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Bücher / Re: Was lest ihr gerade? (2020)
« Letzter Beitrag von Lilith am 14 November 2020, 18:47:56 »
Ich lese gerade Rheingold von Stephan Grundy, eine Nacherzählung des Völsunga-Saga/Nibelungenlied-Geschichtenkreises, die ziemlich nah am Originalstoff gehalten ist - angefangen bei den Wälsungen, hin zu Siegfrid und schließlich Gudrun (Kriemhild). Der Klappentext gibt den Roman zwar als "historisch" aus, aber da Wotan, Loki und Co. ständig persönlich in die Geschichte eingreifen, Fafnir sich aus Goldgier in einen Drachen verwandelt und Sigmund originalgetreu mit seinem Sohn als Werwolf im Wald lebt und mit Hilfe eines Toten Runenmagie ausübt, sind die Fantasy-/Mythenelemente doch sehr deutlich vertreten und mir gefällt die Mischung recht gut.
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Grill / Re: Rosenliebe (Genre unklar ... sorry)
« Letzter Beitrag von Uli am 30 September 2020, 12:16:06 »
ay Lilith,

Große Freude, von dir zu lesen!

Deine Übertragung auf Modeleisenbahner ist ziemlich genial - danke dafür!
Weil, das hat mich auf eine Spur gebracht, die ziemlich wichtig zu sein scheint.

Erstmal: Genau. Die ˋRosenpflegehandlungen ´ sind austauschbar, durch so ziemlich jedes Hobby- Nerd-Zeug. Da steckt nichts weiter drin, als eben dieses ˋSpezialistenwissen ´, und einzig der Satz über die Motivation könnte ˋspannend ´ sein: ˋDamit sie reich blühen, denn dafür liebt man sie ´.
Das grundsätzliche Nicht-wirklich-interessiert-Sein an den Handlungen an sich ist für mich OK, ich könnte inhaltlich auch sagen:
Leute, die Rosen lieben, machen einen Haufen komisches Zeug, damit die Rosen reich blühen. Denn dafür lieben sie Rosen, wegen der Blüte.
Nur ... dann hinge die Pointe völlig in der Luft.

Die einzelnen Handlungen ˋpointierter ´ darzustellen ist erstmal keine Option (obwohl das ginge). Nur die Sache ˋgibt sich echt viel Mühe, aus Liebe ´ wäre dann dahin.
OK ...

die Spur ist: Offenbar braucht dieser Text tatsächlich noch etwas, einen weiteren Zugang.
Vielleicht als Teil einer Sammlung, vielleicht durch den Vortrag - oder durch beides, als Teil einer Lesung. Um a) Den wichtigen Satz pointieren zu können, und b) durch den anderen Teil zu tragen.
 
Ach ja:
Dass der Text noch einmal gelesen wird, um die Pflegehandlungen noch einmal zu betrachten, ist auch kein Plan: Da sind schlicht keine Details, aus denen man ableiten könnte, dass dies alles falsch ist. Das ist Lehrmeinung, ohne eine Chance, das zu hinterfragen.
Und das ist sogar alles bewiesen: Tatsächlich erreicht man damit das Ziel einer reichen Blüte.
Hinterfragen mag ich nur die Motivation (vorgeblich Liebe) und das, was die Geliebte wohl davon hält.

Ich denke, ich lege diesen Text erstmal den Theaterleuten vor, und sehe dann weiter.

Viele :b5: und vielen Dank!




btw: es gibt die eingedampfte Fassung von Böll.
Wenn Herr K. einen Menschen liebte
»Was tun Sie«, wurde Herr K. gefragt, »wenn Sie einen Menschen lieben?« »Ich mache einen Entwurf von ihm«, sagte Herr K., »und sorge, daß er ihm ähnlich wird.« »Wer? Der Entwurf?« »Nein«, sagte Herr K., »der Mensch.«

Und eine Bibelstelle:
Spr 13,24,
»Wer seine Rute schont, der haßt seinen Sohn; wer ihn aber liebhat, der züchtigt ihn bald.«
(Übersetzung Lutter)
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Grill / Re: Rosenliebe (Genre unklar ... sorry)
« Letzter Beitrag von Lilith am 29 September 2020, 23:44:40 »
Hallo Uli,

mir geht's wie eska. Ich finde auch, dass der letzte Satz der spannendste ist. Alles davor ist dermaßen subtil und unspektakulär, dass die Pointe am Ende zwar durchaus verfängt, aber auch abgeschwächt wird. Deshalb würde ich ebenfalls zum Kürzen raten. Vielleicht haben ja gerade so knapp gehaltene Texte das Potenzial, "zu lang" (;D) zu werden, weil man mehr Worte schinden will?
Jedenfalls ist mir der Anfang zu laberig für eine Auflösung als quasi "goldener Käfig"-Situation - und das, obwohl ich den Gedanken mit der Kindererziehung ab der Pointe durchaus hatte. Vorher "passiert" inhaltlich so wenig, dass ich nur deshalb bei der Stange geblieben bin, weil ich wusste, dass bei dir noch was kommen muss.

Außerdem hatte ich beim Lesen die ganze Zeit zwei andere Amateurtexte mit Rosenthema im Hinterkopf und, nimm's mir nicht übel, aber die finde ich beide besser, obwohl sie auf grundverschiedene Aussagen abzielen.

Wo zieht es sich zu sehr und warum?
(Merke: Die Stellen müssen nicht zwingend rausgekürzt werden; du könntest sie auch umformulieren, damit der gewünschte Inhalt besser zur Geltung kommt und nicht so vorbeirauscht. Mich reizt die Pointe leider nicht dazu, mir den vorigen Text noch mal genauer anzuschauen, damit die Details verfangen könnten.)

Leute, die Rosen lieben, sammeln diese.
Und wissen von jeder einzelnen, woher sie stammt, wer sie wann und wo gezüchtet hat, und all sowas.
Finde ich okay, bis auf Redundanzen in der Formulierung.
Zitat
Sorgfältig achten diese Leute darauf, dass ihre Rosen immer gut gedüngt sind, keinen Schädlingsbefall erleiden und die genau richtige Menge Wasser bekommen.
Der richtige Platz ist wichtig, damit kein Wind die Rose beeinträchtigt, und genügend, aber auch nicht zu viel Sonne sie erreicht. Und im Winter bekommen die Rosen einen Schutz, werden gehäufelt, eingepackt und so vor dem Frost geschützt.

Damit die Rosen reich blühen, denn eben dafür liebt man sie.
Ich weiß jetzt aus den Kommentaren, dass "reich blühen" dir wichtig ist, aber bis hierher habe ich nichts anderes bekommen als sorgfältige Beschreibungen darüber, was Menschen, die Rosen lieben, so alles machen.
"Menschen, die Modelleisenbahnen lieben, sammeln sie.
Und wissen von jeder einzelnen, welche Nummer jeder Wagon hat, wer ihn wann auf welcher Strecke eingesetzt hat, und all sowas.
Der richtige Platz ist wichtig, damit die Bahn unbeeinträchtigt fahren kann, die Landschaft originalgetreu nachgebildet wird und Licht und Schatten die richtige Wirkung entfalten. Und immer muss die richtige Menge Schmieröl verwendet werden, jedes Rädchen nachgeschraubt und so abgesichert werden."

Zitat
Jede einzelne wird fachgerecht beschnitten, mehrmals im Jahr, und die abgeblühten Teile werden entfernt - weil, nur dann treiben neue Blüten nach.
Natürlich wird vor jedem Schnitt die Schere geprüft, es dürfen keine Scharten in der Schneide sein, und die Schärfe muss stimmen, sonst leidet die Rose. Und blüht nicht. Also, nicht genug.
"Jede einzelne wird fachgerecht bemalt, mehrmals im Jahr, und die kleinten Kratzer werden entfernt - weil, nur dann leuchten die Farben weiter kräfitg.
Natürlich wird vor jedem Strich der Pinsel geprüft, es dürfen keine Spritzer auf dem Holz entstehen, und die Zusammensetzung muss stimmen, sonst leidet das Holz. Und wird matt. Also, nicht leuchtend genug."

So geht das weiter - und wenn du mehr Akzente setzen würdest, die ab und zu erahnen lassen, dass es hier noch um etwas anderes geht als um die Frage, wie Rosenzüchter oder eben Modelleisenbahner ihr Hobby betreiben, dann könntest du mich schon früher auf eine Fährte locken (es muss ja nicht die richtige sein) und mir mit der Pointe einen Stich versetzen.

Vielleicht reicht tatsächlich der letzte Satz, ein bisschen umformuliert, um die Aussage rüberzubringen. Die fände ich dann auch stärker. :)

Liebe Grüße!
Lilith
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Grill / Re: Rosenliebe (Genre unklar ... sorry)
« Letzter Beitrag von Uli am 29 September 2020, 21:36:04 »
 :jump2:
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Grill / Re: Rosenliebe (Genre unklar ... sorry)
« Letzter Beitrag von Trippelschritt am 28 September 2020, 21:26:13 »
Mir gefällt es so, wie es ist. Längenmäßig meine ich. Zu kurz würde die Pointe schmälern.
Textlich könnte noch ein wenig poliert werden. Vor einer Veröffentlichung oder so. Die Chefin hat ja schon was angemerkt.

Doch, doch, ein amüsanter Text.
meint der Trippelschritt.
Gern gelesen!!!
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Grill / Re: Rosenliebe (Genre unklar ... sorry)
« Letzter Beitrag von Uli am 28 September 2020, 14:14:27 »
dops!

ay CheFFin,

rein fachlich: Das ist die Andeutung von ˋQual-Pflege ´ - Qual- Züchtungen gibt es leider auch, und zwar massenhaft. Da könnte ich längere Zeit drüber referieren (und es gibt Punkte, die dabei recht ... nun, ambivalent sind, weil man entsprechend gezüchtete Rosen tatsächlich betüddeln muss), aber das lasse ich mal.
Außer, wenn jemand fragt.
(Was seit 30 Jahren niemand getan hat ...)

Das ˋweil ´ ... OK, das kann ich ersetzen. Ist eine echte Kniefiseligkeit: Gesprochen (mit einer winzigen Pause) ist der Effekt, dass hier eine unzureichende Begründung ˋnachgereicht ´ wird, während das ˋdenn ´ eine Kausalität andeutet. Naja.
Vielleicht zu sehr an Theater gedacht, und zu wenig an Text.

Es geht darum, dass diese ganze ˋErziehung ´ nur das Ziel hat, möglichst viele Blüten zu erzwingen - nicht darum, dass es dem Klienten gut geht. Und die Blüte wird so interpretiert, dass man alles zum Wohle der Klienten getan hat, obwohl damit nur das eigene Bedürfnis des Pflegenden befriedigt wird.
Die eigentliche Gemeinheit ist, dass man problemlos das Wort ˋRosen ´ durch ˋKinder ´ ersetzen kann.

Danke fürs Lesen und rösten!
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Grill / Re: Rosenliebe (Genre unklar ... sorry)
« Letzter Beitrag von FF am 28 September 2020, 09:14:13 »
Hm. Ich kenne mich mit Rosen nicht aus. Heißt das, man muss sie gar nicht so beschneiden und betüddeln? Dann wird der Text zur Beschreibung einer Qualzüchtung. Arme Rose.

Inhaltlich bin ich also etwas ratlos. Formell ist es ok, nur ersetze doch bitte das schreckliche "weil, nur dann" durch "denn nur dann".
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Grill / Re: Rosenliebe (Genre unklar ... sorry)
« Letzter Beitrag von Uli am 28 September 2020, 03:08:03 »
Zitat
ja, ich schon wieder. :klugklo:

warum wundert mich das nicht?

ay Eska,
Danke dir!

Es macht mich ja fast ein bisschen stolz, mit 17 Sätzen und einer Minute Lesezeit noch immer Längen produzieren zu können ...  :cheese:

Aber Ernst beiseite: Stimmt vollkommen, der letzte Satz ist der, um den es geht.
Und eigentlich habe ich damit gerechnet, dass das Bedürfnis laut wird, den noch etwas auszuführen, mindestens damit, das ˋsein ´ kursiv zu setzen.
Stattdessen nun ... naja.

Grundsätzlich stimmt dein Eindruck, die ˋTipps zur Rosenpflege ´ stammen durchweg aus entsprechenden Anleitungen - und die sind allesamt falsch. Daher auch der ein wenig gelangweilte Grundton in diesem Teil, die mentale Distanzierung. Was vielleicht das Gefühl von Länge ausmacht, aber ... an sich soll es das auch.
Genaugenommen triffst du es exakt mit dem Satz ˋbrauche ich (hier) nicht ´.
Obwohl oder weil das jeder so sagt.
(Meine persönliche Anleitung zur Rosenpflege umfasst ziemlich genau einen Satz, der ohne Kommata auskommt - allerdings braucht es - unter Anleitung - zwei oder drei Jahre, den ganz zu verstehen ...)

Ich weiß nicht, ob der Effekt mit einem Dreizeiler so zustandekommt ... außer bei Leuten, die so genau hinschauen, dass man ihnen sowas auch nicht mehr sagen muss. Hmmm.
Aber ich setze auf alle Fälle einen Merker an den Text, für den Tag an dem ich mit Aphorismen anfange. (Meiner Schreibfaulheit käme das ja entgegen, immerhin)

 :danke2:
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Grill / Re: Rosenliebe (Genre unklar ... sorry)
« Letzter Beitrag von eska am 27 September 2020, 22:08:52 »
Lieber Uli;

ja, ich schon wieder. :klugklo:

Am besten gefällt mir an deinem Text der letzte Satz. Alles andere vorher ist ein bisschen wie eine gärtnerische Anleitung zur Rosenpflege - so ausführlich brauche ich das hier nicht.
Meinem Empfinden nach könntest du das Häppchen sozusagen auf ein Sushi-Röllchen eindampfen: ein, zwei Sätze pointiert zu all dem, was Liebhaber mit und für (?) ihre Rosen veranstalten, dann die Quintessenz im Kontrast. Ein bisschen wie ein Aphorismus. Schau mal, ob die Idee dir zusagt. ;)

Gruß,

eska
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Grill / Rosenliebe (Genre unklar ... sorry)
« Letzter Beitrag von Uli am 26 September 2020, 22:34:01 »
Jaja ... ich schon wieder ...

Aber die Hölle ist halt nicht zugefroren, die Grills stehen noch und irgendwo ... ja, hier ... ist noch etwas Glut. Und Lava  :lava: Also.

Ein (selbst für meine Verhältnisse) sehr kurzer Text, von dem ich nicht so recht weiß, in welche Schublade er gehört. Vielleicht ins Theater? Oder in eine neue Sammlung?
Anderthalb Minuten braucht es, um das Ding vorzulesen ... ein Häppchen auf dem Grill, kein Steak.
Viel Spass damit!

Rosenliebe

Leute, die Rosen lieben, sammeln diese.
Und wissen von jeder einzelnen, woher sie stammt, wer sie wann und wo gezüchtet hat, und all sowas.
Sorgfältig achten diese Leute darauf, dass ihre Rosen immer gut gedüngt sind, keinen Schädlingsbefall erleiden und die genau richtige Menge Wasser bekommen.
Der richtige Platz ist wichtig, damit kein Wind die Rose beeinträchtigt, und genügend, aber auch nicht zu viel Sonne sie erreicht. Und im Winter bekommen die Rosen einen Schutz, werden gehäufelt, eingepackt und so vor dem Frost geschützt.

Damit die Rosen reich blühen, denn eben dafür liebt man sie.

Jede einzelne wird fachgerecht beschnitten, mehrmals im Jahr, und die abgeblühten Teile werden entfernt - weil, nur dann treiben neue Blüten nach.

Natürlich wird vor jedem Schnitt die Schere geprüft, es dürfen keine Scharten in der Schneide sein, und die Schärfe muss stimmen, sonst leidet die Rose. Und blüht nicht. Also, nicht genug.

So hat man immer zu tun mit den geliebten Rosen, mit Wässern, Düngen und Schneiden und allem. Und dann, wenn die Blütenpracht ihren Höhepunkt erreicht, dann lehnt man sich zurück und liebt sie. Weil sie artig blüht. Da freut man sich.
Wie schön.

Eine Rose zu sein ist nicht einfach, ganz besonders, wenn man so geliebt wird.
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