Neueste Beiträge

Seiten: 1 2 [3] 4 5 ... 10
21
Grill / Re: Rosenliebe (Genre unklar ... sorry)
« Letzter Beitrag von Uli am 29 September 2020, 21:36:04 »
 :jump2:
22
Grill / Re: Rosenliebe (Genre unklar ... sorry)
« Letzter Beitrag von Trippelschritt am 28 September 2020, 21:26:13 »
Mir gefällt es so, wie es ist. Längenmäßig meine ich. Zu kurz würde die Pointe schmälern.
Textlich könnte noch ein wenig poliert werden. Vor einer Veröffentlichung oder so. Die Chefin hat ja schon was angemerkt.

Doch, doch, ein amüsanter Text.
meint der Trippelschritt.
Gern gelesen!!!
23
Grill / Re: Rosenliebe (Genre unklar ... sorry)
« Letzter Beitrag von Uli am 28 September 2020, 14:14:27 »
dops!

ay CheFFin,

rein fachlich: Das ist die Andeutung von ˋQual-Pflege ´ - Qual- Züchtungen gibt es leider auch, und zwar massenhaft. Da könnte ich längere Zeit drüber referieren (und es gibt Punkte, die dabei recht ... nun, ambivalent sind, weil man entsprechend gezüchtete Rosen tatsächlich betüddeln muss), aber das lasse ich mal.
Außer, wenn jemand fragt.
(Was seit 30 Jahren niemand getan hat ...)

Das ˋweil ´ ... OK, das kann ich ersetzen. Ist eine echte Kniefiseligkeit: Gesprochen (mit einer winzigen Pause) ist der Effekt, dass hier eine unzureichende Begründung ˋnachgereicht ´ wird, während das ˋdenn ´ eine Kausalität andeutet. Naja.
Vielleicht zu sehr an Theater gedacht, und zu wenig an Text.

Es geht darum, dass diese ganze ˋErziehung ´ nur das Ziel hat, möglichst viele Blüten zu erzwingen - nicht darum, dass es dem Klienten gut geht. Und die Blüte wird so interpretiert, dass man alles zum Wohle der Klienten getan hat, obwohl damit nur das eigene Bedürfnis des Pflegenden befriedigt wird.
Die eigentliche Gemeinheit ist, dass man problemlos das Wort ˋRosen ´ durch ˋKinder ´ ersetzen kann.

Danke fürs Lesen und rösten!
24
Grill / Re: Rosenliebe (Genre unklar ... sorry)
« Letzter Beitrag von FF am 28 September 2020, 09:14:13 »
Hm. Ich kenne mich mit Rosen nicht aus. Heißt das, man muss sie gar nicht so beschneiden und betüddeln? Dann wird der Text zur Beschreibung einer Qualzüchtung. Arme Rose.

Inhaltlich bin ich also etwas ratlos. Formell ist es ok, nur ersetze doch bitte das schreckliche "weil, nur dann" durch "denn nur dann".
25
Grill / Re: Rosenliebe (Genre unklar ... sorry)
« Letzter Beitrag von Uli am 28 September 2020, 03:08:03 »
Zitat
ja, ich schon wieder. :klugklo:

warum wundert mich das nicht?

ay Eska,
Danke dir!

Es macht mich ja fast ein bisschen stolz, mit 17 Sätzen und einer Minute Lesezeit noch immer Längen produzieren zu können ...  :cheese:

Aber Ernst beiseite: Stimmt vollkommen, der letzte Satz ist der, um den es geht.
Und eigentlich habe ich damit gerechnet, dass das Bedürfnis laut wird, den noch etwas auszuführen, mindestens damit, das ˋsein ´ kursiv zu setzen.
Stattdessen nun ... naja.

Grundsätzlich stimmt dein Eindruck, die ˋTipps zur Rosenpflege ´ stammen durchweg aus entsprechenden Anleitungen - und die sind allesamt falsch. Daher auch der ein wenig gelangweilte Grundton in diesem Teil, die mentale Distanzierung. Was vielleicht das Gefühl von Länge ausmacht, aber ... an sich soll es das auch.
Genaugenommen triffst du es exakt mit dem Satz ˋbrauche ich (hier) nicht ´.
Obwohl oder weil das jeder so sagt.
(Meine persönliche Anleitung zur Rosenpflege umfasst ziemlich genau einen Satz, der ohne Kommata auskommt - allerdings braucht es - unter Anleitung - zwei oder drei Jahre, den ganz zu verstehen ...)

Ich weiß nicht, ob der Effekt mit einem Dreizeiler so zustandekommt ... außer bei Leuten, die so genau hinschauen, dass man ihnen sowas auch nicht mehr sagen muss. Hmmm.
Aber ich setze auf alle Fälle einen Merker an den Text, für den Tag an dem ich mit Aphorismen anfange. (Meiner Schreibfaulheit käme das ja entgegen, immerhin)

 :danke2:
26
Grill / Re: Rosenliebe (Genre unklar ... sorry)
« Letzter Beitrag von eska am 27 September 2020, 22:08:52 »
Lieber Uli;

ja, ich schon wieder. :klugklo:

Am besten gefällt mir an deinem Text der letzte Satz. Alles andere vorher ist ein bisschen wie eine gärtnerische Anleitung zur Rosenpflege - so ausführlich brauche ich das hier nicht.
Meinem Empfinden nach könntest du das Häppchen sozusagen auf ein Sushi-Röllchen eindampfen: ein, zwei Sätze pointiert zu all dem, was Liebhaber mit und für (?) ihre Rosen veranstalten, dann die Quintessenz im Kontrast. Ein bisschen wie ein Aphorismus. Schau mal, ob die Idee dir zusagt. ;)

Gruß,

eska
27
Grill / Rosenliebe (Genre unklar ... sorry)
« Letzter Beitrag von Uli am 26 September 2020, 22:34:01 »
Jaja ... ich schon wieder ...

Aber die Hölle ist halt nicht zugefroren, die Grills stehen noch und irgendwo ... ja, hier ... ist noch etwas Glut. Und Lava  :lava: Also.

Ein (selbst für meine Verhältnisse) sehr kurzer Text, von dem ich nicht so recht weiß, in welche Schublade er gehört. Vielleicht ins Theater? Oder in eine neue Sammlung?
Anderthalb Minuten braucht es, um das Ding vorzulesen ... ein Häppchen auf dem Grill, kein Steak.
Viel Spass damit!

Rosenliebe

Leute, die Rosen lieben, sammeln diese.
Und wissen von jeder einzelnen, woher sie stammt, wer sie wann und wo gezüchtet hat, und all sowas.
Sorgfältig achten diese Leute darauf, dass ihre Rosen immer gut gedüngt sind, keinen Schädlingsbefall erleiden und die genau richtige Menge Wasser bekommen.
Der richtige Platz ist wichtig, damit kein Wind die Rose beeinträchtigt, und genügend, aber auch nicht zu viel Sonne sie erreicht. Und im Winter bekommen die Rosen einen Schutz, werden gehäufelt, eingepackt und so vor dem Frost geschützt.

Damit die Rosen reich blühen, denn eben dafür liebt man sie.

Jede einzelne wird fachgerecht beschnitten, mehrmals im Jahr, und die abgeblühten Teile werden entfernt - weil, nur dann treiben neue Blüten nach.

Natürlich wird vor jedem Schnitt die Schere geprüft, es dürfen keine Scharten in der Schneide sein, und die Schärfe muss stimmen, sonst leidet die Rose. Und blüht nicht. Also, nicht genug.

So hat man immer zu tun mit den geliebten Rosen, mit Wässern, Düngen und Schneiden und allem. Und dann, wenn die Blütenpracht ihren Höhepunkt erreicht, dann lehnt man sich zurück und liebt sie. Weil sie artig blüht. Da freut man sich.
Wie schön.

Eine Rose zu sein ist nicht einfach, ganz besonders, wenn man so geliebt wird.
28
Bücher / Re: Was lest ihr gerade? (2020)
« Letzter Beitrag von Uli am 01 September 2020, 21:36:47 »
ich lese grade nicht:
Bad Monkeys von Matt Ruff.

Wurde mir dringlich empfohlen und ausgeliehen, und ich habe etwa 12 Minuten damit verbracht, das anzulesen und drei weitere, um mir den Schluss anzusehen.
Und das wars ...
Sorry, Matt. Sowas von nicht mein Ding ...

29
Grill / Re: Aikaria - Kapitel 1
« Letzter Beitrag von Wave am 01 September 2020, 15:59:19 »
(So, und da ich einmal dabei bin, hier die längst überfällige Röstung, die ich noch vor meiner erneuten Anmeldung gechrieben hatte, die aber dann aus den verschiedensten Gründen erstmal liegenbleiben musste. Also nicht wundern, liebe Federfeuer: Wenn ich sage, ich habe eine Röstung geschrieben, dann habe ich eine Röstung geschrieben, auch, wenn es noch Millionen Jahre dauert, bis ich sie dann auch mal einstelle (*nicht hauen bitte*) :versteck: .


Hi, Anni, :wink:


ich grüße Dich erstmal, ich bin nach einer längeren Zeit wieder hier im Forum und wir hatten uns ja noch nicht kennengelernt.

Dann lege ich mal gleich los:

Zum Verständnis im späteren Verlauf der Röstung

Das "Ich" wirkt auf mich weiblich und Noah wirkt auf mich, als sei er entweder ihr Partner oder aber zumindest ein sehr guter Freund.

Zum Aspekt Spannung

Spannung gleich am Anfang aufbauen ... ist sicher eine Herausforderung. Ich sehe das ähnlich wie Tika, dass dies nicht über einen noch anonymen Protagonisten funktionieren kann, den ich gerade das allererste Mal in irgendeiner Form wahrnehme und schon mal gar nicht irgendeinen gefühlsmäßigen Bezug aufbauen konnte. Über einen anonymen Prota funktioniert das also nicht - da muss ich etwas zu Hilfe nehmen.
Ich bin allerdings der Ansicht, dass man grundsätzlich durchaus Spannung direkt am Anfang aufbauen kann, z. B. durch ungewöhnliche Situationen, Szenen, die durchaus auch völlig protagonistenlos auskommen und eine Atmosphäre von Spannung aufbauen können.
Wenn es also am Anfang noch gar keine gemeinsame Ebene auf Basis eines individuellen Spannungskonfliktes des Protagonisten zwischen Leser und einem anonymen Protagonisten geben kann (da dieses Individuum noch nicht kennengelernt wurde, kein Bezug aufgebaut etc.), dann muss eben eine gemeinsame Ebene der Spannung zwischen Leser und einem übergeordneten Spannungsverhältnis gebildet werden, das zwar geichwohl Protagonist und Leser umfasst, aber die Spannung nicht vom Protagonisten abhängig macht.
Ein Beispiel, dass mich nach dem ersten Satz sofort weiterlesen ließe (da ich nunmal im Allgemeinen und so nicht anders angekündigt, davon ausgehe, dass ich von ener ganz gewöhnlichen Alltagswelt lese):

"Die Uhren liefen rückwärts.
In der Küche.
Im Wohnzimmer.
Im Schlafzimmer."

Wenn dann so allmählich zum Protagonisten, der dies erlebt, hingeschwenkt wird, dann kennen wir uns zwar noch nicht, aber wir werden durch eine äußerst spannende Gemeinsamkeit in gewisser Hinsicht geeint: Wir verstehen die Welt nicht mehr. Wir haben beide ein gemeinsames Thema, das uns gleichermaßen interessiert.

Und natürlich sind die Worte, ist die Situation austauschbar. Es geht nicht um rückwärtslaufende Uhren; es geht darum, den Leser sozusagen hinterrücks mit dem Prota zu verbinden: Denn jetzt denke ich schonmal: "Los, Prota, lauf. Ich will noch mehr sehen! Ich will wissen, was da los ist! Mach was!" Und ich denke, das ist doch eine ganz gute Gelegenheit, den Protagonisten, bei dem, was er denn dann macht, näher kennenzulernen ...

Aber hier geht es ja direkt am Anfang um ein anonymes Individuum ohne Namen mit einem zwar belastenden, aber durchaus nicht außergewöhnlichem Problem.
Die Angst als allgemeinmenschlich Bekanntes könnte evtl. einen gewissen Spannungseffekt enthalten, wenn dabei nicht so sehr auf dem Protagonisten-Individuum mit seinen Körper-Angst-Symptomen "herumgeklopft" würde.
Wenn überhaupt, dann würde ich versuchen, die Angst als übergeordnetes Spannungselement aufzubauen und das heißt: Fokus der Protagonistin nach außen, nicht nach innen (wie nehme ich meine Angst wahr?). Denn Angst kenne ich, die Protagonistin noch nicht.

Einen guten Ansatz hast Du da schon:
Zitat
Es geht aufwärts. Langsam, unaufhaltsam.

Auf mich wirkt das wie ein - interessanter - scheinbarer Widerspruch: Die Formulierung "Es geht aufwärts." kenne ich i. A. für etwas Positives. Da dieses scheinbar Positive hier aber gleich abgeschwächt wird durch einen auf mich in dieser Gegenüberstellung eher beklemmend wirkenden Nachsatz, entsteht ein Spannungsfeld.
Natürlich könnte es grundsätzlich auch positiv gemeint sein, im Sinne von: Aaah, allmählich tut sich was Positives, es geht zwar langsam, aber dafür stetig aufwärts ... aber hierbei würde ich eher eine Formulierung wie "Es geht aufwärts. Langsam, aber unaufhaltsam." erwarten.
In diesem Text aber fungieren die beiden Begriffe nicht als Gegensatzpaar, sondern sie arbeiten sozusagen im Verbund miteinander. Wie erwähnt, auf mich wirkt das beklemmend. Und ich werde nicht enttäuscht, denn mein gefühlsmäßiger Eindruck wird ja im weiteren Verlauf des Textes bestätigt.
So weit, so gut.
Aber dann wird der Fokus vom Allgemein-Bedrohlichen sehr schnell auf die Protagonistin und ihre individuelle Angst gerichtet, es werden körperliche Symptome aufgezählt und hie und da ein kommentierender Gedanke zu ihrer Angst.

M. E. wäre es wichtig zu wissen, wie stark die Angst tatsächlich ist.
Du schreibst:
Zitat
Ich würde ohne Zögern in einen Raum voller wilder Tiere springen, wenn dafür dieses unangenehme Gefühl der Angst verschwände, der Hilflosigkeit.

Lilith hat ja schon was dazu geschrieben. Und auch ich kann diesen Satz im Sinne dessen, dass sie lieber zerfleischt werden würde als diese Art der Höhenangst zu erleben, nicht Ernst nehmen.

Allerdings könnte ich mir vorstellen, dass dieser Vergleich nicht vom Verstand gesprochen, sondern gleichfalls von der Angst diktiert wird. Also, ich würde sagen, dass wir durchaus ab und an sagen: Ich würde lieber das und das (Angstbesetzte) erleben als das und das (Angstbesetzte) ,,, vielleicht deswegen, weil irgendwo im Hintergrund von Herz und Hirn, für uns praktischerweise nicht so ganz greifbar, herumschwirrt, dass die schliiiimme Angstsituation, die wir da als Vergleich heranziehen, vermutlich niemals eintreten wird ... Aber ob Du das so gemeint hast, was ich mir hier so ausdenke ...? ;D

Nehme ich den Satz "Ich würde ohne zu zögern in .... springen." also in Bezug auf die Intensität der Angst sehr ernst, müsste die Angst extrem stark sein und je stärker die Angst, desto (soweit ich informiert bin, und nach meinen eigenen Erfahrungen und denen anderer) weniger Wahrnehmung eigener Reaktionen darauf, aber desto größer die Wahrnehmung dessen, WAS ANGST MACHT! Das ist ja das Eigenartige: In extremen Angstsituationen ist eine sehr häufig Variante, dass wir starren auf das, was Angst macht (Aaaachtung: Wir starren nicht nur mit den Augen ... es sind ja nicht die Augen, es ist ja nicht der Blick, es ist das gesamte Wahrnehmungspektrum extrem verengt und verdichtet auf einen einzigen Fokus. Deswegen auch ist es schwierig, einzelne Aspekte davon herauszulösen, um so Spannung aufzubauen). Wir lassen es nicht los, kleben mit unserer Wahrnehmung an dem, was Angst macht, nicht an unseren Reaktionen auf unsere Angst. Die mögen wir vielleicht noch als eine Art Hintergrundrauschen wahrnehmen, aber wir sind nicht voll darauf konzentriert. Und mit kommentierendem Denken dazu ist da schonmal gar nichts mehr. Bei entsprechender Stärke der Angst.

Es spielen halt - wie so häufig - ganz viele Parameter eine Rolle; Angstreaktionen haben eine enorme Bandbreite ... aber es geht ja um einen Spannungseffekt und nicht um eine Doktorarbeit, also sollten m. E. die eher bekannten Angstreaktionen ausreichen.
Es heißt ja nicht umsonst: Wie gelähmt vor Angst. Er-starren oder - Flucht. Aber wohin und wie soll sie in der Situation flüchten?

Also, was macht hier Angst? Und wie verbinde ich das mit einer Spannung für den Leser?
Das wäre z. B. das Hochfahren, das laaangsame Hochfahren, fahren Riesenräder nicht seeeehr laaangsam? Vor allem, wenn man Angst hat, dann fahren sie noch langsamer, die unsicher breit wackelnde Gondel, das kleine und immer dicher werdende gondelnde Gefängnis in all der haltlosen Luft in allen Richtungen, Ausstieg unmöglich, Weglaufen unmöglich: Ausgeliefert.

Bitte, es geht natürlich nicht um wortwörtliche Übernahme: Es geht um Bilder. Und zumindest in diesem Fall würde ich wirklich soweit möglich Gegenständliches nehmen und dann die Angst hineinhalten und damit spielen.
Mir geht es hiermit nur darum, dass Angst auch völlig ohne jede körperliche Reaktion auf diese dargestellt werden kann. Natürlich so, wie Du Dir die Bilder dieser Fahrt rauspicken willst, aber dann fände ich es eben schön, wenn eben wirklich die Innenreaktion über und durch die Außensituation dargestellt bzw. gespiegelt wird.
-----

Möglicherweise solltest Du die im Text als "Höhenangst" bezeichnete Angst spezifizieren; Uli hat das sehr schön als Höhenbewegungsangst (hin und weg, wobei hin zur Höhe wesentlich schlimmer zu sein scheint)  ausgedrückt. Wenn das zutrifft, dann nehme ich Dir noch ab, dass die Protagonistin, als das Rad still steht, sich umschauen und sogar die Faszination des Anblicks spüren kann.
Hätte sie "nur" eine pure Höhenangst, dann frage ich mich, wieso sie an einer Stelle, an dem die Höhenangst doch auch ihren Höhepunkt haben sollte, nämlich am höchsten Punkt, plötzlich ihre Augen öffnen, sich gründlich umsehen und auch noch Vergleiche finden kann für das, was sie sieht. Anstatt ungewollt panisch in die Tiefe zu gucken und aus der Gondel in Ohnmacht zu fallen.

Wo will die Geschichte hin?

Ich hoffe sehr, dass die Höhenbewegungsangst noch eine Fortsetzung (dann vielleicht in einer fantasyhaften Dimension, schließlich soll es ja eine Fantasygeschichte sein) hat und einen Hintergrund und nicht nur dazu gedacht ist, den Leser in die Geschichte zu ziehen ... um dann mit etwas ganz Anderem weiterzumachen.
Du hast meine Aufmerksamkeit auf ihr Problem gerichtet, also will ich jetzt wissen, wie es mit ihrem Problem weitergeht, denn auf mich wirkt es so, als habe sie ihre Angst zwar punktuell überwunden (entweder diesem Noah zuliebe oder eben Noah als eine Art Energiequelle), aber nicht etwa aufgelöst:

Zitat
Als ich langsam den Kopf hebe und in Noahs strahlendes Gesicht schaue weiß ich, dass ich , trotz meiner Vorfreude auf das baldige Ende dieser Fahrt jederzeit wieder einsteigen würde."

Das zeigt ja, dass die Angst nicht aufgelöst ist, auch dann nicht, wenn sie punktuell als überwunden erscheint. Denn:
Die hier erwähnte Vorfreude bezieht sich auf das baldige Ende dieser Fahrt .
Warum sollte sie sich darauf freuen, wenn die Angst aufgelöst ist? Dann stelle ich mir doch eher einen Jubel über die endlich aufgelöste Angst vor, die zu einer gelösten Stimmung führt, vielleicht mit einer Vorfreude darauf, sogleich die nächste Fahrt anzustreben, weil endlich frisch und frei genießen könnend.
Durch eben eine enorme Energiegewinnung einer nicht nur über-wundenen, sondern auf-GELÖSTEN Angst.
Doch der Grund dafür, dass sie wieder einsteigen würde, ist nicht die aufgelöste Angst, sondern der Blick in Noahs strahlendes Gesicht. Und das hat doch Spannungspotenzial.


Zudem:

Zitat
Das Riesenrad setzt sich wieder in Bewegung, und in meinem Inneren staut sich erneut Panik an. Doch diesmal geht es abwärts.
Bald ist es vorbei.

Es ist also immer noch wichtig, dass es bald vorbei ist, sonst wäre dies nicht erwähnenswert.

Die Kurve der Panik wird beim Abwärtsfahren zwar flacher gezeichnet, aber die grundlegende Panik bleibt anscheinend erhalten - und ich könnte mir vorstellen, dass sie bei passender Gelegeneit wieder aufflammt.
Und das ist gut so, denn es enthält doch einiges an Konfliktpotenzial - vor allem, wenn ich davon ausgehe, dass sie es diesmal geschafft hat, weil Noah dabei war, so eine Art seelische Unterstützung - aber was, wenn sie in eine Situation gerät, neben der die Situation im Riesenrad wie eine Tändelei mit der Angst wirkt, eine Situation, in der sie wieder ihrer Höhenangst ausgesetzt ist, diesmal gänzlich unfreiwillig und die lebensbedrohlich ist - für Noah. Und sie ihn retten muss.
Und sie genau das, was sie retten muss, braucht, um es retten zu können?

Natürlich lassen sich noch andere Szenarien denken, aber ich hoffe zumindest sehr (teuflisch gemein, wie sich das gehört), dass dieses Problem der Protagonistin noch lange nicht vom Tisch ist.
So, ich hoffe, Du kannst das Ein oder Andere gebrauchen, wenn nicht für diese, dann vielleicht für eine andere Geschichte.

Uuuund natürlich kann ich mich vertun, Dinge nicht zu Ende denken usw. usw. Dann hilf Du mir bitte dabei weiter, wenn ich was übersehen haben sollte im Eifer meiner Röstfiebers.

Liebe Grüße  :kaffee2:

Wave
30
Bücher / Re: Was lest ihr gerade? (2020)
« Letzter Beitrag von Trippelschritt am 29 August 2020, 08:40:31 »
Gegen so etwas Interessantes kann ich nicht anstinken.
Nach der Wächterreihe, habe ich alle Binghams über die Fiona noch einmal gelesen und habe mich jetzt wieder einmal bei Dick Francis festgebissen. Fehlt nur noch, dass ich demnächst Modesty Blaise wieder anfange.

Ich bin mir nicht sicher, ob es ein gutes Zeichen ist, dass ich alle meine Lieblingsautoren zum umpteenten Mal lese, aber Neuerscheinungen lege ich zu oft enttäuscht wieder weg.
Bis auf die neue Serie von diesem Wolf Awert. Aber die ist noch nicht abgeschlossen, was ein klares Manko ist.

In diesem Sinne
Trippelschritt
Seiten: 1 2 [3] 4 5 ... 10