Autor Thema: Unterhaltungsliteratur: Was gehört dazu und was nicht?  (Gelesen 17167 mal)

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Leony19

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Unterhaltungsliteratur: Was gehört dazu und was nicht?
« am: 10 November 2009, 08:35:12 »
Hi!
Ich mach mir sehr häufig Gedanken über dieses Thema und dachte, ich starte mal eine Diskussion in dieser Sache.

Was ist Unterhaltungsliteratur und was nicht?
Tja, ich finde das ist sehr schwer weil vieles Unterhaltung sein kann, aber ist es dann auch direkt Unterhaltungsliteratur?

Die einen finden King unterhaltsam, aber ist es denn dann Unterhaltungsliteratur? Ein anderer findet das über Goethe, Schiller, Kafka, Shakespeare. Ich denke, Unterhalten, tun alle Romane irgendwen. (Ausnahmen bestätigen die Regel) Aber was denkt ihr? Was ist konkret Unterhaltungsliteratur. Das Fantasy wohl dazu gehört ist klar. Aber wo liegen bei euch die Maßstäbe für Unterhaltung?

Wenn man mich fragt:"Was schreibst du?" Überleg ich ganz oft. Fragt man mich nach Genre? Dann wohl Fantasy. Aber ist es gleichzeitig auch Unterhaltungsliteratur? Ich denke schon, denn das ist das Ziel. Ich will unterhalten.  Gleichzeitig, und dass ist ein Punkt über den ich nachdenke, wird Unterhaltungsliteratur manchmal belächelt. Sie ist ein Brennpunkt. Löst Diskussionen aus. Ja, eine gar haarige Angelegenheit manchmal.

Mir hat mal jemand versucht ein Kompliment zu machen (ich hatte es schon mal irgendwo erwähnt) in dem er sagte:"Deine Geschichten sind immer so voller Beziehungskisten, das kannst du so gut. Schreib doch mal eine Internet Telenovela."
Der Satz hat mich so sehr deprimiert, dass ich ihm erstmal erklärt hab, dass ich zwar verstehe, dass er es als Kompliment meint, aber mir damit eher eine Ohrfeige verpasst hat. Denn genau DA will ich NICHT hin.

Was macht Unterhaltungsliteratur also so haarig? Was  gehört dazu und was nicht? Wie sind eure Erfahrungen damit und würdet ihr sagen, ihr schreibt Unterhaltungsliteratur? Wo legt ihr den Fokus drauf? Was ist euch sowohl als Autor/in wie auch Leser/in wichtig?

Diese Fragen mal mit auf den Weg gebend, bin ich neugierig auf eure Meinungen.

LG
Leony

Ach ja, Federfeuer, wenn du meinst, dass es doch besser verschoben werden sollte, bitte verschieben.


EDIT Lilith: Hab mal den Titel korrigiert.
« Letzte Änderung: 10 November 2009, 09:07:40 von Lilith »

Rorschach-Phoenix

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Re:Unterhaltungsliteratur: Was gehört dazu und was nicht?
« Antwort #1 am: 10 November 2009, 15:02:29 »
Hi Leony,

ich denke, du und viele andere Autoren auch (z. B. "ich") möchten vor allem "intelligente Unterhaltung" verfassen. Geschichten, die sowohl unterhaltsam sind (und nicht gähend langweilig) als auch Tiefe besitzen, wie die Klassiker (angeblich).
Das ist der klassische Kampf "Trivialliteratur" gegen "Hochliteratur". Vor allem in Deutschland anzutreffen. In Amerika gibt es das Problem nicht in solchen Ausmaßen wie hier. Dort ist quasi alles miteinander vermischt.
Hängt wohl mit dem "Land der Dichter und Denker" zusammen, und einem Geniekult, dem dieser Tage vielleicht weniger Beachtung geschenkt werden sollte.

Ich weiß was du meinst. Eine Telenovela ist quasi die Krone der Trivialität. Leicht ist das nicht unbedingt. Aber seicht. Seichte Unterhaltung. Aber erfolgreich.

Es kommt wohl immer drauf an, mit wem man spricht. Bei vielen kommen Unterhaltungsromane besser an als die Hochliteratur. Sofern es denn Bestseller sind. :P

Und die Hochliteratur... naja, die kommt bei jedem unterschiedlich an, würde ich sagen.


Liebe Grüße: Rorschach-Phoenix

Feuerfrost

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Re:Unterhaltungsliteratur: Was gehört dazu und was nicht?
« Antwort #2 am: 10 November 2009, 16:27:06 »
Ich finde jede Form von Literatur ist unterhaltsam. Jede auf ihre spezielle Weise. Es stellt sich daher für mich nur die Frage, welche Art von Literatur vermag es, mich in meinem jetzigen Gemütszustand zu unterhalten? Denn auch hier unterliegt der Leser Schwankungen. Bevorzugt er heute noch Triviales, um auf seine "Kosten" zu kommen, kann er bereits nächste Woche zur sogenannten Hochliteratur greifen, um sich zu unterhalten. Ich schätze jedoch, der Großteil der Leserschaft will sich beim Lesen Entspannen, abschalten und dem Alltag entfliehen. Und nur Wenige bevorzugen durchwegs Bücher zur Unterhaltung, die eine gewisse Gehirnakrobatik abverlangen.

In diesem Sinne gibt es für mich nur Unterhaltungsliteratur. Ja selbst ein Kochbuch oder ein Heimwerkerbuch kann unterhaltsam sein.
« Letzte Änderung: 11 November 2009, 10:19:43 von Leon »

Petrairene

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Re:Unterhaltungsliteratur: Was gehört dazu und was nicht?
« Antwort #3 am: 10 November 2009, 16:55:02 »
Ich glaube auch, daß jedes Buch, das nicht zur Kategorie  Sachliteratur gehört Unterhaltungsliteratur ist.

Daß Menschen sich von ganz unterschiedlichen Inhalten und intellektuellen Niveaus unterhalten fühlen liegt schlicht und ergreifend daran, daß die Leser so unterschiedlich sind. Ist ja bei Zeitungen und Filmen nicht anders.

Offline Mondstern

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Re:Unterhaltungsliteratur: Was gehört dazu und was nicht?
« Antwort #4 am: 10 November 2009, 17:10:51 »
ich denke, du und viele andere Autoren auch (z. B. "ich") möchten vor allem "intelligente Unterhaltung" verfassen. Geschichten, die sowohl unterhaltsam sind (und nicht gähend langweilig) als auch Tiefe besitzen, wie die Klassiker (angeblich).
Das ist der klassische Kampf "Trivialliteratur" gegen "Hochliteratur". Vor allem in Deutschland anzutreffen.

Hi Phoenix,

"Intelligente Unterhaltung" finde ich sehr passend. Wer will schon seichtes dummes Zeugs schreiben?
Meinst du, das lässt sich auf eine Nation, ein Volk übertragen. Ich kenne mich mit engl. sprachlicher Literatur nicht aus, weiß nur das, was man so in den Foren drüber schreibt.

Ich gehe jetzt wieder langsam einen Schritt in die andere Richtung. Mir war es schon peinlich, das ich halt gern "Sport- oder Alltagsgeschichten" schreibe ... aber ... wieso eigentlich?

Ich mag das schreiben, es ist ein Ausgleich zu Job und Familie und bildet nebenher auch ein bisschen. Ob es dumm ist, das überlasse ich den Anderen, mehr als mein Besten kann ich nicht geben.

Mit dieser neuen Erkenntnis, fühle ich mich um einiges wohler. Wem nicht gefällt ... es gibt genug anderes.
Wieso schreib ich das eigentlich grad?  :weissnicht: Keine Ahnung, wollte ich nur mal sagen  :devgrin:

LG Mondstern

Petrairene

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Re:Unterhaltungsliteratur: Was gehört dazu und was nicht?
« Antwort #5 am: 10 November 2009, 17:17:44 »
Wer will schon seichtes dummes Zeugs schreiben?

Ich glaube Leute, die davon gut leben sehen das durchaus pragmatisch..  :cheese:

Ich hab mal gehört, daß die Redakteure der Bild Zeitung alle durchaus intelligente und gebildete  Leute sind die mit voller Absicht auf dem Niveau von Bild schreiben und Zeitung machen.
« Letzte Änderung: 10 November 2009, 17:22:46 von Petrairene »

Offline Mondstern

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Re:Unterhaltungsliteratur: Was gehört dazu und was nicht?
« Antwort #6 am: 10 November 2009, 23:51:26 »
Ich hab mal gehört, daß die Redakteure der Bild Zeitung alle durchaus intelligente und gebildete  Leute sind die mit voller Absicht auf dem Niveau von Bild schreiben und Zeitung machen.

Glaube ich auch. Es ist wohl auch zu unterscheiden ob man privat schreibt, oder um Kohle zu verdienen. Und Bild verkauf viele Zeitungen  ;)
LG Mondstern

Luna

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Re:Unterhaltungsliteratur: Was gehört dazu und was nicht?
« Antwort #7 am: 11 November 2009, 00:17:08 »
Zitat
Ich hab mal gehört, daß die Redakteure der Bild Zeitung alle durchaus intelligente und gebildete  Leute sind
Ich wage zu behaupten, dass Bild mit die besten Reporter überhaupt hat (vom schreibtechnischen Standpunkt aus gesehen, nicht vom moralischen). Die schreiben keinen Mist weil sie es nicht besser können, sondern weil er sich gut verkauft.

Die Unterscheidung "High Culture" "Pop Culture" wird heute kaum noch vorgenommen, die Grenzen sind fließend. Beispiel: Nessun Dorma ist Oper und gehört damit zur bildenden Kunst. Was ist es denn, wenn plötzlich jemand dieses Stück im Fernsehen bei einer Castingshow singt und es plötzlich alle auf ihren Handys als Klingelton haben?
Oder Shakespeare. Damals war Theater Volksunterhaltung. Shakespeare schrieb für die Massen und nicht für die Elite.

Ich glaube, egal ob Sachbuch oder Fiktion, Texte sollten immer sowohl einen gewissen Unterhaltungswert als auch eine Aussage haben.

Lapislazuli

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Re:Unterhaltungsliteratur: Was gehört dazu und was nicht?
« Antwort #8 am: 11 November 2009, 00:33:31 »
Zitat
Ich hab mal gehört, daß die Redakteure der Bild Zeitung alle durchaus intelligente und gebildete  Leute sind
Ich wage zu behaupten, dass Bild mit die besten Reporter überhaupt hat (vom schreibtechnischen Standpunkt aus gesehen, nicht vom moralischen). Die schreiben keinen Mist weil sie es nicht besser können, sondern weil er sich gut verkauft.

Was ja noch schlimmer ist ...

Das paradoxe am Begriff "Unterhaltungs"literatur ist ja auch, das vieles, das eben genau dazu zählt gar nicht unterhaltsam ist. Ich finde es nämlich nicht sehr unterhaltsam immer wieder Schema F vorgesetzt zu bekommen.
Damit will ich sagen, ich hab mich schon bei Büchern gelangweilt, die man zur sogenannten Unterhaltungsliteratur zählen würde, bei Büchern gut unterhalten, die gemeinhin nicht so sehr dazu zählen und umgekehrt. Also wo da die Grenze verläuft ist erstens schwer zu sagen und interessiert mich zweitens auch nicht so besonders.

Man sollte als Autor wirklich versuchen sich keine Komplexe über das Genre, oder die Art von Romanen, die man schreibt einreden zu lassen. Denn gut unterhalten ist gar nicht so einfach wie manche sich das wohl vorstellen.

Aryana

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Re:Unterhaltungsliteratur: Was gehört dazu und was nicht?
« Antwort #9 am: 11 November 2009, 08:43:19 »
Puh - da haben es die Amerikaner und Engländer wirklich einfacher - die Grenze zwischen "Hochliteratur" und "Trivialliteratur" ist dort sehr viel weicher als bei uns in Deutschland. Die Frage ist, wo hört Hochliteratur auf und fängt Trivialliteratur an? Ist etwas Trivialliteratur, nur weil es als Heftchenroman erscheint? Da wird doch schon alles über einen Kamm geschoren - Heft = Schund. Gute Literatur gehört in ein gebundenes Buch, möglichst noch Hardcover.
Nur mal ein paar Beispiele:
Ist "Der Herr der Ringe" Hochliteratur oder Trivialliteratur?
Wie ist es mit Markus Zusaks "Bücherdiebin"? Als Trivialliteratur würde ich dieses Buch nicht bezeichnen, und vom Thema her auch nicht als Unterhaltungsliteratur, auch wenn ich mich "gut unterhalten" gefühlt ahbe bei diesem Buch - es war gut zu lesen, spannend und hatte dazu noch eine Aussage und ging mit einem schwierigen Thema um.
Khaled Hosseinis "Drachenläufer" - Unterhaltungsliteratur? Hochliteratur?

*kopfkratz*
Ich finde diese Unterteilung einfach bescheuert, ganz ehrlich. Vor allem, wenn sogenannte Hochliteraturfans die sogenannten Unterhaltungsliteraturleser milde belächeln und sowas von sich geben wie "das ist ja gar keine richtige Literatur".

Neyasha

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Re:Unterhaltungsliteratur: Was gehört dazu und was nicht?
« Antwort #10 am: 11 November 2009, 09:05:47 »
Ich finde diese Unterteilung einfach bescheuert, ganz ehrlich. Vor allem, wenn sogenannte Hochliteraturfans die sogenannten Unterhaltungsliteraturleser milde belächeln und sowas von sich geben wie "das ist ja gar keine richtige Literatur".
Das kenne ich zur Genüge vom Germanistikstudium und finde ich auch total bescheuert. Allerdings finde ich es genauso blöd, wenn man sich umgekehrt immer wieder anhören kann, Hochliteratur wäre nur elitäre "Hirnwichserei", die kein Mensch versteht, geschweige denn gern liest.
Und genau das ist der Punkt, der mich an dieser krampfhaften Unterscheidung zwischen Trivial- und Hochliteratur so nervt: Nicht nur die Literatur an sich wird in Schubladen gelegt, sondern auch die Leser. Von der einen Fraktion konnte ich immer wieder hören, dass man doch wohl als gebildete Germanistikstudentin gefälligst Harry Potter schrecklich zu finden hat. Und von der anderen Fraktion bekomme ich zu hören, dass doch wohl keinem normalen Menschen das hochliterarische Geschwafel gefallen kann.
Ich verstehe einfach nicht, warum es anscheinend so unvereinbar ist, sowohl Harry Potter mit Genuss zu lesen, als auch Goethe, Frisch, Voltaire und Ransmayr unterhaltsam zu finden.  :weissnicht:

Wenn ich mich jetzt doch ganz, ganz vorsichtig an einer Unterteilung versuche, dann ganz ohne die Wertung. Aber für mich ist "Hochliteratur" am ehesten damit verbunden, dass ein Roman neben einer äußeren Handlung auch eine tiefergehende innere enthält. Dass es eine (vielleicht auch eher versteckte) Aussage gibt und einem der Roman einigen Stoff zum Nachdenken mitgibt. Das ist natürlich kein gültiges Kriterium und ebenfalls sehr schwammig, aber es ist eines, das für mich persönlich am ehesten funktioniert. Damit würde natürlich einiges mehr unter unter diesen Begriff fallen als gemeinhin so üblich. Und ja, damit wären die "Bücherdiebin" und der "Drachenläufer" für mich auch Hochliteratur - oder vielleicht umgekehrt formuliert: keine Trivialliteratur.  ;)

Luna

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Re:Unterhaltungsliteratur: Was gehört dazu und was nicht?
« Antwort #11 am: 11 November 2009, 09:50:12 »
Zitat
Von der einen Fraktion konnte ich immer wieder hören, dass man doch wohl als gebildete Germanistikstudentin gefälligst Harry Potter schrecklich zu finden hat.
Bei mir ist das sowohl in der Germanistik als auch in der Anglistik genau andersrum

Nimmer

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Re:Unterhaltungsliteratur: Was gehört dazu und was nicht?
« Antwort #12 am: 11 November 2009, 09:59:26 »
Man kann sich der Sache nähern, denke ich, indem man sich fragt, ob man die Einteilung normativ oder deskriptiv bestimmen will.

Normativ hieße: je anspruchsvoller, kompliziert-komplexer ein Buch ist, desto mehr gehört es zur "Hochliteratur".
Deskriptiv hieße: Je mehr ein Buch gelesen wird, desto mehr gehört es zur "Hochliteratur".

Diese Trennung ist vielleicht ohnehin eine, die sich nicht auf die Gegenwart sondern nur auf die Vergangenheit beziehen lässt. Ich denke dabei an das, was man Klassik nennt: Die definiert sich darüber, dass sie noch über ihre eigene Epoche hinaus gelesen wird; Goethe ist deshalb klassisch, weil seine Werke noch nach seinem Tod rezipiert worden sind. Das ist eine deskriptive Definition - und Goethe bezeichnen die wenigsten als trivial (vielleicht aber nur nicht, weil er eben klassisch ist :denk:).

Wenn Harry Potter auch in hundert Jahren noch rezipiert wird, ist es womöglich angemessen, es zur "Hochliteratur" zu zählen.

Offline Trippelschritt

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Re:Unterhaltungsliteratur: Was gehört dazu und was nicht?
« Antwort #13 am: 11 November 2009, 10:10:39 »
Unterhaltungsliteratur haben wir dann, wenn der Autor sie geschrieben hat, um zu unterhalten. Ganz einfach.
Kompliziert wird es bei Goethe und Schiller mit ihrer typischen Unterhaltungsliteratur, weil sich die Zeiten ändern. Wenn uns ein Lehrer Goethes Faust in die Hand gibt, damit wir den Geist den Deutschen Klassik einatmen sollen, hat er den Faust vom hohen Denkmal der Unterhaltung in die Niederungen der Bildung hinabgestoßen.
Epochenübergreifend ist Unterhaltungsliteratur die, die uns heute noch unterhält wie der kleine Prinz.
Scharfe Grenzen gibt es eh nicht. Unterhaltung kann Aufrütteln, das kann wieder einen Gedankenprozess auslösen, wir ziehen uns ins Innere zurück, vergleichen Stil und Botschaft und landen wer weiß wo.

Für meine eigenen Geschichten halte iche s so: Sie sollen unterhalten, aber die Unterhaltungsebene transportiert auch immer einen Gedanken, eine Moral, etwas Bedenkenswertes. Aber das hat etwas mit meinem Alter zu tun und das kann und sollte auch jeder so halten, wie er es möchte.

Unterhaltung ist für mich keine Wertung, sondern eine Klassifikation.

Liebe Grüße
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(der sich jetzt weniger um unterhaltung, sondern um seinen Unterhalt kümmern muss)
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Offline Rilyn

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Re:Unterhaltungsliteratur: Was gehört dazu und was nicht?
« Antwort #14 am: 11 November 2009, 10:13:22 »
Omne tulit punctum, qui miscuit utile dulci.
Horaz.
Frei übersetzt: Jener hat Erfolg, der das Nützliche mit dem Angenehmen verbindet.



*unschuldig pfeif* :grinwech:
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Feuerfrost

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Re:Unterhaltungsliteratur: Was gehört dazu und was nicht?
« Antwort #15 am: 11 November 2009, 10:24:38 »
Omne tulit punctum, qui miscuit utile dulci.
Horaz.
Frei übersetzt: Jener hat Erfolg, der das Nützliche mit dem Angenehmen verbindet.


Das war schon immer einer meiner Lieblingssprüche.  :devgrin:

Leony19

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Re:Unterhaltungsliteratur: Was gehört dazu und was nicht?
« Antwort #16 am: 11 November 2009, 11:20:35 »
Hi!

Also das denk ich nämlich auch. Unterhaltung findet sich durch die Bank weg. Ich will mit meinen Romanen unterhalten. Einfaches Ziel. Die Umsetzung jedoch nicht immer so.

@Phönix
Ich hätte es nicht besser ausdrücken können. Genau das ist nämlich der Punkt. Ich will schon was schreiben, dass Substanz hat, das Spaß macht zu lesen. Gleichzeitig unterhält.

Ich hab mal gehört, daß die Redakteure der Bild Zeitung alle durchaus intelligente und gebildete  Leute sind die mit voller Absicht auf dem Niveau von Bild schreiben und Zeitung machen.
Es ist auf jedenfall eine Vermarktungstechnik. Ob das befriedigend ist, ist eine andere Sache.

Also kann man sagen, Unterhaltungsliteratur ist in jedem Genre zu finden?

LG
Leony

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Re:Unterhaltungsliteratur: Was gehört dazu und was nicht?
« Antwort #17 am: 11 November 2009, 11:48:09 »
Ich denke, dass es letztendes die Qualität (sowohl die schreiberische als auch handwerkliche sowie der intellektuelle und thematische Über-, Unter- bzw. Zwischenbau) eines Buches ist, die es von der primär unterhaltenden Absicht in die lichten Höhen eines literarischen Kunstwerks erheben kann - ohne dabei seine unterhaltende Eigenschaft zu zerstören. Sondern sie, ganz im Gegenteil, noch zu erhöhen. Für mich sind Bücher von Leon de Winter, Martin Suter oder Mauri A. Numminen höchst unterhaltsam und gleichzeitig Kunstwerke. Ein Thriller von Dennis Lehane ("Mystic River" ist sauspannend und kurzweilig, dennoch aufgrund seiner Tragik, Dichte und Qualität Kunst. Ein Thriller von David Baldacci hingegen, ein Krimi von Donna Leon sind auch leidlich unterhaltsam, aber dieser übergeordnete magische Funke an Genialität, der die Kunst ausmacht, der wird da in 100 Jahren nicht zünden.

Offline Uli

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Re:Unterhaltungsliteratur: Was gehört dazu und was nicht?
« Antwort #18 am: 11 November 2009, 11:57:43 »
ähm .. man hat immer zwischen U(nterhaltung) und E(rnster Literatur) unterschieden - wobei letztere meist Sachen wie "Ich bin die Tochter einer märkischen Adelsfamilie, die vertrieben wurde" oder sowas gewesen ist. Zeitgeschichte, oder auch historisches (wie "die Vermessung der Erde") oder eben "ernstes" - als Roman aufbereitete Lehrbücher.
Unterhaltung fehlt dieser Teil, will niemandem etwas beibringen ... (Ich halte das für Kokolores, aber auf mich hört ja wieder keiner)

Offline Trippelschritt

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Re:Unterhaltungsliteratur: Was gehört dazu und was nicht?
« Antwort #19 am: 11 November 2009, 12:02:05 »
Lies mal Ulysses.
Da trennen sich Kunst und Unterhaltung -
oder die vielen literarischen Texte, die von der Sprache her spannend bis umwerfend sind, aber wenn man genug davon hat, zum großen Gähnen animiert.

Kunst genügt einmal sich selbst und entsteht außerdem im Auge des Betrachters immer wieder neu. Kunst muss kein Ziel haben (kann aber).
Unterhaltung ist etwas ganz anderes.

Verbinden kann man es, muss aber nicht.

Trippelschritt
(sich in kunstvoller Pirouette verabschiedend)

Edith sagt: Das bezog sich grad auf Benedek, nicht auf Uli
« Letzte Änderung: 11 November 2009, 12:33:24 von Trippelschritt »
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