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Sonstige Texte / Re: Dark Watch Kapitel 3
« Letzter Beitrag von Trippelschritt am 11 Juli 2018, 15:44:45 »
Ich fange einfach mal an. Alles schaffe ich jetzt nicht.



Ich habe ein paar Passagen, die mir Bauchweh bereiten. Ich kennzeichne mal, in dem ich sie unterstreiche. Vor allem, der Absatz bezüglich Victoria lässt mich verzweifeln. Ja, ich fürchte, es ist Infodump. Aber: Ich brauche diese Info! Wie kann ich das anders darstellen? Quisille hatte mir vor seinem Ausscheiden noch ein paar Infos zu der Unterscheidung zwischen Infodump und narrativer Erzählform geschickt. Ich fürchte, dies ist ein Grenzfall. Da wäre ich für ein paar Ideen von Euch supi dankbar.

Ansonsten wüsste ich vor allem gern, ob die Vernehmung des Kommissars so in Ordnung ist. Ich hatte ja ursprünglich hier die Rückblende und habe dann die Tat erzählt. Nun war der Leser ja aber quasi selber dabei und ich will nun zwar einerseits die Vernehmung authentisch schildern, andererseits aber auch den Leser nicht mit Fakten langweilen, die ihm schon bekannt sind.

Ich starte mal mit den letzten Momenten der Tat, da ich auch gerne wüsste, ob der Szenenwechsel ins Krankenhaus so in Ordnung ist.
Ansonsten bin ich wie immer für jede Erbse dankbar. Ich hoffe, auf rege Röstbeteiligung und danke Euch schon mal aus ganzem Herzen!!  :hach:
Auf geht´s:


»Der hat´s hinter sich.« Der Hüne erhob sich und stieß Eric mit dem Fuß an. Er sah mich an. »Dann wollen wir uns mal um seine Alte kümmern.«
Urplötzlich legte sich in mir ein Schalter um. Ein einziger Alphagedanke schleuderte explosionsartig alle andere Gedanken und Gefühle außer Reichweite.
Flucht! Ich schoss hoch auf die Füße und hastete zur Tür.
Hinter mir hörte ich wie polternd einer der Stühle vom Esstisch zu Boden krachte. Mit ein paar Sätzen war ich im Flur. Meine Gedanken rasten, aufs Wesentliche komprimiert, durch mein Hirn. Eingangstür . . . zu weit entfernt, Tür geht nach innen auf, das kostet Zeit und bietet meinem Angreifer die Möglichkeit sich dagegen zu werfen und mir so den Weg nach Draußen zu versperren. Badezimmer . . . näher dran . . .  lässt sich ins Bad hinein öffnen . . .
Ich stieß die Tür auf, rotierte herum und warf sie hinter mir zu. Zu spät! Ein dreckiger, schwarzer Turnschuh fuhr dazwischen, bevor sie krachend ins Schloss fallen konnte. Der Schmale rammte die Tür mit einem wuchtigen Ruck wieder auf, mehr Kraft dahinter, als ich ihm zugetraut hatte.
Der Schwung stieß mich nach hinten, so dass ich rückwärts in der Badewanne landete. Mit der Schulter betätigte ich den Einhebelmischer der Wannenarmatur. Kaltes Wasser ergoss sich über meinen Nacken. Reflexartig stellte ich das Wasser wieder aus. 
Eine Weile war das Bild wie eingefroren.
Ich hing in der Wanne, als würde ich ein seitliches Sitzbad nehmen. Er stand reglos im Türrahmen und fixierte mich mit eisigem Blick. Schließlich versuchte ich aus der Wanne zu krabbeln. Der Schmale sprang mit einem Satz ins Badezimmer. Ich erstarrte mitten in der Bewegung. Hochaufgebaut stand er direkt vor mir. Mit trommelndem Herzschlag wartete ich darauf, dass er sich auf mich stürzen würde. Aber er legte bloß einen Finger an seinen Mund. »Pst!« Er streckte mir den erhobenen Zeigefinger entgegen. »Bleib!« Ein Kommando, als würde er einen Welpen erziehen. Langsam wandte er sich um und schloss leise die Badezimmer von außen hinter sich.
Stille!
Ich hörte nicht mal ihre Schritte, als sie das Haus verließen. Zitternd, mit angehaltenem Atem, saß ich auf dem Badewannenrand. Traute mich nicht aufzustehen. Traute mich nicht einmal mich zu bewegen. Eine gefühlte Ewigkeit lang saß ich da und lauschte angestrengt. Aber da war nichts mehr. Kein einziges Geräusch. Sie waren genauso lautlos verschwunden, wie sie gekommen waren.

Kapitel 3

Ein Mix aus abgestandenem Kantinenessen, Filterkaffee und Desinfektionsmittel lag in der Luft. Teilnahmslos betrachtete ich die Staubflocken, die in dem Lichtstrahl tanzten, den die tiefstehende Herbstsonne in mein Krankenzimmer schickte.


Mehr schaffe ich jetzt nicht, als diese kurze Liste der unterstrichenen Wörter.

Hüne: o.k. für mich wenn das Wort vorher in der Beschreibung der beiden bereits gefallen ist.
Explosionsartig schleudernd: macht für mich keinen Sinn. Schleudern beginnt langsam wird schnell und hat eine lange Führung. Explosion ist kur und heftig und chaotisch.
polternd krachen:
aufs Wesentliche komprimiert: gefällt mir beides nicht. Ich mag im Deutschen Partizipien nur ausnahmsweise ...polterte, als ein Stuhl auf den Boden schlug ... Und hierfür finde ich grad keine Verbesserung.

Ich ... rotierte herum ...: Falsches Bild. Das ist ein taumelnder Drehkreisel für mich
krachend ins Schloss fallen konnte: Willst du nicht sagen, schätze ich. Es geht nicht ums Krachen, sondern ums ins Schloss fallen. Streichen
, mehr Kraft: Nimm zwei Sätze, so passt die Satzlogik nicht so ganz
Mit der Schulter: Nimm "Meine Schulter" empfehle ich.
ergoss: Ich weiß nicht, ist mir zu langsam. Wie wäre es mit "spritzte auf ...
Eine Weile war ... Sehr schön! Dieser Satz an dieser Stelle gefällt mir gut.

Hochaufgebaut: Partizip mit falschem Bild
Ich hörte nicht mal ... Noch mal sehr schön. Dieser Tempowechsel des Satzes passt super zu der Erleichterung Deiner Heldin!!!
Angestrengt: Aber das streich mir bitte. Lauschen ist mir hier stark genug.

Der Übergang gefällt mir, ist in dieser Art genau mein Ding.
Aber zwei aufeinanderfolgende Relativsätze sind genau nicht mein Ding. Lös das bitte etwas eleganter.

Bis auf Deinen Fimmel mit den Partizipien gefällt mir das Textstück im Ganzen richtig gut.

Trippelschritt
(später geht es weiter)
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Sonstige Texte / Re: Dark Watch Kapitel 3
« Letzter Beitrag von Schreibsuse am 10 Juli 2018, 16:31:52 »
Hallo Ayira,

hab erst mal vielen Dank für deine Hilfe!

Allerdings habe ich wohl den Fehler gemacht und nicht deutlich genug klar gestellt, dass dies nicht die Anschlussszene zu dem ersten Kapitel ist. Zwischen der Szene im Bett und dem Ende der Mordnacht liegen 8,5 Seiten! Der Mord war brutal (daher stell ich ihn hier auch nicht ein). Die beiden Eindringlinge haben ein böses Spiel mit Melissa und Eric gespielt und am Ende Eric mit einem Kabelbinder erwürgt. Melissa hat den Mord in hilfloser Schockstarre verfolgt (außerdem hatte sie kurz zuvor eine Kopfnuss von dem Schmalen erhalten und auch aus diesem Grund nicht gewagt, sich zu rühren . . . bis zur Flucht).

Zitat
Zitat

Mit der Schulter betätigte ich den Einhebelmischer der Wannenarmatur.


Liest sich sehr kompliziert nach Infodump. Viel realistischer ist es, dass sie gar nicht mitkriegt, wie sie gegen die Armatur stößt - denn darauf wird sie nicht achten, wenn sich der Mörder ihres Mannes über ihr aufbaut.

Hmmm . . . da ist es wieder . . . das klassische Problem. Das ist in meinen Augen kein Infodump, sondern Handlung! Es passiert etwas! Und wenn Melissa nicht mitbekommt, dass sie gegen die Armatur stößt, wie soll ich es dann dem Leser mitteilen (würde ich nämlich gerne)? Zum einen hat sie es ja mitbekommen, denn das Wasser ist ihr kalt in den Nacken gelaufen und zum anderen kann ich doch unmöglich nur Sachverhalte beschreiben, die die Prota unmittelbar denkt oder fühlt. Das würde doch die Sache ebenfalls recht eindimensional machen. Ich erinnere mich an eine Stelle in deinem überarbeiteten Nesret-Prolog, in der du geschrieben hast, dass das Fell des Leithengstes silbergrau schimmerte (ich bekomme es gerade nicht genau zusammen). Als ich dir mitteilte, dass Nesret in dieser Situation doch vermutlich nicht über die Fellfarbe des Leithengstes nachdenken würde, sagtest du, dass du es an dieser Stelle gerne etwas bildhafter gestalten wolltest. Und ja, genau das meine ich. Manchmal muss man doch auch Handlung oder Begebenheiten außerhalb der direkten 1:1 Denke des Protagonisten heraus erzählen können. Nur wie?

Zitat
Ganz hilfreich ist auch, zu schauen, wie z.B. in anderen (guten) Büchern Actionszenen geschrieben sind. Natürlich gibt's da auch einige, die es machen, wie man es nicht machen sollte, aber gelegentlich findet man doch was gutes. Irgendwann hat mal irgendwer gesagt, Hohlbein wäre ein Meister der Actionszenen.

Hab ich ebenfalls gemacht (und daher gerade einen neuen Thread eröffnet). Jeffrey Deaver wird auch "The Master of suspense" genannt. Er verlässt beim Schreiben allerdings ebenfalls oft die reine Gefühlsdarstellung der Protagonisten. Vor allem und insbesondere in Aktionszenen! Er beschreibt vielmehr ziemlich genau die Abläufe; oftmals sogar vollständig ohne die Gefühlslage der Protagonisten dabei zu erwähnen. In dem erwähnten Beispiel "Die Tribute von Panem" ist es ebenso. Mich persönlich würde es auch ziemlich langweilen (oder im schlimmsten Fall sogar irgendwann nerven) wenn ich ein Aktion-Kapitel habe, bei dem es immerzu nur darum geht, das die Prota zusammenzuckt, sich zusammen kauert, erstarrt oder Fingernägel knabbert.
Ein wirklich schwieriges Thema.

Ich danke dir auf jeden Fall, dass du dir Zeit für meinen Text genommen habe.  :wink:


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Sonstige Texte / Re: Dark Watch Kapitel 3
« Letzter Beitrag von Ayira am 10 Juli 2018, 14:35:27 »
Hallo Schreibsuse,

ich habe gerade mit großem Interesse Liliths Beitrag gelesen und stürzte mich daher auf den ersten Abschnitt deines Röstguts - denn der zweite gefällt mir eigentlich, bis auf ein paar Erbschen und den Infodump, sehr gut. Du hast dich im Vergleich zur ersten Version sehr gebessert; es ist nachvollziehbar, ich kann mit Melissa mitfühlen und der Detective kommt auch professionell rüber.
Sehr gut.

Da wir aber hier in der Hölle sind … *hust … die Szene direkt nach dem Mord funktioniert für mich leider gar nicht. Ich fühle NICHTS. Um ehrlich zu sein, wüsste ich nicht aus den zusätzlichen Szenen, die du schon gepostet hast, was da gerade passiert ist, ich würde es hier kaum raus lesen. Irgendwie denkt man, hm, ja da ist jetzt wer gestorben … aber es funktioniert nicht.

Warum?

Ich weiß nicht, wie der "Hüne" oder die "Drahtstange" Eric umgebracht haben. Sie können ihn erschlagen, erschossen, die Kehle aufgeschlitzt oder still und heimlich vergiftet haben (hätte man die Schlafzimmerszene dicht davor nicht gelesen).
Da ich sie gelesen habe, tippe ich auf alles bis auf das Vergiften und frage dich: wie haben sie ihn nun umgebracht?
Melissa lag unter ihm. Das gibt dir einige Möglichkeiten. Wenn sie ihn mehrmals in den Rücken gestochen haben, könnte dabei z.B. die Lunge erwischt worden sein und Eric spuckt ihr mit einem letzten Atemzug sein Blut ins Gesicht. Die Typen könnten ihm auch mit einem Schalldämpfer in den Kopf geschossen haben. Je nach Kaliber nd Entfnerung kann das sehr appetitlich sein - von einem kleinen Loch in den Schädel bis hin zu teilweggesprengtem Kopf, sodass dnach überall Hirnmasse und Blut klebt.
Ihm könnte aber auch die Kehle aufgeschlitzt worden sein, sodass sich sein Blut richtig schön auf Melissa ergossen hat ...


Da Melissa im Krankenhaus lange nicht vernehmungsfähig war und unter Schock stand, erwarte ich fast einen brutalen Mord ... und nicht nur kleiner, kaum wahrnehmbarer Kopfschuss mit Minieinschussloch.

Wenn du das hast/weißt, kannst du mit Melissas Überlebensinstinkt weitermachen, der ganz klar von Panik und Schock gezeichnet sein muss. Niemand reagiert rational, wenn einem Minuten zuvor gesehen hat, wie der Schädel des Ehemannes explodiert ist. Oder man in seinem Blut gebadet hat. Oder ... oder ... oder  :diablo:
Die Bilder müssten sie verfolgen. Da sie nicht denken kann, könnte sie verzweifelt dem Glauben nachhängen, er wäre vielleicht nur verletzt (auf wenn der Kopf z.B. nur mehr einem Fetzen Haut hängt). Sie hat eine Scheißangst, ist mit Sicherheit hysterisch und versucht zu fliehen bzw. könnte sie sich auch vor Angst in Emrionalstellung in der Badewanne zusammenkrümmen, wenn es so scheint, als würden die beiden nun auch sie umbringen wollen.

Was in so einer Situation gar nicht geht, sind Wörter wie: "Alphagedanke" (Was zum Henker ist das überhaupt?) oder "urplötzlich".
"Plötzlich" ist schon in gefährliches Wort und ich gestehe, dass ich es selber auch ganz vorsichtig (hoffe ich) einsetze, aber noch mit einem "Ur" davor, ist es schlicht schlimm. Das ist zu viel des Guten.  ;)

Zitat
Hinter mir hörte ich wie polternd einer der Stühle vom Esstisch zu Boden krachte
Waren sie nicht im Bett? Im Schlafzimmer? Wie kommen die Typen nun ins Esszimmer? Besser wäre, eine Nachttischlampe oder so umfallen/zerbrechen zu lassen. Wobei auch hier fraglich ist, ob Melissa das in diesem Moment realisieren würde. Sie steht unter Schock.

Zitat
Meine Gedanken rasten, aufs Wesentliche komprimiert, durch mein Hirn.
Unbedingt streichen, da absolut nicht wichtig. In so einer Situation denkt man keine unwichtigen Sachen, die komprimiert werden sollten.


Zitat
Mit der Schulter betätigte ich den Einhebelmischer der Wannenarmatur.
Liest sich sehr kompliziert nach Infodump. Viel realistischer ist es, dass sie gar nicht mitkriegt, wie sie gegen die Armatur stößt - denn darauf wird sie nicht achten, wenn sich der Mörder ihres Mannes über ihr aufbaut.

Zitat
Ich hing in der Wanne, als würde ich ein seitliches Sitzbad nehmen.

Der Gliedsatz ist Infodump, er macht hier keinen Sinn. Sie hängt viel eher in der Wanne, umklammert ihre Oberschenkel und schluchzt und betet, dass es schnell vorbeigeht. Das Sitzbad würde die Szene ins Absurde drehen und das wiederum ist unglaubwürdig für mich als Leser.


Zitat
Ich hörte nicht mal ihre Schritte, als sie das Haus verließen. Zitternd, mit angehaltenem Atem, saß ich auf dem Badewannenrand. Traute mich nicht aufzustehen. Traute mich nicht einmal mich zu bewegen. Eine gefühlte Ewigkeit lang saß ich da und lauschte angestrengt. Aber da war nichts mehr. Kein einziges Geräusch. Sie waren genauso lautlos verschwunden, wie sie gekommen waren.

Auch da funktioniert es leider nicht ganz für mich. Es liest schon netter als was vorher passiert, ist aber leider auch unrealistisch. Sie kann lauschen und sich fürchten und nichts hören und sich noch mehr fürchten. Aber der Schock müsste meines Empfindens nach so heftig sein, dass sie das Zeitgefühl verliert und sich nur mehr heulend zusammenkrümmt und in eine Art Schockstarre verfällt. Sie könnte alles ausblenden, sich wie ein Kleinkind aufführen. Das wäre realistisch und würde mich als Leser tief packen.


Das wars jetzt mit den harschen Worten  :kraul:

Actionszenen sind leider eine ziemliche Krux. Irgendwie soll man klarmachen, was passiert, gleichzeitig muss man aber auch so sehr in der Figur drinnen sein und sich dabei eingestehen, dass diese das in diesem Moment nicht erfassen KANN. Sehr, sehr schwierig.  :wiejetzt:
Ich würde mich hier sehr viel mehr auf Melissas Angst konzentrieren und die Details der Männer weitestgehend ausblenden. Auf Geräusche zu reagieren wäre auch eine Möglichkeit, anstatt zu beschreiben, was sie sieht.

Ganz hilfreich ist auch, zu schauen, wie z.B. in anderen (guten) Büchern Actionszenen geschrieben sind. Natürlich gibt's da auch einige, die es machen, wie man es nicht machen sollte, aber gelegentlich findet man doch was gutes. Irgendwann hat mal irgendwer gesagt, Hohlbein wäre ein Meister der Actionszenen.
Ich habe leider bis heute keinen (fertig) gelesen, daher kann ich das nicht beurteilen.  ::)

Dranbleiben, liebe Schreibsuse - man sieht deine Verbesserungen, aber es ist noch nie ein Meister vom Himmel gefallen. Also step by step und nicht aufgeben.  :knuddel:
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Sonstige Texte / Re: Dark Watch Kapitel 3
« Letzter Beitrag von Schreibsuse am 09 Juli 2018, 19:56:56 »
 Hallo Lilith!
Das hast du wirklich toll erklärt  :applaus:!! Ganz, ganz vielen Dank! Ja, ich dachte es mir ja schon. Rein instinktiv hat es sich nach Infodump angehört. Aber ich habe in vielen erfolgreichen Romanen immer mal wieder solche Passagen gefunden. Z. B. In " Die Tribute von Panem" schildert die Autorin auch immer wieder Details, die ganz offenkundig nur der Information dienen und nichts mit der aktuellen Situation der Ich- erzählenden Prota zu tun haben. Es liest sich dennoch gut und flüssig. Ist Infodump in kleinen Microdosen vielleicht auch verzeihlich? Oder haut es den Leser tatsächlich sofort aus dem Lesefluss? Deine Idee, dass Melissa sich sorgt weil sie die Schwester nicht erreicht, gefällt mir gut! Hab vielen Dank für die Anregung! Ich werde auf jeden Fall noch mal überarbeiten!
Hab vielen Dank für die tolle Erklärung! Jetzt hat es klick gemacht!
 :dops:
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Sonstige Texte / Re: Dark Watch Kapitel 3
« Letzter Beitrag von Lilith am 09 Juli 2018, 18:05:18 »
Hallo Schreibsuse,

für Ausführliches fehlt mir heute die Zeit, aber auf deine Frage zum Infodump (ich beziehe mich auf die unterstrichenen Textstellen) will ich kurz eingehen.

Nr. 1:
Zitat
Dem Kommissar entwich ein leise gemurmeltes »Scheiße«. Er ließ mir eine Weile Zeit mich zu fangen, bis er fortfuhr. »Sie haben Ihre Schwester bei der Notfallseelsorgerin als Kontaktperson angegeben. Können Sie dort für eine Weile unterkommen, falls die Spurensicherung Ihre Wohnung bis zu Ihrer Entlassung noch nicht freigegeben haben sollte?«
Ich schluckte hart. Hatte ich eine Wahl? Victoria war die einzige, lebende Verwandte in Hamburg. Ich dachte kurz an ihren letzten Besuch zu Erics Geburtstag und wie sie uns schließlich im Streit und mit fliegenden Fahnen verlassen hatte. Wieder einmal. Ich zuckte mit den Achseln und sagte nichts. Bisher war es noch Niemandem gelungen Victoria zu erreichen. Ich selbst hatte es an diesem Morgen unter ihrer Handynummer probiert, aber es war nur ihre Mobilbox angesprungen und ich hatte aufgelegt ohne eine Nachricht zu hinterlassen. Ich war mir sicher, dass sie darauf bereits sowohl eine Nachricht der Kripo, als auch eine des Klinikums vorfinden würde, sobald sie diese abhörte, so dass es für mich nicht mehr viel zu erklären gab.

Ja, das ist Infodump.
Warum? Diese Textstelle verfolgt keine andere Funktion als dem Leser mitzuteilen, was mit Victoria los ist. Für Melissa hat es in diesem Moment keine emotionale Bedeutung, sondern ist ein Nachsatz, der erklären soll, warum es nichts werden wird. Etwas anderes wäre es, wenn du Melissa sich sorgen lassen würdest, dass sie bei ihrer Schwester nicht unterkommen würde - wenn sie Angst hätte, dass ihrer Schwester genau wie Eric vielleicht etwas zugestoßen wäre, weil ...
Es ist keine narrative Zusammenfassung, weil du hier nichts erzählst - eine Erzählung braucht immer einen Grund (der über das bloße "Ich als Autor will, dass du das weißt) hinausgeht. "Warum erzählst du mir das?", wäre eine Frage, mit der du das leicht selbst identifzieren könntest. Wenn die Antwort darauf lautet: "Weil ich als Autorin das erzählen muss", dann stehst du nah am Infodump. Wenn die Erklärung lautet: "Weil das meiner Figur wichtig ist", dann kommst du rüber zur Zusammenfassung.
"Szenisch und narrativ" sind letztlich zwei Erzählformen. In ersterer walzt du das, was passiert, aus und lässt den Leser direkt daran teilhaben. Narrativ bedeutet, dass du den Inhalt zusammenraffst, damit es schneller vorankommt. Jedes Ereignis lässt sich sowohl szenisch als auch narrativ erzählen.
Also frag dich evtl zusätzlich: "Könnte ich daraus eine szenische Rückblende basteln?", wenn du noch sicherer sein willst, dass du gerade nicht infodumpst. :)

Zitat
»Nein!«, antwortete ich wie aus der Pistole geschossen. So eine Frage konnte nur Jemand stellen, der Eric nicht gekannt hatte.
Jeder möchte ihn! Gab es einen liebenswerteren, hilfsbereiteren Menschen als Eric? Wer hätte mit Eric streiten oder ihn hassen sollen?
»Haben Sie schon Irgendetwas rausgefunden? Irgendwelche Spuren in unserer Wohnung?«
Das ist ein Grenzfall. Denn Melissa ist zum Einen emotional beteiligt: Sie begehrt innerlich gegen die Frage auf, dass Eric Feinde gehabt haben könnte - für sie unvorstellbar. Du bist also ganz nah an ihrem Innenleben. Narrative Zusammenfassung ist es nicht, vielmehr eine Feststellung über Erics Wesen, was für ein Mensch er war. So wie du es in den Text eingebracht hast, ist es kein Infodump.
Aber es ist auch noch nicht so nah an Melissa dran wie es sein könnte, mal abgesehen davon, dass mir da schon Gründe einfallen - und ihr insofern nicht glaube, als dass sie sich garantiert auch schon mit Eric gestritten hat und da jeweils mit Recht sauer war. Einfach weil es menschlich ist. Sie steht unter Schock, deshalb kommt sie da gerade nicht ran.  Aber noch näher an Melissa kämst du ran, wenn du hier zeigen, nicht behaupten würdest. Du (Melissa) behauptest, Eric sei hilfsbereit und liebenswert gewesen. Wie hat sich das geäußert? Näher dran wärst du (und würdest deutlicher zeigen), wenn Melissa z.B. daran denkt, was er alles für sie in ihrer schweren, depressiven Zeit für sie getan und geopfert hatte. Was sie an ihm so geliebt hat, was ihr jetzt einen Stich versetzt, weil er nicht mehr lebt ... weil er ihr fehlt. Und wie!
Erbse: mochte, nicht möchte. :)

Ich hoffe, das hilft schon mal,
und liebe Grüße,
Lilith
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Sonstige Texte / Dark Watch Kapitel 3
« Letzter Beitrag von Schreibsuse am 09 Juli 2018, 17:01:17 »
Hallo liebe Teufel,

da bin ich auch schon wieder mit meinem 3. Kapitel. (Keine Sorge, es kommt jetzt nicht jede Woche ein neues Kapitel von mir auf den Grill. Nach diesem hier war´s das erst mal. Dann bin ich wieder einigermaßen auf Kurs  ;D). Aber da die Altteufel ja den Grill leider derzeit nicht allzu häufig (gar nicht) nutzen, bin ich einfach mal so frei. Nicht, dass er noch Staub ansetzt  :cheese:.

Ich habe ein paar Passagen, die mir Bauchweh bereiten. Ich kennzeichne mal, in dem ich sie unterstreiche. Vor allem, der Absatz bezüglich Victoria lässt mich verzweifeln. Ja, ich fürchte, es ist Infodump. Aber: Ich brauche diese Info! Wie kann ich das anders darstellen? Quisille hatte mir vor seinem Ausscheiden noch ein paar Infos zu der Unterscheidung zwischen Infodump und narrativer Erzählform geschickt. Ich fürchte, dies ist ein Grenzfall. Da wäre ich für ein paar Ideen von Euch supi dankbar.

Ansonsten wüsste ich vor allem gern, ob die Vernehmung des Kommissars so in Ordnung ist. Ich hatte ja ursprünglich hier die Rückblende und habe dann die Tat erzählt. Nun war der Leser ja aber quasi selber dabei und ich will nun zwar einerseits die Vernehmung authentisch schildern, andererseits aber auch den Leser nicht mit Fakten langweilen, die ihm schon bekannt sind.

Ich starte mal mit den letzten Momenten der Tat, da ich auch gerne wüsste, ob der Szenenwechsel ins Krankenhaus so in Ordnung ist.
Ansonsten bin ich wie immer für jede Erbse dankbar. Ich hoffe, auf rege Röstbeteiligung und danke Euch schon mal aus ganzem Herzen!!  :hach:
Auf geht´s:


»Der hat´s hinter sich.« Der Hüne erhob sich und stieß Eric mit dem Fuß an. Er sah mich an. »Dann wollen wir uns mal um seine Alte kümmern.«
Urplötzlich legte sich in mir ein Schalter um. Ein einziger Alphagedanke schleuderte explosionsartig alle andere Gedanken und Gefühle außer Reichweite.
Flucht! Ich schoss hoch auf die Füße und hastete zur Tür.
Hinter mir hörte ich wie polternd einer der Stühle vom Esstisch zu Boden krachte. Mit ein paar Sätzen war ich im Flur. Meine Gedanken rasten, aufs Wesentliche komprimiert, durch mein Hirn. Eingangstür . . . zu weit entfernt, Tür geht nach innen auf, das kostet Zeit und bietet meinem Angreifer die Möglichkeit sich dagegen zu werfen und mir so den Weg nach Draußen zu versperren. Badezimmer . . . näher dran . . .  lässt sich ins Bad hinein öffnen . . .
Ich stieß die Tür auf, rotierte herum und warf sie hinter mir zu. Zu spät! Ein dreckiger, schwarzer Turnschuh fuhr dazwischen, bevor sie krachend ins Schloss fallen konnte. Der Schmale rammte die Tür mit einem wuchtigen Ruck wieder auf, mehr Kraft dahinter, als ich ihm zugetraut hatte.
Der Schwung stieß mich nach hinten, so dass ich rückwärts in der Badewanne landete. Mit der Schulter betätigte ich den Einhebelmischer der Wannenarmatur. Kaltes Wasser ergoss sich über meinen Nacken. Reflexartig stellte ich das Wasser wieder aus. 
Eine Weile war das Bild wie eingefroren.
Ich hing in der Wanne, als würde ich ein seitliches Sitzbad nehmen. Er stand reglos im Türrahmen und fixierte mich mit eisigem Blick. Schließlich versuchte ich aus der Wanne zu krabbeln. Der Schmale sprang mit einem Satz ins Badezimmer. Ich erstarrte mitten in der Bewegung. Hochaufgebaut stand er direkt vor mir. Mit trommelndem Herzschlag wartete ich darauf, dass er sich auf mich stürzen würde. Aber er legte bloß einen Finger an seinen Mund. »Pst!« Er streckte mir den erhobenen Zeigefinger entgegen. »Bleib!« Ein Kommando, als würde er einen Welpen erziehen. Langsam wandte er sich um und schloss leise die Badezimmer von außen hinter sich.
Stille!
Ich hörte nicht mal ihre Schritte, als sie das Haus verließen. Zitternd, mit angehaltenem Atem, saß ich auf dem Badewannenrand. Traute mich nicht aufzustehen. Traute mich nicht einmal mich zu bewegen. Eine gefühlte Ewigkeit lang saß ich da und lauschte angestrengt. Aber da war nichts mehr. Kein einziges Geräusch. Sie waren genauso lautlos verschwunden, wie sie gekommen waren.

Kapitel 3

Ein Mix aus abgestandenem Kantinenessen, Filterkaffee und Desinfektionsmittel lag in der Luft. Teilnahmslos betrachtete ich die Staubflocken, die in dem Lichtstrahl tanzten, den die tiefstehende Herbstsonne in mein Krankenzimmer schickte. Die Welt erschien mir so fremd, als hätten mich die Ereignisse in ein Paralleluniversum geschleudert. Ich gab einen lauten, verzweifelten Seufzer von mir. Vorsichtig schwang ich die Füße aus dem Bett und griff nach dem Metallgestell am Fußende. Der Raum schwankte. Mein Kreislauf brauchte etwas Zeit, um nach dem vielen Liegen wieder in Gang zu kommen. Ich sah mich nach den weißen Frotteehausschuhen um, die mir das Klinikum als Leihgabe überlasse hatte. Sie waren nicht mehr da. Vermutlich hatte die Putzfrau sie entsorgt. Die Toilette lag auf dem Gang, meinem Zimmer direkt gegenüber. Auf nackten Füßen huschte ich über den Flur. In dem winzigen Vorraum stützte ich mich auf das Waschbecken und starrte auf die Fremde im Spiegel. Sie blickte mir aus rotgeäderten Augen entgegen. Mit der Hand fuhr ich halbherzig durch das strähnige, blonde Haar, das verschwitzt an meinem Kopf klebte. Vielleicht sollte ich duschen gehen. Genauso gut konnte ich es aber auch bleiben lassen. Wen interessierte es schon? Bevor ich zurück in mein Zimmer lief, entnahm ich dem Spender etwas Desinfektionsmittel und rieb damit meine Füße ein.
Beim Eintreten schrak ich zusammen. Ein fremder Mann saß auf einem der beiden Stühle, die an dem kleinen Tisch vor dem Fenster standen. Der Stuhl war zu niedrig für seine langen Beine, so dass er in eigenartiger Schräglage auf der Sitzfläche hing, um die Beine seitwärts auszustrecken. Der Mann erhob sich. Eilig raffte ich das schürzenähnliche Leihnachthemd hinter meinem Rücken zusammen und kletterte zurück mein Bett. Der Mann trat näher und streckte mir die Hand entgegen. »Kommissar Rüppert. Mordkommission.«
Die Schonzeit war also vorüber, der Status "nicht vernehmungsfähig" aufgehoben. Ich schüttelte kurz seine Hand ohne ein Wort zu erwidern. Er zog sich den Stuhl an mein Bett und setzte sich wieder. Ich schloss die Augen und krallte meine Finger in die Bettdecke.
»Die Ärzte halten Sie für stabil. Ich will Sie nicht drängen, aber wir brauchen wirklich Ihre Hilfe. Können wir uns unterhalten?« Seine Stimme klang warm und einfühlsam.
Ich öffnete die Augen wieder und nickte zögernd. Mein Mund war staubtrocken.
»Lassen sie sich Zeit.«  Eine Weile wartete Kommissar Rüppert schweigend, dann fragte er: »Können wir?«
Ich nickte erneut. Er stellte das Diktiergerät, das aussah wie ein altmodischer Trockenrasierer, auf den Beistelltisch neben meinem Bett.
»Ich werde das Gespräch aufzeichnen? In Ordnung?« Er ließ die Feststellung wie eine Frage klingen, aber mir war klar, dass ich ihn wohl kaum durch ein Veto davon abhalten konnte.
»Ja.«
»Bitte nennen sie ihren vollständigen Namen.«
»Mein Name ist . . . « Ich räusperte mich. »Mein Name ist Melissa van de Veen.«
Es folgten Fragen zum Warm werden, nach meinem Geburtsdatum, Geburtsnamen und Geburtsort.
»Haben Sie Kinder?«
Ich griff nach dem kleinen Amulett, dass ich an einer feinen Silberkette um den Hals trug. »Wir hatten eine Tochter. Sie starb vor 3 Jahren bei einem Autounfall.«
Dem Kommissar entwich ein leise gemurmeltes »Scheiße«. Er ließ mir eine Weile Zeit mich zu fangen, bis er fortfuhr. »Sie haben Ihre Schwester bei der Notfallseelsorgerin als Kontaktperson angegeben. Können Sie dort für eine Weile unterkommen, falls die Spurensicherung Ihre Wohnung bis zu Ihrer Entlassung noch nicht freigegeben haben sollte?«
Ich schluckte hart. Hatte ich eine Wahl? Victoria war die einzige, lebende Verwandte in Hamburg. Ich dachte kurz an ihren letzten Besuch zu Erics Geburtstag und wie sie uns schließlich im Streit und mit fliegenden Fahnen verlassen hatte. Wieder einmal. Ich zuckte mit den Achseln und sagte nichts. Bisher war es noch Niemandem gelungen Victoria zu erreichen. Ich selbst hatte es an diesem Morgen unter ihrer Handynummer probiert, aber es war nur ihre Mobilbox angesprungen und ich hatte aufgelegt ohne eine Nachricht zu hinterlassen. Ich war mir sicher, dass sie darauf bereits sowohl eine Nachricht der Kripo, als auch eine des Klinikums vorfinden würde, sobald sie diese abhörte, so dass es für mich nicht mehr viel zu erklären gab.
Kommissar Rüppert schaute väterlich. »Frau van de Veen, ich weiß, dass das schwer für Sie ist. Aber würden Sie mir bitte erzählen, was in der Nacht von Freitag auf Samstag vorgefallen ist.«
Ich fröstelte plötzlich und zog die Bettdecke ein Stück höher. »Sie waren zu Zweit. Sie trugen Masken und . . . « Meine Stimme brach. Das Grauen schien sich, mit jedem meiner Worte, wie ein giftiges Gas in der Raumluft zu verteilen. Das Atmen fiel mir schwer. Ich presste meine Hand auf meinen Brustraum.  »Wir waren im Schlafzimmer und dann . . . sie standen mit einem Mal an der Tür. Wir haben sie nicht kommen hören.«
»Können Sie die Täter beschreiben? Irgendetwas Auffälliges, an dass Sie sich erinnern?«
Ich umschlag meinen Oberkörper mit meinen Armen und wippte leicht vor und zurück. Der Kloß in meinem Hals machte das Sprechen fast unmöglich. »Sie waren ganz in schwarz gekleidet. Der Eine war riesig. Wie . . . ich weiß nicht . . . ich habe so einen Menschen noch nie vorher gesehen. Er war unglaublich stark.« Das Bild des Hünen tauchte vor meinem inneren Auge auf. Keuchend schlug ich mir die Hand vor den Mund. Der Kommissar sagte nichts. Er schaute mich nur geduldig und anteilnehmend an. Ich gab mir einen Ruck. »Der andere war dünn und drahtig. Er hatte blaue Augen. Mehr konnte ich nicht sehen, wegen der der Masken. Sie trugen . . . ich komme nicht drauf wie sie heißen . . .  Skihauben? Darauf war ein Aufdruck. Wie der untere Teil eines Totenkopfs.«
»Sehr gut«, lobte der Kommissar. Er kramte sein Handy aus der Jackentasche hervor. »Einen Moment bitte, Frau van de Veen.« Er tippte eine Weile schweigend. Schließlich hielt er mir das Display entgegen. »Trugen die Täter in etwa solche Sturmhauben?«
Ich starrte auf das Bild. »Ja. Genauso sahen sie aus.« Ich schaute den Kommissar an. Er wirkte nicht ganz so erfreut, wie ich erwartet hatte.
»Leider ein Massenartikel. Das Internet ist voll davon. Aber trotzdem ein wichtiger Anhaltspunkt.« Er lächelte aufmunternd.
»Da war noch etwas. Der Akzent! Ich bin mir ganz sicher, dass sie ihn nur vorgetäuscht haben. Eine Mischung aus Russisch und Polnisch. Zwischendurch hat er auch mal ganz gefehlt.«
Der Kommissar sah mich interessiert an. »Als der Akzent gefehlt hat konnten Sie einen Dialekt heraushören oder sprachen sie hochdeutsch?«
Ich dachte eine Weile nach und schüttelte den Kopf.
Der Kommissar zog nachdenklich die Stirn kraus.
»Hatte ihr Mann Streit mit Irgendjemandem? Probleme bei der Arbeit? Oder eine alte Feindschaft aus der ihn ein Racheakt getroffen haben könnte?«
»Nein!«, antwortete ich wie aus der Pistole geschossen. So eine Frage konnte nur Jemand stellen, der Eric nicht gekannt hatte.
Jeder möchte ihn! Gab es einen liebenswerteren, hilfsbereiteren Menschen als Eric? Wer hätte mit Eric streiten oder ihn hassen sollen?
»Haben Sie schon Irgendetwas rausgefunden? Irgendwelche Spuren in unserer Wohnung?«
»Nicht viel. Einer der beiden Täter ist in Ihrem Erbrochenen ausgerutscht, als er sie verfolgt hat. Es wurden Fußabdrücke im Wohnzimmer und im Flur gefunden. Die Täter scheinen die Wohnung durch die Eingangstür verlassen zu haben. Wie sie in die Wohnung gelangt sind, ist bislang noch unklar. Es gibt keinerlei Einbruchspuren.«
Der Kommissar wirkte nachdenklich. Eine Weile schwiegen wir.
»Wann werde ich meinen Mann beerdigen können?« Mich überraschte, wie sachlich und beherrscht ich diese Frage stellen konnte.
»Der Leichnam Ihres Mannes wurde von der Gerichtsmedizin noch nicht freigegeben. Ich werde Sie sofort . . . « 
»Oh mein Gott . . .«, fuhr ich so laut dazwischen, dass der Kommissar zusammenzuckte.»Willow! Mein Kater. Er ist ganz allein da draußen. Bei der Kälte.«
»Ich lasse Ihren Kater ins Tierheim bringen bis es ihnen besser geht. In Ordnung?«
»Danke«, hauchte ich und spürte die Tränen aufsteigen.
Der Kommissar verstaute das Aufnahmegerät in seiner Tasche und reichte mir zur Verabschiedung die Hand.
»Ruhen Sie sich aus. Ich werde Sie auf dem Laufenden halten.«
Er war bereits an der Tür und streckte die Hand nach der Klinke aus, als ihn meine Frage zurückhielt. »Warum haben die mir nichts getan? Das macht doch überhaupt keinen Sinn.«
Die Frage . . . die einzige und entscheidende Frage lautet: Worum geht es hier? Was wollen wir von euch?
Kommissar Rüppert zuckte unmerklich mit den Achseln. »Das werden wir hoffentlich bald herausfinden.«

Vielen, vielen Dank schon mal für Eurer Feedback! Ich bin sicher, dass ich wieder ganz viel dazu lernen werde!  :wink:

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Links / Re: Interessante Linktipps zum Thema Literatur
« Letzter Beitrag von Lilith am 09 Juli 2018, 11:32:15 »
Basislexikon zur literaturwissenschaftlichen Terminologie der Fernuni Hagen: https://www.fernuni-hagen.de/EUROL/termini/welcome.html

Eigentlich dazu gedacht, den Studierenden als Nachschlagewerk zu dienen, kann das auch für uns ganz interessant sein, um uns in literaturwissenschaftlicher Hinsicht etwas weiter zu bilden, als Wikipedia es erlaubt. Im Ernst: Es bietet einen kompakten Überblick für alle Interessierten und ist frei zugänglich. Schaut mal rein.
Auch zu Wiederauffrischung ist das bestens geeignet. :)
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Regeln und Allgemeines zum Forum / Re: Smilies
« Letzter Beitrag von Lilith am 09 Juli 2018, 11:07:13 »
Naaa gut, man kann nicht alles haben.
Aber danke, dass du's versucht hast. :)

 :b5:
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Fantasy / Re: Ypsilone
« Letzter Beitrag von Trippelschritt am 08 Juli 2018, 19:55:10 »
Der Silvan ist dank Lilith schon lange Makulatur. Der heißt jetzt Lufthauch, was allerdings den Zitatus etwas stört, aber meine Elfen tragen halt Naturnahmen wie Rotdorn oder treibende Blüte.

Dann wäre da also nur noch Ypsi

Liebe Grüße
Trippelschritt
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Fantasy / Re: Ypsilone
« Letzter Beitrag von FF am 08 Juli 2018, 19:48:48 »
Hallo Trippelschritt,

ich finde den Text ganz interessant, und die meisten Erbsen wurden ja auch schon genannt. Aber ich habe mal wieder ein Problem mit den Namen. Deine Welt ist nicht die Erde. Warum wählst du dann so deutlich Namen aus dem griechischen Alphabet (Ypsilone) und aus dem Lateinischen (Silvan)? Das schmeißt mich aus der Geschichte, noch bevor ich mit ihr angefangen habe.
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