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Grill / Re: mit deinen Augen - Heldenreise
« Letzter Beitrag von eska am 25 July 2020, 22:53:07 »
Hi Uli!
 :wink:

Wie versprochen hab ich die Fortsetzung von Kai und El! gelesen.
Zu deinen Fragen komme ich gleich. Zunächst ist mir - vielleicht bedingt durch den zeitlichen Abstand -  aufgefallen, dass auch in diesem Textstück das meiste von Kai nachträglich erzählt und kommentiert wird, besonders deutlich machst du das ja im letzten Absatz, der das thematisiert.
Ich weiß nicht, ob du durchgehend in diesem Rückblick-Modus erzählen willst, der ja zu Kais Situation wie am Anfang geschildert, passt. Die Gefahr von zuviel Plusquamperfekt und viel Distanz besteht dabei ja immer. Und ein bisschen mehr O-Ton El! und mehr rein in die Szenen fände ich auch schön. *Neugier* Und wenn es Kais Job ist, den Menschen zu zeigen, was ist, würde ein beschreibender, detaillierterer Stil auch in diesem seinem Dokument passen, oder?
Zum Beispiel kann ich mir die Auto-Magie-oder-Ingenieurskunst-Diskussion sehr nett vorstellen und finde es schade, dass du da so stark zusammenfasst.
Außerdem befürchte ich, dass in der Kürze viele gute Schlussfolgerungen und Beobachtungen eher am Leser vorbeirauschen, als wenn er sie selber Stück für Stück nachvollziehen könnte.
Das alles mehr im Blick auf das Ganze als auf diesen konkreten Text...

Ansonsten:

Zitat
Und ich hatte diesen Ruf ebenso sorgfältig wie beiläufig erarbeitet, mit ein paar Reportagen, die eben nur irre Spinner so machen können. Eine Art Talent von mir.
Hier wünsche ich mir angedeutete Beispiele: ... mit solchen Reportagen wie der über XXX oder der vom YYY. Vielleicht ein bisschen Selbstironie dazu: Naja, die Bewertung als Spinner hatte ja schon mein Deutschlehrer unter so einige meiner Aufsätze gesetzt. War wohl seit jeher eine Art Talent von mir.

Zitat
El! hatte ich selbstverständlich erzählt, was ich da vorhatte,
Warum kommt das erst nach der ganzen Projekt-Planung? Immerhin dauert die Phase ja ein bisschen.
Und eigentlich ist die Formulierung 'hatte ich erzählt' irgendwie übergriffig. Schließlich nutzt Kai ihre Perspektive, ihren Input. Es sollte also eher ein gemeinsames an der Idee Arbeiten, eine Teamentscheidung sein.
Zitat
Bekommt man einigermaßen ein Bild von Kai und seiner Art zu leben? Und von dem Umfeld?

Ein Bild von Kais Broterwerb als Journalist für besondere Fernseh- oder Filmreportagen, ja. Wunsch nach mehr Details siehe oben. :) Von seinem sonstigen Leben hier nicht. Vom weiteren Umfeld auch nicht, nur die daran verdienenden 'Macher' tauchen auf, als Gruppe und verallgemeinert, nicht als Einzelmenschen, aber das ist in deinem Sinne.

Zitat
(und sind die Fragen nach dem ersten Teil genügend beantwortet?)

Ich kann die Abfolge der Teile nicht recht einordnen; was kommt dazwischen? Wenn ich zu lange auf Antworten warten muss als Leserin, dann verliere ich eventuell die Lust, je nachdem, was mich sonst lockt, ob es Hinweise gibt etc.
Insgesamt wären mir diese wenigen Sätze von El! hier zu wenig, um ihr Hiersein zu erklären. Und Kai wäre mir zu wenig neugierig. Ich stelle mir aber vor, dass es da Szenen zwischen den Texten gibt, die du hier eingestellt hast,
 
Zitat
El!s Bedenken ˋgesehen ´ zu werden sind ein ISSO, das ich brauche. Ist das gut (genug) verkauft?

Sie erklärt das nicht (bzw. Kai erwähnt es nicht), aber mir reicht es so. Kommt vorher nicht irgendwo mal ein Gespräch zwischen den beiden, wo sie ein bisschen ausführlicher auf die ihr zugefallene Beobachterrolle eingeht und vielleicht abwehrt, daraus eine urteilende oder beratende Rolle zu machen?
(Allerdings stört mich die sehr mündliche (und grammatikalisch falsche) Verwendung des weil plus Hauptsatz:
Zitat
weil, sie wollte nicht, dass allzuviel bekannt würde.
Wie wär's mit denn oder nämlich?)


Das für heute. Mach mal was draus! ;)
Gruß,

eska
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Grill / Re: Aikaria - Kapitel 1
« Letzter Beitrag von Tika am 18 July 2020, 12:45:49 »
Hallo Anni,

es wurde ja schon einiges zu deinem, zugegebenermaßen kurzen, Schnipsel geschrieben. Hm ich habe da noch eine ganz andere Anmerkung.
Du sagst, dies sei der Anfang deiner Geschichte und du müsstest ja gleich zu diesem Zeitpunkt Spannung aufbauen.
Nope - ich widerspreche heftigst. Bevor ich mit einer Figur mitfühlen kann, muss ich sie erstmal kennen, ansonsten lässt mich ihr Schicksal völlig kalt. Nicht umsonst beginnen beinahe alle Spielfilme mit einer kurzen Einführung. Sie gewähren einen Blick in die Normalität der Figur, damit man kurz darauf merkt, dass was nicht stimmt, wenn die Normalität der Figur auf den Kopf gestellt wird.
Das bedeutet, zeige zuerst was normal ist und dann nimm deiner Figur diese Normalität weg.
Ich empfinde gerade Aktion gleich zu beginn, auch wenn sie nur die Ängste der Figur zeigen soll, als verzweifelten Versuch des Autors, den Leser bei der Stange zu halten, obwohl er (der Autor) bisher noch nichts wirklich dramatisches zu sagen hat.
Beginne langsamer und setzte hier und da einen kleinen Hook, der den Leser stutzen lässt.

Wie immer, nur meine Meinung ;-)

Glg
Tika
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Grill / Re: mit deinen Augen - Heldenreise
« Letzter Beitrag von eska am 17 July 2020, 23:38:42 »
Lieber Uli;

ich bin wirklich gespannt, schaff es aber nicht, mir deinen Text noch vorzuknöpfen.  In einer Woche hoffentlich!

LG,
eska
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Grill / mit deinen Augen - Heldenreise
« Letzter Beitrag von Uli am 16 July 2020, 22:17:20 »
Hallo, Hölle!

Es kommt mir zwar komisch vor, dass ich zur Zeit offenbar der einzige bin, der Texte einstellt - aber OK, das ist halt grad mal so. Und wird bestimmt mal wieder anders, hoffe ich.

Also: Hier ist der chronologisch zweite Teil der Story, und der gibt ein paar Antworten auf Fragen (die eska gestellt hat ...). Und baut eine Startrampe. Und ... so


Heldenreise

Die Agentur machte genau gar keine Schwierigkeiten, als ich das neue Projekt ankündigte:
Eine Serie mit dem Titel ˋmit anderen Augen ´, eine fiktionale Sache, zeitgeistig etc.pp.

Im Gegenteil, sie warfen die Maschinerie an und machten Castings und sowas alles, und warfen einen mittelfetten Vorschuss aus, wegen Spesen und so.
Es ging darum, bekannte Orte und Umstände irgendwie so wie von außen zu betrachten, und die fiktive Protagonistin sollte eine Außerirdische sein. Mehr oder weniger also real das ganze.

Der Vorteil davon, als irrer Spinner zu gelten, mit dem man Geld verdienen kann, liegt in den letzten sechs Worten - dafür lassen sich die Betriebswirte auf alles mögliche ein. Und ich hatte diesen Ruf ebenso sorgfältig wie beiläufig erarbeitet, mit ein paar Reportagen, die eben nur irre Spinner so machen können. Eine Art Talent von mir.

El! hatte ich selbstverständlich erzählt, was ich da vorhatte, und sie fand das völlig in Ordnung. Und lustig. Und ... traurig.
ˋDu verdienst dein Leben, indem du Leuten erzählst, wie Dinge aussehen?´ fragte sie. ˋWarum sehen die nicht selber hin?´. 
Und ich brauchte ein paar Minuten, um das Traurige daran zu sehen. Und ein paar Minuten mehr, um mich darüber zu freuen, dass ich das immer noch traurig finden konnte, obwohl ich schließlich davon lebte. Und ...

Jedenfalls stimmte sie zu, in der Hoffnung, dass vielleicht Leute lernen könnten, selber zu sehen, wenn man ihnen zeigt, wie das geht.

Sie war so wundervoll, so ... optimistisch. Und trotzdem klug.


Ein wenig Bedenken hatte sie, weil ich ja Dinge aus ihrer Sicht beschreiben wollte - weil, sie wollte nicht, dass allzuviel bekannt würde. Von ihr. Und etwas schockiert war sie, weil ... nun, in ihrer Welt gibt es keine feinsinnige Unterscheidung zwischen künstlerischer Freiheit und Lügen.

Mal davon abgesehen, dass sie nicht so furchtbar viel erzählt hatte.
Von ihrer Welt, von dem, was geschehen war, bevor sie aus meinem Bilderrahmen gepurzelt war, von ihrem ganzen Leben - auf entsprechende Fragen lächelte sie meist, schüttelte den Kopf und spitzte den Mund zu einem Kuss.

Nur ganz wenige Sätze sagte sie zu all dem, Sätze, die ich nicht unbedingt verstand.
Ihre Stimme klang dabei immer etwas bedrückt, traurig ... also fragte ich nicht weiter nach.


ˋLebe hier, bin dort tot - noch lange ´ war so ein Satz, und ˋTüren sind nicht für Leben, nur für Sein ´ - für mich genauso unverständlich wie für sie die Sache mit den Religionen war.

Sie hatte danach gefragt.

Ich hatte ein Auto gemietet für unsere Entdeckungsreise, und wir fuhren über nächtliche Autobahnen - Zeit für Gespräche.
 Also, nachdem El! sich an den Gedanken gewöhnt hatte, dass ˋIngenieurskunst´ nichts mit Magie gemein hat und Verbrennungsmotoren nur vergleichsweise simple Anwendungen von Naturgesetzen darstellen.
Naja, jedenfalls akzeptierte sie, dass ich das so glaubte. Immerhin.

Ach ja: Ich notiere hier nicht den getreuen Wortlaut von El!s Fragen und Anmerkungen, weil sie am Anfang die Sprache noch nicht so toll beherrschte und es viele Missverständnisse gab. Ich gebe das wieder, was sie aussagte. In einer verständlichen Form.
Ich erwähne das deshalb, weil aus diesen Gesprächen Texte entstanden sind, die dann kommerziell verwertet wurden - eben davon lebe ich ja - und dabei wurde etliche Aussagen auch inhaltlich verändert. Aus Marketing-Gründen. Wie das so üblich ist ...

Aber zurück zu Religion und all dem.

***
Danke fürs Lesen!

Und die Fragen sind:
Bekommt man einigermaßen ein Bild von Kai und seiner Art zu leben? Und von dem Umfeld?
(und sind die Fragen nach dem ersten Teil genügend beantwortet?)
El!s Bedenken ˋgesehen ´ zu werden sind ein ISSO, das ich brauche. Ist das gut (genug) verkauft?

Tja ...
fröhliches Rösten!





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Grill / Re: Mit deinen Augen (S) ˋElfen ´
« Letzter Beitrag von Uli am 09 July 2020, 14:05:38 »
ay eska!
Zitat
natürlich habe ich gerne einen Blick auf ein Stückchen mehr El! geworfen.  :cheerful: Aber es ist gar nicht so einfach, auf deine Fragen zu antworten.
Naja, über dem Eingang steht ja auch ˋHölle ´ - manchmal wird es schwer ...


Zitat
zu 1. Ja und nein. Dass der Rückschluss erwünscht ist, wird deutlich. Mir zumindest scheint aber das elfische System, das El! darlegt, nicht auf irdische Verhältnisse übertragbar. Schön wär's ja, wenn das so einfach wäre mit der friedlichen Koexistenz, sowohl einzelner Individuen, die sich ihre Gesellschaft aussuchen können, als auch größerer Gruppen, die sich die Lebensräume teilen. Kampf gäbe es nur, weil Vereinzelte, Verlorene uneinsichtig sind.
Richtig - das ist nicht 1:1 übertragbar. was auch gar nicht die Idee ist.
El! erzählt von ihrer Welt, und das zunächst mal ohne direkte Wertung, ohne Vergleich - und schon gar nicht mit der Empfehlung, das hier auch so zu machen. Aber die Grundlage (Wir) findet sie schlüssiger und besser als das Konzept der ˋVölker ´, von dem Kai geredet hat.

Zitat
Nennst du bzw. El! genau die ein Volk? Oder verstehe ich das falsch? Volk hieße also Sammeltopf von selbstgemachten Außenseitern, die nirgendwo anders dazugehören wollen? Wenn das das ist, was du ausdrücken wolltest, täte eine umfassendere Erklärung gut, glaube ich.
El! nennt ˋdiese Leute ´ die ˋFinsteren ´, in ihrer Welt. Der Nachsatz mit dem ˋVolk ´ deutet ihre Ansicht über eben dieses ˋVölker-System ´ an - weil halt die jeweiligen Volksangehörigen nicht darüber entschieden haben, ob sie das wollen, und an eine Volkszugehörigkeit in dieser Welt erstmal keine Bedingungen geknüpft sind. Ein Deutscher ist ein Deutscher, wenn er in diese, Territorium geboren wurde - auch dann, wenn es gegen alles ist, was (angeblich) ˋdeutsch ´ ist.
Ein Bindung an Werte und gemeinsame Ziele ergibt sich nicht aus Volkszugehörigkeit.
Die Finsteren in El!s Welt haben untereinander kein ˋWir´, keine Bindung - außer der, dass sie sich gegen andere abgrenzen.

Zitat
Besonders das
Zitat
Alle sind ... Wir-in-der-Welt
berührt mich, aber das macht es für mich nicht glaubhafter.

Wenn du sagen könntest, dass du das für ˋin dieser Welt unrealistisch ´ hältst, wäre mir wohler.
Dieses ˋWir´ entsteht ja nicht (nur) von allein, aus dem Wesen der Elfen heraus, sondern ist auch Ergebnis von Sozialisation (Erziehung).
Das grundsätzlich solidarische Miteinander aller ... Elfen, egal zu welchem Wir sie gehören, ist Grundlage ihrer Philosophie. Und wird demnach als Wert vermittelt.

Zitat
Und das zielt auf Frage 2: Das soziologische Konzept ist klar, aber zu einfach. Oder geht von einer gänzlich anderen Wesensart als der menschlichen aus (oder sieht Menschen so anders).
Oh, in der Anwendung ist das ziemlich komplex - aber El! gibt hier auch keinen Lehrgang, wie die Sache im einzelnen funktioniert. Und ja, diese Philosophie erfordert (und erzeugt) ein anderes ˋMenschenbild ´, als das, was wir kennen.

Die von dir genannten Konfliktfelder erfordern Kompromisse - der Unterschied ist nur, dass Elfen die Bedürfnisse einer anderen Gruppe zunächst einmal als gleichwertig anerkennen, und dann verhandeln. Das Argument ˋwir sind aber mehr, und haben Stöcke ´ gibt es dort nicht - das würde ˋdas Wir zerbrechen ´, was für Elfen schrecklich ist.


Zitat
Wenn es denn überhaupt ein Gleichgewicht geben kann, das keinen besonders begünstigt und damit Neid weckt. Und wenn alle sich einig sind, dass ein solches Gleichgewicht nötig, sinnvoll und schützenswert ist, auch auf Kosten eigenen Verzichts...
genau das: Der Ausgleich ist wichtiger, als eigene Ziele ˋdurchzusetzen ´. (den Begriff ˋNeid ´ kennen die Elfen zwar, betrachten das aber als heftige psychische Störung)

Zitat
Und je mehr Wesen sich eine Erde teilen müssen, desto schwieriger wird das mit dem Gleichgewicht
Richtig. Wenn dann noch ein großer Teil der Wesen auf ˋwhatauchever first´ anspringt und grundsätzlich zu Egoisten erzogen worden ist, braucht man aber gar nicht soooo viele Personen, damit es Stress gibt.

Zitat
Ich glaube übrigens auch, dass nicht alle Ichs sich so unterscheiden wollen. Ausgehend von der Familie, in die man geboren wird, und den Menschen, unter denen man aufwächst, schafft man sich bekannte, vertraute Räume. Von denen aus entdeckt oder - positiv gefasst - erobert man sich die Welt.
Ich glaube, dass jedes Ich ... nun, ˋich sein ´ will - nicht primär ˋanders ´ oder gar ˋindividuel´, aber eben ˋich´.
Und der Nachsatz ˋerobert sich die Welt´ ist ... irdisch ...
Elfen entdecken die Welt, ohne deswegen Besitzansprüche zu entwickeln (die in ˋerobern ´ implementiert sind)


Zitat
Je sicherer die ersten Beziehungen gelingen, desto offener wird man für weitere, größere sein. Alles, was im Kleinen schiefgeht (und das kann so vieles sein), wirkt sich auf das Große aus. Zu Ende gedacht hieße das vielleicht: Wenn man eine Heimat erfahren hat, kann man in der ganzen Welt zu Hause sein. Ob das so ist, wage ich nicht zu beantworten.
Bei den Elfen funktioniert das ...
auch, weil sie darauf achten.
(Und El! sagt ja selber, dass es trotzdem nicht immer gelingt, dass es die Finsteren gibt - nur, die haben nie eine Machtstellung eingenommen, wie auf diesem Planeten.)

Zitat
Zitat
Wenn du fortgehst und dein Sein geht mit dir, wirst du ein einzelnes Ich, bis du ein neues Wir gefunden hast
Das klingt so selbstbestimmt und einfach. Berücksichtigt es auch die Gründe, warum ein Ich sein Wir verlässt, vielleicht verlassen muss? Und ist das Finden eines neuen, passenden Wir wirklich so leicht? Hier scheint mir die Keimzelle eines großen Konfliktes zu liegen, vielleicht auch die Quelle all der Verlorenen, die alles angreifen.
Für eine psychisch gesunde Elfe ist es tatsächlich einfach, ein passendes Wir zu finden.
Wenn jemand zu ˋWir, die wir Bergbau betreiben ´ gehört (weil da geboren) und Bergbau so gar nicht das Ding ist und das Ich deswegen leidet, wird das nicht ˋwegerzogen ´, sondern im Gegenteil gefördert. Durch Beratung, durch Herstellen von Kontakten, durch Ermöglichen von Reisen (meist in Kaufmannszügen) und so.


Zitat
Tja. El!s Bericht liest sich ja gut und stellt eine anscheinende Glückseligkeit dar, löst in mir aber Widerstand und Querdenkerei aus, siehe Beispiele. Und natürlich frage ich mich, wieso El! ursprünglich ihre Welt verließ, ausgerechnet um in unser problembehafteten Welt zu landen.

OK ... alles richtig!  :jubel:
El! berichtet von ihrer Welt, wie sie sein soll - verschweigt aber die Finsteren durchaus nicht.
Aber sie betont das auch nicht.

Die praktische Frage, warum sie hierher gekommen ist, lässt sich einfach beantworten:
(ohne Spoiler, nur aus bisherigem Text abgeleitet)
Sie war ja schwer verletzt, als sie ankam - und erwähnt, dass die Gefahr besiegt sei.
Offenbar gab es also einen Kampf, mit etwas echt hässlichem, und sie hat das zwar erledigt - aber eben um den Preis einer sehr schweren Verletzung, an der sie gestorben wäre.
Und in dieser Situation hat sie eine ˋTür ´ benutzt, ohne sich Gedanken zu machen (machen zu können), wohin diese genau führt. In der Hoffnung, auf der anderen Seite Hilfe zu finden, mehr nicht.
Dass sie die Verletzung ˋmitgebracht ´ hat, liegt daran, dass sie in ihrem Sein verletzt war - eine extrem heftige Sache also. Von der sie erstmal nicht erzählen wird, das kommt viel später.

Im Moment ist El! noch recht zurückhaltend ... auch Kai gegenüber. Was eben an dem verletzten Sein liegt.


Zitat
Ich hoffe, mein Senf demotiviert dich nicht, sondern hilft dir beim Feinschliff.
aber ganz im Gegenteil!
Das war hilfreich - und motivierend. Weil es anscheinend so wirkt, wie ich mir das wünsche.


 :b5: :kaffee2: :b5:

alle Liebe! Uli
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Grill / Re: Mit deinen Augen (S) ˋElfen ´
« Letzter Beitrag von Uli am 08 July 2020, 23:42:51 »
ay eska,

es ist spät, und deshalb antworte ich nicht im Detail - aber Danke!

du sagst mir in Summe, dass alles, was ich damit wollte, funktioniert - obwohl (oder weil) es ziemlich hart ist. Auch die Rückfrage, ob ˋdort ´ wirklich alles so einfach sei ... so schön und klar, obwohl es genau diese Probleme ja geben muss - ich bin begeistert!

Du liest das auf genau die Art und Weise, die ich mir wünsche.
Und morgen gebe ich dann auch Antworten ...  (die hoffentlich gut genug sind ... )

alles Liebe und  :b5:
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Grill / Re: Mit deinen Augen (S) ˋElfen ´
« Letzter Beitrag von eska am 08 July 2020, 23:27:17 »
Lieber Uli;

natürlich habe ich gerne einen Blick auf ein Stückchen mehr El! geworfen.  :cheerful: Aber es ist gar nicht so einfach, auf deine Fragen zu antworten.

Zitat
Das Konzept sieht vor, dass in mehreren derartigen Abschnitten El!s Ansichten zu verschiedene Themen behandelt werden - vordergründig, indem sie Kai ihre eigenen Konzepte erklärt. Funktioniert dabei der ˋRückschluss ´ auf irdische Verhältnisse?

Und: Ist das soziologische Konzept einigermaßen klar?
zu 1. Ja und nein. Dass der Rückschluss erwünscht ist, wird deutlich. Mir zumindest scheint aber das elfische System, das El! darlegt, nicht auf irdische Verhältnisse übertragbar. Schön wär's ja, wenn das so einfach wäre mit der friedlichen Koexistenz, sowohl einzelner Individuen, die sich ihre Gesellschaft aussuchen können, als auch größerer Gruppen, die sich die Lebensräume teilen. Kampf gäbe es nur, weil Vereinzelte, Verlorene uneinsichtig sind.
Nennst du bzw. El! genau die ein Volk? Oder verstehe ich das falsch? Volk hieße also Sammeltopf von selbstgemachten Außenseitern, die nirgendwo anders dazugehören wollen? Wenn das das ist, was du ausdrücken wolltest, täte eine umfassendere Erklärung gut, glaube ich.

Besonders das
Zitat
Alle sind ... Wir-in-der-Welt
berührt mich, aber das macht es für mich nicht glaubhafter.

Und das zielt auf Frage 2: Das soziologische Konzept ist klar, aber zu einfach. Oder geht von einer gänzlich anderen Wesensart als der menschlichen aus (oder sieht Menschen so anders). Was ist denn z.B., wenn die Wir-im-Dorf im Oberlauf des Flusses so viel Wasser verbrauchen oder verschmutzen, dass die Wir-im-Dorf im Unterlauf nicht genügend bekommen, krank werden etc.? Oder die Bauern so nah an den Wald bauen, dass die Tiere verschwinden? Diese Gesellschaften haben zwangsweise etwas miteinander zu tun und müssen ständig Rücksichten nehmen, damit das Gleichgewicht erhalten bleibt. Wenn es denn überhaupt ein Gleichgewicht geben kann, das keinen besonders begünstigt und damit Neid weckt. Und wenn alle sich einig sind, dass ein solches Gleichgewicht nötig, sinnvoll und schützenswert ist, auch auf Kosten eigenen Verzichts... Und je mehr Wesen sich eine Erde teilen müssen, desto schwieriger wird das mit dem Gleichgewicht.

Ich glaube übrigens auch, dass nicht alle Ichs sich so unterscheiden wollen. Ausgehend von der Familie, in die man geboren wird, und den Menschen, unter denen man aufwächst, schafft man sich bekannte, vertraute Räume. Von denen aus entdeckt oder - positiv gefasst - erobert man sich die Welt. Je sicherer die ersten Beziehungen gelingen, desto offener wird man für weitere, größere sein. Alles, was im Kleinen schiefgeht (und das kann so vieles sein), wirkt sich auf das Große aus. Zu Ende gedacht hieße das vielleicht: Wenn man eine Heimat erfahren hat, kann man in der ganzen Welt zu Hause sein. Ob das so ist, wage ich nicht zu beantworten.

Zitat
Wenn du fortgehst und dein Sein geht mit dir, wirst du ein einzelnes Ich, bis du ein neues Wir gefunden hast
Das klingt so selbstbestimmt und einfach. Berücksichtigt es auch die Gründe, warum ein Ich sein Wir verlässt, vielleicht verlassen muss? Und ist das Finden eines neuen, passenden Wir wirklich so leicht? Hier scheint mir die Keimzelle eines großen Konfliktes zu liegen, vielleicht auch die Quelle all der Verlorenen, die alles angreifen.

Tja. El!s Bericht liest sich ja gut und stellt eine anscheinende Glückseligkeit dar, löst in mir aber Widerstand und Querdenkerei aus, siehe Beispiele. Und natürlich frage ich mich, wieso El! ursprünglich ihre Welt verließ, ausgerechnet um in unser problembehafteten Welt zu landen.

Ich hoffe, mein Senf demotiviert dich nicht, sondern hilft dir beim Feinschliff.
Gute Nacht,  :wink:

eska
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Schreibgruppen und Autorentreffs / Re: "Audienz App"
« Letzter Beitrag von Uli am 07 July 2020, 22:55:02 »
kann man noch nicht so viel zu sagen - die iOS-App ist beta, nur über Testflight zu installieren und daher keine Infos über AGBs etc.

Ich schaue mir das an, wenn es aus der Testphase raus ist
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Schreibgruppen und Autorentreffs / "Audienz App"
« Letzter Beitrag von FF am 07 July 2020, 15:49:39 »
Ich habe heute folgende Anfrage bekommen:

Zitat
Hey Astrid,

vor einigen Tagen bin ich auf meiner Quellen-Recherche deine tolles Forum gestoßen und habe mich voll der Neugierde durch all die fantasievollen und spannenden Geschichten gelesen :)

Ich bin nämlich nicht nur selber leidenschaftlicher Geschichtenerzähler, sondern habe aus meinem Journalismusstudium heraus die Idee einer kostenlosen Audio-Plattform für angehende Autor*innen entwickelt.
Zusammen mit meiner Mitgründerin Pauline entwickeln wir gerade eine App, mit der jede*r Autor*innen, Storyteller oder Hobbyerzähler*innen ganz einfach & schnell seine/ihre besten Geschichten per kurzer voicestory (5 Min. max.) mit anderen teilen und diskutieren kann.
Langfristig sollen die Autor*innen ihre (kurzen) Werke/Kapitel so auch unkompliziert für sich selber monetarisieren können. Sie können jedoch selbstverständlich jetzt schon zu anderen Seiten (z.B. deinem Forum, etc.) verlinken.

Jetzt meine Frage - dürfte ich in deinem Forum mit 1-2 einladenden Posts nach kreativen Autor*innen suchen, die ihre Inhalte kostenlos in unserer App bereitstellen können?
Wir würden uns nicht nur über super voicestories freuen, sondern auch über jegliches Experten-Feedback von dir und unserer kreativen Zielgruppe!

Wir befinden uns immer noch in der Testphase, die audienz.app ist jedoch bereits frei zum Dowload (beta) verfügbar unter: www.audienz.app
(dort findest du auch alle unsere Social Media Kanäle für weitere Eindrücke)

Vielen Dank und liebe Grüße,

Florian

Meine Antwort:

Zitat
Hallo Florian,

danke für deine Anfrage. Hättest du dich tatsächlich in meinem Forum umgesehen, wüsstest du, dass wir kein Veröffentlichungs-, sondern ein Arbeitsforum sind, in dem wir Textausschnitte besprechen und uns gegenseitig Tipps geben. Wir tun also bereits das, was du als App vorschlägst, nur eben schriftlich und nicht als Audiovortrag. Wir sind (als Forum) nicht an "Voicestories" und auch nicht an Monetarisierung interessiert, und nachdem ich auf Facebook gesehen habe, dass fast alle Beiträge auf englisch verfasst sind, glaube ich auch nicht, dass wir dafür das richtige Publikum sind.

Ich wünsche euch viel Erfolg für euer Projekt und bin bereit, meine Autor/innen auf deine Facebookseite hinzuweisen, und vielleicht sind ja einige daran interessiert. Aber ich nehme keine reinen Werbemitglieder auf.

Mit freundlichen Grüßen

Astrid


Auf Facebook braucht ihr nur "audienz app" im Suchfeld einzugeben.
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Grill / Mit deinen Augen (S) ˋElfen ´
« Letzter Beitrag von Uli am 05 July 2020, 15:10:46 »
Hallo Hölle!

Ein kleines Stück Text, etwa eine Buchseite - in der allerhand ˋerklärt´ wird. Oder gezeigt, oder ... wie auch immer.

Fröhliches Grillen!

Elfen

Ich wollte wissen, wie sich El!s Volk selber nennt - und ob es andere Völker gibt in ihrer Welt. Was nicht ganz einfach war.

ˋVolk?´ fragte sie, und sah verwirrt aus.
Und ich versuchte, so gut wie möglich zu erklären, was das ist:
Eine Anzahl Personen, die in einem Land/Staat leben? Leute, die eine bestimmte Nasenform oder Hautfarbe haben? Die an denselben Gott glauben?
Echt mal ...

El! hörte fasziniert zu, wie ich mich immer weiter verhedderte und anfing zu stottern und schließlich errötete, und das nahm sie zum Anlass, mir einen Kuss zu geben und zu erklären:

ˋIn meiner Welt leben ... viele Ich? Ja. Und verschiedene Ich, die zusammen sein wollen, sind ein Wir. Ein Dorf, Wir-in-dem-Dorf, einfach.
Wenn du fortgehst, und zu reisen, bleibt dein Sein dort und du bleibst ein Teil von Wir-in-dem-Dorf. Wenn du fortgehst und dein Sein geht mit dir, wirst du ein einzelnes Ich, bis du ein neues Wir gefunden hast.
Ich lebte dort mit Wir-die-im-Wald-leben.´

ˋUnd diese ˋWir´ ... unterscheiden die sich? Grenzen sich ab? Und ...´

El! lachte. ˋJedes Ich unterscheidet sich, Chai! Und sicher: Wir-im-Wald sind anders als Wir-im-Dorf, wir leben anders, und andere Dinge sind wichtig.´

ˋUnd ... gibt es Streit zwischen den verschiedenen ... Wir?´

El!s Blick wurde düster, und leise sagte sie ˋNein. Jedes Wir erkennt jedes andere Wir an. Alle sind ... Wir-in-der-Welt ... aber ... es gibt die anderen.
Die kein Wir haben, keines wollen, die ... Dunklen. Oder besser, die Finsteren. Verlorene Ichs, die alles hassen und gegen alles kämpfen, was sie nicht kennen. Ein ... vielleicht ein Volk?´

Bei dem letzten Satz sah sie mir in die Augen und lächelte, als ich nickte.
ˋDu brauchst ein Wort für ˋWir-die-im-Wald-leben ?´ fragte sie und ich nickte noch einmal, aber diesmal nicht so traurig wie vorher.
ˋWie nennt ihr das Volk aus dem Wald?´ fragte El!, und ich starrte einige Sekunden auf den Bücherschrank.
 ˋElfen ´ flüsterte ich dann, und ˋaber wir halten sie für ... Fantasy.´
El! lächelte und sagte ˋEin schönes Wort. Ich bin eine Elfe, für dich.´

Danke fürs Lesen!

Und ja, ich habe eine Frage, oder zwei:
Das Konzept sieht vor, dass in mehreren derartigen Abschnitten El!s Ansichten zu verschiedene Themen behandelt werden - vordergründig, indem sie Kai ihre eigenen Konzepte erklärt. Funktioniert dabei der ˋRückschluss ´ auf irdische Verhältnisse?

Und: Ist das soziologische Konzept einigermaßen klar?

cheers, Uli

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