst ("Welchen Lover will sie?")


Dazwischen gibt es dann ein weites Feld an Mischgattungen und reine Vertreter der einen oder anderen oder anderen Spezies zu finden, könnte je nach Suchmethode hart werden. :grinwech:

Haramis

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Re: Unterhaltungsliteratur: Was gehört dazu und was nicht?
« Antwort #51 am: 14 September 2013, 18:11:10 »
Ich denke, daraus ergibt sich auch für mich ein wichtiges Kriterium zur Literaturdefinition: "Hohe" Literatur wirft (abstrakte) Fragen auf. :)
Deswegen muss hohe Literatur auch interpretiert werden: man muss über das Offensichtliche zur dahinterliegenden tieferen Ebene durchsteigen, um diese abstrakten Fragen diskutieren oder durchdenken zu können.

EDIT: Tippfehlerchen ...  :watchout:
« Letzte Änderung: 14 September 2013, 20:07:21 von Haramis »

sasa ray

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Re: Unterhaltungsliteratur: Was gehört dazu und was nicht?
« Antwort #52 am: 14 September 2013, 18:26:44 »
*nöl* Ist Romeo und Julia hohe Literatur? Welche abstrakten Fragen? Ich gebe ja zu, ich bin ein Banause ...
Nach der Definition ist Harry Potter dann auch hohe Literatur. Denn es geht dort ja weniger um Zauberssprüche und Quidditch, sondern elementar um Gut und Böse, die Unterscheidung von Beidem und auch um die Schwierigkeiten, Entscheidungen in die eine oder andere Richtung zu treffen. Die Auswirkungen, die Entscheidungen Einzelner auf die gesamte Gemeinschaft haben können usw usf ...

Tuerkis

  • Gast
Re: Unterhaltungsliteratur: Was gehört dazu und was nicht?
« Antwort #53 am: 14 September 2013, 18:36:27 »
Und deswegen stimme ich Jenna auch zu, dass Harry Potter etwas besseres als Twilight ist. ;)
Das heißt nicht, dass ich HP zu hoher Literatur zähle, das heißt nur, dass ich HP in die Grauzone einsortiere, die ich in meinem Beitrag am Ende erwähnt habe, weil es eben Fragen aufwirft. Diese sind aber relativ offensichtlich und explizit gestellt, ohne Ansätze zur einer besonders originellen Antwort zu liefern, weshalb es wie gesagt lange nicht so literarisch wie die Kreutzersonate ist. :)

Romeo und Julia halte ich tatsächlich auch nicht unbedingt für Shakespears höxten Geniestreich. Ich hab mal versucht, in der Schule in meiner Facharbeit daran die Ästhetik des Tragischen zu interpretieren und bin gescheitert, weil ich zu dem Schluss gekommen bin, dass in Romeo und Julia eben nicht das Tragische das Ästhetische ist, sondern ihre "unendliche Liebe". Die wirft zwar vielleicht ein paar Fragen auf, und der Streit zwischen den Familien auch, etc. etc., aber deshalb würde ich auf meiner persönlichen (!) Skala als weniger literarisch einsortieren.
Wertfreie Aussage dazu: Ich glaube, dass Romeo und Julia auch deshalb so populär ist - Leute sind eben fasziniert von einer großen Liebe, und Shakespeare kann eben auch dann schreiben, wenn das Stück keinen starken Tiefgang hat.
--> auch Grauzone, wenn vermutlich auch eine andere Schattierung von Grau. :grinwech:

@Haramis: Das unterschreibe ich so. :)

Sirius

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Re: Unterhaltungsliteratur: Was gehört dazu und was nicht?
« Antwort #54 am: 14 September 2013, 19:31:36 »
Themen zusammengeführt.

Sirius, wozu fragst du mich eigentlich vorher, wenn du dann doch ignorierst, was ich antworte?


@ FF

das tut mir schrecklich leid.
Ich habe deine Antwort-PN wohl falsch verstanden und dachte, die Frage stellen zu dürfen.

Nicht böse sein!!!



Edit-Anmerkung von Ayeelah: Zitat von FF eingefügt. Ergänzung: ich glaube nicht, dass es FF hier darum geht, eine Frage nicht stellen zu dürfen ...
« Letzte Änderung: 14 September 2013, 19:42:25 von Ayeelah »

Offline Ayeelah

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Re: Unterhaltungsliteratur: Was gehört dazu und was nicht?
« Antwort #55 am: 14 September 2013, 19:40:02 »
:modmodus:

Bitte - wenn auf einen Post geantwortet wird, der so etwa eine Seite (oder mehr) zurückliegt, wäre es ganz sinnvoll, den Post zumindest teilweise zu zitieren, ich hätte deinen Post eben beinahe gelöscht, Sirius, weil völlig aus dem Nichts gegriffen und off-topic und scheinbar PN-Verkehr (zumindest auf den ersten Blick).


Back to topic, plz.
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Offline Trippelschritt

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Re: Unterhaltungsliteratur: Was gehört dazu und was nicht?
« Antwort #56 am: 14 September 2013, 21:07:08 »
*nöl* Ist Romeo und Julia hohe Literatur? Welche abstrakten Fragen? Ich gebe ja zu, ich bin ein Banause ...
Nach der Definition ist Harry Potter dann auch hohe Literatur. Denn es geht dort ja weniger um Zauberssprüche und Quidditch, sondern elementar um Gut und Böse, die Unterscheidung von Beidem und auch um die Schwierigkeiten, Entscheidungen in die eine oder andere Richtung zu treffen. Die Auswirkungen, die Entscheidungen Einzelner auf die gesamte Gemeinschaft haben können usw usf ...

Definitiv nicht!!!
HP ist überaus handlungsorientiert.
Lies mal Alice Munroe oder so etwas.

Trippelschritt
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sasa ray

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Re: Unterhaltungsliteratur: Was gehört dazu und was nicht?
« Antwort #57 am: 14 September 2013, 21:39:57 »
Munro meinst Du? Kleine Aussichten hab ich irgendwo (ist aber nichts hängen geblieben :versteck:) ... empfehl mir mal was ... :)

Hast Du Potter komplett gelesen?

Ist denn ein Text rein handlungsorientiert, auch wenn er, eingebettet in Handlung, abstrakte Fragen behandelt? Umgekehrt gefragt: Hat ein Text, der vielen Lesern gefällt, eine Chance, "mehr" zu sein als Unterhaltungsliteratur?
Gelten innere Konflikte nichts mehr, wenn sie nicht mehr allein existieren, wenn man ihnen auf der Spur bleiben muss, um nicht in die Irre zu gehen, wenn es Nebenhandlungen gibt, die nicht schwer sind und die einen vielleicht sogar zum Lachen bringen?

Chris

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Re: Unterhaltungsliteratur: Was gehört dazu und was nicht?
« Antwort #58 am: 14 September 2013, 21:49:46 »
Natürlich gelten sie noch etwas, wenn es witzig wird. Beispiel: Dürrenmatts "Die Physiker". Den fand ich unglaublich unterhaltsam, gehört aber wohl in die Sparte der "anspruchsvollen" Literatur (ja, auch wenn es ein Theaterstück ist).

Tuerkis

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Re: Unterhaltungsliteratur: Was gehört dazu und was nicht?
« Antwort #59 am: 15 September 2013, 03:25:59 »
Hat ein Text, der vielen Lesern gefällt, eine Chance, "mehr" zu sein als Unterhaltungsliteratur?


Ja.
Antikes Beispiel: Shakespeare mit seinen tieferen Theaterstücken, die trotzdem die Mengen begeistert haben.
Modernes Beispiel: Kehlmann mit durchaus interessanten Fragen und trotzdem hohen Verkaufszahlen.