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Bücher / Re: Was lest ihr gerade? (2019)
« Letzter Beitrag von Lilith am 07 Dezember 2019, 09:13:39 »
Und ich habe dadurch inspiriert gerade dasselbe getan und gelesen, dass sie damals von Frieda Fromm-Reichmann behandelt wurde. Von der habe ich "Psychoanalyse und Psychotherapie" gelesen - Zufälle gibt's. ;D Wusste bis dato nicht, dass diese Dame als Inspiration für die Ärztin in "Ich habe dir nie einen Rosengarten versprochen" diente.
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Bücher / Re: Was lest ihr gerade? (2019)
« Letzter Beitrag von eska am 07 Dezember 2019, 01:44:11 »
Auf deinen Tipp hin, Astrid, habe ich gerade mal den WIkipedia-Artikel angeklickt. Da gibt es eine ganze Liste von literarischen Veröffentlichungen. Inklusive deutscher Übersetzungen und zwei Verfilmungen. Davon kenne ich aber sonst nichts.

Gruß,
eska
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Bücher / Re: Was lest ihr gerade? (2019)
« Letzter Beitrag von Lilith am 06 Dezember 2019, 19:35:45 »
Mach ich, danke! :cheerful:
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Bücher / Re: Was lest ihr gerade? (2019)
« Letzter Beitrag von FF am 06 Dezember 2019, 17:56:20 »
Guck auch noch nach "Mit diesem Zeichen". :)
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Bücher / Re: Was lest ihr gerade? (2019)
« Letzter Beitrag von Lilith am 06 Dezember 2019, 16:31:03 »
Ich habe gerade ein älteres Buch gelesen, dass mich vom Thema her fasziniert hat:
Bevor du liebst, von Hannah Green (1991).

Danach gegriffen habe ich wegen der Autorin (siehe 'Ich hab dir nie einen Rosengarten versprochen', das mich bei zweimaligem Lesen sehr beeindruckt hat). Diesmal geht es um einen taubblinden jungen Mann, der sich in eine Sehend-Hörende verliebt. Die Lovestory war mir weniger wichtig als die vielen Details, wie das Leben sich gestaltet, wenn man nicht sieht und nicht hört, welche Fähigkeiten sich besonders ausprägen... Wie die Autorin sich da hineinversetzt hat (mit entsprechender Recherche), ist bewundernswert. Mir ist kein Denk- oder Beschreibungsfehler aufgefallen, und viele kleine Szenen, ganz nüchtern erzählt, nahmen mich sehr mit.

Der "Rosengarten" hat mir damals, als ich das Buch gelesen habe, auch sehr gefallen. Danke für die Empfehlung, eska, ich werde mir diesen Roman der Autorin auch einmal anschauen, mir war gar nicht bewusst, dass sie noch mehr geschrieben hatte. Da bin ich wohl einem alten Vorurteil meinerseits aufgesessen, das auf der Erfahrung beruht, dass die meisten Selbsterfahrungsautoren danach keine Bücher mehr schreiben.
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Grill / (F) Daimonia - Im Club
« Letzter Beitrag von Zitatus am 04 Dezember 2019, 08:15:46 »
Damit mal wieder was auf dem Grill landet: Hier eine frische Szene aus meinem Roman-Projekt "Daimonia".
Thaddäus und Galileo beschließen, etwas feiern zu gehen. Dazu legen sie ein Kaufhaus in Schutt und Asche, rauben eine Bank aus und leisten sich in einem Oldtimer ein Katz und Mausspiel mit der Polizei. Schlussendlich landen sie vor einem Club. Zwei kleine, gut gekleidete, grüne Kerle mit langen Ohren, die Einlass verlangen ...

Zweck der Szene: An keiner Stelle im Buch sollen weder das Wort "Dämon" oder das Wort "Teufel" fallen. Trotzdem soll spätestens hier klar sein, was die beiden sind.


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Die Dunkelheit hatte sich mit nächtlichen Sternenglanz prächtig über den Tag gelegt. Nun ja. Eigentlich nicht. Es regnete und nicht mal der Mond war milchig durch die schwarzen Wolken zu sehen.
Wir standen auf dem aufgeweichten, ausgeblichenen roten Teppich vor dem Club. Die wummernden Bässe aus dem Innern des Gebäudes vertrieben den letzten Rest jedweder Poesie.
Vor uns hatte sich ein Türsteher aufgebaut und hinderte uns daran, in das Etablissement einzutreten. Die muskelbepackten Arme vor der Brust verschränkt, grunzte er zunächst und knurrte dann: „Was stellt ihr denn dar? Seid ihr von einem Cosplayer Happening entlaufen?“
„Die Frage ist, was du darstellst.“ Galileo hätte ihn an der Gurgel packen können. Doch diese Region des Hühnen war aus dem Stand heraus für ihn nicht erreichbar. Also griff er mit der Rechten zwei Etagen tiefer zu. Ich vermute, dass sich dies sogar als viel effektiver erwies. „Du bist hier im Hause der Clown, oder ... Pennywise?“
„Pennywise hat eine rote Nase“, erklärte ich lässig, während sich der Türsteher unter Schmerzen vorbeugte, „und keine blauen Eier.“
„Oh.“ Galileo ließ los, nur um den Mann danach mit einem kräftigen Fausthieb ins Gesicht niederzustrecken. Die Nase knirschte. Ich musste zugeben, dass sie in den nächsten Tagen definitiv dunkelrot sein würde.
Dieses kleine Intermezzo blieb weitestgehend unbeobachtet und das Mädel hinter dem Ticketschalter wollte klugerweise auch nichts gesehen haben. Mit einem nervösen Lächeln winkte sie uns durch. Trotzdem warf ich ihr gönnerhaft einen der zerknüllten grünen Scheine aus der Bank zu. Wenn sie uns schon keine Eintrittskarte berechnen wollte, sollte sie wenigstens ein Trinkgeld bekommen. „Lass einfach die Fingerchen vom Telefon“, riet ich ihr. Ihr Blick fiel kurz auf den Türsteher, vor dessen Gesicht eine Blutlache dem Teppich ein frischeres Rot verlieh. Sie nickte. Guter Service will honoriert sein.

„Ich liebe Techno“, grölte Galileo gegen den uns entgegenschlagende Lärm an.
„Das ist House“, merkte ich an.
„Ich liebe House.“
Mit zwei, drei Sätzen sprang er durch das Gedränge der Umherstehenden in das Gedränge der Tanzenden. Im Takt der stakkatoartigen Lichtemissionen hüpfte er - wie der Rest der Meute - auf dem Dancefloor herum. Er rief irgendwas, dass sich wie ein nicht ganz zeitgemäßes „Hyper, hyper!“ anhörte. Niemand störte sich daran, denn die Party war mit sich selbst beschäftigt. Ein Irrer mehr oder weniger, änderte nichts am Gesamtbild.
Jemand rempelte mich an. Es geschah nicht auf die aggressive Art. Konspirativ sollte die Geste sein. „Brauchst du was?“
„Was?“ Zu mehr Dialog lud mich die Soundkulisse nicht ein.
„Brauchst du was?“ Ein Typ mit grauer Haut und schwarzen, langen Haaren grinste mich mit schlechten Zähnen an. Das einzig Farbige an dem Kerl waren die neongelben Smileys in seiner geöffneten Hand, die er mir entgegenhielt. „Das Zeug ist gut. Läufste wie mit Turbo. Die ganze Nacht. Oder ...“ Seine Hand schloss sich, verschwand in der Hosentasche und präsentierte dann ein rosa Pulver in einem durchsichtigen Tütchen. „Bestes K.O. – Wenn du etwas Hilfe zum Abschleppen brauchst.“ Er lachte dreckig. „So wie du aussiehst, kannst‘es brauchen.“
Mit meiner Fußkralle packte ich seinen Fußknöchel und riss kräftig daran. Mit dem Ruck verschwand er aus meiner Sichtfläche. Zuerst beabsichtigte ich, einfach wegzugehen. Natürlich nicht ohne ihm dabei über die Visage zu laufen. Doch ich besann mich eines Besseren. Ich bückte mich, griff in seine Tasche, nahm mir eine Handvoll von den gelben Tabletten und warf sie mir in den Mund. Ich kaute sie gut durch, bevor ich sie runterschluckte. Dann ging ich weg, nicht ohne dem Typen doch noch liebevoll über die Visage zu laufen.
 Eine seltsame Hitze stieg aus meinem Innersten auf. Meine alles durchdringende Müdigkeit verschwand nicht, aber zwischen den rosa Wolken in meinem Kopf, vergaß ich sie irgendwie. So etwas ähnliches wie ein Glücksgefühl packte mein Herz. Der Zorn blieb der Zorn, der er war. Doch er kleidete sich in einer luftig leichten Euphorie.
„Party!“, rief ich, klaute einem Hippster seinen Cocktail und kippte das Getränk den Smileys hinterher, die daraufhin in meinen Eingeweiden zu kochen begannen. Vielleicht lag es auch an der Kirsche, der Zitronenscheibe oder dem Strohhalm. Beim Schlucken kratzte Letzterer schon etwas im Hals.
Das Nächste, woran ich mich erinnere, ist, dass ich auf der Empore neben dem DJ stand. Während er mit blutender Unterlippe gefügig die Regler am Mischpult bediente, haute ich in die Tasten eines Keyboards. Auf der Tanzfläche wog sich die Masse an verschwitzten Leibern zu den Klängen vom „Ententanz“. Etwas Wolfgang Petri würde gleich bestimmt auch nicht schaden. Oder „Also sprach Zarathustra“. Oder beides in einer Dubstepversion. Irgendwo unter mir brüllte jemand „Hyper, hyper.“
Ich schnappte mir das Mikrophon um meinen Mitstreiter auf mich aufmerksam zu machen. „Galileooo, Galileooo!“
Die Reaktion war eine andere, als ich erwartet hatte: Ein vielstimmiges „Figerooo“ erschallte. Mit den richtigen Loops, Baselines und Strings lief anscheinend alles.
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Bücher / Re: Was lest ihr gerade? (2019)
« Letzter Beitrag von eska am 24 November 2019, 17:41:17 »
Ich habe gerade ein älteres Buch gelesen, dass mich vom Thema her fasziniert hat:
Bevor du liebst, von Hannah Green (1991).

Danach gegriffen habe ich wegen der Autorin (siehe 'Ich hab dir nie einen Rosengarten versprochen', das mich bei zweimaligem Lesen sehr beeindruckt hat). Diesmal geht es um einen taubblinden jungen Mann, der sich in eine Sehend-Hörende verliebt. Die Lovestory war mir weniger wichtig als die vielen Details, wie das Leben sich gestaltet, wenn man nicht sieht und nicht hört, welche Fähigkeiten sich besonders ausprägen... Wie die Autorin sich da hineinversetzt hat (mit entsprechender Recherche), ist bewundernswert. Mir ist kein Denk- oder Beschreibungsfehler aufgefallen, und viele kleine Szenen, ganz nüchtern erzählt, nahmen mich sehr mit.

Und noch eines:
David Grossmann: Kommt ein Pferd in die Bar...
Ich schätze den Autor sehr, seine Figuren zerreißen einem auf stille Art das Herz. Dieses Buch erzählt von einer Comedy-Show, zu der der Künstler einen alten Jugendfreund, der ihn bis dahin völlig aus den Augen verloren hatte, einlädt. Mit diesem als Erzähler erleben und erleiden wir Leser den Abend, der immer schräger und beklemmender wird...
Ein ungewohnter Blick auf die Kunst: Zu wieviel Striptease verdammt einen der Wunsch, sich mitzuteilen?
Und dann noch: Was im Leben hat bleibenden Wert?
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Bücher / Re: Was lest ihr gerade? (2019)
« Letzter Beitrag von Trippelschritt am 04 November 2019, 09:42:33 »
Danke Lilith,

ich bin mittlerweile be Band 3 und werde auch den Rest lesen. mittlerweile verstehe ich etwas mehr von dem, was und wie der Autor macht und wo seine Stärken und Schwächen liegen.
Er ist ein geschickter Planschreiber wie viele Krimiautoren, geht aber sehr nachlässig mit Plotsträngen und Spannungbögen um. Band 2 ist irre spannend, hat aber seine Höhepunkt viel zu früh. Klarer Fall von präcox. Band 3 ist wieder besser.
Aber seine Ideen und Details sind erste Sahne, der Still eher knapp über dem Mittelmaß. So meine erste Bewertung. Fehlergucker könnten den Autor etwas abwerten, Leser, die strong points begeistern werden wohl Höchstnoten geben. Ich selber tendiere zur Schulnote 1- oder grad noch so fünf Sterne. Aber das muss ein autor erst einmal erreichen.

Viel Spaß beim Lesen
Trippelschritt
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Bücher / Re: Was lest ihr gerade? (2019)
« Letzter Beitrag von Lilith am 02 November 2019, 22:41:59 »
Hier mal eine frische Rezension in der Online-Ausgabe der ZEIT: https://www.zeit.de/2019/45/harry-bingham-fiona-das-tiefste-grab-krimis-wales

Ich lese gerade "Kriminalfälle aus dem 19. Jahrhundert" - eine Sammlung von aufbereiteten Originaltexten diverser Erzählungen über stattgefundene Verbrechen. Sehrst interessant. :cheerful:
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Bücher / Re: Was lest ihr gerade? (2019)
« Letzter Beitrag von eska am 02 November 2019, 17:52:19 »
Du hast mich so neugierig gemacht, dass ich mir den ersten Band in die Bibliothek bestellt habe, ganz gegen meine übliche Lektüre. Freu mich drauf!

eska
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