Autor Thema: Schöne neue (Themen-)Welt?  (Gelesen 3671 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Aryana

  • Gast
Re: Schöne neue (Themen-)Welt?
« Antwort #20 am: 14 Juni 2009, 19:08:13 »
@Nus: Dann frage ich mich aber immer noch, wieso wirft man nicht auch dem historischen Roman das "Ausgelutschtsein" vor? SO viel neues ist doch an der Erzählung historischer Ereignisse verpackt in eine Romanhandlung auch nicht.
Es ärgert mich einfach, wenn Genres, die sowieso schon immer um Anerkennung ringen mussten, die "Unorignell"-Keule abbekommen. Fantasy=platt, flach, niveaulos, unoriginell, ausgelutscht. Das macht mich wirklich wütend, auch wenn das jetzt hier nicht hergehört. /OT ende

Offline felis

  • Grillmeister
  • *
  • Beiträge: 778
    • Das Minimalismusexperiment
Re: Schöne neue (Themen-)Welt?
« Antwort #21 am: 14 Juni 2009, 21:12:22 »
Weil Ril gerade Sci Fi erwähnt:da fällt mir noch Cherryh ein, die im Chanur-Zyklus die absolut überzeugendste Darstellung einer nicht menschlichen intelligenten Kultur verfasst hat, die mir jemals untergekommen ist.
Ich schreibe gerade mein Blog

"Dunkelwelt" reloaded

Maren

  • Gast
Re: Schöne neue (Themen-)Welt?
« Antwort #22 am: 14 Juni 2009, 21:17:31 »
An SF-Romanen sehr beeindruckt hat mich Die Traumschlange von Vonda N. McIntyre. Kann sein, dass es daran liegt, dass ich so ein Faible für Schlangen hab, aber die Ideen darin fand ich ebenfalls großartig, auch der Schreibstil ist gewohnt gut.

Offline nus

  • Grillmeister
  • *
  • Beiträge: 765
Re: Schöne neue (Themen-)Welt?
« Antwort #23 am: 15 Juni 2009, 14:24:30 »
@Nus: Dann frage ich mich aber immer noch, wieso wirft man nicht auch dem historischen Roman das "Ausgelutschtsein" vor? SO viel neues ist doch an der Erzählung historischer Ereignisse verpackt in eine Romanhandlung auch nicht.
Ich denke, das liegt daran, dass der historische Roman nicht annähernd so einen Hype ausgelöst hat wie Fantasy. Ich meine das nicht abwertend. Im Gegenteil: Der überwältigende Erfolg von Büchern dieses Genres (es hat sogar dazu geführt, dass bei vielen jungen Leuten endlich wieder die Leselust geweckt wurde) kommt ja nicht von ungefähr.

Zitat
Es ärgert mich einfach, wenn Genres, die sowieso schon immer um Anerkennung ringen mussten, die "Unorignell"-Keule abbekommen. Fantasy=platt, flach, niveaulos, unoriginell, ausgelutscht. Das macht mich wirklich wütend, auch wenn das jetzt hier nicht hergehört. /OT ende
Ich hatte damit auch nicht gemeint, dass das ganze Genre unoriginell ist. Es gibt großartige und sehr originelle Bücher im Bereich Fantasy. Ich meine nur, dass - gerade aufgrund des großen Erfolgs - 1) das Genre Fantasy in der letzten Zeit durch eine wahre Woge von Neuerscheinungen bestimmt war und 2) einige Titel aus diesem Bereich eine sehr hohe Verbreitung erfahren haben. Wegen 1) ist es nur natürlich, dass schon ein breites Spektrum an Themen/Welten/Charakterbilder/Motiven/Geschichten/... abgedeckt ist und man schon sehr tief bohren muss, um noch etwas Neues zu finden. Als Leser ebenso wie als Autor, denke ich. In einem Genre, das noch nicht so intensiv "bedient" wurde, hat man es da leichter. Aus 2) wiederum folgt, dass bestimmte Themen/Welten/Charakterbilder/Motive/Geschichten/... gewissermaßen "besetzt" sind. Da hat man es leichter in einem Genre, in dem sich nur wenige "Jeder kennt's"-Werke tummeln.

Ich wollte Dich mit meinen Thesen nicht wütend machen. Ich finde es einfach nur spannend, den Markt zu beobachten. Das ist weitgehend wertfrei (siehe meine Anmerkung zu den Bestsellerlisten). Womöglich ziehe ich aus dem, was ich beobachte, andere Schlüsse als Andere. Darum hatte ich diese Diskussion angefangen: Um zu sehen, wie Andere hier die "Marktsignale" beurteilen.

Offline Trippelschritt

  • Erzmagier des Nichts
  • Oberfähnchenaktenmacher
  • Oberdämon
  • *
  • Beiträge: 1.325
    • Pentamuria
Re: Schöne neue (Themen-)Welt?
« Antwort #24 am: 15 Juni 2009, 16:27:43 »
Vor ungefähr zwei Jahren bin ich über die Abenteuer des Meister Li gestolpert.

Autor ist Barry Hughart. Band 1 heißt Bird(s) of Bridges oder Bridges of Bird(s) oder so ähnlich.

Es geht um ein China, das es nie gegeben hat. Auf jeder Seite mehr als ein Gesitesblitz. wie der das durchhält.
In Bibliotheka Phantastika stehen ein paar informative Rezensionen dazu.

Und die Frage, was neu ist, ist relativ. Oft ist immer nur ein bisschen neu. So ganz neu will ja auch kaum einer lesen. Deshalb geht Fantasy auch besser als Phantastik.

Und husch wieder weg (mit Trippelschritten)

  • Ich schreibe gerade: Tamalone, hieß früher mal Ypsilone
Womit kann der alte Vol Jin euch helfen

Aryana

  • Gast
Re: Schöne neue (Themen-)Welt?
« Antwort #25 am: 15 Juni 2009, 18:41:40 »
Es ist "Bridge of Birds" (Brücke der Vögel) und ist absolut genial!
« Letzte Änderung: 15 Juni 2009, 18:41:50 von Aryana »

pirat

  • Gast
Re: Schöne neue (Themen-)Welt?
« Antwort #26 am: 22 Juni 2009, 19:47:12 »
Ich meine nur, dass - gerade aufgrund des großen Erfolgs - 1) das Genre Fantasy in der letzten Zeit durch eine wahre Woge von Neuerscheinungen bestimmt war und 2) einige Titel aus diesem Bereich eine sehr hohe Verbreitung erfahren haben. Wegen 1) ist es nur natürlich, dass schon ein breites Spektrum an Themen/Welten/Charakterbilder/Motiven/Geschichten/... abgedeckt ist und man schon sehr tief bohren muss, um noch etwas Neues zu finden. Als Leser ebenso wie als Autor, denke ich. In einem Genre, das noch nicht so intensiv "bedient" wurde, hat man es da leichter. Aus 2) wiederum folgt, dass bestimmte Themen/Welten/Charakterbilder/Motive/Geschichten/... gewissermaßen "besetzt" sind. Da hat man es leichter in einem Genre, in dem sich nur wenige "Jeder kennt's"-Werke tummeln.
Wenn der Anspruch, einen Fantasyroman zu schreiben, höher ist als bei Büchern anderer Genres, dann mag die Beobachtung, dass weniger Fantasybücher in den Bestsellerlisten vorzufinden sind als realhistorische daran liegen, dass derzeit kaum noch jemand dem Anspruch gerecht wird (aus Sicht des Verlags, aus Sicht der Leser). Ob daswiederum gerechtfertigt wäre, sei mal dahingestellt.

Wobei ich noch sagen muss, nach deiner Argumentation müsste ich auch andere Genres (historische Romane, Liebesromane usw.) für überbesetzt halten. Ich kenne kaum noch einen historischen Roman, der mir was Neues bietet. Je weiter wie Zeit läuft, umso mehr Bücher gibt es nun einmal. Das Kniffelige ist, die richtige Kombination zu finden.

Aber eines steht für mich fest: Wenn es jemand - ganz gleich aus welchem Genre -  in die Bestsellerlisten schafft, sind es doch immer meistens nur Fantasybücher, die regelrecht Furore machen; kaum sind es Romane anderer Genres. Was mMn wiederum FÜR Fantasy spricht.