Autor Thema: Ron Kellermann: Fiktionales Schreiben  (Gelesen 1938 mal)

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Antigone

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Ron Kellermann: Fiktionales Schreiben
« am: 12 November 2008, 10:21:43 »
Interessantes Buch für alles, die schon viel gelesen haben und manche Bereiche vertiefen möchten. Manchmal langatmige (und für mich teilweise unverständliche) Ausführungen wechseln sich ab mit ganz konkreten, praktischen Schreibtipps.

Ein wahrer Augenöffner war für mich das Kapitel über Schreibtraining (er erläutert und erklärt die Methode des freien Schreibens, um sich an Schreibdisziplin zu gewöhnen) und über die Tatsache, dass man dem Schreiben im Leben eine große und wichtige Rolle einräumen muss. Oder es gleich sein lassen sollte.

Vertieft werden die Themen: Was ist eine Geschichte, was ist eine Idee? Alles rund um den Konflikt, Werkzeuge der Dramaturgie (Konzept, Figuren, Struktur). Und: Von der Idee zum Expose. (in all seinen Schritten). Auch da gibt es wieder konkrete Tipps, wie das Führen eines Arbeitsjournals oder das Beispiel eines Zeitdiagramms (Seeeehr praktisch!!!)

Kein Buch für Basiswissen, aber für interessierte Fortgeschrittene.

lg, A.

Teufelin

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Re:Ron Kellermann: Fiktionales Schreiben
« Antwort #1 am: 05 August 2009, 23:44:02 »
Hallo Ihr!

Dieses Buch kann ich nur weiterempfehlen! Ich fand es sehr interessant und hilfreich.
Besonders viel gelernt habe ich aus den Kapiteln über Charakterentwicklung, Konflikt und Dramaturgie. Ich habe in dem Buch viele Sachen gefunden, die ich so in anderen Schreibratgebern noch nie gelesen hatte und habe viel daraus "mitgenommen".

Jetzt alles zu schreiben, was ich gut fand, ist Quatsch, denn dann müsste ich über die Hälfte des Buchs abtippen. Ich kann es wirklich nur jedem empfehlen.

Er hat mich auch neugierig auf "free writing" gemacht und ich habe es prompt ausprobiert. Ich bin total begeistert davon, bei mir klappt das hundertprozentig. Wenn ich mit einer Charakterentwicklung (bzw. der sich daraus ergebenden Handlung) nicht weiterkomme, setz ich mich hin und fange einfach an zu schreiben. Ich versuche, in die Person "einzutauchen", schreibe aus der Ich-Perspektive und einfach wild drauf los. Eigentlich bringt mir das immer mindestens eine gute Idee oder einen Aspekt des Charakters und ich komme mit der Geschichte weiter. Auch free writing kann ich also nur empfehlen, einfach mal auszuprobieren.
Für mich ist das eine großartige Sache! (und falls ich dann doch nicht weiterkomme, hilft mir die Schneeflocke ...  ;))

Ingesamt hat mich das Buch auf viele viele neue Ideen und Herangehensweisen gebracht. Gerade für die Entwicklung einer Geschichte ist es ein guter Ratgeber, den ich sicher noch öfter mal in die Hand nehmen werde!

Liebe Grüße,
die Julie

(und nicht hauen, falls Ihr das Buch nachher doch unschön fandet ...  :smile:)

Offline Lilith

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Re:Ron Kellermann: Fiktionales Schreiben
« Antwort #2 am: 06 August 2009, 00:53:59 »
Besonders viel gelernt habe ich aus den Kapiteln über Charakterentwicklung, Konflikt und Dramaturgie. Ich habe in dem Buch viele Sachen gefunden, die ich so in anderen Schreibratgebern noch nie gelesen hatte und habe viel daraus "mitgenommen".

Jetzt alles zu schreiben, was ich gut fand, ist Quatsch, denn dann müsste ich über die Hälfte des Buchs abtippen. Ich kann es wirklich nur jedem empfehlen.

Was ist denn so besonders an den Kapiteln in diesem Ratgeber? :wiejetzt:
Du musst nicht ins Detail gehen, aber neugierig gemacht hast du mich jetzt. :)
  • Ich schreibe gerade: stuffs
"Ich musste über etwas sprechen, zu dem es keine Sprache gab, ich musste mir eine erfinden, auch so wird man Schriftsteller."
- Bodo Kirchhoff

Moons

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Re:Ron Kellermann: Fiktionales Schreiben
« Antwort #3 am: 06 August 2009, 01:04:49 »
Ich habe das Buch auch gelesen und weiß noch, dass es mir gut gefallen hat, allerdings kann ich mich nicht mehr dran erinnern, was genau ich gut daran fand, ist schon zu lange her. Ich weiß nur noch, dass ich die Charakterentwicklung auch super fand, weil die Tipps so genau auf meine Vorgehensweise gepasst haben und einem automatisch das Gefühl gaben: Irgendetwas machst du richtig ;D Obwohl das natürlich auch differenziert zu betrachten ist, bei so etwas gibt es vermutlich kein "richtig" oder "falsch" im eigentlichen Sinne ;)

Melbur

  • Gast
Re:Ron Kellermann: Fiktionales Schreiben
« Antwort #4 am: 06 August 2009, 01:23:46 »
Da kriegt man ja noch mehr Lust, zu erfahren, was es mit der Charakterentwicklung auf sich hat.  :devgrin:
Bis jetzt war schließlich nur Positives darüber zu hören ;)

Teufelin

  • Gast
Re:Ron Kellermann: Fiktionales Schreiben
« Antwort #5 am: 06 August 2009, 09:22:59 »
Hallo liebe Mitteufelinnen und Mitteufel,

ich versuche mal, etwas genauer über das Buch zu berichten.

Mir hat "Fiktionales Schreiben" gezeigt, wie ich noch mehr in die "Tiefe" eines Charakters und einer Story gehen kann.

Was ich zum Beispiel daraus gelernt habe:
-  den Unterschied zwischen Bedürfnis und Ziel einer Figur zu suchen und den sich daraus
   ergebenden (inneren) Konflikt zu verstehen.
-  Welche Funktionen kann eine Nebenfigur erfüllen?
-  Wie man eine Struktur in eine Geschichte bringt (Wendepunkte, Zentraler Punkt
    der3-Akt-   Struktur, Reise des Helden, etc. - ich selbst kannte das vorher noch
    nicht so ausführlich, hatte nur "grob" davon gelesen).
-  Was das Thema meiner Geschichte ist - um welche zentrale Frage sie sich
   dreht. (Hab ich mithilfe des Buchs herausgefunden).
-  Welche Arten von Konflikten man einführen kann.

Er hat jede Menge Fragen in dem Buch aufgelistet, die man sich über seine Idee/seine Charakter fragen kann. Durch diese Fragen habe ich meine Figuren viel besser kennengelernt und die Geschichte ist so richtig "ins Rollen" gekommen.  :kunst:

Ich hatte vorher auch Frey und Stein gelesen, aber Kellermann geht das Thema Schreiben in seinem Buch etwas anders an. Bei Frey und Stein habe ich den Eindruck, sie halten sich für die Götter des Schreibens (und siehe da, manche bezeichnen sogar ihre Bücher als "Bibel" ...  :wut2:): "Schreib SO!" - "Schreib bloss nicht SO!" (Allerdings sage ich fairerweise dazu, dass auch ich der Meinung bin, man sollte Stein gelesen haben - mein Schreiben hat sich auf jeden Fall verbessert danach...  :gnaah: Also sollte ich lieber dankbar sein und nicht auf ihn schimpfen! ;-) Aber diese Ratgeber zu vergöttern, bringt meiner Meinung nach einen Haufen Probleme, die hier jetzt aber nicht Thema sein sollen ;-). Bei Kellermann habe ich den Eindruck, er sagt: "Hey, probier es mal so! Da gibt es noch ein paar Sachen, die Du wissen solltest - aber wenn nicht, kannst Du trotzdem eine Geschichte schreiben!")

Kellermann richtet seine Aufmerksamkeit im Buch eher auf die Kreativität des Schreiberlings, auf die Entwicklung der Idee, der Geschichte daraus und der Charaktere (oder umgekehrt: auf die Charaktere, die aus der Idee entspringen und dann ihre Geschichte erzählen  ;) ).
- Wie kann man versuchen, aus einer Idee eine Geschichte zu entwickeln?
- Was brennt einem selbst unter den Nägeln?
- Was will man mit dieser Geschichte sagen?
- Was will der Charakter erreichen? Was fehlt ihm wirklich - und weiß er das überhaupt? etc.

Das ist nur meine persönliche Meinung zum Buch. Für mich und meine Art zu denken/fühlen/schreiben war er mir eine großartige Hilfe!  :schreib:

Liebe Grüße,
die Julie

*edit: was vergessen ... und Formatierung
« Letzte Änderung: 06 August 2009, 09:26:19 von Julie »

Ginnie

  • Gast
Re:Ron Kellermann: Fiktionales Schreiben
« Antwort #6 am: 06 August 2009, 09:29:10 »
Hui, danke Julie,

du hast mich neugierig gemacht. Den Stein hab ich gelesen, den Frey diagonal, vielleicht wäre Ron Kellermanns Buch auch was für mich.

Liebe Grüße
Dschinnie