Autor Thema: Büchertipps zu "Erwachsene, ernsthafte, glaubwürdige Fantasy?"  (Gelesen 6452 mal)

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Offline Trippelschritt

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So viele gute Bücher gibt es im angloamerikanischen Sprachraum auch nicht.

Gut geschrieben ist der Malazan-Zyklus von Erikson. Aber sehr "grim & gritty" und damit nicht mein Fall.
Dann von der großen LeGuin: Earthsea-Trilogy, nicht so sehr, was folgt und Power, Voices, den dritten Titel habe ich vergessen.

Dann noch Patricia McKillip. Ist aber auch nicht so neu.

Faszinierend ist Rothfuss "Name of the Wind". Meiner Meinung nach steckt das Buch voller handwerklicher Konstruktiionsfehler. Und soll ich Dir was sagen? Es hat mich nicht gekümmert. So  mitreißend ist es stellenweise geschrieben.

Tja, und jetzt komme ich langsam ins Grübeln.
George Martin könnte man noch erwähnen. Song of Ice and Fire, mit zwei guten ersten Bänden. Aber der hat seinen Plot vergurkt und niemand glaubt mehr so recht daran, dass er seinen Zyklus jemals beenden wird.

Sonst fällt mir nichts ein, zumindest nichts, was mir gefällt.

Ich hofe, das war eine Hilfe.

Viel Spaß beim Schmökern
Trippelschritt
« Letzte Änderung: 22 Juli 2008, 13:37:56 von Federfeuer »
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karinkla

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Re: Büchertipps zu "Erwachsene, ernsthafte, glaubwürdige Fantasy?"
« Antwort #1 am: 22 Juli 2008, 13:37:52 »
Tjo, da will ich mich mal kurz zu Wort melden.

Ich habe in einem anderen Thread: Bücher, die man unbedingt gelesen haben sollte' schon mal reingepostet. Und kürzlich ist mir ein weiteres Buch eingefallen, das ich persönlich für 'unbedingt lesenswert' halte, ich denke, es passt ganz gut hierher.
Und zwar:   Vonda McIntyre - Traumschlangen.
Es handelt sich hierbei nicht um reine Fantasy, sondern um eine Mischung mit vielen Elementen der Science Fiction (Aliens, Kuppeln, in denen Menschen leben...)

Inhalt: Die Handlung spielt auf der Erde nach einem Atomschlag, der aber schon Jahrhunderte zurückliegt, aber für eine grundlegende Wandlung der Gesellschaft gesorgt hat.
Die Protagonistin ist eine junge Frau, eine Heilerin mit Namen Schlange und sie heilt - mit Hilfe von Schlangenbissen/Schlangengift. Bei einer ihrer Heilungen versagt sie, ihrer Meinung nach, und versucht fortan, dieses Versagen wieder auszubügeln. Es geht tatsächlich einmal nicht um die Rettung der Welt oder den Kampf gegen das endlose Böse, sondern darum, wie eine tatkräftige junge Frau sich selbst hilft - erfolgreich.
Es ist auch eine Liebesgeschichte enthalten, aber eher als Randerscheinung.
Ich gestehe, mich hat dieses Buch ungeheuer fasziniert. Vonda McIntyre schildert hier eine Welt, in der sich die Menschheit in einer zerstörten Umwelt neu orientiert und etabliert hat und weiterexistiert.

Und, weil's so schön war, noch eins: Joy Chant - Der Mond der brennenden Bäume
Eine eher ruhige Erzählung, auch hier wird nicht die Welt gerettet werden, sondern es geht um das Schicksal eines Stammes - hat mich immer an Indianer erinnert.
Der junge Anführer weigert sich, Tribut zu zahlen an einen anderen, überlegenen Volksstamm. Im Verlauf der Handlung erkennt er seine eigene Stärke und die Verwundbarkeit des Gegners.

LG Karinkla
« Letzte Änderung: 22 Juli 2008, 13:59:00 von karinkla »

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Re: Büchertipps zu "Erwachsene, ernsthafte, glaubwürdige Fantasy?"
« Antwort #2 am: 22 Juli 2008, 13:40:32 »
Eigentlich kann man von Joy Chant so ziemlich alles aufführen, also auch Roter Mond und Schwarzer Berg oder Wenn Voiha erwacht. Sie schreibt sehr gut und sucht sich auch Wege, die nicht so ausgelatscht sind.

Dann: Gormenghast von Mervyn Peake. Das ist zwar ein Grenzgänger und keine klassische Fantasy, aber ein riesiger Schritt in die Richtung, die ich suche.

Und zwei Tiergeschichten: Unten am Fluss (Kaninchen in England) von Richard Adams und Der Stein von Duncton (Maulwürfe in Wales) von William Horwood.

Allmächtiges Licht von Mary Gentle (liegt irgendwo zwischen Fantasy und Science Fiction).

Das letzte Einhorn, He! Rebeck! und Das magische Haus von Peter S. Beagle.

Dann gibt es noch den Blackbird-Zyklus von Freda Warrington. (A Blackbird in Twilight/Amber/Silver/Darkness). Kenne ich nur auf englisch und hat es in Deutschland wohl nie so richtig geschafft, ist aber sehr zu empfehlen.

Aus der Rubrik "Zumindest gut geschrieben" kann ich noch Tad Williams' Drachenbeinthron nennen. Das Buch erfüllt zwar so ziemlich alle Klischees und klaut sich seine Welt einfach nur hemmungslos zusammen, ist aber zumindest lesbar.

Und natürlich Der unheilige Fursey und Furseys Rückkehr von Mervyn Wall. Ein etwas tumber irischer Mönch gerät in die Klauen des Teufels - oder auch umgekehrt.
« Letzte Änderung: 22 Juli 2008, 13:51:24 von Federfeuer »
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Offline Rilyn

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Re: Büchertipps zu "Erwachsene, ernsthafte, glaubwürdige Fantasy?"
« Antwort #3 am: 22 Juli 2008, 13:46:42 »
Joanne Bertin: The Last Dragonlord und Dragon and Phoenix.
Nicht unbedingt neu, aber atmosphärisch dicht und mit Charaktertiefe.
Ich empfehle es auf englisch, weil es eigenständige Bücher sind, die im Deutschen trotzdem in drei (!) Bände zerlegt wurden.


Sehr mythenbezogen und "anders" ist Andrzej Sapkowskys "Der Hexer"-Reihe.
Obwohl das PC-Spiel wirklich Erfolg hatte, gibt es bis dato scheints immernoch nur Band 1 und 2 auf deutsch.


Von Joy Chant außerdem "Könige der Nebelinsel". Neues (historisches :devgrin: )Licht auf die ausgetretene Artuslegende.
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Offline FF

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Re: Büchertipps zu "Erwachsene, ernsthafte, glaubwürdige Fantasy?"
« Antwort #4 am: 22 Juli 2008, 13:54:04 »
Sehr mythenbezogen und "anders" ist Andrzej Sapkowskys "Der Hexer"-Reihe.
Obwohl das PC-Spiel wirklich Erfolg hatte, gibt es bis dato scheints immernoch nur Band 1 und 2 auf deutsch.
Band 2 ist daran schuld, dass ich heute erst um eins aufgestanden bin. ;D *Buch tätschel* Die anderen Bände sollen jetzt wohl neu aufgelegt werden. Zu gönnen wäre es ihnen.
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karinkla

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Re: Büchertipps zu "Erwachsene, ernsthafte, glaubwürdige Fantasy?"
« Antwort #5 am: 22 Juli 2008, 13:57:44 »
@ Federfeuer
Zitat
Der Stein von Duncton (Maulwürfe in Wales) von William Horwood.
Heureka, Federfeuer, siehst du, das hatte ich total vergessen. Ich hab das in einem Stück verschlungen, so wunderbar fand ich diese Geschichte.

LG Karinkla

Offline felis

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Re: Büchertipps zu "Erwachsene, ernsthafte, glaubwürdige Fantasy?"
« Antwort #6 am: 22 Juli 2008, 18:24:29 »
Tad Williams, die Otherland Tetralogie
Eine Kreuzung zwischen SF und Fantasy, deren unbändige Fabulierlust mich begeistert.
Ich habs auf englisch und bin mir nicht ganz sicher mit den deutschen Titeln - aber ich glaube, sie habens wörtilch übersetzt.
City of golden Shadows / Stadt der goldenen Schatten
Fluss aus blauem Feuer / River of Blue Fire
Mountain of Black Glass /Berg aus schwarzem Glas
Sea of silver light /Merr des silbernen Lichts
Zusammen rund 2500 Seiten sollten selbst "Vielfresse" eine Weile beschäftigen  ;D
« Letzte Änderung: 22 Juli 2008, 19:42:18 von felis »
Ich schreibe gerade mein Blog

"Dunkelwelt" reloaded

Offline Rilyn

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Re: Büchertipps zu "Erwachsene, ernsthafte, glaubwürdige Fantasy?"
« Antwort #7 am: 22 Juli 2008, 18:56:09 »
Mehrmehrmehr ;D

Kristen Britain: Grüner Reiter / Green Rider
Auch in der Übersetzung nicht schlecht.

Elizabeth A. Lynn: Die Türme von Tornor, Trilogie.
Die Winterfestung, Der Rat der Hexer, Die Träumer von Kendra.
Blöde deutsche Titel, dahinter eine detailreiche Welt, ohne dass die überladen wirkt, und tiefgründige Charaktere. Sehr "ruhige" Fantasy, die ohne Fabelwesen auskommt.
« Letzte Änderung: 22 Juli 2008, 20:49:00 von Rilyn »
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Larael

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Re: Büchertipps zu "Erwachsene, ernsthafte, glaubwürdige Fantasy?"
« Antwort #8 am: 22 Juli 2008, 19:34:08 »
Meine persönliche Empfehlung:

Christoph Marzi Lycidas-Trilogie

John Connolly The book of Lost Things
Märchen mal anders.

J.R.R. Tolkien Das Silmarillion
Fand ich viel besser als Herr der Ringe, obwohl es keine Hauptcharaktere gibt und jeder der tausend Charaktere mindestens drei Namen hat.
« Letzte Änderung: 22 Juli 2008, 19:36:20 von Larael »

Offline Trippelschritt

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Re: Büchertipps zu "Erwachsene, ernsthafte, glaubwürdige Fantasy?"
« Antwort #9 am: 22 Juli 2008, 20:31:12 »

Dann: Gormenghast von Mervyn Peake. Das ist zwar ein Grenzgänger und keine klassische Fantasy, aber ein riesiger Schritt in die Richtung, die ich suche.

Aus der Rubrik "Zumindest gut geschrieben" kann ich noch Tad Williams' Drachenbeinthron nennen. Das Buch erfüllt zwar so ziemlich alle Klischees und klaut sich seine Welt einfach nur hemmungslos zusammen, ist aber zumindest lesbar.

Gormenghast fällt ein wenig aus der Reihe und der dritte Band ist nicht mehr ganz von ihm. Ich mochte es nicht. Peakes Schreibstil ist mir zu künstlich. Sorry, mir fällt kein besseres Wort ein. Irgend etwas zwischen gestelzt und überzogen. Aber das ist ein Geschmacks- und kein Qualitätsurteil-

Bei Tad Williams bin ich eingeschlafen.

Bei Deinen anderen Empfehlungen muss ich mal schauen, die kenne ich nicht.

Liebe Grüße
Trippelschritt
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