Autor Thema: J. D. Harjung: Lexikon der Sprachkunst  (Gelesen 1467 mal)

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Shay

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J. D. Harjung: Lexikon der Sprachkunst
« am: 24 Februar 2006, 10:02:01 »
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Zitat
Der Autor über sein Buch
Das erste dt. Lexikon der rhetorischen Stilformen von A - Z
Der Schmuck, den wir beim Reden wie auch beim Schreiben einsetzen, liegt in den Stil-Formen der Sprachkunst, die man als Tropen und Figuren zusammenfasst. Was sprachlich quasi auf den Tisch kommt, das würzen sie wie mit Duft und Geschmack und Farbe. Stilformen bewirken Klang und Klarheit, schaffen Abwechslung, bringen Überraschung und Erweiterung; vor allem aber Lebendigkeit. In sich selber oft Kunstwerke, sind sie dennoch nicht im Interesse ihrer eigenen Schönheit und unausschöpflichen Vielfalt da, sondern sie dienen der Mitteilung und Information. Jeder, der mit Sprache zu tun hat, braucht sie und setzt sie ein. Aber wie?

„Es ist nicht möglich, das einfachste Gespräch zu führen oder nur ein paar Sätze zu schreiben, ohne dabei von rhetorischen Stilformen Gebrauch zu machen.“ Das hat E. W. Bullinger gesagt, der diese Materie durch sehr viele Jahre intensives Studium innen und außen meisterhaft kannte.

Man kann lernen, Tropen und Figuren richtig einzusetzen. Viele Anwender sind nicht in der Lage, Sprache stilistisch zufriedenstellend handzuhaben und leiden darunter. Das “Lexikon der Sprachkunst” ist ein Hilfsmittel dafür; es listet die rhetorisch-stilistischen Formen in etwa 460 Seiten handlich von A bis Z auf.

Tropen und Figuren sind wegen ihrer komplizierten Namen oft schwer zu finden, wenn man sie braucht. Allegorie, Euphemismus, Metapher und Wortspiel beispielsweise – die kennt und findet man. Aber wie ist es mit Hendiadyoin? Oder mit Homöoprophoron und Malapropismus und Paregmenon? Genau hier kommt ein besonderes Merkmal des Buchs zum Vorschein: die Sammelbegriffe. Wer den Namen einer Stilwendung nicht kennt, aber weiß, dass sie z. B. durch Übertreibung entsteht oder durch Wiederholung oder Auslassung von Wörtern, kann das Gesuchte auch über solche Stichwörter wie Übertreibung, Wiederholung, Auslassung ermitteln. Etwa 2.500 Querverweise im Buch tragen ihres dazu bei, dass man sich ohne viel Vorwissen gut zurecht findet. Und das dritte Besondere sind die über 1000 Beispiele aus der Literaturgeschichte von Lessing bis Bergengruen und Robert Schneider. So wird aus dem Nachschlagewerk zugleich ein einzigartiges Lesebuch der deutschen Sprachstilkunst.

Die Rezession ist zwar vom Autor selbst, aber es stimmt eigentlich recht gut, was er da schreibt. Das Buch entält unzälige Stilmittel, rhetorische Figuren und auch Figuren, die als Fehler gelten. Zu jedem Beitrag gibt es eine Erklärung, mehrere Beispiele mit Quellenangabe und die etymologische Herkunft des Namens der Stilfigur. Meistens steht auch noch ein bißchen was zur Wirkung dabei. Und wem das immer noch nicht reicht, der wird auf verwandte Stilfiguren verwiesen.

Für jemanden, der die Diskussion der rehtorischen Mittel in der Schule schon immer ätzend fand, ist das Buch sicher nichts. Aber wer sich - so wie ich ;) - für diese Dinger begeistern kann, der findet hier ein sehr informatives Buch. Ich hab davor schon andere gesehen, aber in denen kann man die Erklärungen oft nur anhand der Beispiele verstehen - und die sind auf Altgriechisch!
Ich finde das Buch sehr verständlich und schlage gerne mal darin nach.