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Vielen Dank!

Ich habe den Eindruck, dass ich momentan eine Detailröstung weniger brauche, als eine ganz allgemeine Einschätzung, wie du sie mir hier gegeben hast. Hast mir da ganz schön zu denken mitgegeben :) Und nun sitze ich hier und weiß gar nicht, was ich nun darauf antworten soll. Ist ja schon ein schwerer Brocken, den du mir überreichst - und für den ich auch dankbar bin ^^

Nun liegen drei verschiedene Versionen des Kapitels vor mir und ich weiß schon gar nicht mehr, was ich damit anfangen soll. Die erste ist zu bummelig, weil ich viele Infos in eine aktionreiche Szene packen will. Die zweite Version ist derart gestrafft, dass sie mir nicht mehr gefällt. Der dritten (die hier eingestellte) scheint der Hook zu fehlen. Und ja - ich mag den ersten Satz in der ersten Version auch lieber. Anderseits stimme ich Ulis Kommentar zur ersten Version zu: Die ursprüngliche Handlung bietet keinen Raum für den gemächlichen Beginn, den ich anscheinend haben will...

Vielen Dank auch für die Anmerkung, dass ich bei den Beschreibungen präziser sein muss. Sobald ich mich entschieden habe, wie der Beginn nun sein soll, werde ich mich mal daran setzen.

Phu... da liegt wirklich noch einiges an Arbeit vor mir, beweist mir aber ein weiteres Mal, wie sinnvoll es war sich im Forum anzumelden :)

Einfache Lösung: Wähle die erste Version mit dem klaren Alarm - aber straff die unnötigen Beschreibungstexte. Die sind an dieser Stelle nicht wichtig. Ich mag Geschichten, die einen sofort durch Spannung fesseln, anstatt gemächlich die Welt zu beschreiben (subjektives Gefühl, aber gut). Du hast eine Notsituation, einen Spannungsbogen --> das weckt Interesse (Hook).

Dein Problem im ersten Text war, dass du der Notsituation mit deinen Beschreibungen die "Not" genommen hast. Schmeiß die weg bzw. bau sie später ein, wenn die Gefahr gebannt ist und Malget wieder verschnaufen kann. Sie könnte nach dieser Nahtoderfahrung das Leben bzw. ihre Umgebung ... intensiver/bewusster als sonst wahrnehmen, vielleicht auch erleichtert, dass ihr der Schrotthaufen nicht um die Ohren geflogen ist, weil da scheppert schon das, dort ist das schon zigmal angeschweißt worden und trotzdem schon wieder locker ... So in die Richtung. Oder sie kehrt NACH dieser Sache in ihr Schlafgemach zurück und du beschreibst DA, was nötig ist, um den Leser an ihrer Umgebung teilhaben zu lassen.
Aber eben nicht in dem Moment, wo ihr aller Leben in Gefahr ist.

 :cheese:

Hoffe, ich konnte dir helfen ;-)
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Vielen Dank!

Ich habe den Eindruck, dass ich momentan eine Detailröstung weniger brauche, als eine ganz allgemeine Einschätzung, wie du sie mir hier gegeben hast. Hast mir da ganz schön zu denken mitgegeben :) Und nun sitze ich hier und weiß gar nicht, was ich nun darauf antworten soll. Ist ja schon ein schwerer Brocken, den du mir überreichst - und für den ich auch dankbar bin ^^

Nun liegen drei verschiedene Versionen des Kapitels vor mir und ich weiß schon gar nicht mehr, was ich damit anfangen soll. Die erste ist zu bummelig, weil ich viele Infos in eine aktionreiche Szene packen will. Die zweite Version ist derart gestrafft, dass sie mir nicht mehr gefällt. Der dritten (die hier eingestellte) scheint der Hook zu fehlen. Und ja - ich mag den ersten Satz in der ersten Version auch lieber. Anderseits stimme ich Ulis Kommentar zur ersten Version zu: Die ursprüngliche Handlung bietet keinen Raum für den gemächlichen Beginn, den ich anscheinend haben will...

Vielen Dank auch für die Anmerkung, dass ich bei den Beschreibungen präziser sein muss. Sobald ich mich entschieden habe, wie der Beginn nun sein soll, werde ich mich mal daran setzen.

Phu... da liegt wirklich noch einiges an Arbeit vor mir, beweist mir aber ein weiteres Mal, wie sinnvoll es war sich im Forum anzumelden :)

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Hallo Robur!

Jetzt komme ich endlich mal dazu, etwas zu deinem Text zu sagen.
Ganz allgemein vorweg: Textausschnitte, die über die Grenze von 20 000 Zeichen hinausgehen, haben noch eine geringere Chance, geröstet zu werden als lange Auszüge aus Geschichten generell.
Rösten erfordert einiges an Mühe, einen Text aufmerksam und konzentriert genug zu lesen, um anschließend etwas Hilfreiches dazu sagen zu können, wird noch schneller ermüdend, wenn der Text in sich nicht abgeschlossen und man dazu gezwungen ist, darüber hinauszudenken.

Ich werde es leider auch nicht schaffen, deinen ganzen Text hier auf den Grill zu legen, aber ein paar meiner Gedanken dazu möchte ich denn hier aufschreiben. Darum ist meine Röstung eher allgemein gehalten, statt auf Details einzugehen.

Zunächst einmal: In der überarbeiteten Version hast du deiner Geschichte erfolgreich den Haken gezogen - leider. Der Hook, das ist das, was den Leser bei der Stange hält, ihn wie einen Fisch an der Angel zappeln lässt und an dem du als Autor ihn durch die Untiefen deines Texts ziehst.
In der vorigen Fassung war das:
Zitat
Der Alarm riss Malget so abrupt aus dem Schlaf, dass sie trotz ihres Alters aufrecht im Bett saß.
Jetzt steht da:
Zitat
Das Piepen des Kommunikators holte Malget aus dem Schlaf.
Nicht nur im Vergleich finde ich das mau.

Schau mal, was da in der ersten Version direkt an Spannung aufgebaut wurde:
1. Alarm! Das kann nichts Gutes bedeuten.
2. Nachts! Das macht die Lage noch prekärer.
3. Eindringlich! Die ältliche Protagonistin lässt sich davon so aufschrecken, dass sie aufrecht im Bett sitzt, obwohl es ihr aufgrund ihres Alters schwer fällt.

Und jetzt?
1. Ein Kommunikator piept. Aha. Jemand will reden. Hm.
2. Jemand wacht auf. Aha.

Das ist blutleer. Da passiert etwas, aber es ist völlig belanglos. Alltäglich.
Und nicht mal in dieser Alltäglichkeit bietet sich für mich als Leserin irgendetwas, das mich genug aus dem Trott herausreißen würde, um mein Interesse zu wecken.
Schade. :weissnicht:

Mein Eindruck ist, dass du sehr damit beschäftigt bist, dem Leser deine Fantasie zu übertragen. Ihm vor dem geistigen Auge dein Raumschiff genau so auszustatten wie du es siehst, wie es dir vertraut ist, weil du es dir ausgedacht hast. Diese Vorstellung versuchst du auch im Leser zu erzeugen, damit er das alles auch so intensiv fühlen und sehen kann wie du.
Aber im Augenblick erzeugst du damit meines Erachtens nach mehr Umstände als Intensität. Das macht den Text schwer und langatmig. Es geht nicht darum, dass du nicht ausführlich sein darfst, du musst es nur an der richtigen Stelle tun, Handlung, Gefühl und Bühnenbild in Einklang bringen und an der richtigen Stelle - und dabei gerne bunt und ausgestaltet, doch umso pointierter - zu setzen, damit sie umso eindrucksvoller im Gedächtnis bleiben.
Noch wirkt dein Text auf mich überladen.
Das hängt auch mit der Sprache zusammen. Bei dir mischt sich Nominalstil mit ausdrucksschwachen Verben - und das ist leider auch Berichtsstil, Beamtendeutsch, und ermüdend zu lesen. Du formulierst oft umständlich, könntest schneller zum Punkt kommen, stattdessen ziehen sich deine Sätze und die Beschreibungen bleiben unpräzise, allgemein gehalten. Ja, das kann die Fantasie anregen. Wenn man es richtig und dosiert einsetzt. Bei dir hingegen mischt sich Detailfülle mit Luftblasen aus Eindrücken ... Beides verlangsamt und erschwert das Lesen.

Und ich gestehe, darüber ist mir fast der Moment, ab dem es spannend werden sollte abhanden gekommen. Lebensgefahr? Hm, wo denn? Ach so.
Und das sollte nicht passieren.
Du hast den Text in der Überarbeitung deutlich aufgebläht. Die vorige Version war straffer und stringenter - und selbst da fanden es viele Röster schon schwer, in der Hülle und Fülle an Erklärungen und Einzelheiten nicht unterzugehen.

Mein Tipp an dich: Fokus! Fokussiere dich und deinen Text.
Geh ihn mal Absatz für Absatz durch und frage dich: Was wollte ich dem Leser damit sagen? Das muss nichts Großes sein, es kann einfach heißen: Ich wollte Malgets Lebensraum beschreiben, ich wollte dem Leser das Bild vermitteln, das ich im Kopf habe.
Und dann schau dir pro Abschnitt an, was du gesammelt hast. Such dir die wichtigsten Punkte aus dieser Liste heraus, die gerade für die Geschichte wichtiger sind, zwei, höchstens drei und überarbeite den Abschnitt dahingehend. Auf ihnen muss das Hauptaugenmerk liegen.

Das war's fürs Erste.
Und wenn du Fragen hast, hak ruhig nach. :)

Liebe Grüße!
Lilith
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Kurzgeschichten / Re: Einzelzelle (Randbezirke)
« Letzter Beitrag von Uli am 20 Januar 2018, 23:49:35 »
ay Robur,

danke schön!
Besonders hilfreich ist die Anmerkung über die Sätze nach dem ˋder Haken an der Decke, die Tür unversperrt ...´ - an der gleichen Stelle ist Lilith gestolpert, und ich war dabei, da noch einen Satz einzufügen.
Die beiden Sätze zu streichen ist aber die bessere Option - zumindest in dem Konzept Randgebiete.

Das Setting ...
ja, das ist so eine Sache. Radio, elektrisches Licht etc - und ungewöhnliche Gepflogenheiten, z.B. mit der Urteilsverkündung, mit dne möglichen Strafen.
Insgesamt ˋfremd ´, auch, wenn die Einzelteile vertraut wirken können.
an der Grenzen zu irrealen, war der Plan - ohne das zu betonen.

eine  :lava: ?
cheers Uli
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Kurzgeschichten / Re: Einzelzelle (Randbezirke)
« Letzter Beitrag von Robur am 20 Januar 2018, 23:27:44 »
Moin moin

dein Text ist tatsächlich nicht nur sehr ruhig er scheint sogar auf eine Art still zu stehen, was aber meiner Ansicht nach hervorragend passt. Für mich scheint die Person schon mit dem Leben abgeschlossen zu haben. Offensichtlich erwartet sie, dass es bald beendet wird, obwohl der Prota sich noch einzureden versucht, dass er vielleicht auch freigesprochen werden könnte – was er aber eigentlich nur aus „Pflicht“ tut. Er glaubt schon längst nicht mehr daran. Die Vorstellung, dass sie ihn auch bloß zu einer Befragung holen könnten, scheint für ihn ermüdend zu sein. Ich höre geradezu das innerliche Seufzen und sehe seine herabsackenden Schultern.

Tod durch irgendwas, Hiebe mit Knute oder was auch immer, Kerker
Das lässt mich aufmerken. Nicht das, was ich erwartet habe. Kein elektrischer Stuhl oder dergleichen und ich frage mich, wo wir sind. Anhand der Einrichtung schließe ich die Vergangenheit aus – also in der Zukunft? Scheint aber eine verwahrlose Zukunft zu sein, wenn man auf Hiebe mit der Knute zurückgreift.

Die Deckenleuchte hängt an einem Haken, der recht kräftig wirkt.
Jop – ist eindeutig: Er zieht (müde) in Erwägung, ob Erhängen für ihn eine Option ist.Es wirkt jedoch auf mich, als sei es eher eine theoretische Gedankenübung und weniger eine Handlungsoption.

Ein Schließer kommt, öffnet den Schieber und grunzt - nicht unhöflich, nein, nur sehr gelangweilt.
Finde ich gut – trägt sehr zur Atmosphäre bei. Alles ist zäh und zieht sich.

Er tritt ein mit einem Tablett, ein Teller, Besteck, ein kleiner Topf - Mittag also.
De Prota hat also die Zeit total aus den Augen verloren. Beängstigend, da das Frühstück ja nicht so lange her sein kann. Aber ihm ist das alles so egal, dass es gewissermaßen vorbeifliegt, ohne dass er es noch groß wahrnimmt. Er scheint nicht einmal mehr zu warten, er… lässt die Zeit verstreichen, bis sich endlich etwas verändert.

Ich starre auf die Tür, mit angehaltenem Atem.

Das Essen ist mäßig, nicht schlecht, aber auch nicht gut.
Haha! Ich wette du hast dir hier vorgestellt, wie der Leser dumm guckt. Eben noch weckst du eine Erwartung: Jetzt geschieht etwas, jetzt wird der Prota was tun! Und dann hockt der Prota doch einfach nur da und futtert vor sich hin, sinniert sogar noch über das Essen vor sich hin.

Dabei vergeht Zeit, weiß ich.
Tja – etwas sinnvolleren als zu kauen kann er mit seiner Zeit anscheinend auch nicht anstelle.

Der Haken in der Decke ... und die Tür ist unversperrt, denke ich.
Beides nicht einfach: Das Laken ausfasern, einen Strick drehen der hoffentlich hält und ... wie funktionierte noch dieser Knoten?
Oder die Tür aufschieben, und leise, vorsichtig den Weg hinaus suchen. An den gelangweilten Schließern vorbei hinaus.

Für mich würde der erste Satz schon ausreichend sein. Die restlichen könnte man fast schon streichen. Die Optionen sind zwar nur angedeutet aber eindeutig. Bisher hat jeder neue Satz mir eine neue Information gegeben aber bei den letzten drei Sätzen habe ich mit den Augen gerollt und mürrisch gemurmelt: „Ja, Danke. Habe ich verstanden. Nun weiter.“

Er hat noch nicht einmal kontrolliert ob die Tür tatsächlich unverschlossen ist.

Das Urteil vorwegnehmen. Welches Urteil?
Eh? Bin irritiert und weiß grade nicht, was ich damit anfangen soll. Fragt er sich welches Urteil man über ihn verhängen wird?

Werden sie einfach hereinkommen und vollstrecken, was das Urteil gebietet oder ... aber es kann ja ein Freispruch sein, Rehabilitation, Freiheit und Ehre.

Oder kommen sie, um weitere Fragen zu stellen, oder ...

Ich weiß es nicht.
Ich mag das Ende, für mich ist es ansich eine runde Sache. Dieses „Ich weiß nicht“ fasst die Haltung des Prota zusammen. Er weiß nicht, was auf ihn zukommt und noch schlimmer: Er hat nun mehrere Optionen, weiß aber nicht für welche er sich entscheiden soll. Wieso flieht er nicht? Theoretisch gäbe es mehrere Optionen: Zum einen könnte er derart gebrochen sein, dass er sich nicht einmal mehr dazu aufraffen kann. Zum andere könnte es aber auch sein, dass er sowieso nichts mehr hat, zu dem er zurückkehren könnte. Nachdenklich macht mich „Freiheit und Ehre“. Kann er durch einen Freispruch so viel gewinnen, dass eine Freiheit durch Flucht nicht ausreichend ist? Ich frage mich wie viel er verloren hat. Wieso Ehre? In diesem kleinen Wort stecken so viele Hinweise und unbeantwortete Fragen.
Ich vermute aber, dass er zu sehr gebrochen ist. Der ganze vorangegangene Text weist eindeutig in diese Richtung.

Obgleich ich mit einem derart kurzen Schreibstil wie deinem nur schwer warm werde, hat mich dieser Text von dir gefangen. Meine Erwartung ist übrigens, dass der Prota sich nicht bewegen wird. Er wird weder einen Fluchtversuch wagen, noch sich erhängen. Ich glaube nicht, dass er das noch kann.
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Kurzgeschichten / Re: Einzelzelle (Randbezirke)
« Letzter Beitrag von Uli am 20 Januar 2018, 14:08:27 »
ach ja ...

es ist auch völlig egal, ob der Prota (oder der Leser) die Tat überhaupt für ein Verbrechen hält. Oder für eine Heldentat. Oder ... egal.
Deswegen kann die Tat auch nicht benannt werden - das würde die Frage nach der Rechtfertigung aufwerfen, und die kann ich gar nicht brauchen.

Es reicht, dass ˋjemand´ die Sache für strafwürdig hält, und dass dem Prota eben nicht unbedingt klar ist, warum und in welchem Ausmaß.
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Kurzgeschichten / Re: Einzelzelle (Randbezirke)
« Letzter Beitrag von Uli am 20 Januar 2018, 13:36:20 »
ay Lilith,

tja ... diese Geschichte wollte genau zu den Randbezirken - und jetzt ist mir auch klar, warum. Dank deiner letzten Anmerkung:

Das Format erlaubt es, das Verbrechen / die Anklage völlig außen vor zu lassen. Und das ist wichtig: Egal, was es ist, sobald es erwähnt wird, wäre die Luft raus.
Zum einen, weil Leser die Tat selber bewerten würden (ganz automatisch), zum anderen, weil diese für das, was die Geschichte will, völlig ohne Belang ist.

Für den Prota ist die Sache abgeschlossen: Was auch immer er getan hat, das ist nicht mehr spannend. Er hat seine Aussage gemacht, der Rest liegt nicht mehr bei ihm.

danke schön!
Uli
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Kurzgeschichten / Re: Einzelzelle (Randbezirke)
« Letzter Beitrag von Lilith am 20 Januar 2018, 10:32:47 »
Hallo Uli!

Ein Punkt, den ich in meiner Röstung vergessen habe, den ich aber noch ansprechen wollte, weil ich ihn für die Geschichte wichtig finde: Es ist sehr auffällig, dass der Protagonist nicht einen Gedanken auf die Tat (ob nun tatsächlich begangene oder ihm nur unterstellte) verwendet. Es findet nicht mal mehr eine Auseinandersetzung mit möglicher Schuld oder Unschuld statt, die Wut, die Verzweiflung, all das ist völlig versackt. Auch die Folgen eines Freispruchs bleiben ungenannt, bis auf ein paar Floskeln ("Rehabilitation, Freiheit und Ehre"), keine Angehörigen, nichts. Er ist bezugslos geworden in einer Welt, die ihm jeglichen Bezug genommen hat.
Er ist leer - und wohl seine eigene Angst vor der Leere geworden.

Zugleich zeigst du mir noch mal deutlich die Schwachstelle der Randbezirke: Manche Dinge bleiben auf der Strecke. Deshalb wollte ich ja auch ... aber diese Geschichte wollte eben geschrieben werden, und wer bin ich, ihr da reinzureden?

Aber warum sich einschränken lassen?
Ich verstehe, warum die Randbezirke dir nicht mehr ausreichen, aber warum zwängst du dich in dieses Korsett, wenn eine Geschichte etwas von dir will? Für mich klingt das nach zwei Möglichkeiten, die dir für sie - und andere Geschichten, an denen das Schreiberlingsherz irgendwie noch hängt:
1. Du versuchst den Kram, der sonst untergeht, doch noch irgendwie in dieses Format zu bringen mit feinen, aber umso stärkeren Andeutungen. Da reicht ein Satz, manchmal auch nur ein bis zwei Worte, die, solange sie gut gewählt sind, umso mehr Eindruck hinterlassen und herausstechen sollten.
Das habe ich z.B. an den Kurzgeschichten von Wolfgang Borchert immer so bewundert.
2. Du lässt die Vorgabe Vorgabe sein und schreibst die Geschichte so, wie sie es von dir verlangt. So, wie sie geschrieben werden will, geschrieben sein muss.

Alles Liebe!
Lilith
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Kurzgeschichten / Re: Einzelzelle (Randbezirke)
« Letzter Beitrag von Uli am 19 Januar 2018, 19:27:42 »
Ay Eska
 Nur kurz  da vom iPod ...
Danke, hilft, und richtig gelesen

 :wink:
Uli
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Kurzgeschichten / Re: Einzelzelle (Randbezirke)
« Letzter Beitrag von eska am 19 Januar 2018, 18:04:26 »
Hi Uli.
Ich bin etwas verwirrt: Hatte heute morgen eine Röstung geschrieben und bilde mir ein, sie auch schon rot auf Rot gesehen zu haben. Wo ist die hin??

Egal: Kurzgefasst habe ich in deiner Geschichte gelesen, wie ein Mensch auf ein Urteil wartet, das er selbst nicht mehr abgeben kann, unfähig zur Entscheidung, unfähig zu beurteilen, was ge-recht ist. Ihm scheint alles recht, Tod wie Freispruch, genau wie sowohl Strick als auch offene Zellentür Auswege sind, scheinbar gleichwertige, für die er sich nicht entscheidet, sondern stattdessen die 'Sicherheit' des Gewohnten 'wählt' (indem er nicht wählt), das Leben in der Zelle weiterführt.
Tiefgreifende Verunsicherung bis hin zur Selbstaufgabe, Abgabe aller Entscheidung über das Ich an die Außenwelt. Das ist auch eine Vorwegnahme des Urteils.

Ich hoffe, das ist verständlich genug. Und hilfreich.

Lieben Gruß,
eska
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