Autor Thema: "How to write a damn good thriller" - James N. Frey  (Gelesen 3903 mal)

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Offline Rüdiger

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"How to write a damn good thriller" - James N. Frey
« am: 25 Oktober 2010, 19:13:35 »

Hallo Teufels,

Vor einigen Tagen habe ich den Schreibratgeber "How to write an damn good thriller" von Frey gesehen, in dem es u.a. um folgende Themen geht:

Zitat
*Germinal ideas
*Breathing life into great thriller characters
*Crafting a gripping opening
*Maintaining tension
*Creating obstacles and conflicts
*Writing a mean, lean thriller scene
*Adding surprise twists
*Building a smashing climax
and many more.
(Aus der Amazon-Beschreibung)

Da ich derzeit weder Zeit noch Nerven habe, den Schreibratgeber zu lesen, er aber imho ganz interessant klingt, wollte ich fragen, ob jemand ihn gelesen hat und wenn ja, was der-/diejenige davon hält.

LG, Ruediger

Aryana

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Re:"How to write a damn good thriller" - James N. Frey
« Antwort #1 am: 25 Oktober 2010, 19:23:49 »
Ich habe zwei Bücher von Frey gelesen, allerdings auf Deutsch: "Wie man einen verdammt guten Roman schreibt" udn "Wie man einen verdammt guten Kriminalroman schreibt". Beide Bücher haben mir Spaß gemacht und ich habe einiges mitgebnommen, auch wenn ich nicht hundertprozent alles umsetzen werde, was er so schreibt udn auch nicht alles für sinnvoll erachte. Viele finden Freys Schreibratgeber oberflächlich - ich finde sie gerade für Leute, die noch nie einen Schreibratgeber gelesen haben, sehr gut, weil eben alls nur angerissen wird. Fürs Vertiefen nimmt man dann eben das, was einen bei Frey besonders interessiert, und liest in anderen Büchern weiter - ich würde jedenfalls nicht davon abraten, mal einen Frey zu lesen.

Rilyn

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Re:"How to write a damn good thriller" - James N. Frey
« Antwort #2 am: 25 Oktober 2010, 19:47:36 »
Falls du den "verdammt guten Roman" noch nicht kennst, nimm lieber den. Je allgemeiner, desto besser ... denn wieviele Möglichkeiten, speziell einen Thriller zu schreiben, gibt es? :the_brow:
Der "verdammt gute Roman" (1 und 2) ist ganz gut. Als Beispiel halten auch meist Krimi-Szenen hin. Hab die Bücher lange nicht angerührt, aber meine Erinnerung sagt, dass sie gerade drum ein bisschen eingeschränkt in ihren Möglichkeiten waren, Schwerpunkt Hardboiled-Detektiv, eine Hauptfigur, ein Antagonist, auf amerikanisches Publikum zugeschnitten. Wenn du über solche Grundlagen raus bist, schau lieber erstmal in der Bücherei. :)

schroeder

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Re:"How to write a damn good thriller" - James N. Frey
« Antwort #3 am: 25 Oktober 2010, 20:24:47 »
Hallo Teufels und Teufelinen!

Im Heft 134 (1998) der inzwischen eingestellten Zeitschrift "Science Fiction Media" schreibt Jörg Kastner in seinem nicht ganz ernst gemeinten Artikel "Wie man einen Bestseller schreibt - kein Leitfaden":

Zitat
(...) Von Science Fiction Media gebeten, in wenigen Zeilen darzulegen, wie man einen guten Roman schreibt, zucke ich mit Ehrfurcht zurück. In wenigen Zeilen? Andere haben dem Thema mehrhundertseitige Bücher gewidmet. Zum Beispiel der Amerikaner James N. Frey, der nicht nur Romane schreibt, sondern dies auch noch an der Universität of California vermittelt, vermutlich weil man in den USA - im Gegensatz zum Land der Dichter und Denker - noch nichts davon gehört hat, dass literarische Genies geboren, nicht gekoren werden. Frey nennt sein Werk in aller Bescheidenheit "Wie man einen verdammt guten Roman schreibt" und unterweist den Leser in allen Entwicklungsstufen dieser Tätigkeit, angefangen bei der Konstruktion des Protagonisten, der laut Frey außergewöhnlich zu sein hat um den Leser zu interessieren: "Seine Wut ist kälter, er reist mehr, kämpft mehr, liebt mehr, zieht sich häufiger um, hat mehr Sex. Viel mehr Sex." Aber nicht nur deshalb nennt Frey ihn Homo fictus. (...)

Dieser "Homo fictus" entwickelt sich im Rest des Artikels zu einem Running Gag, was sehr lesenswert ist. (Also die alten Ausgaben der SF-Media auspacken  ;D )

C-ya
« Letzte Änderung: 25 Oktober 2010, 20:37:46 von schroeder »

Rilyn

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Re:"How to write a damn good thriller" - James N. Frey
« Antwort #4 am: 25 Oktober 2010, 20:27:43 »
Mweee, bring das mal zu einem Treffen mit. :devgrin:

schroeder

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Re:"How to write a damn good thriller" - James N. Frey
« Antwort #5 am: 25 Oktober 2010, 20:41:30 »
Ok!  8)

Aruna

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Re:"How to write a damn good thriller" - James N. Frey
« Antwort #6 am: 26 Oktober 2010, 13:02:50 »
Ich habe auf Deutsch von Frey "Wie man einen verdammt guten Roman schreibt" gelesen. Allerdings ist das schon eine Weile her. Ich fand das Buch amüsant geschrieben. Frey zeigt darin, wie man seinen Helden erschafft, den Plot aufbaut usw. Allerdings geht er nicht sonderlich in die Tiefe. Für meinen Geschmack war der Held zu klischeehaft, zu überzogen, aber gut, die Message kam bei mir an.

Fürs Vertiefen nimmt man dann eben das, was einen bei Frey besonders interessiert, und liest in anderen Büchern weiter - ich würde jedenfalls nicht davon abraten, mal einen Frey zu lesen.
Genauso sehe ich es auch.

Vor kurzem habe ich den Ratgeber von Hans Peter Roentgen "Vier Seiten für ein Halleluja" gelesen. Darin nimmt Roentgen die ersten vier Seiten von Geschichten und analysiert sie auf Fehler und Schwächen. Mir hat es viel gebracht, die Texte selbst zu "rösten", bevor ich weitergelesen habe. Um sein Können zu testen, kann ich es nur empfehlen, allerdings ist es nichts für Anfänger.
(Durch dieses Buch bin ich übrigens auf das Federfeuer-Forum aufmerksam geworden  :)

Offline Rüdiger

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Re:"How to write a damn good thriller" - James N. Frey
« Antwort #7 am: 27 Oktober 2010, 22:25:38 »

Danke für die Antworten!  :cheerful: Von "Wie man einen verdammt guten Roman schreibt" hab ich schon gehört, den Ratgeber aber noch nicht gelesen (dafür hab ich zwei Stein-Bücher, von denen ich aber nur eines ganz gelesen habe  ::))
Ich setz die Frey-Bücher mal auf meine to-read-Liste.

Falls du den "verdammt guten Roman" noch nicht kennst, nimm lieber den. Je allgemeiner, desto besser ... denn wieviele Möglichkeiten, speziell einen Thriller zu schreiben, gibt es?
Naja  :blush: Ich wollte mich mal an einem versuchen, deswegen ist mir o.g. Schreibratgeber aufgefallen.  :ups:

@ Schroeder:  :cheese:

Offline Trippelschritt

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Re:"How to write a damn good thriller" - James N. Frey
« Antwort #8 am: 28 Oktober 2010, 08:02:07 »
Mach das, mich haben sie nicht umgehauen, aber das mag daran gelegen haben, dass es der erste Schreibratgeber war, der mir in die Finger fiel. Um so etwas zu schätzen, braucht man ja auch etwas Erfahrung oder Vorwissen. Ich muss sie wohl noch einmal lesen.
Der Seifensieder ging mir erst bei stein auf. Aber das muss nichts heißen.

Liebe Grüße
Trippelschritt
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Telorion

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Re:"How to write a damn good thriller" - James N. Frey
« Antwort #9 am: 31 Oktober 2010, 08:50:31 »
Die beiden Verdammt-guten-Roman-schreib-Bücher stehen bei mir auch im Regal und ich habe sie ebenfalls mit Interesse gelesen. Ich fand sie nicht nur amüsant und locker geschrieben, sondern auch auf den Punkt gebracht und nicht zu umfangreich. Ich konnte auch so manches aus dem Inhalt für mich verwenden.

Offline FF

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Re:"How to write a damn good thriller" - James N. Frey
« Antwort #10 am: 31 Oktober 2010, 09:49:34 »
Zitat
"Seine Wut ist kälter, er reist mehr, kämpft mehr, liebt mehr, zieht sich häufiger um, hat mehr Sex. Viel mehr Sex."

Das ist genau das, was mich vor amerikanischen Ratgebern mittlerweile zurückschrecken lässt. Diese Art von Protagonist gefällt mir nicht, ich finde sie öde, langweilig, klischeehaft, unrealistisch und abstoßend. Mag sein, dass sie in den USA großartig ankommen, immer auch im Hinblick auf Massenpublikum und Verfilmung, aber beides ist nicht mein Ziel. Ich bin an Menschen interessiert, nicht an Karikaturen.
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Rilyn

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Re:"How to write a damn good thriller" - James N. Frey
« Antwort #11 am: 31 Oktober 2010, 13:57:38 »
Für allgemeines gutes Schreiben ist es schlicht die falsche Auffassung. Eine Handlung wird nicht interessant, wenn ein Protagonist alles besser kann; sie wird interessant, wenn die Kluft zwischen dem, was er kann, und dem, was die Story von ihm fordert, so groß wie nur möglich ist, ohne es lächerlich gewollt wirken zu lassen, wenn er die Herausforderung dann doch meistert. Und das natürlich in Relation je nach Stelle in der Geschichte.
Ich kann mich nicht daran erinnern, ob sowas in Freys Büchern stand - aber wenn, dann dermaßen untergeordnet, dass ich vergessen habe, wo. :weissnicht:

Offline Rüdiger

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Re:"How to write a damn good thriller" - James N. Frey
« Antwort #12 am: 31 Oktober 2010, 19:21:21 »
Zitat
"Seine Wut ist kälter, er reist mehr, kämpft mehr, liebt mehr, zieht sich häufiger um, hat mehr Sex. Viel mehr Sex."

Das ist genau das, was mich vor amerikanischen Ratgebern mittlerweile zurückschrecken lässt. Diese Art von Protagonist gefällt mir nicht, ich finde sie öde, langweilig, klischeehaft, unrealistisch und abstoßend. Mag sein, dass sie in den USA großartig ankommen, immer auch im Hinblick auf Massenpublikum und Verfilmung, aber beides ist nicht mein Ziel. Ich bin an Menschen interessiert, nicht an Karikaturen.

*nick*
Mich schreckt so was aus genau den Gründen auch ab und ich denke nicht, dass obige Beschreibung auf meine Protas zutrifft (ehm, zumindest hoffe ich das). Ich habe nicht vor, mich sklavisch an einen Schreibratgeber zu klammern, sondern bin eher auf der Suche nach Impulsen und Ratschlägen. Bei Stein bin ich ähnlich vorgegangen: Da hab ich einige gute Hinweise erhalten, die mir geholfen haben, während ich einige andere Aspekte schließlich ignoriert habe.

Tuerkis

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Re:"How to write a damn good thriller" - James N. Frey
« Antwort #13 am: 31 Oktober 2010, 19:31:52 »
Auf die Gefahr hin, hier ein wenig OT zu werden:
Gerade für den Anfang ist ein Ratgeber von Frey aber hilfreich. Mein erster war "Wie man einen verdammt guten Roman schreibt" und hat mir wirklich geholfen, erst einmal zu sehen, was man als Autor alles machen muss / kann, wie z.B. Charakterentwicklung und Prämisse; von beidem hatte ich vorher keine Ahnung.

Man muss ja nicht die inhaltlichen Dinge übernehmen, kann sich aber die Methoden anschauen (ich habe eine Weile mit seiner Art der Charakterentwicklung gearbeitet, bis ich auf eine umfangreiche Methode umgestiegen bin), was nicht heißt, dass ich solche Protagonisten hatte wie oben zitiert, sondern nur, dass ich mit der Idee der Drei Dimensionen (ja, ich weiß, die war nicht neu und kam auch nicht von ihm, ich fand sie aber gut aufbereitet) überlegt habe.

Liebe Grüße, Türkis