Autor Thema: Terry Pratchett  (Gelesen 3589 mal)

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Offline Zitatus

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Terry Pratchett
« am: 22 April 2009, 07:08:23 »
Hier kommt also der Lobhuldigungsfred für Terry Pratchett.

Ich kann nicht wie Gregorius komplette Absätze aus Terrys Büchern zitieren. Ich weiß nicht mal mehr -im gegensatz zu Uli- den Storyverlauf aller Bücher auswendig. Aber ich weiß, dass kein anderer Schriftsteller mich so sehr inspiriert hat wie Terry Pratchett.
Die Kombination aus Schenkelklopf-Humor, Gesellschaftskritik und Philosophie ist kaum vergleichbar. Ich liebe seine Runnung Gags (wie zum Beispiel die laufende Matratze in "Der Zauberhut") und die Anspielungen auf unsere Welt (z.B. in "Ab die Post" und die Privatisierung der Bahn in Großbritanien). Außerdem verbrät und bricht dieser Schriftsteller Klischees, wie ich es gerne tun könnte.

Empfehlenswert sind auch die diversen Bildbände und der Realdarsteller-Film "Schweinsgalopp". Absolutes Don't sind leider das Comic "Mort" und die Zeichentrickfilme.  Die Hörbücher sind leider meist sehr stark gekürzt. Am Schlimmsten aufgefallen als Vorleser ist mir da Sebastian Krumbiegel, der Streckenweise gar nicht weiß, was er da liest. Dirk Bach und Peer Augustkinski lesen wiederum vorbildlich.

Mein liebster Darsteller ist übrigens "Bruce Willis - Verschnitt" Samuel Mumm.


Schade, dass auf absehbare Zeit, das kreative Schaffen dieses Schriftstellers enden wird. Alzheimer ...
« Letzte Änderung: 22 April 2009, 07:16:18 von Zitatus »
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Lord Duncan

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Re: Terry Pratchett
« Antwort #1 am: 22 April 2009, 16:08:13 »
Wer, zum Teufel, ist denn Terry Pratchet?  :flenn:
Ich kenne nur Jerry Cotton, einen Baumwollpflücker aus Mississippi.
Gruß L.D. 

Wolfsrufer

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Re: Terry Pratchett
« Antwort #2 am: 22 April 2009, 16:48:23 »
Lieber Lord Duncan

erstmal spendiere ich dir noch ein t für Pratchet und dann kann man das googlen, bevor man in einem Lobhuldigungsfred anfängt in Unkenntnis des zu Huldigenden zu weinen. :streichel:
Kannst ja einen Fred aufmachen mit einem Schriftsteller, den du kennst.

Liebe Grüße
Wolfsrufer
« Letzte Änderung: 22 April 2009, 16:48:48 von Wolfsrufer »

Lord Duncan

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Re: Terry Pratchett
« Antwort #3 am: 22 April 2009, 22:44:48 »
Jo, das trifft sich ja gut, dann kann ich das mal in aller Ruhe verbessern:
Terry Prachet + t = Terry Prachett! Und jetzt: Ab zu Google, um was rauszufinden über ihn.
Einen eigenen Thread aufmachen? Hm, mal sehen. Aber wer kennt schon Jerry Cotton?
(den Baumwollpflücker aus Mississippi)  :teufel: :devgrin:
Gruß L.D.

Offline Rilyn

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Re: Terry Pratchett
« Antwort #4 am: 23 April 2009, 01:33:43 »
Naja, der Name sagt mir irgendwas, mehr nicht. Also würde ich in "seinem" Thread vermutlich nix posten ... wie eigentlich auch hier nicht, weil ich Pratchett nicht lese, wie auch King nur sporadisch. :devwink:

Back to topic: die Artbooks finde sogar ich Banause toll. :devgrin:
Nachdem ich jetzt eh schon tippe ... Ich lese die Bücher nicht, weil sie wie so viele - auch sehr gute - humoristische Fantasy bei mir schnell an Grenzen stoßen ... quantitativ. Vielleicht kenne ich durchs Rollenspiel zu vieles, was schon parodiert wurde. Realwelt-Analogien wie Ab die Post ... kommt nicht an, oder nur ins seltenen Fällen. Speziell die sind für mich schlicht überreizt; ob nun die Post oder das FBI parodiert wird, macht keinen Unterschied mehr, zumal die meisten Analogien sehr vorhersehbar verlaufen und ausgehen. Aber das ist eben mein Senf dazu. Die laufende Truhe kenne ich leider in zehnfacher Ausfertigung, teils älter als Pratchetts Version, aber den Wizzard find ich trotzdem niedlich. Und Gevatters Katzenspleen. :cheerful:
Die ich nur kenne, weil ich immer wieder von fanatischen Pratchett-Fans damit zugetextet werde, obwohl sie wissen, dass ich's nicht lesen will ... und dadurch umso weniger.
« Letzte Änderung: 23 April 2009, 01:51:26 von Rilyn »
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Tauglanz

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Re: Terry Pratchett
« Antwort #5 am: 23 April 2009, 08:09:11 »
Ich hab kein Problem damit in die Lobeshymne mit einzustimmen. Mag zwar sein, dass man nicht zuviele Bücher hintereinander lesen darf, aber (!) sie sind das absolute Mittel gegen schlechte Laune (manchmal aber durchaus Gefahr einer Überstrapazierung der Lachmuskeln). Und bei soviel Blödsinn wie sich da liebevoll aneinanderreiht muss man einfach eine gute Portion Kreativität anerkennen. Ich neige immer dazu das erste Buch, dass ich von einem Autor lese als das Beste anzusehen... Deswegen bei mir Einfach Zauberhaft (die armen verwirrten Zwerge, die nicht wissen, welche Hexe sie umbringen sollten  ;D)

Antigone

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Re: Terry Pratchett
« Antwort #6 am: 23 April 2009, 08:46:22 »
Ich bin jetzt kein bekennender Fan von Prachett, aber ich les ihn hin und wieder ganz gern. Seine Bücher sind einfach witzig.

Allerdings werden auch die schwächer (möglicherweise wegen seiner Krankheit? Oder weil ich mich lesetechnisch einfach verändere?). Eines seiner neueren Werke - das Rund um die Filmindustrie in Hollywood - fand ich jetzt nicht mehr so toll.

lg, A.

Offline FF

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Re: Terry Pratchett
« Antwort #7 am: 23 April 2009, 13:05:01 »
*Klugklo an*

Das Wort Lobhuldigung gibt es übrigens nicht. Entweder lob, Huldigung oder Lobhudelei.

*Klugklo aus*
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Offline Uli

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Re: Terry Pratchett
« Antwort #8 am: 23 April 2009, 15:10:27 »
@ Antigone: Voll im Bilde - das ist schon etwas älter, aber eines seiner Themen-Bücher. Für Cineasten der Brüller, sonst weniger. Sowas ist spezielle Machart, und sehr gründlich recherchiert (ich habe bei drei Szenen erkannt, dass es ein Filmzitat war - aber nicht welches)


Bus Ank sind es 3500 Meilen, wir habe 500 Elefanten und 75 karren mit Futter. Vor unseren Augen tragen wir ... Dinge. Ähm, wie Glas, nur dunkel ... ähm.

Offline FF

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Re: Terry Pratchett
« Antwort #9 am: 23 April 2009, 15:58:44 »
@ Antigone: Voll im Bilde - das ist schon etwas älter, aber eines seiner Themen-Bücher. Für Cineasten der Brüller, sonst weniger. Sowas ist spezielle Machart, und sehr gründlich recherchiert (ich habe bei drei Szenen erkannt, dass es ein Filmzitat war - aber nicht welches)


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Blues Brothers. ;D
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Offline Zitatus

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Re: Terry Pratchett
« Antwort #10 am: 23 April 2009, 16:07:22 »
Das Wort Lobhuldigung gibt es übrigens nicht. Entweder lob, Huldigung oder Lobhudelei.
Ähm, Chefin: Das Wort "plöt" gibt's ja auch nicht. ... Aua ... T'schuldingung, gab's auch nicht, bevor Du es einge ... Aua! Okay, es gibt es.
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Offline FF

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Re: Terry Pratchett
« Antwort #11 am: 23 April 2009, 16:11:47 »
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karinkla

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Re: Terry Pratchett
« Antwort #12 am: 23 April 2009, 18:16:49 »
So, da kann ich mich mal bei den Enthusiasten einreihen - allerdings mit Einschränkungen:

Ich liebe Pratchett's 'Kommandeur Mumm'. Alle Bücher, in denen er und seine Nachtwache vorkommen, habe ich verschlungen und diese Bücher gehören auch zu denen, die ich immer mal wieder lese.

Aber: ich hasse Rincewind! Ich habe versucht, das zu lesen, schon wegen seiner Truhe, aber es geht nicht. Er ist mir schlicht zu ähm, Verzeihung, zu blöd.

Und die anderen Bücher - Themenbücher, wie Uli so treffend schreibt - hm, da bin ich hin- und hergerissen.
Das 'Weiberregiment' fand ich Klasse, aber es hat unzweifelhaft Längen.
'Einfach göttlich' habe ich schon ein paarmal mit wachsender Begeisterung gelesen. Ein Gott als Schildkröte - herrlich.
Dann die Sachen über 'Tod' und seine Enkelin, nicht so nach meinem Geschmack - einfach zu abgedreht.
Von 'Ab die Post' hab ich gleich die Finger gelassen, wegen der mageren Kritiken.

Die Frühwerke:
Trucker, Wühler, Flügel - fand ich ganz witzig, hab das aber nur einmal gelesen.
Stratha - war auch gut.
Die Teppichvölker - einfach nur Klasse, lese ich immer mal wieder zwischendurch.

So, mehr fällt mir grade nicht ein.
Aber insgesamt gesehen ist Pratchett immer eine Empfehlung wert.

LG Karinkla

Offline Uli

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Re: Terry Pratchett
« Antwort #13 am: 23 April 2009, 18:47:02 »
fehlt eigentlich nur Oma Wetterwachs. Und die ist einfach nur genial ...
Trotzdem, an erster Stelle steht Sam Mumm, eine hinreißend entwickelte Figur (die ja eher als Nebenrolle angefangen hat - in "Wachen Wachen" war noch Karotte der Hauptprota). Dann ist Sam immer wichtiger geworden, und das absolute Highligth ist "Die Nachtwächter".

Die Themen-Romane und vor allem die TOD-Serie sind aber auch genial: der Schweinsgalopp ist hervorragend ... Rincewind dagegen, tja ... die ersten waren eindeutig noch sehr nahe an der High-Fantasy dran, was nicht ganz leicht verdaulich ist - da war Magie auch noch sehr ähnlich wie Atomkraft, die "Helden" waren (Fast!)Standards und so ... Aber die heißen Hüpfer sind auch zum Immer-Wieder-Lesen.

Der heimliche Favorit ist allerdings "Pyramiden" - obwohl es Plotlöcher und Logikbrüche gibt ...

(Schwelgmodus aus)

Sehr zu empfehlen ist die "Nur du ..." Serie (Realweltsetting, Jugendliche) und ganz besonders: Ein gutes Omen. Hachistdastoll.

Nur eine Warnung: Wer Fußnoten nicht mag, wird mit dem Meister eher unglücklich. Wer weiterhin Fußnoten nicht mögen will, sollte die Finger von den Büchern lassen - es könnte zu unerwünschten Präferenzverschiebungen kommen.
Und ein wenig Bildung ist unerlässlich. Pratchett steht in der Tradition der britischen Humanisten, viele feine Anspielungen erschließen sich dem - ähm - gewöhnlichen Groschenromanleser eher nicht. Die Gleichung "Schwert + Drache = Fantasy" funktioniert hier gar nicht. Glücklicherweise.

karinkla

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Re: Terry Pratchett
« Antwort #14 am: 23 April 2009, 18:53:36 »
@ Uli
Zitat
fehlt eigentlich nur Oma Wetterwachs. Und die ist einfach nur genial ...
Gott, wie konnte ich die nur vergessen? Hab doch grade erst all die Sachen nochmal gelesen, wo sie drin vorkommt...  :blush:
Haste natürlich vollkommen recht.

Zitat
Nur eine Warnung: Wer Fußnoten nicht mag, wird mit dem Meister eher unglücklich. Wer weiterhin Fußnoten nicht mögen will, sollte die Finger von den Büchern lassen - es könnte zu unerwünschten Präferenzverschiebungen kommen.
...auweia, ich lese die genauso periodisch nach Lust und Laune wie die Lieder im HdR.

Offline Zitatus

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Re: Terry Pratchett
« Antwort #15 am: 23 April 2009, 19:27:22 »
Oma Wetterwachs hat mich zum Vorleser gemacht. Die Hexenbücher darf ich meiner Frau immer wieder vorlesen. Immer wieder vorlesen. Immer wieder vorlesen.
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Re: Terry Pratchett
« Antwort #16 am: 23 April 2009, 19:34:54 »
Interessant, wie unterschiedlich sowas ankommt. Das parodierte Blues Brothers-Zitat z.B. gehört zu der Sorte Anspielung, die ich in Fantasywelten gar nicht mag. Vor allem ist es mir viel zu deutlich. :weissnicht:
Tod als solcher ist ein cooler Charakter; sein Katzenspleen ist nett, aber seine Enkelin ist imho eine Plage.
Und, aww, Fußnoten. Die halten mich ja sogar von Bartimäus ab. :glotz:

Tut mir leid, dass ich nicht lobhuldige (irgendwie ist das Wort ein Komparativ von lobhudeln, oder?). :)


@Zitatus: das ist gefäääährlich. :grinwech:
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Offline Zitatus

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Re: Terry Pratchett
« Antwort #17 am: 23 April 2009, 20:03:38 »
@Zitatus: das ist gefäääährlich. :grinwech:
Deshalb hat sie von mir auch alle Harry P. Bücher als Hörbuch bekommen. Zum immer wieder anhören. Anhören. Anhören.  :devgrin:
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Re: Terry Pratchett
« Antwort #18 am: 25 April 2009, 22:49:21 »
@all:

Welches Buch würdet ihr denn für den Einstieg empfehlen? Ich will schon länger etwas von ihm lesen, aber immer wenn man sich dann was "aussucht" steht in den Kritiken, dass es zwar der erste Teil o. ä. ist, aber dass es als Einstieg eigentlich ungeeignet ist.

Offline Uli

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Re: Terry Pratchett
« Antwort #19 am: 25 April 2009, 23:05:04 »
"Mac Best" oder "Wachen! Wachen!" ganz einfach. Das erste ist das erste Oma Wtterwachs, das weite das erste Sam Mumm - Werk. Eine Alternative wäre noch "Gevatter Tod", der erste Tod-Roman ...
Die "alten" (die Farben der Magie, das Licht der Phantasie) könnten einen falschen Eindruck hinterlassen. Unabhängig davon: Jonny Maxwell fängt an mit "nur du kannst die Welt retten" und ist unbedingt empfehlenswert, "Ein gutes Omen" ist stand-alone und ebenfalls empfehlenswert. Und wer wissen will, was passiert, wenn man ein Buch gemeinsam mit seinem 40 Jahren jüngerem Ich schreibt: "die Teppichvölker" sind genial ... und ebenfalls unabhängig. Die "Nomen" Trilogie ... Hmmm. Wenn, dann alle drei hintereinander weg.

entscheide zwischen Hexen und Wächtern: " MacBest" oder "Wachen Wachen"
Wirf eine Münze, und wenn die sich weigert (in den Gulli fällt oder auf dem Rand stehenbleibt) nimm "ein Gutes Omen"