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Kurzgeschichten / Re: Rückzugslinie (Randbezirke)
« Letzter Beitrag von Taurussieben am 02 April 2018, 12:08:45 »
So. Also, der Text ist irgendwie klar verständlich, aber ebenso auch verwirrend. (Und mein Browser hat überall so komische Zeichen eingefügt  :glotz:)

Was klar ist:
- Die Sprache ist klar und schnörkellos, was ich sehr mag.
- Ich war überrascht, wie gut ich mir die Umgebung vorstellen konnte, mit den wenigen Worten, die du benutzt
- Die Tierchen klingen witzig, auch sehr tödlich, aber auch sehr witzig


Verwirrend:
Ich weiß grad nicht ob Randbezirke eine größere Bedeutung hat, vielleicht bin so verwirrt. Ich habe das Gefühl, du versuchst eine Metapher aufzubauen für irgendwas bestimmtes, was sich mir aber nicht ganz erschließt. Vielleicht war das auch gar nicht dein Plan, und ich lese das nur rein, aber für mich funktioniert da irgendwas nicht. Ab dem Moment wo du Krawatten erwähnst, war ich ein bisschen "Hä?"
Ebenfalls gestört haben mich die Verwendung von "...", die haben mich jedesmal raus gerissen.

Der erste Teil hat mich angesprochen, das Ende war... strange  :wiejetzt:
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Kurzgeschichten / Re: Rückzugslinie (Randbezirke)
« Letzter Beitrag von eska am 29 März 2018, 13:02:23 »
Zitat
Es gibt Röstfutter!
:jubel:


Naja, was willst du hören?

Klar zu lesen, gut zu verstehen. Aussage: Das Setting 'lebensfeindliches Umfeld Natur' (mit unbekannten Fiespflanzen und -tieren) ist einer uns vertrauten gezähmten Umwelt mit Bürokraten und Wirtschaftlern (oder Juristen?) vorzuziehen. Du erwähnst keine Details, aber ich lese folgende Vorwürfe heraus: mangelnde Liebesfähigkeit, Heuchelei, Machtstreben und hohe Gefährlichkeitsstufe, möglicherweise durch gnadenlose Gründlichkeit/Effizienz (in einer Generation hat sich nichts geändert, also besteht auch kaum Hoffnung).
Was genau dem/der Prota passiert ist, verliert an Bedeutung.
Wer genau er/sie ist, auch.
Oder was für eine Welt das ist.

Der Text sagt, menschliche Gesellschaften sind so, Wüste ist besser, giftiger Sumpf ist besser, ständiger Überlebenskampf ist besser (Vermutung: sauberer). Sehr negativ, aber klar. Nur das mit den Geburten: Wenn Paarbildung und Paarung nur im Dort geschehen kann, genau wie Geburt, dann bleibt es wohl bei kurzen Leben einzelner Freier und der Allmacht der Anzugträger.

Noch etwas: Woher kommen die Granaten? Selbst gebaut oder erhandelt? Gibt es also doch vereinzelte Beziehungen zu anderen Menschen?

Eine Erbse: M.E. heißt es die Waise, auch bei Jungen.

edit: Vergessen: Wer ist 'wir' (letzter Satz)? Gibt es also doch noch andere, einen anderen? Eingebung beim Lesen: ein empfangenes Kind? Das würde das Leben der Prota dann aber deutlich verkomplizieren und unsicherer machen.

Gruß,
eska
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Kurzgeschichten / Re: Rückzugslinie (Randbezirke)
« Letzter Beitrag von Uli am 28 März 2018, 23:27:40 »
 :dops:

ich freue mich über jede Anmerkung - aber vorerst antworte ich nur per PM, um niemanden zu beeinflussen ...

(gerne mehr, Lilith ... )
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Kurzgeschichten / Re: Rückzugslinie (Randbezirke)
« Letzter Beitrag von Lilith am 28 März 2018, 23:19:02 »
Hallo Uli,

an dem Text gefällt mir genau eine Formulierung, die dafür aber richtig gut:
Zitat
Niemand wird hier geboren, in den Wolken aus Fieber und Angst.
Das hat Atmosphäre und ist ausrucksstark.

Den Rest finde ich ... schwierig. Nicht so sehr wegen des Inhalts, sondern wegen seiner Form. Er wirkt auf mich wie ein Argument in Geschichtenform und ist auch in diesem Ton gehalten. Der Erzähler erzählt, um sein Argument zu unterstreichen.

Abschnitt für Abschnitt:
  • Granate werfen! Assoziation Schützengraben - Aussage: "Ich bin sicher." Check!
  • "Das Gebiet ist sicher." Check!
  • Umgebungsbeschreibung, warum das Gebiet sicher ist (man kennt sich aus - das macht die Gefahr zum Schutz vor Eindringlingen)
  • Es ist gut, hier zu sein, Flucht wird angerissen
  • Und es ist gut, wieder hier zu sein, war es schon immer
  • Ein Blick auf den Feind, vor dem die Umgebung schützt
  • Erzähler nimmt den Kampf wieder auf, schützt sich, Minimalcharakterisiering der Aktenmenschen
  • Wortwörtlich: "Hier sind wir sicher."
Summa summarum: mensch (:cheese:), ist das sicher hier!

Ich finde nicht nur in den Formulierungen viele Redundanzen durch Wiederholungen, die den Text eher schwächen als Aspekte zu unterstreichen. Außerdem bleibst du recht kopflastig, statt in die Welt einzutauchen mit deiner Figur. Ich höre mehr dich zu mir sprechen als diese Figur etwas erzählen

Später gerne mehr, vor allem Details, wenn ich wacher hin. Das wollte ich dir nur schon mal als Rückmeldung dalassen. :)

Liebe Grüße,
Lilith
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Kurzgeschichten / Re: Rückzugslinie (Randbezirke)
« Letzter Beitrag von Xaranis am 28 März 2018, 11:56:22 »
Ein Text in üblicher Uli-Manier.

Der Überlebenskampf in einer unwirtlichen Welt ist für ihn nichts Ungewöhnliches. Er kennt die Gefahren und hat längst gelernt zu überleben. Deshalb kann er das Ganze auch recht nüchtern und distanziert betrachten.
Bitterkeit und Sarkasmus schwingen für mich mit, als er sagt:

Zitat
Ich bin hier aufgewachsen, und ich hatte Glück. Und jetzt bin ich wieder hier ... so viel Glück hatte ich.

Danach bereitet mir deine Geschichte allerdings Bauchweh.
Wer an einen Ort wie diesen flüchtet und für gewöhnlich als Waise dort landet, muss verzweifelt aus einer Heimat geflohen sein, in der ein Leben nicht mehr möglich ist.
Ich denke da an nukleare Verstrahlung, Krieg, Vertreibung, Planetensterben oder so was. Irgendwas Gravierendes eben. Etwas, das schlimmer ist als die jetztige Situation. Aktenköffer und Kravatten sind eigentlich nicht die Art Gefahr, die ich auf dem Schirm hatte - nicht dass ich diese Sorte verharmlosen möchte. Aber irgendwie tue ich mich schwer zu glauben, dass - wer auch immer hinter den freundlichen Anzugträgern stecken mag - (Versicherungsvertreter? Zeugen Jehovas? :watchout:) sie Grund genug sein könnten, in eine Umgebung wie diese zu wechseln, in der man ziemlich sicher stirbt.  :wow:
Eine Überraschung ist es sicherlich. Denn die Erwartungen, die zu weckst, decken sich nicht mit dem Resultat, mit dem du dann um die Ecke kommst.
Aber ich persönlich tue mich wirklich schwer, dir das abzukaufen.


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Kurzgeschichten / Rückzugslinie (Randbezirke)
« Letzter Beitrag von Uli am 27 März 2018, 23:29:38 »
hallo, Hölle!
Es gibt Röstfutter!
Eine der bösartigeren Geschichten aus den Randbezirken - und ich bitte um Nachsicht, dass ich keine genauen Fragen stellen möchte. Um keine Röstung zu beeinflussen.
Deswegen bitte ich auch darum, keine Vorröstungen zu lesen - und einfach drauflos zu schreiben, was der Text bewirkt.

Danke!
Uli

Rückzugslinie

Ich werfe die Granate, lasse mich fallen und rolle zur Seite.
Perfekt. 
Was auch immer in dem Graben gelauert haben mag, es hat sich ausgelauert. Endgültig. 
Trotzdem mache ich einen Umweg, natürlich. Nur für den Fall ...

Das Gebiet hier ist ... ziemlich sicher. Ziemlich sicher tödlich, wenn man nicht aufpasst. Wenn man sich nicht auskennt. 
Es ist perfekt.

Giftquallen in beinahe jeder Wasserstelle, explodierende Pilze, deren Sporen auch durch Panzerwesten dringen, Sumpfgreifer und Harpyien, die nur deswegen nicht den Luftraum beherrschen, weil die Lanzenkröten alles vom Himmel holen, was niedriger als dreißig Schritte fliegt ... 

Man muss hier aufgewachsen sein, um länger als eine Viertelstunde zu überleben.

Aufgewachsen, nicht geboren. 

Niemand wird hier geboren, in den Wolken aus Fieber und Angst. Dazu braucht man bessere Orte. 
Man wächst hier auf, wenn sich die besseren Orte als schlechter herausstellen, wenn Väter oder Mütter fliehen, und einen mitnehmen. Und wenn sie gut genug sind, um einem über die ersten Jahre zu helfen.
Wer hier aufwächst, ist ein Waise ... und hatte Glück.

Ich bin hier aufgewachsen, und ich hatte Glück. Und jetzt bin ich wieder hier ... so viel Glück hatte ich.

Wie viele andere wollte ich fort, dahin, wo meine Eltern hergekommen sind. Wollte herausfinden, warum, wovor sie geflohen sind, an diesen Ort. 
Mutter hat durchgehalten, bis ich etwa acht war, aber natürlich hat sie nichts hinterlassen - keine Antworten.

Und ... ich bin zurückgekehrt, und es war ... knapp. Sehr knapp. 
Es waren keine Lanzenkröten, keine Harpyien, es waren ... Menschen. Also, im Großen und Ganzen. 
Und ich weiß jetzt, warum die Harpyien und die Kröten so unversöhnlich alles zu töten versuchen, was aussieht wie ein Mensch. 

Sie trugen Anzüge und Krawatten und Aktentaschen, und sie sprachen von Vernunft und Sachzwängen und ... 

Sie waren so liebevoll wie ein Tümpel voller Giftquallen.

 Ich schleudere einen Stein, treffe den Todesvogel und liege rechtzeitig wieder flach auf dem Boden, um der Krötenlanze zu entgehen. Einfach. 

Hierhin können sie mir nicht folgen, hier haben ihre Formulare keine Macht.
Hier sterben sie, noch bevor sie ihren Aktenkoffer öffnen und die Stirn in sorgenvolle Falten legen können.

Hier sind wir sicher.
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Science Fiction / Re: Lucretias Traum - oder drei Anfänge sind zwei zuviel
« Letzter Beitrag von Taurussieben am 23 März 2018, 20:36:41 »
Hi Rilyn,

danke für deine Zeit und deine Anmerkungen, im Grunde decken sie sich mit den anderen.

Ich fand ankern eigentlich eine ganze gute Umschreibung (und es waren zumindest nicht alle Systeme ausgeschaltet  :cheese:), hier werde ich aber noch nachbessern.

Beim Rest bin ich in der Tat gerade am umschreiben und versuche im gleichen Zug herauszufinden, wo ich die Story eigentlich beginnen lassen muss. Deine Anmerkungne haben mir auf jeden Fall auch geholfen.


 :b5:
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Science Fiction / Re: Lucretias Traum - oder drei Anfänge sind zwei zuviel
« Letzter Beitrag von Rilyn am 23 März 2018, 13:42:29 »
Hallo Taurus,

ein spätes Rösti; ich hoffe, du kannst damit noch etwas anfangen.

Ich schließe mich eska an: Das Problem ist größer als die Frage nach der packendsten Szene. Dem habe ich an dieser Stelle nicht viel hinzuzufügen und pieke lieber die Röstgabel in die drei Szenen.

Szene 1:
Ich fliege beim ersten Satz raus. Raumschiffe ankern nicht. Ankern bedeutet eine mehr oder weniger feste Verbindung mit einem festen Punkt, im All dagegen ist alles Bewegung. Wie soll man im Schatten eines Asteroiden ankern, wenn er sich - wie die meisten - um sich selbst dreht? Am Asteroiden nicht, und andere Punkte fehlen. Mir ist an dieser Stelle im Text sogar egal, ob es dafür eine Erklärung gibt und ob sich "ankern" aus der Seefahrt in der Sprache dieser mir fremden, möglicherweise zeitlich sehr fernen Kultur erhalten hat, für einen Prozess, der demselben Zweck dient: sich nicht von einem bestimmten Bezugspunkt wegbewegen. Denn die Frage ist da, wirft neue auf, die beste Antwort ist: "Wird noch erklärt und ist hier irrelevant", die schlimmste: "Undurchdacht." In beiden Fällen gehört's nicht an den Anfang.
Da der erste Satz aber inhaltlich etwas von einem Versteckspiel trägt, das hier stattfindet, und damit Neugier weckt, ist er inhaltlich nicht schlecht, nur sehe ich nicht, wie das mit abgeschalteten Systemen funktioniert.

Der Abschnitt erklärt, statt ein Erlebnis oder Mitfühlen zu ermöglichen. Deine Protagonisten verschweigen sich selbst, ihre eigene Agenda, auch die Aktion, um die es geht, und die vage Hoffnung auf das Vermeiden eines Krieges ist mir zu fern, da ich die Handelnden und die Situation nicht kenne, und damit bleibt der Moment der Spannung genau das; ein Moment. Er trägt mich nicht in die Geschichte.
Es muss nicht unglaublich charakternah sein, auch ein kurzer Abschnitt mit etwas Abstand kann funktionieren. Dafür muss aber die gesamte Situation spürbarer und bedrohlicher werden. Und wenn nicht der große politische / militärische / soziale Konflikt das Hauptthema deines Romans ist, dann gehört diese Szene hier nicht einer neutralen Erzählstimme, sondern einer der Hauptfiguren; ich würde sagen, der Namensgeberin.

Szene 2:
Ich habe weder etwas gegen Politik noch gegen unsympathische Typen in der Hauptrolle - aber ein unsympathischer Typ in einer langweiligen politischen Umgebung ist zu viel des Guten.
Für mich liest sich der Abschnitt wie eine kurze (wackelige) Verbildlichung mit sehr langer folgender Erklärung für Roberts Versuch, in der Politik aufzusteigen und dabei im Augenblick zu scheitern. Er als Person bleibt mir aber bis auf diesen Charakterzug, erfolgreich sein zu wollen, fast vollständig fremd, seine Agenda ist zu schwach, und dann bricht die ganze Charaktervorstellung an der Stelle ab, an der endlich etwas mit persönlichem Bezug geschieht - oder geschehen könnte, denn erstmal wird es nur angekündigt. Vielleicht bleibt es harmlos, das ist an dieser Stelle nicht klar.
Der Text erklärbärt zu viel herum, Dinge, die mir etwas verständlich machen sollen, ohne mir dabei wichtig zu sein; mir wären sie wichtig, wenn sie für Robert in diesem Augenblick relevant sind, auch emotional, weil sie z.B. seine Ziele sind oder ihm im Weg stehen, und in beiden Fällen wird er nicht die gesamte politische Situation ausbreiten, die er verinnerlicht haben müsste.
Erklär deinen Lesern nicht den Hintergrund, lass sie alles, soweit irgendwie möglich, erleben. :)

Szene 3:
Die Szene ist mir zu langatmig und nicht packend geschrieben. Lucretia gerät augenscheinlich zufällig in Gefahr, muss sich selbst retten und endet in einer scheinbar ausweglosen Situation, soweit okay. Allerdings ist der Grund, wie sie reingerät, zu beliebig: "sie will nach Hause", sie hat ihren Flug verpasst, und sie selbst bleibt dabei ebenso farblos. Die Spannung bleibt ansonsten im Augenblick; ansich nicht verkehrt, solange es einfach nur ums Überleben geht, und gleichzeitig schwierig, weil du sämtliche Erklärungen im Nachhinein bringen musst. Im weiteren Verlauf gibt es noch ein paar nachgeschobene Erklärungen, die aber wiederum der Spannung schaden, weil sie aus der Situation reißen.

Eine hilfreiche Überlegung für erste Szenen: So früh wie nötig, so spät wie möglich in die Geschichte einsteigen. Wenn du haufenweise Information unterbringen musst, ist es vermutlich zu spät, wie Szene 3 zeigt. Frag dich also, ob du diese Informationen jetzt schon brauchst, und wenn ja, ob sie in dieser Szene oder früher präsent sein müssen; und welche nötig sind, um in dieser speziellen Szene in eine Geschichte, nicht nur eine Situation hineinzuführen.

Liebe Grüße! :kaffee2:
Ril
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Science Fiction / Re: Lucretias Traum - oder drei Anfänge sind zwei zuviel
« Letzter Beitrag von Taurussieben am 20 März 2018, 20:51:46 »
Das ist echt ne gute Idee, ich denke das werde ich mal versuchen und schauen wie es läuft.
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Science Fiction / Re: Lucretias Traum - oder drei Anfänge sind zwei zuviel
« Letzter Beitrag von Xaranis am 20 März 2018, 20:27:32 »
Bei den Dialogen mach ich's so, dass ich zuerst gar keine Beats dazwischen schreibe, also nur das, was gesprochen wird.
Wenn ich das ganze Gespräch dann lese, merke ich recht schnell, wo Pausen hin müssen und wo nicht.
Vielleicht hilft das ja.  :weissnicht:
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