Autor Thema: (KG) Alles, was mir blieb  (Gelesen 191 mal)

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Offline Ayeelah

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(KG) Alles, was mir blieb
« am: 20 November 2021, 14:47:58 »
Okay, dann mal ... los.
Folgender Text ist eine Fingerübung, im fiction-writing.de-Forum für Juli 2021, also tootaaaal neu ... hust ...  :devgrin:
Vorgaben waren (Zitat aus Forum):
Juli 2021 - Gestatten, mein Name ist Grzlgrypz

Der Name eures Protagonisten soll in diesem Monat im Mittelpunkt stehen.

Mit welchen Vorurteilen haben Kevin und Chantal zu kämpfen?
Stiftet Horst Horst mit Vor- und Nachnamen Verwirrung?
Wie ist Mississippi zu ihrem Namen gekommen?
Gibt es Ärger auf dem Standesamt, weil der Standesbeamte „Dollar“ nicht eintragen will, obwohl Penny geht?
Und welche Verwicklungen ergeben sich, wenn Frank Peter im selben Wohnblock wie Peter Frank wohnt?

Namen gibt’s, die gibt’s gar nicht … Wie begegnen andere einem/einer „Zowie Bowie“, „Paris-Texas“, „X AE A-12“? Leidet der Betreffende darunter? Fühlt er sich insgeheim stolz? Hat er private und berufliche Nachteile? Oder gar Vorteile? Möchte man sich mit einem solchen Namen umtaufen lassen?

Schreibt eine lustige, dramatische, spannende oder verwickelte Kurzgeschichte über Namen, wie es dazu kam oder wohin sie führen.

Die Länge eurer Geschichte sollte zwischen 5.000 und 10.000 Zeichen inklusive Leerzeichen liegen.
siehe auch https://www.fiction-writing.de/index.php/Thread/3775-Erl%C3%A4uterung-zur-Monatsaufgabe-07-2021/
(keine Ahnung, ob das öffentlich zugänglich ist ...)



Wurde im dortigen Forum bereits leicht zerrupft, von mir entsprechend noch etwas überarbeitet.
Inzwischen interessiert mich weniger, ob ich die Vorgaben erfüllt habe, sondern ob sie funktioniert.
Mein Kardinalfehler nach wie vor ist "Spannungsbogen - was das denn?"
Und überhaupt, haut rein - der Text ist zum Rösten für euch und zum Üben für mich da, also habt Spaß!

#################################################


Alles, was mir blieb

Der Gast stellte seinen Koffer vor dem Empfangstresen des billigen Motels ab. Er hielt sich gebeugt wie ein alter Mann, konnte jedoch höchstens dreißig Jahre zählen. Scharfe Furchen hatten sich in sein Gesicht gegraben, in dem tief eingesunken die Augen gegen das schummrige Licht anblinzelten, blutunterlaufen vor Übermüdung. Er unterdrückte ein Gähnen und murmelte: „Einzelzimmer bitte, eine Übernachtung, Frühstück, bitte.“ Erschöpft strich er sich eine Strähne aus der Stirn und rieb sich die Nasenwurzel. Dann schaute er sich zerstreut in der Lobby um. Ein paar verschlissene Sessel bemühten sich vergebens um Behaglichkeit und der Ursprung des Mief lag eindeutig in den nikotinvergilbten Tapeten und dem fadenscheinigen Teppichboden, dessen ursprüngliche Farbe nicht mehr zu deuten war.
„Name?“ Gelangweilt kaute der picklige Junge ein Kaugummi und griff nach einem Zimmerschlüssel.
„John Doe.“
Der Bursche hörte auf zu kauen und zog die Hand leer zurück. „Bitte?“, fragte er und betrachtete die Gestalt vor sich eingehender, mit skeptischem Blick.
Nach einem Seufzer wiederholte der Gast den Namen, lauter und betont diesmal. Seine Haltung straffte sich dabei etwas und seine Linke ballte sich unwillkürlich zu einer Faust.
Haltung und Mimik des Jungen, der laut Namensschild Dennis hieß, verrieten inzwischen äußerste Wachsamkeit. „Ausweis bitte.“ Sein Blick flackerte zwischen dem Gast, seinem unterbrochenen Kriminalroman, dem Alarmknopf unter der Theke und dem Telefon hin und her.
Mit knappen Bewegungen riss der Gast sein Portemonnaie aus der Gesäßtasche, klappte es mit energischem Handschlenker auf und riss eine Plastikkarte heraus, um sie dem erstarrten Dennis vor die Nase zu halten. Nicht eine Sekunde hatte er dabei den Burschen aus den Augen gelassen, als wollte er ihn mit seinen Blicken erdolchen. Sämtliche Müdigkeit schien von ihm abgefallen, als hätte er einen zu weiten Mantel abgestreift.
Offenbar immun gegen solcherlei Drohgebärden nahm ihm der Bursche die Karte aus der Hand und betrachtete sie ausführlich von allen Seiten. Schließlich schüttelte er den Kopf. „Nope. Ne echte, bitte.“
Gefährlich leise und mit harter Stimme fragte der Gast: „Unterstellen Sie mir etwa Dokumentenfälschung?“
Nun doch etwas verunsichert wich Dennis einen Schritt zurück. „Mann, ruhig bleiben, is nur Vorschrift. Hier dürfen keine falschen Identi-“
„Verflucht noch eins!“, brüllte der Gast los. Dennis zog den Kopf zwischen die Schultern und hob abwehrend einen Arm.
„Mein Name ist John Doe. Möchten Sie etwa noch meine Geburtsurkunde sehen?“
Bevor Dennis sein zaghaftes Nicken beenden konnte, schlug der Gast mit der Faust auf den Tresen. „Zuerst will ich aber den Manager dieser Absteige sehen, und zwar dalli! So eine Unverschämtheit lasse ich mir nicht bieten!“
Inzwischen stand Dennis mit dem Rücken zur Wand. „A-aber John D-doe heißt d-doch n-nie-.“
„Na, dann beschweren Sie sich doch bei meiner Mutter, wenn Sie sie finden! Geben Sie mir jetzt einen verdammten Schlüssel oder holen Sie den Manager!“
„Was ist hier los?“, fragte eine tiefe Stimme von der Seite her. In der Tür zu einem kleinen Büro stand ein kleiner, untersetzter Mann. Er schob seine Brille von der Nase auf die Halbglatze, die er äußerst wirkungslos mit zur Seite gekämmten Haarsträhnen zu kaschieren versucht hatte. Sein Blick ruhte auf den wütenden Gast und er lächelte einnehmend. „Kann ich Ihnen helfen?“
„Sind Sie der Manager?“, herrschte der Gast ihn an.
„Der bin ich. Deecham mein Name. Wie kann ich Ihnen helfen?“
Der Gast nahm einen tiefen Atemzug und fuhr nur leicht gedämpft fort: „Ihr – Empfangsbursche weigert sich, meinen Ausweis zu akzeptieren. Vielleicht sollte er während der Arbeitszeit weniger Krimis lesen, dann hält er sich vielleicht nicht mehr für einen Experten in Sachen gefälschte Ausweise. Mein Ausweis ist so echt, wie ich es bin und ich heiße, wie ich heiße. Ich möchte jetzt ein Zimmer, verflucht noch eins, ist das irgendwie möglich?“ Die letzten Worte schrie er wieder und schüttelte beide Fäuste.
Beschwichtigend hob der Manager seine Hände. „Ich bin sicher, es ist nur ein Missverständnis. Das haben wir gleich geklärt. Dennis, einen Zimmerschlüssel bitte und trage den werten Gast ein. Dürfte ich Ihren Namen erfahren, Mister?“
„Er heißt John Doe, Sir“, warf Dennis ein, noch ehe sich der Gast selbst vorstellen konnte. „Ehrlich, Sir, ich bitte um Entschuldigung, Sir, aber normalerweise heißt doch niemand wirklich so. Ich bitte um Entschuldigung, Mr. Doe, ich konnte ja nicht wissen -“
Als wäre plötzlich sämtliche Luft entwichen, sackte der Gast in sich zusammen. Er stand mit gebeugtem Rücken und baumelnden Armen vor ihnen und starrte zu Boden. Mit einem müden Kopfschütteln unterbrach John Doe den stammelnden Jungen. „Schon gut, ist ja schon gut. Sie sind nicht der Erste, der mir meinen Namen nicht abkauft. Normalerweise reagiere ich auch nicht so über, aber ausgerechnet heute waren Sie jetzt der dritte und ich habe eine wirklich lange Woche und einen sehr harten Tag hinter mir. Und dann auch noch die Polizeikontrolle, die auf der Polizeiwache endete …“ Und leiser, zu sich selbst: „Wüsste gerne, welche Drogen meine Mutter bei der Namenswahl eingeworfen hatte.“
„Aber Sir, Mr. - Mr. Doe, wenn ... wenn ich fragen darf - warum lassen Sie Ihren Namen denn nicht ändern?“
Unglücklich betrachtete John Doe seine Hände. „Ach, wissen Sie, es ist seltsam, wohl wahr, aber ... ich liebe meine Mutter, auch wenn sie reichlich exzentrisch war. Oder ist. Ich weiß nicht einmal, ob sie noch lebt. Und dennoch ... liebe ich sie. Mein Name ist alles, was mir von ihr geblieben ist. Ich bringe es nicht über's Herz, auch das wegzugeben, verstehen Sie?“
  • Ich schreibe gerade: Reliquien - Endspurt ... oder eher: Endschleich ...

Offline eska

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Re: (KG) Alles, was mir blieb
« Antwort #1 am: 20 November 2021, 23:41:58 »
Liebe Aye;

hier ein paar Eindrücke, nach richtig rösten ist mir grad nicht. Sorry.

Nach der Lektüre des Gesamttextes finde ich den Titel zu verräterisch, er nimmt die Pointe vorweg.

Der erste Absatz gefällt mir sehr gut, toller Stimmungsaufbau. Bei sehr schummerigem Licht könnte man ihn aber vielleicht nicht so genau sehen, wie du ihn beschreibst? A propos, ein Perspektivträger ist nicht da, muss also auktoriale Erzählhaltung sein, ja?

Zitat
dreißig Jahre zählen
wirkt altmodisch, warum nicht: alt sein?

Zitat
Seine Haltung straffte sich dabei etwas und seine Linke ballte sich unwillkürlich zu einer Faust.

Straffen finde ich gut, Faust zuviel. Das gilt auch für die nachfolgenden Reaktionen. Er ist genervt und explodiert, ist aber auch müde, macht also nicht viele Worte und gibt es schnell auf. Das Theater kennt er ja zur Genüge.

Zitat
Dann schaute er sich zerstreut in der Lobby um.
zerstreut passt nicht, ohne wirkliches Interesse vielleicht
Und eigentlich müsste er sich schon denken, was gleich kommt, weil es immer das Gleiche ist, und dem zuvorzukommen suchen, so à la: "Wundern Sie sich nicht, mein Name ist Doe. Kein Scherz." und möglichst vertrauenerweckend lächeln.

Den Streit schilderst du wunderbar. Auch dass der Junge sich dabei anständig verhält, gefällt mir. Er ist zwar der scheinbare Gegner, aber fair.

Zitat
Deecham mein Name. Wie kann ich Ihnen helfen?“
helfen wiederholt sich
Zitat
Mit einem müden Kopfschütteln unterbrach John Doe den stammelnden Jungen. „Schon gut, ist ja schon gut. Sie sind nicht der Erste, der mir meinen Namen nicht abkauft. Normalerweise reagiere ich auch nicht so über, aber ausgerechnet heute waren Sie jetzt der dritte und ich habe eine wirklich lange Woche und einen sehr harten Tag hinter mir. Und dann auch noch die Polizeikontrolle, die auf der Polizeiwache endete …“

Erstens schaltet er hier wieder direkt auf Null runter, umgekehrt zu oben von Null auf Hundert. Das kommt mir unglaubhaft vor; meistens atmet man wenigstens noch schnell oder hat noch körperliche Anzeichen der Erregung an sich.
Zweitens erzählt er zuviel und zu flüssig. Totmüde, frustriert und Ziel erreicht (Zimmerschlüssel) - alle drei Faktoren sprechen für maximal ein paar erklärende Fetzen aus Höflichkeit. Ich probier mal zu kürzen:
„Schon gut. Sie sind nicht der Erste, der mir meinen Namen nicht abkauft. Heute genau genommen der Dritte." Er sah hoch, die Ringe unter seinen Augen glänzten lila auf. "Entschuldigung. Ich habe eine harte Woche hinter mir. Und heute 'ne Polizeikontrolle, die auf der Wache endete …“

Auch das da ist mir zu ausführlich für die Situation.
Zitat
„Ach, wissen Sie, es ist seltsam, wohl wahr, aber ... ich liebe meine Mutter, auch wenn sie reichlich exzentrisch war. Oder ist. Ich weiß nicht einmal, ob sie noch lebt. Und dennoch ... liebe ich sie. Mein Name ist alles, was mir von ihr geblieben ist. Ich bringe es nicht über's Herz, auch das wegzugeben, verstehen Sie?“
Und wenn er sie so liebt, warum hat er sie dann so völlig aus den Augen verloren? Und kannst du einen Grund andeuten, warum sie ihn so genannt hat?

Was hältst du davon? "Wäre einfacher, stimmt. Aber..." Er seufzte schwer.  "Ich bringe es nicht über's Herz. Sie war schon reichlich exzentrisch, meine Mutter. Smilla. Besser du hast einen Allerweltsnamen, Schatz, hat sie immer gesagt. Wer weiß, wo sie ist. Oder ob sie noch lebt. Mein Name ist alles, was ich von ihr habe."

Jau. An sich eine sehr schöne, nachdenkliche Geschichte. und Eindrücke für alle Sinne, sehr plastisch. Zum Spannungsbogen kann ich nur sagen, wenn du den Titel änderst, stört mich nichts.
Ist nun doch ein bisschen mehr geworden. War zu verlockend.  :schreib:  ;D

Schöner Wiedereinstieg!
Gute Nacht.   :umarm:

eska
  • Ich schreibe gerade: am nächsten meiner Langzeit-Projekte (Aufreißer). Und überarbeite tiefgreifend ein zweites (AT Gifford).Lethbridge ist fertig!

Offline Ayeelah

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Re: (KG) Alles, was mir blieb
« Antwort #2 am: 21 November 2021, 12:06:16 »
Danke eska!

das war wirklich schön ausführlich. Muss ich erst mal alles so sacken lassen.
Ich finde es immer wieder faszinierend (aber offen gestanden auch etwas entmutigend), wieviele Gedanken "man" (ich) sich über jeden Satz machen kann / soll. Ich fürchte, es ist noch ein weiter Weg für mich, weg von dem oberflächlichen Schreiben ("ich schreib jetzt mal die Geschichte raus, wie ich denke, dass sie gehört") hin zu wirklich durchdachter und dadurch qualitativ hochwertiger Literatur. Aber kürzlich hatten wir ja schon hier im FF das Thema, dass "man" als Autor:in irgendwie immer Anfänger bleibt :cheese:

vieles, was du anmerkst (und gut begründet) finde ich stimmig und logisch und da ärgere mich auch über mich selbst, dass ich da blind war. Bei manchem hätte ich jetzt spontan etwas Widerspruch - aber das ist normal und letztlich liest ja jeder auch anders. Insgesamt ziehe ich - wie schon gesagt - daraus, dass ich noch viel mehr hinterfragen muss, noch mehr "hinein" muss in die Geschichte, Stimmung, Figuren, "Welt", ...
Aber ich bin zuversichtlich, dass ich das schon schaffe. Wenn nicht in diesem Leben, dann in einem der nächsten - falls es so etwas wirklich geben sollte. Falls nicht ... Naja ... Also versuche ich auf jeden Fall, es noch in diesem Leben zu kapieren :cheese:

Ich hoffe, du verzeihst mir, dass ich nicht im Detail auf deine Röstung eingehe, aber ich sehe da ein Gesamtproblem bei meiner Herangehensweise, das sich in den von dir angemerkten Details äußert.

In dem Sinne - vielen, vielen Dank für deine Anregungen :blume: und guten Morgen :kaffee2:
Pardon: Guten Tag :schnief: :kaffee2:

Aye
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Offline eska

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Re: (KG) Alles, was mir blieb
« Antwort #3 am: 21 November 2021, 14:33:59 »
Guten Morgen!  :cheese:
(Mein Sohn sagt auch um 18 Uhr noch guten Morgen, falls ich ihn da zu Gesicht kriege, wenn er in die Küche wankt...)

 :schwitz: Ich muss ja ganz schön eingerostet sein beim Rösten, wenn ich mich so schlecht verständlich machen konnte!

Also noch mal im Klartext: Ich mag deine Geschichte.  :cheerful: Mir fehlt nix am Spannungsbogen, weil du das ja direkt gefragt hattest. Ich mag deinen Stil, finde viele Passagen ganz wunderbar intensiv und nah an den Personen. Mir gefällt dein Blick auf Leute, da ist nichts Klischeehaftes, Plattes. Am Beispiel des Jungen an der Theke: Zuerst kaut er Kaugummi, ist pickelig und gelangweilt. Das könnte es bei vielen Autoren auch schon sein; die Schublade jobbender, desinteressierter Jüngling ist aufgemacht, da bleibt er jetzt auch drin. Aber nein, du zeichnest ihn weiter, gibst ihm damit Tiefe, lässt ihn aufmerksam werden, sogar wachsam (er denkt also weiter), informiert seinen Chef ordentlich und schnell, entschuldigt sich anständig bei Doe, gibt sogar schließlich noch einen Denkanstoß für eine Lösung (oder fragt das mit der Namensänderung der Manager?), nimmt also Anteil. In der Kürze eine starke und glaubhafte Figurenentwicklung. Für mich mit dem Augenzwinkern, dass der erste Eindruck oft trügt.
Dein Prota Doe ist ebenfalls besonders, ganz entgegen seinem Namen. Und ja, ich finde, du hast damit hervorragend die Bedingungen des Wettbewerbs erfüllt. :klatsch: Was ich angemerkt habe, sind doch Kleinigkeiten. Sozusagen Tipps zum Abschmecken:  Hier ein bisschen mehr, da ein bisschen weniger. Und sicherlich Geschmackssache.

Zitat
Ich finde es immer wieder faszinierend (aber offen gestanden auch etwas entmutigend), wieviele Gedanken "man" (ich) sich über jeden Satz machen kann / soll.

Ich glaube nicht, dass man das als Autorin sollte. (Erst recht nicht, wenn es einen entmutigt. :kraul:) Das wäre ja dauernd sich rausreißen, um den inneren Kritiker ranzulassen. Beim Überarbeiten sollte man dann da, wo einem etwas unrund aufstößt, rumprobieren :lichtaufgeh:. Oder Kollegen fragen (die sogenannte kollegiale Beratung in Anspruch nehmen). Genau das hast du gemacht.  :confused:

Zitat
ärgere mich auch über mich selbst, dass ich da blind war
:cscreen:
Geht uns doch allen so, jedes Mal. Weil wir lesen und mitdenken, was wir reinschreiben wollten. Dass das doch nicht so da steht oder nicht so deutlich, können nur andere rückmelden.  :g1:

Zitat
In dem Sinne - vielen, vielen Dank für deine Anregungen

In diesem Sinne: bitte, gern geschehen.  :diablo: Und Anregungen ist genau das richtige Wort!!!  :lupe:

Ganz lieben Gruß,
 :umarm:

eska



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Offline Ayeelah

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Re: (KG) Alles, was mir blieb
« Antwort #4 am: 21 November 2021, 19:26:28 »
Liebe eska,

jaaa!, bzw. keine Sorge: es schimmerte sehr stark durch, dass du meine Geschichte magst. :cheerful: Darüber habe ich mich auch seeeehr gefreut! :whee:

Und (!) deine Erklärungen und Anmerkungen waren so offensiv offensichtlich klar und einleuchtend, dass ich mich einfach gefragt hatte - warum habe ich denn den blätterraschelnden Wald um meinen Baumschößling nicht gesehen!
Uuuund das war dann eben der Punkt, wo ich anfing, meine Hörnchen hängen zu lassen. Weil ich grundsätzlich dazu tendiere, den steinigen Schotterweg vor mir zu fürchten, statt mich darüber zu freuen, nicht nur vom Sofa aufgestanden zu sein, sondern sogar schon vor der Haustür zu stehen.
Aber damit komme ich schon zurecht.
Das heißt nicht, dass du jetzt an deinen Röstfähigkeiten zweifeln sollst. :umarm:

Ich habe mich über deine ganzen Anregungen gefreut und darüber, zu erfahren, wie so ein Weitwinkelblick aussehen könnte. Ich bewundere Leute, die so etwas können und ich verstehe, dass das nicht mal eben so in den Schoß fällt. Also üben, üben, üben. Ganz klar. :comp:

Und entmutigt bin ich immer wieder mal und schau mich an: ich bin doch noch da. Trotz dem:  :comp:

Uuuuuund außerdem wäre es doch sinnlos, einen perfekten Text in den Röstkessel zu schmeißen, woran Röster:innen keine Freude haben würden :grinwech:

Ganz liebe Grüße,
Aye
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Offline Quisille

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Re: (KG) Alles, was mir blieb
« Antwort #5 am: 22 November 2021, 11:41:26 »
Guten Morgen und einen wunderschönen Montag, Aye!

Die Zinken meiner Gabel sind letzthin ganz schön stumpf geworden, und ich liebe das, denn dann tut's mehr weh. :diablo: (Hatte über den Erwerb eines Löffels nachgedacht, aber die sind soooo Neunziger.)

Eska hat schon einiges angemerkt, auch zum Leseeindruck. Ich konzentriere mich mal ausschließlich auf Struktur und Spannungsbogen, um mal wieder warmzuwerden. In meiner Werkzeugkiste ist halt nur genau dieser eine Hammer, und mit dem mache ich ALLES. Nicht nur Texte, sondern seit einer Weile schon mit überraschend präzisen Ergebnissen Projektplanung und Controlling. Also bitte keinen Schreck kriegen, wenn ich jetzt gleich mit Hauptstrukturpunkten um mich werfe, das dient in erster Linie mir zur Orientierung.

Nadenn, loslegen.

Strukturanalyse

Alles, was mir blieb //HOOK//

Der Gast stellte seinen Koffer vor dem Empfangstresen des billigen Motels ab. Er hielt sich gebeugt wie ein alter Mann, konnte jedoch höchstens dreißig Jahre zählen. Scharfe Furchen hatten sich in sein Gesicht gegraben, in dem tief eingesunken die Augen gegen das schummrige Licht anblinzelten, blutunterlaufen vor Übermüdung. Er unterdrückte ein Gähnen und murmelte: „Einzelzimmer bitte, eine Übernachtung, Frühstück, bitte.“ Erschöpft strich er sich eine Strähne aus der Stirn und rieb sich die Nasenwurzel. Dann schaute er sich zerstreut in der Lobby um. Ein paar verschlissene Sessel bemühten sich vergebens um Behaglichkeit und der Ursprung des Mief lag eindeutig in den nikotinvergilbten Tapeten und dem fadenscheinigen Teppichboden, dessen ursprüngliche Farbe nicht mehr zu deuten war.
„Name?“ Gelangweilt kaute der picklige Junge ein Kaugummi und griff nach einem Zimmerschlüssel.
„John Doe.“
Der Bursche hörte auf zu kauen und zog die Hand leer zurück. „Bitte?“, fragte er und betrachtete die Gestalt vor sich eingehender, mit skeptischem Blick. //PLOTPOINT 1//
Nach einem Seufzer wiederholte der Gast den Namen, lauter und betont diesmal. Seine Haltung straffte sich dabei etwas und seine Linke ballte sich unwillkürlich zu einer Faust.
Haltung und Mimik des Jungen, der laut Namensschild Dennis hieß, verrieten inzwischen äußerste Wachsamkeit. „Ausweis bitte.“ Sein Blick flackerte zwischen dem Gast, seinem unterbrochenen Kriminalroman, dem Alarmknopf unter der Theke und dem Telefon hin und her.
Mit knappen Bewegungen riss der Gast sein Portemonnaie aus der Gesäßtasche, klappte es mit energischem Handschlenker auf und riss eine Plastikkarte heraus, um sie dem erstarrten Dennis vor die Nase zu halten. Nicht eine Sekunde hatte er dabei den Burschen aus den Augen gelassen, als wollte er ihn mit seinen Blicken erdolchen. Sämtliche Müdigkeit schien von ihm abgefallen, als hätte er einen zu weiten Mantel abgestreift.
Offenbar immun gegen solcherlei Drohgebärden nahm ihm der Bursche die Karte aus der Hand und betrachtete sie ausführlich von allen Seiten. Schließlich schüttelte er den Kopf. „Nope. Ne echte, bitte.“
Gefährlich leise und mit harter Stimme fragte der Gast: „Unterstellen Sie mir etwa Dokumentenfälschung?“
Nun doch etwas verunsichert wich Dennis einen Schritt zurück. „Mann, ruhig bleiben, is nur Vorschrift. Hier dürfen keine falschen Identi-“
„Verflucht noch eins!“, brüllte der Gast los. Dennis zog den Kopf zwischen die Schultern und hob abwehrend einen Arm.
„Mein Name ist John Doe. Möchten Sie etwa noch meine Geburtsurkunde sehen?“
Bevor Dennis sein zaghaftes Nicken beenden konnte, schlug der Gast mit der Faust auf den Tresen. „Zuerst will ich aber den Manager dieser Absteige sehen, und zwar dalli! So eine Unverschämtheit lasse ich mir nicht bieten!“
Inzwischen stand Dennis mit dem Rücken zur Wand. „A-aber John D-doe heißt d-doch n-nie-.“ //MIDPOINT (?)//
„Na, dann beschweren Sie sich doch bei meiner Mutter, wenn Sie sie finden! Geben Sie mir jetzt einen verdammten Schlüssel oder holen Sie den Manager!“
„Was ist hier los?“, fragte eine tiefe Stimme von der Seite her. In der Tür zu einem kleinen Büro stand ein kleiner, untersetzter Mann. Er schob seine Brille von der Nase auf die Halbglatze, die er äußerst wirkungslos mit zur Seite gekämmten Haarsträhnen zu kaschieren versucht hatte. Sein Blick ruhte auf den wütenden Gast und er lächelte einnehmend. „Kann ich Ihnen helfen?“
„Sind Sie der Manager?“, herrschte der Gast ihn an.
„Der bin ich. Deecham mein Name. Wie kann ich Ihnen helfen?“
Der Gast nahm einen tiefen Atemzug und fuhr nur leicht gedämpft fort: „Ihr – Empfangsbursche weigert sich, meinen Ausweis zu akzeptieren. Vielleicht sollte er während der Arbeitszeit weniger Krimis lesen, dann hält er sich vielleicht nicht mehr für einen Experten in Sachen gefälschte Ausweise. Mein Ausweis ist so echt, wie ich es bin und ich heiße, wie ich heiße. Ich möchte jetzt ein Zimmer, verflucht noch eins, ist das irgendwie möglich?“ Die letzten Worte schrie er wieder und schüttelte beide Fäuste. //PLOTPOINT 2(?)//
Beschwichtigend hob der Manager seine Hände. „Ich bin sicher, es ist nur ein Missverständnis. Das haben wir gleich geklärt. Dennis, einen Zimmerschlüssel bitte und trage den werten Gast ein. Dürfte ich Ihren Namen erfahren, Mister?“
„Er heißt John Doe, Sir“, warf Dennis ein, noch ehe sich der Gast selbst vorstellen konnte. „Ehrlich, Sir, ich bitte um Entschuldigung, Sir, aber normalerweise heißt doch niemand wirklich so. Ich bitte um Entschuldigung, Mr. Doe, ich konnte ja nicht wissen -“
Als wäre plötzlich sämtliche Luft entwichen, sackte der Gast in sich zusammen. Er stand mit gebeugtem Rücken und baumelnden Armen vor ihnen und starrte zu Boden. Mit einem müden Kopfschütteln unterbrach John Doe den stammelnden Jungen. „Schon gut, ist ja schon gut. Sie sind nicht der Erste, der mir meinen Namen nicht abkauft. Normalerweise reagiere ich auch nicht so über, aber ausgerechnet heute waren Sie jetzt der dritte und ich habe eine wirklich lange Woche und einen sehr harten Tag hinter mir. Und dann auch noch die Polizeikontrolle, die auf der Polizeiwache endete …“ Und leiser, zu sich selbst: „Wüsste gerne, welche Drogen meine Mutter bei der Namenswahl eingeworfen hatte.“
„Aber Sir, Mr. - Mr. Doe, wenn ... wenn ich fragen darf - warum lassen Sie Ihren Namen denn nicht ändern?“
Unglücklich betrachtete John Doe seine Hände. „Ach, wissen Sie, es ist seltsam, wohl wahr, aber ... ich liebe meine Mutter, auch wenn sie reichlich exzentrisch war. Oder ist. Ich weiß nicht einmal, ob sie noch lebt. Und dennoch ... liebe ich sie. Mein Name ist alles, was mir von ihr geblieben ist. //POINTE (KLIMAX)// Ich bringe es nicht über's Herz, auch das wegzugeben, verstehen Sie?“ //ENDE//

Die Plotstruktur verwende ich hier nur als Analysemodell, bitte nicht als Plotmodell missverstehen. Ich selbst benutze es zwar auch gerne im letzteren Sinne, aber die Geschmäcker sind verschieden. R.I.P. Ich hab's mit Vorbedacht auf die Spitze getrieben, denn alle die Hauptstrukturpunkte, die ich da reinanalysiert habe, können eine wichtige Funktion im Spannungsbogen erfüllen.

Du meintest, Du habest Zweifel bezüglich des Spannungsbogens. Ich kann Dir das in Teilen nachfühlen. Ich pieks mal behutsam rein und schreibe hin, was mir auffällt.

Zunächst mal: Kurzgeschichte. Beinahe schon auf dem Weg zur Kürzestgeschichte. Eine sehr knackige Textform, die sich über, nunja, Kürze definiert (duh!) und über die Pointe. Was ist eigentlich eine Pointe? Kleinster gemeinsamer Nenner: Eine überraschende Wendung, die am Schluss kommt. Für Überraschung brauchen wir zwei Grundvoraussetzungen: (1) Erwartung schaffen, (2) Erwartung durchbrechen.

Dramaturgisch sind da zwei Strukturpunkte von großer Bedeutung: Hook und Klimax. Die Aufgabe des Hooks besteht darin, für ein erzählerisches Ungleichgewicht zu sorgen, das sich letztlich in der Pointe (Klimax) löst. Wie steht's da bei Dir im Text?

Der HOOK kommt gleich im Titel "Alles, was mir blieb". Er ist vom Typus "Leservertrag", soll heißen, bis man nicht weiß, worin "mein" Verlust bestand, und was gerettet werden konnte, kann die Story nicht vorüber sein. Da wir mit dem Verlust, den ein Mitmensch erleidet, eine gewisse festverdrahtete Grundempathie haben, ist Dein HOOK auch hinreichend dissonant. Du greifst den HOOK zwei Sätze später in der Beschreibung des Mannes wieder auf, indem Du ein Ungleichgewicht zwischen Alter und Erscheinung schaffst. Hm. Ich bin ein wenig verwirrt. Zwei Hooks? Der erste (Titel) steht im Zusammenhang mit der späteren Pointe (und damit vermutlich auch mit dem Thema der Kurzgeschichte). Aber der zweite (Erscheinung vs. Alter) erschließt sich mir nicht ganz. Dem Mann geht es offensichtlich physisch/materiell nicht sonderlich gut. Aber wieso steht das in Zusammenhang mit seinem Namen? Das wird zumindest nicht ausgelotet, also läuft dieser zweite Hook ins Leere. Ich verstehe wahrscheinlich, warum Du ihn drin hast: Der Titel-HOOK ist nicht wirklich personalisiert.

Naja. Weiter im Text. Was liefert die POINTE? Die löst die Dissonanz des HOOKs auf, indem sie den Titel erklärt. Trotzdem fällt die Story hier ein bisschen flach, finde ich, aber das hat vermutlich nichts mit dem HOOK-POINTE-Paar zu tun, das ist zumindest formal OK. Stattdessen habe ich die restlichen Strukturpunkte im Verdacht, die "Aktgrenzen" PLOTPOINT 1, MIDPOINT und PLOTPOINT 2:

Die Aufgaben von Plotpoint 1 sind leicht zusammengefasst: Ab hier muss der Konflikt hinreichend klar sein. Sobald Protagonist, Ziel und Antagonismus etabliert sind, ist Plotpoint 1 genommen. Man macht das ganz gerne mal mit Knalleffekt. Bei Deinem PLOTPOINT 1 ist das alles gegeben: Der Mann (Protagonist) will einchecken (Ziel), heißt aber John Doe, und der Rezeptionist fühlt sich verhinterteilt (Antagonismus). Da habe ich nix zu bekritteln.

Wie steht es um den Midpoint? Der Midpoint soll dem Konflikt die Geradlinigkeit nehmen, meist geschieht das dadurch, dass das innere Ziel des Protagonisten benannt wird. Es nimmt nicht wunder, dass das ziemlich exakt in der Mitte des Spannungsbogens geschieht. Wie sieht es in Deinem Text aus?

Dein MIDPOINT liefert einen Knaller (indem eine vorher eher zurückhaltende Figur ausrastet), außerdem scheint sich das Kräfteverhältnis zwischen Rezeptionist und John umzukehren. Aber es fehlt was: Der Konflikt nimmt keine neue Richtung, gewinnt keinen Aspekt hinzu. Es geht nach wie vor nur um Johns äußeres Ziel: Einchecken. Folge: Der Zug bleibt auf demselben Gleis, damit ist die "Pointe" nur ein Konfliktende, hat wenig Überraschendes. Ganz gleich, ob eine Pointe lustig oder ernst ist, folgt sie im Grunde immer einem einfachen Grundprinzip: "Bait and Switch". Köder auslegen, dann umschalten, um den Leser an der Nase herumzuführen. Bei Deinem Text fehlt der Köder. Der müsste im Midpoint die Dissonanz, die der HOOK gesetzt hat, in eine (falsche) Erwartung ummünzen. Klassisch betrachtet, wäre das Äquivalent das innere Ziel des Protagonisten, das eine Komplikation ins Spiel bringt.

Und damit wackelt der Rest der Story. Plotpoint 2 sollte eigentlich inneres Ziel und physisches Ziel in Konflikt bringen, also, im weitesten Sinne gesprochen: Hauptziel und Komplikation geraten in Konflikt. Es ist keine Komplikation da, also gerät Dein PLOTPOINT 2 als bloße Intensivierung, und da Johnny schon alles andere ausgeschöpft hat, schüttelt er hier die Fäuste. Die Story tritt dieweil auf der Stelle, denn denselben Typ Eskalation hatte John bereits einmal angewendet, als er ausgerastet ist.

Nach dem Plotpoint 2 sollte eigentlich der Konflikt zwischen physischem Ziel und innerem Ziel (bzw. Komplikation) verhandelt werden. Auch das kann jetzt mangels Midpoint nicht mehr erfolgen. Und so schleppt sich der Rest der Story etwas kraftlos bis zur Pointe hin.

Zur Illustration

Als kleines Analysebeispiel, wie die Pointe sich in der Struktur abbildet, das Rätsel aus Michael Endes "Momo":

Drei Brüder wohnen in einem Haus,
die sehen wahrhaftig verschieden aus, //HOOK: Gegenstand des Rätsels etabliert, "Brüder" sollten eigentlich ähnlich sein, sind sie aber nicht: Dissonanz.
doch willst du sie unterscheiden,
gleicht jeder den anderen beiden. //PLOTPOINT 1: Die Protagonistin des Rätsels ist das "Du" des Rätsels. Ihr Ziel: Enträtseln (codiert als "unterscheiden") der Brüder, die daraufhin wieder gleich aussehen (Antagonismus)
Der erste ist nicht da, er kommt erst nach Haus.
Der zweite ist nicht da, er ging schon hinaus.
Nur der dritte ist da, der Kleinste der drei,
denn ohne ihn gäb´s nicht die anderen zwei.
Und doch gibt´s den dritten, um den es sich handelt,
nur weil der erst´ in den zweiten verwandelt. //MIDPOINT 1: Hier wird das Spiel mit den Symbolen als eigentliches Hauptthema des Rätsels ins Spiel gebracht und wird wichtiger als das äußere Ziel des Enträtselns.
Denn willst du ihn anschaun, so siehst du nur wieder
Immer einen der anderen Brüder!
Nun sage mir: Sind die drei vielleicht einer?
Ober sind es nur zwei? Oder ist es gar - keiner? //PLOTPOINT 2: Das äußere Ziel, die "Unterscheidung" von PLOTPOINT 1 wird im Kontext der Symbolsprache ad absurdum geführt: Konflikt äußeres Ziel/Komplikation.
Und kannst du, mein Kind, ihre Namen mir nennen,
so wirst du drei mächtige Herrscher erkennen.
Sie regieren gemeinsam ein großes Reich -
Und sind es auch selbst! Darin sind sie gleich. //POINTE(KLIMAX) und ENDE: Die Auflösung der HOOK-Dissonanz wird in Aussicht gestellt: Wenn "Du" das Rätsel löst, ist klar, wer die Drei Brüder sind, und was ihre Familienähnlichkeit ist.

Von Michael Ende ist zumindest aus seiner Unendlichen Geschichte bekannt, dass er wohl kein Plotter gewesen sein dürfte. Trotzdem hat er (nicht nur hier!) ein extrem sauberes Stückchen Text abgeliefert, strukturell wie thematisch eine regelrechte Perle. Auch das protagonistische "Du" (Momo, wenn ich mich recht erinnere) macht in den drei "Akten" des Rätsels eine Entwicklung durch, z.B. stellt der zweite Teil von Akt 2 (nach dem MIDPOINT) sogar eine Art emotionale Verbindung mit dem kleinsten Bruder her, der hiermit wie eine klassische Stakes-Figur behandelt wird. Der Midpoint knüpft zudem thematisch an den Roman an, somit ist seine Aufgabe, auf den tieferen Sinn des Texts anzuspielen, auf das "was wichtiger ist" als der äußere Konflikt, gleich in mehr als einem Aspekt erfüllt. Wenn man darauf besteht, kann man sogar die "kleineren" Hauptstrukturpunkte Inciting Incident, Obligatory Scene und die Pinchpoints analysieren, aber das führt zu weit, am Ende sehen wir den Sinn vor lauter Struktur nicht mehr.

Fazit

"Sinn" ist ein gutes Stichwort. Ich habe an Deiner Story ja nur Strukturelles auseinandergenommen, aber das ist natürlich reine Symptomatik. Die Ursachen liegen wahrscheinlich an anderer Stelle. Wenn ich von den Symptomen ausgehe (nichtpersonalisierter Hook, keine Komplikation im Midpoint, flacher Affekt gegen Ende, Schwierigkeiten mit der Steigerung des Konflikts) und eine Diagnose stellen sollte, würde ich mutmaßen, dass die Story im Bereich des Themas schwächelt.

=> Nur aus akedemischem Interesse: Hat Deine Story ein Thema, das hinausgeht über den Anlass, dem sie ihre Entstehung verdankt? Gerade Writing-Prompts wie dieser hier aus dem fiction-writing.de-Forum bringen oft Texte hervor, die (bewusst) nur einen Teilaspekt des Schreibens beleuchten.

Liebe Grüße
Q.
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Offline eska

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Re: (KG) Alles, was mir blieb
« Antwort #6 am: 22 November 2021, 13:42:56 »
Also, da muss ich doch schon wieder die Ärmel hochkrempeln (muss? will? want oder need?).

Lieber Quisille!

Dein Lieblingswerkzeug hat eine ziemlich durchschlagende Wirkung.  ;) Wenn ich das Ding schwinge, haben wir hinterher nur verstreute Einzelteile, auf die wir verwirrt gucken. Wenn man dir zuguckt, befürchtet man dasselbe Ergebnis (klonk, klirr, schepper, ping), ist aber hinterher erstaunt, ein kohärentes funktionierendes Ganzes, verziert mit Bosseln, Ziselierungen und Mattierungen, wiederzufinden. Im Kontext der Fantasy: zwergische Schmiedekunst. *Hut ab!*

Trotzdem überfordert mich dein Arbeitsprozess mal wieder. Ich versuch's mal nachzuvollziehen, mit kleinen Verschiebungen.

Gesetzt den Fall, Aye ändert den Titel, hätten wir den ersten Eindruck eines Mannes, der über die Maßen erschöpft ist: Hook. Als mögliche Erklärung erkennen wir Stück für Stück sein Namensproblem, das für ständigen Ärger sorgt (äußerer Konflikt). Dahinter aber steckt sein Verlust, auf den er jedesmal gestoßen wird. Wo ist seine Mutter hin? Lebt sie noch? Warum hat sie ihn mit diesem selbst geschaffenen Problem allein gelassen, vielleicht sogar ohne Erklärung? Liebt(e) sie ihn womöglich gar nicht? (innerer Konflikt) Und der taucht meines Erachtens genau an der von dir aufgezeigten Stelle in einem Nebensatz auf:

Zitat
„Na, dann beschweren Sie sich doch bei meiner Mutter, wenn Sie sie finden!

Heißt doch: Ich würde es zu gerne mit ihr klären, sie verstehen, aber habe sie verloren.

Das wäre die neue Information, die laut Larry Brooks den Midpoint ausmacht:
Zitat
Here’s the Mid-Point defined: new information that enters the story squarely in the middle of it, that changes the contextual experience and understanding of either the reader, the hero, or both.
Zitat
Mein Ausweis ist so echt, wie ich es bin und ich heiße, wie ich heiße.
= all is lost-lull?: Das wird sich alles nie mehr ändern und mich mein ganzes besch... Leben begleiten.
(Ich würde ihn dabei eher resignativ darstellen als wütend).

PP2 kann ich nicht einordnen. Müsste vielleicht thematisch angepasst werden. Immerhin ändert sich sein Verhalten wieder: Er reißt sich zusammen, entschuldigt sich, nimmt also ein Leben außerhalb des inneren Konflikt wieder auf und verfolgt das ursprüngliche Ziel (Zimmer zur Erholung). Heißt das, er hat sich - wahrscheinlich wieder mal - mit dem Verlust und der Unsicherheit arrangiert und sich erinnert, dass seine Sohnesliebe wichtiger ist?
Probe aufs Exempel wäre dann die Frage des Jungen, warum er den Namen nicht ändert. (Quasi: Bist du dir sicher?)
Und dann ist er sich sicher. Insofern sollte er vielleicht nicht unglücklich gucken? Sondern ein bisschen verlegen stolz sein?

Liebe Aye!

Kommt das in etwa hin? Oder lese ich dich falsch?

Uff, ist dieser Struktur-Hammer schwer!!
Danke für die Übungsanleitung, Quisille.

Grüße euch,

eska
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Offline Quisille

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Re: (KG) Alles, was mir blieb
« Antwort #7 am: 22 November 2021, 16:30:08 »
Psst. Hallo Eska, nur nebenbei, will ja nicht den Röstthread mit Diskussionen vollspammen ...

Zitat
„Na, dann beschweren Sie sich doch bei meiner Mutter, wenn Sie sie finden!

Heißt doch: Ich würde es zu gerne mit ihr klären, sie verstehen, aber habe sie verloren.

Hübsche Idee, das als Midpoint aufzufassen, ich aber habe den Satz völlig anders gelesen. Seine Mutter dürfte mit Vornamen "Jane" heißen, und ich mutmaße, sie ist vermisst. Und dann find mal eine Vermisste in den Krankenhäusern oder Kühlhallen wieder, wenn die "Jane Doe" heißt... Für mich war das ein humoristischer Einwurf. Hätte in einem heiteren Text sogar als Pointe getaugt. Die Mutter wird auch bis Plotpoint 2 nicht mehr erwähnt, und bis dahin bleibt auch der äußere Konflikt alleiniger Träger der Handlung, der Konflikt bekommt in meinen Augen keine neue Wendung. Es gelingt mir einfach nicht, den Satz mit der Mutter als Midpoint zu sehen. Und er legt auch keinen Köder aus, der in der Pointe einen Payoff hätte. Der Köder muss vielleicht nicht unbedingt im Midpoint kommen, keine Ahnung, aber später habe ich auch keinen mehr gefunden.

Kurzzeitig dachte ich noch an den hier als Köder:

Zitat
„Wüsste gerne, welche Drogen meine Mutter bei der Namenswahl eingeworfen hatte.“

Dann würde aber das Timing nicht ganz stimmen, denn die Pointe kommt ja wenige Sätze später. Außerdem stellt der eben zitierte Satz eine Frage, die in der Pointe gar nicht aufgegriffen wird, nämlich: "Was hat sie sich nur dabei gedacht?" Die Pointe hingegen beschäftigt sich nicht mit Mamas Motivation, sondern den Auswirkungen ihrer Grille auf ihren John. Und Johns Mutterliebe wird im gesamten "Akt II" nicht thematisiert, auch nicht in Frage gestellt.

Meistens analysiere ich erst dann, wenn was nicht funktioniert. Für mich funktioniert das Ende nicht so recht, daher die Suche im Spannungsbogen nach Ursachen, wo stimmt es nicht mit der Struktur oder dem Timing. Gewissermaßen "À la recherche du Timing perdu". :cheese:

:bluemelein: Q.
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Offline Ayeelah

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Re: (KG) Alles, was mir blieb
« Antwort #8 am: 22 November 2021, 16:47:40 »
Uffff!!
Jawoll, der Struktur-Hammer ist schwer!
ich muss erst mal die vielen Knoten aus meinem Hirn hämmern, dann kann ich euch bestimmt antworten, wie ich antworten will.
Derweil - tut euch keinen Zwang an und diskutiert munter weiter, ich bin grad noch unfähig, was konstruktives beizutragen ... und hoffe auf weitere Erleuchtungen durch euch.

Auf jeden Fall - sehr interessant, so hatte ich das noch nie betrachtet. Shame on me. Die Geschichte ist rein aus dem Bauch entstanden - mit Theorie, Aufbau etc. hadere ich gewaltig ... nach wie vor. Bisher hat mir das auch noch kein "Schreibbuch" erhellen können :schnief:

Daher kann ich dazu auch keine qualifizierte Auskunft treffen, weil ich darin schlicht keine Qualifikationen habe :flenn:

Zitat
=> Nur aus akedemischem Interesse: Hat Deine Story ein Thema, das hinausgeht über den Anlass, dem sie ihre Entstehung verdankt? Gerade Writing-Prompts wie dieser hier aus dem fiction-writing.de-Forum bringen oft Texte hervor, die (bewusst) nur einen Teilaspekt des Schreibens beleuchten.
Tatsächlich gibt es kein weiteres Thema, ich fand die Themenvorgabe an sich (eigentlich) interessant genug, hatte es als Sprungbrett zum Schreib-Wiedereinstieg genutzt und dann über das Forum hinaus versucht, aus der Fingerübung eine funktionierende Geschichte zu machen - bin aber beim Ursprungs-Thema geblieben.


Erst mal ganz lieben Dank - mehr kommt später. Ich klöppel erst mal meine Gehirnwindungen wieder gerade :grinwech:
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Offline Quisille

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Re: (KG) Alles, was mir blieb
« Antwort #9 am: 22 November 2021, 17:36:03 »
Tatsächlich gibt es kein weiteres Thema, ich fand die Themenvorgabe an sich (eigentlich) interessant genug, hatte es als Sprungbrett zum Schreib-Wiedereinstieg genutzt und dann über das Forum hinaus versucht, aus der Fingerübung eine funktionierende Geschichte zu machen - bin aber beim Ursprungs-Thema geblieben.

Ah, verstehe. :lichtaufgeh: Dann suche ich nicht weiter danach, vielleicht bin ich hier auf Abwegen. Ich lass das mal sacken, dann kann ich mein Bauchgefühl zum Ende noch etwas gründlicher durchdenken.

Grüße
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Offline Ayeelah

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Re: (KG) Alles, was mir blieb
« Antwort #10 am: 22 November 2021, 17:53:28 »
Aber im Ernst:
bei euch beiden hab ich grad das Gefühl, ich bin wieder ein kleines Kind, das den Teddybären fest an sich drückt und mit großen Augen einem Gespräch der Erwachsenen lauscht, dass es so richtig echte Bären dort draußen in der großen weiten Welt gibt.
:heiliger:

Ich lass das mal sacken, dann kann ich mein Bauchgefühl zum Ende noch etwas gründlicher durchdenken.
ich bin grad sehr erleichtert, dass neben Struktur und Theorie auch das Bauchgefühl noch einen Platz hat (Bauch tätschelt)
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Offline Uli

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Re: (KG) Alles, was mir blieb
« Antwort #11 am: 22 November 2021, 18:30:58 »
aye Aye!

nachdem ich die Diskussion hier verfolgt habe und dabei feststellen musste, dass mir das zu komplex ist … reines Bauchgefühlgrillen von mir (und ein Tee dazu  :kaffee2:)

Letztlich beschränkt sich meine Kritik auf einen einzigen Punkt:
Ich erwarte aufgrund des Umfangs und der Aufgabenstellung eine Kurzgeschichte - und finde eher einen Roman-Auszug (oder sowas).
Jedenfalls etwas, was ich nicht für eine KG halte - und ich denke, dass ist etwas grundlegendes, was mit Feinröstung nicht zu bearbeiten ist.
(Analyse hattest du auch schon genug, und das meiste davon könnte ich wiederholen. Oder halt nicht)

vielleicht hilft es dir, wenn ich eine Idee zur Umsetzung als KG liefere?
(wenn nicht, ignoriere den Restpost …)

Wie wäre es, wenn der Prota mehrmals hintereinander in Situationen kommt, in denen sein Name angezweifelt wird - und a) ihm jedesmal zur Änderung desselben geraten wird, worauf er b) jedesmal heftiger reagiert, von genervt bos aggressiv - und bei der letzten Gelegenheit in Tränen ausbricht, wg ˋdas ist doch alles, was ich noch von ihr habe ´.
Wobei diese letzte Gelegenheit vielleicht die vom vorletzten Gegenüber wg Agression herbeigerufene Security / Polizei sein könnte.
Ein wenig verfeinert noch: Erste Situation eher belanglos, das Gegenüber ist beinahe gleichgültig ob des Namens, erwähnt aber beiläufig ˋalso, ich würde den ändern lassen ´ - vielleicht ein Fahrscheinkontrolleur, dem die Identität egal ist, solange das Ticket echt ist oder sowas. Jedenfalls auch eine Steigerung der Intensität von Seiten des Gegenübers.
Mit zunehmend heftiger Teaktion des Protas könnte er zunehmend seiner Mutter fluchen ob dieser Namensgebung (und anderer Dinge, vielleicht: Worunter Kinder halt so leiden können.)

Dann hättest du eine Eskalationsspirale, in der die Frage nach der Namensänderung (bzw deren Verweigerung] langsam aufgebaut würde - und damit ein ˋAuflösung ´ in der Pointe.
Da würde dann die Agression nach außen ebenso zusammenbrechen wie die Wut auf die Mutter - und das wiederum wäre eine KG.

Noch ein Tee?
(Grüner Assam tgfop, nix besonderes …)

Offline Ayeelah

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Re: (KG) Alles, was mir blieb
« Antwort #12 am: 22 November 2021, 19:35:34 »
Tee geht immer - und grün wie die Hoffnung sowieso :lava:

so wie ich mich kenne, würde ich aus deiner Idee einen 300seitigen Roman machen :devhmm:
aber hej - nehme ich als Herausforderung an und probiere ich mal aus. Danke dir :blume:

Das muss ich dann ja noch theoretisch (und praktisch) mit der Theorie des Struktur-Hammers verbinden, weil Struktur in einer KG ja zwingend ebenfalls erforderlich ist und ISSO. Äh.
Öhm.
Ich hirne noch weiter herum ...
 :lesles:
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Offline Uli

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Re: (KG) Alles, was mir blieb
« Antwort #13 am: 23 November 2021, 01:13:02 »
 :cheese:

ay Aye

Frag mal eine uns bekannte CheFFin nach der ersten Version eines bekannten, umfangreichen Werkes namens (irgendwas mit Vögeln ... die Kg hatte den Titel ´die Looser ´) - oder Ril nach der ersten Version von Duell.
Der Witz bei Kurzgeschichten ist genau der: Man kann das in ein paarhundert Zeilen abhandeln. Oder in ein paartausend Seiten.
(Frederick Pool hat aus einer KG eine Trilogie machen müssen, und Goethe schrieb mal ˋentschuldigen Sie die Länge dieses Briefes, ich hatte keine Zeit, mich kurz zu fassen ´

Und da ist der Punkt: Nur, wenn man den Roman ˋhat´, kann man eine KG schreiben - sonst ist sie unvollständig. Und danach … sollte man leiden, weil so vieles unerzählt bleibt.
Denke den Roman, und schreibe die KG. Das geht, und du kannst das.

Ich denke, deine Romane werden besser, wenn du mit der reduzierten Form anfängst (so wie Rabenzeit, beispielsweise) und dann ˋauserzählst ´. Struktur kannst du da reinbringen, wenn die Story das hergibt. Irgendwann, wenn es nötig wird.
du bist ja noch jung …

(oh, Mann! so viele provokante Äußerungen in so wenigen Zeilen - das ist ja die Hölle!)


Offline Ayeelah

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Re: (KG) Alles, was mir blieb
« Antwort #14 am: 28 November 2021, 19:43:32 »
Dein Vertrauen in Ehren, Uli.
Ohje, ohje  :traurig:

das mit dem Aufbauschen kenne ich ja schon von meiner "Feengeschichte" - die war ursprünglich auch nur eine Schreibübung und drei Seiten lang und ist dann immerhin "nur" etwa 150 Seiten lang geworden.
Natürlich kein Vergleich mit Duellen und lieben schwarzen Vöglein ... :wichtel:

Im Moment versuche ich erst mal ein wenig Theorie zu pauken, damit ich Quisilles Röstung besser verstehe  :lesles:

:lava:
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Offline Quisille

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Re: (KG) Alles, was mir blieb
« Antwort #15 am: 29 November 2021, 13:38:52 »
Im Moment versuche ich erst mal ein wenig Theorie zu pauken, damit ich Quisilles Röstung besser verstehe

Da ich den Quatsch mit der Dramaturgie immer wieder erzähle, aber immer unvollständig, niemals systematisch, oder auch nur in einem verständlichen Gesamtkontext, hab ich das hier mal zusammengefasst. Als Rechercherstarter. ;)
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Offline Ayeelah

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Re: (KG) Alles, was mir blieb
« Antwort #16 am: 30 November 2021, 14:11:51 »
Du bist sooooo gut!!
Äh, ich meinte: perfekt höllisch böse :umarm:
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