Autor Thema: "Schreibbuch"empfehlung?  (Gelesen 5531 mal)

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Wolfsrufer

  • Gast
Re: Buchempfehlung?
« Antwort #20 am: 05 Februar 2007, 14:54:21 »
Hallo Leute

Hallo Ginnie. Ein Buch zu finden, dass mir beim Romane schreiben "wirklich" weiterhilft, habe ich nach einer heftigen Phase des Schreiblernbücherverschlingens wieder aufgegeben. In der Tat wirkt es oft so, als seien Romane nur lange Kurzgeschichten, da Schreiblernbücher Regeln, die ich für Kurzgeschichten wegen des Platzmangels für hilfreich halte, einfach auf Romane überträgt. Da ein Roman aber seine Länge finden darf, die besonders in der Fantasy reichlich bemessen sein kann... Ich finde die Schreibbücher, die ich gelesen habe, tragen den Möglichkeiten eines Romans kaum Rechnung.
Böse polemisch formuliert: Man findet nicht: "Wie sie mit schwierigen multiperspektivischen Szenen umgehen und es dem Leser möglichst einfach machen", sondern. "Bleiben sie bei einer Perspektive...." Nicht. „Verflechtung von drei und mehr Handlungssträngen“, sondern „Bleiben sie bei einem, oder höchstens zweien.“ Nicht: „Der langsame Einstieg, wie er seinen Sog entwickelt“, dafür garantiert. „Aktion, Aktion und Konflikt.“ Ect.

Die Themen und Regeln und Hinweise sind alle richtig, aber sie sind einfach längst nicht das einzig mögliche, gute, wahre, machbare, wünschenswerte... Es ist ein Stil, eine Erzählweise von vielen und diese Bücher suggerieren es sei der Stil.
Wenn jemand ein Buch kennt, bei dem das nicht so ist. Bitte Melden! Es kann ja ruhig vor diesen „elementaren Schreibfehlern“ warnen, aber das Thema eben dennoch behandeln.

Ich habe mich nach dieser Frustphase wieder den Büchern zugewandt, in denen Texte analysiert werden. Bücher über Interpretation, literarische Formen und Entwicklungen.  Das kann ich nur jedem Empfehlen, der damit hadert in seinem schreiben diese Regeln Erzähler, Perspektive, Show don´t tell ect. irgendwie nie „hinzukriegen“. Da ist man in hervorragender Gesellschaft. (Dadurch wird man noch kein Schriftsteller klar, aber ebenso wenig durch das Befolgen der Regeln.)
Seit dem macht es mir wieder viel mehr Spaß über das schreiben nachzudenken, denn die Welt des Wortes ist so unglaublich groß, die Möglichkeiten unendlich!!!! Klar, das macht auch Angst, man steht mit seinem Schreiben wieder „alleine“ da, aber ich halte Freiheit für die bessere Wahl, wenn ich mir die engen Pfade der Schreibbücher ansehe. Verlockend, sie versprechen die Veröffentlichung, wunderbar, wenn man mit seinem Stil schon in der Nähe ihres Weges ist und nur darauf gewartet hat, diesen festen Boden zu erreichen, aber einfach der Horror, wenn man ein Waldkind ist, oder ne Großstadtpflanze, oder, oder oder....
Zu Schreibbüchern greift man doch meist als Anfänger oder wenn man in einer Krise ist. Aber sind sie nicht eigentlich eine bloße Abkürzung die eigene Lösung zu finden? Beschneidet man da nicht die Chancen für sich eine neue Lösung zu finden? Gut, man muss das Rad nicht jeden Tag neu erfinden, aber ich rate zum gesunden Misstrauen. Ein Rad(t) nutzt wenig, wenn die eigene Geschichte in Wirklichkeit ein Gleitschirm ist.

Also Schreibbücher sind nett zum Lesen, sich anregen und aufregen zu lassen, zu wissen worüber andere reden... Doch bei der Auseinandersetzung mit dem was man eigentlich wie erreichen will...

Ich empfehle
Umberto Eco: Nachschrift zum Namen der Rose
Kleines Büchlein, dass nachdenkt zum wie schreibe ich warum... zum Erzähler (welche Maske lege ich mir als Autor an, um dem Leser zu begegnen).

David Lodge Die Kunst des Erzählens
Eine Sammlung von Kolumnen. Da wird mit einem kurzen Textstück aus der Weltliteratur, alles angerissen. Vom Anfang, bis Zum Ende. Perspektive, Spannung, Innerer Monolog, Erzählen mit verschiedenen Stimmen, Zeigen und Erzählen J, Motivation...50 Themen.
Nachschlagewerk zum anregen lassen...und Quell der Vielfalt literarischer Stimmen und Gegenbeweis dafür, dass Weltliteratur nichts mit Unterhaltungsliteratur zu tun hätte... Es ist speziell für mich witzig gewesen, das Buch mit dem Federfeuer zusammen anzufangen, da die Länge der besprochenen Textabschnitte auch so kurz sind und es sich auch meist um Romananfänge handelt...

Grundlagen: Jochen Vogt Aspekte erzählender Prosa
Da erfährt man wo die Theorien, die in Schreibbüchern zu Tipps verarbeitet wurden so herkommen und wie alt und keineswegs unumstritten sie sind.

Liebe Grüße
Wolfsrufer

Rorschach-Phoenix

  • Gast
Re: Buchempfehlung?
« Antwort #21 am: 01 März 2007, 20:37:58 »
Ich habe Creative Writing von Alexander Steele jetzt nocheinmal gelesen und muss meine Meinung zurücknehmen. Es ist ein guter Ratgeber, der sehr umfassend alle wichtigen Themen behandelt. Die Beispiele und vor allem die Kurzgeschichte, die so gepriesen wird, sind meiner Meinung nach, nicht die Bringer, aber das ist Geschmackssache. Sonst ist das Buch durchweg zu empfehlen.

Ginnie

  • Gast
Re: Buchempfehlung?
« Antwort #22 am: 01 März 2007, 21:32:34 »
Huch! Hallo Wolfsrufer,

ich hatte diesen Beitrag von dir bis heute völlig übersehen!

In der Tat wirkt es oft so, als seien Romane nur lange Kurzgeschichten, da Schreiblernbücher Regeln, die ich für Kurzgeschichten wegen des Platzmangels für hilfreich halte, einfach auf Romane überträgt. Da ein Roman aber seine Länge finden darf, die besonders in der Fantasy reichlich bemessen sein kann... Ich finde die Schreibbücher, die ich gelesen habe, tragen den Möglichkeiten eines Romans kaum Rechnung.

Da ich nach Alexander Steeles Buch kein weiteres in die Hände genommen habe, kann ich dazu keine wirklich fundierte Meinung abgeben, aber vom Gefühl her pflichte ich dir bei.
Ich begegne den gleichen Regeln/Tipps, wie immer man es nennen mag, praktisch auf Schritt und Tritt und ich denke, ich habe sie verinnerlicht. Aber es passiert mir ständig, dass ich beim Überarbeiten feststelle: "Eigentlich" müsste ich es jetzt so und so machen, ABER: Ich will gar nicht!

Ich wil jetzt nicht behaupten, dass ich durch das Buch nichts gelernt hätte. Im Gegenteil. Die Dinge, die darin angesprochen sind, habe ich vorher einfach nie bedacht. Und seit ich auf solche Sachen achte, ist mein Schreiben erheblich besser geworden. Allerdings kann ich da nicht aufhören. Ich finde meine Texte werden lebendiger dadurch, dass ich manche Regeln auch mal bewusst außer Acht lasse. Manche Adjektive müssen einfach bleiben. Manchmal ist es einfach gut, in einem Text rein- und raus zu zoomen, indem ich mal mehr, mal weniger filtere.

Zitat
Klar, das macht auch Angst, man steht mit seinem Schreiben wieder „alleine“ da, aber ich halte Freiheit für die bessere Wahl, wenn ich mir die engen Pfade der Schreibbücher ansehe.


Ich glaube, ich finde jetzt, nachdem ich diese Tipps kenne, besser zu meinem eigenen Stil, wenn ich mich jetzt auf mein eigenes Gespür verlasse. Meine Fälle von Textblindheit werden mir bewusst gemacht durch Kritiken der anderen, aber im Endeffekt lasse ich das Bauchgefühl entscheiden.

Liebe Grüße
Ginnie
« Letzte Änderung: 15 Oktober 2009, 20:55:28 von Dschinnie »

Leony19

  • Gast
Re: "Schreibbuch"empfehlung?
« Antwort #23 am: 29 Mai 2008, 09:42:46 »
Hi!

Ich überlege, noch mal ein Buch zum Thema Schreiben zu kaufen, allerdings haben mich die Bücher die ich bisher hatte (mitunter Frey) eher nervös gemacht, als dass sie mir geholfen haben.
Kennt jemand von euch dieses Buch hier?

http://www.amazon.de/Grundlagen-Techniken-Schreibkunst-Schriftsteller-Redakteure/dp/3811223712/ref=wl_it_dp?ie=UTF8&coliid=I292VIMXFHU996&colid=3GFLVJSVC4B27

Kann mir dazu jemand erzählen? Ist es wirklich hilfreich? Könnt ihr es Empfehlen? Oder würdet ihr davon abraten?

LG

Leony

Glimmerling

  • Gast
Re: "Schreibbuch"empfehlung?
« Antwort #24 am: 29 Mai 2008, 10:42:19 »
Hallo Leony

Ein paar Schreibbücher sollte man gelesen haben. Das macht es nämlich leichter zu dem Schluss zu kommen, dass es viele Wege und Möglichkeiten gibt zu schreiben. Schreiben ist nicht wie die Mathematik, die festen Regeln folgt. Es gibt für ein Schreibproblem nicht eine, sondern viele Lösungen.
Kein Schreibbuch zeigt einen Königsweg auf, weil es den nämlich nicht gibt.
Was dein Königsweg ist, entscheidest du allein.

Ein paar Schreibbücher zu lesen, macht einem  auch die Grundstrukturen der Schreiberei bewusst. Dann sollte man ausprobieren, was die klugen Theoretiker so raten und dann entscheiden, wie man selber schreiben will. An deinen Lesern wirst du letztendlich feststellen, was funktioniert und was nicht.

Lass dich von Schreibbüchern nicht entmutigen.
Sie sind nur Krücken, Hilfsmittel, die man ablehnen oder beherzigen kann.

Ich habe ohne Schreibbücher schreiben gelernt, weil es die damals noch nicht in Deutsch gab (außer dem ollen Fritz Gesing, »Kreativ schreiben: Handwerk und Techniken des Erzählens«).
Die ersten Schreibbücher habe ich in Englisch gelesen, darunter Sol Stein.
Wenn du Sol Steins »Über das Schreiben« lesen solltest (steht vermutlich heute ausleihbar in Deutsch in jeder gut sortierten Bibliothek), lies das Buch gelassen. Sol Stein tut so, als seien seine Tipps die einzig mögliche Art zu schreiben. Er bezieht sich aber auf die englische Sprache, die mit Deutsch wiederum nicht vergleichbar ist.

Mein Tipp: Gehe in die Bücherei und leihe dir so viele Bücher über das Schreiben aus, wie du kriegen kannst.
Dann such dir die Tipps raus, die dir logisch erscheinen.

Welche Schreibbücher du dir ausleihen kannst?
Hier im Thread sind ja einige genannt.

« Letzte Änderung: 29 Mai 2008, 10:48:11 von Glimmerling »

Zorrita

  • Gast
Re: "Schreibbuch"empfehlung?
« Antwort #25 am: 29 Mai 2008, 11:35:29 »
@Glimmerling
Doppelt unterstreich!

@Leony
Falls du keine Bücherei hast, wo du ausleihen kannst, dann schau doch in der Buchhandlung ins Buch rein, vielleicht kannst du relativ schnell sagen, ob es dir gefällt oder nicht.

Ich persönlich kam mit den Frey 1+2 sehr gut zurecht, besser, wie mit den anderen 3en, die ich noch im Regal stehen habe. Klar soll man auch gar nicht alles 1 zu 1 übernehmen, das wäre für den Leser stinklangweilig, da jeder Autor den gleichen Aufbau hätte.

Liebe Grüße
zorrita

Pete

  • Gast
Re: "Schreibbuch"empfehlung?
« Antwort #26 am: 29 Mai 2008, 12:12:15 »
Hallo Leute,

gute Erfahrungen habe ich mit der Landesbibliothek gemacht. Dort kann jeder kostenlos (!) ausleihen und es gibt jede Menge Bücher über das Schreiben. Jedes Buch, das in Deutschland verlegt wurde, kann zumindest beschafft werden. Kommt es aus einer anderen Bibliothek, so kostet das 1,50 Euro Aufwandsersatz.

Also: Holt Euch alle vielversprechenden Schreibbücher, nehmt sie in den Lesesaal und tragt sie nach Hause, wenn Euch das Anlesen überzeugt.

Hier noch ein paar Buchempfehlungen (Sol Stein lasse ich mal aus, den kennt Ihr schon):

Der bereits zitierte Wolf Schneider mit seinem (noch nicht zitierten) "Deutsch für Profis" ist ein gutes Werk, um eine gewisse Sprachsensibilität zu bekommen. Falls Ihr Euch noch nicht als Profi fühlt: Soll ja noch werden, oder warum seid Ihr hier? Was ich daraus spezielle entnommen habe: kürzere und wirkungsvollere Sätze. Bevor Ihr mir das um die Ohren haut: In diesem Posting gibt es diese Sätze nicht, weil ich mir die Zeit dazu nicht nehme.

Dann von Ansen Dibel (wer würde sich so einen Namen im Roman ausdenken?) das Standardwerk "Plot", indem er den Aufbau von Geschichten behandelt, ob kurz oder lang.
Höchst interessant sind die Tipps, beispielsweise, wie ein Leser mit der einen Schreibhand abgelenkt wird, während sich die andere von anderer Seite anschleicht. So funktionieren angeblich die extremsten Melodramen, ohne dass der Leser gewarnt ist und sich wappnen kann. Ich werde das demnächst hier einmal ausprobieren, mit einer rührseligen Kurzgeschichte. Versprochen!

Christopger Vogler hat sich ganz der "Heldenreise" gewidmet. Er zeigt auf, wie Mythologie und das Geschichtenerzählen zusammen gehören. Jede Geschichte, die es überhaupt gibt oder die sich zu erzählen lohnt, nutzt einen oder mehrere Mythen, Sagen oder Archetypen oder davon abgeleitete Konstruktionen. Diese Urstoffe wirkungsvoll anklingen zu lassen und damit fesselnde Geschichten zu weben, dies ist die Aufgabe des Autors. M.E. sind das elementare Erkenntnisse, speziell für Fantasy-Autoren. Das Buch heißt "The Writer's Journey".

Ach ja, die letzten beiden Bücher sind in englisch, aber trotzdem leicht zu lesen. Ich habe sie über amazon.de bezogen.

Pete
« Letzte Änderung: 29 Mai 2008, 12:13:50 von Pete »

cybo

  • Gast
Re: "Schreibbuch"empfehlung?
« Antwort #27 am: 14 Juli 2008, 19:23:56 »
Hier noch mein Senf...beide Bücher von Frey habe ich geradezu verschlungen weil sie sehr locker gschrieben und doch sehr lehrreich sind (meine Meinung)...
Steel/Carver fand ich auch ganz toll - mehr zu dem Thema hab ich bis jetzt noch nicht gelesen, allerdings kommt morgen der DHL Laster und lädt folgende Bücher ab:

Traumstadt und Armageddon: Zukunftsvision und Weltuntergang im Science-Fiction-Film

Deutsch für Profis: Wege zu gutem Stil
 
Grundlagen und Techniken der Schreibkunst: Handbuch für Schriftsteller, Redakteure und angehende Autoren

Dramatisches Schreiben. Theater. Film. Roman


ich bin schon sehr gespannt  :klatsch:


« Letzte Änderung: 15 Juli 2008, 11:07:15 von Wolfsrufer »

Offline Trippelschritt

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Re: "Schreibbuch"empfehlung?
« Antwort #28 am: 22 Juli 2008, 20:38:47 »
Von Ursula LeGuin gibt es Steering the Craft
auch in deutscher Übersetzung (Titel vergessen).
Das beantwortet zwar nicht Wolfrufers Fragen, aber dafür geht die Autorin auf die Sprache selbst ein. Also runter auf die Satzebene mit schönen Beispielen und Übungsaufgaben.
Wichtig ihre Aussage: Es gibt keine festen regeln, sondern nur Empfehlungen.
Sie zitiert regeln und weidet sich dann an den Ausnahmen, die von bekannten Schriftstellern stammen (z.B. Mark Twain).

Dieses Buch ist zumindest etwas anders.

Liebe Grüße
Trippelschritt
  • Ich schreibe gerade: Tamalone, hieß früher mal Ypsilone
Womit kann der alte Vol Jin euch helfen

Leony19

  • Gast
Re: "Schreibbuch"empfehlung?
« Antwort #29 am: 31 Juli 2008, 14:28:12 »
@Glimmerling und Zorrita
Danke, für die Tipps, die kann ich immer gebrauchen. Werde mir das Buch wohl mal in einer Buchhandlung ansehen. Ich hatte es allerdings bisher nur bei Amazon gefunden und dachte, ich frage mal nach, ob es jemand hat und jemand es mir empfehlen kann. Den Kritiken bei Amazon trau ich nicht immer so über den Weg, wobei 10 Euro ja nicht wirklich weh tun.

LG
Leony


Wolfskind

  • Gast
Re: "Schreibbuch"empfehlung?
« Antwort #30 am: 03 April 2009, 11:28:48 »
Hallo Leony,

das Buch kenne ich, habe es vor Jahren gekauft (und lese immer noch daran)^^.
Es enthält wirklich viele fundierte Informationen, übersteigt aber meine Nervenstärke und mein Durchhaltevermögen. Inzwischen steht es ganz links im Bücherregal und verhindert, dass die anderen Schreibbücher umfallen. ;D
Nein- das war jetzt zu böse. Als Nachschlagewerk finde ich es wirklich brauchbar, aber es ist mir zu trocken, um es in einem Stück zu lesen.
Aber ich denke, da liegt genau der Hase im Pfeffer: was für ein Buch suchst du denn?

Ich mag die Art, wie Frey erklärt sehr und fand die Bücher als Einstieg sehr hilfreich. Mein absolutes Anti-Schreib-Frust-Buch ist "Bird by Bird" von der wundervollen Anne Lamott.


@Safir: ich weiß sooo gut, was du meinst.
Meine Söhne können quatschen, wie die Wasserfälle, bis ich sie was frage, zum Beispiel:
"Wie wars heute in der Schule?"
"gut"
Wenn ich wirklich Informationen möchte, muss ich warten, bis die Tochter meiner Freundin da ist.
Danach bin ich (ungefragt^^) wieder bestens informiert. ;D

Lapislazuli

  • Gast
Re: "Schreibbuch"empfehlung?
« Antwort #31 am: 04 April 2009, 12:14:58 »
Genrell finde ich, dass viel schreiben und viel lesen schon einmal unheimlich viel bringt, was den persönlichen Stil betrifft. Und zwar nicht immer nur im eigenen Genre und im eigenen Kulturkreis lesen, sondern viel verschiedenes. Nur so kann man neue Eindrücke sammeln und kommt auf Dinge, die einem sonst nicht auf- oder eingefallen wären.

Dann ist mir aufgefallen, dass hier viel über Stil und welche Wörter darf ich verwenden und welche nicht etc. nachgedacht wird. Allerdings bevor man so weit ist an der eigenen Schreibe herumzubasteln braucht man einen funktionierenden und spannenden Plot und auch da gibt es sehr schlaue Bücher drüber. Christopher Vogler wurde schon genannt (hab ich noch nicht gelesen aber schon viel Gutes drüber gehört.) Mir hat geholfen (und habe ich an anderer Stelle schon empfohlen, tu es hier aber gern noch einmal)
Robert McKee: Story
Lajos Egri: Dramatisches Schreiben

Diese beiden Bücher wenden sich zwar an Drehbuchautoren - es wird aber extra erwähnt, dass man für's Romanschreiben auch extrem viel draus lernen kann - was ich übrigens auch fand. Und - sie wenden sich an Profis, oder angehende Profis. Nicht an Schreibanfänger, denen man alles was ein gewisses Gefahrenpotential birgt gleich einmal ausredet (nach dem Motto: mach das ja nicht, sonst wird es kein verdammt guter Roman) Sie trauen dem Autor durchaus zu,dass er für sich selber denken kann, denn im Endeffekt muss er ja selbst entscheiden wie er seinen Roman schreibt.

Ich finde einfach, dass es wichtig ist sich auch mit Erzählstruktur, Handlungs- und Spannungsaufbau, Charakterentwicklung auseinanderzusetzen, weil es einem dann wesentlich leichter fällt, seinen Plot zu kontrollieren oder etwas zu reparieren, wenn etwas aus dem Lot gerät, oder warum die und die Stelle langweilig wirkt, ob wohl sie eigentlich spannend sein soll. Man bekommt einfach ein besseres Gefühl dafür, wo man ansetzen muss ...
« Letzte Änderung: 04 April 2009, 12:17:54 von Lapislazuli »

Kerstin-Viech

  • Gast
Re: "Schreibbuch"empfehlung?
« Antwort #32 am: 04 April 2009, 13:02:30 »
Welches Buch (zumindest mir) über so manche Schreibblockade geholfen hat ist "Raum zum Schreiben" (wie heiß die Autorin noch gleich? Goldberg ... Bonni Goldberg, genau ^.^")
Habe das damals in der Bücherei gesehen, da sind 200 Schreiblektionen drin, Anregungen zum einfach Drauflosschreiben :)
Eine Rezension von Heike Thormann bei Amazon fasst das Ganze, finde ich, sehr schön zusammen:
Zitat
Ob die Lektionen in Bonni Goldbergs "Raum zum Schreiben" genial sind, ist sicher Ansichtssache. *schmunzel* Auf jeden Fall sind sie gut geeignet, um das jeweils auf einer Seite kurz vorgestellte Thema praktisch umzusetzen. Dabei bezieht sich das Thema teilweise auf Elemente des Schreibprozesses wie zum Beispiel wie man bildhaft schreibt, seine Beobachtungsgabe trainiert und den Text überarbeitet, teilweise steht es auch für sich als Ausgangspunkt weiterer Schreibübungen. Schade allerdings, dass das Ganze eher ungeordnet und planlos passiert. (Und nein, Systematik und Phantasie müssen kein Widerspruch sein. ;-)) Daher Punktabzug. Ansonsten: Wer sich geduldig durcharbeitet, bekommt - gerade als Anfänger - gute Hintergrundinfos und einladende Übungen.
Mir hats jedenfalls geholfen =)

Ansonsten habe ich Freys "Wie man einen verdammt guten Roman schreibt" vergöttert, bis ich dann gemerkt habe, dass es mich zeitweise sogar eher hemmte als weiterbrachte. Die "Basics" habe ich dort namentlich alle gelernt, aber für mein wirkliches Schreiben war es im Nachhinein eher hemmend, eben weil ich versucht habe mich Schritt für Schritt dran zu halten. Dennoch ein tolles Buch, man sollte es eben nicht als den perfekten Weg nehmen ;)

LG Kerstin

Voleur_de_Feu

  • Gast
Re: "Schreibbuch"empfehlung?
« Antwort #33 am: 04 April 2009, 15:36:51 »
Ich bin zwar keine Freundin von Schreibratgebern, aber eine Empfehlung der - ein bisschen - anderen Art muss ich doch loswerden:

"How NOT To Write A Novel", von Newman & Mittelmark sammelt 200 Dinge die man, tja, vermeiden sollte, wenn man einen Roman schreibt. Oder, wenn schon nicht vermeiden, dann wenigstens dekonstruieren. Überraschend informativ (von Plot-Klischees bis bis hin zu Sprachstilen wird so ziemlich alles zusammengetragen), und dabei auch noch eine feine, kleine Parodie an das Ratgebergenre per se. Und amüsant.

Nachteil: meines Wissens nur auf englisch erhältlich, und findet sich stellenweise selbst ein bisschen zu witzig.

Filius

  • Gast
Re:"Schreibbuch"empfehlung?
« Antwort #34 am: 15 Oktober 2009, 13:58:12 »
Auch nach langer Zeit möchte ich hier ein Buch hinzufügen.  :cheerful:
Ich bereite mich nämlich gerade für einen Workshop mit Schülern aus der fünften und sechsten Klasse vor. Ich sehe es als Herausforderung  :devroll: und freue mich riesig auf dieses Ehrenamt.  :devgrin:
Dazu habe ich ein Buch vorliegen.  :lesen1:
"Nachts, im Mondschein, lag auf einem Blatt" von Georg Maag im dtv erschienen.
Der Untertitel "Eine Schreibwerkstatt für Kinder".

In meinen Augen ein wichtiges Buch bei der Arbeit mit Kindern, die schreiben möchten.

Filius
Meinung

Wolfskind

  • Gast
Re:"Schreibbuch"empfehlung?
« Antwort #35 am: 15 Oktober 2009, 14:09:44 »
Da kann ich dir gleich noch ein weiteres tolles empfehlen:
Rodari, Gianni: Grammatik der Phantasie

Filius

  • Gast
Re:"Schreibbuch"empfehlung?
« Antwort #36 am: 15 Oktober 2009, 16:21:05 »
Hab mal im Netzt geschaut - ich glaube, das brauche ich auch!
Dankeschön!
Super Tipp!
LG
Fillius

Wolfskind

  • Gast
Re:"Schreibbuch"empfehlung?
« Antwort #37 am: 15 Oktober 2009, 18:49:04 »
 :cheerful: