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Grill / Re: mit deinen Augen (schluss)
« Letzter Beitrag von Uli am 19 Juni 2020, 15:06:51 »
ay Eska,

gut erkannt: Die Begebenheiten während der ˋHeldenreise ´ sind durchaus wichtig - nicht nur für Kai. Aber nicht wichtig ist, diese Teile auf den Grill zu legen. Im Gegensatz zu dieser Schlusssequenz.

Die ˋTechnik´ der Türen ist ein bisschen komplex, und ein Teil davon ist, dass sie keine Materie transportieren, nicht einmal ˋLeben ´ sondern nur ˋSein ´. El! hat also bei der Anreise bereits ihren vorherigen Körper zurückgelassen.

Und nein, eine Allegorie auf Tod/Nachleben soll das auch gar nicht sein - also ist es gut, dass du so etwas nicht erkennst (obwohl du offenbar diesen Gedanken hattest, was wiederum sehr gut ist).

Ein wichtiger Punkt dabei ist, dass nach Kais Erleben El! beerdigt wurde, aber das mit unserer Wissenschaft nicht nachweisbar ist - so, wie ihre ganze Existenz in dieser Welt keine Spuren hinterlassen hat.
Es ist also möglich (und bleibt offen), dass die ganze Sache ausschließlich in Kais Erleben stattfindet, und im ersten Teil biete ich den LeserInnen sogar Kais  möglichen Drogenmissbrauch als Erklärung an. Zusätzlich zu seiner Persönlichkeit, die als ˋgenialer Irrer´ bezeichnet wird.

Ebenso ist nicht nachweisbar, ob Kai (sein ˋSein ´) irgendwo hingelangt ist und dort vielleicht gar glücklich ist. Oder ob er in einer Ausnahmesituation war, durchgedrehte und während eines Suizidversuchs einem Hirninfarkt oder plötzlichem Herzversagen erlegen ist (oder so).
Jay H., der Agenturverantwortliche, setzt ziemlich alles daran, darüber Gewissheit zu erlangen, und scheitert - und kann am Schluss doch nicht sagen ˋdies ist die Wahrheit ´.




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Grill / Re: mit deinen Augen (schluss)
« Letzter Beitrag von eska am 19 Juni 2020, 00:00:26 »
Lieber Uli;

vor der Lektüre hat mich dieser Satz ziemlich irritiert:
Zitat
es gibt haufenweise Zeug, das Kai über diese seine Welt lernt, und all sowas, und ... das ist alles bestimmt ganz lustig, aber erst dieser Schluss ist wichtig.

Alles, was den beiden geschieht, ist nur Geplänkel zum Zeitfüllen und verändert nichts? Was, wenn nicht El's Vorbild oder ihre so viel bessere als die menschliche Art, nach dre er sich als Lebensform sehnt, bringt denn Kai am Ende dazu, sein irdisches Leben aufzugeben?
Und wenn das alles wirklich keine Rolle spielt, dann kannst du es auch nur knapp zusammenfassen wie oben.



Ein paar Anmerkungen: Wieso bleibt ihr Körper zurück? Bei ihrer Ankunft kam auch ihr Körper neu in unsere Welt, nicht als werdendes Leben, sondern fix und fertig erwachsen. Was geschieht dort, wo sie hinspringt, mit ihr ohne Körper?
Es ist mir zu ähnlich dem normalen Sterben: erst geht es ihr nicht gut, dann ist ihre 'Seele' fort, der Körper tot und übrig. Begraben wird sie auch noch.
Als Allegorie auf den Tod und einen Übergang in eine Art Jenseits lese ich den Text aber auch nicht. Eben weil der Anfang anders ist.

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Heute komme ich nicht weiter, sorry. Mehr demnächst.

Ciao,

eska
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Grill / Re: mit deinen Augen (schluss)
« Letzter Beitrag von FF am 17 Juni 2020, 22:56:06 »
:lava:
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Grill / Re: mit deinen Augen (schluss)
« Letzter Beitrag von Uli am 17 Juni 2020, 22:51:04 »
(schäm wg Typpfählern ...)

Danke, CheFFin - offenbar ist das also gelungen:
Es ist traurig, wenn man nicht an solche Türen glaubt.
So war das gedacht.

dops!

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Grill / Re: mit deinen Augen (schluss)
« Letzter Beitrag von FF am 17 Juni 2020, 22:36:21 »
Huh. Sehr melancholisch. Und traurig. Aber wenn's Fantasy ist, glaube ich an diese Art Tür. :)

Ein paar Tippfehler:

arhornförmiges Blatt

Heute ich dies Auswertung eingetroffen.


Das das Leben in vorher verlassen hat.
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Grill / mit deinen Augen (schluss)
« Letzter Beitrag von Uli am 12 Juni 2020, 22:08:04 »
hallo, Hölle!

Es ist zwar recht still, in letzter Zeit, aber gutes Grillwetter ...
Passend dazu die Schlusssequenz von ˋmit deinen Augen ´.

Zwischen den Anfang und ˋjetzt ´ erkunden Kai und El! die Welt, und es gibt haufenweise Zeug, das Kai über diese seine Welt lernt, und all sowas, und ... das ist alles bestimmt ganz lustig, aber erst dieser Schluss ist wichtig.

Also:

Schluss

Zuletzt ist sie gegangen.
Die Agentur hat Millionen verdient mit dem, was El! und ich an Content geliefert haben, viele Millionen, und unser Anteil war ... sehr anständig. Klar, weil die Agentur natürlich auf noch viel mehr Millionen hoffte und ich nie einen Exklusivvertrag unterschrieben hatte. Mal abgesehen davon, dass es gute Leute dort gibt, beinahe ... Freunde.

Jedenfalls war das Konto prall gefüllt, bereit, alles zu finanzieren, was das Leben angenehm machen konnte. Eigentlich.
Nur ... das was El! brauchte, war nicht zu kaufen.
Sie wurde trauriger mit jedem Tag, schweigsamer, einsamer ...
Traurig, so sagte sie, weil sie Liebe gefunden habe, bei mir - aber Liebe allein ihr nicht genug Kraft gäbe, diese - meine - Welt auszuhalten.

Und deshalb ging sie fort.
Sie bat nicht um meine Zustimmung. Sie wusste, dass ich sie nicht zurückhalten würde.
Sie hatte im Wald ein Blatt gefunden, ein Ahornblatt glaube ich, und das heftete sie mit drei Stecknadeln an die Wand - die gleiche Wand, an der damals das Auenland-Bild hing. Und dann umarmte sie mich, weinend, sagte noch etwas - du kannst eine Tür finden, vielleicht - und ... sprang.

Sie sprang in das Blatt hinein, das habe ich gesehen. Und das Ahornblatt wurde welk, in einem Sekundenbruchteil, und verdorrte und verging schließlich in einer weiß-blauen Flamme, und sie war fort.
Nur ihr Körper, der lag auf dem Boden vor dieser Wand, beinahe in der gleichen Haltung wie damals, aber unverletzt.

Ich habe sie gewaschen und in ein Leinentuch gehüllt um im Garten begraben. Und ...

Seitdem suche ich die Tür, von der sie sprach, seitdem laufen alle Nachrichtenkanäle, und ich habe drei Bots, die das Netz absuchen, und einen Privatdetektiv und ... nichts.
Bis heute.

Ich habe heute, nach Wochen, gebadet, mich rasiert und bin dann in den Garten gegangen. Einfach so. ˋMüsste mal wieder ...´ dachte ich, und dann sah ich es: Auf ihrem Grab, das kaum mehr erkennbar unter Gras und Kräutern lag, wuchs eine Pflanze. Eine, die ein einziges, silberweißes arhornförmiges Blatt trug, und in der Mitte des Blattes erkannte ich ein sehr kleines, hellrotes stilisiertes Herz ...

Ich weiß nicht, wie lange ich es angestarrt habe, jedenfalls war es finster, als ich mit dem Blatt zurück in die Wohnung ging.
Die drei Stecknadeln waren noch in der Wand, und wie El! befestigte ich das Blatt mit ihnen, ohne es zu durchstechen.

Wie funktioniert das? Was hat sie darüber erzählt?
Der erste Versuch - ganz fest an sie denken und springen - endete mit einer veritablen Beule an der Stirn. Denke nach! Denke nach!
Sie sagte einmal sowas wie ˋTüren sind nicht für Leben, nur für Sein ´, erinnerte ich, und ... ich habe noch das kleine Sichelmesser, dass sie damals geschmiedet hat und ...

Das Blatt an der Wand scheint zu welken, ich habe keine Zeit mehr - macht´s gut und die Welt zu einer besseren.
Alles Liebe, Chai

Nachwort des Herausgebers
Kai Dirk Mauser hat dieses Manuskript elektronisch zur Agentur übermittelt, und weil wir alle darauf gewartet hatten, wurde ich trotz der späten Stunde sofort informiert.
Mitten in der Nacht habe ich es gelesen, und im Morgengrauen gelangte ich zu den letzten Absätzen, die mich natürlich sofort in Alarmstimmung versetzten. Unverzüglich informierte ich den Sicherheitsdienst der Agentur und orderte ein Taxi, aber ...
Wir kamen zu spät.

Kai lag mit einer Schnittwunde am Hals an der Nordwand seines Apartments, tot.
Ich habe nach dem ersten Schock und nachdem der Notarzt diese traurige Wahrheit bestätigt hatte, das Apartment versiegeln lassen und ein privates Forensik-Institut beauftragt, alle - ausdrücklich alle Spuren zu sichern und eine detaillierte Auswertung - auch unter Berücksichtigung der letzten Absätze des Manuskripts - vorzulegen.

Heute ich dies Auswertung eingetroffen.

Die Ermittler haben den Garten komplett ausgegraben, das Erdreich analysiert , und tatsächlich eine Stelle gefunden, an der vor einiger Zeit ein Leinentuch vergraben worden ist. Nur ein Leinentuch. Sonst nichts.

In der Wand, vor der Kai lag als ich ihn fand steckten drei Nadeln in einer Formation, die ein normals Ahornblatt dort hätte festhalten können, es gab aber keinerlei Spuren eines solchen Blattes.

Kai wies an der Stirn eine Beule auf, und die Spurenleute stellten mit, wie sie sagten, an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit fest, dass es mit Schwung und ebenso wahrscheinlich mit Absicht gegen eben diese Wand geprallt ist, und zwar etwa eine halbe Stunde vor seinem Tod.

Die Schnittverletzung an seinem Hals hätte mit Sicherheit zum Tod geführt - allerdings ergab die Obduktion, dass Kai nicht daran verstorben ist. Das das Leben in vorher verlassen hat.
Diesen Verdacht äußerten die Fachleute bereits angesichts der zu geringen Blutmenge auf dem Boden.

Das Fazit?
Ich weiß es nicht.
Ich weiß es wirklich nicht. Deshalb füge ich diese Tatsachen (und, im Anhang, die Quellen dem Manuskript bei und gebe dieses zur Veröffentlichung frei, ohne eine weitere Überarbeitung durch unser Lektorat.

Kais letztem Willen, der uns vorliegt, entsprechend werden alle Einnahmen aus diesem Werk sowie alle ihm zustehenden Tantiemen aus seinen vorherigen Veröffentlichungen einer von ihm benannten gemeinnützigen Organisation zugeführt.
In Trauer um einen Freund,
Jay H. und die Agentur Traumbilder
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Bücher / Re: Was lest ihr gerade? (2020)
« Letzter Beitrag von Trippelschritt am 05 Juni 2020, 21:18:23 »
Ich verbeiße mich erneut in die Wächterserie, komme aber kaum zujm Lesen, weil ich immer müde bin.

Trippe l  sch sch ssss ...
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Bücher / Re: Was lest ihr gerade? (2020)
« Letzter Beitrag von Lilith am 22 Mai 2020, 17:47:40 »
Aktuell lese ich Scherbenpark von Alina Bronsky. Damit war sie ja 2008 beim Ingeborg-Bachmann-Preis. Zurecht, finde ich. Bisher gefällt mir der Roman herausragend gut. :cheerful: Besonders interessant finde ich, wie die Ich-Erzählerin langsam mehr und mehr Details darüber enthüllt, warum sie "Vadim töten und ein Buch über ihre Mutter schreiben" will. Und welche emotionalen Akzente die Autorin dabei setzt.

Ansonsten habe ich in den letzten Monaten u.a. gelesen:

Die Falle von Melanie Raabe
Ich habe eine wunderbar badewannentaugliche Miniaturausgabe von btb ergattert. Der Thriller bietet einen tollen Einstieg ("Ich bin nicht von dieser Welt.") und eine spannende, für das Genre eher außergewöhnlich inszenierte Protagonistin. Was mir gefallen hat: dass die Auflösung sich traut, eher unspektakulär daherzukommen, ohne langweilig zu sein, und wie die Autorin mit Metaphern für emotionale Eindrücke spielt.

Individuation von Christine Berndt
Das habe ich ja im Eingangsposting schon erwähnt. Hat mir weniger gut gefallen als "Resilienz", war aber gut wegzulesen. Nett, um ein bisschen Wissen aufzufrischen, zumindest in meinem Fall.

Tschick von Wolfgang Herrndorf
Witzig und unterhaltsam. So empfehlenswert wie es beworben wird.

2k to 10k: Writing Faster, Writing Better, and Writing More of What You Love von Rachel Aaron
Ein eher ungewöhnlicher Schreibratgeber, der sich im ersten Teil vor allem mit der Frage beschäftigt, wie man mehr in kürzerer Zeit schreiben kann. Im zweiten Teil geht's um Techniken zum Plotten, die vor allem für Schreibanfänger interessant sein dürften. Teil 1 finde ich u.a. deshalb sehr lesenswert, weil ich vieles von dem, was die Autorin empfiehlt, für mich selbst vor der Lektüre ebenfalls als förderlich kennengelernt hatte. Es funktioniert in jedem Fall: Man kann seinen Schreib-Output tatsächlich mindestens verdoppeln bis verdreifachen, ohne an Qualität einzubüßen.

Der Rest war hauptsächlich Recherchekram. Und natürlich Glitzi 9. :)
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Grill / Re: Mit deinen Augen (vormals Elfenland) (S) Kapitel 1 Ankunft
« Letzter Beitrag von Uli am 08 Mai 2020, 11:53:11 »
  :dops:

Ay Eska,  :hach:

Zuerst: Ja, die Balance von Szene und Bericht ist so ein Thema, mit dem ich immer wieder zu tun habe - wegen meiner Neigung zum Bericht. Da werde ich aufpassen müssen ...

An den Schneekönigin-Kai habe ich sowas von garnicht gedacht - wahrscheinlich, weil ich den überhaupt nicht kenne ... ich hoffe mal, dass wirkt nicht zu stark.
Der Name war auch zufällig, nur die Falschaussprache (Klicklaut) war entscheidend.
Deine Einschätzung der Person ist ziemlich treffend, das freut mich.

wg ˋfirst things first ´ ...
schwierig. Da fehlt mir eine Szene aus Casablanca: Wir hatten doch ausgemacht, keine Fragen.
Ich weiß zwar recht viel über die Elfen und ihre Welt, über El! und was da passiert ist, aber Kai muss das alles erst rausfinden.
Ein Bisschen hilft sein Charakter, er fragt nie drängend, bohrt nicht nach - jedenfalls nicht im Privaten. Beruflich ist er da anders (wird im nächsten Kapitel erwähnt).
Meine Vorstellung ist, dass er merkt, wenn ein Thema zu sensibel ist und dann eben nicht nachfragt - aber du hast Recht, das muss noch in einer Szene sichtbar werden.

Nach dem Intro (also, dem Rest desselben) ist ja offenkundig, dass die Beziehung nicht ˋdas Glück für immer´ sein wird, aber er dem sehr nachhängt. Also tatsächlich, ob sie sich kriegen ist ungewiss.
(aber versprochen, er wird nicht sowas sagen wie ˋbeeilen sie sich, sonst verpassen sie die UBahn ´)

Nochmal Danke!
 :lover:
100
Grill / Re: Mit deinen Augen (vormals Elfenland) (S) Kapitel 1 Ankunft
« Letzter Beitrag von eska am 07 Mai 2020, 23:53:42 »
Weiter im Text also. *Ärmel aufkrempel*

Zunächst: Die Umbenennung finde ich gut. 1. enttäuscht die Story dann niemanden, der/die gern in ein elfisches Wunderland entführt worden wäre. 2. legt der neue Name den Fokus auf den fremden Blick auf das uns Vertraute, ein sehr fesselndes Thema.

Die Fragen:
Dass die Story in unserer Welt spielt, die wir neu sehen, hat also durchaus einen Reiz. Die Frage ist, wie lange der trägt. Und das hängt davon ab, was nach und nach noch so passiert. Und dafür bietet ja eine fremde Lebensform mit anderen Eigenschaften sowohl Material für Staunen als auch für Eklats und Verwicklungen. Die will ich dann aber auch bald sehen.

Dass der Sex gleich zu Anfang kommt, heißt ja nicht unbedingt, dass sie sich kriegen, oder? Immerhin wissen beide nicht das Geringste voneinander, nicht mal, welche Nahrung die andere Spezies verträgt. Es gibt a) eine hohe Attraktivität der Elfe - umgekehrt wissen wir das noch nicht - b) möglicherweise Dankbarkeit ihrerseits für die Lebenskraft, die sie gerettet hat - falls Elfen auf ähnliche Weise dankbar sind wie Menschen. Aber ob dem Geschehen irgendwelche Emotionen ihrerseits zugrundeliegen, und wenn, ob man die vergleichen kann, ist noch offen. Kai ist da sehr zutraulich, möglicherweise gelenkt; mir erschien der Erstkontakt nicht ungefährlich.
Außerdem: Wie sieht eine Liebe oder Beziehung zwischen zwei Spezies aus?

Kai: Erst einmal muss ich gestehen, dass mich der Name ablenkt: Ich sehe den kleinen Jungen aus der Schneekönigin, der durch den Splitter im Auge verzaubert ist, seine Menschlichkeit verliert und erstarrt. Das beeinflusst meine Lesart hier, wahrscheinlich ungewollt, oder?
Dass er naiv wirkt, weil er sich der Elfin, der Liebe und dem damit verbundenen Abenteuer so einfach in die Arme wirft, das ist ja durchaus kind-ähnlich und so auch belächelbar sympathisch. Und trifft wohl auf Sehnsüchte, die Welt möge im entscheidenden Moment so einfach und so gut zu einem sein. Ist sie nur unserer Erfahrung nach selten, deshalb lauern die Fragen und Befürchtungen um die nächste Gehirnwindung (s.u.).
Ansonsten wirkt Kai so, dass mir das Wörtchen 'ehrpusselig' vorschwebt. Meint sowas wie ein bisschen umständlich, genau, unsicher, desto bemühter... Die Introspektion generell mag ich. Manchmal wird's zuviel und lenkt womöglich vom Wesentlichen ab. Bsp.:

Zitat
Die tausend kleinen Dinge, mit denen wir in den folgenden zweieinhalb Wochen beschäftigt waren, erzähle ich nicht im Detail. Also, nicht alle.

Ich brauche den Nachsatz nicht.

oder hier:
Zitat
Und der Instinkt wechselte von Purzelbäumen zu multiplen Salti (und ja, korrekte Pluralbildung von Fremdwörtern kann ich), während sich die Biologie mit allen möglichen Effekten in den Vordergrund spielte.

Überhaupt musst du, glaube ich, aufpassen, dass die Balance zwischen Szene und Bericht nicht zu erzählerlastig wird.

Inhaltlich hab ich auch was, das mich stört und das Ganze unglaubhaft macht:

Also ok, first things first, aber spätestens nach dem Frühstück müsste für mich logischerweise die Fragerunde kommen: Woher? Wie hierher? Warum? Wie verletzt? Von wem? Warum? Besteht Gefahr? geplante Aufenthaltsdauer (ok, evtl. bewusst ausgelassen, keine Hoffnung im Keim zerstören)? Und dann die 'Erzähl was über dich-Runde': von was bist du? über wie ging das mit der Heilung? Was hast du da mit mir gemacht? zu Was hast du vor? oder ähnlich. Außer der Typ war völlig neben sich, durch Magie oder Biss oder Sexappeal oder Rausch durch Sex oder... Das sollte man dann allerdings auch an seiner Denke merken.

Trotzdem hat das Ganze Charme  :applaus: und macht Spaß zu lesen. Wenigstens für eine Weile, aber Achtung!

So, das muss reichen, schon wieder fast morgen...
Gute Nacht!

eska
   
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