Das Purgatorium - die Hölle der Textkritik > Aschegrube

(KG) Der beste Freund des Menschen

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Lilith:
Hallo Nightingale!

Schön, mal was von dir zu lesen. :cheerful:
Ich weiß allerdings nicht, ob du dir damit einen so großen Gefallen tust, wirklich ins ernsthafte Schreiben zu kommen. Kritik ist selten motivierend, schlägt eher erst mal nieder, als dass sie einen beflügelt.

Leider habe ich beim Verfolgen dieses Threads, den Fehler gemacht, die anderen Röstungen und deine Antworten zu lesen. Nun fühle ich mich vor den Kopf gestoßen. Was genau erwartest du von mir als Rösterin? Welches Feedback erhoffst du dir? Was soll, was kann, was will dieser Text? :weissnicht:


--- Zitat ---Dass die Geschichte nicht berührt, war zu erwarten, daher bin ich an dieser Stelle nicht enttäuscht. Meine Frage, ob der Text als Kurzgeschichte funktioniert, beruht auf dieser Annahme.
Als ich die Geschichte begann, war ich zum Ende des ersten Absatzes näher an der Protagonistin, ihrem Erleben und Befinden. Dann löschte ich die Zeilen und schmiss derartiges (sobald es sich beim Schreiben einschlich) auch gleich wieder raus und beschloss, den Text bei meinen Scherbenweltgeschichten anzusiedeln. Die sind in der Regel eher Betrachtungen, bei denen ich mich an einem Thema abarbeite, das mich irgendwie beschäftigt. Langweilen möchte ich trotzdem nicht.

Meine Ansprüche an den Text sind dementsprechend nicht allzu hoch ...
--- Ende Zitat ---

Aber wo sind sie dann angesiedelt, deine Ansprüche?
Wenn du den Text schon nicht ernst nimmst, nicht ernst nehmen willst, warum sollte ich das tun? Ich tue es natürlich, weil mich Textarbeit interessiert, aber, tja, ich verstehe nicht so recht, was die Autorin von mir will.
"Dafür, dass du es nicht allzu ernst gemeint hast, ist es noch ganz gut geworden"? :schwitz:
Dich beschäftigen die Themen doch, also warum sollten sie den Leser nicht beschäftigen?

Nichtsdestotrotz hier meine Meinung zum Text. Auch wenn sie dich dem Ziel, deinen Text in Scherben zu lassen, nicht wirklich näher bringen wird, hoffe ich, dass sie dich dennoch im Schreiben weiterbringt.
Jeder Text ist eine Erfahrung und es gibt was zu lernen - und sei es nur, es beim nächsten Mal nicht wieder so zu machen.

Also, auf geht's! Ein paar Baileysbällchen, um nicht an den Fingernägeln zu knabbern: :b5:

Meine Meinung kurz und knapp: Mir gefällt der Text nicht.
In seiner jetzigen Form wirkt er auf mich wie ein langgezogener Witz: "Frau kauft sich einen virtuellen Hund, hat Spaß mit ihm. Frau wird langweilig. Also kauft sie sich einen virtuellen Freund."
Haha?

Um deine Fragen zu beantworten (die sind nicht blöd, solange du dich für ehrliche Meinungen interessierst! :nudelholz: ):

--- Zitat ---Da diese Geschichten nicht den üblichen Konventionen einer guten Kurzgeschichte folgen, gleich die Frage aller Fragen: Funktioniert der Text für euch, kann er für sich alleinstehen?
--- Ende Zitat ---
Ja, kann er. Wie er funktioniert, ist allerdings eine ganz andere Frage.
In dem Sinne, dass er irgendetwas in mir auslöst, das kein Urteil über (!) den Text darstellt, funktioniert er bei mir nicht.


--- Zitat ---Ansonsten interessiert mich:
Funktioniert das Ende oder fühlt ihr euch überrumpelt?
--- Ende Zitat ---
Es "funktioniert" insofern, als dass ich mich nicht überrumpelt fühle, weil es zu erwarten ist. Keine Überraschung auf dieser Seite.


--- Zitat ---Noch ´ne blöde Frage: Der Text umfasst in etwa vier Normseiten, hat er Längen? Wirkt die Erwähnung der beruflichen Tätigkeit der Ich-Erzählerin auf euch überflüssig? Ich hatte die rausgenommen und fand, das etwas fehlte.
--- Ende Zitat ---
Nein, die Erwähnung des Berufs ermöglicht überhaupt erst einmal eine Einordnung in einen Kontext, die dem Text etwas geben kann, das über den erwähnten langgezogenen Witz hinausgeht.


--- Zitat ---Blödere Frage: Stört die Perspektive? Normalerweise ziehe ich intelligentere und wortgewandtere Ich-Erzähler vor, aber hier schien mir das kontraproduktiv.
--- Ende Zitat ---
Deine Figur ist deine Figur. An der zerre ich nicht herum, solange sie in sich stimmig wirkt.
Ich frage mich allerdings, ob der Ich-Erzähler dich deinem Ziel näherbringt. Du schreibst selbst, dass du gar nicht zu sehr mit der Protagonistin mitfühlen wolltest ... Für einen Ich-Erzähler ist das allerdings durchaus vonnöten. Ich frage mich, ob ein auktorialer, klar wertender Erzähler, der sein Urteil harsch, vielleicht auch ironisch, über Figur und Welt fällt, wie du es im Text unterschwellig tust, indem du über deine Protagonistin erzählst, aber sie nicht von sich und ihrer Lebenswelt erzählen lässt.
Das erspart ihr zumindest den Maulkorb.


--- Zitat ---Die allerblödeste Frage: Ich gebe es zu, ich nutze kein Smartphone. Gut, das ist keine Frage, sondern ein soziales Verbrechen - trotzdem interessiert mich, ob die Erwähnung des Smartphones hier irgendwie irgendwo (irgendwann *sing*) blöd rüberkommt.
--- Ende Zitat ---
Das Smartphone an sich hat mich nicht gestört - abgesehen davon, dass ich mit Uli konform gehe und es lieber "Handy" nennen würde. Mein Problem war ein anderes.
Während des Lesens ging es mir ähnlich wie Xaranis. Ich ging zuerst von einem echten Hund aus. Das ist insofern okay, als dass deine Protagonistin ihn so wahrnehmen dürfte. Sobald aber klar war, dass dieser Hund eine virtuelle Projektion ist, war ich mir nicht sicher, worauf du hinauswillst: Virtual oder Augmented Reality?
Die Erwähnung des Smartphones ließ mich tatsächlich an "Pokémon Go" (Augmented Reality) denken, die Beschreibungen wirkten jedoch eher wie aus einer virtuellen Realität geschöpft, dadurch dass die Protagonistin Lucy als sehr lebensecht wahrnimmt und, so wie ich es gelesen hatte, nicht ständig durch ihr Smartphone betrachtet. Ich persönlich fände eine elegantere Variante einer Oculus Rift oder ähnlichem passender, weil die eine bessere Verschmelzung mit der gelebten Wirklichkeit erlaubt. Also kein monströser Kasten, wie man sich ihn heute aufsetzt, sondern eine schlanke, bequeme VR-Brille, die sich deine Protagonistin einfach aufsetzen kann, um ihre Lucy immer um sich zu haben und in der erweiterten Virtualität mit ihrer Lucy zu leben.
Ich habe sowohl mit VR als auch AR Devices gearbeitet und die Gefühle, die dabei entstehen, sind sehr unterschiedlich. VR erlaubt ein direkteres Eintauchen in die alternative Welt, AR ist eine nette, aber deutlich von der Welt der Tatsachen abgegrenzte Erweiterung, die einem stärker bewusst macht, wie aufgesetzt sie ist. In VR kann man nach Überwindung anfänglicher Schwierigkeiten wie Übelkeit und Schwindel regelrecht versinken ... die direkte Immersion ist viel tiefer.
Eine komplette virtuelle Realität wäre wohl nicht in deinem Sinne, immerhin soll Lucy noch mit durch die Wohnung laufen, aber ich würde die Stoßrichtung vertiefen.

Konkret am Text:

--- Zitat ---Ich kann mich nicht entscheiden, ob ich jetzt einen Schäferhund, Dackel oder Dalmatiner will, schaue mich ratlos im Wohnzimmer um und frage mich, welcher Hund wohl am besten zu meinen Möbeln passt. Wahrscheinlich der Dalmatiner. Schlicht, weiß, ein paar Flecken. Fast wie der Wohnzimmerteppich: schlicht, weiß, ein paar Flecken. Eigentlich egal. Hund ist Hund, wollte ich immer schon haben, nur nicht so richtig. Also so richtig richtig.
--- Ende Zitat ---
Du steigst ein mit der Sehnsucht, dem Wunsch nach einem Hund, da assoziiere ich noch nichts virtuelles.
Der erste Hinweis sind "nur nicht so richtig" und "so richtig richtig", aber die beziehe ich (!) hier noch auf den Wunsch, nicht auf den Hund selbst. Ich lese das so, dass sie sich bisher nie richtig dazu entscheiden konnte, sich einen Hund anzuschaffen, nicht, als ob sie keinen "echten Hund" haben wollte. Dazu fehlt auch die Begründung und sei sie nur angedeutet, stattdessen folgt nur eine Emphase ihrer vorigen Aussage.


--- Zitat ---Ich lade die App runter, starre durchs Display und mein neuer bester Freund sieht mich mit treuen Augen an. Toll, wie schön man die einzelnen Härchen erkennt. Auch die Feuchtigkeit der Nase, wie sie im Licht glänzt, beeindruckend.
--- Ende Zitat ---
Die App verwirrt mich nur kurz und ehrlich gesagt dachte ich hier erst mal an eine Tiervermittlungs-App. :blush:
Ich dachte also, sie sucht sich den Hund nur aus, schaut auf ein Foto von ihm, nicht auf eine Simulation.
Der Verständnisfehler wird m. E. auch durch einen Formulierungsfehler begünstigt. Sie lädt die App herunter, das bedeutet, sie lädt sich das Programm herunter - das Programm, dass letztlich ihren Hund simuliert. Tatsächlich müsste sie aber wohl eher die App schon heruntergeladen haben und innerhalb der App dann entsprechenden Content.
So würde ich es erwarten, da ich sie, beeinflusst durch den ersten Absatz, durch ein virtuelles Schaufenster scrollen sehe, nicht den Google Play Store oder was auch immer sie in ihrer Welt nutzt.


--- Zitat ---Das Geschlecht des Hundes kontrolliere ich, indem ich seine Daten checke. Ist ein Weibchen.
Außerdem steht da, dass sie einen gehorsamen und freundlichen Charakter hat. Bei der Auswahl hatte ich gar nicht drauf geachtet, Glück gehabt.
Eine sie also. Gut, wie soll sie heißen?
--- Ende Zitat ---
Da denke ich immer noch an einen seltsamen Onlineshop.


--- Zitat ---„Lucy“, raune ich schließlich ins Display und weil mein Hund nicht reagiert, rufe ich noch einmal: „Lucy!“
Lucy beguckt mein Sofa, dreht sich dann aber um. Sie kommt näher, schwanzwedelnd. Ich streichel sie, also das Display. Lucy hechelt, schließt die Augen. Sie genießt die Berührung und ich die Gesellschaft. Eine ganze Weile bin ich damit beschäftigt, sie zu liebkosen, die Ohren zu kraulen und Vertrauen aufzubauen. Wir lernen uns kennen, so geht das eben. Später spielen wir noch Ball, üben das Apportieren.
--- Ende Zitat ---
Das hat mich entsprechend verwirrt.
"Warum ist der Hund auf einmal da, was hab ich verpasst?" :watchout: ;D


--- Zitat ---Die Illusion ist perfekt. Da flitzt ein virtueller Hund einem virtuellen Ball in meinem Wohnzimmer hinterher und macht einen Bogen um den Wäscheberg, der da tatsächlich liegt.
--- Ende Zitat ---
Und hier wird es dann erstmals konkret. Ah, okay, der Hund ist nicht echt. Alles klar. Allerdings: Du beschreibst das plastisch. Sie nutzt ihr Smartphone nicht als Gerät, das die Erweiterung erst möglich macht. Der Hund ist "da", das ließ mich an die VR-Brille denken.


--- Zitat ---Stets läuft ihr Schatten mit. Lucy ist so gut in ihre Umgebung integriert, dass ich mich immer mal wieder bei dem Bedürfnis ertappe, das Smartphone beiseitezulegen, damit ich beide Hände frei habe.
--- Ende Zitat ---
Hier dann der "Pokémon Go"-Hinweis, ich bastel meine Vorstellung also wieder etwas um.


--- Zitat ---Es wird spät, viel später als beabsichtigt. Um 2:00 Uhr lege ich mich ins Bett, das Smartphone in der Hand. Lucy folgt mir, springt aufs Bett, rollt sich am Fußende zusammen. Ich lächel und betrachte sie durchs Display, sehe sie an und kann sie fühlen.
--- Ende Zitat ---
Hier wird es wieder wirr. "Das Smartphone in der Hand" sagt erst mal nichts darüber aus, wie sie es in der Hand hält. Die bildliche Beschreibung von Lucy, die sich am Fußende zusammenrollt, um friedlich zu schlafen, ruft wieder das VR-Bild wach. Das Display stört diesen Eindruck, holt mich zurück, nur um wieder gebrochen zu werden, denn: Die Protagonistin sieht Lucy an (betrachtet sie nicht nur durch's Display, so lese ich diese Steigerung) und fühlt sie sogar. Hm. Also kein Smartphone mehr dazwischen? Hm, hm, hmmm.


--- Zitat ---Sie ist so wirklich wie meine Zuneigung.
--- Ende Zitat ---
Dieser Satz lässt mich übrigens stolpern und ich frage mich ernsthaft, ob du ihn so meinst wie er da steht. So wie er da steht, sagt er nämlich aus, dass ihre Zuneigung nichts weiter als eine Illusion ist. Das heißt, sie nimmt in diesem Augenblick ihr eigenes Gefühl entweder nicht ernst oder es ist tatsächlich nicht vorhanden und das heißt: Deine Protagonistin empfindet nichts für Lucy. Da stellt sich dann aber die Frage, warum sie Lucy bei sich behält. Die Frage lassen Text (und Protagonistin) offen, sodass ich wiederum unsicher werde, ob ich das richtig gelesen habe.

Und das bringt mich auch auf den nächsten Kritikpunkt, der viel elementarer ist.

Was ist das Thema? Was möchtest du aussagen (grob)? Dass Technik unsere Vereinsamung vorantreibt? Dazu ist mir der Text auch noch nicht böse genug in der Darstellung der Auswirkungen. Gerade auf deine Protagonistin. Dadurch, dass du so fern von ihr bleibst, sie in ihren Problemen kaum wahrnimmst (sich nicht wahrnehmen lässt), prallt das ab. Du verschärfst ihren Leidensdruck zwar, so sehr, dass sie zuletzt in die nächste Falle flüchtet, die diese neue moderne Gesellschaft ihr stellt (indem sie sich einen Partner herunterlädt), weil ihr keine andere Wahl bleibt, aber tänzelst dabei auf der Oberfläche herum.
Dein Text könnte eine Zuspitzung aktuell längst vorhandener Auswüchse sein (VR-Pornospiele gibt's schon), indem er die ganze Schmerzlichkeit und Falschheit dessen aufzeigt, aber das tut er nicht.
Wir Menschen sind nun mal soziale Wesen. Wir brauchen einander. Als Säugetiere sind wir auf Fürsorge und Nähe angewiesen, anders können wir nicht überleben! Soziale Kälte macht Menschen krank - und wie bitter ist es bitteschön, wenn dann dem gemobbten Teenager, der sich in sein Onlinespiel rettet, um wenigstens virtuell Freunde zu finden, am Ende nichts bleibt als ein Bot, mit dem er versuchen kann, seine natürlichen Bedürfnisse zu stillen?
Das spart dieser Text aus, indem er sich um das eigentliche Problem herumschleicht.
Schade.

Für deine Protagonistin bedeutet das, dass sie sich aus ihrer anfänglichen Einsamkeit mit Hilfe von Lucy herauszukämpfen versucht. Den Schmerz dahinter mag sie nicht wahrnehmen, das vergrößert ihr Leiden jedoch, sodass Lucy sie nicht lange zufrieden stellen kann. Doch selbst, als sie den Schritt hinaus in die echte Welt wagt, kann sie niemanden erreichen. Hier müsste aber zumindest ein Versuch stattfinden! Einer, der abprallt, sodass sie keine andere Wahl mehr hat, als die Illusion am Ende ganz zu akzeptieren und in ihr aufzugehen und einen vollkommen menschlichen Teil von sich aufzugeben.
Was für Zukunftsaussichten! Ja, so eine Welt würde mir Angst machen.

Ich hoffe, das hilft dir irgendwie weiter.

Liebe Grüße,
Lilith

Nightingale:
Hallo Lilith,

danke fürs Rösten.  :)


--- Zitat von: Lilith am 03 February 2018, 17:10:45 ---Aber wo sind sie dann angesiedelt, deine Ansprüche?
--- Ende Zitat ---

Meine Ansprüche an Geschichten unterscheiden sich wie meine Geschichten. Hier möchte ich einer Idee einen Raum geben. Nicht langweilen, vielleicht zum Nachdenken über ein Problem anregen. Das Thema ist emotionale Entfremdung von sich, von anderen. Der Text entspricht seinem Thema, alles bleibt kühl. Eine Betrachtung, ohne teilhabe.
Als Autor halte ich Distanz zur Figur, die Figur hält Distanz zu ihren Gefühlen und alle Statisten halten Distanz. Niemand sieht den anderen im Ganzen. Alles bleibt sich fremd.



--- Zitat ---Wenn du den Text schon nicht ernst nimmst, nicht ernst nehmen willst, warum sollte ich das tun? Ich tue es natürlich, weil mich Textarbeit interessiert, aber, tja, ich verstehe nicht so recht, was die Autorin von mir will.
"Dafür, dass du es nicht allzu ernst gemeint hast, ist es noch ganz gut geworden"? :schwitz:
Dich beschäftigen die Themen doch, also warum sollten sie den Leser nicht beschäftigen?
--- Ende Zitat ---

Röstest du gerade meine Antwort auf eine Röstung?  :watchout:

Warum sollte ich den Text nicht ernst nehmen? Weil ich nicht tief in das Gefühlsleben der Figur eintauche? Gründe für diese Entscheidung findest du oben. Außerdem experimentiere ich gern mal mit Texten und bleibe minimalistisch. Daraus ergab sich dann meine Frage, ob der Text als KG funktioniert.



--- Zitat ---Nichtsdestotrotz hier meine Meinung zum Text. Auch wenn sie dich dem Ziel, deinen Text in Scherben zu lassen, nicht wirklich näher bringen wird, hoffe ich, dass sie dich dennoch im Schreiben weiterbringt.
Jeder Text ist eine Erfahrung und es gibt was zu lernen - und sei es nur, es beim nächsten Mal nicht wieder so zu machen.
--- Ende Zitat ---

 :bewerf:

Hier komme ich mir fast absichtlich missverstanden vor. Dagegen spricht die Mühe, die du dir machst, mir deine Gedanken ausführlich mitzuteilen. *Große Ratlosigkeit meinerseits*
Ich habe eine Textsammlung namens Scherbenweltgeschichten, war das derart missverständlich?



--- Zitat ---Ich frage mich allerdings, ob der Ich-Erzähler dich deinem Ziel näherbringt. Du schreibst selbst, dass du gar nicht zu sehr mit der Protagonistin mitfühlen wolltest ... Für einen Ich-Erzähler ist das allerdings durchaus vonnöten. Ich frage mich, ob ein auktorialer, klar wertender Erzähler, der sein Urteil harsch, vielleicht auch ironisch, über Figur und Welt fällt, wie du es im Text unterschwellig tust, indem du über deine Protagonistin erzählst, aber sie nicht von sich und ihrer Lebenswelt erzählen lässt.
Das erspart ihr zumindest den Maulkorb.
--- Ende Zitat ---

Ein auktorialer Erzähler scheint mir ungeeignet. Vor allem bei diesem Thema würde es mir zu aufdringlich wirken, zu belehrend.



--- Zitat ---Ich habe sowohl mit VR als auch AR Devices gearbeitet und die Gefühle, die dabei entstehen, sind sehr unterschiedlich. VR erlaubt ein direkteres Eintauchen in die alternative Welt, AR ist eine nette, aber deutlich von der Welt der Tatsachen abgegrenzte Erweiterung, die einem stärker bewusst macht, wie aufgesetzt sie ist. In VR kann man nach Überwindung anfänglicher Schwierigkeiten wie Übelkeit und Schwindel regelrecht versinken ... die direkte Immersion ist viel tiefer.

--- Ende Zitat ---

Ist mir durchaus bekannt.  :)

Im Rahmen der Geschichte wäre mir das zu viel Aufwand seitens der Protagonistin. Sie unternimmt keinen Aufwand Abhilfe zu schaffen, das ist ihr Problem. Sie sucht den leichtesten Weg Einsamkeit zu überwinden, stillt ein Verlangen nach Gesellschaft, ohne Gesellschaft zu finden.



--- Zitat ---Eine komplette virtuelle Realität wäre wohl nicht in deinem Sinne, immerhin soll Lucy noch mit durch die Wohnung laufen, aber ich würde die Stoßrichtung vertiefen.

Konkret am Text:

--- Zitat ---Ich kann mich nicht entscheiden, ob ich jetzt einen Schäferhund, Dackel oder Dalmatiner will, schaue mich ratlos im Wohnzimmer um und frage mich, welcher Hund wohl am besten zu meinen Möbeln passt. Wahrscheinlich der Dalmatiner. Schlicht, weiß, ein paar Flecken. Fast wie der Wohnzimmerteppich: schlicht, weiß, ein paar Flecken. Eigentlich egal. Hund ist Hund, wollte ich immer schon haben, nur nicht so richtig. Also so richtig richtig.
--- Ende Zitat ---
Du steigst ein mit der Sehnsucht, dem Wunsch nach einem Hund, da assoziiere ich noch nichts virtuelles.
--- Ende Zitat ---

Da ist keine Sehnsucht nach einem Hund vorhanden, sonst ließe ich den nicht passend zu den Möbeln aussuchen.  ;D
Das ist mein erster Hinweis, kann überlesen werden, klar.
„Eigentlich egal“ soll auf eine Gleichgültigkeit hinweisen, die Teil ihres Problems ist sowie die Tatsache, das dieser Hundekauf keine große Sache (an sich und für sie) ist.



--- Zitat ---
--- Zitat ---Es wird spät, viel später als beabsichtigt. Um 2:00 Uhr lege ich mich ins Bett, das Smartphone in der Hand. Lucy folgt mir, springt aufs Bett, rollt sich am Fußende zusammen. Ich lächel und betrachte sie durchs Display, sehe sie an und kann sie fühlen.
--- Ende Zitat ---
Hier wird es wieder wirr. "Das Smartphone in der Hand" sagt erst mal nichts darüber aus, wie sie es in der Hand hält. Die bildliche Beschreibung von Lucy, die sich am Fußende zusammenrollt, um friedlich zu schlafen, ruft wieder das VR-Bild wach. Das Display stört diesen Eindruck, holt mich zurück, nur um wieder gebrochen zu werden, denn: Die Protagonistin sieht Lucy an (betrachtet sie nicht nur durch's Display, so lese ich diese Steigerung) und fühlt sie sogar. Hm. Also kein Smartphone mehr dazwischen? Hm, hm, hmmm.
--- Ende Zitat ---

Hier war es Aufgabe des nachfolgenden Satzes, Klarheit zu bringen:
Ich lächel und betrachte sie durchs Display, sehe sie an und kann sie fühlen. Sie ist so wirklich wie meine Zuneigung.



--- Zitat ---
--- Zitat ---Sie ist so wirklich wie meine Zuneigung.
--- Ende Zitat ---
Dieser Satz lässt mich übrigens stolpern und ich frage mich ernsthaft, ob du ihn so meinst wie er da steht. So wie er da steht, sagt er nämlich aus, dass ihre Zuneigung nichts weiter als eine Illusion ist. Das heißt, sie nimmt in diesem Augenblick ihr eigenes Gefühl entweder nicht ernst oder es ist tatsächlich nicht vorhanden und das heißt: Deine Protagonistin empfindet nichts für Lucy. Da stellt sich dann aber die Frage, warum sie Lucy bei sich behält.
--- Ende Zitat ---

Nun, Lucy erzeugt keinen Aufwand. Die kann man bei sich behalten oder abstellen wie einen Bildschirmschoner. Allerdings bezieht sich dieser Satz auf den vorangegangenen.



--- Zitat ---Und das bringt mich auch auf den nächsten Kritikpunkt, der viel elementarer ist.

Was ist das Thema? Was möchtest du aussagen (grob)? Dass Technik unsere Vereinsamung vorantreibt? Dazu ist mir der Text auch noch nicht böse genug in der Darstellung der Auswirkungen. Gerade auf deine Protagonistin. Dadurch, dass du so fern von ihr bleibst, sie in ihren Problemen kaum wahrnimmst (sich nicht wahrnehmen lässt), prallt das ab. Du verschärfst ihren Leidensdruck zwar, so sehr, dass sie zuletzt in die nächste Falle flüchtet, die diese neue moderne Gesellschaft ihr stellt (indem sie sich einen Partner herunterlädt), weil ihr keine andere Wahl bleibt, aber tänzelst dabei auf der Oberfläche herum.
Dein Text könnte eine Zuspitzung aktuell längst vorhandener Auswüchse sein (VR-Pornospiele gibt's schon), indem er die ganze Schmerzlichkeit und Falschheit dessen aufzeigt, aber das tut er nicht.
Wir Menschen sind nun mal soziale Wesen. Wir brauchen einander. Als Säugetiere sind wir auf Fürsorge und Nähe angewiesen, anders können wir nicht überleben! Soziale Kälte macht Menschen krank - und wie bitter ist es bitteschön, wenn dann dem gemobbten Teenager, der sich in sein Onlinespiel rettet, um wenigstens virtuell Freunde zu finden, am Ende nichts bleibt als ein Bot, mit dem er versuchen kann, seine natürlichen Bedürfnisse zu stillen?
Das spart dieser Text aus, indem er sich um das eigentliche Problem herumschleicht.
Schade.

Für deine Protagonistin bedeutet das, dass sie sich aus ihrer anfänglichen Einsamkeit mit Hilfe von Lucy herauszukämpfen versucht. Den Schmerz dahinter mag sie nicht wahrnehmen, das vergrößert ihr Leiden jedoch, sodass Lucy sie nicht lange zufrieden stellen kann. Doch selbst, als sie den Schritt hinaus in die echte Welt wagt, kann sie niemanden erreichen. Hier müsste aber zumindest ein Versuch stattfinden! Einer, der abprallt, sodass sie keine andere Wahl mehr hat, als die Illusion am Ende ganz zu akzeptieren und in ihr aufzugehen und einen vollkommen menschlichen Teil von sich aufzugeben.
Was für Zukunftsaussichten! Ja, so eine Welt würde mir Angst machen.

--- Ende Zitat ---

Du möchtest eine Protagonistin zum Mitfühlen und Mitleiden und die Auswüchse eines thematisierten Problems in seinem ganzen Grauen erleben.
Dies zu erreichen ist nicht leicht im Rahmen einer Kurzgeschichte, von denen sich die besten mir bekannten in den „The Hugo Award Winners“ Sammelbänden finden lassen. Das ist großes Kino mit großen Talenten und selbst hier ist es bei den Kürzestgeschichten oft schwer, mitzufühlen.

Vier Seiten Text bieten wenig Raum, um Figuren glaubwürdig und tiefsinnig vorzustellen. Ich könnte der Figur natürlich mehr Raum geben, statt nur anzudeuten, ... aber gerade im Andeuten und erzählen auf wenig Seiten wollte ich mich versuchen.

Danke für deine Zeit.


Liebe Grüße
Nightingale

nus:
Hallo Nightingale!

Ich habe Deinen Text gelesen und zwei Tage darüber nachgedacht. Ich habe auch darüber nachgedacht, ob es überhaupt sinnvoll ist, ein Feedback dazu zu schreiben. Vielleicht ist es das nicht. Aber ich gebe Dir trotzdem eins. Und bitte Dich, auch zwei Tage darüber nachzudenken, bevor Du darauf antwortest.

Der Kernsatz Deines Textes steht m.E. gar nicht in dem eigentlichen Text, sondern hier:

--- Zitat ---... seitdem ich seitens Pratchett auf keine neuen Einsichten zu Themen des gesellschaftlichen und politischen Lebens hoffen kann

--- Ende Zitat ---

Warum, das erkläre ich gleich. Zuerst direkt zu Deinen Fragen (Ich hoffe, Du hältst es aus, wenn ich unverblümt ehrlich bin. Wenn nicht, dann lies jetzt bitte nicht weiter.):


--- Zitat ---Funktioniert der Text für euch, kann er für sich alleinstehen?

--- Ende Zitat ---
Nein, er funktioniert nicht. Nicht allein und auch nicht mit mehreren hundert Seiten drumrum.


--- Zitat ---Funktioniert das Ende oder fühlt ihr euch überrumpelt?

--- Ende Zitat ---
Nein, das Ende funktioniert nicht. Aber nicht, weil ich mich überrumpelt fühle, sondern weil es vollkommen vorhersehrbar ist.


--- Zitat ---Der Text umfasst in etwa vier Normseiten, hat er Längen? Wirkt die Erwähnung der beruflichen Tätigkeit der Ich-Erzählerin auf euch überflüssig? Ich hatte die rausgenommen und fand, das etwas fehlte.
--- Ende Zitat ---
Der Text ist eine einzige Länge. Und das wäre auch nicht dadurch heilbar, dass man die berufliche Tätigkeit rausnimmt.


--- Zitat ---Blödere Frage: Stört die Perspektive? Normalerweise ziehe ich intelligentere und wortgewandtere Ich-Erzähler vor, aber hier schien mir das kontraproduktiv.
--- Ende Zitat ---
Die Perspektive und die Wortgewandtheit des Ich-Erzählers spielt in diesem Fall eine eher untergeordnete Rolle. Das Kernproblem ist ein ganz anderes.


--- Zitat ---Die allerblödeste Frage: Ich gebe es zu, ich nutze kein Smartphone. Gut, das ist keine Frage, sondern ein soziales Verbrechen - trotzdem interessiert mich, ob die Erwähnung des Smartphones hier irgendwie irgendwo (irgendwann *sing*) blöd rüberkommt. [/i]

--- Ende Zitat ---
Ja, tut es. Und ich finde, wenn man keine Erfahrung mit einer Sache hat, dann sollte man recherchieren, um Authentizität herzustellen.

So, und jetzt zum eigentlichen Problem:

Der Text sagt nichts und hat auch sonst keine Funktion. Das liegt m.E. an der Herangehensweise.
Meiner Meinung nach besteht künstlerisches Schaffen darin, eine neue Facette zu einem Thema, einem Gefühl, einem Aspekt (...) hinzuzufügen oder aber dem Betrachter, Leser, Hörer, (...) eine neue Sicht auf ein Thema, ein Gefühl, einen Aspekt (...) zu vermitteln.
Hier geht es um die Vereinsamung in einer zunehmend technisierten Welt (nehme ich mal an).
Also beschreibe ich als Schriftsteller/bildender Künstler/... das Leben eines Vereinsamten in einer zunehmend technisierten Welt.
NEIN!!!
Diese Beschreibung - und genau das macht dieser Text - fügt dem Thema überhaupt nichts hinzu. Sie gibt dem Leser keine neue Perspektive. Sie unterhält nicht einmal. Nicht mal das!
Zugegeben: Das Thema gibt auch nicht (mehr) viel her. Es ist von allen Seiten der Wissenschaft, der Politik und auch der Kunst schon so durchgekaut worden, dass davon wenig mehr übrig bleibt als ein matschiger, grauer Brei. Ausführungen zu diesem Thema sind inzwischen in etwa so ermüdend, wie dem ständigen Gejammer der Banken über die Niedrigzinsphase zuzuhören. Da ist es schwer, noch etwas Neues zu finden.
Aber wenn ich mich eines solchen Themas annehme, dann - so finde ich - MUSS ich etwas Neues daran finden.
Ein Ansatz wäre: Viele flüchten in virtuelle Welten, weil sie glauben, dass dort alles besser ist als im RL. Aber das ist es nicht. Im Gegenteil. Virtuelle Welten sind ungleich grausamer als das RL.
Daraus könnte sich folgende Story entspinnen: Jemand kauft sich, da er einsam ist, einen Hund. Der Hund wächst ihm ans Herz. WÄRMT ihm das Herz. Aber der Hund wird krank. Der Protagonist versucht alles, um den Hund zu retten. Aber der Hund stirbt. Die Gefühle des Protagonisten müssten dabei nachvollziehbar sein, so weit, dass der Leser nahezu genauso empfindet. Mit dem Protagonisten mitfiebert, mit ihm hofft, verzweifelt und am Ende trauert. Und dann wird das Ganze aufgelöst: Der Hund war nur ein virtueller Hund, und er ist gestorben, weil der Prota das Abo nicht mehr zahlen konnte.
Oder diese Story (in Form einer Groteske): Jemand kauft sich, da er einsam ist, einen Hund. Aber nach einer Weile reicht ihm der nicht mehr. Er kauft sich einen zweiten, einen dritten. Die Hunde vermehren sich. Die Hundeflut nimmt immer mehr zu, beschäftigt den Protagonisten mit der Futterbeschaffung, mit der Beseitigung der Hinterlassenschaften ... Die Hunde - zunächst treue Herzenswärmer - werden immer autonomer, interessieren sich nur noch für Ihresgleichen. Irgendwann schlägt die Woge über dem Protagonisten zusammen. Er versucht die Hunde zu töten, was nicht funktioniert, vielmehr wenden sie sich jetzt gegen ihn. Die letzte Option ist, den Stecker zu ziehen, die AR-Brille herunterzureißen. Jetzt sieht er das RL: eine graue, öde Wohnung. Er ist jetzt wieder allein. Aber dieses Alleinsein fühlt sich jetzt anders an. Weil er dem Horror der virtuellen Herzenswärmer entkommen ist.

Das sind nur zwei Geschichten, die mir dazu spontan eingefallen sind. Ob sie gut oder schlecht sind, kann man natürlich erst sagen, wenn sie umgesetzt sind. Aber ich denke, es wird klar, was ich meine. Das Hinzufügen eines neuen Aspekts. Nicht nur das Widerkäuen der ewig gleichen Argumente. Und: Eine Geschichte braucht eine Geschichte. Etwas, das den Leser fesselt, ihn unterhält, vielleicht überrascht.

Radikale Grüße
von der nus

Lilith:
Hallo Nightingale,

meine Fragen an deinen Anspruch haben keinen persönlichen Hintergrund. Sie beziehen sich allein auf meine Verwirrung, die entstanden ist, weil ich den Text gelesen, mir dazu meine Gedanken gemacht und bevor ich etwas dazu gesagt habe, die anderen Röstungen und deine Antworten darauf gelesen habe. Das mache ich zuweilen, weil sie mein Verständnis des Kontexts erweitern, in dem der Text entstanden ist.
Meine Röstung ist dadurch unbeeinflusst. Mir hat die Geschichte beim ersten Lesen nicht gefallen und es ist für mich nicht besser geworden. Das wollte ich dir mitteilen, denn ich sehe das durchaus am Text begründet. Es waren lediglich diese Äußerungen, die mich verunsichert haben, ob diese Art von Kritik bei dir überhaupt erwünscht ist. Das heißt nicht, dass ich dir Kritikunwilligkeit unterstelle, im Gegenteil. Ich habe mich aber mehr und mehr gefragt, welche Art von Antwort du dir erhoffst. Das ist alles, darauf habe ich mich bezogen.
Du musst das nicht annehmen, das liegt in deinem Ermessen.


--- Zitat von: Nightingale am 03 February 2018, 20:40:38 ---
--- Zitat von: Lilith am 03 February 2018, 17:10:45 ---Aber wo sind sie dann angesiedelt, deine Ansprüche?
--- Ende Zitat ---

Meine Ansprüche an Geschichten unterscheiden sich wie meine Geschichten. Hier möchte ich einer Idee einen Raum geben. Nicht langweilen, vielleicht zum Nachdenken über ein Problem anregen. Das Thema ist emotionale Entfremdung von sich, von anderen. Der Text entspricht seinem Thema, alles bleibt kühl. Eine Betrachtung, ohne teilhabe.
Als Autor halte ich Distanz zur Figur, die Figur hält Distanz zu ihren Gefühlen und alle Statisten halten Distanz. Niemand sieht den anderen im Ganzen. Alles bleibt sich fremd.
--- Ende Zitat ---
Ja, so habe ich den Text verstanden. Die Frage nach dem Anspruch war eher eine nach dem schriftstellerischen Anspruch. Aus deiner Antwort auf meine Röstung lese ich zum Beispiel den Anspruch heraus, deine Idee auf maximal vier Normseiten an den Leser zu bringen. Das habe ich aus deinem Eingangstext und deinen Fragen so nicht herausgelesen. Aber damit kann man arbeiten.


--- Zitat ---
--- Zitat ---Wenn du den Text schon nicht ernst nimmst, nicht ernst nehmen willst, warum sollte ich das tun? Ich tue es natürlich, weil mich Textarbeit interessiert, aber, tja, ich verstehe nicht so recht, was die Autorin von mir will.
"Dafür, dass du es nicht allzu ernst gemeint hast, ist es noch ganz gut geworden"? :schwitz:
Dich beschäftigen die Themen doch, also warum sollten sie den Leser nicht beschäftigen?
--- Ende Zitat ---

Röstest du gerade meine Antwort auf eine Röstung?  :watchout:

Warum sollte ich den Text nicht ernst nehmen? Weil ich nicht tief in das Gefühlsleben der Figur eintauche? Gründe für diese Entscheidung findest du oben. Außerdem experimentiere ich gern mal mit Texten und bleibe minimalistisch. Daraus ergab sich dann meine Frage, ob der Text als KG funktioniert.
--- Ende Zitat ---
Nein, ich kommentiere etwas, das mich verwirrt hat. Das ist kein Angriff, es tut mir leid, wenn es als solcher bei dir angekommen sein sollte. Dass du deinen Text nicht ganz ernst nehmen willst, das lese ich aus solchen Äußerungen:

--- Zitat ---Das Thema ist emotionale Entfremdung von sich, von anderen. Der Text entspricht seinem Thema, alles bleibt kühl. Eine Betrachtung, ohne teilhabe.
Als Autor halte ich Distanz zur Figur, die Figur hält Distanz zu ihren Gefühlen und alle Statisten halten Distanz. Niemand sieht den anderen im Ganzen. Alles bleibt sich fremd.
--- Ende Zitat ---
Daraus lese ich, dass du dich deiner Figur nicht nähern willst. Das ist legitim. Nun ist der Text aber aus der Ich-Perspektive geschrieben, die gibt von sich aus eine große Nähe zur Figur vor, ob du das so beabsichtigst oder nicht. Ich bin auch in diesem Text sehr dicht an deiner Protagonistin und ihren Gefühlen dran, aber vor allem an ihren für sie leicht ertragbaren Gefühlen, der Freude, der Aufregung über Lucy - an der Begeisterung. Den Schmerz über die Einsamkeit lässt sie nicht zu, den überspielt sie erst mit Lucys Hilfe, später indem sie sich einen virtuellen Freund herunterlädt. Im Text soll sie sich aber ab dem Moment an ihren Schmerz heranwagen, als sie hinaus in die Welt geht und den Kontakt zu echten Menschen und Hunden sucht. Nicht ihr Ding, stellt sie dabei fest, und nähert sich nicht dem eigentlichen Problem, sondern hüpft fröhlich und gelangweilt zum nächsten Punkt. Der Moment der möglichen Veränderung fehlt, weil sie ihr eigentliches Problem umschifft - damit fehlt ihr aber auch der Knackpunkt, warum sie ihre alte Strategie, sich lieber einen virtuellen Kameraden anzuschaffen, als es mit einer echten Beziehung zu versuchen, wieder wählt. Es fehlt sozusagen die Krise, die sie zu ihrer bewährten Bewältigungsstrategie greifen lässt. Damit schöpfst du das Thema nicht voll aus. Sie findet auch keinen Kontrapunkt, an dem sich ihre emotionale Entfremdung ganz entfalten kann. Denn sie ist nicht zur Gänze entfremdet, sie ist emotional durchaus noch beteiligt, nur blendet sie dabei bestimmte (schmerzhafte) Anteile aus. Sie nimmt sich damit selbst nicht ernst. Sie übertüncht das lieber mit einer aufgesetzten Fröhlichkeit.
Vollständige emotionale Entfremdung entsteht in der Regel, wenn es ein Zuviel an Schmerz gibt, das unaushaltbar wird. Dann distanziert man sich von den eigenen Gefühlen, um sich selbst zu schützen.
Wenn du schreibst, dass du als Autorin (also nicht etwa als Erzählerin) Distanz zu deiner Figur hältst, liest sich das für mich so, als würdest du dich diesem schmerzhaften Punkt auch nicht nähern wollen. Das ist deine Entscheidung und ich vermute dahinter nichts weiter, das fände ich übergriffig und unangemessen.
Du wolltest eine Idee aufgreifen und unterhaltsam erzählen. Ich bin mir als Leserin nicht sicher, was dieses Thema sein soll. Die emotionale Entfremdung sehe ich, wie gesagt, nicht so stark in diesem Text wie du. Sie berührt mich deshalb nicht, weil ich sie nicht für ganz voll nehme, so wie sie mir hier präsentiert wird.
Dich beschäftigt dieses Thema - ich würde mir wünschen, dass sich von dieser Beschäftigung etwas im Text wiederfinden lässt, damit ich daran teilhaben kann. Das tue ich nicht. Noch.


--- Zitat ---
--- Zitat ---Ich habe sowohl mit VR als auch AR Devices gearbeitet und die Gefühle, die dabei entstehen, sind sehr unterschiedlich. VR erlaubt ein direkteres Eintauchen in die alternative Welt, AR ist eine nette, aber deutlich von der Welt der Tatsachen abgegrenzte Erweiterung, die einem stärker bewusst macht, wie aufgesetzt sie ist. In VR kann man nach Überwindung anfänglicher Schwierigkeiten wie Übelkeit und Schwindel regelrecht versinken ... die direkte Immersion ist viel tiefer.

--- Ende Zitat ---

Ist mir durchaus bekannt.  :)
--- Ende Zitat ---
Ich wollte dir auch keine Unwissenheit unterstellen.
Mein Argument ist schlicht, dass ich (!) etwas mehr als übers Smartphone erzeugte AR als wirkungsvoller empfände aus genannten Gründen. Ich habe dir meine Erfahrung geschildert, weil du selbst schriebst, dass du kein Smartphone hast.


--- Zitat ---Im Rahmen der Geschichte wäre mir das zu viel Aufwand seitens der Protagonistin. Sie unternimmt keinen Aufwand Abhilfe zu schaffen, das ist ihr Problem. Sie sucht den leichtesten Weg Einsamkeit zu überwinden, stillt ein Verlangen nach Gesellschaft, ohne Gesellschaft zu finden.
--- Ende Zitat ---
Ja, das ist eine Form von Verzweiflung.
Dein Text spielt in einer leicht alternativen Welt in einer nicht weit entfernten Zukunft (wenn ich ihn nicht völlig missverstanden habe), von der ich erwarte, dass diese Möglichkeiten leicht greifbar sind. Diese Brillen sind ja heute schon in der Entwicklung (Stichwort HoloLens), insofern fände ich es nicht ungewöhnlich, wenn deine Protagonistin eine besitzt.
Es ist natürlich deine Entscheidung, ob du ein Handy im Text drin haben willst, um vielleicht mehr Nähe zum Leser zu erzeugen, oder etwas anderes wählst. Das ist eine weitere Möglichkeit, die ich gesehen habe, weil mich dein Text beim ersten Lesen stark verwirrt hat.


--- Zitat ---
--- Zitat ---Eine komplette virtuelle Realität wäre wohl nicht in deinem Sinne, immerhin soll Lucy noch mit durch die Wohnung laufen, aber ich würde die Stoßrichtung vertiefen.

Konkret am Text:

--- Zitat ---Ich kann mich nicht entscheiden, ob ich jetzt einen Schäferhund, Dackel oder Dalmatiner will, schaue mich ratlos im Wohnzimmer um und frage mich, welcher Hund wohl am besten zu meinen Möbeln passt. Wahrscheinlich der Dalmatiner. Schlicht, weiß, ein paar Flecken. Fast wie der Wohnzimmerteppich: schlicht, weiß, ein paar Flecken. Eigentlich egal. Hund ist Hund, wollte ich immer schon haben, nur nicht so richtig. Also so richtig richtig.
--- Ende Zitat ---
Du steigst ein mit der Sehnsucht, dem Wunsch nach einem Hund, da assoziiere ich noch nichts virtuelles.
--- Ende Zitat ---

Da ist keine Sehnsucht nach einem Hund vorhanden, sonst ließe ich den nicht passend zu den Möbeln aussuchen.  ;D
Das ist mein erster Hinweis, kann überlesen werden, klar.
„Eigentlich egal“ soll auf eine Gleichgültigkeit hinweisen, die Teil ihres Problems ist sowie die Tatsache, das dieser Hundekauf keine große Sache (an sich und für sie) ist.
--- Ende Zitat ---
Die erste Worte sind: "Ich kann mich nicht entscheiden, ob ich jetzt einen Schäferhund, Dackel oder Dalmatiner will", daraus lese ich eine Sehnsucht nach einem Hund, kombiniert mit einer Entscheidungsmöglichkeit. Der Nachsatz, dass sie überlegt, ob er zu ihren Möbeln passt, ist interpretierbar, aber auch da packe ich persönlich nicht direkt die Desinteresse-Keule aus, sondern ordne deine Protagonistin als jemandem ein, dem solche Oberflächlichkeiten wichtig sind, wie einer Frau, die sich einen Chihuahua danach aussucht, ob er zu ihrer Handtasche passt. Der unterstelle ich auch nicht sofort, dass sie sich nicht für ihren Hund interessiert.
Das ist meine Lesart, die sich dadurch verstärkt, dass sie ein "eigentlich egal" nachsetzt, denn damit relativiert sie ihre oberflächliche Überlegung von vorher. Hund ist schließlich Hund und sie wünscht sich einen Hund.
(Und eigentlich wünscht sie sich Gesellschaft.)


--- Zitat ---
--- Zitat ---
--- Zitat ---Es wird spät, viel später als beabsichtigt. Um 2:00 Uhr lege ich mich ins Bett, das Smartphone in der Hand. Lucy folgt mir, springt aufs Bett, rollt sich am Fußende zusammen. Ich lächel und betrachte sie durchs Display, sehe sie an und kann sie fühlen.
--- Ende Zitat ---
Hier wird es wieder wirr. "Das Smartphone in der Hand" sagt erst mal nichts darüber aus, wie sie es in der Hand hält. Die bildliche Beschreibung von Lucy, die sich am Fußende zusammenrollt, um friedlich zu schlafen, ruft wieder das VR-Bild wach. Das Display stört diesen Eindruck, holt mich zurück, nur um wieder gebrochen zu werden, denn: Die Protagonistin sieht Lucy an (betrachtet sie nicht nur durch's Display, so lese ich diese Steigerung) und fühlt sie sogar. Hm. Also kein Smartphone mehr dazwischen? Hm, hm, hmmm.
--- Ende Zitat ---

Hier war es Aufgabe des nachfolgenden Satzes, Klarheit zu bringen:
Ich lächel und betrachte sie durchs Display, sehe sie an und kann sie fühlen. Sie ist so wirklich wie meine Zuneigung.
--- Ende Zitat ---
Das ist mir bewusst, nur hat mir dieser Satz beim ersten Lesen weniger Klarheit als Verwirrung gebracht. Ich habe das am Text erläutert, um dir aufzuzeigen, wie diese Verwechslung in meinem Kopf zustande gekommen ist.


--- Zitat ---
--- Zitat ---Und das bringt mich auch auf den nächsten Kritikpunkt, der viel elementarer ist.

Was ist das Thema? Was möchtest du aussagen (grob)? Dass Technik unsere Vereinsamung vorantreibt? Dazu ist mir der Text auch noch nicht böse genug in der Darstellung der Auswirkungen. Gerade auf deine Protagonistin. Dadurch, dass du so fern von ihr bleibst, sie in ihren Problemen kaum wahrnimmst (sich nicht wahrnehmen lässt), prallt das ab. Du verschärfst ihren Leidensdruck zwar, so sehr, dass sie zuletzt in die nächste Falle flüchtet, die diese neue moderne Gesellschaft ihr stellt (indem sie sich einen Partner herunterlädt), weil ihr keine andere Wahl bleibt, aber tänzelst dabei auf der Oberfläche herum.
Dein Text könnte eine Zuspitzung aktuell längst vorhandener Auswüchse sein (VR-Pornospiele gibt's schon), indem er die ganze Schmerzlichkeit und Falschheit dessen aufzeigt, aber das tut er nicht.
Wir Menschen sind nun mal soziale Wesen. Wir brauchen einander. Als Säugetiere sind wir auf Fürsorge und Nähe angewiesen, anders können wir nicht überleben! Soziale Kälte macht Menschen krank - und wie bitter ist es bitteschön, wenn dann dem gemobbten Teenager, der sich in sein Onlinespiel rettet, um wenigstens virtuell Freunde zu finden, am Ende nichts bleibt als ein Bot, mit dem er versuchen kann, seine natürlichen Bedürfnisse zu stillen?
Das spart dieser Text aus, indem er sich um das eigentliche Problem herumschleicht.
Schade.

Für deine Protagonistin bedeutet das, dass sie sich aus ihrer anfänglichen Einsamkeit mit Hilfe von Lucy herauszukämpfen versucht. Den Schmerz dahinter mag sie nicht wahrnehmen, das vergrößert ihr Leiden jedoch, sodass Lucy sie nicht lange zufrieden stellen kann. Doch selbst, als sie den Schritt hinaus in die echte Welt wagt, kann sie niemanden erreichen. Hier müsste aber zumindest ein Versuch stattfinden! Einer, der abprallt, sodass sie keine andere Wahl mehr hat, als die Illusion am Ende ganz zu akzeptieren und in ihr aufzugehen und einen vollkommen menschlichen Teil von sich aufzugeben.
Was für Zukunftsaussichten! Ja, so eine Welt würde mir Angst machen.

--- Ende Zitat ---

Du möchtest eine Protagonistin zum Mitfühlen und Mitleiden und die Auswüchse eines thematisierten Problems in seinem ganzen Grauen erleben.
--- Ende Zitat ---

Nein, in erster Linie möchte ich überhaupt irgendein Thema erleben. Darum habe ich gefragt, was dein Thema ist und auch die Vereinsamung durch Technik als Beispiel mit einem Fragezeichen versehen. Ich finde das Thema nicht stark und auch nicht interessant genug im Text verankert. Das ist meine Meinung. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Mit der Protagonistin mitzufühlen, ist für mich kein Muss. Aber ein Thema sollte erkennbar sein und es sollte eine Relevanz erzeugen, sonst löst es in mir auch nichts aus. Dann bleibt der Text für mich hohl, ich zucke die Schultern und klicke (oder blättre) weiter.
Dein Text hat für mich kein nennenswertes Thema, das stark genug wäre, um diese Relevanz zu erzeugen. Es wird für mich nicht sichtbar. Was ich oben ausgeführt habe, ist nur eine Möglichkeit, wie man es machen könnte. Du hast deinen Text aus einem bestimmten Grund geschrieben, das Thema hat dich beschäftigt. Welches genau? Und warum? Wenn du dich damit auseinandersetzt und vielleicht auch mit den Gefühlen, die es in dir auslöst, dann dürftest du dem Kern deines eigenen Texts näher kommen und es dir leichter machen, dieses Ziel zu erreichen:

--- Zitat ---Dies zu erreichen ist nicht leicht im Rahmen einer Kurzgeschichte, von denen sich die besten mir bekannten in den „The Hugo Award Winners“ Sammelbänden finden lassen. Das ist großes Kino mit großen Talenten und selbst hier ist es bei den Kürzestgeschichten oft schwer, mitzufühlen.

Vier Seiten Text bieten wenig Raum, um Figuren glaubwürdig und tiefsinnig vorzustellen. Ich könnte der Figur natürlich mehr Raum geben, statt nur anzudeuten, ... aber gerade im Andeuten und erzählen auf wenig Seiten wollte ich mich versuchen.
--- Ende Zitat ---
Ich bin mir nicht sicher, was du mir hier sagen möchtest. Ja, es ist schwer, auf wenig Raum eine große Wirkung zu erzeugen. Ich verlange von dir auch nicht, dass du deinen Text aufs Doppelte auswalzt, der darf so kurz sein wie er will. Woher du die Beschränkung auf vier Seiten nimmst, verstehe ich nicht ganz, akzeptiere es jedoch als selbst gesetzte Vorgabe.
Die Kunst dabei ist, wie Mark Twain schon so schön sagte: "Schreiben ist einfach, man muss nur die falschen Wörter weglassen."

Liebe Grüße,
Lilith

Nightingale:
Liebe nus,

vielen Dank für deine Ausführungen, für deine schonungslose Ehrlichkeit. Wie du siehst, habe ich mir weit mehr Zeit als zwei Tage genommen, ehe ich antworte.

Du stellst die Sinnfrage, gnadenlos und das zu Recht. Wozu dieser Text, welchen Gewinn beinhaltet er für den Leser? Neue Erkenntnisse? Nein. Weckt er Emotionen? Nein. Wirft er ein neues Licht auf Altbekanntes? Auch nicht. Also wozu? Wozu schreiben, wozu lesen?

Der Text entstand aus einer Laune, getragen vom Wunsch nach einer langen Schreibpause mehr als Fragmente zu fabrizieren und etwas anzufangen, das seinen nahen Abschluss findet. Da steckt keine Leidenschaft dahinter, kein Herzblut, bestenfalls ist es eine Schreibübung und zu meinen Bedauern keine gelungene.
Ein Erklärungsversuch: Die Ideen für Kurzgeschichten oder brachliegende Romanversuche auf meiner Festplatte, die mir auf die eine oder andere Weise etwas bedeuten, schrecken mich. Sobald ich die Dateien öffne, stehen mir alle Worte im Weg, meine Gedanken sind flüchtig, Staub im Wind, und zerplatzen wie Seifenblasen, sobald ich sie zu fassen versuche. Dieser Text ist ein erster Gehversuch, ein Schritt nach dem anderen, Wort für Wort, in der Hoffnung schreiberisch wieder auf die Beine zu kommen, die innere Stimme wiederzufinden und nicht gleich wieder im Angesicht des inneren Kritikers zu erstarren.
Gutes Schreiben erfordert Mut. Das mutigste an diesem Text ist zweifellos, dass ich diesen im Federfeuer einstellte.

Ich fühle mich unsicher, unkonzentriert und chronisch übermüdet. Mit diesen drei Teufeln im Gepäck bleibt mir nur zu hoffen, irgendwann wieder etwas Lesenswertes zu fabrizieren. Vielleicht wird es Monate dauern, vielleicht Jahre, womöglich ein Hirngespinst, dem ich dann nachjagen kann wie einer Fata Morgana in der Wüste Ignoranz.
Aber ich möchte es wagen, die Teufel abschütteln und mich einmal wieder auf dieser traumgleichen Ebene bewegen, in denen Gedanken eine Welt formen und Figuren lauschen, die mich überraschen, während sie mir die Worte sagen, die ich ihnen unbewusst in den Mund lege. Um dahin zu kommen, helfen ehrliche Eindrücke, auch wenn es hart ist, ernüchternd, ich danke dir.


Einsichtige Grüße
Nightingale

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