Autor Thema: Im Mantel des Lichtes, Anfangsszene  (Gelesen 703 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline SirJasonCrage

  • Bratwurst
  • *
  • Beiträge: 67
Im Mantel des Lichtes, Anfangsszene
« am: 23 April 2017, 01:41:32 »
Nachdem lang nichts mehr auf dem Grill lag, opfere ich mich mal wieder als Zielscheibe.

Weil mich das Umschreiben der alten Kapitel aus Im Schatten des Mondes so frustet, hab ich mich (mal wieder) an einem Anfang versucht.

Ich würde das jetzt mal unkommentiert hier einstellen und am Ende des Posts noch etwas Senf dazu geben.


Im Mantel des Lichts


Die Morgenblüte

Das Licht der aufgehenden Sonne fiel durch das Tor der Burg, füllte den Hof mit Licht und glänzte in Schweiß und Stahl. Sklaven liefen über den Sand im Hof und ignorierten dabei den ungleichen Zweikampf, dessen Klang den Morgen erfüllte. Lediglich eine Handvoll Ritter, manche dem Glauben und andere dem Rat verschworen, sahen verwundert zu, wie einer der besten aus ihren Reihen einen Novizen vor sich her trieb.
Unbeholfen parierte Gariel einen von Meister Grumoys Hieben mit seinem Schwert. Die Kraft des Angriffs fuhr ihm durch die Knochen und als er zurück wich litt seine Haltung etwas. Ohne zu zögern nutzte sein Gegner die Lücke und rammte seine stählerne Faust gegen die nun ungeschützte Stirn. Auf dem Rücken liegend betrachtete Gariel den langsam verschwimmenden Himmel und wartete darauf, dass das Klingeln in seinen Ohren dem Gespött der Zuschauer wich.
Trotz der Tränen, die sich Stur einen Weg in seine Augen bahnten, entging ihm der Fleck nicht, der durch sein Blickfeld huschte. In der Hoffnung, dass die Ankunft eines Drachenreiters die Menge ablenken würde, wischte er sich das Salzwasser aus dem Gesicht und stand auf, darum bemüht das Brennen zu ignorieren, das sich dadurch von seiner Stirn aus über den Rest des Kopfes auszubreiten schien. Meister Grumoy ignorierte die geschuppte Kreatur, die Aufmerksamkeit heischend, Kreise über der Burg zog und fixierte Gariel.
„Wenn dich das schon zu Fall bringt, wirst du in einer Schlacht unter den ersten Toten sein.“ Dummes Geschwätz. Die meisten Veteranen hier wären nach diesem Treffer erst gar nicht wieder aufgestanden.
„Es tut mir leid, Meister. Ich wollte nicht behaupten, ich sei bereit für den Krieg.“ Der Schmerz und die Ungerechtigkeit ließen die Stimme weinerlich klingen.
„Was sonst wolltest du zum Ausdruck bringen, als du sagtest, du wärst der beste Kämpfer unter den Söhnen des Lichts?“ Gariel war klar, dass der Meister dies nur zu seinem eigenen Vergnügen tat. Es gab nichts, das er sagen konnte, um seine Situation zu verbessern.
„Wer dem Licht dient, dient der Wahrheit“, zitierte er einfach aus dem Kodex.
„Soso, die Wahrheit. Na dann, der beste Sohn sollte dazu in der Lage sein, zumindest einen Treffer an mir zu landen.“ Der Meister nahm Kampfhaltung an.
„Unsinn. Der letzte, der dich in einem fairen Duell getroffen hat, war dieser Fenn in der Kriegsfeste.“ Meister Vaeris war in seiner goldgestreiften, weißen Robe auf den Hof getreten, wohl um den Drachenreiter in Empfang zu nehmen. Gariel wagte zu hoffen, dass seine Demütigung hier ein Ende haben würde.
„Dennoch, Überheblichkeit und Arroganz führen junge Männer oft in einen frühen Tod.“ Der Meister blickte nach oben und runzelte leicht verärgert die Stirn. „Umso erstaunlicher ist es, dass er hier seinen Feldzug überlebt hat. Fahrt fort, Meister Grumoy. Unterhaltet mich, bis er sich endlich dazu durchringt, zu landen.“
Darum ließ Gariels Peiniger sich nicht zwei mal bitten. Erneut kam das Schwert auf ihn zu. Diesmal sah er den Faustschlag nach der Parade kommen, wich zurück und ging zum Gegenangriff über. Ein Schwertstreich zielte auf den ausgestreckten Arm, ein weiterer zwang Meister Grumoy zurückzuweichen und sich mit seinem Schwert zu verteidigen. Gariel wusste, dass er nachsetzen musste, zögerte aber und gab seinem Gegner Gelegenheit, wieder Haltung anzunehmen.
Der runzelte nur kurz die Stirn über das Versäumnis und ging wieder zum Angriff über. Die Schwerter stießen zusammen, der Meister gewann ein kurzes Kräftemessen und Gariel wich weiter zurück. Er parierte einen Streich, entdeckte dadurch eine Lücke in der Verteidigung des Meisters und passierte ihn an seiner schlecht gedeckten Seite, um ihn anzugreifen, während er sich noch drehen musste. Ein Ellenbogen an seinem Hinterkopf beendete dieses Manöver vorzeitig. Gariel brachte stolpernd etwas Distanz zwischen sich und seinen Gegner, rieb sich den Hinterkopf und tröstete sich damit, dass er zumindest recht hatte und Grumoy sein Schwert nie rechtzeitig auf diese Seite bekommen hätte.
Die Landung des Drachen unterbrach das Duell. Für Gariel war es ein erhabener Moment. Mierdals weiß-goldenes Schuppenkleid passte perfekt zu den Rüstungen und Roben der anwesenden Paladine, wie auch die Drachenreiter und der Orden beide für Tugend, Ehre und Wahrheit standen. Beim Anblick des Reiters verzog Gariel jedoch das Gesicht. Arithos hatte schwarze Kleidung gewählt, verziert von grünen Seidenmustern, gewiss mit der Absicht, möglichst aus der Menge hier herauszustechen. Sogar seine flammend rote Mähne stand in direktem Kontrast zu den golden leuchtenden Haaren der Glaubensritter. Behände sprang er aus dem Sattel seiner pferdegroßen Echse und sah sich kurz um.
„Meister Vaeris, ich freue mich, Euch und die anderen goldgelockten Anhänger des Lichts zu sehen. Wo ist Lord Karziel? Ich habe den Auftrag, nur mit ihm zu sprechen, nicht mit seinen Laufburschen.“
„Nachdem Ihr auch nur ein Diener des großen Rates seid, hielten wir es für angebracht, dass Euch lediglich ein Diener wie meine Wenigkeit empfängt. Für Euren hochverdienten Vater wäre Lord Karziel natürlich persönlich gekommen und eine Ehrengarde aus Veteranen stünde Spalier.“ Gariel verstand nicht, wie Meister Vaeris es schaffte, tatsächlich einen demütigen Blick aufzusetzen.
„Spart euch die höflichen Floskeln, wo ist der Alte? Und was geht hier eigentlich vor sich? Man munkelt ja, dass Meister Grumoy seinen Zenith hinter sich hat, aber dass er mittlerweile zur Sicherheit nur noch mit Novizen trainiert ist dennoch schockierend.“ Der Anblick von Meister Grumoys hochrotem Gesicht zauberte Gariel ein Lächeln ins Gesicht. Dennoch hatte sich der Veteran gut genug im Griff um Meister Vaeris das Wort zu lassen.
„Meister Karziel bespricht sich mit dem Erzpriester im Tempel. Ich fürchte, ihr müsst noch einmal aufsatteln.“
Arithos hielt sich die Hand über die Augen und sah durch das Tor. „Ich werde laufen. Es war ein anstrengender Flug für Mierdal und es ist schließlich nicht weit. Bruder Gariel, wollt Ihr mich begleiten?“ Gariels Herz machte vor Freude einen Satz. Meister Grumoy ging jedoch dazwischen.
„Sein Wille ist nicht von Belang. Es handelt sich hier um eine Strafmaßnahme, die noch nicht abgeschlossen ist. Der Junge geht erst, wenn er einen Treffer an mir landen konnte.“ Es war nur ein kleiner Triumph, aber er war deutlich auf dem Gesicht des Meisters zu sehen. Hilfesuchend sah Gariel zu Meister Vaeris, doch dessen Blick bestätigte nur, dass er einen gleichrangigen Paladin nicht überstimmen konnte.
„Dann haben wir ja keine Zeit zu verlieren,“ meinte Arithos daraufhin. Gariel wollte heulen vor Dankbarkeit, als er mit einem kurzen Pfiff seinen Drachen zu sich rief und sein eigenes Schwert zog.
Im nächsten Moment war Meister Grumoy bereits zwischen ihnen und beförderte den Rothaarigen mit einem Tritt ein paar Meter weiter auf dessen Hintern. Mierdal bäumte sich sofort auf und ging mit seinen Kurzen Vorderbeinen zum Angriff über.
Einer Klaue des Drachen wich der Meister aus, die andere schabte wirkungslos über seine Rüstung. Mit einem gepanzerten Fausthieb wehrte er den geschuppten Kopf ab, der nach seinem eigenen schnappen wollte. Mit dem Schwertknauf setzte er von oben nach, sodass der Hals des Drachen unsanft auf dem Boden aufschlug. Bevor sich die Bestie wieder aufrichten konnte, zog er seinen Dolch und rammte ihn durch eines der Kettenglieder, die den stählernen Halsring der Kreatur mit den Zügeln verbanden, in den Boden.
Gariel war erst jetzt heran und versuchte den Meister von Mierdal weg zu treiben, bevor diese den Dolch mit einer Lichtbindung versehen konnte, aber er wich seinem wilden Schwinger aus, schlug mit seinem eigenen Schwert von innen gegen Gariels und ließ ihn mit all seinem Schwung in einen Rückhandschlag laufen, der ihn gleich neben Arithos in den Staub beförderte. Der Reiter wusste ebenfalls, dass er keine Zeit hatte und ging aggressiv auf den Meister los. Zwei Schläge konnte Grumoy blocken, vor dem dritten wich er zurück, wobei er auf den Hals des Drachen trat, der sich gerade losreißen wollte. Ein gerader Stoß zwang Arithos zurückzuweichen. Der kurze Moment reichte dem Meister um eine verkürzte Version der Bindungsformel zu sprechen, den Fuß vom Hals der Kreatur zu nehmen, und damit den Dolch nochmal in die Erde zu rammen. Der leuchtete jetzt golden und Gariel wusste, dass sich der Drache fürs erste nicht von selbst befreien konnte.
„Ein Troll macht mehr Schwierigkeiten,“ meinte der Meister süffisant, bevor er zum Angriff über ging.
Mit präzisen, bedrohlichen Hieben zielte er auf Handgelenke, Ellbogen und alle anderen ungeschützten Stellen, die sich ihm boten. Immer wenn Arithos oder Gariel zurückschlagen wollten, war sein Schwert zur Stelle um abzublocken und sofort wieder einen der beiden anzugreifen. Während jede seiner Attacken ein klares Ziel hatte, gingen ihre Schwerter oft um Haaresbreite vorbei, ohne dass Meister Grumoy überhaupt ausweichen musste. Sogar als er sich zwischen seine Kontrahenten schob, schlug er kurz nach Gariel, nutzte dessen Zurückweichen um einen Schritt von Arithos weg zu gehen, dadurch knapp einem Treffer zu entgehen und sich dann umzudrehen, dem Drachenreiter das Schwert aus der Hand zu treten und noch in derselben Drehung wieder Gariel anzugreifen, der seinen eigenen, zu langsam geführten Streich unbeholfen in eine Parade umlenken musste. Ohne nachzulassen fuhr der Meister fort, immer dort anzugreifen, wo Gariels Waffe nur ungeschickt verteidigen konnte. Nach wenigen Hieben war von Deckung kaum noch zu sprechen und seine Faust traf den Magen des Novizen, der sich daraufhin unter Schmerzen krümmte. Bevor der Meister weiter nachsetzen konnte, traf ihn jedoch etwas in den Rücken. Gariel sah echten Zorn in Grumoys Gesicht, bevor dieser sich umdrehte.
„Windstöße, hm? Das mit dem Mana deines Drachen müssen wir aber noch üben. Ich hoffe, man hat dir auch Schilde beigebracht, denn das hier,“ ein Leuchten erfüllte den Hof, das von dem Veteran ausging, „ist das Mana eines Gottes.“
„Welches nicht hier und nicht heute in Anspruch genommen wird.“ Meister Vaeris' Worte beendeten das Leuchten und Gariel wusste, dass Grumoy kurz davor war, allein gegen vier zu kämpfen. Dies war offensichtlich nicht in Meister Vaeris' Interesse, denn er setzte gerade zu beschwichtigenden Worten an, als Meister Grumoy erneut von einem Windstoß getroffen wurde. Diesmal war Gariel bereit und nutzte den Moment der Ablenkung um sein Schwert neben dem Hals seinen Gegners auf dessen Schulter abzulegen.
Kurz fürchtete er um sein Leben, aber Grumoy murmelte nur „Wer stirbt, hat verloren. So einfach ist das,“ steckte sein Schwert weg und ging zu Mierdal um den Dolch zurückzuholen. Erst als er durch die Tür zur Großen Halle verschwunden war, wagte Gariel zu atmen.


Mit dem Text habe ich versucht, Fehler zu meiden, die mir hier im Forum oft aufgezeigt wurden: Zu viel Exposition, zu wenig tatsächlicher Fokus auf der Szene. Mangel an Konflikt also schlicht Langeweile.
Würde mich freuen, wenn ich hier ein Urteil dazu haben könnte, wie gut oder schlecht ich mich diesmal in diesen Punkten geschlagen habe.
  • Ich schreibe gerade: Im Schatten des Mondes
Zu jeder Zeit, an jedem Ort, bleibt das tun der Menschen das Gleiche.

Offline Gnadenrose

  • Bratwurst
  • *
  • Beiträge: 6
Re: Im Mantel des Lichtes, Anfangsszene
« Antwort #1 am: 25 April 2017, 19:28:03 »
Hey!
Ich habe noch keine anderen Texte von Dir gelesen, weshalb ich nicht beurteilen kann, ob sich die genannten Punkte verbessert haben, aber was ich gelesen habe, hat mir sehr gut gefallen. Ich persönlich konnte mich sehr gut in die beschriebene Situation hineinversetzen. Dem Kampf konnte man gut folgen, obwohl es sehr viel war. Sprachlich ist mir eine Wortwiederholung gleich am Anfang aufgefallen: Statt ein Mal Licht könntest du alternativ das Wort "Strahlen" verwenden. Außerdem gefällt mir die Kreativität der Namen;) Man ist auf jeden Fall sofort drin in der Geschichte, obgleich man noch nicht genau weiß, worum sie konkret handelt.

Offline Uli

  • Bratwurst
  • *
  • Beiträge: 1.866
Re: Im Mantel des Lichtes, Anfangsszene
« Antwort #2 am: 25 April 2017, 23:14:11 »
ay SirJasonCrage,
dann wollen wir mal ...


Zitat
Das Licht der aufgehenden Sonne fiel durch das Tor der Burg, füllte den Hof mit Licht und glänzte in Schweiß und Stahl. Sklaven liefen über den Sand im Hof und ignorierten dabei den ungleichen Zweikampf, dessen Klang den Morgen erfüllte. Lediglich eine Handvoll Ritter, manche dem Glauben und andere dem Rat verschworen, sahen verwundert zu, wie einer der besten aus ihren Reihen einen Novizen vor sich her trieb.
OK ... ein gutes Bild zum Anfang, eine Andeutung eines Konfliks (Glaube vs Rat) und eine verwunderliche Situation. Passt.
Allein der 'Sand im Hof' ist etwas fragwürdig: Ist die Beschaffenheit des Untergrundes von Bedeutung? Ist es praktisch, einen Hof mit Sand zu füllen (ist es nicht), oder heißt das, dass hie eher ärmliche Bedingungen herrschen?
Vorschlag: Den Sand weglassen, wenn er nicht unbedingt benötigt wird.

Zitat
Unbeholfen parierte Gariel einen von Meister Grumoys Hieben mit seinem Schwert.
Tja ... ich habe nicht erwartet, dass Gariel mit einem Wischmob, einem Kerzenlöscher oder einer Klobürste pariert. Echt nicht.
Daher halte ich den Zusatz 'mit seinem Schwert' für überflüssig. Und eventuelle Zweifel, um was für eine Art von Kampf es sich handelt, könnten vorher leichter ausgeräumt werden: Entweder hier (einen von Meister G.s Schwerthieben) oder im vorherigen Absatz.

Zitat
Die Kraft des Angriffs fuhr ihm durch die Knochen und als er zurück wich litt seine Haltung etwas. Ohne zu zögern nutzte sein Gegner die Lücke und rammte seine stählerne Faust gegen die nun ungeschützte Stirn. Auf dem Rücken liegend betrachtete Gariel den langsam verschwimmenden Himmel und wartete darauf, dass das Klingeln in seinen Ohren dem Gespött der Zuschauer wich.
OK, soweit.
Fast.
Das 'ohne zu zögern' ist hart an der Grenze zum Perspektivbruch, aber ... naja.
Der Fatalismus Gariels könnte etwas besser zur Wirkung kommen, wenn du diesen Bruch vermeiden würdest:
'Und natürlich nutzte der Gegner diese Lücke, ramtmte ihm die stählerne Faustgegen die ungeschützte Stirn'

Zitat
Trotz der Tränen, die sich Stur einen Weg in seine Augen bahnten, entging ihm der Fleck nicht, der durch sein Blickfeld huschte. In der Hoffnung, dass die Ankunft eines Drachenreiters die Menge ablenken würde, wischte er sich das Salzwasser aus dem Gesicht und stand auf, darum bemüht das Brennen zu ignorieren, das sich dadurch von seiner Stirn aus über den Rest des Kopfes auszubreiten schien. Meister Grumoy ignorierte die geschuppte Kreatur, die Aufmerksamkeit heischend, Kreise über der Burg zog und fixierte Gariel.
Ein wenig ... gestelzt.
Das 'stur' sollte klein geschrieben werden. Das 'Salzwasser' sollte gestrichen werden, und die Sache mit dem Gesichtabwischen ist so eine Sache: In einem Schwertkampf, bei dem der Gegner eine Stählerne Faust besitzt - also Schutzhandschuhe aus Metall - erwarte ich das auch von dem anderen. Und mit Eisenfingern ist Tränenabwischen eine eher suboptimale Idee ...
Im Zweifel mal probieren ...


Zitat
Wenn dich das schon zu Fall bringt, wirst du in einer Schlacht unter den ersten Toten sein.“ Dummes Geschwätz. Die meisten Veteranen hier wären nach diesem Treffer erst gar nicht wieder aufgestanden.
OK. Der Junge weiß, was er wert ist.

Zitat
Es tut mir leid, Meister. Ich wollte nicht behaupten, ich sei bereit für den Krieg.“ Der Schmerz und die Ungerechtigkeit ließen die Stimme weinerlich klingen.
Und er ist recht kritisch, sich selbst gegenüber.

Zitat
Was sonst wolltest du zum Ausdruck bringen, als du sagtest, du wärst der beste Kämpfer unter den Söhnen des Lichts?“ Gariel war klar, dass der Meister dies nur zu seinem eigenen Vergnügen tat. Es gab nichts, das er sagen konnte, um seine Situation zu verbessern.
Hmmm ...
OK, ich kann mich darauf einlassen. Vorerst.

Zitat
Wer dem Licht dient, dient der Wahrheit“, zitierte er einfach aus dem Kodex.
„Soso, die Wahrheit. Na dann, der beste Sohn sollte dazu in der Lage sein, zumindest einen Treffer an mir zu landen.“ Der Meister nahm Kampfhaltung an.
Aber jetzt grummelt es schon ein wenig: Der Meister ist also grad nicht in Kampfhaltung gewesen, also ist er furchtbar arrogant? Oder gnadenlos überlegen? Du baust hier etwas auf, wovon ich hoffe, dass du es lösen kannst ...


Zitat
Unsinn. Der letzte, der dich in einem fairen Duell getroffen hat, war dieser Fenn in der Kriegsfeste.“ Meister Vaeris war in seiner goldgestreiften, weißen Robe auf den Hof getreten, wohl um den Drachenreiter in Empfang zu nehmen. Gariel wagte zu hoffen, dass seine Demütigung hier ein Ende haben würde.
Und zumindest ein Schritt dazu gelingt: Es gibt offenbar einen größeren Konflik zwischen den Leuten dort. Jetzt noch eine Idee, warum dein Prota für diese Demonstration herhalten musst - sein großes Mundwerk allein kann es nicht sein (hoffe ich)


Zitat
Dennoch, Überheblichkeit und Arroganz führen junge Männer oft in einen frühen Tod.“ Der Meister blickte nach oben und runzelte leicht verärgert die Stirn. „Umso erstaunlicher ist es, dass er hier seinen Feldzug überlebt hat. Fahrt fort, Meister Grumoy. Unterhaltet mich, bis er sich endlich dazu durchringt, zu landen.“
... Bestätigt meine vorherige Vermutung.
Ein wenig Formulierung: ... dass dieser hier seinen ersten Feldzug überlebt hat ...'
wäre m.E. klarer.


Zitat
Darum ließ Gariels Peiniger sich nicht zwei mal bitten. Erneut kam das Schwert auf ihn zu. Diesmal sah er den Faustschlag nach der Parade kommen, wich zurück und ging zum Gegenangriff über. Ein Schwertstreich zielte auf den ausgestreckten Arm, ein weiterer zwang Meister Grumoy zurückzuweichen und sich mit seinem Schwert zu verteidigen. Gariel wusste, dass er nachsetzen musste, zögerte aber und gab seinem Gegner Gelegenheit, wieder Haltung anzunehmen.
... OK ...
Der Junge ist also a) in der Tat ein Großmaul und b) ist er durchaus gut genug, um sich das leisten zu können. Er kann den Meister in Bedrängniss bringen. Aber: Warum zu Teufel vollendet er das nicht?
Bisher nur eine ffene Frage, die allerdings einer Antwort bedarf.

Zitat
Der runzelte nur kurz die Stirn über das Versäumnis und ging wieder zum Angriff über. Die Schwerter stießen zusammen, der Meister gewann ein kurzes Kräftemessen und Gariel wich weiter zurück. Er parierte einen Streich, entdeckte dadurch eine Lücke in der Verteidigung des Meisters und passierte ihn an seiner schlecht gedeckten Seite, um ihn anzugreifen, während er sich noch drehen musste. Ein Ellenbogen an seinem Hinterkopf beendete dieses Manöver vorzeitig. Gariel brachte stolpernd etwas Distanz zwischen sich und seinen Gegner, rieb sich den Hinterkopf und tröstete sich damit, dass er zumindest recht hatte und Grumoy sein Schwert nie rechtzeitig auf diese Seite bekommen hätte.
Etwas ratlos ...
Es ist kein Wert an sich, das Schwert rechtzeitig an der richtigen Stelle zu haben, wenn man dem Gegner irgendwelche Körperteile mit anderen Mitteln zermatschen kann. Aussage ohne Wert ...



Zitat
Die Landung des Drachen unterbrach das Duell. Für Gariel war es ein erhabener Moment.
... und hier verlierst du mich:
Ja, OK: Drache landet, erhabener Moment, alles gut und schön.
Trotz aller Erhabenheit aber hat der Bub grad Dresche bekommen, hat vielleicht etwas gelernt und außerdem stehen ein paar Dinge im Raum - die du locker wegwischst.
An dieser Stelle müsste etwas stehen, was mir erklärt, warum diese Drachenlandung so wichtig/erhaben/whatauchever ist, um diese Wirkung zu erzielen.

 
Zitat
Mierdals weiß-goldenes Schuppenkleid passte perfekt zu den Rüstungen und Roben der anwesenden Paladine, wie auch die Drachenreiter und der Orden beide für Tugend, Ehre und Wahrheit standen.
leisten das nicht.

Zitat
Beim Anblick des Reiters verzog Gariel jedoch das Gesicht. Arithos hatte schwarze Kleidung gewählt, verziert von grünen Seidenmustern, gewiss mit der Absicht, möglichst aus der Menge hier herauszustechen.

Kennt dein Prota den Drachenreiter? Und den Drachen? Er kennt die Namen ...
oder du hast ein Perspektiv-Problem: Ich jedenfalls sehe eine Personale Perspektive bei Gariel ...


Zitat
Sogar seine flammend rote Mähne stand in direktem Kontrast zu den golden leuchtenden Haaren der Glaubensritter. Behände sprang er aus dem Sattel seiner pferdegroßen Echse und sah sich kurz um.
Hmm ... die Dimensionen des Drachen hättest du beim ersten Erscheinen am Himmel besser unterbringen können, meine ich.

Zitat
Meister Vaeris, ich freue mich, Euch und die anderen goldgelockten Anhänger des Lichts zu sehen. Wo ist Lord Karziel? Ich habe den Auftrag, nur mit ihm zu sprechen, nicht mit seinen Laufburschen.“
und der Drachenreiter ist arrogant genug, eine heftige Beleidigung als Begrüßung auszusprechen ... hmm ...


Zitat
Nachdem Ihr auch nur ein Diener des großen Rates seid, hielten wir es für angebracht, dass Euch lediglich ein Diener wie meine Wenigkeit empfängt. Für Euren hochverdienten Vater wäre Lord Karziel natürlich persönlich gekommen und eine Ehrengarde aus Veteranen stünde Spalier.“ Gariel verstand nicht, wie Meister Vaeris es schaffte, tatsächlich einen demütigen Blick aufzusetzen.
Und der Meister steckt das einfach weg ...
Was dein Prota ebensowenig versteht, wie ich. Das riecht hier nach Politik - und ich bin mir ganz und gar nicht sicher, was mich im weiteren Text erwartet.
Irgenwas passt da nicht, aber ich kann noch nicht sagen, was - sorry.



Zitat
Spart euch die höflichen Floskeln, wo ist der Alte? Und was geht hier eigentlich vor sich? Man munkelt ja, dass Meister Grumoy seinen Zenith hinter sich hat, aber dass er mittlerweile zur Sicherheit nur noch mit Novizen trainiert ist dennoch schockierend.“ Der Anblick von Meister Grumoys hochrotem Gesicht zauberte Gariel ein Lächeln ins Gesicht. Dennoch hatte sich der Veteran gut genug im Griff um Meister Vaeris das Wort zu lassen.

Der Satz mit dem Veteran ist unsauber: Wer ist hier gemeint?
Und die Situation: Der Drachenreiter trieft vor Arroganz, schön und gut. Was dein Prota in keiner Weise erstaunt, und auch sonst scheint das völlig normal zu sein.

Zitat
Meister Karziel bespricht sich mit dem Erzpriester im Tempel. Ich fürchte, ihr müsst noch einmal aufsatteln.“
Arithos hielt sich die Hand über die Augen und sah durch das Tor. „Ich werde laufen. Es war ein anstrengender Flug für Mierdal und es ist schließlich nicht weit. Bruder Gariel, wollt Ihr mich begleiten?“ Gariels Herz machte vor Freude einen Satz. Meister Grumoy ging jedoch dazwischen.
OK, der Drachenreiter kennt den Jungen. Und ist offenbar ein Freund, mehr oder weniger.
Das hättest du viel früher (mit einem Nebensatz) klarmachen können. sollen. müssen.

Zitat
Sein Wille ist nicht von Belang. Es handelt sich hier um eine Strafmaßnahme, die noch nicht abgeschlossen ist. Der Junge geht erst, wenn er einen Treffer an mir landen konnte.“ Es war nur ein kleiner Triumph, aber er war deutlich auf dem Gesicht des Meisters zu sehen. Hilfesuchend sah Gariel zu Meister Vaeris, doch dessen Blick bestätigte nur, dass er einen gleichrangigen Paladin nicht überstimmen konnte.
„Dann haben wir ja keine Zeit zu verlieren,“ meinte Arithos daraufhin. Gariel wollte heulen vor Dankbarkeit, als er mit einem kurzen Pfiff seinen Drachen zu sich rief und sein eigenes Schwert zog.
Hmmm ... Ok.
Strafmaßnahme weswegen?

Zitat
Im nächsten Moment war Meister Grumoy bereits zwischen ihnen und beförderte den Rothaarigen mit einem Tritt ein paar Meter weiter auf dessen Hintern. Mierdal bäumte sich sofort auf und ging mit seinen Kurzen Vorderbeinen zum Angriff über.
Who the fuck ist 'der Rothaarige'?
Der Vorteil von Namen ist, dass man weiß, wer gemeint ist. Was ein echter Vorteil ist ...
Und egal wie lang die Gliedmaßen eines Drachen sind: Mansche Worte sind eindeutig zu groß geschrieben, zum Beispiel 'kurze'.
(Genau: Es kommt nicht auf die Größe an, wenn es sich nicht um Substantive handelt)


Zitat
Einer Klaue des Drachen wich der Meister aus, die andere schabte wirkungslos über seine Rüstung. Mit einem gepanzerten Fausthieb wehrte er den geschuppten Kopf ab, der nach seinem eigenen schnappen wollte. Mit dem Schwertknauf setzte er von oben nach, sodass der Hals des Drachen unsanft auf dem Boden aufschlug. Bevor sich die Bestie wieder aufrichten konnte, zog er seinen Dolch und rammte ihn durch eines der Kettenglieder, die den stählernen Halsring der Kreatur mit den Zügeln verbanden, in den Boden.
Naja ... überzeugt mich nicht wirklich, aber wirklich stöhrend ist der gepanzerte Fausthieb (immerhin weiß ich schon, dass der Gute keine Samthandschuhe im Kampf trägt, das unsanft (weil ich vermute, dass es nach zwei Hieben kaum eine sanftens Aufschlagen geben kann), die Bestie, die sich zur Kreatur wandelt und doch eine Echse bleibt ...
Hmmm ...

Zitat
Gariel war erst jetzt heran und versuchte den Meister von Mierdal weg zu treiben, bevor diese den Dolch mit einer Lichtbindung versehen konnte, aber er wich seinem wilden Schwinger aus, schlug mit seinem eigenen Schwert von innen gegen Gariels und ließ ihn mit all seinem Schwung in einen Rückhandschlag laufen, der ihn gleich neben Arithos in den Staub beförderte.
Ein wenig arg unklar in der Perspektive
Besser: 'Aber dieser wich seinem wilden Schwinger aus' ... und vorher 'er' ...
Zudem: Der (wahrscheinlich rothaarige?) Drachenreiter sitzt jetzt schon einige Sekunden lang auf seinem Hintern. Während ein Kampf tobt. Einfach so.
Entweder ist der Kerl so schwächlich wie arrogant, oder der Autor hat hier ein kleines Problem mit dem Ablauf ...

Zitat
Der Reiter wusste ebenfalls, dass er keine Zeit hatte und ging aggressiv auf den Meister los.
Ach? Eben lag er noch gemütlich im Staub ...

Den Rest der Kampfszene lasse ich mal aus - an dem Ende bin ich nicht der richtige Röster, da neige ich dazu, zu verbrennen statt zu grillen.
Was nicht wirklich weiterhilft, wie ich befürchte.

Alles in allem:
OK, du hast hier einen ganz guten Ansatz geliefert, einen Einstieg, mit dem man etwas anfangen kann.
Die größte Schwäche liegt m.E. darin, dass du die offensichtliche Bekanntschafft zwischen dem Novitzen und dem rothaarigen Staubsitzer zu lange verschweigst, und ein wenig zu oft Umschreibungen der handelnden Figuren anstelle ihrer Namen verwendest - und dass die Choreographie der Kampfhandlungen nicht unbedingt ausgereift und schlüssig erscheint.

Über Mangel an Konflikt kann ich nicht klagen, das ist also gelungen.
Was mir noch fehlt: Ein Ansatz, der mir diese Konflikte einzuordnen ermöglicht.
Sind die beiden Meister/Paladine auf verschiedenen Seiten (Rat/Glaube), und wo steht der Bube? Warum kann der Drachenreite so arrogant sein, und das beiden Meistern gegenüber? Solche Sachen eben ...
Wobei ich das jetzt nicht unbedingt *erklärt* haben möchte, aber mir fehlt das Gefühl, dass es irgendwo mal aufgeklärt werden wird. Dass der Prota in irgendeiner Form sich damit beschäftigt hat oder so.
Aber insgesamt: Guter Ansatz!

cheers, Uli

Offline SirJasonCrage

  • Bratwurst
  • *
  • Beiträge: 67
Re: Im Mantel des Lichtes, Anfangsszene
« Antwort #3 am: 26 April 2017, 01:00:27 »
Hallo Uli,

wir haben wenn ich mich recht erinnere zumindest was Röstungen angeht zum ersten Mal das Vergnügen miteinander.
Fühle mich jedenfalls gut durch, aber auf durchaus angenehme und konstruktive Art gegrillt.

Zitat
Vorschlag: Den Sand weglassen, wenn er nicht unbedingt benötigt wird.
Vorschlag widerstandslos angenommen.


Zitat
Daher halte ich den Zusatz 'mit seinem Schwert' für überflüssig.

Ich versuche mir überflüssige Nennungen ja mittlerweile abzugewöhnen, rechtfertige mich hier aber damit, dass es auch ein Schild, eine Axt oder ein Speer sein könnte.


Zitat
Das 'ohne zu zögern' ist hart an der Grenze zum Perspektivbruch, aber ... naja.
Der Fatalismus Gariels könnte etwas besser zur Wirkung kommen, wenn du diesen Bruch vermeiden würdest:
'Und natürlich nutzte der Gegner diese Lücke, ramtmte ihm die stählerne Faustgegen die ungeschützte Stirn'

Kannst du hier näher beschreiben was du meinst und worin der Unterschied zwischen deinem und meinem Beispiel liegt? Gefühlt sehe ich hier noch kein Problem an meiner Formulierung.


Zitat
Und mit Eisenfingern ist Tränenabwischen eine eher suboptimale Idee ...

Ha! Ups. Wird natürlich ausgebessert.


Zitat
Und zumindest ein Schritt dazu gelingt: Es gibt offenbar einen größeren Konflik zwischen den Leuten dort. Jetzt noch eine Idee, warum dein Prota für diese Demonstration herhalten musst - sein großes Mundwerk allein kann es nicht sein (hoffe ich)
Ist innerhalb der Szene schwierig zu erklären, weil Grumoy hier tatsächlich einfach nur seinen inneren Snape raushängen lässt. Die Figur soll ein frustrierter Veteran mit geradezu virtuosen Kampfkünsten sein. Ein Mann, der seinen Frust über Freunde, die er nicht retten konnte an Menschen auslässt, bei denen er sich hinterher vor sich selbst damit rechtfertigen kann, dass er ihnen nur die Härte des Krieges demonstrieren will.
Aber um all das rüber zu bringen, fehlt in der Szene der Platz. Der Mann ist generell ein Arsch zu allen Novizen und Gariel ist nicht der einzige, der das zu spüren bekommt.


Zitat
    Dennoch, Überheblichkeit und Arroganz führen junge Männer oft in einen frühen Tod.“ Der Meister blickte nach oben und runzelte leicht verärgert die Stirn. „Umso erstaunlicher ist es, dass er hier seinen Feldzug überlebt hat. Fahrt fort, Meister Grumoy. Unterhaltet mich, bis er sich endlich dazu durchringt, zu landen.“

... Bestätigt meine vorherige Vermutung.
Ein wenig Formulierung: ... dass dieser hier seinen ersten Feldzug überlebt hat ...'
wäre m.E. klarer.

Nachdem hier Unklarheit herrscht und ich auch schon lange mit dem Satz hadere: War für dich klar, dass Meister Vaeris vom Drachenreiter spricht?


Zitat
... OK ...
Der Junge ist also a) in der Tat ein Großmaul und b) ist er durchaus gut genug, um sich das leisten zu können. Er kann den Meister in Bedrängniss bringen. Aber: Warum zu Teufel vollendet er das nicht?
Bisher nur eine ffene Frage, die allerdings einer Antwort bedarf.
Zum Großmaul: Gariel hat viel Talent und weiß es. Ich will aber einen deutlichen Kontrast zwischen Gariels sehr großem Selbstvertrauen und Arithos' grenzenloser Arroganz darstellen.
Warum er es nicht vollendet muss ich noch deutlicher ausarbeiten. Ich wollte zeigen, dass er nicht perfekt ist und in einem Duell wie diesem auch einfach mal die Nerven kurz nicht mitspielen und man einen Moment zu viel zögert.
Point taken, das kommt bisher nicht rüber.


Zitat
Zitat

    Beim Anblick des Reiters verzog Gariel jedoch das Gesicht. Arithos hatte schwarze Kleidung gewählt, verziert von grünen Seidenmustern, gewiss mit der Absicht, möglichst aus der Menge hier herauszustechen.


Kennt dein Prota den Drachenreiter? Und den Drachen? Er kennt die Namen ...
oder du hast ein Perspektiv-Problem: Ich jedenfalls sehe eine Personale Perspektive bei Gariel ...
Zu Bekanntschaft später mehr.
Kannst du beim Perspektiv-Problem genauer werden? Meine Absicht war eigentlich durch das "gewiss mit der Absicht" deutlich zu machen, dass wir weiterhin in Gariels Kopf sind und uns nicht der Erzähler allwissend Arithos' Absichten mitteilt.


Zitat
Und der Meister steckt das einfach weg ...
Was dein Prota ebensowenig versteht, wie ich. Das riecht hier nach Politik - und ich bin mir ganz und gar nicht sicher, was mich im weiteren Text erwartet.
Irgenwas passt da nicht, aber ich kann noch nicht sagen, was - sorry.

Es ist Politik, aber gar nicht so viel. Schwierig zu erklären und auch nicht in diesem Anfangstext sinnvoll unterzubringen...
Arithos als Drachenreiter hat kein Kommando, kein hohes Amt, und keine politische Macht. Er ist lediglich Elitekrieger unter dem direkten Kommando des Rates. Das bringt ihm höchstens ein paar Immunitäten, aber in Friedenszeiten ist er genau das, was man hier sieht: Ein Bote/Diener des Rates.
Sein Vater jedoch ist einflussreicher Mann im Rat und Herrscher über beachliche Ländereien (die Arithos nicht erben darf)
Arithos steckt also in der seltsamen Position eines Menschen, der sich vieles erlauben kann, vor dem man aber keine Angst haben muss.


Zitat
Und die Situation: Der Drachenreiter trieft vor Arroganz, schön und gut. Was dein Prota in keiner Weise erstaunt, und auch sonst scheint das völlig normal zu sein.
Es erstaunt niemanden, weil das seine Art ist. Vaeris kontert auch sofort damit, dass er ihn daran erinnert, dass er auch nur Diener ist. Das wird sich auch als Problem durch die Geschichte ziehen: Arithos wird von Gier nach Anerkennung und Macht getrieben und sein Umfeld scheitert immer wieder daran, ihm das auszutreiben.


Zitat
OK, der Drachenreiter kennt den Jungen. Und ist offenbar ein Freund, mehr oder weniger.
Das hättest du viel früher (mit einem Nebensatz) klarmachen können. sollen. müssen.

Gut, das ist ein Symptom davon, dass ich derzeit lieber mal zu wenig schreibe, als den Leser mit Exposition zuzumüllen. Hinweis registriert.


Zitat
Who the fuck ist 'der Rothaarige'?
Der Vorteil von Namen ist, dass man weiß, wer gemeint ist. Was ein echter Vorteil ist ...

Der Nachteil von Namen, den ich hier meiden wollte, sind Häufungen desselben Wortes.
Dir fallen allerdings mehrere meiner vokabularischen Verrenkungen negativ auf, mit denen ich Dopplungen zu vermeiden suche. Ich muss daran wohl noch arbeiten :-/
Beispiel hierfür auch:
die Bestie, die sich zur Kreatur wandelt und doch eine Echse bleibt ...


Zitat
Entweder ist der Kerl so schwächlich wie arrogant, oder der Autor hat hier ein kleines Problem mit dem Ablauf ...
Eher letzteres. Seufz. Mal ganz davon zu schweigen, dass Gariel auch nur zusieht -.-


Zitat
Über Mangel an Konflikt kann ich nicht klagen, das ist also gelungen.
Was mir noch fehlt: Ein Ansatz, der mir diese Konflikte einzuordnen ermöglicht.
Sind die beiden Meister/Paladine auf verschiedenen Seiten (Rat/Glaube), und wo steht der Bube? Warum kann der Drachenreite so arrogant sein, und das beiden Meistern gegenüber? Solche Sachen eben ...
Wobei ich das jetzt nicht unbedingt *erklärt* haben möchte, aber mir fehlt das Gefühl, dass es irgendwo mal aufgeklärt werden wird. Dass der Prota in irgendeiner Form sich damit beschäftigt hat oder so.

Gut, das wurde alles in den einzelnen Antworten schon behandelt.
Die Anregungen kommen an, du hast mir ein gutes Gefühl dafür vermittelt, was bei dir ankommt und was daran nicht ganz stimmig ist. Zumindest die Dinge, die ich gezielt verbessern wollte stimmen mich hier zufrieden, aber wie so oft, kriechen dafür neue Probleme aus ihren Löchern :D
Danke für die Röstung.
  • Ich schreibe gerade: Im Schatten des Mondes
Zu jeder Zeit, an jedem Ort, bleibt das tun der Menschen das Gleiche.

Offline Uli

  • Bratwurst
  • *
  • Beiträge: 1.866
Re: Im Mantel des Lichtes, Anfangsszene
« Antwort #4 am: 26 April 2017, 13:04:25 »
ay SirJasonCrage


Zitat
Zitat
Das 'ohne zu zögern' ist hart an der Grenze zum Perspektivbruch, aber ... naja.
Der Fatalismus Gariels könnte etwas besser zur Wirkung kommen, wenn du diesen Bruch vermeiden würdest:
'Und natürlich nutzte der Gegner diese Lücke, ramtmte ihm die stählerne Faustgegen die ungeschützte Stirn'

Kannst du hier näher beschreiben was du meinst und worin der Unterschied zwischen deinem und meinem Beispiel liegt? Gefühlt sehe ich hier noch kein Problem an meiner Formulierung.

Das ist wie gesagt etwas grenzwertig:
Wir befinden uns in der Perspektive Gariels - und der kann beobachten, dass sein Gegner sehr schnell, unmittelbar reagiert. Klar.
Das 'ohne zu zögern' könnte er daraus erschließen, sicher, aber wir sind in einer Kampfsituation - was bedeutet, für Überlegungen und Interpretation ist keine Zeit. Das schließt für mich eine solche Bemerkung von Gariel aus.
Bleibt also die andere mögliche Perspektive, die des Gegners - für den die Wahrnehmung 'ohne Zögern' schlüssiger wäre als die Wahrnehmung 'sehr schnell'.
In weniger gedrängten Situationen fällt das nicht so ins Gewicht, und in einigen Kontexten kann es sogar erforderlich sein - beispielsweise bei einem Verhör, wo man explizit darauf achten würde, ob jemand zögert.


Zitat
Nachdem hier Unklarheit herrscht und ich auch schon lange mit dem Satz hadere: War für dich klar, dass Meister Vaeris vom Drachenreiter spricht?
Leider nicht - ich hätte eher diesen Novitzen vermutet ...

Zitat
Der Nachteil von Namen, den ich hier meiden wollte, sind Häufungen desselben Wortes.
Dir fallen allerdings mehrere meiner vokabularischen Verrenkungen negativ auf, mit denen ich Dopplungen zu vermeiden suche. Ich muss daran wohl noch arbeiten :-/
OK, Dopplungen zu vermeiden ist ein ehrenhaftes Ansinnen - allerdings nur dann, wenn es nicht zu unnötigen Komplikationen führt. Was leider sehr schnell der Fall ist, wenn man das mit Namen oder Bezeichnungen macht.
Zudem: Wenn ich einen meiner Bekannten treffe, denke ich *nie* solche Sachen wie 'der Schauspieler' oder 'der blonde Motorradfahrer' etc, sondern immer 'Hans' oder 'Grete' - alternative Bezeichnungen sind immer ein wenig aus der Perspektive raus, finde ich.

cheers, Uli


« Letzte Änderung: 26 April 2017, 13:20:42 von Uli »

Offline FF

  • Admin
  • Bratwurst
  • ***
  • Beiträge: 4.069
    • Ich im Netz
Re: Im Mantel des Lichtes, Anfangsszene
« Antwort #5 am: 26 April 2017, 15:41:47 »
Hey!
Ich habe noch keine anderen Texte von Dir gelesen, weshalb ich nicht beurteilen kann, ob sich die genannten Punkte verbessert haben, aber was ich gelesen habe, hat mir sehr gut gefallen. Ich persönlich konnte mich sehr gut in die beschriebene Situation hineinversetzen. Dem Kampf konnte man gut folgen, obwohl es sehr viel war. Sprachlich ist mir eine Wortwiederholung gleich am Anfang aufgefallen: Statt ein Mal Licht könntest du alternativ das Wort "Strahlen" verwenden. Außerdem gefällt mir die Kreativität der Namen;) Man ist auf jeden Fall sofort drin in der Geschichte, obgleich man noch nicht genau weiß, worum sie konkret handelt.

Hallo Gnadenrose, willkommen im Federfeuer! :) Stell dich doch hier mal vor, damit auch die anderen wissen, mit wem wir es zu tun haben.
  • Ich schreibe gerade: Glitzi 8 - 44.916 Wörter

Gordita

  • Gast
Re: Im Mantel des Lichtes, Anfangsszene
« Antwort #6 am: 19 Mai 2017, 18:51:15 »
Hallo SirJasonCrage,

zu allererst möchte ich sagen, dass Fantasy nicht mein Genre ist. Ich also bis dato noch nichts in die Richtung gelesen habe und nicht weiß, was "normal" ist. Das bitte ich bei meiner Rückmeldung zu berücksichtigen.

Du schreibst, wie ein junger Ritter einen Meister herausfordert. Beide kämpfen gegeneinander, wobei der Meister stärker ist, und der junge Ritter mit seinem Mundwerk vorsichtiger sein sollte. Auch in dem Moment, wo er eine Chance gehabt hätte, lässt er sich ablenken. Er hofft, auf dem Boden liegend, auf Schützenhilfe von einem Drachen, der ihm zwar zur Hilfe eilt, aber, wenn ich es richtig verstand, nicht helfen konnte.



Im Mantel des Lichts

Die Morgenblüte
Ist Morgenblüte die Kapitelüberschrift?

Zitat
Das Licht der aufgehenden Sonne fiel durch das Tor der Burg, füllte den Hof mit Licht und glänzte in Schweiß und Stahl.

Ich tue mich schwer mit dem Anfangssatz und kann es mir zudem nicht bildlich vorstellen. Wenn es eine geschlossene Burg ist und das Licht nur durch das Tor fällt, dann kann doch nicht der ganze Hof mit Licht ausgefüllt werden. Muss dieser erste Satz bleiben? Denn bei dem nächsten Satz habe ich sofort ein Bild vor Augen.

Zitat
Sklaven liefen über den Sand im Hof und ignorierten dabei den ungleichen Zweikampf, dessen Klang den Morgen erfüllte.


Mit Sand im Hof ist nicht gut gehen, geschweige denn mit Fahrzeugen fahren.
Bei dem Zweikampf, meinst du damit den Kampf, den du später uns erst zeigst? Wenn, dann würde ich es hier streichen, weil es etwas vorweg nimmt. Wenn nein, gehst du auf diesen Kampf nicht mehr ein, deshalb würde ich ihn auch streichen.
Was hast du für einen Erzähler? Denn, ob die Sklaven den Zweikampf ignorieren, kannst du nur aus deren Perspektive wissen oder als auktorialer Erzähler.

Zitat
Lediglich eine Handvoll Ritter, manche dem Glauben und andere dem Rat verschworen, sahen verwundert zu, wie einer der besten aus ihren Reihen einen Novizen vor sich her trieb.
Hier sagt mir der eingeschobene Satz nichts, aber das liegt vermutlich an meinen fehlenden Kenntnissen zu diesem Genre.

Zitat
Unbeholfen parierte Gariel einen von Meister Grumoys Hieben mit seinem Schwert.

Wieso unbeholfen? Später soll es doch ein super Kämpfer sein, wie du schreibst, und der Meister soll einer der besten Kämpfer sein, wie du oben schreibst. Hätte Gariel den Schlag überhaupt parieren können, wenn er unbeholfen gewesen wäre? 

Zitat
Die Kraft des Angriffs fuhr ihm durch die Knochen und als er zurück wich litt seine Haltung etwas.
Ist dem so? Ich weiß es nicht, versuche es mir nur vorzustellen. Wenn mich jemand auf meine Ritterrüstung schlägt, dann müsste doch die Stelle, wo der Aufschlag ist, schmerzen. Wird die Wucht wirklich von der Rüstung auf den gesamten Körper verteilt? Zumal durch die Knochen ja alle Knochen mit einbezieht.

Zitat
Ohne zu zögern nutzte sein Gegner die Lücke und rammte seine stählerne Faust gegen die nun ungeschützte Stirn.
Tragen die keine Helme?

Zitat
Auf dem Rücken liegend betrachtete Gariel den langsam verschwimmenden Himmel und wartete darauf, dass das Klingeln in seinen Ohren dem Gespött der Zuschauer wich.
Warum Gespött? Zumal doch nur ein paar Ritter anwesend sind.

Zitat
Trotz der Tränen, die sich Stur einen Weg in seine Augen bahnten, entging ihm der Fleck nicht, der durch sein Blickfeld huschte.
Warum Tränen? Vor Schmerzen? Hat man in dem Moment Tränen in den Augen, wenn man vollgepumpt mit Adrenalin ist? Kommen die nicht erst später, wenn man wieder zu sich kommt?

Zitat
In der Hoffnung, dass die Ankunft eines Drachenreiters die Menge ablenken würde, wischte er sich das Salzwasser aus dem Gesicht und stand auf, darum bemüht das Brennen zu ignorieren, das sich dadurch von seiner Stirn aus über den Rest des Kopfes auszubreiten schien.


Hier schreibst du "eines" Drachenreiters, obwohl sich dieser später als "sein" Freund entpuppt.
Die Menge? Sind denn mittlerweile mehr Ritter dazugekommen?
Ist "brennen" das richtige Wort? Offene Wunden brennen, aber eine Schädelprellung?
Du schreibst "schien", warum? Ist sich der Erzähler nicht sicher? Warum nicht? Also der junge Mann sollte doch wissen, ob sein Kopf brummt oder nicht. Ich würde "schien" grundsätzlich meiden, weil der Erzähler sich dann selbst nicht mehr wichtig nimmt. Zudem wäre es ohne aktiver geschrieben.

Zitat
Meister Grumoy ignorierte die geschuppte Kreatur, die Aufmerksamkeit heischend, Kreise über der Burg zog und fixierte Gariel.
Ich glaube du schreibst als auktorialer Erzähler, denn sonst wüsstest du ja nicht, was die jeweiligen Figuren beabsichtigen. Wenn du schreibst, dass er nicht auf sie achtet, dann kann das der junge Mann sehen, aber nicht, ob er ihn ignoriert. Ebenso bei dem Drachenreiter. (Habe mal bei Google geschaut. Sind ja ganz schön mächtig und groß, diese Drachen, auf denen dann einer reitet.)

Zitat
„Wenn dich das schon zu Fall bringt, wirst du in einer Schlacht unter den ersten Toten sein.“ Dummes Geschwätz. Die meisten Veteranen hier wären nach diesem Treffer erst gar nicht wieder aufgestanden.
Hier erzeugst du schöne Spannung. Jeder von beiden sieht sich größer und besser.  ;D

Zitat
„Es tut mir leid, Meister. Ich wollte nicht behaupten, ich sei bereit für den Krieg.“ Der Schmerz und die Ungerechtigkeit ließen die Stimme weinerlich klingen.
Hier antwortet er auf etwas, was nicht gefragt wurde. Er macht sich klein, obwohl er doch eigentlich ein Großmaul sein möchte. Das passt für mich nicht so richtig zu dem vorherigen Gedanken. Ist er nicht auch ein bisschen stolz und sagt lieber nichts?
Welche Ungerechtigkeit sprichst du hier an?

Zitat
„Was sonst wolltest du zum Ausdruck bringen, als du sagtest, du wärst der beste Kämpfer unter den Söhnen des Lichts?“ Gariel war klar, dass der Meister dies nur zu seinem eigenen Vergnügen tat. Es gab nichts, das er sagen konnte, um seine Situation zu verbessern.
Also die Aussage finde ich toll, zeugt von einem selbstbewussten Menschen, den du mir aber nicht zeigst. Er hat sofort Tränen in den Augen, ist weinerlich, macht sich klein, entschuldigt sich für etwas, was nicht angesprochen wurde. Warum tut er das? Auch Verstehe ich nicht, was der Jüngling denkt. Wenn er wirklich so etwas gesagt hat und sich damit überschätzt, dann tut der Meister das, um ihn zu beschützen. Wieso glaubt der Jüngling, dass der Meister das aus Vergnügen macht? Warum gibt es nichts, was seine Situation verbessern würde? Er könnte es doch erklären?

Für mein Geschmack beschreibst und behauptest du vieles in deiner Geschichte, ohne es zu zeigen. Ich als Leserin werde nicht in eine Szene hineingeführt, um sie für mich zu deuten, sondern du sagst mir, was ich davon zu halten habe. Wäre es möglich, wenn du auf die ganzen Erklärungen verzichten würdest? Zeige es mir lieber. Außerdem möchte ich als Leserin die Szene beurteilen. Möchte mich selbst entscheiden, ob ich auf der Seite des Meisters bin oder des Novizen.

Zitat
„Wer dem Licht dient, dient der Wahrheit“, zitierte er einfach aus dem Kodex.
„Soso, die Wahrheit. Na dann, der beste Sohn sollte dazu in der Lage sein, zumindest einen Treffer an mir zu landen.“ Der Meister nahm Kampfhaltung an.
Auch hier oute ich mich, dass ich nicht verstehe, was der Kodex zu bedeuten hat. Aber etwas muss es bedeuten, sonst würde der Meister mMn nicht plötzlich so reden.


Zitat
„Unsinn. Der letzte, der dich in einem fairen Duell getroffen hat, war dieser Fenn in der Kriegsfeste.“ Meister Vaeris war in seiner goldgestreiften, weißen Robe auf den Hof getreten, wohl um den Drachenreiter in Empfang zu nehmen. Gariel wagte zu hoffen, dass seine Demütigung hier ein Ende haben würde.
Ich habe das bis dato als einen Kampf zwischen Meister und Schüler gesehen. Wo genau ist denn die Demütigung oder die Erniedrigung?
Kriegsfest scheint auch ein Insiderwort zu sein, wobei mir leider auch Google nicht weiterhilft.


Zitat
„Dennoch, Überheblichkeit und Arroganz führen junge Männer oft in einen frühen Tod.“ Der Meister blickte nach oben und runzelte leicht verärgert die Stirn. „Umso erstaunlicher ist es, dass er hier seinen Feldzug überlebt hat. Fahrt fort, Meister Grumoy. Unterhaltet mich, bis er sich endlich dazu durchringt, zu landen.“
Du schreibst alles in einem Absatz, deshalb wird das ja dieselbe Figur sein, die hier spricht. Deshalb verstehe ich es nicht. Wer ist "er"? Und wieso spricht er zu sich selbst mit "Meister Grumoy"? Oder fehlt ein Absatz? Dann frage ich mich, wer die zweite wörtliche Rede spricht.

Zitat
Darum ließ Gariels Peiniger sich nicht zwei mal bitten. Erneut kam das Schwert auf ihn zu.

Steht er denn wieder?

Zitat
Diesmal sah er den Faustschlag nach der Parade kommen, wich zurück und ging zum Gegenangriff über. Ein Schwertstreich zielte auf den ausgestreckten Arm, ein weiterer zwang Meister Grumoy zurückzuweichen und sich mit seinem Schwert zu verteidigen. Gariel wusste, dass er nachsetzen musste, zögerte aber und gab seinem Gegner Gelegenheit, wieder Haltung anzunehmen.
Wenn ich es richtig verstanden habe, dann gelangen dem Schüler zwei Hiebe gegen seinen Meister, obwohl eben gesagt wurde, dass das nur einer schaffte. Also wäre doch eigentlich alles vorbei, denn der Meister hatte ihn oben herausgefordert, ihn einmal zu treffen.

Warum "musste" er also nachsetzen?

Ich denke, ich höre auf, da viele Fragen von mir vermutlich auf fehlende Kenntnis beruht.

Grundsätzlich denke ich, dass dein Text / deine Geschichte gewinnt, wenn du weniger behauptest und mehr zeigst. Du musst dem Leser ja nicht sofort alles erklären, der kann ruhig ein wenig im Dunkeln tappen. Es ist ja nicht wichtig, warum sie kämpfen, sondern sie kämpfen. Dann möchte ich beim Kampf sein, diesem Zuschauen dürfen, sehen, wie sie sich gegenseitig Wunden zufügen, sich auslachen usw. Die Erklärungen, warum und was, können später folgen.

Vielleicht hilft es dir trotzdem ein wenig, obwohl ich nicht vom Fach bin.

Viele Grüße
gordita

Offline Rose

  • Bratwurst
  • *
  • Beiträge: 398
Re: Im Mantel des Lichtes, Anfangsszene
« Antwort #7 am: 02 September 2017, 11:11:02 »
Huhu*
Endlich habe ich mal Zeit einen Text zu rösten  :g1:

Die Morgenblüte

Zitat
Das Licht der aufgehenden Sonne fiel durch das Tor der Burg, füllte den Hof mit
Zitat
Licht
und glänzte in Schweiß und Stahl.


Wie kann ich mir das Licht vorstellen, das durch das Tor der Burg fiel? Meinst du einen Sonnenaufgang (niedriger Sonnenstand) ? fällt es echt durch das geschlossene Tor, oder ist das Tor offen? ;-)
Glänzte es echt im Stahl? oder eher auf dem Stahl? Oder spiegelte es sich gar?


Sklaven liefen über den Sand im Hof und ignorierten dabei den ungleichen Zweikampf, dessen Klang den Morgen erfüllte. Lediglich eine Handvoll Ritter, manche dem Glauben und andere dem Rat verschworen, sahen verwundert zu, wie einer der besten aus ihren Reihen einen Novizen vor sich her trieb.

Außer, das das Wort Hof in Verbindung mit dem Anfang zu oft vorkommt, ein schönes Bild. *

Zitat
Die Kraft des Angriffs fuhr ihm durch die Knochen und als er zurück wich litt seine Haltung etwas.

Wich seine Haltung... ich verstehe, was du meinst, dennoch wirkt der Zusatz auf mich etwas unglücklich gewählt.


Zitat
Ohne zu zögern nutzte sein Gegner die Lücke und rammte seine stählerne Faust gegen die nun ungeschützte Stirn.
Welche Lücke? ;-) Meinst du die Schwachstelle, ungeschützte Stelle? gegen welche Stirn, die des Gegners/Kontrahenten?


Zitat
Auf dem Rücken liegend betrachtete Gariel den langsam verschwimmenden Himmel und wartete darauf, dass das Klingeln in seinen Ohren dem Gespött der Zuschauer wich.


Auf dem Rücken liegend, ist etwas unbeholfen.. Im Staub des Innenhofs ... betrachtete ... der Leser weiß dann, dass er auf dem Rücken liegt.
Klingeln in den Ohren dem Gespött der Zuschauer wich.
Den Satz verstehe ich nicht, mein Gefühl sagt mir, dass da irgendwas nicht mit stimmt. Wenn seine Ohren so klingeln, dass er das Gespött nicht hören kann, woher weiß er, dass es dann da ist? Das mit dem Gespött weichen , irritiert mich.



Zitat
Trotz der Tränen, die sich Stur einen Weg in seine Augen bahnten, entging ihm der Fleck nicht, der durch sein Blickfeld huschte.
Stur wird klein geschrieben. ;-)  Ich würde das Wort aber löschen, du benötigst es nicht. Noch einfacher wäre, unter Tränen ... (Tränen des Schmerzes, der Wut, des Frusts?)
Echt ein Fleck, oder eher ein Schatten? 
Blickfeld oder Sichtfeld? Letzteres scheint mir hier besser zu passen.


Zitat
In der Hoffnung, dass die Ankunft eines Drachenreiters die Menge ablenken würde, wischte er sich das Salzwasser aus dem Gesicht und stand auf, darum bemüht das Brennen zu ignorieren, das sich dadurch von seiner Stirn aus über den Rest des Kopfes auszubreiten schien.
Ein sehrrr langer Satz (ich liebe sie, aber meine Lektorin schimpft dann immer ;-) ) Mach drei Sätze draus * Und coolllll, dass es um Drachenreiter geht  :whee:

Wischte sich das Salzwasser... neeeeee, entweder die Tränen, oder einfach wischte er sich über die Augen (der Leser weiß ja, dass er weint) 

Zitat
„Wenn dich das schon zu Fall bringt, wirst du in einer Schlacht unter den ersten Toten sein.“ Dummes Geschwätz. Die meisten Veteranen hier wären nach diesem Treffer erst gar nicht wieder aufgestanden.

Wer spricht den zweiten Satz? Der Novize? Wenn ja, passt das nicht, er ist öffentlich gedemütigt worden, hat Tränen in den Augen, so taff kann er im Moment nicht sein ... Zudem verstehe ich den Zusammenhang des zweiten Satzes zum ersten nicht, sorry*

Zitat
„Es tut mir leid, Meister. Ich wollte nicht behaupten, ich sei bereit für den Krieg.“ Der Schmerz und die Ungerechtigkeit ließen die Stimme weinerlich klingen.
Okay, du lässt die Protas so sprechen, aber ich empfinde das als sehr anstrengend. Ich wollte nicht behaupten... Er wollte also nicht behaupten, hat es aber dennoch getan? Oder hat er das nicht  vorgehabt und der Meister legt ihm die Worte in den Mund?
Oder meinst du: Ich habe nie behauptet, dass ich für diesen Krieg bereit wäre ....?
 

Zitat
Was sonst wolltest du zum Ausdruck bringen, als du sagtest, du wärst der beste Kämpfer unter den Söhnen des Lichts?“ Gariel war klar, dass der Meister dies nur zu seinem eigenen Vergnügen tat. Es gab nichts, das er sagen konnte, um seine Situation zu verbessern.

ich ignoriere jetzt die Sprechweise, ist nicht Meins ;-)
Was genau tat der Meister? Ihn zum Vergnügen niederringen? Oder geht es an dieser Stelle einzig um die Worte? Dann sagte er zum Vergnügen, und tat es nicht *

Zitat
„Soso, die Wahrheit. Na dann, der beste Sohn sollte dazu in der Lage sein, zumindest einen Treffer an mir zu landen.“ Der Meister nahm Kampfhaltung an
.


... nahm erneut die Kampfstellung ein ...
an mir zu landen, benötigst du nicht, der Leser weiß, dass es um die beiden geht.



Zitat
„Unsinn. Der letzte, der dich in einem fairen Duell getroffen hat, war dieser Fenn in der Kriegsfeste.“

Hier fehlt mir ein Zustatz, wie gesagt, der Besiegte erscheint mir zu vorlaut in dieser Situation. Nimmt er seinen Mut zusammen und schleudert dem Meister die Worte entgegen?

Zitat
Meister Vaeris war in seiner goldgestreiften, weißen Robe auf den Hof getreten, wohl um den Drachenreiter in Empfang zu nehmen. Gariel wagte zu hoffen, dass seine Demütigung hier ein Ende haben würde.

Hier wäre ein winziger Übergang nett, zbs. Aus den Augenwinkeln bemerkte G. dass ....
seine Demütigung hier ein Ende .... Das Wort hier scheint mir das falsche zu sein. Vielleicht: jetzt/bald ?     

Zitat
„Dennoch, Überheblichkeit und Arroganz führen junge Männer oft in einen frühen Tod.“ Der Meister blickte nach oben und runzelte leicht verärgert die Stirn. „Umso erstaunlicher ist es, dass er hier seinen Feldzug überlebt hat. Fahrt fort, Meister Grumoy. Unterhaltet mich, bis er sich endlich dazu durchringt, zu landen.“

Wer spricht den zweiten Satz und wer ist er und mit hier gemeint, und b]welcher Feldzug[/b]?

Hier fehlt mir der Zusammenhang. Ein verwirrender Abschnitt, denn du auf jeden Fall entwirren solltest.  Sollte der Meister nicht eher auf den Hinzugekommenen schauen und geht es im Gespräch gerade um den, für den Leser noch Fremden?

Darum ließ Gariels Peiniger sich nicht zwei mal bitten. Erneut kam das Schwert auf ihn zu.

Ah, das Schwer kommt auf G. Peiniger zu ;-) 

Zitat
Diesmal sah er den Faustschlag nach der Parade kommen, wich zurück und ging zum Gegenangriff über.
Wer ist er? (G.) er hat sich also aus dem Staub erhoben? 

Zitat
Ein Schwertstreich zielte auf den ausgestreckten Arm, ein weiterer zwang Meister Grumoy zurückzuweichen und sich mit seinem Schwert zu verteidigen.

Der Meister wird sich doch hoffentlich bereits beim ersten Schwerstreich ohne dazu gezwungen zu werden mit seinem Schwer verteidigen ...  hängt der ausgestreckte Arm eigentlich in der Luft? ;-)

Zitat
Er parierte einen Streich, entdeckte dadurch eine Lücke in der Verteidigung des Meisters und passierte ihn an seiner schlecht gedeckten Seite, um ihn anzugreifen, während er sich noch drehen musste.


Während er sich noch drehen musste, wirkt wie in den Satz reingequetscht...  ich würde hier Aktiv wählen ... er griff ihn an, während der sich in Richtung  ... drehte ...

Zitat
Ein Ellenbogen an seinem Hinterkopf beendete dieses Manöver vorzeitig. Gariel brachte stolpernd etwas Distanz zwischen sich und seinen Gegner, rieb sich den Hinterkopf und tröstete sich damit, dass er zumindest recht hatte und Grumoy sein Schwert nie rechtzeitig auf diese Seite bekommen hätte.

Wo kommt denn plötzlich der herrenlose Ellenbogen her ? ;-) Die Kampfszene- Elemente, sind sehr schwer nachvollziehbar. Ich habs drei Mal lesen müssen ;-) 

Die Landung des Drachen unterbrach das Duell. Für Gariel war es ein erhabener Moment.
Zitat
Mierdals weiß-goldenes Schuppenkleid passte perfekt zu den Rüstungen und Roben der anwesenden Paladine, wie auch die Drachenreiter und der Orden beide für Tugend, Ehre und Wahrheit standen.

Püh, hier ist aber jetzt viel reingepackt. Einmal geht es um das Schuppenkleid und zu wem es passt und dann springst du zu Tugend, Ehre und Wahrheit rüber... das würde ich unbedingt trennen und in eigenständigen Sätzen verpacken. 

Zitat
Beim Anblick des Reiters verzog Gariel jedoch das Gesicht. Arithos hatte schwarze Kleidung gewählt, verziert von grünen Seidenmustern, gewiss mit der Absicht, möglichst aus der Menge hier herauszustechen.

Was ist denn nun mit dem Fremden, der zuerst den Hof betreten hat? Er wird gar nicht mehr erwähnt. Wo landet der Drache denn genau? Wirft er seinen Reiter ab? Das ist gerade etwas verwirrend ... wo kommt denn plötzlich die "Menge" her? Zuvor waren es nur eine handvolle Leuts, die den Kampf ignoriert haben. 


Zitat
„Meister Vaeris, ich freue mich, Euch und die anderen goldgelockten Anhänger des Lichts zu sehen. Wo ist Lord Karziel? Ich habe den Auftrag, nur mit ihm zu sprechen, nicht mit seinen Laufburschen.“

Er ignoriert die Kampfhandlung ebenfalls? Wer spricht ? ;-) 

Zitat
„Nachdem Ihr auch nur ein Diener des großen Rates seid, hielten wir es für angebracht, dass Euch lediglich ein Diener wie meine Wenigkeit empfängt.


Zitat
Für Euren hochverdienten Vater wäre Lord Karziel natürlich persönlich gekommen und eine Ehrengarde aus Veteranen stünde Spalier.“
Wer spricht? ;-)

Zitat
Gariel verstand nicht, wie Meister Vaeris es schaffte, tatsächlich einen demütigen Blick aufzusetzen.

Das Wort schaffte sticht aus den geschliffenen Sprachgebrauch heraus ... eher : wie es Meister ... gelang ...?
Wenn es bewusst gewählt wurde, da Gedanke des (Stall) Burschen ... passt es wiederum. ;-)


Zitat
„Spart euch die höflichen Floskeln, wo ist der Alte? Und was geht hier eigentlich vor sich? Man munkelt ja, dass Meister Grumoy seinen Zenith hinter sich hat, aber dass er mittlerweile zur Sicherheit nur noch mit Novizen trainiert ist dennoch schockierend.“

Wer spricht? Zenit und nicht Zenith ;-)  hinter sich hat ... okay, hier ist die Sprache auch nicht geschliffen, sonst eher: überschritten

Sodale, den Rest lese (zerpflücke) ich morgen weiter.
ich hoffe, ich habe dich nicht zu sehr in Verwirrung gestürzt. Nimm was du gebrauchen kannst und werf den Rest getrost in die Tonne ;-)
Lg Rose
  • Ich schreibe gerade: Ava - Die Nacht der Libelle- Teil 2 einer Trilogie.

Offline SirJasonCrage

  • Bratwurst
  • *
  • Beiträge: 67
Re: Im Mantel des Lichtes, Anfangsszene
« Antwort #8 am: 02 September 2017, 17:38:08 »
Hallo Rose,

freut mich, dass du dir mal das Kapitel ansiehst. Morgenblüte passt ja auch perfekt zu deinem Nickname :-)


Ich nehme hier mal generell mit, dass dich meine Kampfbeschreibungen verwirren und nicht immer klar ist, wer wann spricht.


Zitat
Wie kann ich mir das Licht vorstellen, das durch das Tor der Burg fiel? Meinst du einen Sonnenaufgang (niedriger Sonnenstand) ? fällt es echt durch das geschlossene Tor, oder ist das Tor offen? ;-)
Glänzte es echt im Stahl? oder eher auf dem Stahl? Oder spiegelte es sich gar?

Mal ganz davon abgesehen, dass ich gerade erst die Dopplung von "Licht" im ersten Satz bemerkt habe (  ::)  ), meine ich tatsächlich niedrigen Sonnenstand. Das Tor ist offen, zeigt nach Osten und es ist morgen. Wollte ich alles in dem Satz verpacken. Spiegeln klingt tatsächlich treffender als glänzen. Wobei das dann eher zum Stahl und weniger zum Schweiß passen würde...
Auch wegen der aufgehenden Sonne fomuliere ich später als "Fleck" und nicht als "Schatten" der durchs Blickfeld huscht.
Kannst du mir den Unterschied zwischen Sichtfeld und Blickfeld erklären?


Zitat
Außer, das das Wort Hof in Verbindung mit dem Anfang zu oft vorkommt, ein schönes Bild. *

Freut mich fett. Es gibt so Sätze, an denen arbeitet man länger rum als an anderen und der hier gehört dazu :-)


Zitat
Stur wird klein geschrieben. ;-)  Ich würde das Wort aber löschen, du benötigst es nicht. Noch einfacher wäre, unter Tränen ...

Kleingeschrieben gehört es tatsächlich, aber ich mag das Wort da. Ich will damit zeigen, dass er dagegen ankämpft, ohne zu sagen, "er kämpfte gegen die Tränen". Stur impliziert Widerstand.


Zitat
Ein sehrrr langer Satz (ich liebe sie, aber meine Lektorin schimpft dann immer ;-) ) Mach drei Sätze draus * Und coolllll, dass es um Drachenreiter geht  :whee:

Wischte sich das Salzwasser... neeeeee, entweder die Tränen, oder einfach wischte er sich über die Augen (der Leser weiß ja, dass er weint)

Ich versuche mir mit Gewalt anzugewöhnen, mehr Synonyme zu verwenden. Dabei kommen dann halt leider auch solche Verkrampfungen wie das Salzwasser heraus...

Storymäßig sind Drachenreiter in meiner Welt immer von Bedeutung. Während der Ära des großen Rates (hier der Fall) waren sie die Wächter/Elitekämpfer des besagten Großen Rates, welcher gewissermaßen die Welt beherrschte. Nach dem Fall des Rates herrscht dann eine Familie von Drachenreitern (die Kathrogonns), die die Macht an sich reißen konnten.
Meine Main-Story spielt dann so gegen Ende der Drachenreiter-Dynastie.
Irgendwo hab ich ja den Traum, dass eines Tages meine Main-Story bekannt ist und hinterher "Im Mantel des Lichtes" raus kommt. Und die Leser sehen, dass Arithos "Kathrogonn" heißt und haben sofort so einen "Woah Moment mal, heißt der Junge da Skywalker?" Moment. Hach ja. Aber dafür müsst ich erstmal wieder regelmäßig schreiben -.-
Tatsächlich ist in keiner meiner geplanten Geschichten ein Drachenreiter als Prota/PoV-Charakter vorgesehen.


Zitat
Wer spricht den zweiten Satz? Der Novize? Wenn ja, passt das nicht, er ist öffentlich gedemütigt worden, hat Tränen in den Augen, so taff kann er im Moment nicht sein ... Zudem verstehe ich den Zusammenhang des zweiten Satzes zum ersten nicht, sorry*

Der zweite Satz ist gedanklicher Kommentar Gariels. Wäre das deutlicher, wenn ich den Satz in kursiv schreibe?
Ich wollte mich da bei George R.R. Martin anlehnen. Gerade in Arya-Kapiteln kommentiert die Figur gern mal das wahrgenommene im Text, ungefähr so: "Sie bot dem Bäcker eine Taube für ein Stück Brot an, aber er meinte nur, dass sie sich verpissen soll. Blöder Bäcker."


Zitat
Zitat

    „Unsinn. Der letzte, der dich in einem fairen Duell getroffen hat, war dieser Fenn in der Kriegsfeste.“


Hier fehlt mir ein Zustatz, wie gesagt, der Besiegte erscheint mir zu vorlaut in dieser Situation. Nimmt er seinen Mut zusammen und schleudert dem Meister die Worte entgegen?

Ah ok, hier kommt zu viel Verwirrung auf.
Es spricht "Unsinn..." ein weiterer Ritter, der gerade hinzu gekommen ist. Der Drachenreiter ist noch nicht gelandet. Die Stelle hielt ich für klar, denn sie ist ja folgendermaßen formuliert:

Zitat
„Unsinn. Der letzte, der dich in einem fairen Duell getroffen hat, war dieser Fenn in der Kriegsfeste.“ Meister Vaeris war in seiner goldgestreiften, weißen Robe auf den Hof getreten, wohl um den Drachenreiter in Empfang zu nehmen. Gariel wagte zu hoffen, dass seine Demütigung hier ein Ende haben würde.



Zitat
    „Dennoch, Überheblichkeit und Arroganz führen junge Männer oft in einen frühen Tod.“ Der Meister blickte nach oben und runzelte leicht verärgert die Stirn. „Umso erstaunlicher ist es, dass er hier seinen Feldzug überlebt hat. Fahrt fort, Meister Grumoy. Unterhaltet mich, bis er sich endlich dazu durchringt, zu landen.“


Wer spricht den zweiten Satz und wer ist er und mit hier gemeint, und b]welcher Feldzug[/b]?


Hm. Ich wollte von Gariels Gedanke "vielleicht endet das Schauspiel hier" direkt zu "aber nö, mach mal weiter" von Meister Vaeris als Antwort darauf. Folgendes soll eigentlich darauf hindeuten, dass er danach vom Drachenreiter spricht: Er blick nacht oben. Es ist bekannt, dass er den Reiter in Empfang nehmen soll. Der letzte Teil über die Landung.
Was den Feldzug angeht: Hier geht es nur darum, dass der Drachenreiter trotz seiner Jugend schon einen Feldzug hinter sich hat. Die Antwort auf "welcher Feldzug?" kann in dieser Situation nur "der, auf dem der Drachenreiter war" lauten. Wenn ich hier "den Ginrash-Feldzug" schreibe, ist der Leser genauso schlau wie jetzt. Wenn ich hier näher auf den Feldzug eingehe, wirft man mir vollkommen zu Recht einen Info-Dump vor.
Welcher Feldzug das war, ist irrelevant. Der Drachenreiter war auf einem Feldzug. Er hat diesen offensichtlich überlebt. Er ist wichtig genug, dass jedem bekannt ist, auf welchem Feldzug er war. Diese Informationen stecken im Text.


Zitat
Zitat

    Mierdals weiß-goldenes Schuppenkleid passte perfekt zu den Rüstungen und Roben der anwesenden Paladine, wie auch die Drachenreiter und der Orden beide für Tugend, Ehre und Wahrheit standen.


Püh, hier ist aber jetzt viel reingepackt. Einmal geht es um das Schuppenkleid und zu wem es passt und dann springst du zu Tugend, Ehre und Wahrheit rüber... das würde ich unbedingt trennen und in eigenständigen Sätzen verpacken. 

Kennst du auch so Sätze, bei denen du dich hinterher nur fragst, was du an dem Tag geraucht hattest? :D



Zitat
ich hoffe, ich habe dich nicht zu sehr in Verwirrung gestürzt. Nimm was du gebrauchen kannst und werf den Rest getrost in die Tonne ;-)

Ich danke dir so weit :-)
Das schwierige am Lesen von Kritik ist ja, dass es zu jedem Zeitpunkt kluge Leute geben wird, die Kritik an deinem Text finden. Man muss immer "nehmen was man gebrauchen kann" und den Rest wegwerfen, weil man sonst nur noch schreibt um es den Lesern der Vergangenheit recht zu machen, aber nicht mehr sich selbst.
Für mich gilt, dass ich alles gebrauchen kann, wenn auch manches nur um mehr Sichtweisen zu kennen. Was ich dann tatsächlich umsetzen kann, steht auf einem anderen Blatt geschrieben.

Bis bald

Jason
  • Ich schreibe gerade: Im Schatten des Mondes
Zu jeder Zeit, an jedem Ort, bleibt das tun der Menschen das Gleiche.

Offline Quisille

  • Bratwurst
  • *
  • Beiträge: 979
Re: Im Mantel des Lichtes, Anfangsszene
« Antwort #9 am: 04 September 2017, 18:24:36 »
Hallo Sir Jason!

Hier ist noch offen, es war gerade Traffic, und ich kam gerade vorbei. :) Ein paar ungeordnete Gedanken zu Deinem Text.

Unsere Träume sind wie die Wurzeln unserer Texte

Soll heißen: Träume sind extrem wichtig, aber wenn man sie zu sehen kriegt, steht der Baum nicht mehr lange. Oder irgendwie so. Den meisten von uns macht es wahrscheinlich Freude, mit unseren Figuren mitzufliegen und uns emotional in ihren interessanten Eigenschaften zu suhlen. Mach ich auch. Aber es gibt bestimmte Dinge, die wichtig sind und Spaß machen, bei denen man die Öffentlichkeit aber besser ausschließt. Du machst Dich in diesem Text zum Anwalt der Begeisterung, die Du für Deine Figuren hegst. Das ist naheliegend. Aber es wäre besser, wenn Du Dich zum Anwalt Deiner FIGUREN machen würdest. Man merkt recht zuverlässig, dass man in diese Falle getappt ist, wenn der eigene Text viel Gewicht auf das Nennen von Attributen legt, während die Dramaturgie eine Pause einlegt. Figuren, die in Sprichwörtern reden, statt zu sagen, was sie meinen, sind ein weiteres Symptom.

Ich habe nicht viel Kampferfahrung, aber so viel weiß ich: Wenn ich unterliege, habe ich nur noch Luft zum Kämpfen, wenig Luft zum Reden. Dein Gariel schwatzt ganze Epen. Grumoy verzeihe ich seine Predigt ja noch fast, denn er hat gerade einen Schub Morbus Mentor.

Es ist die (leider bisweilen etwas dröge) Pflicht des Autors, die eigenen Träume, die Emotionalität des Geschehens, die Coolness der Figuren, das Setting, das Wasauchimmer in eine sorgfältige Dramaturgie zu verpacken. Nur dann wird es für den Leser entzifferbar. Das ist alles andere als einfach. Aber man kann erst dann damit beginnen, wenn man gewahr ist, dass der Traum der BEGINN des Schreibens ist, nicht das Ende. Fertig ist man dann, wenn glaubhafte Figuren glaubhaft handeln. Tritt einen Schritt zurück von Deiner Begeisterung und sorge dafür, dass die vielen kleinen Rädchen und Federn an der richtigen Stelle sitzen, die Deinen Text am Laufen halten. Da ist Technik gefragt. Hast Du die erworben? Was tust Du, um zu erfahren, was Dir fehlt?

Tempo

Ein actionreicher Anfang ist durchaus möglich, aber sauschwer zu schreiben: Neben Exposition, Szenendramaturgie (Konflikt, Stakes, Thema, etc.) muss man auch noch das Tempo einer Actionszene im Griff haben. Und Letzteres allein ist schon sauschwer. Zum Tempo ein paar Stichwörter, ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

  • szenisch vs. narrativ
  • Tempovariation
  • Sprachfluss und sein Einfluss auf das Tempo
  • Thema und Bedeutung der Szene
  • Vision des günstigsten Ausgangs
  • Vision des desaströsesten Ausgangs
  • wendisches Schlachtenglück (zwischen günstig und desaströs pendeln)

Character establishing Moment

Wir müssen wissen, wer hier Haue bekommt, warum er Haue bekommt, und vor allem, warum er es verdient hat oder auch nicht verdient hat, Haue zu bekommen. Ich meine nicht nur die Vorgeschichte. Wir müssen wenigstens einen kurzen Blick darauf werfen dürfen, aus welchem Holz die Figuren geschnitzt sind. Ein Griff in die Trickkiste fördert zu Tage: "Kick-the-Dog"-Moment oder "Pet-the-Dog"-Moment. Etwas weiter unten in der Kiste liegen noch andere dieser sogenannten "Character establishing Moments", die noch nicht ganz so abgegriffen sind. Der Connaisseur erfindet wengistens gelegentlich seine eigenen. ;)

Was an der Sache wichtig ist: Der Character establishing Moment muss(!) in der Szene, die ihn beherbergt, eine Spannung erzeugen. Zum Beispiel eine offenkundige Ungerechtigkeit etablieren. Ein gutes Stichwort hier ist "Kognitive Dissonanz". Eine Goldgrube für Schreiberlinge. (By the way: "Show, don't tell." Ja, ich weiß, schon wieder. "Ungerechtigkeit" zu schreiben, etabliert die Ungerechtigkeit nicht. Ich muss die erfassen, ohne dass Du sie benennen musst. Und "erfassen" reicht noch nicht mal. Ich muss sie spüren.)

Schriftliche Explosionen sind strunzlangweilig

Da hat es der Film als Medium so gut, der weiß gar nicht, wie gut der das hat. Wenn's auf der Leinwand knallt und zischt, hat man wenigstens eine Chance, dass das Publikum nicht merkt, wie wenig Bedeutung dahintersteckt. Uns Schreiberlingen ist das versagt. Ich demonstriere das mal kurz:

BUMM!

Hat das Ding nicht so richtig gerockt, was? ;) Wenn man Leute kämpfen lässt, kann man sich nicht auf Roundhouse-Kicks und Gymnastik verlassen. Die kann man noch nicht mal darstellen. Umso wichtiger wird es, zu zeigen, wie die inneren Befindlichkeiten, der Kontext, das Thema den Kampf beeinflussen. Man überlege sich bei jedem Schwerthieb, ob sich was ändern würde, wenn man stattdessen einen säuregetränkten, supertödlichen Wattebausch schmisse:

Zitat
Erneut kam das Schwert auf ihn zu. Diesmal sah er den Faustschlag nach der Parade kommen, wich zurück und ging zum Gegenangriff über. Ein Schwertstreich zielte auf den ausgestreckten Arm, ein weiterer zwang Meister Grumoy zurückzuweichen und sich mit seinem Schwert zu verteidigen. Gariel wusste, dass er nachsetzen musste, zögerte aber und gab seinem Gegner Gelegenheit, wieder Haltung anzunehmen.

Nagelprobe:
Erneut kam der Wattebausch auf ihn zu. Diesmal sah er den Wattebausch nach der Parade kommen, wich zurück und ging zum Gegenangriff über. Ein Wattebausch zielte auf den ausgestreckten Arm, ein weiterer zwang Meister Grumoy zurückzuweichen und sich mit seinem Wattebausch zu verteidigen. Gariel wusste, dass er nachsetzen musste, zögerte aber und gab seinem Gegner Gelegenheit, wieder Haltung anzunehmen.

OK, klingt lächerlich. Aber die dramaturgische Nutzlast ist die gleiche. Keine. Nebenbemerkung: Ohne tieferen Sinn hinter den Streichen klingt "Schwert" genauso lächerlich wie "säuregetränkter, supertödlicher Wattebausch".

Wie spiegeln Gariels Handlungen sein Wesen? Er wird offenbar gerade gemaßregelt, weil er die Klappe zu weit aufgerissen hat. Damit aus dem Kampf eine Strafe wird, müsste der Kampf deutlich machen, wie Gariels große Klappe ihn zu Fehlern verleitet. (N.B.: Mangelnde Erfahrung seitens Gariels reicht hier NICHT! Die sagt nur was über seine Ausbildung aus, nicht über seinen Charakter.) Wo Grumoy hinprügelt, und was er dafür verwendet, ist zweitrangig. Wenn Grumoy statt seines Schwertes mit einer Federboa kämpfen würde, und Gariel kann trotzdem nichts gegen ihn ausrichten, das würde zumindest Gariels Demütigung betonen. Jede Szene ändert ihre Figuren. Wie ändert sich Gariel? Wie führt der Kampf diese Änderung herbei? Wie fühlt sich Gariel dabei? Wie übersetzt der Kampf dieses Gefühl in Handlung (und enthebt Dich der Notwendigkeit, das Gefühl, z.B. "Weinerlichkeit", direkt zu benennen)?

Emotionen in Reinform und Mischung

Emotionen treten auch im realen Leben selten in Reinform auf. Selten ist jemand nur wütend, nur ängstlich, nur erfreut. Es ist fast immer eine Mischung aus verschiedenen Geschmäckern. Die Balance zwischen den Emotionen verschiebt sich durch die Handlung. Das lässt Figuren "echt" wirken. In Deinen ersten Absätzen sehen wir die Hauptemotion Weinerlichkeit und die daraus resultierende Handlung: Unterwürfigkeit. Im Subtext der erlebten Rede Gariels sehen wir Arroganz, das ist nicht übel, denn wir lernen was über Gariels Innenleben, aber es verschweigt uns den Nebengeschmack in seiner Weinerlichkeit. Ist es Wut? Ist es Angst? Beides? Wie äußert sich das in seinem Verhalten? Er ist wahrscheinlich bereits ziemlich fertig. Was hält ihn am Laufen? Was sind seine Alternativen? Warum gibt er nicht auf? Wie ändert sich sein emotionales Kostüm, wenn die Lektion dieser Szene langsam einsinkt?

Text auf Stelzen

Wenn EINE Figur gestelzt redet, ist das Charakterisierung. Wenn ALLE Figuren gestelzt reden, ist das Parodie.

Zitat
„Wenn dich das schon zu Fall bringt, wirst du in einer Schlacht unter den ersten Toten sein.“

Ich übersetze: "Haut dich das schon um, Prinzesschen?"

Zitat
„Es tut mir leid, Meister. Ich wollte nicht behaupten, ich sei bereit für den Krieg.“

Ich übersetze: "Sind wir hier auf dem Schlachtfeld?"

Zitat
„Was sonst wolltest du zum Ausdruck bringen, als du sagtest, du wärst der beste Kämpfer unter den Söhnen des Lichts?“

Ich übersetze: "Ich dachte, du bist der Beste. Oder doch nur der beste Prahlhans?"

Und so fort. Ich weiß, die Sprache soll unter anderem auch Atmosphäre transportieren. Dennoch: Figuren benutzen IMMER eine der Situation angemessene Sprache. Auch wenn die Sprache an den Rändern vergilbt ist, kann man davon ausgehen, dass sie keine Schnörkel benutzt. Es sei denn, eine Figur neigt zu Schnörkeln. ;)

Dramaturgie

Hinter Dramaturgie verbirgt sich eine einfache Frage: Wie sorge ich dafür, dass der Leser versteht, worum es geht, was auf dem Spiel steht, und wie die Sache ausgeht? Wie man das anfängt, kann man z.B. einfach lernen. Aus Büchern, aus Blogs, auf Workshops. Manchmal macht es Spaß, selbst die Gesetzmäßigkeiten zu entdecken, aber Lernen geht deutlich schneller, insbesondere, wenn man's systematisch betreibt.

Damit die Sache halbwegs proportioniert gerät, ein Strickmuster:

  • Nach einem knappen Viertel der Szene sind Szenenziel und Antagonismus klargestellt: Was will Protagonist, warum kriegt er's nicht?
  • Nach grob der Hälfte etabliert eine unvorhergesehene Wendung (oder Komplikation) die schriftstellerische Mission der Szene: Wie wird sich der Protagonist durch die Geschehnisse ändern? Unsere Vision vom Ausgang der Szene bekommt neue Nuancen. Der (Wett-)Einsatz der Szene ist nun klargestellt (und geht über das ursprüngliche Ziel des Protagonisten hinaus).
  • Nach gut drei Vierteln der Szene spitzt sich die Situation zu: Das ursprüngliche Ziel des Protagonisten wird in Widerspruch mit seinem Wachstum gestellt, welches durch die Komplikation in Aussicht gestellt worden ist.
  • Kurz vor Schluss entscheidet der Protagonist sich für oder gegen das Wachstum.
  • Die Szene wird am Ende so knapp wie möglich aufgeräumt: Offene Enden werden vernäht, sofern erforderlich. "So knapp wie möglich" kann auch heißen: Hier kommt gar nix mehr.

Von Strickmustern kann man abweichen. Allerdings besagt das obengenannte Strickmuster nur: Der Pullover hat insgesamt vier Löcher, eins zum reinkommen, drei weitere, weil Kopf und Hände irgendwo rausgucken müssen. Wer will, kann auch gerne einen Pullover mit sechs Ärmeln stricken. Mirdochegal. :grump:

Zitat
Mit dem Text habe ich versucht, Fehler zu meiden, die mir hier im Forum oft aufgezeigt wurden: Zu viel Exposition, zu wenig tatsächlicher Fokus auf der Szene. Mangel an Konflikt also schlicht Langeweile.
Würde mich freuen, wenn ich hier ein Urteil dazu haben könnte, wie gut oder schlecht ich mich diesmal in diesen Punkten geschlagen habe.

Fair enough. Here goes:

Zu viel Exposition? Jein. Der Kontext, den Du gewählt hast, ist schwierig: Im Kampfgeschehen ist Exposition schwer unterzubringen, insbesondere, wenn der Perspektivträger mitten im Kampfgeschehen steckt.

Zu wenig tatsächlicher Fokus auf der Szene? Nö, die Szene wirkt konzentriert, allerdings ist das Setting für eine erste Szene recht komplex, daher wird die Szene durch szenennotwendige(!) Exposition ausgebremst.

Mangel an Konflikt also schlicht Langeweile? Konflikt ist da, Langeweile kommt trotzdem auf. Grund: Gariel macht keine bedeutungsvolle Änderung durch. Das ist eine heikle Kiste, gerade in der ersten Szene. Daher der Tipp, schon wieder als Strickmuster:

(1) Character establishing Moment frühzeitig bringen. Der weckt Erwartungen bezüglich der Figur.
(2) Hook: Die emotionalen Erwartungen, die sich an dieses Schlaglicht auf den Charakter der Figur knüpfen, zu einem inneren Widerspruch führen. Das erzeugt ein Spannungsmoment.
(3) Inciting Incident: Einen Ausweg aus dem Spannungsmoment anbieten
(4) Motor starten: Den Ausweg durch den Antagonismus der Szene verlegen.

Und all das im ersten Viertel der Szene. ;)

Ich illustriere das an einem Beispiel und nehme dazu Deine Szene. Allerdings erfahre ich dort wenig über Gariels Charakter, also setze ich mutwillig meine eigenen Ideen ein. Das hat NIX mit Deinen Ideen zu tun, ich unterstelle Gariel nichts, sondern schreibe quasi eine Fan Fiction zu ihm. (Keine Sorge: FSK 12.)

(1) Character establishing Moment: Gariel reagiert unbeherrscht auf einen Angriff: Er ist ein kleiner Wutbürger, obwohl er sich bereits mitten in der Bestrafung wegen Prahlerei befindet.
=> Erwartung: Na los, Grumoy, gib's dem Kerl!
(2) Hook: Grumoys Visier bricht bei einem Gerangel, Grumoy kann kurzzeitig nichts sehen. Gariel wartet bewusst ab, bis Grumoy wieder einsatzbereit ist.
=> Dissonanz: Gariel ist nicht NUR ein Wutbürger, und unser Wunsch, ihn bestraft zu sehen, gerät in Konflikt mit seinem ehrenvollen Verhalten.
(3) Inciting Incident: Grumoy zögert kurz, erwägt offenbar, Fairnis mit Großmut zu vergelten.
=> Ausweg aus der Dissonanz.
(4) Motor starten: Grumoy entscheidet sich dann aber, Gariels Fairnis als Schwäche auszulegen ("Auf dem Schlachtfeld gibt es keine Rücksicht!") und weiter auf Gariel loszugehen.
=> Antagonismus etabliert.

Wie könnte die Szene weitergehen? Ungefähr zur Hälfte erfasst Gariel dass er im Unrecht ist und sich ergeben sollte, Schande hin, Demütigung her. Im letzten Viertel wird klar, dass er entweder gewinnt oder ins Lazerett geht. Er entscheidet sich daraufhin für seine Wut, will durch Raserei gewinnen, statt sich zu ergeben. Er wird geschlagen, aber von Grumoy überraschend verschont.

Wie würde der Roman danach weitergehen? Gariels Widerspruch Wut/Fairness wird das zentrale Thema seiner Reise werden.

So weit mein schmuddeliges Beispiel. Wie sieht's bei Deinem Roman aus? Was ist Gariels Problem? Welcher innere Widerspruch zerreißt ihn? Wie kannst Du das packend gleich in der ersten Szene beleuchten? (Falls Gariel nicht der Protagonist des Romans ist, ersetze "Roman" durch "Character Arc".)

Viele Grüße
Quisille


Offline SirJasonCrage

  • Bratwurst
  • *
  • Beiträge: 67
Re: Im Mantel des Lichtes, Anfangsszene
« Antwort #10 am: 06 September 2017, 16:13:36 »
Hallo Quisille,


Zitat
Hier ist noch offen, es war gerade Traffic, und ich kam gerade vorbei. :)

Immer diese glücklichen Zufallsbegegnungen! Mein letzter Stand war ja deine Inaktivität, ich bin also positiv überrascht :-)


Zitat
Ein paar ungeordnete Gedanken zu Deinem Text.

Ungeordnet. Witzbold.


Ich kann hier nicht viel von meinem Text verteidigen, da du nicht viel davon direkt kritisierst und das wenige dann auch noch mit Recht.
Dennoch, unkommentiert stehen lassen kann ich es auch nicht.

Als erstes bin ich mal froh, dass wir von lustig formuliertem "your shit's stupid and your stuff's all retarded" mit Textbelegen weg gekommen sind und uns tatsächlicher Kritik an der Struktur meiner Texte zuwenden. Ich verbuche das mal als Punkt für mich in punkto Lesbarkeit und Schwachsinnsaufkommen  ;D


Die Geschichte um Gariel fing eigentlich traumlos als "Mal sehen ob ich die Lektionen ausm Federfeuer umgesetzt bekomme, wenn ich sie von Anfang an anzuwenden versuche" an.
Der Traum schlich sich trotzdem ein. Ich bin auch viel zu faul, eine Gschichte zu schreiben, die ich nicht liebe...

Zitat
Fertig ist man dann, wenn glaubhafte Figuren glaubhaft handeln.

Ich habe gerade Brandon Sandersons Way of Kings und Words of Radiance hinter mir... Da handeln die Figuren vor allem um ins vorher festgelegte Korsett der Outline zu passen.
Tatsächlich bin ich mittlerweile aber so weit, dass mich das zumindest bei den Texten anderer Leute stört.


Zitat
Da ist Technik gefragt. Hast Du die erworben? Was tust Du, um zu erfahren, was Dir fehlt?

Ich bin im Begriff, mir Technik zu erwerben. Ich schreibe Texte, die ich liebe, wohl wissend, dass ich sie in ein bis zwei Jahren grässlich finden werde. Um zu erfahren, was mir fehlt, stelle ich sie dann ins Federfeuer und warte auf dein Urteil  ;D


Zitat
By the way: "Show, don't tell."

Wenn du wüsstest, wie oft ich deinen Text über das zänkische Huhn schon gelesen habe... Und weiterverlinkt...


Zitat
Ich weiß, die Sprache soll unter anderem auch Atmosphäre transportieren. Dennoch: Figuren benutzen IMMER eine der Situation angemessene Sprache. Auch wenn die Sprache an den Rändern vergilbt ist, kann man davon ausgehen, dass sie keine Schnörkel benutzt. Es sei denn, eine Figur neigt zu Schnörkeln. ;)

Hachja, einer meiner Dauerbrenner... Auch wenn ich darstellen will, dass wir hier weiter oben im sozialen Gemisch sind, hast du vollkommen Recht. Gariel hat gerade aufs Maul bekommen und ist außer Puste. Da spricht man anders.


Zitat
schreibe quasi eine Fan Fiction zu ihm. (Keine Sorge: FSK 12.)

Ich hatte in Literatopia mal am Rande erwähnt, dass Gariel einen guten Freund hat, der lieber mehr als nur gute Freunde wäre. Sofort hat es den weiblichen Besuchern dieses Forums zwischen den Beinen getropft und sie wollten mehr über die Geschichte wissen  :watchout:


Ich danke wiedermal für die Lektion. Wunder dich nicht, wenn du irgendwann mal ein Buch aufschlägst, auf dem in der Danksagung "Quisille" mit drin steht  ;D

Werd mir den Text bestimmt auch mal noch ein fünftes oder sechstes Mal durchlesen. Deine anderen Hinweise scheinen ja langsam hängen zu bleiben, vielleicht kriege ich das ja mit dem hier auch demnächst hin :-)

Ich bin schon gespannt, was du irgendwann zu meinem nächsten Stück Rostfleisch sagst.
  • Ich schreibe gerade: Im Schatten des Mondes
Zu jeder Zeit, an jedem Ort, bleibt das tun der Menschen das Gleiche.

Offline Quisille

  • Bratwurst
  • *
  • Beiträge: 979
Re: Im Mantel des Lichtes, Anfangsszene
« Antwort #11 am: 07 September 2017, 11:43:42 »
Als erstes bin ich mal froh, dass wir von lustig formuliertem "your shit's stupid and your stuff's all retarded" mit Textbelegen weg gekommen sind und uns tatsächlicher Kritik an der Struktur meiner Texte zuwenden. Ich verbuche das mal als Punkt für mich in punkto Lesbarkeit und Schwachsinnsaufkommen  ;D

Du hast recht, es hat sich was verändert. Ich finde, zum Positiven. Wie gefällt's Dir denn selbst? Apropos: Irgendwann wird das mit den Textbelegen wieder mehr werden, wenn es an die Details geht.

Die Geschichte um Gariel fing eigentlich traumlos als "Mal sehen ob ich die Lektionen ausm Federfeuer umgesetzt bekomme, wenn ich sie von Anfang an anzuwenden versuche" an.

Zu diesen Zweck hatte ich mich damals vor vielen, vielen ... ähem, Wörtern darauf verlegt, Kurzgeschichten zu schreiben. Erstens hat man dann mal eine Erzählung vollendet (Triumph!), zweitens haben Kurzgeschichten eine abgeschlossene Dramaturgie. Das macht's dem Röster leichter. Allerdings lernt man dadurch hauptsächlich Schreiben auf Szenenebene. Caveat: Romane zu schreiben, lernt man nur, indem man Romane schreibt. Leider. Ist ein ziemlich zäher Lernprozess.

Zitat
Da ist Technik gefragt. Hast Du die erworben? Was tust Du, um zu erfahren, was Dir fehlt?

Ich bin im Begriff, mir Technik zu erwerben. Ich schreibe Texte, die ich liebe, wohl wissend, dass ich sie in ein bis zwei Jahren grässlich finden werde. Um zu erfahren, was mir fehlt, stelle ich sie dann ins Federfeuer und warte auf dein Urteil  ;D

Igitt, der ganze Honig im Bart. Textkritik bringt uns weiter, kein Zweifel. Aber es gibt Dinge, die man anhand kurzer Textstückchen nicht wirklich üben kann, und letztenendes lernt man von Textkritik in erster Linie, Fehler zu vermeiden. Das ist gut, aber der Fehler sind es viele, und wenig sind der Möglichkeiten, was richtig zu machen. Die Wahrheit zu finden, indem man systematisch alle Fehler einmal ausprobiert, kann zäh und frustrierend sein. Es ist unterhaltsamer, sich auch aktiv was anzulesen. Zum Einstieg ein paar Links:

  • Larry Brooks' Storyfix ist hervorragend geeignet, um in die Dramaturgie einzusteigen.
  • Randy Ingermansons Blog und ...
  • ... Randy Ingermansons E-Zine sind beides hervorragende Quellen für szenisches Schreiben und den Schreibprozess (die Schneeflocke stammt von Randy Ingermanson).
  • Beide haben lesenswerte Bücher zu dem Thema verfasst. Besonders Brooks kann ich empfehlen.

Wenn man die Literaturhinweise dieser Beiden weiterverfolgt, kommt man recht bald auf eine recht ansehnliche Zahl von Blogs, Artikeln, Fachbüchern, die in das Schreiben einführen.

Warum belatschere ich Dich so (was mir eigentlich nicht zusteht)? In Deinen Texten sehe ich dieselbe Begeisterung, die mich zu Anfang umgetrieben hat. Aber dieser Anfang ist so schön kuschelig, aus dem muss man sich mit Gewalt befreien, sonst versackt man in rosig-weicher Fabulierlust. Das dauert Jahre, wenn man nicht aufpasst. Ich wünschte, ich hätte früher damit angefangen, mich systematisch um das Handwerk zu kümmern. Stattdessen habe ich zehn Jahre vor mich hingeschrieben, ohne Fortschritte zu machen. Inzwischen sind nun die nächsten zehn Jahre fast rum, und ich studiere immer noch das Handwerk, bin von der Produktion von ernstzunehmenden Erzählungen aber noch immer ein merkliches Stück entfernt. Es wird nicht dadurch leichter, dass ich beruflich und privat fast komplett ausgebucht bin. Hätte ich mal gleich die ersten zehn Jahre genutzt, als ich noch mehr Zeit hatte als heute. *seufz*

Es gibt so'ne und solche. So mancher Schriftsteller lernt lieber intuitiv, durch Lesen von guten Vorbildern, durch Schreiben von miesen Texten und durch Entwickeln eines selbstkritischen Shit-O-Meters. Andere lernen lieber systematisch, z.B. aus Büchern. Beides kann Erfolge zeitigen. Aber es gibt eine große Gefahr, wenn man nur Trial-And-Error betreibt: Man bekommt nie einen Hinweis, was es noch alles gibt, das man noch nicht weiß. Kein Arzt käme auf die Idee, die mehrtausendjährige Erfolgsgeschichte seiner Kunst durch Trial-And-Error nachvollziehen zu wollen.

Auch die erzählende Kunst steht in einer jahrtausendealten Tradition. 'Nuff said. :cheese:

Liebe Grüße
Quisille

Offline eska

  • Bratwurst
  • *
  • Beiträge: 217
Re: Im Mantel des Lichtes, Anfangsszene
« Antwort #12 am: 07 September 2017, 14:00:50 »
Hallo, Ihr zwei!

Wollte nur kurz sagen: Macht mal weiter!
Ich lerne (wesentlich) und
amüsiere mich köstlich: zu schade, Quisille, wenn du hier im FF kaum noch etwas, hm, anmerkst - Jason, ich bewundere deine Standfestigkeit! (für mich auch gerade wesentlich, danke).

Danke für die Links, Quisille, Brooks kenne ich noch nicht.

Jason:
Zitat
Ich bin im Begriff, mir Technik zu erwerben. Ich schreibe Texte, die ich liebe, wohl wissend, dass ich sie in ein bis zwei Jahren grässlich finden werde. Um zu erfahren, was mir fehlt, stelle ich sie dann ins Federfeuer und warte auf dein Urteil  ;D
Sagen wir mal, Urteile. Aber m.E. geht es uns allen so (und ich finde trotzdem immer Schnipsel in meinen alten Texten, die ich noch lieben kann). Und so soll es wohl auch sein. Nur das stellvertretende Lernen an fremden Texten und Fehlern ist mangels Röstgut etwas eingeschränkt. Wenn ich so viel Schneid hätte, wie du hier zeigst, stünde da vielleicht manchmal mehr... Aber ich muss wenigstens selber erstmal zufrieden sein.

Nebenbei möchte ich als weibliche Leserin dieses Forums anmerken, dass mir die folgende Formulierung unangenehm aufstößt (was du bestimmt nicht beabsichtigt hast  ;D), und ich mich frage, seit wann die männlichen Leser, so es sie gibt, nicht an sexueller Spannung interessiert sind bzw. warum es dich als Autor stört, wenn Geschichten, die du andeutest, auch gelesen werden würden.

Zitat
Ich hatte in Literatopia mal am Rande erwähnt, dass Gariel einen guten Freund hat, der lieber mehr als nur gute Freunde wäre. Sofort hat es den weiblichen Besuchern dieses Forums zwischen den Beinen getropft und sie wollten mehr über die Geschichte wissen  :watchout:
Klar können wir keusch (FSK 0 bis 12), aber das Verlangen nach ein bisschen Würze (gut dosiert und vor allem gut gemacht) treibt nach allem, was man so hört, die meisten Menschen Leser (nicht nur die weiblichen *räusper*).


Ich finde übrigens, man könnte einige der von Quisille allgemein angeschnittenen Punkte (Tempo z.B.) in die Schreibübungen aufnehmen, sofern wir die wieder aufwecken. Aber vielleicht sind das ja alles alte Hüte.

So, genug des Seitengequatsches. An den Schreibtisch/Laptop, husch!

eska (übt)
  • Ich schreibe gerade: diverses Kleinzeugs, immerhin

Offline Xaranis

  • Bratwurst
  • *
  • Beiträge: 27
Re: Im Mantel des Lichtes, Anfangsszene
« Antwort #13 am: 25 Oktober 2017, 16:15:03 »
Ok, die Szene ist schon ein paar Tage alt und gut geröstet. Aber ich gebe trotzdem noch etwas Senf auf deine Bratwurst.

Zitat
Das Licht der aufgehenden Sonne fiel durch das Tor der Burg, füllte den Hof mit Licht und glänzte in Schweiß und Stahl.

Ja, Licht hat das so an sich, dass es den Hof mit Licht erfüllt... außerdem wirkt das Bild von Schweiß und Stahl verunglückt. Habe noch nie Sonne auf Schweiß glänzen sehen und will es mir auch ehrlich gesagt gar nicht vorstellen.

Zitat
Sklaven liefen über den Sand im Hof und ignorierten dabei den ungleichen Zweikampf, dessen Klang den Morgen erfüllte.

Ok, es kommt Bewegung ins Spiel.

Zitat
Lediglich eine Handvoll Ritter, manche dem Glauben und andere dem Rat verschworen, sahen verwundert zu, wie einer der besten aus ihren Reihen einen Novizen vor sich her trieb.

"Einer der IHREN" finde ich unglücklich wenn da sowohl Vertreter vom Rat als auch vom Glauben vorhanden sind. Zu welcher Fraktion gehört er?
Einer der Besten schreibt man groß. Sie sind verwundert - ok. Bin neugierig, warum. Bis jetzt sieht das für mich aus wie ein regulärer Übungskampf.
Das klingt nach nichts Besonderem. Bin also gespannt, was hier so anders sein soll.

Zitat
Unbeholfen parierte Gariel einen von Meister Grumoys Hieben mit seinem Schwert.

Wurde bereits geröstet. Klar, dass es das Schwert sein muss.

Zitat
Die Kraft des Angriffs fuhr ihm durch die Knochen und als er zurück wich litt seine Haltung etwas.

"litt seine Haltung etwas" klingt für mich zu unpräsize. Warum lässt du ihn nicht in Wanken geraten oder aus dem Gleichgewicht geraten?

Zitat
Ohne zu zögern nutzte sein Gegner die Lücke und rammte seine stählerne Faust gegen die nun ungeschützte Stirn.

Perspektive. Wurde auch schon geröstet. Gegenvorschlag: Die Strafe folgte auf dem Fuße. Und die Faust ist natürlich eisenbewehrt, nicht eisern, es sei denn der Arme hat seine Hand verloren.

Zitat
Auf dem Rücken liegend betrachtete Gariel den langsam verschwimmenden Himmel und wartete darauf, dass das Klingeln in seinen Ohren dem Gespött der Zuschauer wich.

"Auf dem Rücken liegend" ist stilistisch etwas unglücklich. Zerhacke das Monstrum in zwei Hauptsätze. Gariel lag auf dem Rücken (oder blieb auf dem Rücken liegen) und wartete, dass...

Zitat
Trotz der Tränen, die sich Stur einen Weg in seine Augen bahnten, entging ihm der Fleck nicht, der durch sein Blickfeld huschte. In der Hoffnung, dass die Ankunft eines Drachenreiters die Menge ablenken würde, wischte er sich das Salzwasser aus dem Gesicht und stand auf, darum bemüht das Brennen zu ignorieren, das sich dadurch von seiner Stirn aus über den Rest des Kopfes auszubreiten schien. Meister Grumoy ignorierte die geschuppte Kreatur, die Aufmerksamkeit heischend, Kreise über der Burg zog und fixierte Gariel.

stur schreibt man klein. Synonyme sind immer gefährlich bei Hauptwörtern. Tränen und Salzwasser sind nicht dasselbe. Das Bild das durch die falsche Wortwahl entsteht ist unfreiwillig komisch.
Es "schien sich auszubreiten"? Oder breitet es sich aus? Wenn er das nicht weiß, wer denn sonst?

Arbeite an deinem Stil! Deine Sätze sind lang und umständlich, Komma an Komma. Die Kraft liegt in Hauptsätzen und wo du kannst beginne mit Subjekt und Prädikat. Das nimmt deinem Text das Gestelzte. Das gilt für deinen kompletten Text.

Zitat
„Wenn dich das schon zu Fall bringt, wirst du in einer Schlacht unter den ersten Toten sein.“ Dummes Geschwätz. Die meisten Veteranen hier wären nach diesem Treffer erst gar nicht wieder aufgestanden.

Mir ist gar nicht aufgefallen dass er aufgestanden ist. Lag er nicht auf dem Rücken?

Zitat
„Es tut mir leid, Meister. Ich wollte nicht behaupten, ich sei bereit für den Krieg.“ Der Schmerz und die Ungerechtigkeit ließen die Stimme weinerlich klingen.
„Was sonst wolltest du zum Ausdruck bringen, als du sagtest, du wärst der beste Kämpfer unter den Söhnen des Lichts?“ Gariel war klar, dass der Meister dies nur zu seinem eigenen Vergnügen tat. Es gab nichts, das er sagen konnte, um seine Situation zu verbessern.
„Wer dem Licht dient, dient der Wahrheit“, zitierte er einfach aus dem Kodex.
„Soso, die Wahrheit. Na dann, der beste Sohn sollte dazu in der Lage sein, zumindest einen Treffer an mir zu landen.“ Der Meister nahm Kampfhaltung an.
„Unsinn. Der letzte, der dich in einem fairen Duell getroffen hat, war dieser Fenn in der Kriegsfeste.“ Meister Vaeris war in seiner goldgestreiften, weißen Robe auf den Hof getreten, wohl um den Drachenreiter in Empfang zu nehmen. Gariel wagte zu hoffen, dass seine Demütigung hier ein Ende haben würde.
„Dennoch, Überheblichkeit und Arroganz führen junge Männer oft in einen frühen Tod.“ Der Meister blickte nach oben und runzelte leicht verärgert die Stirn. „Umso erstaunlicher ist es, dass er hier seinen Feldzug überlebt hat. Fahrt fort, Meister Grumoy. Unterhaltet mich, bis er sich endlich dazu durchringt, zu landen.“

Der Dialog überzeugt mich nicht die Bohne. Schlaff, ohne Leben und irgendwie ein bisschen Putz-Widerputz wie im Kindergarten.
Der Junge ist gleichzeitig rotzfrech und ein Kriecher. Wie passt das zusammen? Für mich will kein Bild von ihm entstehen.
Ebensowenig will ein Bild entstehen von dem Konflikt, der da zwischen den beiden herrscht. Liest sich alles sehr an den Haaren herbeigezogen.
Hat der Meister ihn auf dem Kicker? Wenn ja, wäre etwas Erleuchtung nicht schlecht, warum das so ist.

Zitat
Darum ließ Gariels Peiniger sich nicht zwei mal bitten.

Wieder die liebe Perspektive... Und hohles Geschreibe. Warum lässt du Gariel nicht das Gesicht des Meisters betrachten? Er kann den Angriff in seinen Augen ablesen.
Damit zauberst du gleichzeitig ein Bild.

Zitat
Erneut kam das Schwert auf ihn zu. Diesmal sah er den Faustschlag nach der Parade kommen, wich zurück und ging zum Gegenangriff über.

Das Schwert "kam auf ihn zu" ist grotesk. Er sah das Schwert kommen ist besser.
Der Rest ist auch nicht grade geglückt. Für ein flüssiges Bild solltest du alle Schritte nennen. Die Parade lässt du aber aus und gehts direkt über zum
Faustschlag danach. Das reißt mich aus meinem Bild.

Zitat
Ein Schwertstreich zielte auf den ausgestreckten Arm, ein weiterer zwang Meister Grumoy zurückzuweichen und sich mit seinem Schwert zu verteidigen. Gariel wusste, dass er nachsetzen musste, zögerte aber und gab seinem Gegner Gelegenheit, wieder Haltung anzunehmen.

unbeholfen formuliert. "wieder Haltung annehmen" gefällt mir nicht.

Zitat
Der runzelte nur kurz die Stirn über das Versäumnis und ging wieder zum Angriff über.

Ich weiß ja nicht, ob Gariel im Augenblick für derartige Details einen Sinn hat. Mir scheint er gerade recht beschäftigt mit anderen Problemen.

Zitat
Er parierte einen Streich, entdeckte dadurch eine Lücke in der Verteidigung des Meisters und passierte ihn an seiner schlecht gedeckten Seite, um ihn anzugreifen, während er sich noch drehen musste.

Umständlich.
"Dadurch" kannst du getrost streichen. Was bitte heißt: Er "passierte ihn"?  Schwammige Formulierungen soweit das Auge reicht. Im Folgenden wird es nicht besser.
Hier empfiehlt sich noch mal gründlich zu überarbeiten was die treffende Wortwahl und die Präzision angeht.


Zitat
„Meister Vaeris, ich freue mich, Euch und die anderen goldgelockten Anhänger des Lichts zu sehen. Wo ist Lord Karziel? Ich habe den Auftrag, nur mit ihm zu sprechen, nicht mit seinen Laufburschen.“

Ja, ok, ok. Ich habe verstanden, du versuchst Konflikt in die Dialoge reinzubekommen. Auf etwas sachlichen Konflikt, der irgendwie mit der Geschichte zu tun hat warte ich tatsächlich noch immer. Stattdessen sehe ich hier einen netten Haufen Kotzbrocken, die sich alle irgendwie nur gegenseitig anschnauzen. Das macht nicht wirklich Spaß.

Zitat
„Nachdem Ihr auch nur ein Diener des großen Rates seid, hielten wir es für angebracht, dass Euch lediglich ein Diener wie meine Wenigkeit empfängt. Für Euren hochverdienten Vater wäre Lord Karziel natürlich persönlich gekommen und eine Ehrengarde aus Veteranen stünde Spalier.“ Gariel verstand nicht, wie Meister Vaeris es schaffte, tatsächlich einen demütigen Blick aufzusetzen.
„Spart euch die höflichen Floskeln, wo ist der Alte? Und was geht hier eigentlich vor sich? Man munkelt ja, dass Meister Grumoy seinen Zenith hinter sich hat, aber dass er mittlerweile zur Sicherheit nur noch mit Novizen trainiert ist dennoch schockierend.“

Mit "nachdem" anzufangen hat unweigerlich zur Folge dass man sich ausklinkt. Jeder miserable Rede fängt mit einem "nachdem" an. Danach folgen drei Zeilen Gähnen und dann kommt der Redner zurück zum Punkt, dann hoffentlich zu einem baldigen Ende, wir applaudieren und stürzen uns aufs Buffet.

Der Rest des Dialogs ist Geschwafel und wieder einfach künstlich erzeugter "Konflikt". Mir fehlt noch immer komplett die Charakterisierung der Figuren.
Inzwischen bin ich der Meinung, dass ich es hier nicht nur mit Hohlkörpern sondern auch noch mit Hohlköpfen zu tun habe. Und arrogant sind sie obendrein.

Zitat
„Meister Karziel bespricht sich mit dem Erzpriester im Tempel. Ich fürchte, ihr müsst noch einmal aufsatteln.“

Wieso das denn?
Bin doch grade erst angekommen? Wo soll ich denn jetzt wieder hin? Und warum? Und überhaupt - allmählich verlier ich den Überblick. Welcher Erzpriester denn?
Es wäre gut, wenn du nicht so durchjagen würdest sondern dir etwas Zeit für ein paar Erklärungen nehmen würdest.
Wann hat er denn abgesattelt? Während drei Dialogzeilen?
Ist mir glatt entgangen. Am Ponyhof dauert das länger.

Zitat
Arithos hielt sich die Hand über die Augen und sah durch das Tor. „Ich werde laufen. Es war ein anstrengender Flug für Mierdal und es ist schließlich nicht weit. Bruder Gariel, wollt Ihr mich begleiten?“ Gariels Herz machte vor Freude einen Satz.

Komisch. Als er Arithos vorhin noch auf dem Drachenrücken sah hat er die Augen verdreht und jetzt freut er sich über die Gesellschaft?

Zitat
Meister Grumoy ging jedoch dazwischen.

Ziemlich kindisch.

Zitat
„Sein Wille ist nicht von Belang. Es handelt sich hier um eine Strafmaßnahme, die noch nicht abgeschlossen ist.

Was bitte ist "es"?

Zitat
„Dann haben wir ja keine Zeit zu verlieren,“ meinte Arithos daraufhin.

Daraufhin ist überflüssig. Woraufhin denn sonst?

Zitat
Gariel wollte heulen vor Dankbarkeit, als er mit einem kurzen Pfiff seinen Drachen zu sich rief...

Ach er freute sich wegen dem Drachen. Gar nicht um den rothaarigen Reiter. Aaaah. Und verstehe ich das richtig? Der Novize hat einen eigenen Drachen?
Ähh, glaub ich nicht.

Zitat
... und sein eigenes Schwert zog.

Wozu denn das? Gibts nen Kampf? Ich hol mal die Chips.

Zitat
Im nächsten Moment war Meister Grumoy bereits zwischen ihnen und beförderte den Rothaarigen mit einem Tritt ein paar Meter weiter auf dessen Hintern. Mierdal bäumte sich sofort auf und ging mit seinen Kurzen Vorderbeinen zum Angriff über.

Is klar... Fall ich's noch nicht erwähnt habe - nöpp, hab ich noch nicht - deinen Charakteren fehlt jede Handlungsmotivation. Sie benehmen sich einfach wie ein paar losgelassene Irre, vollgepumpt mit lila Smarties, inmitten auf dem Innenhof einer Psychatrie. Den Rest des Kampfes zu kommentieren spare ich mir dann auch.


Zitat
„Ein Troll macht mehr Schwierigkeiten,“ meinte der Meister süffisant, bevor er zum Angriff über ging.

süffisant? Nach dem Gehaue und Gesteche? Was auch immer er eingeworfen hat - ich will es auch!



Zitat
Diesmal war Gariel bereit und nutzte den Moment der Ablenkung um sein Schwert neben dem Hals seinen Gegners auf dessen Schulter abzulegen.

Umständlich. Zu viel.
Schreib lieber: Er legt ihm das Schwert an den Hals.

Zitat
Kurz fürchtete er um sein Leben, aber Grumoy murmelte nur

Perspektive!


Puuuuuuuh. Sorry - hoffe meine Röstung ist nicht zu herb. Ist mein erstes Mal hier.  :hach:

Viel Spaß beim Schulbank-Drücken.

« Letzte Änderung: 25 Oktober 2017, 16:26:22 von Xaranis »
  • Ich schreibe gerade: an meinem historischen Roman

Offline SirJasonCrage

  • Bratwurst
  • *
  • Beiträge: 67
Re: Im Mantel des Lichtes, Anfangsszene
« Antwort #14 am: 25 Oktober 2017, 21:09:04 »
Ich muss ein Händchen für Titel haben. Einer nach dem anderen steckt seine Röstgabel hier zur Tür herein  ;D

Willkommen erstmal. Nur keine falsche Rücksicht, die Striemen von der letzten Röstung sind schon fast wieder verheilt.



Zitat
Ja, Licht hat das so an sich, dass es den Hof mit Licht erfüllt... außerdem wirkt das Bild von Schweiß und Stahl verunglückt. Habe noch nie Sonne auf Schweiß glänzen sehen und will es mir auch ehrlich gesagt gar nicht vorstellen.

Man merkt sofort, dass Du zu wenig Anime siehst.
Oder ich zu viel...


Zitat
"Einer der IHREN" finde ich unglücklich wenn da sowohl Vertreter vom Rat als auch vom Glauben vorhanden sind. Zu welcher Fraktion gehört er?
Einer der Besten schreibt man groß. Sie sind verwundert - ok. Bin neugierig, warum. Bis jetzt sieht das für mich aus wie ein regulärer Übungskampf.
Das klingt nach nichts Besonderem. Bin also gespannt, was hier so anders sein soll.

Der Satz ist mir immer wichtig, weil so viel Information drin steckt. Mich freut, dass du einiges davon rausliest/wahrnimmst.
Einer der Ihren bezieht sich auf Ritter. Das sind sie nämlich alle, egal wem sie verschworen sind. Merke mir das aber mal, wenn sich da öfter wer dran stört, formuliere ich evtl um.
Verwundert sind sie, weil das da unten keinen Trainingswert hat. Der Veteran vermöbelt schlicht einen Anfänger.


Zitat
"litt seine Haltung etwas" klingt für mich zu unpräsize. Warum lässt du ihn nicht in Wanken geraten oder aus dem Gleichgewicht geraten?

Weil ich hier Powerlevels ausdrücken möchte. Gariel ist ein methodischer Kämpfer und weiß, wann seine Haltung gut ist und wann nicht. Er denkt aktiv darüber nach. Außerdem taumelt er eben nicht. Jemanden, der taumelt oder der sein Gleichgewicht verliert umzuhauen ist keine Kunst.
Grumoy ist gut genug um aus einem kleinen Fehler einen fatalen Treffer zu machen.

Damit sind Verhältnisse gesetzt. Hoffe ich zumindest.


Zitat
"Auf dem Rücken liegend" ist stilistisch etwas unglücklich. Zerhacke das Monstrum in zwei Hauptsätze. Gariel lag auf dem Rücken (oder blieb auf dem Rücken liegen) und wartete, dass...

Höh. Da finde ich eher deinen Vorschlag zu... standard. Ist glaube ich Geschmackssache. Ich mag meins mehr :-/


Zitat
Arbeite an deinem Stil! Deine Sätze sind lang und umständlich, Komma an Komma. Die Kraft liegt in Hauptsätzen und wo du kannst beginne mit Subjekt und Prädikat. Das nimmt deinem Text das Gestelzte. Das gilt für deinen kompletten Text.

Eh, ich bessere mich. Das war früher schon mal viel schlimmer... Trotzdem danke für ein erneutes Beispiel. Manche Dinge bleiben erst hängen, wenn man sie öfter gesagt bekommt.


Zitat
Mir ist gar nicht aufgefallen dass er aufgestanden ist. Lag er nicht auf dem Rücken?

Weil der Satz zu gestelzt war ;D Buchstäblich in deinem Zitat darüber. Der Schmerz breitet sich scheinbar wegen des Aufstehens auf. Das ist allerdings dusslig formuliert, das scheinbar kommt raus.


Zitat
Der Dialog überzeugt mich nicht die Bohne. Schlaff, ohne Leben und irgendwie ein bisschen Putz-Widerputz wie im Kindergarten.
Der Junge ist gleichzeitig rotzfrech und ein Kriecher. Wie passt das zusammen? Für mich will kein Bild von ihm entstehen.
Ebensowenig will ein Bild entstehen von dem Konflikt, der da zwischen den beiden herrscht. Liest sich alles sehr an den Haaren herbeigezogen.
Hat der Meister ihn auf dem Kicker? Wenn ja, wäre etwas Erleuchtung nicht schlecht, warum das so ist.

Ja gut, die Stelle ist reif für die Müllhalde. Für die habe ich jetzt oft genug aufs Maul bekommen ;D
Eventuell fange ich einfach früher an und bringe den Anlass direkt als Anfang der Szene.


Zitat
Das Schwert "kam auf ihn zu" ist grotesk. Er sah das Schwert kommen ist besser.

Oh.
Das fastiniert mich immer. Wie eine winzige Änderung einen riesigen Unterschied machen kann.


Zitat
"wieder Haltung annehmen" gefällt mir nicht.

Hier wollte ich wieder das methodische rüber bringen. Beide denken in Haltung, Angriffsequenz, Abwehr, zurück in die Haltung, neuer Angriff.
Das soll der Aufbau dafür sein, dass dann viel später Gariels Gegner in seiner ersten wirklichen Schlacht nichts dergleichen tun. Gariel sucht dann nach Mustern, die nicht da sind. Ein Versuch, Show don't Tell umzusetzen.


Zitat
Und arrogant sind sie obendrein.

Puh. Immerhin das kommt rüber.


Zitat
Komisch. Als er Arithos vorhin noch auf dem Drachenrücken sah hat er die Augen verdreht und jetzt freut er sich über die Gesellschaft?

Oh. Klar, man merkt sich den ersten Eindruck.
Eiiiiigentlich mag er Arithos. Wie man eben diesen wirklich coolen Freund mag, der bestimmte Dinge nur tut, um anderen auf den Sack zu gehen. Man verdreht die Augen, aber man hat nichts anderes erwartet.


Zitat
Ach er freute sich wegen dem Drachen. Gar nicht um den rothaarigen Reiter. Aaaah. Und verstehe ich das richtig? Der Novize hat einen eigenen Drachen?

Ha. Da wollte ich mal wieder Dopplungen vermeiden und habe "er" geschrieben, anstatt Arithos. Die Sache mit dem eindeutigen Bezug bereitet mir öfter mal Kopfzerbrechen...
Freuen tut Gariel sich über die Hilfe. Er tut das zeitgleich mit dem Pfiff... Weil bei Freude ja wichtig ist, dass man den Zeitraum genau eingrenzt...
Ja. Ok. Kommt auch raus.


Zitat
Puuuuuuuh. Sorry - hoffe meine Röstung ist nicht zu herb. Ist mein erstes Mal hier.  :hach:


Ach wo, ich steh da total drauf.  :blush:

Hm.
Zusammengefasst stören dich viele einzelne Formulierungen, sowie der allgemeine Mangel an Motivation für das Handeln der Figuren.

Normalerweise bleibt nach dem Rösten ja noch was vom Fleisch, aber du hinterlässt nur Asche  ;D
Du hast ne steile Karriere in der Hölle vor dir  :neuteufel:
« Letzte Änderung: 25 Oktober 2017, 21:14:56 von SirJasonCrage »
  • Ich schreibe gerade: Im Schatten des Mondes
Zu jeder Zeit, an jedem Ort, bleibt das tun der Menschen das Gleiche.

Offline Xaranis

  • Bratwurst
  • *
  • Beiträge: 27
Re: Im Mantel des Lichtes, Anfangsszene
« Antwort #15 am: 27 Oktober 2017, 12:00:05 »

Zitat
Man merkt sofort, dass Du zu wenig Anime siehst.
Oder ich zu viel...

Was ist denn Anime? Ich kenn nur Anämie...

Ja, sorry für den Haufen Asche. Als ich fertig dacht ich: Eigentlich hätt ich gleich schreiben können, verbrenn die Szene und fang nochmal neu an.

Früher oder später darfst du dich ja an mir rächen.
Ich sehe es jetzt schon. Deine Rache wird fürchterlich sein. :confused:
  • Ich schreibe gerade: an meinem historischen Roman