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Grill / Re: Das zwölfte Geheimnis - Prolog
« Letzter Beitrag von Uli am 12 August 2020, 19:41:54 »
grins ...

dass es sich um Fantasy handelt leite ich aus der subtilen Andeutung der ersten Zeilen ab:
 
Zitat
„Niemals!” rief die Grüne Hexe. „Ich werde dich vernichten!”
Der Sturmkönig lachte. Blitze zuckten über den Horizont, und Donner rollte in den Bergen. „Mich vernichten? Du Närrin! Weißt du nicht, dass dein Schicksal an meins gebunden ist? Es ist uns bestimmt, für immer
OK, zugegeben: Solche Worte könnten eventuell auch in anderenGenres als Einleitung dienen, aber nachdem die Autorin ziemlich bekannt für ein bestimmtes solches ist, würde sie einen Genrewechsel recht schnell deutlich machen, um Falscherwartungen zu vermeiden.

Und zugegeben: Ich habe erwartet, dass du bei den Zeitformen und daraus abzuleitender Folgerungen genau gearbeitet hast - aber mir war danach, ein wenig anzugeben mit Analyse und so.
Wenn es schon nichts zu meckern gibt - für irgendwas muss die Grillgabel ja gut sein.
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Grill / Re: Das zwölfte Geheimnis - Prolog
« Letzter Beitrag von FF am 12 August 2020, 19:25:46 »
;D Naja, es könnte nochn bisschen dauern, bis es fertig ist, weil ich gerade die ursprünglichen ersten hundert Seiten komplett in die Tonne getreten und mit diesem Prolog ganz neu angefangen habe. Die Figuren und das Setting lassen sich diesmal wirklich Zeit ... aber nun hab ich eine ungefähre Ahnung, wo es hinlaufen könnte.

Woran erkennst du "offensichtlich Fantasy"? ;D

Und danke für die Röstung! Die Zeitformen sind Absicht und durchaus bewusst so gesetzt, weil ich das gerade bei der Ich-Erzählform sehr wichtig finde. Und auch die daraus folgenden Folgerungen sind durchaus beabsichtigt. :)

:lava:


:arbeit:
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Grill / Re: Das zwölfte Geheimnis - Prolog
« Letzter Beitrag von Uli am 12 August 2020, 18:56:25 »
  :dops:

wie schön, dass du diesen Textteil ˋProlog ´ nennst - sonst könnte ich ja über gar nichts meckern ...

Offensichtlich ein Jugendbuch, offensichtlich Fantasy, OK - und wie schon bei Glitzi lese ich das gerne. Noch dazu eine Ich-Erzählerin, da bin ich sehr gespannt ...

Ab und zu ist mir die Erzählerin ein klein wenig zu abgeklärt für eine 13-Jährige, obwohl ihre Lebenssituation mit diesem Mistkerl das schon zum Teil begründet - zugerechnet, dass sie offenbar ˋnachher ´ erzählt, und wahrscheinlich ein wenig was erlebt hat inzwischen, ist das vollends OK.
Falls das rückblickende Erzählen stimmt, könnte der Satz
Zitat
Ich kann es nicht leiden, wenn sie mich Lula nennnt, aber manchmal ist es schlauer, erst die Lage zu erkunden, bevor man mit dem Zanken anfängt.
noch in die Vergangenheitsform gesetzt werden - wenn der so bleibt, weiß ich schon, dass a) die Mutter die Sache überlebt, b) Sie ihre Tochter immer noch so nennt und c) dass die Protagonistin das immer noch nicht ausstehen kann.
Nebenbei ˋversteckt´ der Satz aber auch die Haltung des Mädels, erst die Lage zu erkunden (und deutet negative Erfahrungen bei anderer Handlungsweise an). Was sich wahrscheinlich mal als richtig gute Idee herausstellen wird.

So.
Was bleibt ist die alles entscheidende Frage: Wann ist das fertig? (ungeduldig bin)

 :applaus:
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Grill / Das zwölfte Geheimnis - Prolog
« Letzter Beitrag von FF am 12 August 2020, 17:44:14 »
edit 6.12.2021: Ich hab mal eine neuere Version auf den Grill gelegt.

https://www.federfeuer-forum.de/forum/index.php?topic=18563.0

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Damit der arme Uli sich nicht immer allein auf den Grill legen muss, hab ich hier mal den Anfang meiner neuen Geschichte. :) Fühlt euch nicht zum Rösten genötigt *PIEKS*, aber vielleicht fallen euch ja irgendwelche Fehler auf.

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Prolog


„Niemals!” rief die Grüne Hexe. „Ich werde dich vernichten!”
Der Sturmkönig lachte. Blitze zuckten über den Horizont, und Donner rollte in den Bergen. „Mich vernichten? Du Närrin! Weißt du nicht, dass dein Schicksal an meins gebunden ist? Es ist uns bestimmt, für immer


KRACH!
Ich erschrak so sehr, dass mir das Buch aus der Hand und in hohem Bogen durchs Zimmer flog.
Eigentlich war ich an Lärm gewöhnt. Unsere Wohnung lag im zweiten Stock an einer Hauptverkehrsstraße in einer großen deutschen Stadt, die nicht nur einen Flughafen, sondern auch zwei Autobahnanschlüsse und ein Fußballstadion hat. Zwei Häuser weiter war eine Kneipe, fünf Häuser weiter eine Pizzeria, die Straße links runter eine Grundschule und rechts rauf die Feuerwehr. Wir hatten Autos, Motorräder, Busse, Krankenwagen, bellende Hunde, kreischende Kinder, dröhnende Flugzeuge und immer wieder Sirenengeheul. Ich hatte noch nie im Leben kein Geräusch gehört, und wenn es wirklich mal ruhiger wurde, machte entweder jemand (ich zum Beispiel) Musik an oder es war spät und ich ging ins Bett.
Es war also immer laut. Aber es gibt unterschiedliche Arten von Lärm. Die eine Art ist einfach nur “lautes Geräusch”. Dabei kann ich problemlos lernen, Hausaufgaben machen, lesen und schlafen. Die andere Art ist die, vor der ich Angst habe.
Leute, die sich im Wohnzimmer anbrüllen.
Das Klirren zerbrechender Teller und Tassen.
Faustschläge gegen verschlossene Türen.
Und das Krachen der Wohnungstür.
Die Stille danach war die einzige Stille, die ich kannte: über all dem Lärm der Stadt ein tonnenschweres Schweigen, während ich stocksteif auf meinem Bett lag und abwartete, wie es jetzt weiterging. Das hing immer davon ab, wer nun gerade die Wohnungstür hinter sich zugeschmettert hatte: Mama oder Rainer.
Wenn es Mama war, geschah nichts. Dann holte Rainer einen Kasten Bier aus dem Keller und setzte sich damit vor den Fernseher, bis Mama irgendwann spät nachts zurückkam. Am nächsten Tag taten sie dann immer so, als sei nichts gewesen.
Wenn aber Rainer ging, konnte alles Mögliche passieren. Manchmal kam Mama in mein Zimmer, grinste triumphierend und spendierte uns beiden ein Eis. Manchmal schloss sie sich stundenlang im Schlafzimmer ein und weinte. Und manchmal musste ich ihre beste Freundin Sandra anrufen, damit sie Mama ins Krankenhaus fuhr. Das kam nicht oft vor, aber oft genug, dass ich vor dem Warten und dem Schweigen fast noch mehr Angst hatte als vor dem Krach.
Diesmal dauerte es nicht lange, bis Mama an meine Tür klopfte. “Lula?”
Ich kann es nicht leiden, wenn sie mich Lula nennnt, aber manchmal ist es schlauer, erst die Lage zu erkunden, bevor man mit dem Zanken anfängt. Ich setzte mich auf. “Ja.”
Sie öffnete die Tür und kam herein, und ich wusste sofort, dass heute etwas anders war. Es würde kein Eis geben, aber sie hatte auch kein blaues Auge und kein gebrochenes Handgelenk. Sie hatte allerdings geweint. Doch sie hatte etwas an sich, das mich an den Abend erinnerte, als sie mir sagte, dass Tante Vera gestorben war. Ich wusste sofort, dass sich etwas Grundlegendes verändert hatte, und dann sagte sie: “Pack zusammen, was du für vier Wochen Ferien auf dem Land brauchst. Morgen schicke ich dich zu Sophioma.”
Ich war so verblüfft, dass ich sie nur anstarren konnte. Dann sagte ich: “Äh, nein? Ich muss in die Schule!”
“Nein. Ich nehme dich aus der Schule, wir ziehen weg, ich habe mich eben von ihm getrennt. Ich muss eine Menge organisieren, und es ist besser, wenn du nicht jede unerfreuliche Einzelheit mitbekommst. Nimm nur mit, was du dringend brauchst, alles andere kommt in den Umzugswagen. Keine Angst, es wird nichts verloren gehen oder weggeworfen.”
“Aber wo ziehen wir denn hin?”
“Das weiß ich noch nicht. Vielleicht muss ich die Sachen auch erst einmal einlagern, bis ich etwas gefunden habe. Mach dir darüber keine -”
“Ich will ans Meer.” Wenn schon mein ganzes Leben gerade auseinandergerissen wurde, wollte ich wenigstens eine mögliche Richtung mitbestimmen. Aber Mama sagte: “Ich kann’s nicht versprechen, Lula. Wir werden das Erstbeste nehmen, was wir bekommen können. Danach können wir weitersehen. Aber jetzt fang an zu packen. Ich bringe dir den Koffer. Brauchst du Hilfe?”
Ich zog einen hochmütigen Flunsch. “Seh’ ich aus, als wäre ich erst zwölf?” Immerhin war mein dreizehnter Geburtstag schon fast eine Woche her!
Mama grinste, und da wusste ich, dass es irgendwann an diesem Tag doch noch Eis geben würde. Und als sie mir den Koffer brachte und ich mich in meinem Zimmer umsah, wurde mir allmählich klar, dass wir tatsächlich etwas zu feiern haben würden. Nicht den Umzug, nicht den Abschied von der Schule (da mochte mich eh niemand) oder der Wohnung oder der Stadt, sondern den Abschied von der Angst. Es würde keine Kämpfe, keinen bösen Krach, kein Gebrüll und keine zuschlagenden Türen mehr geben. Ich hatte zwar keine Lust auf Ferien bei Sophioma, aber die paar Wochen würde ich wohl durchhalten, und dann waren wir frei! Und vielleicht am Meer!
Ich begann sofort, Klamotten aus dem Schrank zu reißen.
Später saßen wir im Wohnzimmer und aßen unser Eis. Zwar keins vom Italiener an der Ecke, sondern Fruchteis aus der Tiefkühltruhe, aber Eis ist Eis. Es bestand auch keine Gefahr, dass Rainer plötzlich im Zimmer stand, denn Mama hatte die Kette an der Wohnungstür vorgelegt. “Soll er doch bei seiner neuen Freundin übernachten”, sagte sie. “Jetzt ist es mir wirklich egal.”
Ich schaute sie an, und sie sah wirklich anders aus als in den letzten zwei Jahren. Jünger. Wacher. Mutiger. “Weißt du was”, sagte ich, “ich bin froh, dass er aus unserem Leben verschwindet. Das war doch alles nur noch doof.”
“Ja”, sagte sie. “Und es tut mir leid, dass du das so lange mitmachen musstest. Das habe ich wirklich falsch gemacht.”
Da stimmte ich ihr zu, aber erstens war es jetzt vorbei, und zweitens hatte ich Eis und war großzügig gestimmt. “Naja”, sagte ich weise. “Er war wohl nicht der Richtige.”
Mama seufzte. “Menschen verändern sich. Ein paar Jahre lang war er durchaus der Richtige. Aber dann ging es eben nicht mehr.”
“Wie bei Papa, oder?”
Aber da war ich einen Schritt in die falsche Richtung gegangen.
“Du weißt, dass wir darüber nicht reden”, sagte Mama scharf, stand auf und ging in die Küche.
Sie redete nicht darüber. Ich hätte liebend gern stundenlang darüber geredet, warum mein richtiger Vater uns ohne ein Wort verlassen hatte, als ich zwei war. Aber das würde ich wohl nie herausfinden.
Sie kam nicht zurück, und ich hörte, wie sie die Spülmaschine ausräumte. Also aß ich mein Eis allein auf, aber es war nicht mehr so schön wie vorher. Danach ging ich wieder in mein Zimmer und packte meine Schminksachen ein. Und noch ein paar Bücher. Und natürlich Harpo, meinen Plüschraben. Alle anderen Stofftiere und die Puppen, für die ich eigentlich seit einer Woche viel zu alt war, würden eine Weile in den Umzugskisten wohnen müssen. Aber nicht Harpo.
Als es dunkel wurde, legte ich mich ins Bett. Eigentlich wollte ich mich noch eine Weile im Zimmer umsehen und darüber nachsinnen, dass dies meine letzte Nacht hier war, aber mein Körper hatte mal wieder kein Gespür fürs Drama, und ich schlief beinahe sofort ein.
So fing es an.
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Grill / Re: mit deinen Augen - Heldenreise
« Letzter Beitrag von eska am 28 July 2020, 22:21:53 »
 Bitte!

:cheerful:
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Grill / Re: mit deinen Augen - Heldenreise
« Letzter Beitrag von Uli am 28 July 2020, 01:11:32 »
 :hach:

ay Eska,

Danke!
Da waren jetzt mindestens zwei sehr gute Ansätze drin, um ˋwichtige ´ Szenen zu begründen. Und ich frage mich ernstlich, warum ich da nicht selber draufgekommen bin ... vor allem deshalb, weil der  eine schon in den ersten Zeilen angelegt ist:
Zitat
Damit dieser jemand dann bessere Chancen hat, diese Gelegenheit zu ergreifen, meine Fehler nicht wiederholt und ...
Und ˋSpurensuche ´ ist auch ein ganz starkes (und von mir übersehenes, gnarf) Motiv.
 :dops:  :anbet1:

Ein kleines Ärks ist allerdings auch dabei (aber damit rechne ich schon seit einiger Zeit): Dass die Sache dadurch ein wenig (also, ein wenig mehr ... noch mehr ...) persönlich werden konnte, also - für mich. Trauerarbeit und so - andererseits stellt dass auch eine weitere Dimension auf, neben der angedeuteten Drogensache nebst psychischer Störung und dem ˋdas war wirklich so ´. Auch schön.

ganz viele  :b5: und  :kaffee2: und :danke:
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Grill / Re: mit deinen Augen - Heldenreise
« Letzter Beitrag von eska am 27 July 2020, 23:18:19 »
Lieber Uli;

danke für die Erläuterungen.   :lichtaufgeh:

Zitat
der Erzählmodus ... der basiert auf der ˋSchreibsituation ´, in der Kai sich befindet. Er schreibt diesen Text ja, nachdem El! weggegangen ist, und eher als persönlichen Rückblick,

Ja, so hatte ich das auch aufgefasst. Deswegen meinte ich auch, das passt zu seiner Situation am Anfang.
ABER: Eine Geschichte quasi nur im Rückblick und zwar in der Vorvergangenheit und im narrativ-bewertenden Modus zu lesen wird schnell langweilig, fürchte ich. Die Lesegewohnheiten der meisten sind doch inzwischen auf schnelleres Lesen und miterlebte Handlung eingestellt, da gehen knapp zusammengefasste Feinheiten schnell verloren bzw. werden überlesen. Insofern musst du Kai außer den nachdenklichen Sätzen bitte auch sehnsüchtige Erinnerungen in die Feder diktieren oder so, oder ihn Szenen rekapitulieren lassen unter dem Gesichtspunkt, ob er etwas hätte anders machen können/sollen... etwas, was mich als Leserin mehr reinnimmt - du weißt schon.
Du schreibst, das geht nur mit den für ihn wesentlichen Szenen. Naja. Vielleicht darf es auch ein bisschen mehr sein, wenn du dafür eine einleuchtende Begründung findest? Z.B. könnte ein gehörter Satz/ein Wort ihn an El! und ihre ganz eigene Verwendung/Intonation etc. erinnern. Oder der Weg eines Regentropfens an der Scheibe etwas über Zeitempfinden aussagen oder oder oder.

Außerdem fände ich es schade, wenn die Idee nur so eine kurze Geschichte ergäbe, wie du skizziert hast! Ich plädiere für 'mehr Butter bei die Fische'. Rein lesesüchtig natürlich.  :cheese:

Da Kai sich ja wohl ziemlich ändert im Laufe der Geschichte, könnte er ja zwischendurch selbst über seine Einstellung stolpern - oder von El! darauf angesprochen/wortlos angestoßen werden. Könnte ich mir als eindrückliche Szene vorstellen... *sanftes Schubsen*.

Alles also eine Empfehlung, die von dir angedachte Szene (und mehr) einzubauen. Frohes Fabulieren!

eska

P.S.: Als Grund für die detailliertere Erinnerung kann ich mir z.B. denken, die Ausgangslage war bei jedem der beiden eine andere, das hat er damals nicht gemerkt, spätr aber begriffen. Jetzt sucht er im Nachhinein nach Hinweisen.
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Grill / Re: mit deinen Augen - Heldenreise
« Letzter Beitrag von Uli am 27 July 2020, 14:46:16 »
... Nachtrag ...

grade überlege ich, zwischen diesem und dem ersten Teil noch die Verabredung zu der Reise als ˋMiterleb-Szene ´ einzubauen ...
Könnte passen, ich brauche da nur einen Grund, warum diese Szene Kai ˋanfasst ´.
Wird aber zu finden sein, denke ich.
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Grill / Re: mit deinen Augen - Heldenreise
« Letzter Beitrag von Uli am 26 July 2020, 14:26:02 »
ay Eska,

vielen Dank!
Also ... der Erzählmodus ... der basiert auf der ˋSchreibsituation ´, in der Kai sich befindet. Er schreibt diesen Text ja, nachdem El! weggegangen ist, und eher als persönlichen Rückblick, nicht unbedingt für eine Veröffentlichung.
Vorher hat er ganz andere Texte bei der Agentur eingereicht (die auch erfolgreich vermarktet wurden). Der Agentur hat er erzählt, dass er an einem Skript arbeitet - damit er a) in Ruhe gelassen wird und b) die Ressourcen der Agentur für sein privates Nachforschen (Tür ...) nutzen kann.
Kai ist nach dem Verlust ziemlich fertig, in Trauer und verzweifeltem Hoffen gefangen - er schreibt das auf, weil es ihm hilft, zu verarbeiten.
Und deswegen wertet er: Es geht ihm um die Erlebnisse, die für ihn von Bedeutung sind, um die Äußerungen von El!, die ˋetwas mit ihm gemacht ´ haben - und ja, dabei bleiben Szenen auf der Strecke, wie eben die Diskussion um das Automobil.
In den ˋwichtigen ´ Szenen wird der Erzählton sicher ˋnäher ´ werden, emotionaler und bildhafter - aber eben nur in solchen Szenen.

(Im ˋNachwort ´ des Herausgebers wird ja angekündigt, dass dieser Text unbearbeitet erscheint, ohne Überarbeitung und Lektorat etc.)

Dass er solche Sachen sagt wie ˋEl! hatte ich selbstverständlich davon erzählt ... ´ liegt daran, dass er das eben für selbstverständlich hält. Und erst beim Beschreiben des Plans gemerkt, dass das eben nicht zwingend selbstverständlich ist.
(Das er im Zusammenhang mit El!s Erscheinen recht zügig auf den Gedanken der kommerziellen Verwertbarkeit stößt, ist ein Teil seiner Charakterisierung - dass er dabei einige Dinge für selbstverständlich hält, ist ein anderer.

Ich habe bis hierher etwa 18.000 Zeichen, also acht Seiten - meine App sagt, das sind sowas von 10 Minuten Lesezeit. Und der nächste Teil wird die Diskussion über Religion und Weltbild und so, ein Teil, der Kai sehr wichtig ist (und für mich recht anstrengend, nebenbei).
Und der deshalb auch anders erzählt wird.

 :kaffee2:

100
Grill / Re: mit deinen Augen - Heldenreise
« Letzter Beitrag von eska am 25 July 2020, 22:53:07 »
Hi Uli!
 :wink:

Wie versprochen hab ich die Fortsetzung von Kai und El! gelesen.
Zu deinen Fragen komme ich gleich. Zunächst ist mir - vielleicht bedingt durch den zeitlichen Abstand -  aufgefallen, dass auch in diesem Textstück das meiste von Kai nachträglich erzählt und kommentiert wird, besonders deutlich machst du das ja im letzten Absatz, der das thematisiert.
Ich weiß nicht, ob du durchgehend in diesem Rückblick-Modus erzählen willst, der ja zu Kais Situation wie am Anfang geschildert, passt. Die Gefahr von zuviel Plusquamperfekt und viel Distanz besteht dabei ja immer. Und ein bisschen mehr O-Ton El! und mehr rein in die Szenen fände ich auch schön. *Neugier* Und wenn es Kais Job ist, den Menschen zu zeigen, was ist, würde ein beschreibender, detaillierterer Stil auch in diesem seinem Dokument passen, oder?
Zum Beispiel kann ich mir die Auto-Magie-oder-Ingenieurskunst-Diskussion sehr nett vorstellen und finde es schade, dass du da so stark zusammenfasst.
Außerdem befürchte ich, dass in der Kürze viele gute Schlussfolgerungen und Beobachtungen eher am Leser vorbeirauschen, als wenn er sie selber Stück für Stück nachvollziehen könnte.
Das alles mehr im Blick auf das Ganze als auf diesen konkreten Text...

Ansonsten:

Zitat
Und ich hatte diesen Ruf ebenso sorgfältig wie beiläufig erarbeitet, mit ein paar Reportagen, die eben nur irre Spinner so machen können. Eine Art Talent von mir.
Hier wünsche ich mir angedeutete Beispiele: ... mit solchen Reportagen wie der über XXX oder der vom YYY. Vielleicht ein bisschen Selbstironie dazu: Naja, die Bewertung als Spinner hatte ja schon mein Deutschlehrer unter so einige meiner Aufsätze gesetzt. War wohl seit jeher eine Art Talent von mir.

Zitat
El! hatte ich selbstverständlich erzählt, was ich da vorhatte,
Warum kommt das erst nach der ganzen Projekt-Planung? Immerhin dauert die Phase ja ein bisschen.
Und eigentlich ist die Formulierung 'hatte ich erzählt' irgendwie übergriffig. Schließlich nutzt Kai ihre Perspektive, ihren Input. Es sollte also eher ein gemeinsames an der Idee Arbeiten, eine Teamentscheidung sein.
Zitat
Bekommt man einigermaßen ein Bild von Kai und seiner Art zu leben? Und von dem Umfeld?

Ein Bild von Kais Broterwerb als Journalist für besondere Fernseh- oder Filmreportagen, ja. Wunsch nach mehr Details siehe oben. :) Von seinem sonstigen Leben hier nicht. Vom weiteren Umfeld auch nicht, nur die daran verdienenden 'Macher' tauchen auf, als Gruppe und verallgemeinert, nicht als Einzelmenschen, aber das ist in deinem Sinne.

Zitat
(und sind die Fragen nach dem ersten Teil genügend beantwortet?)

Ich kann die Abfolge der Teile nicht recht einordnen; was kommt dazwischen? Wenn ich zu lange auf Antworten warten muss als Leserin, dann verliere ich eventuell die Lust, je nachdem, was mich sonst lockt, ob es Hinweise gibt etc.
Insgesamt wären mir diese wenigen Sätze von El! hier zu wenig, um ihr Hiersein zu erklären. Und Kai wäre mir zu wenig neugierig. Ich stelle mir aber vor, dass es da Szenen zwischen den Texten gibt, die du hier eingestellt hast,
 
Zitat
El!s Bedenken ˋgesehen ´ zu werden sind ein ISSO, das ich brauche. Ist das gut (genug) verkauft?

Sie erklärt das nicht (bzw. Kai erwähnt es nicht), aber mir reicht es so. Kommt vorher nicht irgendwo mal ein Gespräch zwischen den beiden, wo sie ein bisschen ausführlicher auf die ihr zugefallene Beobachterrolle eingeht und vielleicht abwehrt, daraus eine urteilende oder beratende Rolle zu machen?
(Allerdings stört mich die sehr mündliche (und grammatikalisch falsche) Verwendung des weil plus Hauptsatz:
Zitat
weil, sie wollte nicht, dass allzuviel bekannt würde.
Wie wär's mit denn oder nämlich?)


Das für heute. Mach mal was draus! ;)
Gruß,

eska
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