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Kurzgeschichten / Re: AT Weberin
« Letzter Beitrag von Ayira am Gestern um 08:36:53 »
Hallo eska, während dem Lesen sind mir ein paar Sachen aufgefallen. Leider hab ich grad nicht viel Zeit und muss mich auf das Wichtigste konzentrieren - das Ende:

Zitat
"Noch einen Keks, Lieber?"

Die Andeutung, ihn vermeintlich versehentlichen mit Nüssen zu vergiften, ginge ja noch durch - aber mit der direkten Rede schmeißt du mich aus der Geschichte: Ich dachte nämlich, sie sitzt allein vorm Webstuhl, vergrämt in der Erinnerung, wie er irgendwann davor mit dem Keks auf den Boden gebröselt hat.
Aber so hört es sich an, als säße er JETZT bei ihr. Da du das vorher nicht angedeutet hast (oder zumindest für mich nicht deutlich), bin ich nun verwirrt.  :wiejetzt:

lg Ayira
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Kurzgeschichten / AT Weberin
« Letzter Beitrag von eska am Gestern um 08:04:55 »
Liebe Mitteufel;

ich opfere mal wieder was auf dem Rost. Bevor er rostet *hust*. :grinwech:

Der Text ist schon etwas älter, ich habe ihn gestern für eine Lesung deutlich gestrafft und wüsste gern
1. ob ihm das geschadet hat, 2. was ihr zum Ende sagt, 3. was vielleicht noch gekürzt werden kann (300 Zeichen, also Kleinigkeiten).
Alles, was euch sonst noch ein- und auffällt, lasse ich mir dann auch gern zart gebräunt auf der Zunge zergehen.
Danke!

Ansonsten hoffentlich ein bisschen Vergnügen beim Lesen!
Gruß,

eska  :wink:


Anna saß am Webstuhl und versuchte, an nichts zu denken. Links, rechts, links, rechts - die Hände warfen das Schiffchen flink von einer Seite des violetten Streifens auf die andere, sie brauchte sich tückischerweise nicht zu konzentrieren. Heute war nur der Anfang eines Bildes zu weben, in zartem Lavendel, ein Auftragswerk für ein Schlafzimmer, gestern erst hatte sie die Kettfäden aufgezogen. Hah! heute müsste sie tiefrot weben, schreiendes Lila, dunkelstes Blau. Aufruhr, Schmerz, Schock - eine Scheidung, hatte er gesagt, an ihrem Tisch, entschuldigend lächelnd und einen Vollkornkeks auf ihre Dielen krümelnd, hatte es gewagt im Gegensatz zu allen Versprechungen zu sagen, eine Scheidung käme nun wohl doch erst einmal nicht in Frage.
Erst einmal? Wie lange gedachte er sie denn warten zu lassen? Wie selbstverliebt musste er sein, Erfolg gewohnt. Sie hatte es ihm wohl zu leicht gemacht, wie andere, viele andere vor ihr.
War ja auch kein Wunder - der Junge mit dem Wuschelhaar und der Künstlerseele in den Augen, der mit dem Blick des Malers alles zu verstehen schien, in verarbeiteter Form auf die Leinwand bannen konnte und damit wegzaubern ... wie sollte sie es ihm nicht leicht gemacht haben, als sie ihn auf dem Seminar für Pflanzenfarben in Dänemark kennengelernt hatte. Gar nichts war da passiert, im Nachhinein hatte sie das fast bedauert, aber so überrollt werden von plötzlichen Gefühlen, das war doch nicht ihre Gangart. Und dann hatte sie doch reagiert, als er am Flughafen in Frankfurt mit hinreißendem Lächeln um ihr Kofferschild gebeten hatte, ihrer Adresse wegen natürlich.
Hatte noch gar nichts gewusst über seine Bindungen, hatte auch nicht gefragt, aber entscheidende Tage und Nächte später, als seine Nähe bereits wichtig, lebens- und inspirationsspendend geworden war, da hatte sich herausgestellt, er war verheiratet, nicht mal unglücklich sogar, nur gelangweilt.
Sie hätte es wissen können: Natürlich hatte jemand Mitte dreißig eine Geschichte von Beziehungen, und nun gar jemand so Attraktives - und das nicht nur äußerlich - wie Thomas. Ihre Mutter hätte sicher die gepuderte Nase gerümpft, den Mundwinkel verzogen und mit dieser Stimme wie ein Spritzer Angostura gemeint: "Was kannst du schon erwarten? Ein Künstler!"
Der zweite Satz schmerzte mehr, denn während sie die Nichtachtung ihrer Weiblichkeit zumindest oberflächlich gewöhnt war, war ihre berufliche Orientierung das Minenfeld, auf dem sie nur kleinste Schritte wagte.
Hatte sie wirklich nicht mehr erwarten dürfen, sie, die naturgraue Maus, von einem, der Inspirationen sammelte, wo er ging und stand? Waren Menschen nichts als das für einen Künstler, aufblitzende Funken für das Feuer der Kreativität? Braende hieß ein Holzbündel auf Dänisch, genug für den einmaligen Verbrauch, für die Abende hatten sie immer gleich zwei oder drei gekauft.
Und was war dann sie, die nicht satt war, nicht mit einem Schulterzucken die Sehnsucht abschütteln konnte? Er oder die Gefühle, die er hervorrief, hatten sie befeuert, hatten Schwung und neuen Wagemut in ihre Kreationen getragen. Gewagt... Sie schwang auf ihrem Hocker herum und zog die Lade mit den Wollvorräten auf: Da, das dunkle Rot mit den lila Einsprengseln, dicke Schurwolle mit expressiven Knubbeln und deutlichem Geruch nach Schaf. Ab und an noch ein Hölzchen drin oder ein Dorn. Naturbelassen. Wie sie.
Lange saß sie da, das Knäuel in der Hand. Herzblut. Frauenpower. Inspiration. War er nicht allergisch gegen Nüsse? Dann lächelte sie. "Noch einen Keks, Lieber?"

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Sonstige Texte / Re: Drachen und Helden 2
« Letzter Beitrag von Ayira am 20 November 2018, 15:50:35 »
Drache 4:

Hm, ich kanns nicht sagen und vielleicht sehe ich nur ich das, aber ab Recke 2 ... klingt mir die Geschichte nicht mehr so gut gewürzt von dir, vielleicht auch ein bisschen schnell? Ich kann leider nicht den Finger drauf zeigen, außer das viel narrativ zusammengefasst ist. Aber vielleicht hilft es trotzdem.

Aber - diese Stelle fand ich absolut klasse:
Zitat
Der Recke trat auf die Lichtung, zückte sein Schwert und hielt die Lanze bereit, die Prinzessin gewahrte ihn sogleich und rief ˋOh, du mein Held´ und der Drache hob den Kopf und schnaufte.


 :cscreen: Also, das GEFÜHL vermittelst du ganz prächtig vom Drachen ("ohje, nicht schon wieder") :cheese:
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Sonstige Texte / Re: Drachen und Helden 2
« Letzter Beitrag von Uli am 20 November 2018, 12:44:08 »
 :dops:

ay FF, danke schön!

Aber: nö, die Logik bleibt gewahrt: Die Idee der Leute ist, dass der Drache eine Invasion verhindern würde, nicht den Reiseverkehr oder Warentransport.

Es gibt für die Leute da keinen Anlass, sich irgendwie mit dem Drachen zu befassen, aber ... eben.
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Sonstige Texte / Re: Drachen und Helden 2
« Letzter Beitrag von FF am 20 November 2018, 12:17:50 »
Kann es sein, dass du in der ersten Geschichte mal kurz die Logik verlässt? Zuerst heißt es ja, der Drache KÖNNTE uns daran hindern, ins Nachbarland zu gelangen, also versuchen wir es gar nicht erst. Und später werden plötzlich irgendwelche renitenten Resistenter ins Nachbarland als Sklaven verhökert und man kauft dort Bohnen ein ... oder so.

Ansonsten: beide nett zu lesen. :)
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Sonstige Texte / Re: Drachen und Helden 2
« Letzter Beitrag von Ayira am 20 November 2018, 11:43:58 »
Wie es in Deutschland ist, weiß ich als Österreicherin ned so genau, aber mir so wie vielen anderen stoßen die Ausgaben in Milliardenhörde für Abfangjäger aus, die jetzt eh nicht mehr funktionieren und wieder erneuert werden müssen.
Die Parallele hab ich halt gezogen  ::)
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Sonstige Texte / Re: Drachen und Helden 2
« Letzter Beitrag von Uli am 20 November 2018, 11:36:11 »
ay Ayira,

Danke dir!
Die mögliche Interpretation in Richtung ˋMilitärausgaben ´ ist mir klar, aber nein, ich dachte nicht an österreichische Abfangjäger. Obwohl das ein guter (wel letztlich funktionierender) Ansatz wäre.

Schön jedenfalls, dass der Text etwas anspricht!

cheers, Uli
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Sonstige Texte / Re: Drachen und Helden 2
« Letzter Beitrag von Ayira am 20 November 2018, 08:59:59 »
Zu Drache 3:

Ich mochte Interpretationen noch nie, aber wenn ich das lese, denke ich an uns Menschen und dass wir NIE mit dem zufrieden sind, was wir haben und prinzipiell an unserem eigenen Untergang arbeiten.
Denn: Der Drache tut nix, er zieht nur seine Runden, aber der Mensch denkt, ihn bekämpfen zu müssen.
Als Österreicherin habe ich den Drachen als einen unserer unnütz angeschafften Abfangjäger gesehen. Sündhaft teuer, und bringen nix.
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Sonstige Texte / Re: Drachen und Helden 2
« Letzter Beitrag von Uli am 19 November 2018, 16:03:15 »
 :dops:
Danke, Trippel!

Ich habe mittlerweile 10 Drachen ˋfertig´, und mit einem kämpfe ich grade. Und mittlerweile ein wenig mehr Ahnung davon, was das wird.

alles Liebe! Uli

btw: Grade musste ich feststellen, dass ich die Rohversion eingestellt habe, nicht die bereinigte. Gnarf.
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Sonstige Texte / Re: Drachen und Helden 2
« Letzter Beitrag von Trippelschritt am 19 November 2018, 14:24:55 »
Gar so manches Rätsel verbirgt sich in Euren Geschichten, edler Herr. Aber Ihr seid bei mir an den richtigen geraten, habe ich doch einmal sieben Rätsel auf einen Streich gelöst. In diesen Geschichten allerdings verbergen sich vor allem Hinweise auf Rätsel und Fragen, die noch gar nicht gestellt wurden. So schreibt weiter edler Herr, bis ich auf jene frage stoße, für die ich die Antwort bereits in den Händen halte.

Was soll ich zu Deinen Geschichten sagen Uli. Sie sind köstlich. In diesen beiden fällen nicht ganz so diffus wie die ersten beiden, eher bereits mit Pointe oder Moral, aber dafür nicht weniger köstlich. Beim Drakophielen würde ich allerdings ein "e" verbrennen.

Danke
Trippelschritt
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