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Bücher / Re: Was lest ihr gerade? (2018)
« Letzter Beitrag von Nimmer am 12 August 2018, 15:55:55 »
Ich lese gerade Dunkle Materie (orig. Dark Orbit) von Carolyn Ives Gilman. Es ist Sci-Fi und wurde von Ursula K. Le Guin gelobt. Ich nahm es spontan aus der Bücherei mit (eigentlich suchte ich nach Metro 2033).

Es geht um die Erkundung eines Planeten, der die Voraussetzungen für menschliches Leben erfüllt, aber eine ganz andere Flora als die Erde aufweist; alles ist irgendwie kristallin. Von dunkler Materie wird auch gesprochen, die ist aber noch nicht aufgetreten. Ich bin auf Seite 120 von 384. Die Geschichte beinhaltet interessante Ideen - etwa das Reisen von Planet zu Planet als Lichtstrahl, sodass manche Menschen Jahrelang aus der Zeit "herausgehoben" sind - aber besonders gut geschrieben finde ich es nicht. Es gibt zu viel Exposition, besonders über die Figuren; die Figuren interessieren mich auch kaum. Vielleicht liegt das daran, dass sie keine "stakes" zu haben oder in Gefahr zu sein scheinen - obwohl beides der Fall ist. Die gesamte Crew ist fast 60 Jahre von Hause entfernt, es hat einen Mord gegeben und eine Person wird vermisst; aber der Autorin gelingt es nicht, ein Gefühl von Bedrohung aufkommen zu lassen.

Am meisten stören mich die eingeschobenen Betrachtungen einer zweiten Figur. Diese wird als "Sensualistin" vorgestellt, deren Herangehensweise an alles ist, ihre Wahrnehmungskanäle zu öffnen und zu beobachten - und dann ihr Beobachtungen zu beobachten. Ihre Betrachtungen sind Introspektionen, Traumdeutungen, und Beurteilungen, die ich allesamt uninteressant finde, weil diese Figur mit niemandem interagiert und kein Ziel verfolgt. Stets bremsen sie die Handlung auf null herunter.

Das Buch liest sich aber flott, die Ideen sind, wie gesagt, interessant, und es kommt immer etwas Neues hinzu, weshalb ich wohl weiterlesen werde.
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Bücher / Re: Was lest ihr gerade? (2018)
« Letzter Beitrag von Ayeelah am 12 August 2018, 08:32:18 »
off-topic: Wo hast du Quisille gesehen :weissnicht: - er war seit 06.Juli nicht mehr eingeloggt :wiejetzt:



Ich lese grad:
Petra Kohse - Marianne Hoppe
die Biographie von Marianne Hoppe. Naja, ich lerne viel um das Drumherum, Nazideutschland, Theater etc. Aber über die Person M.H. selber kommt irgendwie kaum was. Enttäuschend. Hab aber erst ein Drittel und hoffe, es kommt bald mal was. ...

frisch ausgelesen:
James A. Michener - Colorado Saga
empfehlenswert. Werde ich noch mal mit Hinblick auf Settingbeschreibung und Tierbeschreibungen lesen. Zwar ein Roman mit erfundener Stadt, aber jede Menge Wissen interessant umgesetzt: von den Dinosaurieren, über die Biber, zu den Biberjägern, zu den Indianern, zu den Cowboys, der Ausrottung vieler Indianerstämme, zu den Ranchern, zu den Farmern, zu den Trecks, zu den traurigen Überresten der einst stolzen Indianer bis hin zum Ende der Rancher, wie sie früher mal waren. Absolut klasse.
Vom selben Autor hatte ich mal "Die Bucht" gelesen. Ähnlich klasse umgesetzt, nur hat mich das Grundthema weniger interessiert, weil ich zu dem Zeitpunkt bereits anderes schon gelesen hatte und es einfach zu viel war: Erstbesiedlung einer kleinen Insel durch einen Indianer, danach kam ein abgewrackter Trapper, dessen Nachkommen sich immer wieder durch das ganze Buch ziehen :devgrin: - Siedler, Sklaverei, Anti-Sklaverei, Krieg Nord-Süd, die (naja, zumindest offizielle) Befreiung der Sklaven. Die Colorado-Saga fand ich irgendwie besser umgesetzt. Interessanter, subtiler, teilweise auch "tragödischer" und dadurch eindringlicher.

Parallel dazu ausgelesen:
Hauff - Märchen
Das Wirtshaus im Spessart kannte ich zwar schon, hatte es aber damals mit Widerwillen gelesen, weil das Buch eine gewisse Erwartungshaltung geweckt hatte, die es nicht halten konnte. Diesmal anders herangegangen - die Märchen aus dem Orient und eben das Wirtshaus, sehr schön, sehr unterhaltsam und auch zum Nachdenken anregend, dass sich die Menschheit wohl nie ändert ... (Oder Resignieren statt nachdenken, kann "man" jetzt sehen, wie "man" will :uhoh:)

Davor gelesen:
Jon Land - Das Vortex-Fiasko (muss ich noch einschieben):
Klingt nach Sci-Fi, Cover sieht nach Sci-Fi aus, ist aber im "Jetzt" angesiedelt mit eher im Hintergrund wirkenden Sci-Fi-Elementen, die aber das Hauptthema sind. Schwer zu erklären. Wem es was sagt: Anstoß des Romans war das Philadelphia-Experiment / Einsteins Einheitliche Feldtheorie und wurde hier recht glaubwürdig und vor allem spannend (auch wenn ein paar Hänger da waren) als Roman umgesetzt, als Spekulation, wie sich diese Feldtheorie benutzen lassen könnte, um eine ultimative Waffe zu kreieren.
Ich fand es (wie gesagt) sehr spannend und kann es ohne Weiteres empfehlen. Schön zu sehen, wie der Autor die Aktivisten miteinander verknüpft hat, sei es durch eine gemeinsame Vergangenheit oder ein gemeinsames Ziel.
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Bücher / Re: Was lest ihr gerade? (2018)
« Letzter Beitrag von Schreibsuse am 11 August 2018, 19:39:48 »
Quisille, wie schööön!! Du bist ja noch da  :whee:!
Und ich habe heute endlich mal ganz herzhaft gelacht! Herrlich deine Schreibe! Bin immer noch am Grinsen  :cheese:

Ja und auf Liliths Frage zurück zu kommen:
Aktuell lese ich gerade den Thriller Roadside Crosses von Jevery Deaver. Der Roman zeigt mit dem Finger auf die Schattenseiten der Social Media-Gesellschaft. Zu sorglos werden zu viel persönliche Dinge online gestellt (schrieb sie und tat es ebenfalls  :naegelkau:). In Deavers Roman wird eine Hetzkampanie in einem Blog gegen einen Jugendlichen gestartet, der in einem Unfall versehentlich 2 Mädchen getötet hat. Ich finde das Buch großartig. Aber liegt vielleicht auch ganz subjektiv am setting. Der Roman spielt in Kalifornien in der Monteray Area. Ich war vor 2 Jahren dort und liebe die Gegend um Carmel und Pazific Grove! Deaver schenkt mir persönlich Spannung und und gleichzeitig Urlaubserinnerung. Wundervoll!

Davor hab ich "Noah" von Sebastian Fitzek gelesen. Der beste Fitzek bisher!!! Absolute Empfehlung!

Von Tana French ist "Schattenstill" mein Liebling. Die Atmophere in der fast verlassenen Neubausiedlung fand ich absolut packend!

Schöne Idee mal von Euch zu hören was Euch so an Lektüre gefällt!!!
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Bücher / Re: Was lest ihr gerade? (2018)
« Letzter Beitrag von SirJasonCrage am 11 August 2018, 12:47:07 »
Ich hatte seit meiner Kindheit Perry Rhodan 1 3 und 6 im Regal stehen.

Mit 16 oder so habe ich dann mal den ersten Band gelesen und sofort auf Ebay nach 2, 4 und 5 gesucht.

Das waren noch die blauen Bände. Ich habe blau bis 9, den Rest als Silberband. Die blauen kriegt man einfach nicht mehr. Silberband 10 bis 15 stehen auch bei mir und meinem besten Freund verteilt in den Regalen.

Wenn ich dann im Thalia sehe, dass wir gerade bei 143 Bänden oder so sind... Woah.

Letztens dann in Essen auf der Spiel! gab es einen Stand, der alle Bände hatte. In Blau. Und zwei originalsignierte first-edition vom ersten Band. Wtf.



Momentan lese ich Malazan Gardens of the Moon.
Habe noch zehn Seiten vor mir und bin bisher eher enttäuscht. Es ist gut. Sehr gut. Aber kommt definitiv nicht an den Hype ran, der es umgibt. Genauso wie die Klimax nicht dem Aufbau entspricht. Die Figuren agieren auch sehr random. Ich mochte allerdings das Magiesystem und bin schwer davon beeindruckt, wie leicht es ist, sich all die Namen zu merken. Irgendwie sticht jeder Name hervor und verlangt vom Gehirn, dass es ihn sich merkt.
Tayschrenn
Hairlock
Tattersail
Whiskeyjack
Ammanas
Cotillion
Die Liste ist lang und ich habe nicht einen einzigen vergessen.
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Bücher / Re: Was lest ihr gerade? (2018)
« Letzter Beitrag von Trippelschritt am 11 August 2018, 08:22:23 »
Ich bin auch im Serienfieber und habe mir die ersten drei Bände Perry Rhodan gekauft. Die entsprechen so ungefähr den ersten fünfzehn Heften. Mal schauen was von den Erinerungen meiner Jugend noch passt.

Liebe Grüße
Trippelschritt
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Bücher / Re: Was lest ihr gerade? (2018)
« Letzter Beitrag von Tika am 11 August 2018, 00:40:46 »
Ich habe gerade einen Däniken auf dem Nachttisch - aber die Lektüre ist irgendwie... trocken ;-)
Naja, vielleicht ist auch nur das Vorwort trocken - ich bin noch nicht darüber hinaus.

Um ehrlich zu sein, bin ich gerade viel zu abgelenkt. Mich hat eine alte Serie gepackt. Habt ihr schon mal Lost gesehen - ich hoffe die bleibt so spannend.
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Sonstige Texte / Re: Wandertag
« Letzter Beitrag von Uli am 08 August 2018, 15:36:24 »
ay Nightingale,

noch mal ein dickes Danke für die Vertiefung!

Dass es inhaltlich funktioniert ist gut - der fehlende Funke zum Überspringen wird noch gesucht (und die Anmerkungen sind da hilfreich).
Und dass die Sache gegen Ende besser wird, ist sehr gut - so war das geplant, und ich denke, ich habe nur am Anfang etwas übertrieben ...

Dass Gerg ˋzu wenig über sich verrät´ ... nun, ja. An sich nicht, nur funktioniert das eben nicht, wie es aussieht. Was schade ist, aber ... isso.
(Gerade die Unterbrechungen und Ablenkungen verraten viel über den Kerl - nur, dazu gehört leider auch, dass er das zu vermeiden sucht. Und recht gut ist mit den Nebelkerzen ...)

den Tipp mit der Distanz Gerg/Georg werde ich mal versuchen umzusetzen - vielleicht ist das das entscheidende Element, um mit der Erzählmethode klarzukommen.

Die Methode selber finde ich nach wie vor richtig für diese Geschichte - es fehlt halt offenbar der Einstieg für Leser (besser: Zuhörer), und (fällt mir grade ein) vielleicht auch all das, was beim Zuhören so als Nebensignale gesendet wird: Stimmlage, Mimik, Körperhaltung ...
Hmm ...
Bekanntes Problem bei einem Ich-Erzähler, leider.
Die Idee mit wechselnden Perspektiven hatte ich schon mal, aber ... da zweifele ich doch sehr. Behalte das aber mal im Auge.

 :b2:!
Uli
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Sonstige Texte / Re: Wandertag
« Letzter Beitrag von Nightingale am 08 August 2018, 01:33:06 »
Hallo Uli, :cheerful:

zu deinen Fragen:
Also, die Fragen:
Ich denke, das Ausgangs-Setting ist recht klar: Normalwelt, erst einmal.
Ist dabei die Einführung von ˋDingen, die unsere Schulweisheit nicht träumen lässt´ einigermaßen flüssig? (Ich meine das mutierten Virus, die angedeutete ˋOrganisation ´ und die Werwolf-Sache)

Normalwelt ist klar.
Ob die Einführung flüssig ist ... die Beantwortung fällt mir nicht so leicht. Mutierter Virus, die Organisation, die Werwolf-Sache, inhaltlich ist das klar, keine Verständnisprobleme meinerseits. Bloß will der Funke nicht überspringen, der meine Neugier weckt. Wahrscheinlich liegt es an der Erzählweise.


Zitat
Georg (der ˋbürgerliche ´ Name von Gerg) erzählt das ˋheute ´ - also im Rückblick. Er gibt sich allerdings Mühe, kein späteres Wissen einfließen zu lassen, und nicht zu spoilern - ˋfärbt´ aber die Erzählung doch sehr. (Dinge, die er damals nicht kapiert hat, werden zwar angedeutet, aber eben nicht ausgesprochen, beispielsweise)
ist der Erzählmodus gelungen?

Hm. Also wenn Gerg/Georg die eigentliche Handlung unterbricht, um diese zu werten, habe ich damit kein grundsätzliches Problem, solange seine Kommentare die Erzählung garnieren und nicht dominieren. Bloß durch die Häufung solcher Einschübe vor allem am Anfang wird mir die Handlung zu oft unterbrochen und der Text zu stark fragmentiert. Die vielen Absätze und ... verstärken diesen Eindruck.


Zitat
Und nein, der Text ist nicht so sehr zum ˋMiterleben ´, sondern eher zum ˋZuhören ´ konstruiert - eben ˋErzählung´, nicht ˋFilm´. Fehlt da irgendwas, um einen eigenen ˋFilm´ zu sehen? (Personenbeschreibungen beispielsweise - ich habe nur Mia ˋgezeigt´, Georg und Jock aber gar nicht. Da hoffe ich auf eigene Bilder, bei Georg durch seiner Erzählart, bei Jock hingegen auf ein Klischee ...)

Personenbeschreibungen sind mir nicht wichtig, dementsprechend fehlt mir nichts, wenn du mir verschweigst, ob der Jock nun blonde, rote oder gar keine Haare hat. Wenn ein äußeres Merkmal für Gerg wichtig wird, nur raus damit, ansonsten soll es mir auch schnuppe sein.
Ein Film will sich bei mir nicht einstellen, sobald ich mich darin versuche, mir eine geistige Kulisse aufzubauen, quatscht mir Gerg dazwischen.  ;D
Aber im Verlauf des Textes wird das besser.

__________

Zitat
Gerg erzählt die Sache ja eine ganze Zeit später - es ist also einerseits klar, dass er die Tollwut-Sache überlebt, und gleichzeitig erzählt er das nicht ˋspannend ´ - seine Wertung eben. Das war so, OK, es war schwierig, hätte schiefgehen können, aber eben ... vorbei, gegessen, abgehakt.
Bis Mia auftaucht, da fängt er an, emotional mitzugehen bei der Erzählung, und ja, erst ab hier gibt es eine Chance, die Sache ˋmitzuerleben ´.

Der Biss des Eichhörnchens muss nicht in aller Ausführlichkeit erzählt oder dramatisch aufgeplustert werden, ebenso wenig Georgs Abstieg vom Berg. Ich störe mich nur an dem (Miss-?)Verhältnis zwischen Handlung und Kommentaren zur Handlung. Der Erzähler hakt die Ereignisse nicht schnell ab und macht weiter im Text, er schwadroniert hier und da. Dadurch, dass er einerseits viele Worte macht, andererseits um den heißen Brei herum redet, fühle ich mich als Leser nicht richtig ernst genommen.
Es ist, als wollte er daran erinnern, dass es mehr um ihn als um das stattfindende Geschehen geht, bloß verrät er nicht viel von sich.


Du schreibst, dass erst das Auftauchen von Mia Gerg emotional involviert. Auch eine gewisse Distanz ist dir recht.
Mia ist im Prolog vorhanden und hier vergeht ja nicht viel Zeit, bis sie die Bühne betritt. Hast du mal darüber nachgedacht, den Kontrast zwischen dem erzählenden Gerg und seinem "alten Ich" für den Leser spürbar zu verdeutlichen? Du könntest die Distanz zum Leser abbauen und dafür zwischen Gerg und Georg ausbauen. Diese Distanz zu der Person, die er war, schwindet dann langsam mit der Wandlung sowie dem Auftauchen von Mia, denn ab diesem Punkt versteht sich Gerg wieder.

Es ist spät und das Beispiel ist nicht das gescheiteste, aber z. B. am Anfang so was wie: Damals schien der Wald so still. Und die Nächte! Ohne meine Taschenlampe war ich blind. Meine letzten Nächte in vollkommener Dunkelheit ...

Du sollst das natürlich nicht so schreiben, sondern wie Gerg klingen, d. h. wenn er mit der Idee etwas anfangen kann.  ;)
Ansonsten und sowieso: Frohes Weiterschreiben!


Liebe Grüße
Nightingale
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Sonstige Texte / Re: Wandertag
« Letzter Beitrag von Uli am 07 August 2018, 17:49:40 »
Hallo Nightingale und Schreibsuse!

erstmal ein großes  :danke2: !

Da ihr beide die gleiche Kritik anbringt, antworte ich mal beiden zusammen:

Ja, der Erzählton ... eine komplizierte Sache, zugegeben.
Immerhin hat ein wichtiges Dingens funktioniert: Die ˋgelangweilte ´, eher unbeteiligte Erzählung der Vorgänge und der Kontrast dazu, als Mia auftaucht. So dachte ich mir das - und offenbar habe ich ein wenig übertrieben dabei ...

Gerg erzählt die Sache ja eine ganze Zeit später - es ist also einerseits klar, dass er die Tollwut-Sache überlebt, und gleichzeitig erzählt er das nicht ˋspannend ´ - seine Wertung eben. Das war so, OK, es war schwierig, hätte schiefgehen können, aber eben ... vorbei, gegessen, abgehakt.
Bis Mia auftaucht, da fängt er an, emotional mitzugehen bei der Erzählung, und ja, erst ab hier gibt es eine Chance, die Sache ˋmitzuerleben ´.

Dass er gefeuert, verlassen und gebissen wurde, ist ihm (jetzt) absolut unwichtig, nur Hinführung auf den Moment, in dem Mia auftaucht.

Tierlieb ... nun, OK, das ist reiner Pragmatismus mit dem Eichhörnchen: An Tollwut erkrankt, also nicht zu retten, und ggf kann es noch weitere Wesen anstecken. Das Mitleid hält sich nach dem Biss in engen Grenzen ...
(Greg sagt, er mag Tiere. Auch außerhalb kulinarischen Kontextes. Manchmal füttert er Wespen ...)

Der Text ist tatsächlich so entstanden, dass Gerg erzählt und ich notiere (die Nachfragen und Antworten habe ich allerdings gleich eingearbeitet), also eine Art Protokol ...
Dadurch finden seine Wertung viel Platz ...

Ein anderer Effekt ist auch: Diese Art zu Erzählen zeigt ja nur die Meinung des Erzählers. Ist also sehr subjektiv - was auch bedeutet, dass Gerg nicht zwingend der ˋGute ´ ist, obwohl er selber das natürlich glaubt.
Diese kleinen Unklarheiten sind mir bei dieser Geschichte sehr wichtig - und dafür nehme ich ein paar Einschränkungen ganz gern in Kauf.
Zum Beispiel eben die Distanz zum Erzähler ...

Und ja, ich glaube auch, dass Greg so jemand ist der selbst bei schweren Unfällen noch scherzt ... nicht viel an sich heranlässt und eher weniger nachvollziehen kann, wenn jemand heftig emotional wird.
Trotzdem scheint er ganz OK zu sein.
Jedenfalls jetzt, wo er das alles erzählt - ob er früher anders war, weiß ich nicht. Das wird sich herausstellen ...

Der Ansatz zu Infodump (Text über Jock) war ein Versuch: Gerg erkennt ja selber, dass das grad nichts zur Sache tut und führt es nicht weiter aus (aber die beiden Sätze wurden nicht aus dem Protokol gestrichen).

Nochmal  :danke2: und  :lava: !
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Sonstige Texte / Re: Wandertag
« Letzter Beitrag von Schreibsuse am 07 August 2018, 14:57:52 »
Hallo Uli,

erst mal vorweg: Die Story gefällt mir gut! Wirklich gut! Aber . . . der Erzählstil ist leider nicht so mein Ding. Da schließe ich mich im Großen und Ganzen Nightingale an.

Auch dieses Kapitel bringt mir deinen Prota nicht näher. Er kommt gewollt cool rüber, in dem er brenzlige oder konfliktgeladene Situationen mit flapsigen Sprüchen abtut. Warum diese distanzierte Erzählweise? Ist Greg so ein Typ, der nichts an sich heran lässt. Über alles ein Witzchen reißt und nicht weiter drüber nachdenkt?

In der Situation mit dem Eichhörnchen fand ich es bis hier gut:
Zitat
Bei Einbruch der Dämmerung hockte ich an einem kleinen Lagerfeuer, wegen der Stimmung, und warf einem neugierigen Eichhörnchen ein paar übriggebliebene Nüsse aus dem Müsli-Behälter zu. Das Tierchen kam auch immer näher, schaute mich an und ...
Wie blöde kann man sein?

Ein Eichhörnchen in einer verlassenen Gegend, das keine Angst vor Menschen hat? Bitte?

Aber ab da hätte ich die Szene gerne gesehen, anstatt sie nur, wie drüber gewischt, erzählt zu bekommen. Wie hat Greg es geschafft das Tier festzuhalten? Es hat sich doch sicher gewehrt? Ist es ihm schwer gefallen ein Tier zu töten? Oder war er dabei tatsächlich so emotionslos, wie es sich in deiner Erzählung anhört. (Fällt mir schwer, Greg zu mögen, wenn er nicht tierlieb ist  :grump:)

Was mir gar nicht gefällt, ist der erste Satz, als Einstieg in das Kapitel:
Zitat
es war gar nicht spektakulär, damals.

Wenn es nicht spektakulär war, warum willst du es dann erzählen . . . und noch wichtiger: Warum soll das dann Jemand lesen?
Außerdem stimmt die Aussage ja auch nicht. Jobverlust und gleichzeitig Beziehungs-Aus, wenn das nicht dramatisch ist, weiß ich es auch nicht (Spektakulär ist, glaube ich, an der Stelle ohnehin nicht das richtige Adjektiv). Vermutlich sollte es zynisch rüber kommen. Aber auch das finde ich als Einstieg in ein Kapitel nicht so glücklich.

Bissl Infodump meine ich auch lokalisiert zu haben:
Zitat
Damals waren sieben Typen des Lyssavirus bekannt, die Tollwut erregen konnten - und egal, welchen man sich eingehandelt hatte, der Verlauf war, sobald die Krankheit einmal ausgebrochen war, meist tödlich. Und eine zu späte Behandlung bedeutete normalerweise mindestens schwere Hirnschäden.

Wenn die Information schon unbedingt muss, dann vielleicht als Dialog?

Zitat
Jock hieß natürlich anders, wenn er draußen unterwegs war, als anerkannter und gefragter Fachmann für ... Sonderfälle.
Drei Doktortitel in der Medizin (die alle gefälscht waren), eine florierende Privatklinik (die nur nebenbei alle Arten von seltenen Infektionskrankheiten heilte) und ein Steuerberater, der ...
Das muss ich an der Stelle nicht wissen. Die Info lässt sich sicher später besser in die bewegte Handlung einflechten.

Was mir richtig gut gefallen hat, ist die Begegnung mit Mia!!  :hach:
Zitat
Und Mia betrat den Raum.

Klein, zierlich, dunkles, halblanges Haar, klare, fast scharfe Züge und sehr helle Haut und ...

Irgendetwas in meinem Kopf machte ˋklick´.
Mia sah mich an, starrte geradezu, und ich starrte zurück, eine Ewigkeit lang, eine Unendlichkeit tief in ihre unergründlichen Augen ...

"Aha," sagte sie und lachte leise. "Du hast ihm nicht gesagt, was ich bin, Jock? Warum?"

"Er findet das selber heraus, denke ich. Oder?"

"Du hast ziemlich viel Vertrauen, Jock. Zu viel für meinen Geschmack. Aber gut, deine Sache. Sollen wir anfangen?"

Das letzte war an mich gerichtet, eindeutig.
Mia lachte wieder leise und fragte noch "Oder möchtest du erst reden?"

Ich wusste nichts zu antworten - genaugenommen wusste ich gar nichts in diesem Moment. Gebannt starrte ich sie weiter an, versuchte zu erkennen, was im Abgrund ihrer Augen auf mich wartete ... Himmel oder Hölle? Aber egal, es hatte mich. Gründlich. Ich starrte.

Und sie lächelte plötzlich, und es war, als hätte mich eine gewaltige Faust losgelassen.
"Reden hilft" sagte ich unsicher. "Sagt man wenigstens"
Hey Gerg!! Du bist ja gar nicht so unnahbar! Gebannt starrte ich sie weiter an, versuchte zu erkennen, was im Abgrund ihrer Augen auf mich wartete ... Himmel oder Hölle?   :applaus: Herrlich!!

Also ich bin jedenfalls gespannt wie es weitergeht, Uli! Ich würde mir nur mehr show anstatt tell wünschen. Und ein bisschen mehr vom echten Gerg.
 :kaffee2:


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