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Kurzgeschichten / Der Knopf
« Letzter Beitrag von Zitatus am Heute um 06:40:58 »
Hallo Teufels,

der nachfolgende Text ist schon Lesungserprobt. (Meine Große hat ihn für mich vorgetragen. Sie wollte auch mal auf einer Lesung auf die Bühne. Stolz wie Oskar hat sie ihren Job vor 50 Leuten bravourös gemeistert) Inhaltlich ist "Der Knopf" gut angenommen und verstanden worden. Trotzdem denke ich, dass er noch Feinschliff vertragen kann.

Außerdem weiß ich nicht, ob er langzeittauglich ist. Irgendwie ist er ja ziemlich aktuell - ob die Story auch noch in zehn Jahren verstanden wird?

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Der Knopf

„Eine Geschichte, bei der man das Ende schon kennt, die braucht man doch nicht zu erzählen“, flüsterte Donald. Dabei leckte er sich nervös über die Lippen. Er musste ein Kichern unterdrücken. Wenn sie ihn beobachten würden ... Was sollten sie von einem Chef denken, der kichert? Er blickte sich hektisch um. War da vielleicht irgendwo eine Kamera versteckt? Prüfte man ihn?
„Das ist so ... Klischee“, beschwerte er sich beim Schicksal. „Ich meine: Ein Knopf. Auch noch in rot.“ Jetzt hatte er doch kurz gekichert.
Das Pult stand inmitten eines ansonsten leeren Raumes. Und in der Mitte des Pults hatte man einen Knopf installiert. So einen großen Buzzer, wie man ihn aus Quizshows kennt. Aus Versehen konnte man in nicht drücken.
Neben dem Knopf hatte ein Assistent eben noch einen kleinen Zettel angebracht. Ein gelbes PostIt. Jemand hatte mit Kugelschreiber darauf geschrieben und mit pinkem Textmarker eine deutliche Linie darüber gezogen. Jetzt leuchtete die unmissverständliche Botschaft im Licht der Neonröhre: „Nicht drücken.“ Warum, das stand da nicht. Und den Assistenten konnte man auch nicht fragen, denn der hatte den Raum eiligen Schrittes wieder verlassen.
„Nicht drücken.“ Donald las den kurzen Satz zum bestimmt zehnten Mal. Klar! Nicht drücken. Das musste ein Test sein! Am liebsten wäre er zur Tür herausgelaufen. Der Assistent hatte abgesperrt.
„Natürlich werde ich den Knopf nicht drücken“, sagte Donald laut. Es bestand ja die Möglichkeit, dass unter dem Pult ein verstecktes Mikrophon seine Worte aufzeichnete. Demonstrativ streckte er den Rücken, schob energisch das Kinn vor und ... ballte die Hände zu Fäusten.
Der Knopf. Er war bestimmt nicht größer geworden. Plastik konnte sich nicht auf so unauffällige Weise ausdehnen. Er konnte gewiss auch nicht pulsieren.
Glaubten die anderen wirklich, dass sie ihn übertölpeln konnten? Mit einem Knopf seinen Willen brechen? Er war der Chef. Der starke Mann im Haus. Deshalb musste er sich auch von niemandem zwingen lassen. Das hatte er nicht nötig.
Er wischte sich eine Schweißperle von der Stirn.
Unter dem Pult war kein Mikrophon. Inzwischen hatte er nachgeschaut. Keine Kameras, kein Publikum. Nur er. Und dieser verdammte rote Knopf. Wofür er wohl gut war? Warum durfte er ihn nicht drücken? Warum machte man einen Knopf, den man nicht drücken durfte? Der Knopf verlangte es doch. Er forderte es.
Nein. Es war nur ein Knopf. Knöpfe konnten nichts fordern. Schon gar nicht vom Chef. Andererseits ...
Donald kicherte nicht; er lachte.
Niemand würde es erfahren. Wahrscheinlich würde auch nichts passieren. Es war ja auch nur ein Knopf. Außerdem konnte er ja auch immer noch behaupten, dass er es nicht gewesen sei. Oder es sei ihm ohne wirkliche Absicht passiert. Noch besser: Es waren die anderen. Sie! Sie würden den Knopf gedrückt haben. Das wäre doch plausibel.
Ein roter Knopf mit dem Hinweis „Nicht drücken“.
„Eine Geschichte, bei der man das Ende schon kennt, die braucht man doch nicht zu erzählen“, flüsterte Donald.
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Kurzgeschichten / Re: Ein besonderer Tag
« Letzter Beitrag von Zitatus am 17 Mai 2018, 09:13:20 »
Ich habe da nur wenig u sgen. Mir gefällt die Pointe, die Widersprüche meiner Vorposter überzeugen mich zwar, aber ich bin in der heutigen digitalen Welt immer noch nicht richtig angekommen und werde es wohl auch nicht mehr.
Stilistisch müsstest Du noch mal drüber. Mit gesunden augen, hätte ich dir die Stellen markiert. Generell ist es mir ein  bisschen zu viel an Adjektiven und Adverbien inder ersten Hälfte.

Liebe Grüße
Trippelschritt

Ich nehme eine Gutschrift für den Tag, wo die Augen wieder wollen. Gute Besserung nochmal.
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Kurzgeschichten / Re: Ein besonderer Tag
« Letzter Beitrag von Zitatus am 17 Mai 2018, 09:10:38 »
Huhu Tika!

Ja, ich weiß, das schreibt man so - ändert allerdings immer noch nichts daran, dass diese Redewendung total falsch ist.
Naja. Wie Du schon sagst: Es ist eine Redewendung. Kann man das einem Ich-Erzähler dann nicht nachsehen? Ist ja dann eher Umgangssprache, oder?

Zitat
Mit dem Net? Wat soll dat denn sein? So redet kein Mensch. Ich würde hier WLan schreiben.
Äh. Ups! Ich rede so. "Wehlan" sage ich seltenst.

Zitat
Wer machen und tun verwendet, war nur zu faul das richtige Verb zu suchen ;-) (Ich leihe dir mal ein "geweckt" bis du vielleicht ein besseres findest *kicher)
stümmpt!

Zitat
Ähm - nö. Woher will er wissen, dass seine Augen blutunterlaufen sind, wenn er sich nicht sieht?
autsch! Hast vollkommen Recht!

Zitat
Diese Zusammenfassung ließ mich schmunzeln. Sehr schön geschrieben. Leider aber auch total veraltet. Wer heutzutage noch solche Mails im Fach hat, sollte entweder dringend seinen Mail-Anbieter wechseln, da deren Filter nichts taugen, oder die selbst erstellten Filter überarbeiten. Da der Text obendrein noch ein Stückchen weiter in die Zukunft greift, wird die Passage noch unglaubwürdiger - leider, denn witzig ist sie - keine Frage.
Ach, Spam gibt's immer noch. Auf allen Plattformen. Um diese Minipointe allgemeinverständlich zu halten, bleibe ich auf dem untersten gemeinsamen Nenner: Das Emailpostfach. Kennt jeder und ist somit ein funktionierendes Klischee.
Zitat
Ich weiß, du willst darauf hinaus, dass die Technik alles weiß, kann, managed - der Mensch nicht bzw. ohne aufgeschmissen wäre - grob die Richtung,
für mich funktioniert das aber leider nicht. Der Typ muss schon arg hinterm Mond wohnen, um es nicht zu wissen. Solchen Spezies bin ich schon längere Zeit nicht begegnet. Gerade bei Menschen, die man jeden Tag sieht, wirkt es für mich unglaubwürdig.
Andere mögen das anders sehen ;-)
Wir kommen aber in die Richtung, dass uns die Technik besser "kennt", als unsere Mitmenschen. Wenn das Internet der Dinge besser über unsere Befindlichkeiten bescheid weiß als z.B. unser Arbeitskollege, ist mir das schon eine Story wert. Unglaubwürdig finde ich das nicht, weil vieles davon tatsächlich gerade passiert. Mein erster Gratulant war z.B. neulich die Telekom ...


Danke für die Röstung.  :b5:
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Kurzgeschichten / Re: Ein besonderer Tag
« Letzter Beitrag von Trippelschritt am 14 Mai 2018, 09:25:09 »
Ich habe da nur wenig u sgen. Mir gefällt die Pointe, die Widersprüche meiner Vorposter überzeugen mich zwar, aber ich bin in der heutigen digitalen Welt immer noch nicht richtig angekommen und werde es wohl auch nicht mehr.
Stilistisch müsstest Du noch mal drüber. Mit gesunden augen, hätte ich dir die Stellen markiert. Generell ist es mir ein  bisschen zu viel an Adjektiven und Adverbien inder ersten Hälfte.

Liebe Grüße
Trippelschritt
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Kurzgeschichten / Re: Ein besonderer Tag
« Letzter Beitrag von Tika am 14 Mai 2018, 02:14:55 »
Lieber Zitatus,
insgesamt ganz gut geschrieben, für mich funktioniert die Pointe jedoch leider nicht.
Aber schauen wir uns das mal genauer an...

Zitat
Die grellen Farben reizten unangenehm meine Netzhäute

Ja, ich weiß, das schreibt man so - ändert allerdings immer noch nichts daran, dass diese Redewendung total falsch ist. Wenn die Netzhaut entzündet ist, spürt man keinen Schmerz, sondern sieht nur schlechter. Von einer unangenehmen Reizung kann im Grunde keine Rede sein. Aber naja - Haarspalterei halt  :)

Zitat
Warum hatte ich das Gerät nur mit dem Net verbunden?

Mit dem Net? Wat soll dat denn sein? So redet kein Mensch. Ich würde hier WLan schreiben.

Zitat
Mit eine quäkenden Midi-Version von einem Stevie Wonder Song wollte ich nicht wach gemacht werden.

Hier ist ein typisches Beispiel für Dinge, die überarbeitet gehören. Im Letzten Überarbeitungsdurchgang suche ich u.a. immer nach den Wörtern: machen und tun. Die gehören grundsätzlich ersetzt. Wer machen und tun verwendet, war nur zu faul das richtige Verb zu suchen ;-) (Ich leihe dir mal ein "geweckt" bis du vielleicht ein besseres findest *kicher)
Ach, und ich bin kein Experte für diese wuseligen Kommabiester, aber ich glaube, hinter dem Wort Song ist dir eins abgehauen  ;D

Zitat
schlurfte ins Bad und starrte mit blutunterlaufenen Augen in den Spiegel. Es brauchte einen Moment, bis ich kapierte, warum ich mich nicht sehen konnte.

Ähm - nö. Woher will er wissen, dass seine Augen blutunterlaufen sind, wenn er sich nicht sieht?

Zitat
Die zwanzig russischen Spams löschte ich reflexartig. Die polnischen Gewinnbenachrichtigungen wanderten gleich auch ins Datennirvana. Das Erbe, dass die südafrikanische Bank seit zehn Jahren wie Sauerbier an den Mann bringen wollte, ließ meine Mundwinkel kurz zucken. Natürlich wanderte diese Mail auch wieder in den virtuellen Mülleimer.

Diese Zusammenfassung ließ mich schmunzeln. Sehr schön geschrieben. Leider aber auch total veraltet. Wer heutzutage noch solche Mails im Fach hat, sollte entweder dringend seinen Mail-Anbieter wechseln, da deren Filter nichts taugen, oder die selbst erstellten Filter überarbeiten. Da der Text obendrein noch ein Stückchen weiter in die Zukunft greift, wird die Passage noch unglaubwürdiger - leider, denn witzig ist sie - keine Frage.

Zitat
Wohlgemut stellte ich meinen Sharecar auf den nur für mich reservierten Parkplatz.

Ich glaube es muss mein heißen, nicht meinen. Stand da vorher ein Wagen, der zum Sharecar wurde?

Zitat
... schaute erwartungsvoll in die Augen meines Kollegen, der am Arbeitsplatz nebenan arbeitete.
Er erwiderte ungerührt meinen Blick, zog ahnungslos eine Augenbraue hoch. „Is‘ was?“

Wortdopplung Arbeitsplatz und arbeitete.
Ich weiß, du willst darauf hinaus, dass die Technik alles weiß, kann, managed - der Mensch nicht bzw. ohne aufgeschmissen wäre - grob die Richtung,
für mich funktioniert das aber leider nicht. Der Typ muss schon arg hinterm Mond wohnen, um es nicht zu wissen. Solchen Spezies bin ich schon längere Zeit nicht begegnet. Gerade bei Menschen, die man jeden Tag sieht, wirkt es für mich unglaubwürdig.
Andere mögen das anders sehen ;-)

Liebe Grüße
Tika
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Bücher / Re: Was lest ihr gerade? (2018)
« Letzter Beitrag von Rilyn am 09 Mai 2018, 12:23:33 »
Seit meinem letzten Posting hier:

Tana French
Totengleich, Schattenstill, Sterbenskalt, Geheimer Ort
Hörbücher beim Arbeiten nebenher. Da ich mit Hörbüchern kaum Erfahrung habe, will ich mich nicht dazu auslassen, ob die Bücher Längen haben oder es mir nur so vorkam; aber insgesamt mag ich sie.

Minette Walters
Der Nachbar
Der erste Roman der Autorin, den ich nicht leiden kann. Er hätte so viel Potential, kommt mir aber schal, überladen und dadurch oberflächlich vor. Zu viele Themen, die in sich viel Aufmerksamkeit verlangen, in ein Buch gestopft.

Rebekka Mand
Der Kuss der Muse
:cheese:

Peter A. Levine
Trauma und Gedächtnis

Und weil ich es vor lauter Neugier nicht lassen konnte, habe ich in noch ein Hörbuch reingehört:

Sebastian Fitzek
Flugangst 7a
Fragt nicht. :grinwech:
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Bücher / Re: Was lest ihr gerade? (2018)
« Letzter Beitrag von felis am 09 Mai 2018, 11:26:55 »
Ich muss hier mal Werbung machen:
Habe gerade The slow regard of silent things von Patrick Rothfuss ausgelesen und finde es großartig.
Es ist völlig abseitig (unmainstreamig - wofür sich der Autor in einem Nachwort rechtfertigt) aber magisch - wie Patricia McKillip in ihren besten Büchern und mit Abstand das Beste, was Rothfuss bislang verfasst hat, außerdem bei weitem die beste Fantasy, die ich in letzter Zeit in die Finger bekommen habe.
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Sonstige Texte / Re: Dark Watch_ Prolog
« Letzter Beitrag von eska am 26 April 2018, 22:40:45 »
Zitat
So viel Zeug, das man alles gleichzeitig im Hinterkopf behalten soll.  :confused:

Na, dafür sind wir ja hier, um einander zu erinnern bzw. auf den richtigen Weg zu bringen ( :pruegel:).
 ;D
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Sonstige Texte / Re: Dark Watch_ Prolog
« Letzter Beitrag von Xaranis am 26 April 2018, 15:33:57 »
Der Unterschied zwischen "wissen" und "verinnerlicht haben". Passiert mir ständig, dass irgendwas wieder aus dem Fokus gerät.
Dann stolpere ich wieder drüber und merke, dass ich das gar nicht umsetze.   :gnaah:
So viel Zeug, das man alles gleichzeitig im Hinterkopf behalten soll.  :confused:
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Sonstige Texte / Re: Dark Watch_ Prolog
« Letzter Beitrag von Ayira am 26 April 2018, 14:09:59 »
ich klau mir diesen Punkt auch ganz frech, Xaranis - im Endeffekt harperts bei mir auch immer wieder mal genau an diesen Stellen, obwohl ich diese Stellen eh auch selber predige.  :cheese:

Ich rahm's mir ein und häng's mir vor den PC.  :grinwech:
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