Das Purgatorium - die Hölle der Textkritik > Aschegrube

the accountant revenge (AT)

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Uli:
Hallo, Hölle!

Ich habe immer noch keinen vernünftigen Titel für diese Sache gefunden, sorry. Daher bleibe ich vorerst mal bei der ˋRache der Buchhalter´ ... besser als Nichts, denke ich.
Und jetzt steht das Ganze unter SiFi, weil es das a) ist, und es b) nicht mehr spannend ist, ob das auch ohne Genre-Zuordnung klappt.

Den bereits gerösteten ersten Teil habe ich hier mit eingestellt, weil es da drin ein paar kleinere Änderungen gab - dadurch ist das Textstück vergleichsweise lang geworden.
Etwas mehr als fünf Buchseiten, oder so.
Eine Dezailröstung ist nicht unbedingt nötig, denke ich - Fragen am Schluss.
Gut Röst!
Uli



Die Welt ist voller Geheimnisse, heißt es.
Geheime Labore, Kampftruppen, Schaltzentralen, Arsenale und all das - weiß ja jeder.

Aber es stimmt nicht.
Weil es eben jeder weiß, oder zumindest jemand.

Und was jemand weiß, ist kein Geheimnis.

Es gibt nur ein einziges wirkliches Geheimnis auf dieser Welt, und ... ich kenne es nicht. Natürlich nicht. Niemand kennt es.

Weil es ein ... weil es *das *Geheimnis ist.
Klar, oder?
Nicht?

Also gut, mir ist das auch alles ein wenig, nun ...
Es ist kompliziert.
Sehr kompliziert.
Oder auch nicht, wie man es nimmt: Ein paar Leute versuchen hinter das Geheimnis zu kommen - das ich, wie erwähnt, gar nicht kenne - und ich versuche, das zu verhindern.
Auch deswegen, weil diese Leute andauernd versuchen, mich abzuschießen, und das ist ziemlich lästig.

Das Geheimnis muss also ziemlich wichtig sein, ich meine, ganz objektiv wichtig.
Subjektiv, also für mich, ist es lebenswichtig. Oder tödlich, je nach dem.

Glücklicherweise bin ich ziemlich gut darin, mich nicht umbringen zu lassen, wenn ich auch keine Ahnung habe, wo ich das gelernt habe. Wahrscheinlich ist das ein Teil des großen Rätsels.

Tja.

Angefangen hat das alles vor ein sechs Tagen, letzten Samstag. 24. August, Nachts um viertel vor zwölf, in der UBahn.
Also im UBahnhof Mitte, ja, der immer noch gesperrt ist. Seitdem.
Wegen technischer Störungen, und es ist ja kein Geheimnis, was das bedeutet, oder?

Ich ging ganz locker die Treppe runter, dachte an nichts böses, lächelte ein wenig, weil ich dachte, die Lady vom Tresen bestimmt am Dienstag Abend wiederzusehen und achtete nicht weiter auf die drei Typen auf dem Bahnsteig.
Und etwas machte *pling* in meinem Kopf, ich hüpfte über das Geländer, rollte ab und sprang in den Tunnel, rannte ein paar Schritte und griff nach dem Ding an der Tunnelwand.

Bis zu diesem Moment wusste ich gar nicht, was eine Thermo-Rak ist, wie man sie bedient und was sie anrichten kann, aber … egal. Jetzt wusste  ich es, und konnte die Garben aus den Halbautomaten der drei Typen korrekt beantworten. Und rechtzeitig, bevor sie ran waren.

Nicht korrekt zu beantworten wären die Fragen der Polizei und womöglich anderer Stellen gewesen, klar. Aber das Problem stellte sich auch gar nicht, weil ich seitdem ... jemand anders bin. In einer anderen Stadt.

Und nachdem drei Dutzend Termitgeschosse von jeweils 300 Gramm die Station abgefackelt hatten, hat auch niemand nach dem Verursacher der - Gasexplosion sagen sie - groß gesucht, denke ich.

OK. *Solche* Sachen meine ich.
Dinge, von denen ich nie etwas gewusst habe, und die dann, ganz plötzlich, einfach da sind. Ehrlich, ich würde das für Wahnvorstellungen halten, wenn mir das jemand erzählen würde. Ein Fall für die Geschlossene, mindestens.

Andererseits … wem sollte ich das schon erzählen wollen?
——
Also, wie gesagt - ich bin dann aus der Stadt weg, und … weiß nicht, wie. Wusste nicht wie, und ich wusste nicht, dass. Ehrlich.

Am Sonntag, 25. August, gegen 21 Uhr wusste ich stattdessen, dass ich diese bescheuerte Präsentation noch fertigmachen musste, damit wir den Auftrag bekommen - der große Vertrag, auf den wir einen Monat lang hingearbeitet hatten.

Wir, die Agentur ...
Und weil ich die Arschkarte hatte und das Wochenende mit den Feinarbeiten verplempern musste, leistete ich mir nebenher ein wenig Sozialkontakte - Chat, Smaltalk, Flirtline, sowas eben.

Und grade war ich auf der Zielgraden, mit der Präsentation und mit einem Real-Live-Date für nächsten Dienstag Abend, als mich etwas ablenkte.
Die Gondel der Fensterputzer. Draußen an der Fassade.

Und pling nein, ich dachte nicht darüber nach, ob die Typen tatsächlich Sonntag Nacht arbeiten mussten oder so etwas, ich stieß mich vom Schreibtisch ab, machte eine saubere Rolle rückwärts aus dem Stuhl und trat die Tür auf, als die Gondel mein Fenster erreichte.

Raus aus dem Büro, Feuertreppe, der Feuerlöscher … das Ding, das wie ein Feuerlöscher aussah. Aber nicht zum Löschen taugte, im Gegenteil.
Drei Herzschläge warten, die Besucher stürmten aus meinem Büro und ich betätigte das Ding, badete den Flur in flüssiger Hölle - und verschwand aus der Gegend, während die Sirenen losgingen.

Ich bin sicher, dass ich in den ersten Sekunden auf der Feuertreppe genau gewusst habe, was am Tag vorher geschehen war - ganz sicher.
Also … so sicher, wie man sein kann.
Ziemlich sicher, eben.

Ich sagte ja, dass es kompliziert ist, oder?
——
Und am Montag, 26. August, stieg ich um 12:45 aus dem Flugzeug, frisch zurückgekehrt aus einen längeren Urlaub. Sechs Wochen Australien.
Bei der Gepäckausgabe checkte ich die Mails, fand die Bestätigung für das Date am Dienstag, eine Kollegin aus London, die ...

Ja, genau.

Schon wieder.

Und sicher wäre mir das aufgefallen, wenn ich eben von den beiden Tagen vorher irgendetwas in Erinnerung gehabt hätte. Hatte ich aber nicht.

Trotzdem, daran erinnere ich mich ganz deutlich, hatte ich ein seltsames Gefühl, eine Art ... DéjàVu, oder so etwas. Ein Unwohlsein. Und dann folgte das pling.

Diesmal hatten sie einen Gepäckkarren, so ein elektrisches Gerät, das zwei Tonnen Koffer transportieren kann und ohne diese Last verteufelt schnell wird.
Und unter dem Gepäckband wartete eine Schleimspritze, ein Ding, dass ähnlich aussieht wie eine Panzerfaust, aber nur einen zähen Brei ausspuckt, der ziemlich schnell aufschäumt und aushärtet - das schont die Umwelt und Unbeteiligte.
Nett, oder?

Natürlich erwartete ich, dass ich im nächsten Moment nichts mehr davon wissen würde, und am folgenden Tag irgendwo anders, mit einer ganz anderen Vergangenheit, überfallen werden würde.

Was nicht so passierte.

Am Dienstag hatte ich ein Date.

——

Am Dienstag Abend saß ich am Tresen meiner Stammkneipe, plauderte ein wenig mit Josh, dem Wirt und trank Irisches Bier.
Ganz ich selbst, im Großen und Ganzen, nur mit ein paar wirren Ideen ganz hinten im Kopf, Szenen in U-Bahnhöfen, Agenturbüros und Flughafenhallen mit jeder Menge Aktion nach Art der üblichen Hollywood-Filme.

Ich war unentschlossen, ob ich zu einem Arzt gehen oder lieber das wirre Zeug aufschreiben und einem Verlag zuschicken sollte, also bestellte ich noch ein Pint.
 Nonverbal.

Josh nickte und sah an mir vorbei, und zugegeben, ich wartete auf ein Pling in meinem Kopf, hörte aber nur eine Stimme.

„Mir bitte auch eins“
Die Stimme war weiblich, dunkel und weich, aber nichts davon zu sehr.
Also, normal. Eigentlich.

Sie setzte sich neben mich, nickte und sah mich an.

Nichts sehr groß, dunkel, hübsches Gesicht, aber eine dieser praktischen ˋIch bin verheiratet und Haare machen kostet Zeit´-Frisuren.
Wenn ich schätzen müsste, hatte ich sie auf Anfang Vierzig getippt, damit liegt man immer ganz gut.

ˋHallo ´ sagte ich, und sie nickte.
Ihre Augen lachten dabei, tiefbraune, fast schwarze Augen ...

Josh stellte die Gläser hin und ging wortlos weg - ein wirklich guter Keeper, der alte Ire. Immer diskret, also ... soweit ihm das möglich ist. Er zwinkerte recht anzüglich dabei.
Naja.

„Ich heiße Chris“ sagte meine neue Bekanntschaft. Was Aufforderungscharakter hatte, also murmelte ich:
„Karl. Aber alle nennen mich Kalle. Neu in der Stadt?“

Sie nickte. „Ziemlich neu, jedenfalls in dieser Gegend. Kalle.“

OK ... ich dachte kein Bisschen mehr an meine seltsamen Visionen, schaltete in den Konversationsmodus und peilte unauffällig, ob sie einen Ring trug - oder sonst ein Sperrzeichen.

Für alle Fälle.

Aber eigentlich war ich recht sicher, worauf der Abend hinauslaufen würde:
Das Lachen in ihren Augen, die ganze Haltung, das Gefühl, sie schon ewig zu kennen - all das eben.

Und dann lächelte sie, als hätte sie meine Gedanken gelesen und fragte:
„Hast du nachgesehen, ob ein Phaser unter dem Tresen liegt?“

——

Ich war vollauf damit beschäftig, sie blöde anzustarren und den Kopf zu schütteln, und derweil nahm sie etwas aus ihrer Handtasche, was wie ein Messgerät für Elektrosachen aussah.
Sie fummelte daran herum, sah mir dann in die Augen und meinte:

„OK, wir haben zehn Minuten. Lass uns hier weggehen, OK? Zu mir, würde ich sagen. Jetzt. Der Deckel wird bezahlt, keine Sorge ...“

——

Gut, ich ging mit.
Ohne Fragen zu stellen, versteht sich.

Also, nicht dass es nicht genügend Fragen gegeben hätte, aber Chris ging zügig voran und ich fand es nicht angebracht, Dinge durch die Gegend zu rufen wie ˋwer hat versucht, mich abzuschießen?´ oder ˋsagst du mir bitte, wer ich bin?´.


Die Gäste im Pub ... hätten wohl gar nicht weiter reagiert, so scheintot, wie alle geradeaus starrten und sich nicht bewegten.

Draußen war es auch so, Standbild, kein Ton, nicht mal ein Luftzug.

Und irgendwie farblos, das alles, wie ein Sepia-Filter über der Welt. Oder gelber Nebel.

Nur der dunkle Daimler war in Farbe, also ... soweit man bei mattschwarz mit schwarzglänzenden Applikationen nebst getönten - schwarz - Scheiben von Farbe sprechen kann.

Immerhin hatte das Stil, und die Karre bewegte sich, die Fondtüren gingen auf und, alternativlos, stieg ich mit Chris ein.
Ich hatte noch nicht fertig Luft geholt, als sie anfing.

„Das ist ein Bremser, ein Ding, dass … es reicht, wenn du denkst, dass es die Zeit anhält. Ist zwar falsch, aber das ist die Version, die man verstehen kann. Ohne zehn Jahre Studium, meine ich. OK?“

Ja, OK ... was sollte ich schon dazu sagen?

Also nickte ich nur, und sie machte weiter.
“Damit haben wir die Waffen platziert, die letzten drei Tage - und dir beigebracht, wie man damit umgeht. Eigentlich nicht ˋbeigebracht´, sondern implantiert - beziehungsweise deblockiert, was du vorher schon wusstest.“

Nett, dachte ich, aber warum ...

“Wenn du dich jetzt fragst, warum wir nicht einfach die Angreifer ausgeschaltet haben, das ist einfach: Du musstest dort weg wollen. Das waren unsere Spezialisten. Kollegen.“

Es war höchste Zeit, etwas dazu zu sagen, also machte ich ˋähm´, begleitet von dem besten coolen Gesichtsausdruck, den ich drauf hatte. 

Chris lächelte auf eine Art, in der ich deutlich ein ˋwie süß´ erkennen konnte.


Und unvermittelt legte sie ihren Arm um meinen Hals und küsste mich.
Ziemlich intensiv. Ziemlich sehr intensiv.

Und sagte „Willkommen zurück, Mart.“

Der Fahrer legte seine Hand an die Mütze und sagte
„Willkommen zurück, Major Wilhemsen“ und wir nahmen eine Abzweigung, die es in dieser Stadt nicht gab, rollten in einen Hof, und waren ... nirgendwo.

Da, wo wir zu Hause sind.

Ich stieg aus, sah mich lange um und wusste nicht, was ich mit all dem anfangen sollte.

Hilft ja nicht, dachte ich mir, und tat das, was sich anbot:

 
Durch ein dunkles Portal in der monumentalen Betonwand eintreten. 

An einer Reihe stur geradeaus blickender Wachsoldaten vorbeigehen.

Durch eine weitere Tür schreiten.

Auf den Offizier am Ende des Raumes zugehen, die Automatik aus dem Schulterhalfter ziehen und den Pappkameraden, der sich in Angriffshaltung dem Offizier näherte, in beide Knie schießen, anschließend Haltung annehmen.

„Ich sehe, Sie sind wieder aktiv, Major Wilhemsen.“ sagte der Offizier, und: „Freut mich, Mart, mein Junge. Freut mich wirklich. Willkommen zurück!“

„Jawoll, mein Oberst“
war so ziemlich das einzige, was mir dazu zu sagen blieb.
Und ganz automatisch setzte ich ein „Ein Glas wäre jetzt nicht schlecht, Oberst.“ hinzu.

Ganz wie in alten Zeiten.

***

danke fürs Lesen!
Also, Fragen ...
Zunächst mal bin ich nicht wirklich zufrieden mit den militärischen Rängen - aber die klassische Bezeichnung ˋAgent´ macht mich noch unzufriedener. Auch, weil das sofort mit einem amerikanischen Setting assoziiert wird, warum auch immer (Danke, Herr Baumwolle!)

Dann: Wird die Wiederholung in den drei Überfallszenen klar? Und hätte ich das ˋschon wieder´ evtl. weglassen sollen, weil das eben klar ist? Ich bin da unschlüssig ...

Und: Zum Schluss hat Mart ja offensichtlich seine Erinnerung wieder - und ist bewaffnet. Fällt auf, dass da eine Lücke ist? Und wenn ja, gibt es eine Idee dazu?
(Auch zu der Inzenierung mit dem ˋPappkameraden ´ - das ist m.E schon richtig erzählt, aber ich weiß nicht, ob es so verstanden wird, wie ich mir das wünsche)

Natürlich sind alle Fragen und Einwände willkommen - sowie Vorschläge für einen Arbeitstitel ...

cheers, Uli

eska:
 Hi Uli;
ich versuch es mal:
1. Also zunächst einmal habe ich nur versucht, das Ganze zu verstehen. Das ist mir, glaube ich, nur zum Teil gelungen, denn mir hat sich nicht zweifelsfrei erschlossen, ob der Protagonist seine Erinnerung wieder hat, Mart Wilhemsen ist/war oder nicht.

Ganz kurz vorneweg: ich will immer Wilhelmsen lesen, das wäre norddeutsch, oder niederländisch Willemsen, so weit ich weiß. Deine Schreibweise irritiert mich.

2. Zu den Rängen kann ich nichts sagen, aber ja, das wirkt militärisch. Soll es denn keine militärische Hierarchie geben?

3. Ja, die Wiederholung war mir klar. Das 'schon wieder' ist mir nicht aufgefallen. Aber in der Sache habe ich nicht verstanden, wie er jedesmal sich als jemand anderes fühlen konnte. Vielleicht hilft da ein Satz, in dem er sich selbst wundert? Und beim zweiten Mal ist das auch noch nicht klar, da könnte er wieder derjenige sein, der in die U-Bahnszene reingerutscht ist, nur jetzt wieder im Normalmodus.

4. Da man am Anfang im Pub noch nicht weiß, dass die Frau ihn kennt, geht das alles sehr schnell. Je nachdem, ob er es da schon weiß (tut er doch nicht, oder?), könnte er darüber nachdenken, wieso wohl. Oder warum er das Gefühl hat, sie schon ewig zu kennen.

5. Ich verstehe den Ausdruck 'Deckel' nicht, der, der bezahlt werden wird. Das Bier?

6.
--- Zitat --- eine Abzweigung, die es in dieser Stadt nicht gab
--- Ende Zitat ---
?
Ähm, wie geht das? Paralleluniversum, und keiner hat den Übertritt gemerkt?

7.
--- Zitat ---Und: Zum Schluss hat Mart ja offensichtlich seine Erinnerung wieder - und ist bewaffnet. Fällt auf, dass da eine Lücke ist? Und wenn ja, gibt es eine Idee dazu?
(Auch zu der Inzenierung mit dem ˋPappkameraden ´ - das ist m.E schon richtig erzählt, aber ich weiß nicht, ob es so verstanden wird, wie ich mir das wünsche)

--- Ende Zitat ---
Nein, ich fürchte nicht. Ich hab es nicht verstanden, weder wie ein Pappkamerad auf den Oberst zugehen kann, noch, wieso Mart darauf mit Schüssen reagiert. Trainingsabfolge von früher?
Und wo der Sprung ist von 'Keine Ahnung, wer ich bin und was die von mir wollen' zu 'Ich bin hier zu Hause und kenne die Regeln.', sehe ich auch nicht. Gut, dass du geschrieben hast, da sei eine Lücke, das tröstet mich, aber im Text wahrnehmen kann ich sie nicht. Soll man denn?

8. Insgesamt: Ich würde es gern besser verstehen, weil ich das Konzept interessant finde, was da mit ihm passiert. So ein paar Sätze hier und da, die meine Verlorenheit als richtig bestätigen, weil er sich genauso fühlt, und irgendwann der Klick oder das langsame schrittweise Klickern bei ihm, der oder das mir die Sache erklärt, wären da hilfreich. Sorry.

9. Um Erbsen habe ich mich nicht gekümmert, es gibt aber ein paar. Ein Beziehungsfehler fiel mir rausreißend auf:

--- Zitat ---Die Stimme war weiblich, dunkel und weich, aber nichts davon zu sehr.
Also, normal. Eigentlich.

Sie setzte sich neben mich,
--- Ende Zitat ---
Sie=die Stimme

Soweit mein Senf. Mach was draus.  :-\

Lieben Gruß,
eska

Uli:
ay eska,

danke schön!  :lover:

Erstmal die einfachen Sachen:
Ein Deckel ist in der Kneipe die Rechnung - weil jedes Getränk mit einem Strich auf dem Bierfilz vermerkt wird. Ein offener Deckel ist also eine unbezahlte Rechnung.

eine Rangfolge innerhalb der Organisation brauche ich nicht unbedingt, jedenfalls keine ausgeprägte. Die Bezeichnungen sind, wie gesagt, auch nicht meine Traumlösungen.
Es gibt einen ˋChef´ und ein paar Gruppen von Leuten mit speziellen Aufgaben, aber keine große Hierarchie.

Und der Pappkamerad ist schlicht beweglich aufgehängt ...
Völlig richtig auch die Idee, dass die Reaktion eingeübt ist.

Tja ... und dann wird es schwieriger:
Einen Teil der Unklarheiten kann ich sicher mit dem Klappentext ausräumen (hoffe ich), und ich gebe gerne zu, dass die Sache nicht grad ein SiFi-Einsteiger werden wird.

Von hinten aufgerollt:

an allen vier aufeinanderfolgenden Tagen ist ˋMart´ die gleiche Person - hat aber jeweils eine ganz andere Erinnerung. Die Datumsangaben sollen da ein wenig helfen ...
Samstag, Sonntag und Montag passiert das Gleiche: Er macht ein Date aus, kurz danach wird er überfallen und findet jeweils eine Waffe - und kann die auch benutzen.
Danach erinnert er sich nicht mehr daran, sondern glaubt, jemand ganz anders zu sein.

Am Dienstag (der Tag, an dem die drei Verabredungen stattfinden sollten) begegnet er der unbekannten Frau (ohne Verabredung), und hat zumindest rudimentäre Erinnerungen an die drei Tage vorher. Die er allerdings bestenfalls für Träume oder sowas hält.
Es geht also (erstmal) darum, dass sein Gedächtnis manipuliert wird.

Chris spricht dann direkt diese ˋTräume ´ an, mit der Frage nach den Phaser - sie kennt also die Geschehnisse der vorherigen Tage, und weiß wohl auch, dass die Erinnerungen bei ihm vorhanden ist.

Oh, dass die Sache zwischen den beiden sich vorher recht zügig entwickelt, das ist nicht so ganz ... ungewöhnlich. Sowas passiert. Nicht oft, aber immerhin, deswegen wundert er sich da nicht.

Die Abzweigung, die es nicht gibt, ist tatsächlich ein Hinweis auf ˋhier kommt nur hin, wer den Weg genau kennt´ - zunächst mal. Das Hauptquartier ist nicht zufällig zu finden. Parralleluniversum ist ein sehr guter Gedanke.
Die drei ˋTarnexistenzen ´ sind ja auch parrallel gelaufen.

Tja, und die letzte ˋLücke ´ …
Tatsächlich ist das eine wichtige Sache:
Offenkundig gibt es keine Empfindung, kein ˋAha ´ in diesem Übergang, nicht einmal das pling aus den drei Überfall-Szenen.
Und nachdem Mart wieder ˋzurück´ ist, weiß er das auch, er fragt sich nicht, wieso er plötzlich Bescheid weiß.
Und dass er plötzlich bewaffnet ist, wundert ihn auch nicht.
Beides sollte schon wahrgenommen werden, aber nicht im Vordergrund stehen ...
(hat soweit wohl geklappt)

Hmm ...
Mal sehen, wie weit ich die Verwirrung noch abmildern kann, ohne den Erklärbär auszupacken ...

In den nächsten Szenen wird ein bisschen was davon aufgearbeitet, wäre das auch OK?

Belohnungs :b5:
und nochmal Danke!
Uli

Xaranis:
Hallo Uli!
Hier kommt sie - die Rache des Buchhalters.  :cheese:

Zunächst mal zu deinen Fragen.
Die militärischen Ränge: Ja, ich versteh, was du meinst. Aber ich denke mal, irgend einen Tod musst du hier sterben. Entweder du nimmst den "Agent" oder irgend welche Offiziersbezeichnungen aus dem Englischsprachigen - dann bist du genau in dem Setting, das du nicht haben willst.
Wenn du das vermeiden willst bleibt dir wohl nichts übrig, als auf die deutschen Bezeichnungen zurückzugreifen. Klingt kacke, irgendwie. Da merkt man mal wieder, wie amerikanisiert wir inzwischen in unserer Wahrnehmung sind. Aber was bleibt denn sonst übrig?


Wird die Wiederholung der Vorfälle klar?
Glasklar!
Das "schon wieder" ist mir gar nicht aufgefallen. Hat mich somit beim Lesen auch nicht gestört.


Nächste Frage: Zum Schluss hat Mart ja offensichtlich seine Erinnerung wieder - und ist bewaffnet. Fällt auf, dass da eine Lücke ist?
Ja. Ich frage mich, wo er die her hat.
Woher er im U-Bahn-Schacht so plötzlich dieses Thermo Dings-Plings her hatte, hat sich durch den Feuerlöscher jetzt für mich aufgeklärt. Die Dinger wurden im Vorfeld deponiert, für den Fall der Fälle. Hat ein bisschen was von Duke Nukem. Hach ja.... schön war die Zeit.
Aber die ECHTE Waffe, also jetzt so, akut - die bleibt ein Rätsel.
Vorschlag meinerseits:
Kann ihm die Dame mit der Hausfrauenfrisur im Wagen denn nicht seine Waffe zuschieben? Zusammen mit seiner Dienstmarke, vielleicht? An der Stelle, wo sie ihn ähähm, willkommen heißt? Ein Satz und das Ding ist durch.

Letzte Frage: die Sache mit den Pappkameraden.
Er ist wieder der Alte. Weiß, wer er ist und wo er ist. Da irritierte es mich dann zugegeben schon, dass er so plötzlich auf die "Pappkameraden" schießt.  :wow:
Nachdem ich mich also kurz gewundert habe kam ich zu dem Schluss, dass es eine Art Test sein wird, um zu gucken, ob er wieder funktioniert da oben im Kopf?
An der Stelle hätt ich dann ne Frage:
Haben sich die Typen dafür freiwillig gemeldet?
Und was bekommt man für sowas üblicherweise? (abgesehen von nem Krankenhausaufenthalt)
Nen Gehaltsbonus oder ein großes Eis?


Hier unten noch ein paar allgemeine Erbsen.

Nach dem ersten Teil, der ja doch recht konfus war habe ich ehrlich gesagt auf ein wenig Ordnung gehofft. Nur so ein bisschen.
Aber in Ordnung. Auf die ganzen Plings lasse ich mich ein - auch wenn ich während des Lesens nicht völlig drüber wegkomme, mich zu wundern, wie er die Dinge schildern kann von denen er gleichzeitig sagt, er habe sie vergessen.
Klar, dass sich das hinterher auflöst. Er bekommt sein Gedächtnis wieder, die Lücken schließen sich und daher kann er - rückblickend betrachtet - die Dinge genauso schildern, wie er sie eben schildert. Aber es verwirrt schoooooon. Mich zumindest. Doch glaube ich (hoffe ich), dass SciFi-Fans ja an so einiges gewöhnt sind und das so mitgehen.
Anfängerlektüre ist das dadurch aber sicher nicht! Das zielt nicht auf Leser, die sich berieseln lassen wollen ohne groß nachzudenken sondern auf Leser, die gedanklich wach bleiben und sich Feinheiten merken, die nachher für's Verständnis wichtig sind! 

Für meinen Geschmack wird es hinten raus stellenweise etwas dünn. Da solltest du nochmal drüber gehen.
Genau genommen beim Date fängt es an. Von da an fallen mir Dinge unangenehm ins Auge. Was Eska erwähnte, mit der "Stimme, die sich neben ihn setzt" ist mir wie so ein Stein ins Auge geflogen. Auch sehe ich beim Date keine Indizien, anhand der er festmacht, worauf der Abend hinausläuft. Mir erschließt sich das eigentlich bloß dadurch, dass du es explizit sagst. Nicht dass ich das bewusst so wahrnehmen würde durch das, was die Dame so sagt oder tut.
Und ganz sicher ist für mich eine "Ich bin verheiratet- Haare machen kostete Zeit Frisur" kein Indiz dafür, dass sich die Schnecke jemanden abschleppen will - im Gegenteil.

Das mit der Abbiegung auf der Straße "die es nicht gibt" hab ich, wie Eska, auch nicht kapiert. Ist da jetzt eine Abbiegung oder nicht? Mir ist klar, worauf du hinauswillst. Ein geheimer Ort. Geheimer als geheim. Aber auch der muss doch physisch irgendwo vorhanden sein. Es sei denn er existiert in einem Paralleluniversum. Mir als Autofahrer würde es aber auffallen, wenn vor mir plötzlich ein Auto verschwindet, wenn es dorthin abbiegt, wo's nichts zum Abbiegen gibt.  :hell:
Vielleicht kannst du diese Passage ja noch überarbeiten und irgendwie ääääh, unauffällig im Skript verschwinden lassen.

Nach den Erklärungen im Auto weiß ich irgendwie noch weniger als vorher.  :flenn:
Aber vielleicht gehöre ich auch einfach zum falschen Publikum. :weissnicht:

Aber vom Grundsatz her hat das Ganze Zauber.

 :applaus:

eska:
Lieber Uli,

seit Mittwoch mindestens schmort mein Kommentar, und ich finde keine Zeit, ihn richtig fertig zu stellen.
Deshalb jetzt das, was ich schon geschrieben hatte, inzwischen habe ich den Faden verloren. Tut mir leid.


Danke für deine Erklärungen.
Aber auch im Nachhinein ist mir nicht klar, wie man das so deutlich aus dem Text herauslesen soll. Sorry.
Wenn das Durchschauen dir aber nicht so wichtig ist, kannst du es peu à peu aufklären in den Folgeszenen. Nur lass den Leser nicht zu lange und mit zu vielen Fragezeichen hängen, das frustriert.


--- Zitat ---Am Dienstag (der Tag, an dem die drei Verabredungen stattfinden sollten) begegnet er der unbekannten Frau (ohne Verabredung), und hat zumindest rudimentäre Erinnerungen an die drei Tage vorher. Die er allerdings bestenfalls für Träume oder sowas hält.
Es geht also (erstmal) darum, dass sein Gedächtnis manipuliert wird.
--- Ende Zitat ---
Dann müsste das m.E. noch besser rauskommen, z.B. indem er sich wundert, die seltsamen Träume zu verdrängen sucht (gibt es eigentlich körperliche Spuren oder 'Erinnerungen'?) oder so.


--- Zitat ---eine Rangfolge innerhalb der Organisation brauche ich nicht unbedingt, jedenfalls keine ausgeprägte.
--- Ende Zitat ---
Dann such weiter nach Alternativen. Militär hat eben genau diese strikte Befehlsstruktur als hervorstechendes Merkmal, das führt dann auf die falsche Fährte.
Brauchen sie denn Rang-Bezeichnungen? Können sie sich nicht einfach mit Nachnamen oder Kürzel anreden? Oder mit Nummern? Nicht 00x, eher 1,2,3 usw., das geht, wenn es nicht zu viele sind, und zeigt auch eine gewisse Rangfolge oder ein 'Dienstalter'.


Das war' schon.  :-\

Gruß,
eska

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